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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-17T10:52:24Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24977</id>
		<title>Der Rosengarten zu Worms (A) — Übersetzung</title>
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		<updated>2016-11-26T16:32:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Antonia20: /* Übersetzung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Bemerkung= &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite erarbeiten Teilnehmer des [[Seminar:Proseminar &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;|Proseminars &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;]] eine eigenständige Übersetzung des Rosengartens ins Neuhochdeutsche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Übersetzung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Strophe !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;| Rosengarten (A)&amp;lt;ref&amp;gt;nach [Holz 1982]&amp;lt;/ref&amp;gt; !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 1 || Ein stat lit an dem Rine, diu ist so wünnesam / &amp;lt;br &amp;gt; und ist geheizen Wormze. sie weiz noch manec man.&amp;lt;br /&amp;gt; darinne saz ein recke, der hete stolzen muot: &amp;lt;br  /&amp;gt; er war geheizen Gibeche un was ein künec guot || Eine Stadt liegt am Rhein, welche sehr schön ist und Worms heißt. Jedermann kennt sie. Dort gab es einen stolzen Helden, der Gibeche hieß und ein mächtiger König war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 2 ||Der hete bi siner vrouwen dri süne hochgeborn &amp;lt;br  /&amp;gt; und ouch ein schoenez megedin. durch die wart verlorn &amp;lt;br/&amp;gt; manec küener degen so man uns von in seit &amp;lt;br /&amp;gt; Kriemhilt was si geheizen, diz keiserliche meit. || Dieser hatte seiner Gattin drei adelige Söhne und ein Mädchen (eine Jungfrau) geschenkt. Durch sie gingen, wie man sagt, schon einige mutige Krieger verloren. Dieses königliche Mädchen hieß Kriemhilt.  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 3 || Sie begunde vrien ein stolzer wigant, &amp;lt;br / &amp;gt; der was geheizen Sivrit, ein helt ûz Niderlant. &amp;lt;br /&amp;gt; der pflac sô grozer sterke, daz er die lewen vienc &amp;lt;br /&amp;gt; und sie mit den zegeln über die mûren hienc. || Ein stolzer Kämpfer wollte sie heiraten, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Sivrit genannt wurde, ein Held vom Niederrhein. &amp;lt;br /&amp;gt; Dieser hatte eine so große Kraft, dass er Löwen fing &amp;lt;br /&amp;gt; und sie an den Zügeln über die Mauern hielt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 4 || Dô wart ir von dem Berner wunders vil geseit. &amp;lt;br /&amp;gt; si gedâhte ir manege liste, diu keiserlîche meit,  &amp;lt;br /&amp;gt; wie si ze samene braehte die zwêne küenen man, &amp;lt;br /&amp;gt; durch daz man saehe, von welhem daz beste würde getân. || Da wurden ihr von dem Berner viele Heldentaten erzählt. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit ihrem scharfen Verstand überlegte sich die kaiserliche Jungfrau, wie sie  &amp;lt;br /&amp;gt; die zwei tapferen Männer zusammen bringen könnte, um zu sehen &amp;lt;br /&amp;gt; wer der bessere sein würde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 11 || Dô sprach der helt Walther, ein küener degen guot: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;solhe wiedertrutze durch iuweren übermuot &amp;lt;br /&amp;gt; enpietet ir rîchen künegen, die iu sint unbekannt? &amp;lt;br /&amp;gt; man vünde noch snelle helde, die vüeren durch diu lant, || Da sprach der Held Walther, ein kühner und ehrenhafter Krieger: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Seid ihr so hochmütig, mächtigen Königen, die ihr nicht einmal &amp;lt;br /&amp;gt; kennt, eine solche Herausforderung zu unterbreiten? &amp;lt;br /&amp;gt; Man fände schnell allerhand Ritter, die durch das Land zögen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 12 ||Die wol getörsten vehten vor künegen hôchgemuot. &amp;lt;br /&amp;gt; Gevrieschen&#039;z die Wülfingen, ez diuhte sie niemer guot &amp;lt;br /&amp;gt; her Dietrîch von Berne und sîne dienestman, &amp;lt;br /&amp;gt; die hânt bî unsern zîten daz beste ie getân. || doch nur die Dümmsten sind stolz vor Königen zu kämpfen. &amp;lt;br /&amp;gt; Erführen es die Wülflinge, so würde es ihnen ehrenlos erscheinen, &amp;lt;br /&amp;gt; Herrscher Dietrich von Bern und sein Gefolge &amp;lt;br /&amp;gt; haben zu unseren Zeiten das Größte geleistet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 13 || Ervüeren sie diu maere, sie vüeren über Rîn. &amp;lt;br /&amp;gt; Des müeste enkelten manec helt, des sült ir sicher sîn: &amp;lt;br /&amp;gt; der anger würde geroetet und von bluote naz.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; dô sprach diu küneginne: &#039;wie möhte uns wesen baz! || Hörten sie die Geschichte, so würden sie über den Rhein kommen. &amp;lt;br /&amp;gt; Mancher Ritter müsste dafür büßen, das sollte euch gewiss sein: &amp;lt;br /&amp;gt; der Garten würde rot gefärbt und getränkt werden vom Blut.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; Da sprach die Königin: &#039;Was gibt es Besseres für uns! &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 54 || &#039;Nummer dumme amen!&#039; sô sprach her Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wie sint diese vrouwen so rehte wunderlich, &amp;lt;br /&amp;gt;das ir vil selten keiniu will nemen einen man, &amp;lt;br /&amp;gt;ich enhabe mit ime gestriten oder muoz in noch bestan. || &#039;In Gottes Namen!&#039;, sagte Herrscher Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Wie wahrhaftig unbegreiflich sind diese Edelfrauen, &amp;lt;br /&amp;gt; dass von ihnen selten eine keinen Mann nehmen will, &amp;lt;br /&amp;gt; mit dem ich gekämpft habe oder den ich noch bekämpfen werde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 61 || Der edeln herzoginne zergienc ir gleite zehant. &amp;lt;br /&amp;gt; si gienc mit trûregem muote, dâ sie Wolfharten vant. &amp;lt;br /&amp;gt; si sprach: `Wolfhart, herre, lâz dir sin gekleit, &amp;lt;br /&amp;gt; vil tugendhafter ritter, daz min herzeleit.´ || Die noble Herzogin nahm die Situation selbst in die Hand. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit mutiger Entschlossenheit ging sie zu Wolfhart. &amp;lt;br /&amp;gt; Sie sagte: „Höre meine Klage an, &amp;lt;br /&amp;gt; du mutiger Held, was dir mein Herz zu sagen hat.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 62 || Si sprach: ´der Bernære versinnet sich niht baz, &amp;lt;br /&amp;gt; er hât gein den gesten gewendet sinen haz. &amp;lt;br /&amp;gt; nu hilf den edeln gesten, des hâst du êre und vrum, &amp;lt;br /&amp;gt; sô will ich dir ze lône geben minen magetuom.´ ||Sie sagte: „Der Berner kann sich nicht besinnen. &amp;lt;br /&amp;gt; Er hat seinen Hass gegen die Gäste gerichtet. &amp;lt;br /&amp;gt; Jetzt hilf den edlen Gästen, dadurch erhältst du Ehre und Ruhm. &amp;lt;br /&amp;gt; Dann möchte ich dir zum Lohn meine Jungfräulichkeit geben.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 70 || &#039;Wir müezen zu dem Rine&#039;, sprach der Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;da sül wir helme houwen&#039;, so sprach der wigant, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;daz daz bluot dahin vliuzet und git den widerswal&#039;. &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;danc habe&#039;, sprach do Wolfhart,&#039;so wil ich uf die wal&#039;.|| „Wir müssen zum Rhein“, sagte Herr Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;um da ein paar Helme einzuschlagen&amp;quot;. Der Krieger sagte weiter noch: &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;Dass das Blut nur so dahinfließt und die Gier zurück strömt &amp;lt;br /&amp;gt; Wolfhart sprach ihm seinen Dank aus und sagte: &amp;quot;So will ich auf das Schlachtfeld!&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 71 || &#039;Wol dan,ir werten geste&#039;, sprach Wolfhart sa zehant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;leit abe und lat behalten iuwer stehelin gewant &amp;lt;br /&amp;gt;und ezzet mines herren brot und trinket sinen win,&amp;lt;br /&amp;gt;man git es iu willecliche, swie lange ir hie wellet sin&#039;.||&amp;quot;Also dann, Liebe Gäste&amp;quot;, sagte Wolfhart sogleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Leider aber, habt ihr eure stählernen Rüstungen an gelassen&amp;lt;br /&amp;gt;und esst das Essen meines Vorgesetzten (Herren) und trinkt auch seinen Wein,&amp;lt;br /&amp;gt;Man gibt euch das freiwillig, solange ihr hier sein wollt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 72 ||Des vröuten sich die geste mit vroelicher art.&amp;lt;br /&amp;gt;vil manec liehter halsberc do behalten wart.&amp;lt;br /&amp;gt;pfeller unde samit leiten sie mit vröuden an.&amp;lt;br /&amp;gt;man sach die edeln geste zühtecliche gan.||Wegen dieser Worte freuten sich die Gäste auf eine lebhafte Art und Weise.&amp;lt;br /&amp;gt;Dennoch blieb der ein, oder andere Teil der Rüstung, die den Hals und Oberkörper bedeckte, doch angezogen. &amp;lt;br /&amp;gt;Feines, kostbares Seidenzeug und Samt zogen sie gerne an.&amp;lt;br /&amp;gt;Man konnte beobachten, wie sie sich der Etikette entsprechend verhielten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 73 ||Do gap man den küenen recken ein groze kraft,&amp;lt;br /&amp;gt;daz man uf der vürsten hove heizet wirtschaft.&amp;lt;br /&amp;gt;do beliben sie ze Berne unz an den zehnden tac,&amp;lt;br /&amp;gt;die wile manec ritter it in kurzewile pflac.||Dann gab man den ehrenhaften Kriegern eine große Kraft (?...eine große Motivation??)&amp;lt;br /&amp;gt;Die man am Hof des Fürsten Wirtschaft nannte.&amp;lt;br /&amp;gt;Dann blieben sie zehn Tage lang in Bern&amp;lt;br /&amp;gt;Bis das Anwesen einige Ritter mit Langeweile plagte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 74 ||Zehen hunderrt marc goldes gap in der Berne do&amp;lt;br /&amp;gt;die hochgelobten geste machete er alle vro&amp;lt;br /&amp;gt;und kleite sie alle geliche in guot pfellergewant,&amp;lt;br /&amp;gt;beslagen wol mit golde: daz namen sie zehant.||Da gab der Berner ihnen 10 000 Goldmark&amp;lt;br /&amp;gt; und machte den hochgewürdigten Gästen eine Freude&amp;lt;br /&amp;gt; und kleidete sie alle mit kostbaren Gewändern.&amp;lt;br /&amp;gt;Völlig mit Gold überschüttet nahmen sie es sogleich an. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 75 ||Do gienc der herzoge mit vünf hundert siner man&amp;lt;br /&amp;gt;vil gezogenliche vür den Berner stan.&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;vil edeler vürste, möht ez in hulden sin,&amp;lt;br /&amp;gt;den urloup heten wir gerne: wir wollten an den Rin&#039;.||Da ging der Hezrog mit 500 seiner Männer&amp;lt;br /&amp;gt;die für den berner stramm standen.&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Edler Fürst, kann es in ihrem Sinne sein,&amp;lt;br /&amp;gt;wenn wir gerne die Erlaubnis hätten an den Rhein gehen zu können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 76 ||Do sprach der Voget von Berne, der degen unverzeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;min urloup und min hulde diu istiu unverseit.&amp;lt;br /&amp;gt; ich geleite iuch uz mimlande mit vünf hundert man.&amp;lt;br /&amp;gt;welt ir hie langer beliben, daz ist liebe mir getan&#039;||Da sagte der Fürst von Bern, der unerschorckene Krieger:&amp;lt;br /&amp;gt;Sowhol meine Erlaubnis zu gehen, als auch mein Wohlwollen bleibt euch verwehrt.&amp;lt;br /&amp;gt;ICh werde euch mit 500 Man aus meine Land geleiten/begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;Hättet ihr länger bleiben wollen, hättet ihr mir eine große Freude bereitet&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 77 ||Des dankete im tugentlche der herzoge Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;vil edeler voget von Berne, wir wolten an den Rin&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;die herren von dem Rine wurden in stahel do gekleit.&amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne do selbe mit in reit||In seiner Besonnenheit dankte ihm der Herzog Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Edeslter HErzog von bern, wir wollten an den Rhein&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Männer vom Rhein legten darauf ihre Rüstungen an&amp;lt;br /&amp;gt; und der edle Fürst von Bern ritt mit ihnen mit. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 78 ||Mit vünf hundert siner man, so er sie tiurest vant.&amp;lt;br /&amp;gt;er geleite sie mit eren durch Lampartenlant.&amp;lt;br /&amp;gt;do sie von Berne kamenund Garte sahen an,&amp;lt;br /&amp;gt;do sprach der herzoge ze dem Berner lobesam:||Mit 500 seiner Männer, die er unbedingt dabei haben wollte.&amp;lt;br /&amp;gt;Er führte sie ausgezeichnet durch die Lombardei.&amp;lt;br /&amp;gt;Als sie aus Bern ankamen und den Garten erblickten, &amp;lt;br /&amp;gt;sagte der Herzog zum Berner feierlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 79 ||&#039;Nu keret wider, herre, heim in iuwer lant,&amp;lt;br /&amp;gt;ir hat uns verre gedient mit [iuwren] helden hochgenant.&amp;lt;br /&amp;gt;swaz ir nu welt enpieten der keiserlichen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wirt ir endeliche da von mir geseit&#039;||&amp;quot;Herr, nun kehrt wieder in eure Heimat/euer Land zurück.&amp;lt;br /&amp;gt;Ihr habt uns gut geholfen mit euren tapferen Helden.&amp;lt;br /&amp;gt;Was ihr dem kaiserlichen Mädchen anbieten wollt, &amp;lt;br /&amp;gt;ich habe es der Herrin bereits ausgerichet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 80 ||Do sprach der Bernaer: &#039;nu saget der Künegin,&amp;lt;br /&amp;gt;si müeze ir widertrutze selbe triben in,&amp;lt;br /&amp;gt;die si mir hat enpoten  in min eigen lant.&amp;lt;br /&amp;gt;des mac wol entkelten manec küener wigant.||Da sagte der Berner: &amp;quot;Nun richte der Königin aus:&amp;lt;br /&amp;gt;Dass sie ihren Widerstand/Trotz, wieder loswerden muss,&amp;lt;br /&amp;gt;den sie mir in mein eigenes Land gebracht hat.&amp;lt;br  /&amp;gt;Das sollte so manchen Helden entlohnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 81 ||Saget ir, ich habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz ich irhochvart nht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringe ich über Rin&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Teilt ihr mit, dass ich in Bern genauso viele Rosen habe,&amp;lt;br /&amp;gt;dass man ihre Pracht nicht übersehen kann.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Krieger bringe ich über den Rhein mit,&amp;lt;br  /&amp;gt;damit sie utiig um Rosenkränze kämpfen (fechten)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 82 ||Dannoch bringe ich zwelve uf den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten wol ir zwelve getürren bestan&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;urloup nam mit zühten der von Brabant. &amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne reit heim in sin lant.||Dann bringe ich noch Zwölf auf den grünen Platz (Garten?)&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem Rosengarten ihre Zwölf tapfer überwinden werden&amp;quot;.Der von Brabant nahm höflich Abschied&amp;lt;br /&amp;gt;und der edle Fürst von Bern kehrte in sein Land zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 83 ||Kriemhilte der küneginne wurden diu maere geseit,&amp;lt;br /&amp;gt;des vröute sich heimliche diu keiserliche meit.&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt diu küneginne do niht langer beit,&amp;lt;br /&amp;gt;it ir juncvrouwen si sich do bereit.||Der Königin Kriemhilte wurden die Neuigkeiten mitgeteilt,&amp;lt;br /&amp;gt;wobei sie sich über die Nachrichten heimlich freute (ins Fäustchen lachte)&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt, die Königin, zögerte nicht lange,&amp;lt;br  /&amp;gt;bisweilen tauschte sie sich mit ihren Beraterinnen aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 84 ||Diu junge herzoginne gienc ir an der hant,&amp;lt;br /&amp;gt;die wolte si ze wibe geben deme von Brabant.&amp;lt;br /&amp;gt;[diu selbe junvvrouwe truoc ein kleit an,&amp;lt;br /&amp;gt;dardurch da schein ir lip, der was so wolgetan.||Die junge Herzogin, die sie dem von Brabant zur Frau geben wollte,&amp;lt;br /&amp;gt;nahm ihre Hand.&amp;lt;br /&amp;gt;Die besagte Frua hatte ein Kleid an,&amp;lt;br  /&amp;gt;welches ihre schöne Gestalt/Figur betonte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 85 ||Ir arme waren wiz, blanc als ein hermelin.&amp;lt;br /&amp;gt;under den juncvrouwen mohte si i diu schoenste sin.]&amp;lt;br /&amp;gt;mit den slben meiden si ime engegene ginec,&amp;lt;br /&amp;gt;wie rehte güetliche in diu künegin enpfienc:||Ihre Arme waren so weiß, so weiß (weiser als?) wie Hermelinfell.