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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-18T07:31:26Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Sangspruch&amp;diff=5834</id>
		<title>Sangspruch</title>
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		<updated>2011-07-11T21:59:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AH: /* Entwicklung und Charakteristika */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt; &lt;br /&gt;
Neben der Minnelyrik ist der Sangspruch die zweite Hauptgattung mittelalterlicher Lyrik. Ursprünglich findet man Sangsprüche hauptsächlich in mittellateinischer, aber auch in provenzalischer und altfranzösischer Literatur. Im Mittelhochdeutschen war der Sangspruch kaum vertreten[Ehrismann: S.16]. Er zeichnet sich durch thematische Heterogenität sowie räsonierenden, belehrenden oder preisenden Charakter aus.&lt;br /&gt;
Themen im Sangspruch sind Moral- und Lebenslehre, religiöse Unterweisung, Herrenlob und -tadel sowie die ungesicherte Existenz der Berufsliteraten[Klein: S.166].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung und Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sangspruchdichtung zeichnet sich vom 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts durch eine starke Tendenz zur Eigenständigkeit der Einzelstrophe aus. Jede Strophe kann für sich allein vorgetragen werden und bildet ein abgeschlossenes Ganzes, wobei es  Ausnahmen gibt, bei denen Strophen formal und inhaltlich miteinander verknüpft werden.[Baldzuhn: S.55] „Aber aufs Ganze gesehen ist die Eigenständigkeit der Einzelstrophen in der Sangspruchdichtung dieser Zeit weit größer als im Minnesang.&amp;quot; (Baldzuhn 2002, S.55) Die entscheiden Aussagen werden am Schluss platziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigenständigkeit der Einzelstrophe löst sich zur Mitte des 14. Jahrhunderts allmählich auf. Der Sangspruch entwickelt sich über die Reformation zum Meistersang. Jener zeichnet sich im Gegensatz zum Sangspruch durch mehrstrophige Lieder aus. Überlieferte Einzelstrophen aus älteren Zeiten werden durch neu gedichtete Strophen ergänzt[Baldzuhn: S.55].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sangspruchdichtung formuliert moralische und ethische Positionen, die es den adligen Rezipienten möglich machen, aktuelle und konkrete Ereignisse im Rahmen tradierter politischern, ständischer und religiöser &#039;&#039;ordo&#039;&#039;- Regeln zu deuten und zu beurteilen. Dabei verweisen Aktuelles und Allgemeingültiges stets aufeinander. Eine Bitte um Lohn, verbunden mit einem Lob, die zunächst an einen konkreten Anlass gebunden ist oder gebunden scheint, wird im aktuellen Kontext zugleich zum sozialen Appell an die gesellschaftliche Tugend der &#039;&#039;milte&#039;&#039; und damit Teil des höfischen Wertediskurses. Sangspruchdichtung zeichnet sich zumeist durch eine didaktische Tendenz aus, ist Vortragskunst und Rollenlyrik.&amp;lt;ref&amp;gt; aus der Einführungsvorlesung Mediävistik bei J.Conzelmann, am 10.01.2011 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sangspruch bei Spervogel==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Spervogel gilt als der erste große Sangspruchdichter. Die Texte des zweiten großen Sangspruchdichters Herger können inzwischen Spervogel zugeschrieben werden[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
