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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-11T04:59:31Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23731</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-15T08:20:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...] sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus Parzivals Hochmut resultiert letztendlich der Ausschluss aus dem höfischen Leben und sein Hass gegen Gott sowie die begangenen Sünden. &lt;br /&gt;
In dieser Situation begegnet Parzival dem Einsiedler Trevrizent, seinem Onkel. Dieser trägt entscheidend dazu bei, dass sich Parzival vom Hochmut befreit. Dies zeigt sich schon am Tadeln des Tragens der Rüstung am heiligen Karfreitag: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hât iuch angestlîcher strît || Zwang euch ein harter Kampf,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in diz harnasch getriben? || diese Rüstung anzulegen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode sît ir âne strît beliben? || Oder habt Ihr nicht gekämpft?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| so stüende iu baz ein ander wât,|| Dann stünd Euch andere Kleidung besser,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| lieze iuch hôchferte rât. (456, 8-12)  || falls Euch nicht die Hoffart blendet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Trevrizent mach Parzival so auf sein hochmütiges Verhalten sowie auf seine Sünden aufmerksam. So wird Parzival bewusst, dass er seine ritterliche Vollendung nicht durch höfisches Verhalten, sondern nur in Verbindung mit Religiosität erreichen kann. Sein Hochmut muss zur Demut werden. &lt;br /&gt;
Denn nur durch Demut kann man Gottes Gnade erhalten und so Erlösung finden, während der Hochmut von Gottes Gnade trennt. Auf diese Erkenntnis hin ändert sich Parzivals Glaubensverlauf und er wird zum demütigen Gottesdiener. Seine innere &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; wird dann in einer demütigen Handlung sichtbar, als er in dreifacher Verbeugung und betend Anfortas mit seiner Frage erlöst: &#039;&#039;sîn venje er viel des endes dar / drîstunt zêrn der Trinitât&#039;&#039; (795, 24f). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Hochmut und Demut sind jeweils eine Sünde und eine Tugend, die in Wolframs Wertesystem eingeordnet werden können. Der Hochmut bildet die Opposition zu Demut. Erkennbar ist der grundsätzlich binäre Aufbau der Begriffe, da sich Sünde und Tugend immer gegenüberstehen und jeweils einen oder mehrere Oppositionspartner haben. Gottes Gnade struktiert diesen Aufbau in der Hinsicht, dass sie von allen Figuren angestrebt wird, jedoch nur durch Tugendhaftigkeit erreichbar ist. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle spielen die Begriffe in [[Parzivals Glaubensverlauf]] und der damit verbundenen Wende im Denken Parzivals durch Trevrizent. Zuerst kennzeichnet die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; sein Verhalten und seine Annahme, dass das von ihm angestrebte ritterliche Ideal durch Kämpfen zu erlangen sei. Dabei mangelt es ihm jedoch an religiösem Verständnis und der Demut, durch die der Ritter Gottes Gnade erst wert ist. Mockenhaupt spitzt die Rolle der Demut insoweit zu, dass diese „das allein noch Notwenige [ist], da in ihr die ganze christliche Existenz beschlossen liegt“ [Mockenhaupt 1968: S. 247]. Abgesehen von der christlich geprägten Interpretation des Mönchs spielt die Demut im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; tatsächlich eine wichtige Rolle für den Protagonisten. Durch sie kommt Parzival zurück auf den rechten Weg Gottes und wird Gralskönig. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die beiden Begriffe Hochmut und Demut das Oppositionspaar darstellen, an denen sich die Entwicklung des Protagonisten Parzival auf religiöser Werte-Ebene festmachen lässt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23283</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-14T16:30:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...] sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus Parzivals Hochmut resultiert letztendlich der Ausschluss aus dem höfischen Leben und sein Hass gegen Gott sowie die begangenen Sünden. &lt;br /&gt;
In dieser Situation begegnet Parzival dem Einsiedler Trevrizent, seinem Onkel. Dieser trägt entscheidend dazu bei, dass sich Parzival vom Hochmut befreit. Dies zeigt sich schon am Tadeln des Tragens der Rüstung am heiligen Karfreitag: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hât iuch angestlîcher strît || Zwang euch ein harter Kampf,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in diz harnasch getriben? || diese Rüstung anzulegen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode sît ir âne strît beliben? || Oder habt Ihr nicht gekämpft?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| so stüende iu baz ein ander wât,|| Dann stünd Euch andere Kleidung besser,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| lieze iuch hôchferte rât. (456, 8-12)  || falls Euch nicht die Hoffart blendet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Trevrizent mach Parzival so auf sein hochmütiges Verhalten sowie auf seine Sünden aufmerksam. So wird Parzival bewusst, dass er seine ritterliche Vollendung nicht durch höfisches Verhalten, sondern nur in Verbindung mit Religiosität erreichen kann. Sein Hochmut muss zur Demut werden. &lt;br /&gt;
Denn nur durch Demut kann man Gottes Gnade erhalten und so Erlösung finden, während der Hochmut von Gottes Gnade trennt. Auf diese Erkenntnis hin ändert sich Parzivals Glaubensverlauf und er wird zum demütigen Gottesdiener. Seine innere &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; wird dann in einer demütigen Handlung sichtbar, als er in dreifacher Verbeugung und betend Anfortas mit seiner Frage erlöst: &#039;&#039;sîn venje er viel des endes dar / drîstunt zêrn der Trinitât&#039;&#039; (795, 24f). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Hochmut und Demut sind jeweils eine Sünde und eine Tugend, die in Wolframs Wertesystem eingeordnet werden können. Der Hochmut bildet die Opposition zu Demut. Erkennbar ist der grundsätzlich binäre Aufbau der Begriffe, da sich Sünde und Tugend immer gegenüberstehen und jeweils einen oder mehrere Oppositionspartner haben. Gottes Gnade struktiert diesen Aufbau in der Hinsicht, dass sie von allen Figuren angestrebt wird, jedoch nur durch Tugendhaftigkeit erreichbar ist. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle spielen die Begriffe in Parzivals Glaubensverlauf und der damit verbundenen Wende im Denken Parzivals durch Trevrizent. Zuerst kennzeichnet die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; sein Verhalten und seine Annahme, dass das von ihm angestrebte ritterliche Ideal durch Kämpfen zu erlangen sei. Dabei mangelt es ihm jedoch an religiösem Verständnis und der Demut, durch die der Ritter Gottes Gnade erst wert ist. Mockenhaupt spitzt die Rolle der Demut insoweit zu, dass diese „das allein noch Notwenige [ist], da in ihr die ganze christliche Existenz beschlossen liegt“ [Mockenhaupt 1968: S. 247]. Abgesehen von der christlich geprägten Interpretation des Mönchs spielt die Demut im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; tatsächlich eine wichtige Rolle für den Protagonisten. Durch sie kommt Parzival zurück auf den rechten Weg Gottes und wird Gralskönig. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die beiden Begriffe Hochmut und Demut das Oppositionspaar darstellen, an denen sich die Entwicklung des Protagonisten Parzival auf religiöser Werte-Ebene festmachen lässt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23275</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23275"/>