&amp;lt;br /&amp;gt;Unter den jungen Frauen war sie die Schönste.&amp;lt;br /&amp;gt;Mit den gleichen jungen Frauen, mit denen sie Zeit verbrachte (???)&amp;lt;br  /&amp;gt;Die Königin empfieng ihn freundlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 86 ||&#039;Wis gote willekommen,ein herzoge uz Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;waz enpiutet uns der von Berne in unser eigen lant?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;edeliu künegin, des werdet itr wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;er wil vür iuch bringen eine ungevüege schar.||&amp;quot;Grüß Gott Herzog aus Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;Was bietet uns der von Bern auf unserem eigenen Boden an?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Eure Hoheit, ihr solltet euer Augenmerk darauf richten,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass der Berner wegen Euch eine ungestüme Horde her bringen will.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 87 ||Iu enpiutet der von Berne, vil edeliu künegin,&amp;lt;br /&amp;gt; ir müezet iuweern widertutz triben wider in,,&amp;lt;br /&amp;gt;den ir im hat enpoten in sin eigen lant,&amp;lt;br /&amp;gt;und des müge wol enkelten manec stolzer wigant.||Eure Majestät, es bittet euch der Berner,&amp;lt;br /&amp;gt;dass sie den Unmut abwenden, den Sie in sein Land gebracht haben&amp;lt;br /&amp;gt; und dass, das so manchen stolzen Helden entlohnen sollte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 88 ||Er sprichet, er habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz er iuwer hochvart niht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringet er über Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Er behauptete, er hätte ni Bern so viele Rosen&amp;lt;br /&amp;gt;dass er eure Pracht (an Rosen) gar nicht sehen will.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Mann wird er über den Rhein hier her bringen,&amp;lt;br  /&amp;gt;die mutig um die Rosenkränze kämpfen sollen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 89 ||Darzuo bringet er zwelve 8f den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten iuwer zwelve wol türren bestan&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wol mich, ein werder vürste, ein herzoge uz Brabant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ich dich ie gein Berne ze Boten han gesant!||Des Weiteren bringt er noch zwölf Weitere,&amp;lt;br /&amp;gt;die im Rosengarten eure zwölf Mutigsten besiegen sollen&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Zolle mir Anerkennung, werter Fürst, Herzog aus Brabant,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass ich dich jemals als Boten nach Bern geschickt habe!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 90 ||Des gat ez an ein houwen, daz man siht daz bluot,&amp;lt;br /&amp;gt;so siht man helme schroten manegen ritter guot.&amp;lt;br /&amp;gt;swer vrume boten sendet, der verliuset niht daran.&amp;lt;br /&amp;gt;nu wil ich dir geben, swaz ich dir gelobet han&#039;.||Dabei handelt es sich um eine Schlacht, bei der man viel Blut fließen shen wird.&amp;lt;br /&amp;gt;Wo Hellebarden so manchen tapferen Krieger verwunden werden.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer Boten schickt, die brauchbar sind, hat  nichts zu verlieren.&amp;lt;br  /&amp;gt;Nun will ich dir geben, was ich dir versprochen habe&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 105 ||&#039;Noch weiz ich dort einen, vor deme ich sorge han:&amp;lt;br /&amp;gt;wer sol uns in den rôsen den zwelften held bestân?&amp;lt;br /&amp;gt;der ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten recken ein.&#039;||&amp;quot;Einen kenne ich dort noch, vor dem ich Sorge habe:&amp;lt;br /&amp;gt;Wer soll für uns im Rosengarten den zwölften Helden überwältigen?&amp;lt;br /&amp;gt;Dessen Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br  /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Krieger.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 106 ||&#039;Deme ich sînen kempfen, weiz got, niht vinden kann,&amp;lt;br /&amp;gt;was Dietleip von Stîre, der ist ein starker man.&amp;lt;br /&amp;gt;hülf uns der degen junge, vil lieber herre min,&amp;lt;br /&amp;gt;so möhten wir mit vröuden wol riten an den Rin.&#039;||&amp;quot;Für ihn kann ich, weiß Gott, keinen Kämpfer finden,&amp;lt;br /&amp;gt;außer Dietleip von Stire, der ein starker Mann ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Sollte uns dieser junge Ritter helfen, mein viel geliebter Herr,&amp;lt;br  /&amp;gt;so wollen wir gewiss voller Freude an den Rhein reiten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 107 ||Dô sprach der wol gezogene von Berne her Dietrich:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;ich hân ime gedienet kleine, daz riuwet iezuo mich,&amp;lt;br /&amp;gt;wist er diu rehten maere von Kriemhilte übermuot,&amp;lt;br /&amp;gt;so rite mit uns an den Rin der edel degen guot.&lt;br /&gt;
||Da sprach der wohl erzogene Fürst Dietrich von Berne:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Ich habe ihm nur kurze Zeit gedient, das bedauere ich jetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Wüsste er die wahren Geschichten von Kriemhilts Hochmut,&amp;lt;br  /&amp;gt;würde der mächtige und ehrenhafte Ritter mit uns an den Rhein reiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 108 ||Hêt ich nu einen boten&#039;, sprach her Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;der mir wolte werben die boteschaft endelich,&amp;lt;br /&amp;gt;mit deme sô wolte ich teilen bürge unde lant.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;dô sprach der junge Sigestap: &#039;ich wirbe ez al zehant.&#039;&lt;br /&gt;
||Hätte ich doch nur einen Boten&amp;quot;, sprach Herr Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;der mir die Botschaft unverzüglich überbringen kann,&amp;lt;br /&amp;gt;so will ich Burg und Landbesitz mit ihm teilen.&amp;quot;&amp;lt;br  /&amp;gt;Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Ich überbringe die Botschaft auf der Stelle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 109 ||Des dankete ime in zühten der Berner unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap der junge gein Stire balde reit,&amp;lt;br /&amp;gt;er suochte Dietleiben, den vil snellen degen.&amp;lt;br /&amp;gt;gein vünf hundert rittern was er in strîte erwegen.&lt;br /&gt;
||Das dankte ihm der Berner in Ehrerbietung.&amp;lt;br /&amp;gt;Der Jüngling Sigestap ritt bald nach Stire,&amp;lt;br /&amp;gt;und suchte Dietleiben,den sehr gewandten Kämpfer.&amp;lt;br  /&amp;gt;Dieser konnte sich in der Schlacht gegen fünfhundert Ritter behaupten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 110 ||Sigestap der junge gein Stîre geriten kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als eime degen küene harte wol gezam.&amp;lt;br /&amp;gt;dô enpfienc in tugentlîche Biterolf zehant,&amp;lt;br /&amp;gt;er vrâgete in der maere: diu tete er ime bekant.||Der Knabe Sigestap kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als ein dem tapferen Kämpfer besonders Wohlgesonnener, nach Stire geritten.&amp;lt;br /&amp;gt;Da empfing ihn zugleich Biterolf edelmütig&amp;lt;br  /&amp;gt;und fragte nach der Geschichte: er machte sie ihm bekannt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 111 ||Dô sprach der alte Biterolf: &#039;ir müget tôren sin,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir durch rôsen willen ritet an  den Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;und daz ir welt volgen einer unsinnigen meit&amp;lt;br /&amp;gt;diu durch ir grôze affenheit daz mort zesamene treit.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: &amp;quot;Ihr müsst verrückt sein,&amp;lt;br /&amp;gt;dass Ihr wegen Rosen an den Rhein reitet&amp;lt;br /&amp;gt;und dass Ihr einer irren Jungfrau folgt,&amp;lt;br /&amp;gt;die durch ihre große Albernheit ein Blutbad verursacht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 112 || Dô sprach aber Sigestap: &#039;ez enwirt mir niemer leit.&amp;lt;br /&amp;gt;ich bin deste holder der keiserlîchen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz si gerne siht vehten die recken unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;des versuochet dâ manec ritter die sîne manheit.&#039; || Da aber sprach Sigestap: &amp;quot;Es tut mir nicht mehr leid.&amp;lt;br /&amp;gt;Umso mehr bin ich der herrlichen Jungfrau wohlgesonnen,&amp;lt;br /&amp;gt;weil sie gerne die furchtlosen Helden kämpfen sieht.&amp;lt;br /&amp;gt;Da möchte mancher Ritter seine Männlichkeit auf die Probe stellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 113 ||Do sprach der alte Biterolf: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rine bringet rosen ein michel teil.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietlein ist niht hie heime, er ist ze Bechelar&amp;lt;br /&amp;gt;bi dem milten marcgraven, daz sage ich dir vürwar.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietleip ist nicht zu Hause, er ist in Bachelar&amp;lt;br /&amp;gt;bei dem gütigen Marktgrafen, das kannst du mir glauben.&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 114 ||Sigestrap der junge urloup von dannen nam&amp;lt;br /&amp;gt;und reit hin gein Bechelaren, der degen lobesam.&amp;lt;br /&amp;gt;do enpfienc in tugentliche der [milte] marcgrave starc &amp;lt;br /&amp;gt;und darzuo manec ritter, ir keiner daz verbarc.&#039;|| Daraufhin nahm der junge Sigestap Abschied&amp;lt;br /&amp;gt; und der ruhmreiche Ritter ritt weiter nach Bachelaren.&amp;lt;br /&amp;gt; Edel empfing ihn dort der [gütige und] starke Marktgraf &amp;lt;br /&amp;gt; und dazu mancher Ritter, wie nicht zu übersehen war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 115 ||Sie vrâgeten in der maere, diu wurden in kunt getân.&amp;lt;br /&amp;gt;dô der milte marcgrâve diu maere dô vernam,&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;ritet ir ze dem Rîne, daz ist kintllch getân,&amp;lt;br /&amp;gt;ir möhtet alsô sanfte ze Berne rôsen gezogen hân.||Sie fragten ihn nach den Geschichten, diese wurden ihnen bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt; So vernahm auch der gütige Markgraf diese Geschichten&amp;lt;br /&amp;gt; und sprach: &amp;quot;Es ist unüberlegt, an den Rhein zu reiten. &amp;lt;br /&amp;gt; Ihr möchtet also gerne Rosen nach Berne bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 116 ||Die zwelve in dem garten sint mir wol bekant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz sint wol die küensten, die haben alliu lant.&amp;lt;br /&amp;gt;werdet ir in dem garten sigelôs oder erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;sô wirt alliu disiu werlt ir spot ûf iuch tragen,&amp;lt;br /&amp;gt;[daz ir alle volget einer vâlandin&amp;lt;br /&amp;gt; und welt durch rôsen willen riten an den Rin.&#039;]||Ich kenn die Zwölf in dem Garten sehr gut,&amp;lt;br /&amp;gt; sie sind wohl die Tapfersten aller Länder.&amp;lt;br /&amp;gt;Bleibt ihr im Garten sieglos oder werdet erschlagen,&amp;lt;br /&amp;gt;so wird euch der Spott der ganzen Welt zu Teil.&amp;lt;br /&amp;gt;[dass ihr alle einer Teufelin folgt&amp;lt;br /&amp;gt;und wegen Rosen an den Rhein reiten wollt.&amp;quot;] &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 117 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;des hân wir uns erwegen,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wir in dem garten strîtes wellen pflegen,&amp;lt;br /&amp;gt;swer uns hât vür tôren, der tôret sêre daran,&amp;lt;br /&amp;gt;sie slahent uns niht sêre, komen wir ûf den plân,&amp;lt;br /&amp;gt;[wir hân in schiere vergolten mit starken siegen grôz,&amp;lt;br /&amp;gt; wir machen sie under den helmen aller vröuden blôz.]||Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Wir haben uns dazu entschieden,&amp;lt;br /&amp;gt;dass wir im Garten kämpfen wollen.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer uns für Dummköpfe hält,der täuscht sich darin gewaltig.&amp;lt;br /&amp;gt;Sie werden uns nicht viel Schaden zufügen, wenn wir auf den Kampfplatz kommen.&amp;lt;br /&amp;gt;[Wir werden uns in aller Schnelle mit gewaltigen Schlägen rächen&amp;lt;br /&amp;gt;und entledigen sie unter den Helmen aller Freuden.]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 118 ||Vünde ich niuwan Dietleiben, den küenen jungen man,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns in dem garten wolte bî gestân,&amp;lt;br /&amp;gt;zergangen waer unser swaere&#039;, sprach der vürste klâr,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;und vröute sich min gemüete, daz sage ich iu vürwar.&#039;||Fände ich doch nur Dietleiben, den tapferen, jungen Mann,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns im Garten beistehen wolle,&amp;lt;br /&amp;gt;vergessen wäre unser Kummer&amp;quot;, sprach der Fürst mit Nachdruck,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;und mein Gemüt wäre erheitert, das könnt ihr mir glauben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 119 ||Des dankete ime mit zühten der milte marcman:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;Dietleip ist niht hie heime, wil ich dich wizzen lân:&amp;lt;br /&amp;gt;er ist ze den Sibenbürgen, dâ ist er worden wunt&amp;lt;br /&amp;gt;von eime merwunder des lîbes ungesunt.&#039;||Das dankte ihm der gütige Markgraf mit Höflichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Du sollst wissen, dass Dietleip nicht zu Hause ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Er ist in Sibenbürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er vor ungesundem Liebeskummer krank geworden ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 120 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;ich muoz ze ime dar.&amp;lt;br /&amp;gt;jâ sol man in den rôsen werden wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;swenn einer gein dem andern durch die rôsen beginnet.&#039;||Da sprach der Jüngling Sigestap: Ich muss zu ihm gehen.&amp;lt;br /&amp;gt;Ja man soll sich im Rosengarten auf etwas gefasst machen,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;wenn einer nach dem anderen durch die Rosen dringt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 121 ||Dô sprach der marcgrâve: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rîne bringet rôsen ein michel teil,&amp;lt;br /&amp;gt;ich spriche ez zewâre, ich gan iu der êren wol.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reit von dannen, als er von rehte sol.||Da sprach der Markgraf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ich sage es euch fürwahr, ich gönne euch die Ehren sehr.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reitet davon, um der Pflicht nachzukommen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 122 ||Er wolte zen Sibenbürgen, dô er gein Wiene kam,&amp;lt;br /&amp;gt;dô vant er Dietleiben vor eime münster stân.&amp;lt;br /&amp;gt;dâ wart er schône enpfangen von dem degene dô.&amp;lt;br /&amp;gt;daz er in hête vunden, des wâren sie beide vrô.||Er wollte nach Sibenbürgen, als er nach Wien kam,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er Dietleiben vor einem Münster stehend fand.&amp;lt;br /&amp;gt;Er wurde von dem Helden freundlich empfangen&amp;lt;br /&amp;gt;und beide waren sie froh, dass er ihn gefunden hatte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 123 ||Do vrâgete er in der maere, diu wurden im kunt getan.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;welher ist der eine, der mich sol bestân?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;er ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten vürsten ein.&#039;||Dietleiben fragte nach der Geschichte und sie wurde ihm bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Welcher ist derjenige, der gegen mich antreten soll?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Sein Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Fürsten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 124 ||&#039;Jâ daz tuon ich gerne, ich hoere von deme wol sagen,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe bî sinen zîten recken vil erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;und sleht er mich ze tôde, er ist ein biderman.&amp;lt;br /&amp;gt;ich wil in ûf mîne triuwe willeclîche bestân.&#039;||&amp;quot;Ja das mache ich gerne, ich hörte gewiss von ihm,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe zu seiner Zeit viele Ritter getötet.&amp;lt;br /&amp;gt;Und sollte er mich zu Tode schlagen, ist er ein Ehrenmann.&amp;lt;br /&amp;gt;Bei meiner Ehre, ich will entschlossen gegen ihn antreten. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Textausgabe =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Holz 1982] Die Gedichte vom Rosengarten zu Worms, hg. von Georg Holz. Nachdruck der Ausgabe Halle 1893, Hildesheim [u.a.] 1982.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Antonia20</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24976</id>
