<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Bettina+Kovacs</id>
	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Bettina+Kovacs"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Bettina_Kovacs"/>
	<updated>2026-04-13T21:58:51Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37361</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37361"/>
		<updated>2021-03-25T10:55:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, z. B. durch Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, blutigen Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. das Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche &#039;&#039;merterer&#039;&#039; den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37360</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37360"/>
		<updated>2021-03-25T10:54:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, z. B. durch Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, blutigen Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. das Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37359</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37359"/>
		<updated>2021-03-25T10:51:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, z. B. durch Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, blutigen Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. das Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer Zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37358</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37358"/>
		<updated>2021-03-25T10:43:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, z. B. durch Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, blutigen Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig Mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer Zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37357</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37357"/>
		<updated>2021-03-24T20:47:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, z. B. mithilfe von  Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, blutigen Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig Mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer Zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37356</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37356"/>
		<updated>2021-03-24T20:40:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, z. B. mithilfe von  Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, blutigen Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffserklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig Mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer Zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37355</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37355"/>
		<updated>2021-03-24T20:13:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, mithilfe von zum Beispiel Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, bluten Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffserklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium kennzeichnet eine Verfolgung, Folter und Hinrichtung von Gläubigen. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig Mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer Zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37354</id>
		<title>Das weiße Martyrium</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_wei%C3%9Fe_Martyrium&amp;diff=37354"/>
		<updated>2021-03-24T20:07:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: Die Seite wurde neu angelegt: „Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, mithilfe von zum Beispiel Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, bluten Martyrium.   == Begrif…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das weiße Martyrium steht für eine geistige Marter, mithilfe von zum Beispiel Askese. Sie bildet damit den Gegensatz zum roten, bluten Martyrium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffserklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Etymologie ===&lt;br /&gt;
Der Märtyrer (griech. μάρτυς [ˈmartis] = Zeuge) zeichnet sich ursprünglich durch eine Zeugenschaft für seinen Glauben aus. Diese wurde in der Literatur zunächst häufig nur auf das Blutzeugnis reduziert und somit auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen Verfolgung und den Tod erleiden mussten, z. B. im Zuge der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Später, um das 12. Jahrhundert gab es einen geistesgeschichtlichen Wandel, indem drei Martyriumsarten genauer unterschieden wurden: das Blutzeugnis, das geistliche Martyrium und die Kreuzzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348, hier: S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das rote Martyrium ===&lt;br /&gt;
Das rote Martyrium zeichnet sich dadurch aus, dass die Gläubigen verfolgt, gefoltert und hingerichtet werden. Durch den Märtyrertod sterben sie in direkter Nachfolge zu Christi („imitatio Christi“). Die Heiligkeit des Märtyrers definiert sich durch übergroße Standhaftigkeit und Leidensfähigkeit aus, da sie sich nicht gegen die Schmerzen wehren und den Tod freiwillig ertragen. Da diese Märtyrer ihr Zeugnis durch ihren Tod bzw. ihr Blut geben, wird es auch als das rote Martyrium bezeichnet. Dieses Blutzeugnis dient ihnen als zweite Taufe, in der ihnen alle Sünden vergeben werden. Unmittelbar darauf erfährt der Märtyrer die Auferstehung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
Bei dem Philosophen Origines lässt sich dann eine Umwertung von dem Körperlichen in das Geistige erkennen. Spätestens seit die Gläubigen nach der Etablierung des Christentums durch Kaiser Konstantin keiner systematischen Verfolgung mehr ausgesetzt waren, wandelt sich die Form der Imitatio und damit die Möglichkeiten der Heilsgewinnung. Die Alternative, das weiße Martyrium, ist nun eine „imitatio Christi“ im Geist und in der Lebensweise, bei welcher der Märtyrer nicht leiblich, sondern geistig Mitleiden (compassio) und sterben muss. Eremiten ziehen sich in die Einsamkeit zurück, um Christus besonders nah zu sein. Durch diese Askese widersteht die Person der Welt und kehrt ihr den Rücken. Dies kann zum Beispiel auch durch Versenkung ins Gebet geschehen oder durch den Verzicht von allem, was der Körper braucht. Das geistige Mitleiden wird zum Ideal für das Mönchtum und die Mystik. &lt;br /&gt;