		<updated>2015-07-14T16:17:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...] sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus Parzivals Hochmut resultiert letztendlich der Ausschluss aus dem höfischen Leben und sein Hass gegen Gott sowie die begangenen Sünden. &lt;br /&gt;
In dieser Situation begegnet Parzival dem Einsiedler Trevrizent, seinem Onkel. Dieser trägt entscheidend dazu bei, dass sich Parzival vom Hochmut befreit. Dies zeigt sich schon am Tadeln des Tragens der Rüstung am heiligen Karfreitag: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hât iuch angestlîcher strît || Zwang euch ein harter Kampf,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in diz harnasch getriben? || diese Rüstung anzulegen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode sît ir âne strît beliben? || Oder habt Ihr nicht gekämpft?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| so stüende iu baz ein ander wât,|| Dann stünd Euch andere Kleidung besser,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| lieze iuch hôchferte rât. (456, 8-12)  || falls Euch nicht die Hoffart blendet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Trevrizent mach Parzival so auf sein hochmütiges Verhalten sowie auf seine Sünden aufmerksam. So wird Parzival bewusst, dass er seine ritterliche Vollendung nicht durch höfisches Verhalten, sondern nur in Verbindung mit Religiosität erreichen kann. Sein Hochmut muss zur Demut werden. &lt;br /&gt;
Denn nur durch Demut kann man Gottes Gnade erhalten und so Erlösung finden, während der Hochmut von Gottes Gnade trennt. Auf diese Erkenntnis hin ändert sich Parzivals Glaubensverlauf und er wird zum demütigen Gottesdiener. Seine innere &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; wird dann in einer demütigen Handlung sichtbar, als er in dreifacher Verbeugung und betend Anfortas mit seiner Frage erlöst: &#039;&#039;sîn venje er viel des endes dar / drîstunt zêrn der Trinitât&#039;&#039; (795, 24f). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-14T16:08:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...] sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus Parzivals Hochmut resultiert letztendlich der Ausschluss aus dem höfischen Leben und sein Hass gegen Gott sowie die begangenen Sünden. &lt;br /&gt;
In dieser Situation begegnet Parzival dem Einsiedler Trevrizent, seinem Onkel. Dieser trägt entscheidend dazu bei, dass sich Parzival vom Hochmut befreit. Dies zeigt sich schon am Tadeln des Tragens der Rüstung am heiligen Karfreitag: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hât iuch angestlîcher strît || Zwang euch ein harter Kampf,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in diz harnasch getriben? || diese Rüstung anzulegen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode sît ir âne strît beliben? || Oder habt Ihr nicht gekämpft?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| so stüende iu baz ein ander wât,|| Dann stünd Euch andere Kleidung besser,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| lieze iuch hôchferte rât. (456, 8-12)  || falls Euch nicht die Hoffart blendet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Trevrizent mach Parzival so auf sein hochmütiges Verhalten sowie auf seine Sünden aufmerksam. So wird Parzival bewusst, dass er seine ritterliche Vollendung nicht durch höfisches Verhalten, sondern nur in Verbindung mit Religiosität erreichen kann. Sein Hochmut muss zur Demut werden. &lt;br /&gt;
Denn nur durch Demut kann man Gottes Gnade erhalten und so Erlösung finden, während der Hochmut von Gottes Gnade trennt. Auf diese Erkenntnis hin ändert sich Parzivals Glaubensverlauf und er wird zum demütigen Gottesdiener. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23210</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23210"/>
		<updated>2015-07-14T14:33:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
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| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...] sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch dieser Hochmut ändert sich durch Parzvials Begegnung mit Trevrizent. Dass Trevrizent entscheidend dazu beiträgt, dass Parzvials Hochmut sich in Demut wandelt, zeigt sich schon am Tadeln des Tragens der Rüstung am heiligen Karfreitag: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hât iuch angestlîcher strît || Zwang euch ein harter Kampf,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in diz harnasch getriben? || diese Rüstung anzulegen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode sît ir âne strît beliben? || Oder habt Ihr nicht gekämpft?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| so stüende iu baz ein ander wât,|| Dann stünd Euch andere Kleidung besser,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| lieze iuch hôchferte rât. (456, 8-12)  || falls Euch nicht die Hoffart blendet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Trevrizent macht Parzival so auf sein hochmütiges Verhalten sowie auf seine Sünden aufmerksam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23189</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23189"/>
		<updated>2015-07-14T14:12:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...] sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23187</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23187"/>
		<updated>2015-07-14T14:11:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...]sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23186</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=23186"/>
		<updated>2015-07-14T14:11:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. Die &#039;&#039;hôchvart&#039; ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Wesenszug Parzvials, sondern er droht dem ganzen Gralsgeschlecht. So auch Anfortas, der ihr sogar zum Opfer gefallen ist: &#039;&#039;der hiez und heizt noch Anfortas. / [...]sîn herzebære nôt, / die hôchvart im ze lône bôt&#039;&#039; (472, 22-26). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Cundr%C3%AEe_-_Figur_des_Wendepunktes&amp;diff=22876</id>
		<title>Diskussion:Cundrîe - Figur des Wendepunktes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Cundr%C3%AEe_-_Figur_des_Wendepunktes&amp;diff=22876"/>
		<updated>2015-07-14T08:47:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo!&lt;br /&gt;
Du könntest den ARtikel [[zusammenspiel äußerer und innerer Schönheit]] hier verlinkten, auch er bezieht sich vor allem auf Cundrîe und die durch sie manifestierte Diskrepanz zwischen äußerer Hässlichkeit und tugendhafter, weiser Innerlichkeit.&lt;br /&gt;
Belacâne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Artikel [[Schönheit und Hässlichkeit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schönheit und Hässlichkeit]] ist bereits verlinkt, wenn du diesen gemeint hast. --[[Benutzer:Annikafroemel|Annikafroemel]] ([[Benutzer Diskussion:Annikafroemel|Diskussion]]) 10:46, 14. Jul. 2015 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Cundr%C3%AEe_-_Figur_des_Wendepunktes&amp;diff=22875</id>
		<title>Diskussion:Cundrîe - Figur des Wendepunktes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Cundr%C3%AEe_-_Figur_des_Wendepunktes&amp;diff=22875"/>
		<updated>2015-07-14T08:46:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo!&lt;br /&gt;