		<title>Der Rosengarten zu Worms (A) — Übersetzung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24976"/>
		<updated>2016-11-26T16:30:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Antonia20: /* Übersetzung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Bemerkung= &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite erarbeiten Teilnehmer des [[Seminar:Proseminar &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;|Proseminars &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;]] eine eigenständige Übersetzung des Rosengartens ins Neuhochdeutsche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Übersetzung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Strophe !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;| Rosengarten (A)&amp;lt;ref&amp;gt;nach [Holz 1982]&amp;lt;/ref&amp;gt; !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 1 || Ein stat lit an dem Rine, diu ist so wünnesam / &amp;lt;br &amp;gt; und ist geheizen Wormze. sie weiz noch manec man.&amp;lt;br /&amp;gt; darinne saz ein recke, der hete stolzen muot: &amp;lt;br  /&amp;gt; er war geheizen Gibeche un was ein künec guot || Eine Stadt liegt am Rhein, welche sehr schön ist und Worms heißt. Jedermann kennt sie. Dort gab es einen stolzen Helden, der Gibeche hieß und ein mächtiger König war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 2 ||Der hete bi siner vrouwen dri süne hochgeborn &amp;lt;br  /&amp;gt; und ouch ein schoenez megedin. durch die wart verlorn &amp;lt;br/&amp;gt; manec küener degen so man uns von in seit &amp;lt;br /&amp;gt; Kriemhilt was si geheizen, diz keiserliche meit. || Dieser hatte seiner Gattin drei adelige Söhne und ein Mädchen (eine Jungfrau) geschenkt. Durch sie gingen, wie man sagt, schon einige mutige Krieger verloren. Dieses königliche Mädchen hieß Kriemhilt.  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 3 || Sie begunde vrien ein stolzer wigant, &amp;lt;br / &amp;gt; der was geheizen Sivrit, ein helt ûz Niderlant. &amp;lt;br /&amp;gt; der pflac sô grozer sterke, daz er die lewen vienc &amp;lt;br /&amp;gt; und sie mit den zegeln über die mûren hienc. || Ein stolzer Kämpfer wollte sie heiraten, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Sivrit genannt wurde, ein Held vom Niederrhein. &amp;lt;br /&amp;gt; Dieser hatte eine so große Kraft, dass er Löwen fing &amp;lt;br /&amp;gt; und sie an den Zügeln über die Mauern hielt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 4 || Dô wart ir von dem Berner wunders vil geseit. &amp;lt;br /&amp;gt; si gedâhte ir manege liste, diu keiserlîche meit,  &amp;lt;br /&amp;gt; wie si ze samene braehte die zwêne küenen man, &amp;lt;br /&amp;gt; durch daz man saehe, von welhem daz beste würde getân. || Da wurden ihr von dem Berner viele Heldentaten erzählt. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit ihrem scharfen Verstand überlegte sich die kaiserliche Jungfrau, wie sie  &amp;lt;br /&amp;gt; die zwei tapferen Männer zusammen bringen könnte, um zu sehen &amp;lt;br /&amp;gt; wer der bessere sein würde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
Str. 5 || Si hête einen anger mit rôsen wol gekleit, &amp;lt;br /&amp;gt; der was einer milen lanc und einer halben breit. &amp;lt;br /&amp;gt; darumbe gienc ein mûre von eim vadem sîdîn. &amp;lt;br /&amp;gt; si sprach: „trutz si allen vürsten, daz keiner kome darin. || Sie hatte eine Wiese mit Rosen schön geschmückt, &amp;lt;br /&amp;gt; die eine Meile lang war und eine Halbe breit. &amp;lt;br /&amp;gt; Darum zog sich eine Mauer von einem seidenen Faden. &amp;lt;br /&amp;gt; Sie sprach: „Allen Fürsten soll sie trotzen, dass niemand hineinkommen kann.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 11 || Dô sprach der helt Walther, ein küener degen guot: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;solhe wiedertrutze durch iuweren übermuot &amp;lt;br /&amp;gt; enpietet ir rîchen künegen, die iu sint unbekannt? &amp;lt;br /&amp;gt; man vünde noch snelle helde, die vüeren durch diu lant, || Da sprach der Held Walther, ein kühner und ehrenhafter Krieger: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Seid ihr so hochmütig, mächtigen Königen, die ihr nicht einmal &amp;lt;br /&amp;gt; kennt, eine solche Herausforderung zu unterbreiten? &amp;lt;br /&amp;gt; Man fände schnell allerhand Ritter, die durch das Land zögen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 12 ||Die wol getörsten vehten vor künegen hôchgemuot. &amp;lt;br /&amp;gt; Gevrieschen&#039;z die Wülfingen, ez diuhte sie niemer guot &amp;lt;br /&amp;gt; her Dietrîch von Berne und sîne dienestman, &amp;lt;br /&amp;gt; die hânt bî unsern zîten daz beste ie getân. || doch nur die Dümmsten sind stolz vor Königen zu kämpfen. &amp;lt;br /&amp;gt; Erführen es die Wülflinge, so würde es ihnen ehrenlos erscheinen, &amp;lt;br /&amp;gt; Herrscher Dietrich von Bern und sein Gefolge &amp;lt;br /&amp;gt; haben zu unseren Zeiten das Größte geleistet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 13 || Ervüeren sie diu maere, sie vüeren über Rîn. &amp;lt;br /&amp;gt; Des müeste enkelten manec helt, des sült ir sicher sîn: &amp;lt;br /&amp;gt; der anger würde geroetet und von bluote naz.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; dô sprach diu küneginne: &#039;wie möhte uns wesen baz! || Hörten sie die Geschichte, so würden sie über den Rhein kommen. &amp;lt;br /&amp;gt; Mancher Ritter müsste dafür büßen, das sollte euch gewiss sein: &amp;lt;br /&amp;gt; der Garten würde rot gefärbt und getränkt werden vom Blut.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; Da sprach die Königin: &#039;Was gibt es Besseres für uns! &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 54 || &#039;Nummer dumme amen!&#039; sô sprach her Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wie sint diese vrouwen so rehte wunderlich, &amp;lt;br /&amp;gt;das ir vil selten keiniu will nemen einen man, &amp;lt;br /&amp;gt;ich enhabe mit ime gestriten oder muoz in noch bestan. || &#039;In Gottes Namen!&#039;, sagte Herrscher Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Wie wahrhaftig unbegreiflich sind diese Edelfrauen, &amp;lt;br /&amp;gt; dass von ihnen selten eine keinen Mann nehmen will, &amp;lt;br /&amp;gt; mit dem ich gekämpft habe oder den ich noch bekämpfen werde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 61 || Der edeln herzoginne zergienc ir gleite zehant. &amp;lt;br /&amp;gt; si gienc mit trûregem muote, dâ sie Wolfharten vant. &amp;lt;br /&amp;gt; si sprach: `Wolfhart, herre, lâz dir sin gekleit, &amp;lt;br /&amp;gt; vil tugendhafter ritter, daz min herzeleit.´ || Die noble Herzogin nahm die Situation selbst in die Hand. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit mutiger Entschlossenheit ging sie zu Wolfhart. &amp;lt;br /&amp;gt; Sie sagte: „Höre meine Klage an, &amp;lt;br /&amp;gt; du mutiger Held, was dir mein Herz zu sagen hat.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 62 || Si sprach: ´der Bernære versinnet sich niht baz, &amp;lt;br /&amp;gt; er hât gein den gesten gewendet sinen haz. &amp;lt;br /&amp;gt; nu hilf den edeln gesten, des hâst du êre und vrum, &amp;lt;br /&amp;gt; sô will ich dir ze lône geben minen magetuom.´ ||Sie sagte: „Der Berner kann sich nicht besinnen. &amp;lt;br /&amp;gt; Er hat seinen Hass gegen die Gäste gerichtet. &amp;lt;br /&amp;gt; Jetzt hilf den edlen Gästen, dadurch erhältst du Ehre und Ruhm. &amp;lt;br /&amp;gt; Dann möchte ich dir zum Lohn meine Jungfräulichkeit geben.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 70 || &#039;Wir müezen zu dem Rine&#039;, sprach der Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;da sül wir helme houwen&#039;, so sprach der wigant, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;daz daz bluot dahin vliuzet und git den widerswal&#039;. &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;danc habe&#039;, sprach do Wolfhart,&#039;so wil ich uf die wal&#039;.|| „Wir müssen zum Rhein“, sagte Herr Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;um da ein paar Helme einzuschlagen&amp;quot;. Der Krieger sagte weiter noch: &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;Dass das Blut nur so dahinfließt und die Gier zurück strömt &amp;lt;br /&amp;gt; Wolfhart sprach ihm seinen Dank aus und sagte: &amp;quot;So will ich auf das Schlachtfeld!&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 71 || &#039;Wol dan,ir werten geste&#039;, sprach Wolfhart sa zehant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;leit abe und lat behalten iuwer stehelin gewant &amp;lt;br /&amp;gt;und ezzet mines herren brot und trinket sinen win,&amp;lt;br /&amp;gt;man git es iu willecliche, swie lange ir hie wellet sin&#039;.||&amp;quot;Also dann, Liebe Gäste&amp;quot;, sagte Wolfhart sogleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Leider aber, habt ihr eure stählernen Rüstungen an gelassen&amp;lt;br /&amp;gt;und esst das Essen meines Vorgesetzten (Herren) und trinkt auch seinen Wein,&amp;lt;br /&amp;gt;Man gibt euch das freiwillig, solange ihr hier sein wollt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 72 ||Des vröuten sich die geste mit vroelicher art.&amp;lt;br /&amp;gt;vil manec liehter halsberc do behalten wart.&amp;lt;br /&amp;gt;pfeller unde samit leiten sie mit vröuden an.&amp;lt;br /&amp;gt;man sach die edeln geste zühtecliche gan.||Wegen dieser Worte freuten sich die Gäste auf eine lebhafte Art und Weise.&amp;lt;br /&amp;gt;Dennoch blieb der ein, oder andere Teil der Rüstung, die den Hals und Oberkörper bedeckte, doch angezogen. &amp;lt;br /&amp;gt;Feines, kostbares Seidenzeug und Samt zogen sie gerne an.&amp;lt;br /&amp;gt;Man konnte beobachten, wie sie sich der Etikette entsprechend verhielten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 73 ||Do gap man den küenen recken ein groze kraft,&amp;lt;br /&amp;gt;daz man uf der vürsten hove heizet wirtschaft.&amp;lt;br /&amp;gt;do beliben sie ze Berne unz an den zehnden tac,&amp;lt;br /&amp;gt;die wile manec ritter it in kurzewile pflac.||Dann gab man den ehrenhaften Kriegern eine große Kraft (?...eine große Motivation??)&amp;lt;br /&amp;gt;Die man am Hof des Fürsten Wirtschaft nannte.&amp;lt;br /&amp;gt;Dann blieben sie zehn Tage lang in Bern&amp;lt;br /&amp;gt;Bis das Anwesen einige Ritter mit Langeweile plagte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 74 ||Zehen hunderrt marc goldes gap in der Berne do&amp;lt;br /&amp;gt;die hochgelobten geste machete er alle vro&amp;lt;br /&amp;gt;und kleite sie alle geliche in guot pfellergewant,&amp;lt;br /&amp;gt;beslagen wol mit golde: daz namen sie zehant.||Da gab der Berner ihnen 10 000 Goldmark&amp;lt;br /&amp;gt; und machte den hochgewürdigten Gästen eine Freude&amp;lt;br /&amp;gt; und kleidete sie alle mit kostbaren Gewändern.&amp;lt;br /&amp;gt;Völlig mit Gold überschüttet nahmen sie es sogleich an. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 75 ||Do gienc der herzoge mit vünf hundert siner man&amp;lt;br /&amp;gt;vil gezogenliche vür den Berner stan.&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;vil edeler vürste, möht ez in hulden sin,&amp;lt;br /&amp;gt;den urloup heten wir gerne: wir wollten an den Rin&#039;.||Da ging der Hezrog mit 500 seiner Männer&amp;lt;br /&amp;gt;die für den berner stramm standen.&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Edler Fürst, kann es in ihrem Sinne sein,&amp;lt;br /&amp;gt;wenn wir gerne die Erlaubnis hätten an den Rhein gehen zu können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 76 ||Do sprach der Voget von Berne, der degen unverzeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;min urloup und min hulde diu istiu unverseit.&amp;lt;br /&amp;gt; ich geleite iuch uz mimlande mit vünf hundert man.&amp;lt;br /&amp;gt;welt ir hie langer beliben, daz ist liebe mir getan&#039;||Da sagte der Fürst von Bern, der unerschorckene Krieger:&amp;lt;br /&amp;gt;Sowhol meine Erlaubnis zu gehen, als auch mein Wohlwollen bleibt euch verwehrt.&amp;lt;br /&amp;gt;ICh werde euch mit 500 Man aus meine Land geleiten/begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;Hättet ihr länger bleiben wollen, hättet ihr mir eine große Freude bereitet&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 77 ||Des dankete im tugentlche der herzoge Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;vil edeler voget von Berne, wir wolten an den Rin&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;die herren von dem Rine wurden in stahel do gekleit.&amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne do selbe mit in reit||In seiner Besonnenheit dankte ihm der Herzog Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Edeslter HErzog von bern, wir wollten an den Rhein&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Männer vom Rhein legten darauf ihre Rüstungen an&amp;lt;br /&amp;gt; und der edle Fürst von Bern ritt mit ihnen mit. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 78 ||Mit vünf hundert siner man, so er sie tiurest vant.&amp;lt;br /&amp;gt;er geleite sie mit eren durch Lampartenlant.&amp;lt;br /&amp;gt;do sie von Berne kamenund Garte sahen an,&amp;lt;br /&amp;gt;do sprach der herzoge ze dem Berner lobesam:||Mit 500 seiner Männer, die er unbedingt dabei haben wollte.&amp;lt;br /&amp;gt;Er führte sie ausgezeichnet durch die Lombardei.&amp;lt;br /&amp;gt;Als sie aus Bern ankamen und den Garten erblickten, &amp;lt;br /&amp;gt;sagte der Herzog zum Berner feierlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 79 ||&#039;Nu keret wider, herre, heim in iuwer lant,&amp;lt;br /&amp;gt;ir hat uns verre gedient mit [iuwren] helden hochgenant.&amp;lt;br /&amp;gt;swaz ir nu welt enpieten der keiserlichen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wirt ir endeliche da von mir geseit&#039;||&amp;quot;Herr, nun kehrt wieder in eure Heimat/euer Land zurück.&amp;lt;br /&amp;gt;Ihr habt uns gut geholfen mit euren tapferen Helden.&amp;lt;br /&amp;gt;Was ihr dem kaiserlichen Mädchen anbieten wollt, &amp;lt;br /&amp;gt;ich habe es der Herrin bereits ausgerichet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 80 ||Do sprach der Bernaer: &#039;nu saget der Künegin,&amp;lt;br /&amp;gt;si müeze ir widertrutze selbe triben in,&amp;lt;br /&amp;gt;die si mir hat enpoten  in min eigen lant.&amp;lt;br /&amp;gt;des mac wol entkelten manec küener wigant.||Da sagte der Berner: &amp;quot;Nun richte der Königin aus:&amp;lt;br /&amp;gt;Dass sie ihren Widerstand/Trotz, wieder loswerden muss,&amp;lt;br /&amp;gt;den sie mir in mein eigenes Land gebracht hat.&amp;lt;br  /&amp;gt;Das sollte so manchen Helden entlohnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 81 ||Saget ir, ich habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz ich irhochvart nht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringe ich über Rin&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Teilt ihr mit, dass ich in Bern genauso viele Rosen habe,&amp;lt;br /&amp;gt;dass man ihre Pracht nicht übersehen kann.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Krieger bringe ich über den Rhein mit,&amp;lt;br  /&amp;gt;damit sie utiig um Rosenkränze kämpfen (fechten)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 82 ||Dannoch bringe ich zwelve uf den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten wol ir zwelve getürren bestan&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;urloup nam mit zühten der von Brabant. &amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne reit heim in sin lant.||Dann bringe ich noch Zwölf auf den grünen Platz (Garten?)&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem Rosengarten ihre Zwölf tapfer überwinden werden&amp;quot;.Der von Brabant nahm höflich Abschied&amp;lt;br /&amp;gt;und der edle Fürst von Bern kehrte in sein Land zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 83 ||Kriemhilte der küneginne wurden diu maere geseit,&amp;lt;br /&amp;gt;des vröute sich heimliche diu keiserliche meit.&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt diu küneginne do niht langer beit,&amp;lt;br /&amp;gt;it ir juncvrouwen si sich do bereit.||Der Königin Kriemhilte wurden die Neuigkeiten mitgeteilt,&amp;lt;br /&amp;gt;wobei sie sich über die Nachrichten heimlich freute (ins Fäustchen lachte)&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt, die Königin, zögerte nicht lange,&amp;lt;br  /&amp;gt;bisweilen tauschte sie sich mit ihren Beraterinnen aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 84 ||Diu junge herzoginne gienc ir an der hant,&amp;lt;br /&amp;gt;die wolte si ze wibe geben deme von Brabant.&amp;lt;br /&amp;gt;[diu selbe junvvrouwe truoc ein kleit an,&amp;lt;br /&amp;gt;dardurch da schein ir lip, der was so wolgetan.