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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: /* Forschungsgeschichte: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==(nach Konrad Kunze)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine &amp;quot;Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bis in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Im Hochmittelalter wurde die Legende auch mit anderen &amp;quot;Gattungen&amp;quot;, etwa der höfischen Epik oder Spielmannsepik im Falle des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;, vermengt. Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußere. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles&#039; umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundlegende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Zu Jolles&#039; These, vgl. Jolles, André: &#039;&#039;Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz&#039;&#039;, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==(nach Konrad Kunze)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine &amp;quot;Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bis in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Im Hochmittelalter wurde die Legende auch mit anderen &amp;quot;Gattungen&amp;quot;, etwa der höfischen Epik oder Spielmannsepik im Falle des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;, vermengt. Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußere. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles&#039; umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundlegende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Zu Jolles&#039; These, vgl. Jolles, André: &#039;&#039;Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz&#039;&#039;, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: Die Seite wurde geleert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==(nach Konrad Kunze)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine &amp;quot;Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bis in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Im Hochmittelalter wurde die Legende auch mit anderen &amp;quot;Gattungen&amp;quot;, etwa der höfischen Epik oder Spielmannsepik im Falle des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;, vermengt. Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußere. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundlegende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<updated>2014-11-25T17:27:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: /* Wortgeschichtliche Entwicklung: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==(nach Konrad Kunze)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bis in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Im Hochmittelalter wurde die Legende auch mit anderen &amp;quot;Gattungen&amp;quot;, etwa der höfischen Epik oder Spielmannsepik im Falle des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;, vermengt. Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußere. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundlegende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==(nach Konrad Kunze)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Im Hochmittelalter wurde die Legende auch mit anderen &amp;quot;Gattungen&amp;quot;, etwa der höfischen Epik oder Spielmannsepik im Falle des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;, vermengt. Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußere. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundlegende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
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Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
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In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
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===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
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Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (&#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;). Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußerte. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundlegende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
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Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
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Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
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Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
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Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (&#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;). Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußerte. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundle-gende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
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In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
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Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (&#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;). Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußerte. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundle-gende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (&#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;). Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußerte. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundle-gende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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&lt;br /&gt;
Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (&#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;). Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußerte. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundle-gende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<title>Legende</title>
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&lt;div&gt;==&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;(die) Legende&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;==&lt;br /&gt;
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===Definition und Merkmale:===&lt;br /&gt;
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Nach Konrad Kunze ist die Legende eine Gattung meist kurzer, erbaulicher Erzählungen von heiligen Personen, Dingen oder Ereignissen.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393, hier: S. 389.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
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In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Texte, die sich dabei nur auf bestimmte Aspekte des Heiligen beziehen, ordne man in der Forschung eher Subgenera der Legende zu.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise werden Texte, die sich auf das Martyrium des/r Heiligen beschränken, als sogenannte &#039;&#039;Passio&#039;&#039; bezeichnet; Texte, deren Fokus auf der Reliquien-Übertragung liegen, nennt man &#039;&#039;Translatio&#039;&#039; usw. Vgl. ebd., 390.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende hat eine Erbauungsfunktion, das heißt sie will den Rezipienten in seiner Frömmigkeit stärken. In diesem zentralen Merkmal hebe sie sich maßgeblich von dem „Legendenmärchen“ oder dem „Legendenschwank“ ab, deren Anliegen eher das Unterhalten sei. Des Weiteren zeichne sich die Legende durch eine recht schlichte Erzählweise aus, was ein besseres Verständnis begünstige. Ihr Anspruch ist nicht historische Authentizität: Pseudo-historische und fiktiv-wunderbare Elemente durchdringen sie.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem erscheine der Begriff dem tatsächlichen Spektrum der Gattung Legende gegenüber zu eng, befindet Kunze. Um etwa auch nachchristlich-profane Legendenproduktion adäquat erfassen zu können, nahm deshalb der Germanist Hans-Peter Ecker eine Neujustierung mit Hilfe von zwölf Kategorien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ecker brach althergebrachte Schemata auf, indem er etwa festlegte, dass sich die Legende „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere, ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude“ (ebd.) beziehe. Auch hob er etwa das Kriterium der Erbauung auf und ersetzte es. Vgl. dazu ausführlich ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wortgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Den etymologischen Ursprung des Wortes bildet das lateinische Gerundiv &#039;&#039;legenda&#039;&#039;, was mit „zu lesende bzw. vorzulesende (Texte)“ übersetzt werden kann und zunächst auf Stücke für die liturgische Lesung, darunter schon im 7. Jahrhundert auch auf Heiligenleben, rekurriert habe. Bin in das Hochmittelalter hinein bezeichnete man mit dem Begriff wohl Sammlungen vom Leben Heiliger (=Legendare) und einzelne Heiligenleben. Als deutsches Lehnwort sei die Legende seit circa 1250 bezeugt, dann primär für letzteres. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch allgemeiner, als „Erzählung“ oder „Bericht“ gebraucht, ab der Reformation schließlich deutlich negativer: als „unbeglaubigte (Heiligen-)Erzählung“, die dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt war. In neuester Zeit werde der Begriff zumeist bewundernd (im positiven Sinne unglaublich) oder metonymisch („Poplegende“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sachgeschichtliche Entwicklung:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Uns in großer kultureller Bandbreite begegnend, erfuhr die Legende wohl im Anschluss an Bibeltexte ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert dann – indem die Leben dokumentierte Märtyrer erzählerisch ausgekleidet wurden – ihre wichtigsten Impulse. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst zum Zweck kultischer Feiern (ausgehendes 9. Jahrhundert), später im Kontext heilsgeschichtlicher Erzählungen wie der &#039;&#039;Kaiserchronik&#039;&#039;, ab circa 1150 dann als eigenständige Texte (etwa der &#039;&#039;Servatius&#039;&#039; Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (&#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;). Während die Gattung in der Reformationszeit dann überwiegend parodiert und polemisiert worden sei, kam es im romantischen Zuge der Hochschätzung des christlichen Mittelalters (circa 1770 bis 1830) wohl zu einem regelrechten Wiederaufblühen, was sich dann auch in neuen Dichtungen  beispielsweise äußerte. Mit Heinrich von Kleists &#039;&#039;Cäcilienlegende&#039;&#039; (1810/11) beginne dann die artistisch-profane Verwendung der Gattung, die sich vielfältig fortgesetzt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 391f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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  &lt;br /&gt;