Du könntest den ARtikel [[zusammenspiel äußerer und innerer Schönheit]] hier verlinkten, auch er bezieht sich vor allem auf Cundrîe und die durch sie manifestierte Diskrepanz zwischen äußerer Hässlichkeit und tugendhafter, weiser Innerlichkeit.&lt;br /&gt;
Belacâne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Artikel [[Schönheit und Hässlichkeit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schönheit und Hässlichkeit ]]ist bereits verlinkt, wenn du diesen gemeint hast. --[[Benutzer:Annikafroemel|Annikafroemel]] ([[Benutzer Diskussion:Annikafroemel|Diskussion]]) 10:46, 14. Jul. 2015 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22514</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22514"/>
		<updated>2015-07-13T12:31:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22498</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22498"/>
		<updated>2015-07-13T12:23:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || ritterlichen Taten seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22495</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T12:22:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival meint also, dass Kämpfen allein ausreicht, um Gott zu gefallen und so bitter er Gott, ihm als verdienten Ritter zu helfen: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wart ab er ie ritter holt,  || Wenn er jemals einem Ritter ein freundlichen Herr war,  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gedient ie ritter sînen solt,  || wenn je ein Ritter bei ihm rechten Lohn verdient hat, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ode mac schilt unde schwert    || wenn es möglich ist, mit Schild und Schwert und dazu mit wahrhaft ritterlichen Taten &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîner helfe sîn sô wert. [...] || seiner Hilfe wert zu werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô helfe er, ob er helfen mac. (451, 15-22)  || So soll es sich denn zeigen, ob er helfen kann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Meinung versteckt sich Parzvials Hochmut, denn anstatt sich Gott gegenüber demütig zu zeigen, bittet er ihn um seine gerecht verdiente Hilfe. Ihm fehlt jedoch das demütige Glauben, was sich unter anderem dadurch äußert, dass er an Karfreitag seine Rüstung trägt. Diese steht symbolisch für das Erreichen der Gnade Gottes durch &#039;&#039;strît&#039;&#039; und den von Parzival verfolgten Weg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22477</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T12:06:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: /* Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper,        || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. (472, 1-4)   || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22475</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T12:04:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| unt doch der sêle pardîs  || außerdem auch noch der Seele das Paradies &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bejagen mit schilt und ouch mit sper, || erkämpfen kann mit Schild und Speer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sô was ie rîterschaft mîn ger. || solches Rittertum war immer meine Lust.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
472, 1-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22466</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T11:58:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
unt doch der sêle pardîs &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
bejagen mit schilt und ouch mit sper, &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sô was ie rîterschaft mîn ger. &amp;lt;br/&amp;gt; || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
außerdem auch noch der Seele das Paradies &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
erkämpfen kann mit Schild und Speer - &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
solches Rittertum war immer meine Lust. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beispiel || Beispiel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beispiel || Beispiel&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22462</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22462"/>
		<updated>2015-07-13T11:56:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
unt doch der sêle pardîs &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
bejagen mit schilt und ouch mit sper, &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sô was ie rîterschaft mîn ger.  || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
außerdem auch noch der Seele das Paradies &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
erkämpfen kann mit Schild und Speer - &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
solches Rittertum war immer meine Lust. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T11:53:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! mhd. !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mac rîterschaft des lîbes prîs&lt;br /&gt;
unt doch der sêle pardîs&lt;br /&gt;
bejagen mit schilt und ouch mit sper,&lt;br /&gt;
sô was ie rîterschaft mîn ger. || Wenn Ritterschaft Ehre für den Leib und&lt;br /&gt;
außerdem auch noch der Seele das Paradies&lt;br /&gt;
erkämpfen kann mit Schild und Speer -&lt;br /&gt;
solches Rittertum war immer meine Lust. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22452</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T11:49:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;; und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parzvial und sein Verhältnis zu Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
Am Beispiel des Protagonisten Parzvial soll nun veranschaulicht werden, wie Hochmut und Demut das Schicksal der Figuren beeinflussen. Grundsätzlich scheint sich in Parzivals Glaubenverlauf eine Wende zu vollziehen, die an den Begriffen der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; ihren Drehpunkt hat. &lt;br /&gt;
Entscheidend hierbei ist die Trevrizent-Episode. Bevor Parzvial zu seinem Onkel kommt, lädt er nicht nur [[Parzivals Schuld (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld durch verschiedene Sünden]] auf sich, sondern hat auch ein von Hochmut geprägtes [[Das Gottesbild Parzivals (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gottesbild]]. Folgende Aussage Parzivlas gegenüber Trevrizent zeigt sein Gottesbild genauso wie seinen Hochmut: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Trevrizent_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=22428</id>
		<title>Diskussion:Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-13T11:36:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verbesserungsvorschläge aus der letzten Seminarssitzung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Titel: Man erwartet eigentlich eine Figurenbeschreibung, aber der Artikel beschäftigt sich hauptsächlich mit einer Szene. Deswegen den Artikel vielleicht umbenennen in &amp;quot;Parzivals erste Begegnung mit Trevrizent&amp;quot;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- kleingliedrigere Struktur: Momentan gibt es nur zwei Hauptaspekte. Vielleicht könnte man die in Abstimmung mit dem Titel der Seite noch etwas untergliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einen Artikel zu [[Hochmut und Demut im Parzival]]. Den kannst du bei deinem Zitat von Heinzle gerne verlinken, da das gut passt! (Muss auch noch zustimmen, dass ich eher eine Figurenbeschreibung erwartet habe.) --[[Benutzer:Annikafroemel|Annikafroemel]] ([[Benutzer Diskussion:Annikafroemel|Diskussion]]) 13:36, 13. Jul. 2015 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T11:26:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22407</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T11:26:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1955: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T11:25:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13). Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt zu sein scheint, als von ihm angenommen. Mockenhaupt nämlich setzt die Tugenden &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;stæte&#039;&#039; als Hyperonyme zu den sich dann entfaltenden Begriffen wie &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, &#039;&#039;milte&#039;&#039;, &#039;&#039;helfe&#039;&#039;, mâze&#039;&#039; usw. [Mockenhaupt 1955: vgl. S. 210]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22397</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22397"/>