Im Nachlass von Spervogels Sangspruchdichtung lassen sich zwei Töne mit gut 50 Strophen finden. Formal gesehen handelt es sich um unstollige Sechs- bis Siebenzeiler, die Strophen mit Kurzzeilen wechseln sich mit solchen ab, die sowohl Kurz- als auch Langzeilen aufweisen. Religiosität, Gnomik, Tierfabeln und Probleme des Herrendienstes und Fahrendenschicksals werden bei Spervogel thematisch behandelt[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecherrollen im Sangspruch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprecherrollen sind in der Sangspruchdichtung selbstverständlich genauso vielfältig und verschieden, wie in den anderen lyrischen Gattungen der mittelalterlichen Literatur. Aufgrund des oft vorhandenen belehrenden Grundtenors, ist es jedoch besonders häufig, dass die während der Aufführung anwesenden Zuhörer, auch die eigentlichen Adressaten sind, die teilweise sogar direkt angeredet werden. So stellt beispielsweise der Beginn des Gedichts &amp;quot;Ihr sult sprechen willekommen&amp;quot; von Walther von der Vogelweide eine direkte Anrede des Publikums dar und der Sprecher setzt sich noch in der gesamten ersten Strophe mit dem tatsächlich anwesenden Publikum auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Minnesang dagegen ist eher eine Tendenz zu erkennen, die Zuhörer in einer Zeugenrolle zu belassen, die von außen das Gedicht beobachten.&lt;br /&gt;
Eine Ausnahme, in der der Sprecher das Publikum direkt anspricht ist Walthers Minnelied &amp;quot;Under der linden&amp;quot;, wo es im letzten Vers der zweiten Strophe heisst: &amp;quot;Seht, wie rôt ist mir der munt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sangspruch bei Walther==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bei Walther lassen die selben Themen wie auch bei Spervogel finden. Walther ergänzt diese Themen noch durch formale und inhaltliche Neuerungen. In beidem war Walther von der Vogelweide traditionsbildend.&lt;br /&gt;
Der Sangspruch entwickelt sich unter Walther mehr zu einer persönlichen Angelegenheit, wo bei Spervogel noch „man“ stand, steht bei Walther „ich“.   &lt;br /&gt;
Er wagt es zudem, religiöse Themen mit ironischen und sarkastischen Tönen zu versehen.  &lt;br /&gt;
Eine der größten Innovationen Walthers ist jedoch, dass er das Thema Politik in die Lyrik einführt. Er nimmt Bezug auf Personen wie Zeitgeschichte und setzt sich mit dem Zustand der Gesellschaft und der Welt überhaupt auseinander[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin führte Walther Neuerungen auf formaler Ebene ein. Während die Vorgänger (Spervogel, Herger) jeweils nur in einem Ton einfacher Bauart dichteten, benutzte Walther an die zwanzig Töne für seine Sprüche. Ein Ton wird jeweils für eine bestimmte Reihe von thematisch zueinander passenden Strophen eingesetzt.[Brunner: S.56 f.]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gliederung&amp;amp; Ausdifferenzierung des stofflichen Inhalts==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das thematische Spektrum der Sangspruchdichtung ist vielfältig und schwer zu erfassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Gliederung desselben. Zentral steht dabei die Frage Walthers, wie man denn &#039;&#039;&amp;quot;zer welte solte leben&amp;quot;&#039;&#039;, als Fixpunkt der zeitlich- und standesbedingten, sowie einer zeitlosen, über die gesellschaftlich-politische Dimension hinausweisenden Reflexion des kollektiven &#039;&#039;In-der-Welt-Seins&#039;&#039;. Sie spricht ein adliges Publikum, sowie sein höfische Umfeld an, wobei die Antworten und ihre Darbietungsformen schichtspezifisch differieren.&lt;br /&gt;
Die stoffliche Vielfalt des Sangspruchs ließe sich, so bspw. Tervooren&amp;lt;ref&amp;gt;H. Tervooren:&#039;&#039;Sangspruchdichtung&#039;&#039;. Hrsg. v. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar. 1995. S.51 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie folgt gliedern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Subjektiv engagierte Strophen mit persönlicher, politisch-sozialer Problematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es findet sich bspw. Lob und Tadel für Gönner und das Umfeld des Sängers, Kritik an sozialen, politischen und kirchlichen Verhältnissen, sowie Ständekritik oder auch Marienlob bzw. allgemein die Lobpreisung Gottes. Dabei bildet &amp;quot;der Sangspruch &#039;&#039;waltherischer Prägung&#039;&#039; und die Strophen, die auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.  Anm.: Attribut vom Verfasser hervorgehoben.