||Die junge Herzogin, die sie dem von Brabant zur Frau geben wollte,&amp;lt;br /&amp;gt;nahm ihre Hand.&amp;lt;br /&amp;gt;Die besagte Frua hatte ein Kleid an,&amp;lt;br  /&amp;gt;welches ihre schöne Gestalt/Figur betonte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 85 ||Ir arme waren wiz, blanc als ein hermelin.&amp;lt;br /&amp;gt;under den juncvrouwen mohte si i diu schoenste sin.]&amp;lt;br /&amp;gt;mit den slben meiden si ime engegene ginec,&amp;lt;br /&amp;gt;wie rehte güetliche in diu künegin enpfienc:||Ihre Arme waren so weiß, so weiß (weiser als?) wie Hermelinfell.&amp;lt;br /&amp;gt;Unter den jungen Frauen war sie die Schönste.&amp;lt;br /&amp;gt;Mit den gleichen jungen Frauen, mit denen sie Zeit verbrachte (???)&amp;lt;br  /&amp;gt;Die Königin empfieng ihn freundlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 86 ||&#039;Wis gote willekommen,ein herzoge uz Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;waz enpiutet uns der von Berne in unser eigen lant?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;edeliu künegin, des werdet itr wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;er wil vür iuch bringen eine ungevüege schar.||&amp;quot;Grüß Gott Herzog aus Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;Was bietet uns der von Bern auf unserem eigenen Boden an?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Eure Hoheit, ihr solltet euer Augenmerk darauf richten,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass der Berner wegen Euch eine ungestüme Horde her bringen will.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 87 ||Iu enpiutet der von Berne, vil edeliu künegin,&amp;lt;br /&amp;gt; ir müezet iuweern widertutz triben wider in,,&amp;lt;br /&amp;gt;den ir im hat enpoten in sin eigen lant,&amp;lt;br /&amp;gt;und des müge wol enkelten manec stolzer wigant.||Eure Majestät, es bittet euch der Berner,&amp;lt;br /&amp;gt;dass sie den Unmut abwenden, den Sie in sein Land gebracht haben&amp;lt;br /&amp;gt; und dass, das so manchen stolzen Helden entlohnen sollte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 88 ||Er sprichet, er habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz er iuwer hochvart niht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringet er über Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Er behauptete, er hätte ni Bern so viele Rosen&amp;lt;br /&amp;gt;dass er eure Pracht (an Rosen) gar nicht sehen will.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Mann wird er über den Rhein hier her bringen,&amp;lt;br  /&amp;gt;die mutig um die Rosenkränze kämpfen sollen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 89 ||Darzuo bringet er zwelve 8f den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten iuwer zwelve wol türren bestan&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wol mich, ein werder vürste, ein herzoge uz Brabant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ich dich ie gein Berne ze Boten han gesant!||Des Weiteren bringt er noch zwölf Weitere,&amp;lt;br /&amp;gt;die im Rosengarten eure zwölf Mutigsten besiegen sollen&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Zolle mir Anerkennung, werter Fürst, Herzog aus Brabant,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass ich dich jemals als Boten nach Bern geschickt habe!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 90 ||Des gat ez an ein houwen, daz man siht daz bluot,&amp;lt;br /&amp;gt;so siht man helme schroten manegen ritter guot.&amp;lt;br /&amp;gt;swer vrume boten sendet, der verliuset niht daran.&amp;lt;br /&amp;gt;nu wil ich dir geben, swaz ich dir gelobet han&#039;.||Dabei handelt es sich um eine Schlacht, bei der man viel Blut fließen shen wird.&amp;lt;br /&amp;gt;Wo Hellebarden so manchen tapferen Krieger verwunden werden.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer Boten schickt, die brauchbar sind, hat  nichts zu verlieren.&amp;lt;br  /&amp;gt;Nun will ich dir geben, was ich dir versprochen habe&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 105 ||&#039;Noch weiz ich dort einen, vor deme ich sorge han:&amp;lt;br /&amp;gt;wer sol uns in den rôsen den zwelften held bestân?&amp;lt;br /&amp;gt;der ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten recken ein.&#039;||&amp;quot;Einen kenne ich dort noch, vor dem ich Sorge habe:&amp;lt;br /&amp;gt;Wer soll für uns im Rosengarten den zwölften Helden überwältigen?&amp;lt;br /&amp;gt;Dessen Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br  /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Krieger.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 106 ||&#039;Deme ich sînen kempfen, weiz got, niht vinden kann,&amp;lt;br /&amp;gt;was Dietleip von Stîre, der ist ein starker man.&amp;lt;br /&amp;gt;hülf uns der degen junge, vil lieber herre min,&amp;lt;br /&amp;gt;so möhten wir mit vröuden wol riten an den Rin.&#039;||&amp;quot;Für ihn kann ich, weiß Gott, keinen Kämpfer finden,&amp;lt;br /&amp;gt;außer Dietleip von Stire, der ein starker Mann ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Sollte uns dieser junge Ritter helfen, mein viel geliebter Herr,&amp;lt;br  /&amp;gt;so wollen wir gewiss voller Freude an den Rhein reiten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 107 ||Dô sprach der wol gezogene von Berne her Dietrich:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;ich hân ime gedienet kleine, daz riuwet iezuo mich,&amp;lt;br /&amp;gt;wist er diu rehten maere von Kriemhilte übermuot,&amp;lt;br /&amp;gt;so rite mit uns an den Rin der edel degen guot.&lt;br /&gt;
||Da sprach der wohl erzogene Fürst Dietrich von Berne:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Ich habe ihm nur kurze Zeit gedient, das bedauere ich jetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Wüsste er die wahren Geschichten von Kriemhilts Hochmut,&amp;lt;br  /&amp;gt;würde der mächtige und ehrenhafte Ritter mit uns an den Rhein reiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 108 ||Hêt ich nu einen boten&#039;, sprach her Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;der mir wolte werben die boteschaft endelich,&amp;lt;br /&amp;gt;mit deme sô wolte ich teilen bürge unde lant.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;dô sprach der junge Sigestap: &#039;ich wirbe ez al zehant.&#039;&lt;br /&gt;
||Hätte ich doch nur einen Boten&amp;quot;, sprach Herr Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;der mir die Botschaft unverzüglich überbringen kann,&amp;lt;br /&amp;gt;so will ich Burg und Landbesitz mit ihm teilen.&amp;quot;&amp;lt;br  /&amp;gt;Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Ich überbringe die Botschaft auf der Stelle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 109 ||Des dankete ime in zühten der Berner unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap der junge gein Stire balde reit,&amp;lt;br /&amp;gt;er suochte Dietleiben, den vil snellen degen.&amp;lt;br /&amp;gt;gein vünf hundert rittern was er in strîte erwegen.&lt;br /&gt;
||Das dankte ihm der Berner in Ehrerbietung.&amp;lt;br /&amp;gt;Der Jüngling Sigestap ritt bald nach Stire,&amp;lt;br /&amp;gt;und suchte Dietleiben,den sehr gewandten Kämpfer.&amp;lt;br  /&amp;gt;Dieser konnte sich in der Schlacht gegen fünfhundert Ritter behaupten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 110 ||Sigestap der junge gein Stîre geriten kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als eime degen küene harte wol gezam.&amp;lt;br /&amp;gt;dô enpfienc in tugentlîche Biterolf zehant,&amp;lt;br /&amp;gt;er vrâgete in der maere: diu tete er ime bekant.||Der Knabe Sigestap kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als ein dem tapferen Kämpfer besonders Wohlgesonnener, nach Stire geritten.&amp;lt;br /&amp;gt;Da empfing ihn zugleich Biterolf edelmütig&amp;lt;br  /&amp;gt;und fragte nach der Geschichte: er machte sie ihm bekannt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 111 ||Dô sprach der alte Biterolf: &#039;ir müget tôren sin,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir durch rôsen willen ritet an  den Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;und daz ir welt volgen einer unsinnigen meit&amp;lt;br /&amp;gt;diu durch ir grôze affenheit daz mort zesamene treit.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: &amp;quot;Ihr müsst verrückt sein,&amp;lt;br /&amp;gt;dass Ihr wegen Rosen an den Rhein reitet&amp;lt;br /&amp;gt;und dass Ihr einer irren Jungfrau folgt,&amp;lt;br /&amp;gt;die durch ihre große Albernheit ein Blutbad verursacht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 112 || Dô sprach aber Sigestap: &#039;ez enwirt mir niemer leit.&amp;lt;br /&amp;gt;ich bin deste holder der keiserlîchen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz si gerne siht vehten die recken unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;des versuochet dâ manec ritter die sîne manheit.&#039; || Da aber sprach Sigestap: &amp;quot;Es tut mir nicht mehr leid.&amp;lt;br /&amp;gt;Umso mehr bin ich der herrlichen Jungfrau wohlgesonnen,&amp;lt;br /&amp;gt;weil sie gerne die furchtlosen Helden kämpfen sieht.&amp;lt;br /&amp;gt;Da möchte mancher Ritter seine Männlichkeit auf die Probe stellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 113 ||Do sprach der alte Biterolf: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rine bringet rosen ein michel teil.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietlein ist niht hie heime, er ist ze Bechelar&amp;lt;br /&amp;gt;bi dem milten marcgraven, daz sage ich dir vürwar.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietleip ist nicht zu Hause, er ist in Bachelar&amp;lt;br /&amp;gt;bei dem gütigen Marktgrafen, das kannst du mir glauben.&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 114 ||Sigestrap der junge urloup von dannen nam&amp;lt;br /&amp;gt;und reit hin gein Bechelaren, der degen lobesam.&amp;lt;br /&amp;gt;do enpfienc in tugentliche der [milte] marcgrave starc &amp;lt;br /&amp;gt;und darzuo manec ritter, ir keiner daz verbarc.&#039;|| Daraufhin nahm der junge Sigestap Abschied&amp;lt;br /&amp;gt; und der ruhmreiche Ritter ritt weiter nach Bachelaren.&amp;lt;br /&amp;gt; Edel empfing ihn dort der [gütige und] starke Marktgraf &amp;lt;br /&amp;gt; und dazu mancher Ritter, wie nicht zu übersehen war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 115 ||Sie vrâgeten in der maere, diu wurden in kunt getân.&amp;lt;br /&amp;gt;dô der milte marcgrâve diu maere dô vernam,&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;ritet ir ze dem Rîne, daz ist kintllch getân,&amp;lt;br /&amp;gt;ir möhtet alsô sanfte ze Berne rôsen gezogen hân.||Sie fragten ihn nach den Geschichten, diese wurden ihnen bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt; So vernahm auch der gütige Markgraf diese Geschichten&amp;lt;br /&amp;gt; und sprach: &amp;quot;Es ist unüberlegt, an den Rhein zu reiten. &amp;lt;br /&amp;gt; Ihr möchtet also gerne Rosen nach Berne bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 116 ||Die zwelve in dem garten sint mir wol bekant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz sint wol die küensten, die haben alliu lant.&amp;lt;br /&amp;gt;werdet ir in dem garten sigelôs oder erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;sô wirt alliu disiu werlt ir spot ûf iuch tragen,&amp;lt;br /&amp;gt;[daz ir alle volget einer vâlandin&amp;lt;br /&amp;gt; und welt durch rôsen willen riten an den Rin.&#039;]||Ich kenn die Zwölf in dem Garten sehr gut,&amp;lt;br /&amp;gt; sie sind wohl die Tapfersten aller Länder.&amp;lt;br /&amp;gt;Bleibt ihr im Garten sieglos oder werdet erschlagen,&amp;lt;br /&amp;gt;so wird euch der Spott der ganzen Welt zu Teil.&amp;lt;br /&amp;gt;[dass ihr alle einer Teufelin folgt&amp;lt;br /&amp;gt;und wegen Rosen an den Rhein reiten wollt.&amp;quot;] &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 117 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;des hân wir uns erwegen,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wir in dem garten strîtes wellen pflegen,&amp;lt;br /&amp;gt;swer uns hât vür tôren, der tôret sêre daran,&amp;lt;br /&amp;gt;sie slahent uns niht sêre, komen wir ûf den plân,&amp;lt;br /&amp;gt;[wir hân in schiere vergolten mit starken siegen grôz,&amp;lt;br /&amp;gt; wir machen sie under den helmen aller vröuden blôz.]||Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Wir haben uns dazu entschieden,&amp;lt;br /&amp;gt;dass wir im Garten kämpfen wollen.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer uns für Dummköpfe hält,der täuscht sich darin gewaltig.&amp;lt;br /&amp;gt;Sie werden uns nicht viel Schaden zufügen, wenn wir auf den Kampfplatz kommen.&amp;lt;br /&amp;gt;[Wir werden uns in aller Schnelle mit gewaltigen Schlägen rächen&amp;lt;br /&amp;gt;und entledigen sie unter den Helmen aller Freuden.]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 118 ||Vünde ich niuwan Dietleiben, den küenen jungen man,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns in dem garten wolte bî gestân,&amp;lt;br /&amp;gt;zergangen waer unser swaere&#039;, sprach der vürste klâr,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;und vröute sich min gemüete, daz sage ich iu vürwar.&#039;||Fände ich doch nur Dietleiben, den tapferen, jungen Mann,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns im Garten beistehen wolle,&amp;lt;br /&amp;gt;vergessen wäre unser Kummer&amp;quot;, sprach der Fürst mit Nachdruck,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;und mein Gemüt wäre erheitert, das könnt ihr mir glauben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 119 ||Des dankete ime mit zühten der milte marcman:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;Dietleip ist niht hie heime, wil ich dich wizzen lân:&amp;lt;br /&amp;gt;er ist ze den Sibenbürgen, dâ ist er worden wunt&amp;lt;br /&amp;gt;von eime merwunder des lîbes ungesunt.&#039;||Das dankte ihm der gütige Markgraf mit Höflichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Du sollst wissen, dass Dietleip nicht zu Hause ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Er ist in Sibenbürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er vor ungesundem Liebeskummer krank geworden ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 120 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;ich muoz ze ime dar.&amp;lt;br /&amp;gt;jâ sol man in den rôsen werden wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;swenn einer gein dem andern durch die rôsen beginnet.&#039;||Da sprach der Jüngling Sigestap: Ich muss zu ihm gehen.&amp;lt;br /&amp;gt;Ja man soll sich im Rosengarten auf etwas gefasst machen,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;wenn einer nach dem anderen durch die Rosen dringt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 121 ||Dô sprach der marcgrâve: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rîne bringet rôsen ein michel teil,&amp;lt;br /&amp;gt;ich spriche ez zewâre, ich gan iu der êren wol.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reit von dannen, als er von rehte sol.||Da sprach der Markgraf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ich sage es euch fürwahr, ich gönne euch die Ehren sehr.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reitet davon, um der Pflicht nachzukommen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 122 ||Er wolte zen Sibenbürgen, dô er gein Wiene kam,&amp;lt;br /&amp;gt;dô vant er Dietleiben vor eime münster stân.&amp;lt;br /&amp;gt;dâ wart er schône enpfangen von dem degene dô.&amp;lt;br /&amp;gt;daz er in hête vunden, des wâren sie beide vrô.||Er wollte nach Sibenbürgen, als er nach Wien kam,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er Dietleiben vor einem Münster stehend fand.&amp;lt;br /&amp;gt;Er wurde von dem Helden freundlich empfangen&amp;lt;br /&amp;gt;und beide waren sie froh, dass er ihn gefunden hatte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 123 ||Do vrâgete er in der maere, diu wurden im kunt getan.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;welher ist der eine, der mich sol bestân?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;er ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten vürsten ein.&#039;||Dietleiben fragte nach der Geschichte und sie wurde ihm bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Welcher ist derjenige, der gegen mich antreten soll?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Sein Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Fürsten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 124 ||&#039;Jâ daz tuon ich gerne, ich hoere von deme wol sagen,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe bî sinen zîten recken vil erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;und sleht er mich ze tôde, er ist ein biderman.&amp;lt;br /&amp;gt;ich wil in ûf mîne triuwe willeclîche bestân.&#039;||&amp;quot;Ja das mache ich gerne, ich hörte gewiss von ihm,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe zu seiner Zeit viele Ritter getötet.&amp;lt;br /&amp;gt;Und sollte er mich zu Tode schlagen, ist er ein Ehrenmann.&amp;lt;br /&amp;gt;Bei meiner Ehre, ich will entschlossen gegen ihn antreten. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Textausgabe =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Holz 1982] Die Gedichte vom Rosengarten zu Worms, hg. von Georg Holz. Nachdruck der Ausgabe Halle 1893, Hildesheim [u.a.] 1982.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Antonia20</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24975</id>