		<updated>2015-07-13T11:20:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Begrifflichkeiten sind nicht identisch, jedoch lässt sich zwischen &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; eine enge Affinität ausmachen.[Wapnewski 1955: vgl. S. 141] So schlussfolgert Wapnewski, dass „&#039;&#039;diemuot&#039;&#039; und &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; die Formen sind, in denen sich &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; wörtlich und sichtbar äußern“[Wapnewski 1955: S. 141], wobei das Verhältnis zwsichen &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; und &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; hierarchischer geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22343</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T10:06:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22342</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T10:05:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f).[Wapnewski 1955: vgl. zur Einordnung S. 141] &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[* Wapnewski 1955] Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiösität und Form. Heidelberg 1955. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T10:00:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f). &lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt:&lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|keine|zentriert|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T09:59:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f). &lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt. &lt;br /&gt;
[[Datei:SchaubildHochmutDemut1.png|gerahmt|links|Einordnung zu Hochmut und Demut. ]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<updated>2015-07-13T09:52:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). Zuletzt soll noch die &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039; in das System eingeordnet werden. Diese ist der &#039;&#039;hôchvart&#039;&#039; beigeordnet (&#039;&#039;hôchvart mit lôsheite ganz&#039;&#039; 650, 16; &#039;&#039;bewart sîn vor lôsheit. / diemüet ie hochvârt überstreit&#039;&#039; 473, 4f) und schließlich auch ein Gegensatz zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;: &#039;&#039;si kêrt sich niht an lôsheit: / diemout was ir bereit&#039;&#039; (113, 15f). &lt;br /&gt;
Zusammenfassend ergibt sich folgendes Schaubild, das Hochmut und Demut im Verhältnis zu anderen Tugenden und Sünden zeigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T09:16:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] Als eine aus der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; entstehende Tugend wird die Demut auch dargstellt, als die Fürstin von Brabant und zukunftige Ehefrau Loherangrins beschrieben wird: &#039;&#039;daz si mit rehter kiusche warp: / &#039;&#039;[…] &#039;&#039;ir diemuot was sô grôz&#039;&#039; (824, 7-12). Folgerichtig muss der Hochmut einen Gegensatz zur &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; bilden, wie sich in folgender Textstelle zeigt, als Parzival aufgrund seines Hochmuts von Trevrizent getadelt wird: &#039;&#039;daz ir der kiusche bræchet tugent. / hôchvart ie seic unde viel&#039;&#039; (472, 16f). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22291</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T08:57:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben. Dieses binäre Oppositionspaar lässt sich nur durch Ergänzungen auf beiden Seiten ausreichend in das Wertesystem Wolframs einordnen. Hinzu kommen die Begriffe der &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; sowie &#039;&#039;lôsheit&#039;&#039;. Die &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verhält sich zwar nicht kongruent zur &#039;&#039;diemuot&#039;&#039;, jedoch resultieren aus der inneren &#039;&#039;kiusche&#039;&#039; verschiedene Tugenden wie &#039;&#039;demout&#039;&#039;, &#039;&#039;bescheidenheit&#039;&#039;, &#039;&#039;mâze&#039;&#039; (171, 1-13).[Mockenhaupt 1968: vgl. S. 210] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mockenhaupt 1968] Mockenhaupt, Benedikt: Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach. 2. unverän. Auflage. Darmstadt 1968. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T08:42:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht von der Überwindung des Hochmuts durch Demut: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=22282</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-13T08:41:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung in das Wertesystem Wolframs == &lt;br /&gt;
Großteile dieser allgemeinen Definitionen finden sich auch im Wertesystem des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Zuerst soll die Opposition, in der die beiden Begriffe stehen, belegt werden. [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] spricht vin der Überwindung des Hochmuts: &#039;&#039;diemüete ie hochvârt überstreit&#039;&#039; (473, 4); und auch Anfortas stellt die Begriffe in einem autobiographischen Zusammenhang gegenüber, denn auch er hat den Hochmut überwunden und hat sich zu Demut und dem Gottes Dienst entschlossen: &#039;&#039;die&#039;&#039; [Gralskrone] &#039;&#039;hât mir hochvârt verlorn: / nu hân ich diemout mir rekorn&#039;&#039; (819, 19f). Wichtig ist hier außerdem, dass die &#039;&#039;diemuot&#039;&#039; sich in Anfortas Rede in unmittelbarer Nähe zu &#039;&#039;dienstlicher mout&#039;&#039; (819, 17) befindet und sich dadurch eine semantische Verbindung ergibt. Demut ist auch bei Wolfram ein Sich-in-Gottes-Dienst-Begeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Cundr%C3%AEe_und_Belac%C3%A2ne_-_scheinbar_fremde_Figuration_im_%22Parzival%22&amp;diff=21387</id>
		<title>Diskussion:Cundrîe und Belacâne - scheinbar fremde Figuration im &quot;Parzival&quot;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Cundr%C3%AEe_und_Belac%C3%A2ne_-_scheinbar_fremde_Figuration_im_%22Parzival%22&amp;diff=21387"/>
		<updated>2015-07-09T17:27:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zu Belakanes Fremdheit in Bezug auf ihre Beziehung zu Gahmuret hätte ich hier ein Zitat aus &amp;quot;Gahmurets Orientfahrt&amp;quot; von Holger Noltze, das vielleicht Anstoß oder auch Möglichkeit zur Abgrenzung der im folgenden genannten Position gibt: &lt;br /&gt;