&amp;lt;/ref&amp;gt; den größten Teil dieser Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Objektiv gehaltene, lehrhafte Strophen und Lieder mit gleicher Grundthematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche als Lebensweisheit oder als politisches, theologisches, philosophisches (od. sonstiges) Wissen, über die Verhältnisse des Individuums hinausweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine lediglich partielle Beleuchtung der inhaltlichen Vielfalt zu vermeiden, muss desweiteren hinsichtlich &#039;&#039;intentionaler Aspekte&#039;&#039; der Sangspruchdichtung respektive der Zielsetzung des Autors differenziert werden. Tervooren unterscheidet dabei  drei Intentionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die &#039;&#039;&#039;moralisch-didaktische Intention&#039;&#039;&#039;, die Sangspruch als Lehrdichtung, gerichtet an eine adlige Oberschicht, meint, welche &amp;quot;die Maßstäbe für eine vorbildliche Lebenshaltung und entsprechendes Wissen vermittelt&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-gesellschaftliche Intention&#039;&#039;&#039;, die den Sang als Medium der Selbstdarstellung meint, welche die Wertschätzung dichterischen Schaffens in der Gesellschaft konstituiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-existenzielle Intention&#039;&#039;&#039;; Der Sänger versucht dabei mittels &#039;&#039;Heischesptrophen&#039;&#039; den Herrscher zu angemessener Entlohnung zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da persönliche Erfahrungen und Erwartungen, von jenen des gesellschaftlichen Kollektivs nicht immer zu trennen sind, kommt es jedoch in der manifesten Ausführung des Sangspruchs oft zu Überschneidungen der Themenspektren, wobei also nicht die Reinform, sondern das &amp;quot;Mischgedicht&amp;quot; (so Tervooren) das übliche ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Klein] Klein, Dorothea: Mittelalter. Lehrbuch Germanistik, Stuttgart/Weimar 2006&lt;br /&gt;
*[*Baldzuhn] Baldzuhn, Michael: Vom Sangspruch zum Meisterlied, Band 120. Tübingen 2002&lt;br /&gt;
*[*Scholz]  Scholz, Manfred Günter: Walther von der Vogelweide. 2.Auflage. 2005&lt;br /&gt;
*[*Ehrismann]  Ehrismann, Otfrid: Einführung in das Werk Walthers von der Vogelweide. 1.Auflage. 2008&lt;br /&gt;
*[*Brunner] Brunner, Hahn, Müller, Spechtler: Walther von der Vogelweide. Epoche - Werk - Wirkung. 2.Auflage. München 2009&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AH</name></author>
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		<title>Walther von der Vogelweide Leich</title>
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		<updated>2011-07-11T15:31:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AH: Die Seite wurde neu angelegt: „= Einführung =   Religiöse und sogenannte weltliche Literatur waren im Mittelalter nicht zu trennen, denn die Kirche hatte zur Zeit des Mittelalters sehr viel M…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Einführung =&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Religiöse und sogenannte weltliche Literatur waren im Mittelalter nicht zu trennen, denn die Kirche hatte zur Zeit des Mittelalters sehr viel Macht und Einfluss. Des Weiteren hatte auch jegliche Art der Bildung ihre  Voraussetzung in geistlicher Bildung, in sogenannten Kloster- oder  Domschulen. Die Bildungssprache des Mittelalters war das Lateinische. Das Kirchenjahr mit seinen Festkreisen regelte das Leben der einzelnen Menschen in allen Bevölkerungsschichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das charakteristische Ineinandergreifen geistlicher und weltlicher Literatur (…) in der deutschen Dichtung stellt sich bei Walther“&amp;lt;ref&amp;gt;Spechtler: Der Leich, Lieder zum Thema Heiliges Land und Kreuzzug, &amp;quot;Alterslieder&amp;quot;; S.192&amp;lt;/ref&amp;gt; wie folgt dar:&lt;br /&gt;