		<title>Der Rosengarten zu Worms (A) — Übersetzung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24975"/>
		<updated>2016-11-26T16:23:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Antonia20: /* Übersetzung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Bemerkung= &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite erarbeiten Teilnehmer des [[Seminar:Proseminar &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;|Proseminars &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;]] eine eigenständige Übersetzung des Rosengartens ins Neuhochdeutsche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Übersetzung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Strophe !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;| Rosengarten (A)&amp;lt;ref&amp;gt;nach [Holz 1982]&amp;lt;/ref&amp;gt; !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 1 || Ein stat lit an dem Rine, diu ist so wünnesam / &amp;lt;br &amp;gt; und ist geheizen Wormze. sie weiz noch manec man.&amp;lt;br /&amp;gt; darinne saz ein recke, der hete stolzen muot: &amp;lt;br  /&amp;gt; er war geheizen Gibeche un was ein künec guot || Eine Stadt liegt am Rhein, welche sehr schön ist und Worms heißt. Jedermann kennt sie. Dort gab es einen stolzen Helden, der Gibeche hieß und ein mächtiger König war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 2 ||Der hete bi siner vrouwen dri süne hochgeborn &amp;lt;br  /&amp;gt; und ouch ein schoenez megedin. durch die wart verlorn &amp;lt;br/&amp;gt; manec küener degen so man uns von in seit &amp;lt;br /&amp;gt; Kriemhilt was si geheizen, diz keiserliche meit. || Dieser hatte seiner Gattin drei adelige Söhne und ein Mädchen (eine Jungfrau) geschenkt. Durch sie gingen, wie man sagt, schon einige mutige Krieger verloren. Dieses königliche Mädchen hieß Kriemhilt.  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 3 || Sie begunde vrien ein stolzer wigant, &amp;lt;br / &amp;gt; der was geheizen Sivrit, ein helt ûz Niderlant. &amp;lt;br /&amp;gt; der pflac sô grozer sterke, daz er die lewen vienc &amp;lt;br /&amp;gt; und sie mit den zegeln über die mûren hienc. || Ein stolzer Kämpfer wollte sie heiraten, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Sivrit genannt wurde, ein Held vom Niederrhein. &amp;lt;br /&amp;gt; Dieser hatte eine so große Kraft, dass er Löwen fing &amp;lt;br /&amp;gt; und sie an den Zügeln über die Mauern hielt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 4 || Dô wart ir von dem Berner wunders vil geseit. &amp;lt;br /&amp;gt; si gedâhte ir manege liste, diu keiserlîche meit,  &amp;lt;br /&amp;gt; wie si ze samene braehte die zwêne küenen man, &amp;lt;br /&amp;gt; durch daz man saehe, von welhem daz beste würde getân. || Da wurden ihr von dem Berner viele Heldentaten erzählt. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit ihrem scharfen Verstand überlegte sich die kaiserliche Jungfrau, wie sie  &amp;lt;br /&amp;gt; die zwei tapferen Männer zusammen bringen könnte, um zu sehen &amp;lt;br /&amp;gt; wer der bessere sein würde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 11 || Dô sprach der helt Walther, ein küener degen guot: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;solhe wiedertrutze durch iuweren übermuot &amp;lt;br /&amp;gt; enpietet ir rîchen künegen, die iu sint unbekannt? &amp;lt;br /&amp;gt; man vünde noch snelle helde, die vüeren durch diu lant, || Da sprach der Held Walther, ein kühner und ehrenhafter Krieger: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Seid ihr so hochmütig, mächtigen Königen, die ihr nicht einmal &amp;lt;br /&amp;gt; kennt, eine solche Herausforderung zu unterbreiten? &amp;lt;br /&amp;gt; Man fände schnell allerhand Ritter, die durch das Land zögen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 12 ||Die wol getörsten vehten vor künegen hôchgemuot. &amp;lt;br /&amp;gt; Gevrieschen&#039;z die Wülfingen, ez diuhte sie niemer guot &amp;lt;br /&amp;gt; her Dietrîch von Berne und sîne dienestman, &amp;lt;br /&amp;gt; die hânt bî unsern zîten daz beste ie getân. || doch nur die Dümmsten sind stolz vor Königen zu kämpfen. &amp;lt;br /&amp;gt; Erführen es die Wülflinge, so würde es ihnen ehrenlos erscheinen, &amp;lt;br /&amp;gt; Herrscher Dietrich von Bern und sein Gefolge &amp;lt;br /&amp;gt; haben zu unseren Zeiten das Größte geleistet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 13 || Ervüeren sie diu maere, sie vüeren über Rîn. &amp;lt;br /&amp;gt; Des müeste enkelten manec helt, des sült ir sicher sîn: &amp;lt;br /&amp;gt; der anger würde geroetet und von bluote naz.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; dô sprach diu küneginne: &#039;wie möhte uns wesen baz! || Hörten sie die Geschichte, so würden sie über den Rhein kommen. &amp;lt;br /&amp;gt; Mancher Ritter müsste dafür büßen, das sollte euch gewiss sein: &amp;lt;br /&amp;gt; der Garten würde rot gefärbt und getränkt werden vom Blut.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; Da sprach die Königin: &#039;Was gibt es Besseres für uns! &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 54 || &#039;Nummer dumme amen!&#039; sô sprach her Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wie sint diese vrouwen so rehte wunderlich, &amp;lt;br /&amp;gt;das ir vil selten keiniu will nemen einen man, &amp;lt;br /&amp;gt;ich enhabe mit ime gestriten oder muoz in noch bestan. || &#039;In Gottes Namen!&#039;, sagte Herrscher Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Wie wahrhaftig unbegreiflich sind diese Edelfrauen, &amp;lt;br /&amp;gt; dass von ihnen selten eine keinen Mann nehmen will, &amp;lt;br /&amp;gt; mit dem ich gekämpft habe oder den ich noch bekämpfen werde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 61 || Der edeln herzoginne zergienc ir gleite zehant. &amp;lt;br /&amp;gt; si gienc mit trûregem muote, dâ sie Wolfharten vant. &amp;lt;br /&amp;gt; si sprach: `Wolfhart, herre, lâz dir sin gekleit, &amp;lt;br /&amp;gt; vil tugendhafter ritter, daz min herzeleit.´ || Die noble Herzogin nahm die Situation selbst in die Hand. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit mutiger Entschlossenheit ging sie zu Wolfhart. &amp;lt;br /&amp;gt; Sie sagte: „Höre meine Klage an, &amp;lt;br /&amp;gt; du mutiger Held, was dir mein Herz zu sagen hat.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 62 || Si sprach: ´der Bernære versinnet sich niht baz, &amp;lt;br /&amp;gt; er hât gein den gesten gewendet sinen haz. &amp;lt;br /&amp;gt; nu hilf den edeln gesten, des hâst du êre und vrum, &amp;lt;br /&amp;gt; sô will ich dir ze lône geben minen magetuom.´ ||Sie sagte: „Der Berner kann sich nicht besinnen. &amp;lt;br /&amp;gt; Er hat seinen Hass gegen die Gäste gerichtet. &amp;lt;br /&amp;gt; Jetzt hilf den edlen Gästen, dadurch erhältst du Ehre und Ruhm. &amp;lt;br /&amp;gt; Dann möchte ich dir zum Lohn meine Jungfräulichkeit geben.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 70 || &#039;Wir müezen zu dem Rine&#039;, sprach der Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;da sül wir helme houwen&#039;, so sprach der wigant, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;daz daz bluot dahin vliuzet und git den widerswal&#039;. &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;danc habe&#039;, sprach do Wolfhart,&#039;so wil ich uf die wal&#039;.|| „Wir müssen zum Rhein“, sagte Herr Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;um da ein paar Helme einzuschlagen&amp;quot;. Der Krieger sagte weiter noch: &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;Dass das Blut nur so dahinfließt und die Gier zurück strömt &amp;lt;br /&amp;gt; Wolfhart sprach ihm seinen Dank aus und sagte: &amp;quot;So will ich auf das Schlachtfeld!&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 71 || &#039;Wol dan,ir werten geste&#039;, sprach Wolfhart sa zehant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;leit abe und lat behalten iuwer stehelin gewant &amp;lt;br /&amp;gt;und ezzet mines herren brot und trinket sinen win,&amp;lt;br /&amp;gt;man git es iu willecliche, swie lange ir hie wellet sin&#039;.||&amp;quot;Also dann, Liebe Gäste&amp;quot;, sagte Wolfhart sogleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Leider aber, habt ihr eure stählernen Rüstungen an gelassen&amp;lt;br /&amp;gt;und esst das Essen meines Vorgesetzten (Herren) und trinkt auch seinen Wein,&amp;lt;br /&amp;gt;Man gibt euch das freiwillig, solange ihr hier sein wollt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 72 ||Des vröuten sich die geste mit vroelicher art.&amp;lt;br /&amp;gt;vil manec liehter halsberc do behalten wart.&amp;lt;br /&amp;gt;pfeller unde samit leiten sie mit vröuden an.&amp;lt;br /&amp;gt;man sach die edeln geste zühtecliche gan.||Wegen dieser Worte freuten sich die Gäste auf eine lebhafte Art und Weise.&amp;lt;br /&amp;gt;Dennoch blieb der ein, oder andere Teil der Rüstung, die den Hals und Oberkörper bedeckte, doch angezogen. &amp;lt;br /&amp;gt;Feines, kostbares Seidenzeug und Samt zogen sie gerne an.&amp;lt;br /&amp;gt;Man konnte beobachten, wie sie sich der Etikette entsprechend verhielten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 73 ||Do gap man den küenen recken ein groze kraft,&amp;lt;br /&amp;gt;daz man uf der vürsten hove heizet wirtschaft.&amp;lt;br /&amp;gt;do beliben sie ze Berne unz an den zehnden tac,&amp;lt;br /&amp;gt;die wile manec ritter it in kurzewile pflac.||Dann gab man den ehrenhaften Kriegern eine große Kraft (?...eine große Motivation??)&amp;lt;br /&amp;gt;Die man am Hof des Fürsten Wirtschaft nannte.&amp;lt;br /&amp;gt;Dann blieben sie zehn Tage lang in Bern&amp;lt;br /&amp;gt;Bis das Anwesen einige Ritter mit Langeweile plagte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 74 ||Zehen hunderrt marc goldes gap in der Berne do&amp;lt;br /&amp;gt;die hochgelobten geste machete er alle vro&amp;lt;br /&amp;gt;und kleite sie alle geliche in guot pfellergewant,&amp;lt;br /&amp;gt;beslagen wol mit golde: daz namen sie zehant.||Da gab der Berner ihnen 10 000 Goldmark&amp;lt;br /&amp;gt; und machte den hochgewürdigten Gästen eine Freude&amp;lt;br /&amp;gt; und kleidete sie alle mit kostbaren Gewändern.&amp;lt;br /&amp;gt;Völlig mit Gold überschüttet nahmen sie es sogleich an. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 75 ||Do gienc der herzoge mit vünf hundert siner man&amp;lt;br /&amp;gt;vil gezogenliche vür den Berner stan.&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;vil edeler vürste, möht ez in hulden sin,&amp;lt;br /&amp;gt;den urloup heten wir gerne: wir wollten an den Rin&#039;.||Da ging der Hezrog mit 500 seiner Männer&amp;lt;br /&amp;gt;die für den berner stramm standen.&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Edler Fürst, kann es in ihrem Sinne sein,&amp;lt;br /&amp;gt;wenn wir gerne die Erlaubnis hätten an den Rhein gehen zu können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 76 ||Do sprach der Voget von Berne, der degen unverzeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;min urloup und min hulde diu istiu unverseit.&amp;lt;br /&amp;gt; ich geleite iuch uz mimlande mit vünf hundert man.&amp;lt;br /&amp;gt;welt ir hie langer beliben, daz ist liebe mir getan&#039;||Da sagte der Fürst von Bern, der unerschorckene Krieger:&amp;lt;br /&amp;gt;Sowhol meine Erlaubnis zu gehen, als auch mein Wohlwollen bleibt euch verwehrt.&amp;lt;br /&amp;gt;ICh werde euch mit 500 Man aus meine Land geleiten/begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;Hättet ihr länger bleiben wollen, hättet ihr mir eine große Freude bereitet&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 77 ||Des dankete im tugentlche der herzoge Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;vil edeler voget von Berne, wir wolten an den Rin&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;die herren von dem Rine wurden in stahel do gekleit.&amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne do selbe mit in reit||In seiner Besonnenheit dankte ihm der Herzog Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Edeslter HErzog von bern, wir wollten an den Rhein&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Männer vom Rhein legten darauf ihre Rüstungen an&amp;lt;br /&amp;gt; und der edle Fürst von Bern ritt mit ihnen mit. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 78 ||Mit vünf hundert siner man, so er sie tiurest vant.&amp;lt;br /&amp;gt;er geleite sie mit eren durch Lampartenlant.&amp;lt;br /&amp;gt;do sie von Berne kamenund Garte sahen an,&amp;lt;br /&amp;gt;do sprach der herzoge ze dem Berner lobesam:||Mit 500 seiner Männer, die er unbedingt dabei haben wollte.&amp;lt;br /&amp;gt;Er führte sie ausgezeichnet durch die Lombardei.&amp;lt;br /&amp;gt;Als sie aus Bern ankamen und den Garten erblickten, &amp;lt;br /&amp;gt;sagte der Herzog zum Berner feierlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 79 ||&#039;Nu keret wider, herre, heim in iuwer lant,&amp;lt;br /&amp;gt;ir hat uns verre gedient mit [iuwren] helden hochgenant.&amp;lt;br /&amp;gt;swaz ir nu welt enpieten der keiserlichen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wirt ir endeliche da von mir geseit&#039;||&amp;quot;Herr, nun kehrt wieder in eure Heimat/euer Land zurück.&amp;lt;br /&amp;gt;Ihr habt uns gut geholfen mit euren tapferen Helden.&amp;lt;br /&amp;gt;Was ihr dem kaiserlichen Mädchen anbieten wollt, &amp;lt;br /&amp;gt;ich habe es der Herrin bereits ausgerichet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 80 ||Do sprach der Bernaer: &#039;nu saget der Künegin,&amp;lt;br /&amp;gt;si müeze ir widertrutze selbe triben in,&amp;lt;br /&amp;gt;die si mir hat enpoten  in min eigen lant.&amp;lt;br /&amp;gt;des mac wol entkelten manec küener wigant.||Da sagte der Berner: &amp;quot;Nun richte der Königin aus:&amp;lt;br /&amp;gt;Dass sie ihren Widerstand/Trotz, wieder loswerden muss,&amp;lt;br /&amp;gt;den sie mir in mein eigenes Land gebracht hat.&amp;lt;br  /&amp;gt;Das sollte so manchen Helden entlohnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 81 ||Saget ir, ich habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz ich irhochvart nht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringe ich über Rin&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Teilt ihr mit, dass ich in Bern genauso viele Rosen habe,&amp;lt;br /&amp;gt;dass man ihre Pracht nicht übersehen kann.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Krieger bringe ich über den Rhein mit,&amp;lt;br  /&amp;gt;damit sie utiig um Rosenkränze kämpfen (fechten)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 82 ||Dannoch bringe ich zwelve uf den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten wol ir zwelve getürren bestan&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;urloup nam mit zühten der von Brabant. &amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne reit heim in sin lant.||Dann bringe ich noch Zwölf auf den grünen Platz (Garten?)&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem Rosengarten ihre Zwölf tapfer überwinden werden&amp;quot;.Der von Brabant nahm höflich Abschied&amp;lt;br /&amp;gt;und der edle Fürst von Bern kehrte in sein Land zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 83 ||Kriemhilte der küneginne wurden diu maere geseit,&amp;lt;br /&amp;gt;des vröute sich heimliche diu keiserliche meit.&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt diu küneginne do niht langer beit,&amp;lt;br /&amp;gt;it ir juncvrouwen si sich do bereit.||Der Königin Kriemhilte wurden die Neuigkeiten mitgeteilt,&amp;lt;br /&amp;gt;wobei sie sich über die Nachrichten heimlich freute (ins Fäustchen lachte)&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt, die Königin, zögerte nicht lange,&amp;lt;br  /&amp;gt;bisweilen tauschte sie sich mit ihren Beraterinnen aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 84 ||Diu junge herzoginne gienc ir an der hant,&amp;lt;br /&amp;gt;die wolte si ze wibe geben deme von Brabant.&amp;lt;br /&amp;gt;[diu selbe junvvrouwe truoc ein kleit an,&amp;lt;br /&amp;gt;dardurch da schein ir lip, der was so wolgetan.