&amp;quot;Gahmurets Beziehung zur Mohrenkönigin Belakane hat Alfred Ebenbauer vor dem Hintergrund einer Kontinuität des Mohrenbildes in der literarischen Tradition untersucht. [...] Gahmurets Verhalten erklärt sich für Ebenbauer aus einem (traditionallen) rassistischen Vorurteil gegenüber den Dunkelhäutigen, Belakanes Unsicherheit vor der ersten Begegnung mit dem hellhäutigen Ritter als &amp;quot;Rassenkomplex&amp;quot; (S.16 f.). Der Abwehr des Andersartigen tritt dann jedoch dessen Reiz an die Seite: &amp;quot;Gahmuret erliegt [...] der erotischen Ausstrahlung dieser Frau&amp;quot; (S.18). Weil in dieser Beziehung &amp;quot;der sinnlich-erotische Bereich dominiert&amp;quot; (S.22), läßt sich Gahmurets Flucht als bald sich einstellende &amp;quot;Eheunlust&amp;quot; (S. 21), seine nachträglichen Erklärungen in Buch ll als Ausdruck eines schlechten Gewissens (S. 23) deuten. - Daß in der Belakane-Episode bereits Klischees von der besonderen &amp;quot;erotischen Aktivität schwarzhäutiger Menschen&amp;quot; (S.41) wirksam sind, ist ein wichtiger Aspekt, wobei die weiteren (explizit  auch die symbolischen) Implikationen der Orientelmente (auch der bemerkenswerte Akt von Belakanes &amp;quot;Tränentaufe&amp;quot;) jedoch unbeachtet bleiben.&amp;quot; (27/28). &lt;br /&gt;
-&amp;gt; Noltze zitiert hier aus: Alfred Ebenbauer: &#039;Es gibt ain mörynne vil dick susse mynne&#039;. Belakanes Landsleute in der deutschen Literatur des Mittelalters. ZfdA 113 (1984) S.16-42.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:ParzivalS|ParzivalS]] ([[Benutzer Diskussion:ParzivalS|Diskussion]]) 15:46, 11. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Dank für den Input! Damit kann ich sicherlich auf in Hinblick auf den Verlassens-Komplex Gahmurets etwas anfangen :)&lt;br /&gt;
Viele Grüße --[[Benutzer:AnMar|AnMar]] ([[Benutzer Diskussion:AnMar|Diskussion]]) 17:08, 11. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hey, ich habe gerade gesehen, dass du auf meinen Artikel zu Cundrîe verlinkt hast. Es gibt aber noch einen Artikel: ([[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]]. Dieser ist allgemeiner gehalten. Vielleicht ist die Verlinkung auf diesen überblickgebenden Artikel sinnvoller, da ich bei [[Cundrîe - Figur des Wendepunktes]] schon eher auf ihre Funktion eingehe. --[[Benutzer:Annikafroemel|Annikafroemel]] ([[Benutzer Diskussion:Annikafroemel|Diskussion]]) 19:27, 9. Jul. 2015 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Annikafroemel&amp;diff=21359</id>
		<title>Benutzer:Annikafroemel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Annikafroemel&amp;diff=21359"/>
		<updated>2015-07-09T13:28:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;-&#039;&#039;&#039; - &#039;&#039;-&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artikel im SoSe 2015 ==&lt;br /&gt;
[[Cundrîe - Figur des Wendepunktes]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parcival&amp;quot;]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hochmut und Demut im Parzival]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Annikafroemel&amp;diff=21357</id>
		<title>Benutzer:Annikafroemel</title>
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		<updated>2015-07-09T13:27:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;-&#039;&#039;&#039; - &#039;&#039;-&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artikel im SoSe 2015 ==&lt;br /&gt;
[[Cundrîe - Figur des Wendepunktes]]&lt;br /&gt;
[[Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parcival&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
[[Hochmut und Demut im Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-09T13:22:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-09T13:21:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Begriffe Hochmut und Demut ==&lt;br /&gt;
=== Demut ===&lt;br /&gt;
Demut ist eine Tugend, die der apostolisch-christlichen Tradition entspringt und nicht antiken Ursprungs ist. Die für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; zeitlich noch relevante Definition stammt von Augustinus von Hippo, der die Demut als „Zurücknahme der eigenen Person im Bewusstsein ihrer Sündhaftigkeit“[Philosophisches Wörterbuch 2009: S. 154] beschreibt. Sie äußert sich im unbedingten Gehorsam gegenüber Gott und gilt als die christliche Haupttugend und Grundlage aller weiteren Tugenden.[Philosophisches Wörterbuch 2009: vgl. S. 154] Etymologisch geht die Demut auf die lateinische Humilitas zurück, deren Grundbedeutung ,dem Boden nahe, niedrig‘ ist. Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wird sie mit den Begriffen &#039;&#039;diemuot, diemüete&#039;&#039; oder &#039;&#039;dêmuot&#039;&#039; bezeichnet und steht dem Hochmut gegenüber. Nach Matthias Lexer ist die mittelhochdeutsche Demut auch mit Herablassung, Milde und Bescheidenheit zu übersetzen sowie Gottesdienst und geistliche Amtspflicht.[Lexer: vgl. S. 30]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=== Hochmut === &lt;br /&gt;
Der Hochmut wird zu der Demut schon in der jüdischen Bibel in Opposition gestellt. Der Begriff &#039;&#039;hochvârt&#039;&#039; oder &#039;&#039;hochverte&#039;&#039; bezeichnet das semantische Gegenteil zur Demut und wird von Matthias Lexer mit Stolz und Übermut angegeben.[Lexer: vgl. S. 93] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[* Philosophisches Wörterbuch 2009] Philosophisches Wörterbuch (Begr. von Heinrich Schmidt, hrsg. von Martin Gessmann): Demut. 23. Auflage. Stuttgart 2009, S. 154. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Johann_Jakob_Bodmers_%22Parcival%22&amp;diff=21353</id>
		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-09T12:27:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption&amp;lt;ref&amp;gt;Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&amp;lt;/ref&amp;gt; als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen, der unter anderem als Dichtungstheorem der rationalistischen Dichtung Bodmers das Interesse des Lesers hervorrufen soll. Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rezeption]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Johann_Jakob_Bodmers_%22Parcival%22&amp;diff=21349</id>
		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-09T12:06:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption&amp;lt;ref&amp;gt;Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&amp;lt;/ref&amp;gt; als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen: ...  Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rezeption]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-09T12:05:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&amp;lt;/ref&amp;gt; beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen: ...  Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rezeption]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Johann_Jakob_Bodmers_%22Parcival%22&amp;diff=21347</id>
		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-09T12:05:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland &amp;lt;ref&amp;gt;Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&amp;lt;/ref&amp;gt; beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen: ...  Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rezeption]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Johann_Jakob_Bodmers_%22Parcival%22&amp;diff=21346</id>
		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-09T12:03:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&amp;lt;ref/&amp;gt; beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen: ...  Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rezeption]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Cundr%C3%AEe_-_Figur_des_Wendepunktes&amp;diff=21345</id>
		<title>Cundrîe - Figur des Wendepunktes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Cundr%C3%AEe_-_Figur_des_Wendepunktes&amp;diff=21345"/>