===Forschungsgeschichte:===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende setzte laut Kunze in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen an und wendete sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zu. André Jolles umstrittene Annahme, in der Legende die sprachliche Verwirklichung der Geistesbeschäftigung „&#039;&#039;imitatio&#039;&#039; eines in Tugend Bewährten“ zu erkennen, habe eine grundle-gende Diskussion zur Gattungsfrage angeregt, welche in der Forschung bis heute anhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. ebd., 392. Jolles These (in: Jolles, André: Einfache Formen. Legende, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz, Halle/Saale 1930 (Forschungsinstitut für Neuere Philologie Leipzig: Neugermanistische Abteilung; 2) wurde schon damals stark kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<title>Benutzer:Andre Kiefer</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Kunze, Konrad: &#039;&#039;Legende&#039;&#039;, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft II, Berlin/New York 2007, S. 389-393.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Artikel wendet sich Konrad Kunze zunächst der Explikation des Legendenbegriffs zu. In der Germanistik werde der Ausdruck meist hagiographisch, das heißt in der Beschreibung vom Leben Heiliger, verwendet. Im Deutschen seit 1992 als „Legenden“ kategorisiert, bilden etwa sogenannte Mirakel- oder Passio-Texte, also Schriften über Wunder nach dem Tod oder das Martyrium einer Person, eher Unterkategorien des Begriffs. Die Gattungen Märchen, Sage und Schwank dagegen heben sich von der Legende spürbar ab. Nach dem Germanisten Hans-Peter Ecker sei der Begriff Legende, so Kunze weiter, zu eng für das tatsächliche Spektrum der komplexen Gattung, welche auch etwa profane Texte enthalte. Der Ausdruck beziehe sich „[…] nicht nur auf religiöse, sondern auch auf andere ihnen struktur- und funktionsverwandte weltanschauliche Dogmengebäude […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Kunze (2007), S. 390.&amp;lt;/ref&amp;gt;, so eine von Ecker vorgenommene Erweiterung der Kriterien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Anschluss geht der Autor auf wortgeschichtliche Aspekte ein. Der etymologische Ursprung des Legendenbegriffs, das lateinische Gerundiv legenda, also Texte, die man (vor)lesen solle, rekurriert auf eine enge Beziehung zur literarischen Tradition, angefangen bei Stücken für die liturgische Lesung im 7. Jahrhundert. Über die Zeit sei der Begriff dann auch zur Bezeichnung einzelner Heiligenleben (huius legendae) oder für Sammlungen (Legenda sanctorum) verwendet worden. Als deutsches Lehnwort tauche die Legende, wie Kunze betont, ab ca. 1250 auf. In reformatorischem Kontext habe der Begriff dann eine Bedeutungsänderung zum Negativen erfahren: als „unbeglaubigte“ (Heiligen-)Erzählung, dem steten Vorwurf der Lüge ausgesetzt; in neuester Zeit wiederum eine Aufwertung: als eine bewunderte (Lebens-)Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Luthers Verballhornung als „Lügende“ abgewertet, habe erst Johann Gottfried Herder, einer der vier großen Weimarer Dichter, im Jahre 1797 die Basis zur neuzeitlichen Begriffsbildung gelegt, nämlich als „[…] ‚Lebensbeschreibungen und Geschichten, die durch das, was Andacht vermöge, zur Nachfolge reizen sollten‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., 391 zit. Johann Gottfried Herder: Über die Legende, in: Sämmtliche  Werke. Bd. 16, hg. von Bernhard Susphan, Berlin 1887, S. 387.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 19. Jahrhundert habe dann eine breite terminologische Reflexion zu dem Begriff eingesetzt, welche zu Ausdifferenzie-rungen in die „Gattungen“ geistliche Sage, Volkserzählung (mündlich) oder hagiographischen Erzählung (schriftlich) beispielsweise führte. Seit den 1930er Jahren orientiere sich die Forschung dann wieder verstärkt zum einen an der Maßgabe des Standardkorpus christlicher Heiligenlegenden, zum anderen an dem bis heute zentralen Werk von André Jolles (Einfache Formen), worin unter anderem Mythe, Legende, Sage usw. minutiös voneinander abgegrenzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Anschluss an Bibeltexte habe die Legende ihre christliche Entfaltung, im Rahmen des Heiligenkultes ab dem 4. Jahrhundert (etwa indem dokumentierte Märtyrer durch Erzählungen ausgeschmückt wurden) dann ihre wichtigsten Impulse erfahren. Weitestgehend dem Lateinischen entnommen, sei die deutschsprachige Legendenliteratur zunächst im Zuge kultischer Feiern, später in heilsgeschichtlichen Erzählungen (Kaiserchronik), ab ca. 1150 dann auch als eigenständige Texte (Servatius Heinrichs von Veldeke) erschienen. Auch mit der höfischen Epik vermengt, wurde die Legende im Hochmittelalter (Gregorius). Unter anderem infolge der Hochschätzung von Mittelalter, Religion und Volksüberlieferung sei es in der Romantik zu einem regelrechten Wiederaufblühen der Legende gekommen, aber auch in der Zwischenzeit hätten Legenden vor allem in der katholischen Kirche Konjunktur gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschungsgeschichte zur Legende habe in der Romantik mit Registrierung und Edition der Stoffmassen angesetzt und sich erst ab ca. 1970 auch den Prosalegendaren zugewendet. Durch Jolles Interpretationen aus den 1930er Jahren angeregt, stehe, so das etwas ernüchterte Fazit Kunzes, die Gattungsfrage bis heute im Zentrum des Forschungsinteresses. Edith Feistners Beitrag (1995) hierzu, eine typologische Binnendifferenzierung der Gattung, hebt der Autor besonders hervor.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Gregorius-Prolog_(nach_Rainer_Z%C3%A4ck)&amp;diff=17086</id>
		<title>Der Gregorius-Prolog (nach Rainer Zäck)</title>