||Die junge Herzogin, die sie dem von Brabant zur Frau geben wollte,&amp;lt;br /&amp;gt;nahm ihre Hand.&amp;lt;br /&amp;gt;Die besagte Frua hatte ein Kleid an,&amp;lt;br  /&amp;gt;welches ihre schöne Gestalt/Figur betonte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 85 ||Ir arme waren wiz, blanc als ein hermelin.&amp;lt;br /&amp;gt;under den juncvrouwen mohte si i diu schoenste sin.]&amp;lt;br /&amp;gt;mit den slben meiden si ime engegene ginec,&amp;lt;br /&amp;gt;wie rehte güetliche in diu künegin enpfienc:||Ihre Arme waren so weiß, so weiß (weiser als?) wie Hermelinfell.&amp;lt;br /&amp;gt;Unter den jungen Frauen war sie die Schönste.&amp;lt;br /&amp;gt;Mit den gleichen jungen Frauen, mit denen sie Zeit verbrachte (???)&amp;lt;br  /&amp;gt;Die Königin empfieng ihn freundlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 86 ||&#039;Wis gote willekommen,ein herzoge uz Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;waz enpiutet uns der von Berne in unser eigen lant?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;edeliu künegin, des werdet itr wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;er wil vür iuch bringen eine ungevüege schar.||&amp;quot;Grüß Gott Herzog aus Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;Was bietet uns der von Bern auf unserem eigenen Boden an?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Eure Hoheit, ihr solltet euer Augenmerk darauf richten,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass der Berner wegen Euch eine ungestüme Horde her bringen will.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 87 ||Iu enpiutet der von Berne, vil edeliu künegin,&amp;lt;br /&amp;gt; ir müezet iuweern widertutz triben wider in,,&amp;lt;br /&amp;gt;den ir im hat enpoten in sin eigen lant,&amp;lt;br /&amp;gt;und des müge wol enkelten manec stolzer wigant.||Eure Majestät, es bittet euch der Berner,&amp;lt;br /&amp;gt;dass sie den Unmut abwenden, den Sie in sein Land gebracht haben&amp;lt;br /&amp;gt; und dass, das so manchen stolzen Helden entlohnen sollte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 88 ||Er sprichet, er habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz er iuwer hochvart niht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringet er über Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Er behauptete, er hätte ni Bern so viele Rosen&amp;lt;br /&amp;gt;dass er eure Pracht (an Rosen) gar nicht sehen will.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Mann wird er über den Rhein hier her bringen,&amp;lt;br  /&amp;gt;die mutig um die Rosenkränze kämpfen sollen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 89 ||Darzuo bringet er zwelve 8f den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten iuwer zwelve wol türren bestan&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wol mich, ein werder vürste, ein herzoge uz Brabant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ich dich ie gein Berne ze Boten han gesant!||Des Weiteren bringt er noch zwölf Weitere,&amp;lt;br /&amp;gt;die im Rosengarten eure zwölf Mutigsten besiegen sollen&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Zolle mir Anerkennung, werter Fürst, Herzog aus Brabant,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass ich dich jemals als Boten nach Bern geschickt habe!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 90 ||Des gat ez an ein houwen, daz man siht daz bluot,&amp;lt;br /&amp;gt;so siht man helme schroten manegen ritter guot.&amp;lt;br /&amp;gt;swer vrume boten sendet, der verliuset niht daran.&amp;lt;br /&amp;gt;nu wil ich dir geben, swaz ich dir gelobet han&#039;.||Dabei handelt es sich um eine Schlacht, bei der man viel Blut fließen shen wird.&amp;lt;br /&amp;gt;Wo Hellebarden so manchen tapferen Krieger verwunden werden.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer Boten schickt, die brauchbar sind, hat  nichts zu verlieren.&amp;lt;br  /&amp;gt;Nun will ich dir geben, was ich dir versprochen habe&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 105 ||&#039;Noch weiz ich dort einen, vor deme ich sorge han:&amp;lt;br /&amp;gt;wer sol uns in den rôsen den zwelften held bestân?&amp;lt;br /&amp;gt;der ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten recken ein.&#039;||&amp;quot;Einen kenne ich dort noch, vor dem ich Sorge habe:&amp;lt;br /&amp;gt;Wer soll für uns im Rosengarten den zwölften Helden überwältigen?&amp;lt;br /&amp;gt;Dessen Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br  /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Krieger.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 106 ||&#039;Deme ich sînen kempfen, weiz got, niht vinden kann,&amp;lt;br /&amp;gt;was Dietleip von Stîre, der ist ein starker man.&amp;lt;br /&amp;gt;hülf uns der degen junge, vil lieber herre min,&amp;lt;br /&amp;gt;so möhten wir mit vröuden wol riten an den Rin.&#039;||&amp;quot;Für ihn kann ich, weiß Gott, keinen Kämpfer finden,&amp;lt;br /&amp;gt;außer Dietleip von Stire, der ein starker Mann ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Sollte uns dieser junge Ritter helfen, mein viel geliebter Herr,&amp;lt;br  /&amp;gt;so wollen wir gewiss voller Freude an den Rhein reiten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 107 ||Dô sprach der wol gezogene von Berne her Dietrich:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;ich hân ime gedienet kleine, daz riuwet iezuo mich,&amp;lt;br /&amp;gt;wist er diu rehten maere von Kriemhilte übermuot,&amp;lt;br /&amp;gt;so rite mit uns an den Rin der edel degen guot.&lt;br /&gt;
||Da sprach der wohl erzogene Fürst Dietrich von Berne:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Ich habe ihm nur kurze Zeit gedient, das bedauere ich jetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Wüsste er die wahren Geschichten von Kriemhilts Hochmut,&amp;lt;br  /&amp;gt;würde der mächtige und ehrenhafte Ritter mit uns an den Rhein reiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 108 ||Hêt ich nu einen boten&#039;, sprach her Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;der mir wolte werben die boteschaft endelich,&amp;lt;br /&amp;gt;mit deme sô wolte ich teilen bürge unde lant.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;dô sprach der junge Sigestap: &#039;ich wirbe ez al zehant.&#039;&lt;br /&gt;
||Hätte ich doch nur einen Boten&amp;quot;, sprach Herr Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;der mir die Botschaft unverzüglich überbringen kann,&amp;lt;br /&amp;gt;so will ich Burg und Landbesitz mit ihm teilen.&amp;quot;&amp;lt;br  /&amp;gt;Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Ich überbringe die Botschaft auf der Stelle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 109 ||Des dankete ime in zühten der Berner unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap der junge gein Stire balde reit,&amp;lt;br /&amp;gt;er suochte Dietleiben, den vil snellen degen.&amp;lt;br /&amp;gt;gein vünf hundert rittern was er in strîte erwegen.&lt;br /&gt;
||Das dankte ihm der Berner in Ehrerbietung.&amp;lt;br /&amp;gt;Der Jüngling Sigestap ritt bald nach Stire,&amp;lt;br /&amp;gt;und suchte Dietleiben,den sehr gewandten Kämpfer.&amp;lt;br  /&amp;gt;Dieser konnte sich in der Schlacht gegen fünfhundert Ritter behaupten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 110 ||Sigestap der junge gein Stîre geriten kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als eime degen küene harte wol gezam.&amp;lt;br /&amp;gt;dô enpfienc in tugentlîche Biterolf zehant,&amp;lt;br /&amp;gt;er vrâgete in der maere: diu tete er ime bekant.||Der Knabe Sigestap kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als ein dem tapferen Kämpfer besonders Wohlgesonnener, nach Stire geritten.&amp;lt;br /&amp;gt;Da empfing ihn zugleich Biterolf edelmütig&amp;lt;br  /&amp;gt;und fragte nach der Geschichte: er machte sie ihm bekannt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 111 ||Dô sprach der alte Biterolf: &#039;ir müget tôren sin,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir durch rôsen willen ritet an  den Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;und daz ir welt volgen einer unsinnigen meit&amp;lt;br /&amp;gt;diu durch ir grôze affenheit daz mort zesamene treit.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: &amp;quot;Ihr müsst verrückt sein,&amp;lt;br /&amp;gt;dass Ihr wegen Rosen an den Rhein reitet&amp;lt;br /&amp;gt;und dass Ihr einer irren Jungfrau folgt,&amp;lt;br /&amp;gt;die durch ihre große Albernheit ein Blutbad verursacht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 112 || Dô sprach aber Sigestap: &#039;ez enwirt mir niemer leit.&amp;lt;br /&amp;gt;ich bin deste holder der keiserlîchen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz si gerne siht vehten die recken unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;des versuochet dâ manec ritter die sîne manheit.&#039; || Da aber sprach Sigestap: &amp;quot;Es tut mir nicht mehr leid.&amp;lt;br /&amp;gt;Umso mehr bin ich der herrlichen Jungfrau wohlgesonnen,&amp;lt;br /&amp;gt;weil sie gerne die furchtlosen Helden kämpfen sieht.&amp;lt;br /&amp;gt;Da möchte mancher Ritter seine Männlichkeit auf die Probe stellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 113 ||Do sprach der alte Biterolf: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rine bringet rosen ein michel teil.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietlein ist niht hie heime, er ist ze Bechelar&amp;lt;br /&amp;gt;bi dem milten marcgraven, daz sage ich dir vürwar.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietleip ist nicht zu Hause, er ist in Bachelar&amp;lt;br /&amp;gt;bei dem gütigen Marktgrafen, das kannst du mir glauben.&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 114 ||Sigestrap der junge urloup von dannen nam&amp;lt;br /&amp;gt;und reit hin gein Bechelaren, der degen lobesam.&amp;lt;br /&amp;gt;do enpfienc in tugentliche der [milte] marcgrave starc &amp;lt;br /&amp;gt;und darzuo manec ritter, ir keiner daz verbarc.&#039;|| Daraufhin nahm der junge Sigestap Abschied&amp;lt;br /&amp;gt; und der ruhmreiche Ritter ritt weiter nach Bachelaren.&amp;lt;br /&amp;gt; Edel empfing ihn dort der [gütige und] starke Marktgraf &amp;lt;br /&amp;gt; und dazu mancher Ritter, wie nicht zu übersehen war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 115 ||Sie vrâgeten in der maere, diu wurden in kunt getân.&amp;lt;br /&amp;gt;dô der milte marcgrâve diu maere dô vernam,&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;ritet ir ze dem Rîne, daz ist kintllch getân,&amp;lt;br /&amp;gt;ir möhtet alsô sanfte ze Berne rôsen gezogen hân.||Sie fragten ihn nach den Geschichten, diese wurden ihnen bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt; So vernahm auch der gütige Markgraf diese Geschichten&amp;lt;br /&amp;gt; und sprach: &amp;quot;Es ist unüberlegt, an den Rhein zu reiten. &amp;lt;br /&amp;gt; Ihr möchtet also gerne Rosen nach Berne bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 116 ||Die zwelve in dem garten sint mir wol bekant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz sint wol die küensten, die haben alliu lant.&amp;lt;br /&amp;gt;werdet ir in dem garten sigelôs oder erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;sô wirt alliu disiu werlt ir spot ûf iuch tragen,&amp;lt;br /&amp;gt;[daz ir alle volget einer vâlandin&amp;lt;br /&amp;gt; und welt durch rôsen willen riten an den Rin.&#039;]||Ich kenn die Zwölf in dem Garten sehr gut,&amp;lt;br /&amp;gt; sie sind wohl die Tapfersten aller Länder.&amp;lt;br /&amp;gt;Bleibt ihr im Garten sieglos oder werdet erschlagen,&amp;lt;br /&amp;gt;so wird euch der Spott der ganzen Welt zu Teil.&amp;lt;br /&amp;gt;[dass ihr alle einer Teufelin folgt&amp;lt;br /&amp;gt;und wegen Rosen an den Rhein reiten wollt.&amp;quot;] &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 117 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;des hân wir uns erwegen,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wir in dem garten strîtes wellen pflegen,&amp;lt;br /&amp;gt;swer uns hât vür tôren, der tôret sêre daran,&amp;lt;br /&amp;gt;sie slahent uns niht sêre, komen wir ûf den plân,&amp;lt;br /&amp;gt;[wir hân in schiere vergolten mit starken siegen grôz,&amp;lt;br /&amp;gt; wir machen sie under den helmen aller vröuden blôz.]||Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Wir haben uns dazu entschieden,&amp;lt;br /&amp;gt;dass wir im Garten kämpfen wollen.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer uns für Dummköpfe hält,der täuscht sich darin gewaltig.&amp;lt;br /&amp;gt;Sie werden uns nicht viel Schaden zufügen, wenn wir auf den Kampfplatz kommen.&amp;lt;br /&amp;gt;[Wir werden uns in aller Schnelle mit gewaltigen Schlägen rächen&amp;lt;br /&amp;gt;und entledigen sie unter den Helmen aller Freuden.]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 118 ||Vünde ich niuwan Dietleiben, den küenen jungen man,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns in dem garten wolte bî gestân,&amp;lt;br /&amp;gt;zergangen waer unser swaere&#039;, sprach der vürste klâr,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;und vröute sich min gemüete, daz sage ich iu vürwar.&#039;||Fände ich doch nur Dietleiben, den tapferen, jungen Mann,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns im Garten beistehen wolle,&amp;lt;br /&amp;gt;vergessen wäre unser Kummer&amp;quot;, sprach der Fürst mit Nachdruck,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;und mein Gemüt wäre erheitert, das könnt ihr mir glauben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 119 ||Des dankete ime mit zühten der milte marcman:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;Dietleip ist niht hie heime, wil ich dich wizzen lân:&amp;lt;br /&amp;gt;er ist ze den Sibenbürgen, dâ ist er worden wunt&amp;lt;br /&amp;gt;von eime merwunder des lîbes ungesunt.&#039;||Das dankte ihm der gütige Markgraf mit Höflichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Du sollst wissen, dass Dietleip nicht zu Hause ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Er ist in Sibenbürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er vor ungesundem Liebeskummer krank geworden ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 120 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;ich muoz ze ime dar.&amp;lt;br /&amp;gt;jâ sol man in den rôsen werden wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;swenn einer gein dem andern durch die rôsen beginnet.&#039;||Da sprach der Jüngling Sigestap: Ich muss zu ihm gehen.&amp;lt;br /&amp;gt;Ja man soll sich im Rosengarten auf etwas gefasst machen,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;wenn einer nach dem anderen durch die Rosen dringt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 121 ||Dô sprach der marcgrâve: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rîne bringet rôsen ein michel teil,&amp;lt;br /&amp;gt;ich spriche ez zewâre, ich gan iu der êren wol.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reit von dannen, als er von rehte sol.||Da sprach der Markgraf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ich sage es euch fürwahr, ich gönne euch die Ehren sehr.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reitet davon, um der Pflicht nachzukommen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 122 ||Er wolte zen Sibenbürgen, dô er gein Wiene kam,&amp;lt;br /&amp;gt;dô vant er Dietleiben vor eime münster stân.&amp;lt;br /&amp;gt;dâ wart er schône enpfangen von dem degene dô.&amp;lt;br /&amp;gt;daz er in hête vunden, des wâren sie beide vrô.||Er wollte nach Sibenbürgen, als er nach Wien kam,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er Dietleiben vor einem Münster stehend fand.&amp;lt;br /&amp;gt;Er wurde von dem Helden freundlich empfangen&amp;lt;br /&amp;gt;und beide waren sie froh, dass er ihn gefunden hatte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 123 ||Do vrâgete er in der maere, diu wurden im kunt getan.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;welher ist der eine, der mich sol bestân?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;er ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten vürsten ein.&#039;||Dietleiben fragte nach der Geschichte und sie wurde ihm bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Welcher ist derjenige, der gegen mich antreten soll?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Sein Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Fürsten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 124 ||&#039;Jâ daz tuon ich gerne, ich hoere von deme wol sagen,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe bî sinen zîten recken vil erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;und sleht er mich ze tôde, er ist ein biderman.&amp;lt;br /&amp;gt;ich wil in ûf mîne triuwe willeclîche bestân.&#039;||&amp;quot;Ja das mache ich gerne, ich hörte gewiss von ihm,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe zu seiner Zeit viele Ritter getötet.&amp;lt;br /&amp;gt;Und sollte er mich zu Tode schlagen, ist er ein Ehrenmann.&amp;lt;br /&amp;gt;Bei meiner Ehre, ich will entschlossen gegen ihn antreten. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Textausgabe =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Holz 1982] Die Gedichte vom Rosengarten zu Worms, hg. von Georg Holz. Nachdruck der Ausgabe Halle 1893, Hildesheim [u.a.] 1982.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Antonia20</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24974</id>