		<updated>2015-07-09T12:01:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Die Gralsbotin Cundrîe]] tritt an einer zentralen Stelle im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf und überbringt Parzival eine Botschaft, die ihn in den Gotteshass und den Hintergrund der Handlung stößt. Hier soll aufgezeigt werden, dass die Figur der Cundrîe als Botin der Gralsgesellschaft eine wesentliche Rolle im Rahmen der gesamten Dichtung einnimmt, da sie den Wendepunkt in Parzivals Lebensweg zum Gralskönig markiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Voraussetzungen ==&lt;br /&gt;
=== Wer ist Cundrîe? ===&lt;br /&gt;
Cundrîe la surziere ist die Botin der Gralsgesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Hierbei sei auf folgende ausführliche Artikel verwiesen: [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Die Gralsbotin Cundrîe]] sowie [[Schönheit und Hässlichkeit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schönheit und Hässlichkeit]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihr erster Auftritt ist am Artushof, während sie Parzival, der gerade mit Artus und seinem Hof an der Tafelrunde Platz genommen hat, eine Botschaft von der Gralsburg überbringt – und dass zu einem Zeitpunkt, der mit Verweis auf den Inhalt jener Botschaft nicht schlimmer hätte sein können. Denn nachdem Parzival auf seiner aventiure dem Artushof immer wieder von seinen Taten berichten lässt, ist er nach seiner Ankunft dort in den ritterlichen Kreis aufgenommen und so &#039;&#039;nam sîn werdekeit dâ lôn&#039;&#039; (309,17)&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben stammen aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text. Nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. 2. Auflage. Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;. Mitten in dieses höfische Fest, bricht nun Cundrîe mit ihrer Nachricht, die &#039;&#039;tet vil liuten leit&#039;&#039; (312, 5). &lt;br /&gt;
Noch bevor die Botschaft wiedergegeben wird, erfährt man von Cundrîes außergewöhnlicher Gelehrsamkeit und ihrer magischen Fähigkeit sowie von ihrem tierähnlichen Aussehen.  Diese abstoßende Hässlichkeit passt zwar zur Botschaft und der darauf folgenden Katastrophe für Parzival, jedoch nicht zur eigentlich so vornehmen Gralsgesellschaft. Erst später gibt Wolfram eine Art Rechtfertigung für ihr fremdes Aussehen, denn sie und ihr Bruder Malcrêature waren ein Geschenk der indischen Königin Secundille an Anfortas (519, 2 - 26). &lt;br /&gt;
Hier soll jedoch nicht die sehr detaillierte Beschreibung der Hässlichkeit Cundrîes im Vordergrund stehen, sondern weshalb sie dadurch überhaupt erst die Voraussetzungen für eine Botin erfüllt und somit zu dieser wichtigen Figur werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Äußere Hässlichkeit und innere Schönheit ===&lt;br /&gt;
Trotz ihrer äußeren Hässlichkeit beweist sie &#039;&#039;triuwe&#039;&#039;, &#039;&#039;zuht&#039;&#039; und &#039;&#039;herzen riuwe&#039;&#039; (318, 9ff). Durch die Betonung dieser inneren Werte und zeigt sie dementsprechend auch die eigentliche Trivialität der äußerlichen Schönheit auf. „Ihr äußergewöhnliches Erscheinungsbild steht in ausdrücklicher Beziehung zu Parzvials innerer Unvollkommenheit“. [Bolta 2012: S. 56.] Diese Gegensätzlichkeit spricht Cundrîe direkt an: &#039;&#039;ich dunke iuch ungehiure, / und bin gehiurer doch dann ir.&#039;&#039; (315, 24f.). Im Kontext der Szenerie an der Tafelrunde wertet sie dadurch schon implizit Parzival ab und sich selbst auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Cundrîe als Botin ===&lt;br /&gt;
Als Botin hat Cundrîe außerdem eine Art Zwischenstellung. Zwar ist sie beispielsweise durch das sichtbare Gralswappen auch dem Gral zugeordnet, dennoch ist sie bei den verschiedenen Handlungen in der Gralsburg nie anwesend. Sie scheint sich im Gegensatz zu den anderen Frauen, die wegen drohender Minne die Gesellschaft der Gralswelt nicht verlassen dürfen, kaum auf der Burg aufzuhalten. Sie hebt sich durch ihr Aussehen so negativ von den anderen Frauen ab, dass sogar ausdrücklich gesagt wird, dass für sie niemand kämpfen würde. Als Frau besteht außerdem nicht die Verlockung der aventiure und somit sind die Hässlichkeit und Weiblichkeit – die sie in einen starken Kontrast zu Parzival stellt – unabdingbare Voraussetzungen für die Figur, die einen Wendepunkt herbeiführen kann. &lt;br /&gt;
Die innere Schönheit durch ihr Wissen, dass sich in der Kenntnis mehrerer Sprachen und der artes liberales äußert, steht ebenfalls dem geistig immer noch unerfahrenem Parzival gegenüber. Hinzu kommt, dass ihre Funktion auf Kommunikation aufgebaut ist, für die die Sprachen wichtig sind. Die Tatsache, dass sie Parzival über seine Eltern, [[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]] und den Brudermord an [[Ither (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Ither]] aufklärt, lässt außerdem auf ihre Kenntnis über die alles durchziehenden [[Verwandtschaftsbeziehungen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Verwanschaftsverhältnisse]] schließen, was ihr eine übergeordnete Sicht ermöglicht. &lt;br /&gt;
Wolfram lässt hier also eine Figur entstehen, die in jeglicher Hinsicht auf ihre Aufgabe den Wendepunkt zu markieren passend ist. Denn sie ist nicht nur eine kompetente Botin, sondern auch so gegensätzlich in Bezug auf Parzival, dass nur sie die Voraussetzungen erfüllt. Eine solche Szene kann nicht ohne eine starke und extreme Figur funktionieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wendepunkt durch Cundrîes Botschaft ==&lt;br /&gt;
An der Tafelrunde sitzend hat Parzival sich den Wunsch erfüllt Ritter zu werden und in Artus&#039; Tafelrunde aufgenommen zu werden. Der Weg dorthin ist allerdings durchzogen mit „unbeabsichtigter und unbewusster Schuldverstrickung“. [Sieburg 2010: S. 153.] Dazu lässt sich nach Sieburg schon das durch seine Mutter veranlasste Töten der Vögel zählen sowie die Entehrung der Jeschutes, die Tötung Ithers und die [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|nicht gestellte Erlösungsfrage auf der Gralsburg]]. [Sieburg 2010: vgl. S. 153.]&lt;br /&gt;
Die Tragik hierbei ist das mangelndes Bewusstsein Parzivals über seine Vergehen. Cundrîe überbringt mit der Botschaft und der Verfluchung Parzivals am Ende auch die schockartige Bewusstwerdung seiner Schuld. Nach dieser Szene ändert sich die Erzählstruktur des Romans: Die Perspektive geht über zu Gawan und dessen aventiure (338, 1-4), während Parzival durchs Land zieht und sich seinem einsetzenden Gotteshass hingibt (331, 1-8). Er taucht nur noch am Rande der Haupthandlung durch kurze Verweise auf einen roten Ritter auf. &lt;br /&gt;
Cundrîe markiert also einerseits für die Figur Parzivals einen Wendepunkt durch die Bewusstwerdung der Schuld sowie seiner Identität. Andererseits zeigt sich der Wendepunkt im Gesamtzusammenhand der Erzählstruktur wieder, die sich nun nach einem zweiten Protagonisten richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit – Warum gerade eine solche Figur für Wendepunkt? ==&lt;br /&gt;
Die Figur der Cundrîe ist gekennzeichnet durch ein tierähnliches, hässliches Aussehen sowie ihre Gelehrsamkeit und ihre Heilkünste. Auf mehreren Ebenen steht sie damit in Kontrast zu Parzival – gerade im Moment des Wendepunktes, da es Parzival zu diesem Zeitpunkt noch an innerer Schönheit mangelt. &lt;br /&gt;