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		<updated>2014-11-23T18:42:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Studie zu Deutungsmodellen des &#039;guten Sünders&#039; bei Hartmann von Aue und Arnold von Lübeck analysiert Rainer Zäck die rhetorische Struktur und das theologische Programm des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;-Prologs. Zäck gelangt dabei zu dem Ergebnis, ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sachinformationen zum Prolog==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Argumentation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Hartmann von Aue existieren drei verschiedengewichtige Arten der Sünde. Der Autor differenziert zwischen dem „leichtfertigen Vertrauen auf [sein] das jugendliche[s] Alter“&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Zäck: Der guote Sündaere und der Peccator Precepuus, Göppingen 1989, S. 46 &amp;lt;/ref&amp;gt;, welches damit einhergeht, dass die Buße bis zum letztmöglichen Termin aufgeschoben werden. Das kann bei einem „plötzlichen Tod“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; verheerend sein, denn die „êhafte nôt“&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmann von Aue: Gregorius, Stuttgart 2011, V.19&amp;lt;/ref&amp;gt; kann dem Leben ganz schnell ein Ende bereiten und  man bezahlt das „êwige leben“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 32&amp;lt;/ref&amp;gt; für den „êwigen tôt“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 86&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Unbußfertigkeit ist als eine Warnung vor der praesumptio, einer vermessenen Gnadenerwartung, zu verstehen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zäck, Göppingen 1989, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt; und gilt als die schwerste aller Sünden, da die Folgen irreversibel sind. Hierbei ist wiederum zu „unterscheiden zwischen dem bewußten vermessenen Rechnen auf die göttliche Gnade und dem gedankenlosen Weitersündigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn die Zuversicht eines langen Lebens&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt; hindert die Absicht, Buße zu tun daran, Wirklichkeit zu werden. &lt;br /&gt;
Weniger stark gewichtig ist dagegen die Sünde des „zwîvel“, die damit einhergeht, dass man an der Vergebung der starken „schulde“&amp;lt;ref&amp;gt;Aue, Stuttgart 2011, V. 52&amp;lt;/ref&amp;gt; zweifelt und somit an der göttlichen Gnade verzweifelt&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zäck, Göppingen 1989, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wenn der Sündiger den „zwîvel lâze“&amp;lt;ref&amp;gt;Aue, Stuttgart 2011, V. 64&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nach wie vor noch nicht gewährleistet, dass seine Sünden vergeben werden, denn wenn er „sich […]  bedenket houbethafter missetât“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 66 f&amp;lt;/ref&amp;gt; und annimmt, dass diese zu gravierend sind, als dass Gott sie vergeben könnte, befindet er sich abermals auf dünnem Eis, denn „verzwîfelt er an gote […] sô hât der zwîvel im benomen, den wuocher der riuwe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 70 bzw. 74 f&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Die am leichtesten entschuldbare Sünde entspricht derjenigen, nach einer „missetat“ keine Reue zu empfinden, diese kann ganz einfach dadurch ausgemerzt werden, indem man „von herzen riuwet und si niht wider niuwet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 49 f&amp;lt;/ref&amp;gt;. In diesem Fall führt die „erbarmekeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 111&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes zur Vergebung der Sünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
____________________&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Zäck, Rainer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Was bezweckt Hartmann also mit seinem Prolog? Lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Erzähler- oder gar Autorfigur ziehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eindeutige Antwort wird es wohl nicht geben. Es liegt nahe, anzunehmen, dass der Erzähler sein theologisches Programm als solches nur benutzte, um etwa die richtige Erwartungshaltung beim Publikum für den darauffolgenden Stoff zu evozieren. Insgesamt wirkt die Erzählerfigur - wie fingiert oder &amp;quot;autornah&amp;quot; auch immer - auf den Rezipienten als Advokat und Propagandist eines theoretischen Systems. Demgegenüber deutet eine weniger kritische Lesart des Prologs darauf hin, diesen bloß als eine Art Erfahrungsbericht des Autors zu sehen: Der Autor-Erzähler hat aus seinen Fehlern gelernt (&amp;quot;nû weiz ich daz wol vür wâr&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmann von Aue: Gregorius, Stuttgart 1963, V.6&amp;lt;/ref&amp;gt;). Als Vermittlerfigur (&amp;quot;Durch daz wære ich gerne bereit / ze sprechenne die wârheit&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V.35f.&amp;lt;/ref&amp;gt;) bietet er so dem Rezipienten Hilfe zur Selbsthilfe an, ruft zur Umkehr vom &amp;quot;wec der helle&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V.59&amp;lt;/ref&amp;gt; auf - und erleichtert im Prozess des Niederschreibens der Geschichte zugleich die eigene Sündenlast, als aktive Bußtat.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Gregorius-Prolog_(nach_Rainer_Z%C3%A4ck)&amp;diff=17085</id>
		<title>Der Gregorius-Prolog (nach Rainer Zäck)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Gregorius-Prolog_(nach_Rainer_Z%C3%A4ck)&amp;diff=17085"/>