		<title>Der Rosengarten zu Worms (A) — Übersetzung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Rosengarten_zu_Worms_(A)_%E2%80%94_%C3%9Cbersetzung&amp;diff=24974"/>
		<updated>2016-11-26T16:13:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Antonia20: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Bemerkung= &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite erarbeiten Teilnehmer des [[Seminar:Proseminar &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;|Proseminars &amp;quot;Einführung in die Heldenepik: Der Rosengarten zu Worms&amp;quot;]] eine eigenständige Übersetzung des Rosengartens ins Neuhochdeutsche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Übersetzung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Strophe !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;| Rosengarten (A)&amp;lt;ref&amp;gt;nach [Holz 1982]&amp;lt;/ref&amp;gt; !! style=&amp;quot;background:#e3888a;&amp;quot;|Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 1 || Ein stat lit an dem Rine, diu ist so wünnesam / &amp;lt;br &amp;gt; und ist geheizen Wormze. sie weiz noch manec man.&amp;lt;br /&amp;gt; darinne saz ein recke, der hete stolzen muot: &amp;lt;br  /&amp;gt; er war geheizen Gibeche un was ein künec guot || Eine Stadt liegt am Rhein, welche sehr schön ist und Worms heißt. Jedermann kennt sie. Dort gab es einen stolzen Helden, der Gibeche hieß und ein mächtiger König war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 2 ||Der hete bi siner vrouwen dri süne hochgeborn &amp;lt;br  /&amp;gt; und ouch ein schoenez megedin. durch die wart verlorn &amp;lt;br/&amp;gt; manec küener degen so man uns von in seit &amp;lt;br /&amp;gt; Kriemhilt was si geheizen, diz keiserliche meit. || Dieser hatte seiner Gattin drei adelige Söhne und ein Mädchen (eine Jungfrau) geschenkt. Durch sie gingen, wie man sagt, schon einige mutige Krieger verloren. Dieses königliche Mädchen hieß Kriemhilt.  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 3 || Sie begunde vrien ein stolzer wigant, &amp;lt;br / &amp;gt; der was geheizen Sivrit, ein helt ûz Niderlant. &amp;lt;br /&amp;gt; der pflac sô grozer sterke, daz er die lewen vienc &amp;lt;br /&amp;gt; und sie mit den zegeln über die mûren hienc. || Ein stolzer Kämpfer wollte sie heiraten, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Sivrit genannt wurde, ein Held vom Niederrhein. &amp;lt;br /&amp;gt; Dieser hatte eine so große Kraft, dass er Löwen fing &amp;lt;br /&amp;gt; und sie an den Zügeln über die Mauern hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 11 || Dô sprach der helt Walther, ein küener degen guot: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;solhe wiedertrutze durch iuweren übermuot &amp;lt;br /&amp;gt; enpietet ir rîchen künegen, die iu sint unbekannt? &amp;lt;br /&amp;gt; man vünde noch snelle helde, die vüeren durch diu lant, || Da sprach der Held Walther, ein kühner und ehrenhafter Krieger: &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Seid ihr so hochmütig, mächtigen Königen, die ihr nicht einmal &amp;lt;br /&amp;gt; kennt, eine solche Herausforderung zu unterbreiten? &amp;lt;br /&amp;gt; Man fände schnell allerhand Ritter, die durch das Land zögen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 12 ||Die wol getörsten vehten vor künegen hôchgemuot. &amp;lt;br /&amp;gt; Gevrieschen&#039;z die Wülfingen, ez diuhte sie niemer guot &amp;lt;br /&amp;gt; her Dietrîch von Berne und sîne dienestman, &amp;lt;br /&amp;gt; die hânt bî unsern zîten daz beste ie getân. || doch nur die Dümmsten sind stolz vor Königen zu kämpfen. &amp;lt;br /&amp;gt; Erführen es die Wülflinge, so würde es ihnen ehrenlos erscheinen, &amp;lt;br /&amp;gt; Herrscher Dietrich von Bern und sein Gefolge &amp;lt;br /&amp;gt; haben zu unseren Zeiten das Größte geleistet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 13 || Ervüeren sie diu maere, sie vüeren über Rîn. &amp;lt;br /&amp;gt; Des müeste enkelten manec helt, des sült ir sicher sîn: &amp;lt;br /&amp;gt; der anger würde geroetet und von bluote naz.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; dô sprach diu küneginne: &#039;wie möhte uns wesen baz! || Hörten sie die Geschichte, so würden sie über den Rhein kommen. &amp;lt;br /&amp;gt; Mancher Ritter müsste dafür büßen, das sollte euch gewiss sein: &amp;lt;br /&amp;gt; der Garten würde rot gefärbt und getränkt werden vom Blut.&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; Da sprach die Königin: &#039;Was gibt es Besseres für uns! &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 54 || &#039;Nummer dumme amen!&#039; sô sprach her Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wie sint diese vrouwen so rehte wunderlich, &amp;lt;br /&amp;gt;das ir vil selten keiniu will nemen einen man, &amp;lt;br /&amp;gt;ich enhabe mit ime gestriten oder muoz in noch bestan. || &#039;In Gottes Namen!&#039;, sagte Herrscher Dietrich, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;Wie wahrhaftig unbegreiflich sind diese Edelfrauen, &amp;lt;br /&amp;gt; dass von ihnen selten eine keinen Mann nehmen will, &amp;lt;br /&amp;gt; mit dem ich gekämpft habe oder den ich noch bekämpfen werde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 61 || Der edeln herzoginne zergienc ir gleite zehant. &amp;lt;br /&amp;gt; si gienc mit trûregem muote, dâ sie Wolfharten vant. &amp;lt;br /&amp;gt; si sprach: `Wolfhart, herre, lâz dir sin gekleit, &amp;lt;br /&amp;gt; vil tugendhafter ritter, daz min herzeleit.´ || Die noble Herzogin nahm die Situation selbst in die Hand. &amp;lt;br /&amp;gt; Mit mutiger Entschlossenheit ging sie zu Wolfhart. &amp;lt;br /&amp;gt; Sie sagte: „Höre meine Klage an, &amp;lt;br /&amp;gt; du mutiger Held, was dir mein Herz zu sagen hat.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 62 || Si sprach: ´der Bernære versinnet sich niht baz, &amp;lt;br /&amp;gt; er hât gein den gesten gewendet sinen haz. &amp;lt;br /&amp;gt; nu hilf den edeln gesten, des hâst du êre und vrum, &amp;lt;br /&amp;gt; sô will ich dir ze lône geben minen magetuom.´ ||Sie sagte: „Der Berner kann sich nicht besinnen. &amp;lt;br /&amp;gt; Er hat seinen Hass gegen die Gäste gerichtet. &amp;lt;br /&amp;gt; Jetzt hilf den edlen Gästen, dadurch erhältst du Ehre und Ruhm. &amp;lt;br /&amp;gt; Dann möchte ich dir zum Lohn meine Jungfräulichkeit geben.“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 70 || &#039;Wir müezen zu dem Rine&#039;, sprach der Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;da sül wir helme houwen&#039;, so sprach der wigant, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;daz daz bluot dahin vliuzet und git den widerswal&#039;. &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;danc habe&#039;, sprach do Wolfhart,&#039;so wil ich uf die wal&#039;.|| „Wir müssen zum Rhein“, sagte Herr Hiltebrant, &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;um da ein paar Helme einzuschlagen&amp;quot;. Der Krieger sagte weiter noch: &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;quot;Dass das Blut nur so dahinfließt und die Gier zurück strömt &amp;lt;br /&amp;gt; Wolfhart sprach ihm seinen Dank aus und sagte: &amp;quot;So will ich auf das Schlachtfeld!&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 71 || &#039;Wol dan,ir werten geste&#039;, sprach Wolfhart sa zehant, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;leit abe und lat behalten iuwer stehelin gewant &amp;lt;br /&amp;gt;und ezzet mines herren brot und trinket sinen win,&amp;lt;br /&amp;gt;man git es iu willecliche, swie lange ir hie wellet sin&#039;.||&amp;quot;Also dann, Liebe Gäste&amp;quot;, sagte Wolfhart sogleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Leider aber, habt ihr eure stählernen Rüstungen an gelassen&amp;lt;br /&amp;gt;und esst das Essen meines Vorgesetzten (Herren) und trinkt auch seinen Wein,&amp;lt;br /&amp;gt;Man gibt euch das freiwillig, solange ihr hier sein wollt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 72 ||Des vröuten sich die geste mit vroelicher art.&amp;lt;br /&amp;gt;vil manec liehter halsberc do behalten wart.&amp;lt;br /&amp;gt;pfeller unde samit leiten sie mit vröuden an.&amp;lt;br /&amp;gt;man sach die edeln geste zühtecliche gan.||Wegen dieser Worte freuten sich die Gäste auf eine lebhafte Art und Weise.&amp;lt;br /&amp;gt;Dennoch blieb der ein, oder andere Teil der Rüstung, die den Hals und Oberkörper bedeckte, doch angezogen. &amp;lt;br /&amp;gt;Feines, kostbares Seidenzeug und Samt zogen sie gerne an.&amp;lt;br /&amp;gt;Man konnte beobachten, wie sie sich der Etikette entsprechend verhielten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 73 ||Do gap man den küenen recken ein groze kraft,&amp;lt;br /&amp;gt;daz man uf der vürsten hove heizet wirtschaft.&amp;lt;br /&amp;gt;do beliben sie ze Berne unz an den zehnden tac,&amp;lt;br /&amp;gt;die wile manec ritter it in kurzewile pflac.||Dann gab man den ehrenhaften Kriegern eine große Kraft (?...eine große Motivation??)&amp;lt;br /&amp;gt;Die man am Hof des Fürsten Wirtschaft nannte.&amp;lt;br /&amp;gt;Dann blieben sie zehn Tage lang in Bern&amp;lt;br /&amp;gt;Bis das Anwesen einige Ritter mit Langeweile plagte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 74 ||Zehen hunderrt marc goldes gap in der Berne do&amp;lt;br /&amp;gt;die hochgelobten geste machete er alle vro&amp;lt;br /&amp;gt;und kleite sie alle geliche in guot pfellergewant,&amp;lt;br /&amp;gt;beslagen wol mit golde: daz namen sie zehant.||Da gab der Berner ihnen 10 000 Goldmark&amp;lt;br /&amp;gt; und machte den hochgewürdigten Gästen eine Freude&amp;lt;br /&amp;gt; und kleidete sie alle mit kostbaren Gewändern.&amp;lt;br /&amp;gt;Völlig mit Gold überschüttet nahmen sie es sogleich an. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 75 ||Do gienc der herzoge mit vünf hundert siner man&amp;lt;br /&amp;gt;vil gezogenliche vür den Berner stan.&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;vil edeler vürste, möht ez in hulden sin,&amp;lt;br /&amp;gt;den urloup heten wir gerne: wir wollten an den Rin&#039;.||Da ging der Hezrog mit 500 seiner Männer&amp;lt;br /&amp;gt;die für den berner stramm standen.&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Edler Fürst, kann es in ihrem Sinne sein,&amp;lt;br /&amp;gt;wenn wir gerne die Erlaubnis hätten an den Rhein gehen zu können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 76 ||Do sprach der Voget von Berne, der degen unverzeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;min urloup und min hulde diu istiu unverseit.&amp;lt;br /&amp;gt; ich geleite iuch uz mimlande mit vünf hundert man.&amp;lt;br /&amp;gt;welt ir hie langer beliben, daz ist liebe mir getan&#039;||Da sagte der Fürst von Bern, der unerschorckene Krieger:&amp;lt;br /&amp;gt;Sowhol meine Erlaubnis zu gehen, als auch mein Wohlwollen bleibt euch verwehrt.&amp;lt;br /&amp;gt;ICh werde euch mit 500 Man aus meine Land geleiten/begleiten.&amp;lt;br /&amp;gt;Hättet ihr länger bleiben wollen, hättet ihr mir eine große Freude bereitet&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 77 ||Des dankete im tugentlche der herzoge Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;vil edeler voget von Berne, wir wolten an den Rin&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;die herren von dem Rine wurden in stahel do gekleit.&amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne do selbe mit in reit||In seiner Besonnenheit dankte ihm der Herzog Sabin:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Edeslter HErzog von bern, wir wollten an den Rhein&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;Die Männer vom Rhein legten darauf ihre Rüstungen an&amp;lt;br /&amp;gt; und der edle Fürst von Bern ritt mit ihnen mit. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 78 ||Mit vünf hundert siner man, so er sie tiurest vant.&amp;lt;br /&amp;gt;er geleite sie mit eren durch Lampartenlant.&amp;lt;br /&amp;gt;do sie von Berne kamenund Garte sahen an,&amp;lt;br /&amp;gt;do sprach der herzoge ze dem Berner lobesam:||Mit 500 seiner Männer, die er unbedingt dabei haben wollte.&amp;lt;br /&amp;gt;Er führte sie ausgezeichnet durch die Lombardei.&amp;lt;br /&amp;gt;Als sie aus Bern ankamen und den Garten erblickten, &amp;lt;br /&amp;gt;sagte der Herzog zum Berner feierlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 79 ||&#039;Nu keret wider, herre, heim in iuwer lant,&amp;lt;br /&amp;gt;ir hat uns verre gedient mit [iuwren] helden hochgenant.&amp;lt;br /&amp;gt;swaz ir nu welt enpieten der keiserlichen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wirt ir endeliche da von mir geseit&#039;||&amp;quot;Herr, nun kehrt wieder in eure Heimat/euer Land zurück.&amp;lt;br /&amp;gt;Ihr habt uns gut geholfen mit euren tapferen Helden.&amp;lt;br /&amp;gt;Was ihr dem kaiserlichen Mädchen anbieten wollt, &amp;lt;br /&amp;gt;ich habe es der Herrin bereits ausgerichet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 80 ||Do sprach der Bernaer: &#039;nu saget der Künegin,&amp;lt;br /&amp;gt;si müeze ir widertrutze selbe triben in,&amp;lt;br /&amp;gt;die si mir hat enpoten  in min eigen lant.&amp;lt;br /&amp;gt;des mac wol entkelten manec küener wigant.||Da sagte der Berner: &amp;quot;Nun richte der Königin aus:&amp;lt;br /&amp;gt;Dass sie ihren Widerstand/Trotz, wieder loswerden muss,&amp;lt;br /&amp;gt;den sie mir in mein eigenes Land gebracht hat.&amp;lt;br  /&amp;gt;Das sollte so manchen Helden entlohnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 81 ||Saget ir, ich habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz ich irhochvart nht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringe ich über Rin&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Teilt ihr mit, dass ich in Bern genauso viele Rosen habe,&amp;lt;br /&amp;gt;dass man ihre Pracht nicht übersehen kann.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Krieger bringe ich über den Rhein mit,&amp;lt;br  /&amp;gt;damit sie utiig um Rosenkränze kämpfen (fechten)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 82 ||Dannoch bringe ich zwelve uf den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten wol ir zwelve getürren bestan&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;urloup nam mit zühten der von Brabant. &amp;lt;br /&amp;gt;der edel vürste von Berne reit heim in sin lant.||Dann bringe ich noch Zwölf auf den grünen Platz (Garten?)&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem Rosengarten ihre Zwölf tapfer überwinden werden&amp;quot;.Der von Brabant nahm höflich Abschied&amp;lt;br /&amp;gt;und der edle Fürst von Bern kehrte in sein Land zurück.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 83 ||Kriemhilte der küneginne wurden diu maere geseit,&amp;lt;br /&amp;gt;des vröute sich heimliche diu keiserliche meit.&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt diu küneginne do niht langer beit,&amp;lt;br /&amp;gt;it ir juncvrouwen si sich do bereit.||Der Königin Kriemhilte wurden die Neuigkeiten mitgeteilt,&amp;lt;br /&amp;gt;wobei sie sich über die Nachrichten heimlich freute (ins Fäustchen lachte)&amp;lt;br /&amp;gt;Kriemhilt, die Königin, zögerte nicht lange,&amp;lt;br  /&amp;gt;bisweilen tauschte sie sich mit ihren Beraterinnen aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 84 ||Diu junge herzoginne gienc ir an der hant,&amp;lt;br /&amp;gt;die wolte si ze wibe geben deme von Brabant.&amp;lt;br /&amp;gt;[diu selbe junvvrouwe truoc ein kleit an,&amp;lt;br /&amp;gt;dardurch da schein ir lip, der was so wolgetan.||Die junge Herzogin, die sie dem von Brabant zur Frau geben wollte,&amp;lt;br /&amp;gt;nahm ihre Hand.&amp;lt;br /&amp;gt;Die besagte Frua hatte ein Kleid an,&amp;lt;br  /&amp;gt;welches ihre schöne Gestalt/Figur betonte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 85 ||Ir arme waren wiz, blanc als ein hermelin.&amp;lt;br /&amp;gt;under den juncvrouwen mohte si i diu schoenste sin.]&amp;lt;br /&amp;gt;mit den slben meiden si ime engegene ginec,&amp;lt;br /&amp;gt;wie rehte güetliche in diu künegin enpfienc:||Ihre Arme waren so weiß, so weiß (weiser als?) wie Hermelinfell.