Walther hat geistliche Themen im Rahmen seiner Sangspruchdichtung aufgegriffen, jedoch nicht als eigenständiges Lehrgebiet, sondern immer punktuell in seinen verschiedenen Tönen. „In seiner Schelte gegen den Papst und Pfaffen wie in seinen Kreuzzugsstrophen betrat er geistlich- politisches Grenzgebiet. Gottes Huld gehörte zusammen mit gesellschaftlichen Ansehen (êre) und Besitz (guot) zu den Grundwerten einer höfischen Lebensführung, die in Einklang zu bringen waren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Spechtler; ebenda; S.192&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Leich als Gattung =&lt;br /&gt;
== Überlieferung des Leichs von Walther von der Vogelweide ==&lt;br /&gt;
Walthers  Leich ist ein Unikat für Walther selbst und für seine  Zeit.Vor ihm  haben nur Ulrich von Guttenburg (Minneleich MF 69,1) und  Heinrich von  Rugge (Kreuzleich MF 96,1) diese kunstvolle Form verwendet.  Walthers  Leich orientiert sich stark an der Bauform der lateinischen  Sequenz.  Somit muss Walther mit lateinischer Lyrik vertraut gewesen  sein, denn  der Aufbau des Leichs und die Darstellung von Maria gleicht  der  lateinischen Sequenz. Des Weiteren wird deutlich, dass sich Walther  von  der Vogelweide mit geistlicher Bildung, Dichtung und Musik befasst   haben muss.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Sein Leich ist ohne Melodie überliefert, die   heute vorliegende Handschrift mit der wichtigen großen Heidelberger   Liederhandschrift © ist erst 100 Jahre nach Walthers Schaffenszeit   entstanden, welches das Fehlen der Melodie erklären kann.&lt;br /&gt;
Interessanter   Weise eröffnet der Leich die Walther – Sammlung; obwohl es nach   chronologischen Gesichtspunkten nicht passen würde. (Man datiert die Entstehung des Leichs auf das Jahr 1201, auf Grund der Aussagennähe zum Wiener Hofton). Jedoch war es in mittelalterlichen Handschriften  üblich, mit einem geistlichen Text einzuleiten.&lt;br /&gt;
Walthers Leich liegt uns nur in vier Handschriften vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhalt =&lt;br /&gt;
Walther von der Vogelweide preist durch das Lyrische-Wir in seinem Leich die Dreifaltigkeit. Er geht auf Gott, Jesus, die Jungfrau Maria und die Kirche ein.&lt;br /&gt;
Gott, Gottessohn und die Jungfrau Maria werden gebeten der Menschheit zu helfen, sich der Sünde reinzuwaschen. Gerade die Jungfrau Maria spielt im Leich eine zentrale Rolle. Sie tritt als Vermittlerin auf, sie wird angefleht, Gott für die Menschheit gnädig zu stimmen. Sie wird dafür gepriesen, dass sie Gottessohn gebar, deswegen sei ihr immer Dank, denn ohne ihn wäre die Menschheit nicht errettet worden.&lt;br /&gt;
Gott solle seine Lehre herabsenden, den heiligen Geist, damit die Menschheit ein christliches Leben führen könne. Aber der Herabkunft des heiligen Geistes steht das Christentum, die Kirche, entgegen, welches sich im &amp;quot;Siechhaus&amp;quot; befindet. Die Kirche scheint &amp;quot;ihre Aufgabe, den durch Christus erworbenen Gnadenschatz an die Menschheit auszuteilen, zu vergessen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Spechtler ebenda; S.206&amp;lt;/ref&amp;gt; Walther von der Vogelweide kritisiert die Kirchenpolitik seiner Zeit. Der Leich endet mit einem Schlussgebet an die Jungfrau Maria und der Bitte um Gnade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form und Struktur des Leichs von Walther von der Vogelweide ==&lt;br /&gt;
Da die Melodie des Leichs von Walther von der Vogelweide nicht  überliefert ist, ist es sehr schwer eine Struktur des Leichs  auszumachen. Oft wird der Leich in einzelne Strophen untergliedert, die  man als Sinnabschnitte verstehen kann. Die Struktur der neueren  Forschung untergliedert den Leich in eine Einleitung, Hauptteil I,  Mittelteil, Hauptteil II und einen Schluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einleitung ( I )&#039;&#039;&#039; Preis der Trinität ; Gott sende uns seine Lehre, weil uns der Fürst der Hölle verführt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Hauptteil, 1. Hälfte ( II a1, II a2, II a3 )&#039;&#039;&#039; Sündenbekenntnis, Gebet, Lob