		<updated>2014-11-23T18:23:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Studie zu Deutungsmodellen des &#039;guten Sünders&#039; bei Hartmann von Aue und Arnold von Lübeck analysiert Rainer Zäck die rhetorische Struktur und das theologische Programm des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;-Prologs. Zäck gelangt dabei zu dem Ergebnis, ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sachinformationen zum Prolog==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Argumentation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Hartmann von Aue existieren drei verschiedengewichtige Arten der Sünde. Der Autor differenziert zwischen dem „leichtfertigen Vertrauen auf [sein] das jugendliche[s] Alter“&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Zäck: Der guote Sündaere und der Peccator Precepuus, Göppingen 1989, S. 46 &amp;lt;/ref&amp;gt;, welches damit einhergeht, dass die Buße bis zum letztmöglichen Termin aufgeschoben werden. Das kann bei einem „plötzlichen Tod“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; verheerend sein, denn die „êhafte nôt“&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmann von Aue: Gregorius, Stuttgart 2011, V.19&amp;lt;/ref&amp;gt; kann dem Leben ganz schnell ein Ende bereiten und  man bezahlt das „êwige leben“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 32&amp;lt;/ref&amp;gt; für den „êwigen tôt“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 86&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Unbußfertigkeit ist als eine Warnung vor der praesumptio, einer vermessenen Gnadenerwartung, zu verstehen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zäck, Göppingen 1989, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt; und gilt als die schwerste aller Sünden, da die Folgen irreversibel sind. Hierbei ist wiederum zu „unterscheiden zwischen dem bewußten vermessenen Rechnen auf die göttliche Gnade und dem gedankenlosen Weitersündigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn die Zuversicht eines langen Lebens&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt; hindert die Absicht, Buße zu tun daran, Wirklichkeit zu werden. &lt;br /&gt;
Weniger stark gewichtig ist dagegen die Sünde des „zwîvel“, die damit einhergeht, dass man an der Vergebung der starken „schulde“&amp;lt;ref&amp;gt;Aue, Stuttgart 2011, V. 52&amp;lt;/ref&amp;gt; zweifelt und somit an der göttlichen Gnade verzweifelt&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zäck, Göppingen 1989, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wenn der Sündiger den „zwîvel lâze“&amp;lt;ref&amp;gt;Aue, Stuttgart 2011, V. 64&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nach wie vor noch nicht gewährleistet, dass seine Sünden vergeben werden, denn wenn er „sich […]  bedenket houbethafter missetât“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 66 f&amp;lt;/ref&amp;gt; und annimmt, dass diese zu gravierend sind, als dass Gott sie vergeben könnte, befindet er sich abermals auf dünnem Eis, denn „verzwîfelt er an gote […] sô hât der zwîvel im benomen, den wuocher der riuwe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 70 bzw. 74 f&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Die am leichtesten entschuldbare Sünde entspricht derjenigen, nach einer „missetat“ keine Reue zu empfinden, diese kann ganz einfach dadurch ausgemerzt werden, indem man „von herzen riuwet und si niht wider niuwet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 49 f&amp;lt;/ref&amp;gt;. In diesem Fall führt die „erbarmekeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 111&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes zur Vergebung der Sünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
____________________&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Zäck, Rainer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Was bezweckt Hartmann also mit seinem Prolog? Lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Erzähler- oder gar Autorfigur ziehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eindeutige Antwort wird es wohl nicht geben. Es liegt nahe, anzunehmen, dass der Erzähler sein theologisches Programm als solches nur benutzte, um etwa die richtige Erwartungshaltung beim Publikum für den darauffolgenden Stoff zu evozieren. Insgesamt wirkt die Erzählerfigur - wie fingiert oder &amp;quot;autornah&amp;quot; auch immer - auf den Rezipienten als Advokat und Propagandist eines theoretischen Systems. Demgegenüber deutet eine weniger kritische Lesart des Prologs darauf hin, diesen bloß als eine Art Erfahrungsbericht des Autors zu sehen: Der Autor-Erzähler hat aus seinen Fehlern gelernt (&amp;quot;nû weiz ich daz wol vür wâr&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gregorius, V. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Als Vermittlerfigur (&amp;quot;Durch daz wære ich gerne bereit / ze sprechenne die wârheit&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gregorius, V.35f.&amp;lt;/ref&amp;gt;) bietet er so dem Rezipienten Hilfe zur Selbsthilfe an, ruft zur Umkehr vom &amp;quot;wec der helle&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gregorius, V. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf - und erleichtert im Prozess des Niederschreibens der Geschichte zugleich die eigene Sündenlast, als aktive Bußtat.