&amp;lt;br /&amp;gt;Unter den jungen Frauen war sie die Schönste.&amp;lt;br /&amp;gt;Mit den gleichen jungen Frauen, mit denen sie Zeit verbrachte (???)&amp;lt;br  /&amp;gt;Die Königin empfieng ihn freundlich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 86 ||&#039;Wis gote willekommen,ein herzoge uz Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;waz enpiutet uns der von Berne in unser eigen lant?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;edeliu künegin, des werdet itr wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;er wil vür iuch bringen eine ungevüege schar.||&amp;quot;Grüß Gott Herzog aus Brabant!&amp;lt;br /&amp;gt;Was bietet uns der von Bern auf unserem eigenen Boden an?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;Er sagte: &amp;quot;Eure Hoheit, ihr solltet euer Augenmerk darauf richten,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass der Berner wegen Euch eine ungestüme Horde her bringen will.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 87 ||Iu enpiutet der von Berne, vil edeliu künegin,&amp;lt;br /&amp;gt; ir müezet iuweern widertutz triben wider in,,&amp;lt;br /&amp;gt;den ir im hat enpoten in sin eigen lant,&amp;lt;br /&amp;gt;und des müge wol enkelten manec stolzer wigant.||Eure Majestät, es bittet euch der Berner,&amp;lt;br /&amp;gt;dass sie den Unmut abwenden, den Sie in sein Land gebracht haben&amp;lt;br /&amp;gt; und dass, das so manchen stolzen Helden entlohnen sollte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 88 ||Er sprichet, er habe ze Berne rosen also vil,&amp;lt;br /&amp;gt;wan daz er iuwer hochvart niht übersehen wil.&amp;lt;br /&amp;gt;sehzec tusent recken bringet er über Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;die wol getürren vehten umb rosenkrenzelin.||Er behauptete, er hätte ni Bern so viele Rosen&amp;lt;br /&amp;gt;dass er eure Pracht (an Rosen) gar nicht sehen will.&amp;lt;br /&amp;gt;Sechzig Tausend Mann wird er über den Rhein hier her bringen,&amp;lt;br  /&amp;gt;die mutig um die Rosenkränze kämpfen sollen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 89 ||Darzuo bringet er zwelve 8f den grüenen plan,&amp;lt;br /&amp;gt;die in dem rosengarten iuwer zwelve wol türren bestan&#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;wol mich, ein werder vürste, ein herzoge uz Brabant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ich dich ie gein Berne ze Boten han gesant!||Des Weiteren bringt er noch zwölf Weitere,&amp;lt;br /&amp;gt;die im Rosengarten eure zwölf Mutigsten besiegen sollen&amp;quot;.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Zolle mir Anerkennung, werter Fürst, Herzog aus Brabant,&amp;lt;br  /&amp;gt;dass ich dich jemals als Boten nach Bern geschickt habe!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 90 ||Des gat ez an ein houwen, daz man siht daz bluot,&amp;lt;br /&amp;gt;so siht man helme schroten manegen ritter guot.&amp;lt;br /&amp;gt;swer vrume boten sendet, der verliuset niht daran.&amp;lt;br /&amp;gt;nu wil ich dir geben, swaz ich dir gelobet han&#039;.||Dabei handelt es sich um eine Schlacht, bei der man viel Blut fließen shen wird.&amp;lt;br /&amp;gt;Wo Hellebarden so manchen tapferen Krieger verwunden werden.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer Boten schickt, die brauchbar sind, hat  nichts zu verlieren.&amp;lt;br  /&amp;gt;Nun will ich dir geben, was ich dir versprochen habe&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 105 ||&#039;Noch weiz ich dort einen, vor deme ich sorge han:&amp;lt;br /&amp;gt;wer sol uns in den rôsen den zwelften held bestân?&amp;lt;br /&amp;gt;der ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten recken ein.&#039;||&amp;quot;Einen kenne ich dort noch, vor dem ich Sorge habe:&amp;lt;br /&amp;gt;Wer soll für uns im Rosengarten den zwölften Helden überwältigen?&amp;lt;br /&amp;gt;Dessen Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br  /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Krieger.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 106 ||&#039;Deme ich sînen kempfen, weiz got, niht vinden kann,&amp;lt;br /&amp;gt;was Dietleip von Stîre, der ist ein starker man.&amp;lt;br /&amp;gt;hülf uns der degen junge, vil lieber herre min,&amp;lt;br /&amp;gt;so möhten wir mit vröuden wol riten an den Rin.&#039;||&amp;quot;Für ihn kann ich, weiß Gott, keinen Kämpfer finden,&amp;lt;br /&amp;gt;außer Dietleip von Stire, der ein starker Mann ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Sollte uns dieser junge Ritter helfen, mein viel geliebter Herr,&amp;lt;br  /&amp;gt;so wollen wir gewiss voller Freude an den Rhein reiten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 107 ||Dô sprach der wol gezogene von Berne her Dietrich:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;ich hân ime gedienet kleine, daz riuwet iezuo mich,&amp;lt;br /&amp;gt;wist er diu rehten maere von Kriemhilte übermuot,&amp;lt;br /&amp;gt;so rite mit uns an den Rin der edel degen guot.&lt;br /&gt;
||Da sprach der wohl erzogene Fürst Dietrich von Berne:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Ich habe ihm nur kurze Zeit gedient, das bedauere ich jetzt.&amp;lt;br /&amp;gt;Wüsste er die wahren Geschichten von Kriemhilts Hochmut,&amp;lt;br  /&amp;gt;würde der mächtige und ehrenhafte Ritter mit uns an den Rhein reiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 108 ||Hêt ich nu einen boten&#039;, sprach her Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;der mir wolte werben die boteschaft endelich,&amp;lt;br /&amp;gt;mit deme sô wolte ich teilen bürge unde lant.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;dô sprach der junge Sigestap: &#039;ich wirbe ez al zehant.&#039;&lt;br /&gt;
||Hätte ich doch nur einen Boten&amp;quot;, sprach Herr Dietrich,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;der mir die Botschaft unverzüglich überbringen kann,&amp;lt;br /&amp;gt;so will ich Burg und Landbesitz mit ihm teilen.&amp;quot;&amp;lt;br  /&amp;gt;Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Ich überbringe die Botschaft auf der Stelle.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 109 ||Des dankete ime in zühten der Berner unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap der junge gein Stire balde reit,&amp;lt;br /&amp;gt;er suochte Dietleiben, den vil snellen degen.&amp;lt;br /&amp;gt;gein vünf hundert rittern was er in strîte erwegen.&lt;br /&gt;
||Das dankte ihm der Berner in Ehrerbietung.&amp;lt;br /&amp;gt;Der Jüngling Sigestap ritt bald nach Stire,&amp;lt;br /&amp;gt;und suchte Dietleiben,den sehr gewandten Kämpfer.&amp;lt;br  /&amp;gt;Dieser konnte sich in der Schlacht gegen fünfhundert Ritter behaupten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 110 ||Sigestap der junge gein Stîre geriten kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als eime degen küene harte wol gezam.&amp;lt;br /&amp;gt;dô enpfienc in tugentlîche Biterolf zehant,&amp;lt;br /&amp;gt;er vrâgete in der maere: diu tete er ime bekant.||Der Knabe Sigestap kam,&amp;lt;br /&amp;gt;als ein dem tapferen Kämpfer besonders Wohlgesonnener, nach Stire geritten.&amp;lt;br /&amp;gt;Da empfing ihn zugleich Biterolf edelmütig&amp;lt;br  /&amp;gt;und fragte nach der Geschichte: er machte sie ihm bekannt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 111 ||Dô sprach der alte Biterolf: &#039;ir müget tôren sin,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir durch rôsen willen ritet an  den Rin,&amp;lt;br /&amp;gt;und daz ir welt volgen einer unsinnigen meit&amp;lt;br /&amp;gt;diu durch ir grôze affenheit daz mort zesamene treit.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: &amp;quot;Ihr müsst verrückt sein,&amp;lt;br /&amp;gt;dass Ihr wegen Rosen an den Rhein reitet&amp;lt;br /&amp;gt;und dass Ihr einer irren Jungfrau folgt,&amp;lt;br /&amp;gt;die durch ihre große Albernheit ein Blutbad verursacht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 112 || Dô sprach aber Sigestap: &#039;ez enwirt mir niemer leit.&amp;lt;br /&amp;gt;ich bin deste holder der keiserlîchen meit,&amp;lt;br /&amp;gt;daz si gerne siht vehten die recken unverzeit.&amp;lt;br /&amp;gt;des versuochet dâ manec ritter die sîne manheit.&#039; || Da aber sprach Sigestap: &amp;quot;Es tut mir nicht mehr leid.&amp;lt;br /&amp;gt;Umso mehr bin ich der herrlichen Jungfrau wohlgesonnen,&amp;lt;br /&amp;gt;weil sie gerne die furchtlosen Helden kämpfen sieht.&amp;lt;br /&amp;gt;Da möchte mancher Ritter seine Männlichkeit auf die Probe stellen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 113 ||Do sprach der alte Biterolf: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rine bringet rosen ein michel teil.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietlein ist niht hie heime, er ist ze Bechelar&amp;lt;br /&amp;gt;bi dem milten marcgraven, daz sage ich dir vürwar.&#039;||Da sagte der alte Biterolf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Dietleip ist nicht zu Hause, er ist in Bachelar&amp;lt;br /&amp;gt;bei dem gütigen Marktgrafen, das kannst du mir glauben.&amp;quot;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 114 ||Sigestrap der junge urloup von dannen nam&amp;lt;br /&amp;gt;und reit hin gein Bechelaren, der degen lobesam.&amp;lt;br /&amp;gt;do enpfienc in tugentliche der [milte] marcgrave starc &amp;lt;br /&amp;gt;und darzuo manec ritter, ir keiner daz verbarc.&#039;|| Daraufhin nahm der junge Sigestap Abschied&amp;lt;br /&amp;gt; und der ruhmreiche Ritter ritt weiter nach Bachelaren.&amp;lt;br /&amp;gt; Edel empfing ihn dort der [gütige und] starke Marktgraf &amp;lt;br /&amp;gt; und dazu mancher Ritter, wie nicht zu übersehen war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 115 ||Sie vrâgeten in der maere, diu wurden in kunt getân.&amp;lt;br /&amp;gt;dô der milte marcgrâve diu maere dô vernam,&amp;lt;br /&amp;gt;er sprach: &#039;ritet ir ze dem Rîne, daz ist kintllch getân,&amp;lt;br /&amp;gt;ir möhtet alsô sanfte ze Berne rôsen gezogen hân.||Sie fragten ihn nach den Geschichten, diese wurden ihnen bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt; So vernahm auch der gütige Markgraf diese Geschichten&amp;lt;br /&amp;gt; und sprach: &amp;quot;Es ist unüberlegt, an den Rhein zu reiten. &amp;lt;br /&amp;gt; Ihr möchtet also gerne Rosen nach Berne bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 116 ||Die zwelve in dem garten sint mir wol bekant,&amp;lt;br /&amp;gt;daz sint wol die küensten, die haben alliu lant.&amp;lt;br /&amp;gt;werdet ir in dem garten sigelôs oder erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;sô wirt alliu disiu werlt ir spot ûf iuch tragen,&amp;lt;br /&amp;gt;[daz ir alle volget einer vâlandin&amp;lt;br /&amp;gt; und welt durch rôsen willen riten an den Rin.&#039;]||Ich kenn die Zwölf in dem Garten sehr gut,&amp;lt;br /&amp;gt; sie sind wohl die Tapfersten aller Länder.&amp;lt;br /&amp;gt;Bleibt ihr im Garten sieglos oder werdet erschlagen,&amp;lt;br /&amp;gt;so wird euch der Spott der ganzen Welt zu Teil.&amp;lt;br /&amp;gt;[dass ihr alle einer Teufelin folgt&amp;lt;br /&amp;gt;und wegen Rosen an den Rhein reiten wollt.&amp;quot;] &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 117 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;des hân wir uns erwegen,&amp;lt;br /&amp;gt;daz wir in dem garten strîtes wellen pflegen,&amp;lt;br /&amp;gt;swer uns hât vür tôren, der tôret sêre daran,&amp;lt;br /&amp;gt;sie slahent uns niht sêre, komen wir ûf den plân,&amp;lt;br /&amp;gt;[wir hân in schiere vergolten mit starken siegen grôz,&amp;lt;br /&amp;gt; wir machen sie under den helmen aller vröuden blôz.]||Da sprach der Knabe Sigestap: &amp;quot;Wir haben uns dazu entschieden,&amp;lt;br /&amp;gt;dass wir im Garten kämpfen wollen.&amp;lt;br /&amp;gt;Wer uns für Dummköpfe hält,der täuscht sich darin gewaltig.&amp;lt;br /&amp;gt;Sie werden uns nicht viel Schaden zufügen, wenn wir auf den Kampfplatz kommen.&amp;lt;br /&amp;gt;[Wir werden uns in aller Schnelle mit gewaltigen Schlägen rächen&amp;lt;br /&amp;gt;und entledigen sie unter den Helmen aller Freuden.]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 118 ||Vünde ich niuwan Dietleiben, den küenen jungen man,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns in dem garten wolte bî gestân,&amp;lt;br /&amp;gt;zergangen waer unser swaere&#039;, sprach der vürste klâr,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;und vröute sich min gemüete, daz sage ich iu vürwar.&#039;||Fände ich doch nur Dietleiben, den tapferen, jungen Mann,&amp;lt;br /&amp;gt;ob er uns im Garten beistehen wolle,&amp;lt;br /&amp;gt;vergessen wäre unser Kummer&amp;quot;, sprach der Fürst mit Nachdruck,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;und mein Gemüt wäre erheitert, das könnt ihr mir glauben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 119 ||Des dankete ime mit zühten der milte marcman:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;Dietleip ist niht hie heime, wil ich dich wizzen lân:&amp;lt;br /&amp;gt;er ist ze den Sibenbürgen, dâ ist er worden wunt&amp;lt;br /&amp;gt;von eime merwunder des lîbes ungesunt.&#039;||Das dankte ihm der gütige Markgraf mit Höflichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Du sollst wissen, dass Dietleip nicht zu Hause ist.&amp;lt;br /&amp;gt;Er ist in Sibenbürgen,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er vor ungesundem Liebeskummer krank geworden ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 120 ||Dô sprach Sigestap der junge: &#039;ich muoz ze ime dar.&amp;lt;br /&amp;gt;jâ sol man in den rôsen werden wol gewar,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;swenn einer gein dem andern durch die rôsen beginnet.&#039;||Da sprach der Jüngling Sigestap: Ich muss zu ihm gehen.&amp;lt;br /&amp;gt;Ja man soll sich im Rosengarten auf etwas gefasst machen,&amp;lt;br /&amp;gt;.........................................................&amp;lt;br /&amp;gt;wenn einer nach dem anderen durch die Rosen dringt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 121 ||Dô sprach der marcgrâve: &#039;got gebe iu allen heil,&amp;lt;br /&amp;gt;daz ir von dem Rîne bringet rôsen ein michel teil,&amp;lt;br /&amp;gt;ich spriche ez zewâre, ich gan iu der êren wol.&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reit von dannen, als er von rehte sol.||Da sprach der Markgraf: Gott schütze euch alle,&amp;lt;br /&amp;gt;auf, dass ihr vom Rhein eine große Anzahl Rosen mitbringt.&amp;lt;br /&amp;gt;Ich sage es euch fürwahr, ich gönne euch die Ehren sehr.&amp;lt;br /&amp;gt;Sigestap reitet davon, um der Pflicht nachzukommen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 122 ||Er wolte zen Sibenbürgen, dô er gein Wiene kam,&amp;lt;br /&amp;gt;dô vant er Dietleiben vor eime münster stân.&amp;lt;br /&amp;gt;dâ wart er schône enpfangen von dem degene dô.&amp;lt;br /&amp;gt;daz er in hête vunden, des wâren sie beide vrô.||Er wollte nach Sibenbürgen, als er nach Wien kam,&amp;lt;br /&amp;gt;wo er Dietleiben vor einem Münster stehend fand.&amp;lt;br /&amp;gt;Er wurde von dem Helden freundlich empfangen&amp;lt;br /&amp;gt;und beide waren sie froh, dass er ihn gefunden hatte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 123 ||Do vrâgete er in der maere, diu wurden im kunt getan.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;welher ist der eine, der mich sol bestân?&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;er ist geheizen Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und ist an dem Rîne der küensten vürsten ein.&#039;||Dietleiben fragte nach der Geschichte und sie wurde ihm bekannt gemacht.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Welcher ist derjenige, der gegen mich antreten soll?&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;quot;Sein Name ist Walther von dem Wasgenstein&amp;lt;br /&amp;gt;und er ist am Rhein einer der tapfersten Fürsten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Str. 124 ||&#039;Jâ daz tuon ich gerne, ich hoere von deme wol sagen,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe bî sinen zîten recken vil erslagen,&amp;lt;br /&amp;gt;und sleht er mich ze tôde, er ist ein biderman.&amp;lt;br /&amp;gt;ich wil in ûf mîne triuwe willeclîche bestân.&#039;||&amp;quot;Ja das mache ich gerne, ich hörte gewiss von ihm,&amp;lt;br /&amp;gt;er habe zu seiner Zeit viele Ritter getötet.&amp;lt;br /&amp;gt;Und sollte er mich zu Tode schlagen, ist er ein Ehrenmann.&amp;lt;br /&amp;gt;Bei meiner Ehre, ich will entschlossen gegen ihn antreten. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Textausgabe =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Holz 1982] Die Gedichte vom Rosengarten zu Worms, hg. von Georg Holz. Nachdruck der Ausgabe Halle 1893, Hildesheim [u.a.] 1982.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Antonia20</name></author>
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