Doch auch wenn man Cundrîe nicht unter dem oppositionellen Aspekt bezüglich Parzival untersucht, ist sie eine starke und exotische Figur in der mittelalterlichen literarischen Welt. Allein um ihrer Aufgabe als Botin gerecht zu werden, hat sie zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen, was ihr durch ihre Exotik und Einzigartigkeit gelingt. &lt;br /&gt;
Der Wendepunkt des Romans, der Gawan in die Rolle des Protagonisten schiebt und Parzival zurück auf eine psychische und physische Reise schickt, braucht eine außergewöhnliche Drehachse, welche in Cundrîe ihre Personifikation findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick ==&lt;br /&gt;
Zuletzt soll darauf hingewiesen werden, dass Cundrîe nicht nur zentral für den Wendepunkt des Romans ist, sondern sie überbringt eine weitere Botschaft, die das Ende einleitet und ebenfalls &#039;&#039;für hôhiu mære&#039;&#039; gilt: Sie verkündet während eines Festes zu Ehren Feirefiz&#039; die Berufung Parzivals zum Gralskönig. Wieder informiert sie ihn über seine Familienverhältnisse, denn seine Gattin Condwiramurs hat inzwischen Zwillinge geboren. Oppositionell zur ersten Botschaft überbringt sie nun die freudigste Botschaft schlechthin. Dass die beiden Szenen miteinander zu verknüpfen sind, macht auch Parzivals Vergleich deutlich, indem er sagt: done wasez et dennoch niht mîn heil: &#039;&#039;nu gebt ir mir sô hôhen teil&#039;&#039; (783, 15f.). &lt;br /&gt;
Man kann in diesem Zusammenhang sogar von zwei Wendepunkten sprechen, die vor allem in Bezug auf Parzival seinen Lebensweg entscheidend verändern und sich dabei beide Male um Cundrîe wenden. Nochmals ist herauszustellen, wie wichtig diese Figur für die Strukturierung der Erzählung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Sieburg 2010] Siegburg, Heinz: Literatur des Mittelalters. Berlin 2010. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Bolta 2012] Bolta, Eva: Der chimärische Hybridkörper im Artusroman, in: (De)formierte Körper, Die Wahrnehmung und das Andere im Mittelalter, Göttingen 2012. &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzählstruktur|Kategorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Hochmut_und_Demut_im_Parzival&amp;diff=20715</id>
		<title>Hochmut und Demut im Parzival</title>
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		<updated>2015-07-05T10:47:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: Die Seite wurde neu angelegt: „Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hochmut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Demut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in Wolframs &amp;#039;&amp;#039;Parzvial&amp;#039;&amp;#039; zum Ziel.  Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel hat die Analyse der Begriffe &#039;&#039;&#039;Hochmut&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Demut&#039;&#039;&#039; in Wolframs &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; zum Ziel. &lt;br /&gt;
Dabei sollen die Begriffe erklärt werden und am Protagonist Parzvial veranschaulicht werden.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parzival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-01T14:34:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: Annikafroemel verschob die Seite Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parzival&amp;quot; nach Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parcival&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parcival&amp;quot;]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
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		<updated>2015-07-01T14:34:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: Annikafroemel verschob die Seite Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parzival&amp;quot; nach Johann Jakob Bodmers &amp;quot;Parcival&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen: ...  Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rezeption]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Cundr%C3%AEe_und_Belac%C3%A2ne_-_scheinbar_fremde_Figuration_im_%22Parzival%22&amp;diff=20542</id>
		<title>Cundrîe und Belacâne - scheinbar fremde Figuration im &quot;Parzival&quot;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Cundr%C3%AEe_und_Belac%C3%A2ne_-_scheinbar_fremde_Figuration_im_%22Parzival%22&amp;diff=20542"/>
		<updated>2015-07-01T14:16:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und wird laufend überarbeitet.&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier soll ein Artikel entstehen, der sich mit Cundrîe und Belacâne als &amp;quot;fremde&amp;quot; Figuren beschäftigt. Wie werden sie dargestellt? Ähnlich oder verschieden? Und welche Rolle spielt die kulturell-religiöse Zugehörigkeit und der möglich Übertritt in die christliche Welt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Analyse=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belacâne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram beschreibt Gahmurets Anladen im Königreich von Belacâne. Die Beschreibung der Heidin ist schon anfangs von christlichen Attributen geprägt. So trauert sie um ihren toten Geliebten Isenhart und führt seinetwegen eine Racheschlacht. Gahmuret kommt ihr zu Hilfe, sie verliebt sich in ihn und verschreibt sich und ihr Reich dem christlichen Ritter. Belacâne wird weiter als sehr schön beschrieben und auch als sehr gebildet, denn sie kann den auf französisch geschriebenen Abschiedsbrief Gahmurets ohne Probleme lesen. Sie scheint also schon Kontakt mit der französischen Gesellschaft vorweisen zu können. In dem Kontext dieser Szenen ist auffällig, dass vorrangig Gahmuret als Fremder in der heidnischen Kultur beschrieben wird und nicht die dunkelhäutige Gesellschaft als fremd abgewertet wird. Durch diesen Perspektivumschwung - also nicht mehr die Konzentration auf Gahmuret, sondern die Kontextualisierung mit dem Hof von Zazamanc - wird ermöglicht Gahmurets heimlichen Abschied nicht zu verurteilen: Denn es ist leicht nachzuvollziehen, dass er sich entscheidet fortzugehen, wenn er sich fremd fühlt. Das Fremde ist hier also nicht wie vermutet die fremde Kultur, also Belacâne, sondern Gahmuret.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Cundrîe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Cundrîe - Figur des Wendepunktes|Cundrîe]] wird als sehr ungewöhnliche, dunkle und hässliche Heidin beschrieben. Sie verflucht Parzival, nachdem er auf der Gralsburg die Frage nach Anfortas&#039; Wohlergehen nicht gestellt hat. Dabei ist sie nach Sigune die zweite Frau, die ihm seinen Fehltritt vorwirft, der für Parzival erst durch [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] ersichtlich wird.&lt;br /&gt;
Cundrîe wird zwar bei ihrem ersten Auftreten ausführlich beschrieben, allerdings geht Wolfram erst beim Auftritt ihres Bruders Malcrêatiure als Gâwâns Knappe auf die Herkunft der Geschwister ein. Auch Cundrîe ist nun keine alleinstehende Figur mehr, denn mit Malcrêatiure hat Wolfram sie zwar nicht in die Genealogie der beiden großen Familien aufgenommen, beschreibt aber eine komplexe Herkunftsgeschichte (Vgl. 517, 14 - 519, 1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literaturverzeichnis=&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: [[Das Bild der Frau im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]],[[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]], [[Die Beziehung zwischen Gahmuret und Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]], [[Âventiure und Ehe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]]--[[Benutzer:MorgaineMK|MorgaineMK]] ([[Benutzer Diskussion:MorgaineMK|Diskussion]]) 19:36, 10. Jun. 2015 (CEST).&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Johann_Jakob_Bodmers_%22Parcival%22&amp;diff=20348</id>