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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		<title>Der Gregorius-Prolog (nach Rainer Zäck)</title>
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		<updated>2014-11-23T18:20:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andre Kiefer: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Zusammenfassung==&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Studie zu Deutungsmodellen des &#039;guten Sünders&#039; bei Hartmann von Aue und Arnold von Lübeck analysiert Rainer Zäck die rhetorische Struktur und das theologische Programm des &#039;&#039;Gregorius&#039;&#039;-Prologs. Zäck gelangt dabei zu dem Ergebnis, ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sachinformationen zum Prolog==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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==Argumentation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Hartmann von Aue existieren drei verschiedengewichtige Arten der Sünde. Der Autor differenziert zwischen dem „leichtfertigen Vertrauen auf [sein] das jugendliche[s] Alter“&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Zäck: Der guote Sündaere und der Peccator Precepuus, Göppingen 1989, S. 46 &amp;lt;/ref&amp;gt;, welches damit einhergeht, dass die Buße bis zum letztmöglichen Termin aufgeschoben werden. Das kann bei einem „plötzlichen Tod“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt; verheerend sein, denn die „êhafte nôt“&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmann von Aue: Gregorius, Stuttgart 2011, V.19&amp;lt;/ref&amp;gt; kann dem Leben ganz schnell ein Ende bereiten und  man bezahlt das „êwige leben“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 32&amp;lt;/ref&amp;gt; für den „êwigen tôt“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 86&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Unbußfertigkeit ist als eine Warnung vor der praesumptio, einer vermessenen Gnadenerwartung, zu verstehen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zäck, Göppingen 1989, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt; und gilt als die schwerste aller Sünden, da die Folgen irreversibel sind. Hierbei ist wiederum zu „unterscheiden zwischen dem bewußten vermessenen Rechnen auf die göttliche Gnade und dem gedankenlosen Weitersündigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn die Zuversicht eines langen Lebens&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt; hindert die Absicht, Buße zu tun daran, Wirklichkeit zu werden. &lt;br /&gt;
Weniger stark gewichtig ist dagegen die Sünde des „zwîvel“, die damit einhergeht, dass man an der Vergebung der starken „schulde“&amp;lt;ref&amp;gt;Aue, Stuttgart 2011, V. 52&amp;lt;/ref&amp;gt; zweifelt und somit an der göttlichen Gnade verzweifelt&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zäck, Göppingen 1989, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wenn der Sündiger den „zwîvel lâze“&amp;lt;ref&amp;gt;Aue, Stuttgart 2011, V. 64&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nach wie vor noch nicht gewährleistet, dass seine Sünden vergeben werden, denn wenn er „sich […]  bedenket houbethafter missetât“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 66 f&amp;lt;/ref&amp;gt; und annimmt, dass diese zu gravierend sind, als dass Gott sie vergeben könnte, befindet er sich abermals auf dünnem Eis, denn „verzwîfelt er an gote […] sô hât der zwîvel im benomen, den wuocher der riuwe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 70 bzw. 74 f&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Die am leichtesten entschuldbare Sünde entspricht derjenigen, nach einer „missetat“ keine Reue zu empfinden, diese kann ganz einfach dadurch ausgemerzt werden, indem man „von herzen riuwet und si niht wider niuwet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 49 f&amp;lt;/ref&amp;gt;. In diesem Fall führt die „erbarmekeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd., V. 111&amp;lt;/ref&amp;gt; Gottes zur Vergebung der Sünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
____________________&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Zäck, Rainer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Was bezweckt Hartmann also mit seinem Prolog? Lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Erzähler- oder gar Autorfigur ziehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eindeutige Antwort wird es wohl nicht geben. Es liegt nahe, anzunehmen, dass der Erzähler sein theologisches Programm als solches nur benutzte, um etwa die richtige Erwartungshaltung beim Publikum für den darauffolgenden Stoff zu evozieren. Insgesamt wirkt die Erzählerfigur - wie fingiert oder &amp;quot;autornah&amp;quot; auch immer - auf den Rezipienten als Advokat und Propagandist eines theoretischen Systems. Demgegenüber deutet eine weniger kritische Lesart des Prologs darauf hin, diesen bloß als eine Art Erfahrungsbericht des Autors zu sehen: Der Autor-Erzähler hat aus seinen Fehlern gelernt (&amp;quot;nû weiz ich daz wol vür wâr&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gregorius, V. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Als Vermittlerfigur (&amp;quot;Durch daz wære ich gerne bereit / ze sprechenne die wârheit&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gregorius, V.35f.&amp;lt;/ref&amp;gt;) bietet er so dem Rezipienten Hilfe zur Selbsthilfe an, ruft zur Umkehr vom &amp;quot;wec der helle&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Gregorius, V. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf - und erleichtert im Prozess des Niederschreibens der Geschichte zugleich die eigene Sündenlast.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andre Kiefer</name></author>
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