Gottes, Verachtung des Teufels, Lob Gottes, Lob der Jungfrau;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I. Hauptteil, 2. Hälfte ( II b1, II b2, II b3, II b4, II b5)&#039;&#039;&#039; Preis der reinen Jungfrau Maria;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mittelteil ( III 1, III 2, III 3)&#039;&#039;&#039; Preis der Jungfrau Maria, Preis des Gotteskindes, Bitte an Maria und ihr Kind um Hilfe;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Hauptteil, 1.Hälfte ( II*a1, II*a2, II*a3 )&#039;&#039;&#039; Sünde und Reue;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II. Hauptteil, 2. Hälfte ( II*b1, II*b2, II*b3 )&#039;&#039;&#039; Klage um das kranke Christentum; Kirchenkritik;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlussteil ( IV )&#039;&#039;&#039; Lobpreis der Jungfrau Maria und Schlussgebet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marienpreis im Leich ==&lt;br /&gt;
Das Bild der Jungfrau, die dennoch Mutter geworden ist, wurde durch die Jahrhunderte hochstilisiert. Das alte Testament erfüllt sich auch in ihr, die als leibliche Mutter des Erlösers eine besondere heilsgeschichtliche Rolle spielt. Denn nur durch die Geburt Jesu war sein Tod für uns möglich, ein Tod, der unseren Tod besiegt hat. Wichtig bei der Geburt Jesu war bzw. ist, das Maria jungfräulich war. Dies ist zwar ein Widerspruch in sich, aber nur so konnte man auslegen, dass diese Schwangerschaft gottgewollt und Jesus somit Gottes Sohn ist. Maria spielt in dem gesamten Leich eine zentrale Rolle. Sie bestimmt und umklammert den geistlichen Text. Sie wird genauso verehrt wie Gott. Sie soll ihn für die Menschheit gnädig stimmen,  dass er der Menschheit helfe. Maria tritt somit als Mutter und Fürsprecherin der Menschheit auf. Die einzelnen Metaphern, die Walther von der Vogelweide für Maria verwendet, verweisen auf ihre Jungfräulichkeit, Erhabenheit und ihre Auswählung Gottes Sohn zu gebären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;blühende Stab Aarons&#039;&#039;&#039; verweist auf die Kraft Gottes, denn nur durch seine Kraft und seine Erwählung blühte der Stab und die Frucht konnte treiben. Der menschliche Verstand konnte sich dies nicht erklären, genauso wie bei Maria die unbefleckte Empfängnis. Hierzu passt das Bild der &#039;&#039;&#039;Pforte Ezechiels&#039;&#039;&#039;. Nur von Gott selbst darf die Pforte benutzt werden. Schon bald wurde dieses Bild in der lateinischen geistlichen Literatur als Präfiguration für Maria genannt, weil nur der Sohn Gottes, Gott	selbst ohne menschliches Zutun aus ihr geboren wurde. Hierzu passt das Bild der Sonne, die durch das Glas scheint, ohne es zu beschädigen, ohne also die Jungfräulichkeit zu gefährden. Der &#039;&#039;&#039;brennende Dornenbusch&#039;&#039;&#039; wird aufgeführt, um die Macht Gottes zu beweisen, denn nur Gott kann die Gesetze der Natur ausschalten. Der &#039;&#039;&#039;Thron Salomos&#039;&#039;&#039; rühmt Maria als Herrscherin. &#039;&#039;&#039;Gedeons Fell&#039;&#039;&#039; ist eine der wichtigsten Präfigurationen der gottgewollten Mutterschaft Marias. &amp;quot;Zum Zeichen, daß Jahwe mit seinem Volk ist, hatte der neue, von Jahwe ausgesuchte Anführer Gedeon (Ri 6,36-40) gebeten, daß sein Fell, das er über Nacht auflegte, feucht werden möge, während der übrige Boden trocken bleiben solle. So geschah es, und Gedeon wusste nun nachweislich um seine Auserwählung, wobei ja der fruchtbare Tau im Alten Testament ein besonderes einprägsames Zeichen ist, ein Hinweis auf einen fruchtbaren, guten Tag, eine gute Zukunft, in die Jahwe geleitet. Auf eine solch wunderbare Weise ist Maria gemäß dem Text Mutter geworden. Gott hat ein Heilszeichen gesetzt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Spechtler:ebenda;S.205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchenkritik im Leich ==&lt;br /&gt;