		<title>Johann Jakob Bodmers &quot;Parcival&quot;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Johann_Jakob_Bodmers_%22Parcival%22&amp;diff=20348"/>
		<updated>2015-06-29T10:04:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Annikafroemel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die literarische Rezeption des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; in Deutschland beginnt im Jahre 1753 mit Johann Jakob Bodmer. Hier soll untersucht werden, welchen Schwerpunkt Bodmer in seiner Nachdichtung legt und inwieweit sich dies für die gesamte Parzival-Rezeption als prägend erweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Johann Jakob Bodmer veröffentlicht &#039;&#039;Der Parcival ein Gedicht in Wolframs von Eschilbach Denkart eines Poeten aus den Zeiten Kaiser Heinrichs VI.&#039;&#039; im Jahre 1753. Dieses Gedicht ist eine stark kürzende Fassung, die vor allem auf den Büchern 5, 9, 15 und 16 des Wolframschen &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; aufbaut. &lt;br /&gt;
Er überträgt Teile des Werks in neuhochdeutsche Hexameter, aufgrunddessen man von einer „Homerisierung Wolframs“ [Dallapiazza 2009: S. 145] spricht, die dem damaligen Zeitgeist entspricht. Die Nachdichtung markiert damit einen Berührungspunkt mehrerer Epochen: das epische Versmaß entstammt der Antike, der Inhalt ist eine mittelalterliche Erzählung und die verwendete Sprache ist modern in Bodmers historischem Kontext. Trotzdem konnte Bodmer mit seiner Nachdichtung nur wenig Begeisterung für den &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; wecken, da es beispielsweise kaum öffentliche Reaktionen hervorgerufen hat.[Debrunner 1996: vgl. S. 110]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhalt und Aufbau ===&lt;br /&gt;
In der Vorrede erklärt Bodmer, dass es sich bei seinen Veränderungen ausschließlich um Weglassungen episodischer Stücke handelt. Der &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; gliedert sich dann in den ersten und den zweiten Gesang. Im ersten Gesang wird Parzivals Besuch auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralsburg]] und seine zweite Begegnung mit [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Im zweiten Gesang wird kurz von Parzivals Heldentaten berichten sowie von seinem Aufenthalt bei Trevrizent, dem Kampf mit Feirefiz und dem Zusammentreffen mit Artus. Der Gesang endet wie bei Wolfram mit der Berufung Parzivals zum Gralskönig durch Cundrie und dem dortigen Wiedersehen mit Condwiramur und seinen Söhnen, jedoch ohne die Taufe und Heirat Feirefiz&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerpunktverschiebung hin zum Gral ===&lt;br /&gt;
Bodmer rechtfertigt diese Kürzungen durch das übergeordnete Ziel einer einheitlichen Handlung: Da sich im mittelhochdeutschen Text die Begebenheit durchkreuzen, wie er sagt, nimmt er starke Kürzungen zugunsten einer Haupthandlung ohne Unterbrechungen vor. &lt;br /&gt;
Dadurch fällt nicht nur die gesamte Gawan-Handlung weg, sondern auch der Artushof tritt nur einmal auf. Übrig bleibt nur die Geschichte um den Gral, und es geht „Bodmer fast ausschließlich um den Gral“ [Dallapiazza 2009: S. 145], wie auch Dallapiazza schlussfolgert. Die Schwerpunktverschiebung macht sich auch bei den einzelnen Episoden deutlich, da z.B. auch beim Gespräch mit Trevrizent die Aufklärung über den Gral im Vordergrund steht und nicht die Auseinandersetzung Parzvials mit Gott und seinen begangenen Sünden. Der Gral ist in Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; kein Stein, sondern ein grünes Behältnis, das die Wurzel des Lebens ist. &lt;br /&gt;
Offensichtlich hat das Geschehen um den Gral Bodmer sehr beeindruckt [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 32]. Dabei ist der Begriff des ‚Wunderbaren‘ bei den Schweizern hinzuziehen: ...  Somit symbolisiert der Gral für Bodmer „das Göttliche, das Wunderbare, Wahre, das Neue“[Wasielewski-Knecht 1993: S. 35], wodurch sich also der Fokus auf den Gral erklären lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit zum &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
Es zeigen sich antike und aufklärerische Einflüsse in der sprachlichen Ausgestaltung der Nachdichtung sowie in der Auswahl der Episoden. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Außerdem überwiegt in der Erzählung der Bereich des Grals und, was damit zu erklären ist, dass Bodmer ‚das Wunderbare‘ in Form des Grals besonders reizt. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 38] Um eine einheitliche Handlung zu schaffen, lässt Bodmer alle Teile, die nichts mit dem Gral zu tun haben, weg und reduziert die eigentlich komplexe Handlungsstruktur des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; auf nur eine Ebene – und zwar die des Grals. &lt;br /&gt;
Wichtig ist, dass Bodmer durch seine rezipierende Nachdichtung des &#039;&#039;Parzvial&#039;&#039; sowie durch seine weiteren Bemühungen das Mittelalter zu glorifizieren, ein Wegbereiter für die Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik war, indem er es überhaupt wieder zugänglich gemacht hat.[Buschinger 2007: vgl. S. 7]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick: Ist Bodmers &#039;&#039;Parcival&#039;&#039; prägend für spätere Rezeptionen? ==&lt;br /&gt;
Als erste literarische Rezeption nimmt die Nachdichtung von Bodmer auf doppelte Weise eine besondere Stellung ein. Einerseits ist sie der Beginn einer Neuentdeckung des Mittelalters und eine erste Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;. Andererseits ist die Frage zu stellen, inwieweit sich die rezeptionelle Interpretation Bodmers in Hinblick auf seine Schwerpunktsetzung auch auf spätere Rezeptionen ausgewirkt hat. &lt;br /&gt;
Dazu gibt Wasielewski-Knecht eine zusammenfassende Auswertung der gesamten Parzvial-Rezeption. Trotz der vielen und sehr unterschiedlichen Rezeptionen bis hin in die Gegenwart, lässt sich in den inhaltlichen Strukturen immer wieder ein und derselbe Stoff erkennen: Das Geschehen um Parzival als Protagonisten und den Gral, zwar mit unterschiedlichen Rahmenhandlungen, jedoch ähneln sie sich in der Kernaussage, wie Wasielewski-Knecht zusammenfasst. [Wasielewski-Knecht 1993: vgl. S. 305]&lt;br /&gt;
Deshalb lässt sich sagen, dass Bodmer sich mit seiner Schwerpunktsetzung auf spätere Rezeptionen auswirkt. Dennoch ist zuletzt die kritische Frage zu stellen, ob eher die Mystik und das Wunderbare des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Grals]] der Grund für die häufige Fokussierung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
Hierbei sei auf folgenden Artikel verwiesen, der einen allgemeinen Überblick über die Rezeption des &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; gibt: [[Die Rezeption des &amp;quot;Parzival&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellennachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Buschinger 2007] Buschinger, Danielle: Das Mittelalter Richard Wagners, Würzburg 2007.  &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Debrunner 1996] Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Zeitalter. Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert. Würzburg 1996. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wasielewski-Knecht 1993] Wasielewski-Knecht, Claudia: Studien zur deutschen Parzival-Rezeption in Epos und Drama des 18. - 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. 1993. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Annikafroemel</name></author>
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