Die Vorläufer und Vorbilder für das weiße Martyrium waren die „Wüstenväter“ (z. B. Antonius der Große als erster Eremit, der Versuchungen in Form von Teufeln und Dämonen widerstehen musste), welche in der Wüste ein asketisches Leben geführt haben und damit als erste Eremiten bezeichnet werden können. Sie bildeten Gemeinschaften, wodurch wiederum die ersten Klostergemeinschaften entstanden (z. B. Katharinenkloster im Sinai). &lt;br /&gt;
Das weiße Martyrium ist dem blutigen absolut gleichgestellt. Nach der ersten Taufe werden die Sünden auch hier mit einer Zweiten wieder reingewaschen. Bei der sogenannten „Tränentaufe“ werden „die Sünden täglich erkannt, beklagt und mit Tränen der Reue von der Seele abgewaschen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;, bis die Seele wieder rein und weiß ist. Die Auferstehung erfolgt in diesem Fall im Diesseits. Die Immanenz wird zur Transzendenz. „Im Unterschied zum Blutzeugen, der ganz ausschließlich auf das Jenseits ausgerichtet ist, weil er denkt, im Himmel zu Gott zu gelangen, nimmt der geistliche merterer den Himmel in sich auf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd. S. 338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Hörner, Petra: Spiritualisierung und Konkretisierung des Martyriumgedankens in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Wolfgang Adam (Hg.): Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 97, Heidelberg 2003, S.327–348. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Hauptseminar_Volkssprachige_Hagiographie_des_Mittelalters_WS_2020&amp;diff=37258</id>
		<title>Seminar:Hauptseminar Volkssprachige Hagiographie des Mittelalters WS 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Hauptseminar_Volkssprachige_Hagiographie_des_Mittelalters_WS_2020&amp;diff=37258"/>
		<updated>2021-03-16T12:28:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bettina Kovacs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In Kürze können Sie hier Informationen zum Seminarinhalt finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier finden Sie die [[Legende|Definition der Legende]] nach Konrad Kunze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Zwischen diesen Zeichen kann alles stehen, was noch nicht veröffentlicht werden soll. Zum Beispiel ein Teaser, worum es sich bei Mären handelt. --&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Gruppenarbeit=&lt;br /&gt;
Melden Sie sich bitte an und schauen Sie in den Bearbeitungs-Modus. &lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- An dieser Stelle können Sie sich für die Artikel anmelden. Bitte tragen Sie sich dafür hier mit Ihrem Namen und Ihrem Benutzernamen hinter Ihrem Wunschartikel ein. Sie können dafür gerne in den schon bestehenden Gruppen bleiben. An jedem Artikel können maximal vier Teilnehmer arbeiten. Dieser Abschnitt ist aus Datenschutzgründen versteckt, deshalb können Sie ihn nur im Bearbeitungs-Modus sehen. &lt;br /&gt;
Falls Sie eigene Artikelvorschläge haben, können Sie diese gerne besprechen und anschließend hier eintragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Märtyrer in Legenden]] Carolin Ast (Carolin)&lt;br /&gt;
* [[Bekenner in Legenden]] Anastasia Harahorina (Anastasia.h)+ Anna Lotta Braasch (Lotta Braasch)&lt;br /&gt;
* [[Wunder und Magie in Legenden]] Lisa Hafen (Ellimarie)&lt;br /&gt;
* [[Stigma und Charisma in Legenden]]&lt;br /&gt;
* [[Unheilige und Antilegenden]] Anna Bucher (captain_ansgar) und Krystian Podworny (Krystian Podworny), Sarah Kaiser, (Saredika)&lt;br /&gt;
* [[Longinus-Legende]] (Sophie Zentgraf) Glöckchen)&lt;br /&gt;
* [[Christina]]&lt;br /&gt;
* [[Agenslegende]] Ellen Sigmund, (Ellen_sig) + Anja Schüle (Anja_Schuele)&lt;br /&gt;
* [[Das weiße Martyrium]] Bettina Kovacs (Bettina Kovacs)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Aufgaben zur Wiki-Arbeit =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Legen Sie sich zuerst einen Account auf MediaeWiki an! Für Ihren Benutzernamen können Sie ein Pseudonym wählen, als E-Mail-Adresse geben Sie bitte Ihre Uni-Mail an. &lt;br /&gt;
* Tragen Sie sich für den Artikel, den Sie schreiben möchten, im versteckten Modus ein. Nennen Sie bitte Ihren Klarnamen und Ihr Pseudonym! Es ist wichtig, dass Sie sich in diese Liste eintragen, ansonsten kann am Ende nicht nachvollzogen werden, wer woran gearbeitet hat! Notieren Sie bitte auch, falls Sie zusammen in einer Gruppe gearbeitet haben, aber nur eine Person den fertigen Text hochgeladen hat!&lt;br /&gt;
* Machen Sie sich mit den Grundfunktionen von MediaeWiki vertraut. Schauen Sie sich hierfür bitte die Seiten an, die unter &amp;quot;Handreichungen&amp;quot; vermerkt sind. &lt;br /&gt;
* Beginnen Sie mit Ihren Skizzen für die Artikel! Legen Sie dafür einen Link an oder benutzen Sie einen der bereits vorgegebenen. Vergessen Sie bitte nicht, im versteckten Modus zu schreiben. Viel Spaß!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Handreichungen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Handwerkliches&lt;br /&gt;
** [[Hilfe:Inhaltsverzeichnis|Überblick über die Hilfeseiten]]&lt;br /&gt;
** [[Hilfe:Bearbeiten|Überblick über die Bearbeitungsbefehle]]&lt;br /&gt;
** [[Hilfe:HarvardReferences|Hilfe zum Zitieren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Inhalt und Form&lt;br /&gt;
** [[Seminar:Artikelform|Richtlinien zur Erstellung von Artikeln]]&lt;br /&gt;
** [[Seminar:Ergebnisse-12-01-2011|Gütekriterien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Artikelthemen =&lt;br /&gt;
Mögliche Artikelthemen könnten sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Märtyrer in Legenden]]&lt;br /&gt;
* [[Bekenner in Legenden]] &lt;br /&gt;
* [[Wunder und Magie in Legenden]]&lt;br /&gt;
* [[Stigma und Charisma in Legenden]]&lt;br /&gt;
* [[Unheilige und Antilegenden]]&lt;br /&gt;
* [[Longinus-Legende]]&lt;br /&gt;
* [[Christina]]&lt;br /&gt;
* [[Agneslegende]]&lt;br /&gt;
* [[Das weiße Martyrium]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Bettina Kovacs</name></author>
	</entry>
</feed>