Walther von der Vogelweide leitet seine Klage bzw. Kritik an das Christentum geschickt ein, indem das Lyrische-Wir um die Herabkunft des Heiligen Geistes bittet. Jedoch steht dieser Herabkunft die Kirche entgegen, denn das Christentum liegt im Siechhaus. Diese Klage über das Christentum führt Walther in politische Dimensionen. Rom ist Zielpunkt der Kritik, denn eigentlich kommt von Rom die christliche Lehre, was das Christentum laut Walther nun dringend nötig hat. Die Krankheit des Christentums kommt von der Simonie, also vom Ämterkauf. Statt die heilbringende Lehre zu vermitteln, ist Rom in weltliches Besitzstreben verstrickt.&lt;br /&gt;
Walther spielt in seiner Kritik zwei Begriffe gegeneinander aus: Christentum und Christenheit sind auf dem Wege der Trennung oder haben sich schon getrennt, obgleich Gott sie als Einheit zusammengefügt hatte. Denn die Christenheit als Kirche ist &amp;quot;jetzt mit unchristlichen Dingen durchsetzt und Christentum als Lehre, Glaube, geistlicher Zustand der Kirche ist jetzt von Krankheit erfaßt, da die rechte Lehre aus Rom fehlt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Spechtler:ebenda; S.206&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings sollten gerade Christentum und Christenheit übereinstimmen, genauso wie die Worte der Gläubigen mit deren Werken / Taten, denn nur dann führe man ein christliches Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klage und die Kritik im Leich reiht sich also in Walthers politische Lyrik ein. Jedoch ist sie besonders, da der Rahmen ein anderer ist. Walther bettet seine Kritik in den Rahmen der geistliche Lyrik ein und macht die Kritik dadurch noch schärfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= &amp;quot;Triuwe&amp;quot; als übergeordnetes Thema im Leich =&lt;br /&gt;
Dem Leich von Walther von der Vogelweide könnte man ein Thema überordnen und zwar das Thema der &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;. &amp;quot;Wolfram von Eschenbach wertet die &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;  als die ausschlaggebende religiös-ethische Basistugend, die auf zwischenmenschliche Beziehung wie auch auf die Bindung zwischen Gott und den Menschen angewandt wird.&amp;quot; &lt;br /&gt;
Im Zentrum des Leichs steht die &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; Marias, gegenüber Gott und seinen Geboten und gegenüber der Menschheit. Sie soll für die Menschheit um Gnade bei Gott bitten. Übergeordnet ist die &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; Gottes gegenüber den Menschen; die &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; Christi&lt;br /&gt;
gegenüber Gott, den Menschen und seiner Mutter und die &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; des Heiligen Geistes gegenüber den Menschen. ( Hier wird auf die Dreifaltigkeit verwiesen.)&lt;br /&gt;
In Opposition dazu steht die &#039;&#039;untriuwe&#039;&#039; des Teufels, der wider Gott handelt und den Menschen verführt und somit den Menschen zur &#039;&#039;untriuwe&#039;&#039; gegenüber Gott verleitet. Der Mensch fängt an zu sündigen und ihm mangelt es an Reue. Des Weiteren wird auf die &#039;&#039;untriuwe&#039;&#039; Evas bzw. ihre Schuld gegenüber Gott eingegangen und die &#039;&#039;untriuwe&#039;&#039; der christlichen Kirche durch Simonie, fehlende Lehre und keine angemessenen Vertreter des Christentums. Die Kirche vernachlässigt ihre&#039;&#039; triuwe&#039;&#039; gegenüber Gott und den Gläubigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; kommt im Leich selber nicht direkt vor, jedoch spielt die &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; bzw. die nicht erfüllte &#039;&#039;triuwe&#039;&#039; in allen wichtigen Bereichen des Leichs eine maßgebliche Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literatur=&lt;br /&gt;
Spechtler; V. Der Leich, Heiliges Land und Kreuzzug,&amp;quot;Alterslieder&amp;quot;, S 192-207&lt;br /&gt;
=Quellennachweise=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AH</name></author>
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