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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Bibliographie (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-13T20:47:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Raumdarstellungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die nachfolgende Literaturliste zum &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; Wolframs von Eschenbach bietet lediglich eine Auswahl der Forschung. Suchen Sie einen  Titel oder ein Thema, das nicht aufgeführt ist? Dann recherchieren Sie z. B. online [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/ hier]. Wenn Sie  weitere  Titel hinzufügen oder bereits aufgenommene Titel ändern wollen,  können  Sie dies gerne unter &amp;quot;Diskussion&amp;quot; vorschlagen - oder direkt  eintragen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Textausgaben==&lt;br /&gt;
# Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher  Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in  Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
# Wolfram  von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und  kommentiert von Eberhard Nellmann, übers. von Dieter Kühn, 2 Bde.,  Frankfurt a.M. 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführungen, Kommentare, Handbücher==&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach, 8. Aufl., Stuttgart/Weimar 2004 (Sammlung Metzler 36).&lt;br /&gt;
# Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12).&lt;br /&gt;
# Wolfram von Eschenbach. Ein Handbuch, hg. von Joachim Heinzle, Berlin/New York 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsliteratur==&lt;br /&gt;
===Ästhetik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epistemologie===&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Die Blutstropfen im Schnee. Über Wahrnehmung und  Erkenntnis im &amp;quot;Parzival&amp;quot; Wolframs von Eschenbach, Tübingen 2001 (Hermaea  N.F. 94).&lt;br /&gt;
# Hasebrink, Burkhard: Gawans Mantel. Effekte der Evidenz in der Blutstropfenszene des ›Parzival‹, in: Texttyp und Textproduktion in der deutschen Literatur des Mittelalters, hg. von Elizabeth A. Andersen, Berlin/New York 2005 (Trends in Medieval Philology 7), S. 237-248.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Figurenzeichnung===&lt;br /&gt;
# Blank, Walter: Der Zauberer Clinschor in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach, Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag, hg. von Kurt Gärtner und Joachim Heinzle, Tübingen 1989, S. 321–332.&lt;br /&gt;
# Gowans, Linda: Cei and the Arthurian legend, Cambridge 1988.&lt;br /&gt;
# Haas, Alois M.: Parzivals Tumpheit bei Wolfram von Eschenbach, Berlin 1964 (Philologische Studien und Quellen 21).&lt;br /&gt;
# Haupt, Jürgen: Der Truchseß Keie im Artusroman, Berlin 1971 (Philologische Studien und Quellen 57).&lt;br /&gt;
# Jones, Martin H.: The significance of the Gawan story in Parzival, in: A Companion to Wolfram’s Parzival, hg. von Will Hasty, Columbia 1999, S. 37-76.&lt;br /&gt;
# Koch, Elke: Inszenierungen von Trauer, Körper und Geschlecht im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Codierungen von Emotionen im Mittelalter, hg. von u.a. Ingrid Kasten, Berlin 2003, S. 143-159.&lt;br /&gt;
# Linden, Sandra: Spiellleiter hinter den Kulissen? Die Gawanfigur in Wolfams von Eschenbach ‚Parzival‘, in: Impulse und Resonanzen. Tüber mediävistische Beiträge zum 80. Geburtstag von Walter Haug, hg. von Gisela Vollmann-Profe [u.a.], Tübingen 2007, S. 151-166.&lt;br /&gt;
# Müller, Nicole: Feirefiz – das Schriftstück Gottes, Frankfurt u.a., 2008.&lt;br /&gt;
# McFarland, Timothy: Beacurs und Gramoflanz (722,1-724,30). Zur  Wahrnehmung der Liebe und der Geliebten in Wolfarms Parzival, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschebach.  Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 169-191.&lt;br /&gt;
# Neudeck, Otto: Das Stigma des Anfortas. Zum Paradoxon der Gewalt in Wolframs „Parzival“, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur, hg. von Georg Jäger, Dieter Langewiesche, Alberto Martino, Tübingen 1994 (19) Heft 2, S. 52–75. &lt;br /&gt;
# Redzich, Carola: Der Schmerz des Anfortas: Zu Wolframs poetischer Inszenierung eines augustinischen Theorems, in: Schmerz in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, hg. von Marie Rasmussen, Arthur Groos, Volker Mertens u.a., Göttingen 2010. (Transatlantische Studien zu Mittelalter und Früher Neuzeit 4), S. 213–241.&lt;br /&gt;
# Schröder, Werner: Die Namen im &#039;Parzival&#039; und im &#039;Titurel&#039; Wolframs von Eschenbach, Berlin/ NY 1982.  &lt;br /&gt;
# Sproedt, Kriemhild: Gahmuret und Belakane, Verbindung von Heidentum und  Christentum in einem menschlichen Schicksal, Hamburg 1964.&lt;br /&gt;
# Baisch, Martin: Orgeluse - Aspekte ihrer Konzeption in Wolframs von Eschenbach Parzival, in: Schwierige Frauen - schwierige Männer in der Literatur des Mittelalters, hg. von Alois M. Haas und Ingrid Kasten, Bern [u.a.] 1999, S. 15-33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Narratologie===&lt;br /&gt;
====Erzählstruktur====&lt;br /&gt;
# Draesner, Ulrike: Wege durch erzählte Welten, Frankfurt a.M. 1993.&lt;br /&gt;
# Hirschberg, Dagmar: Untersuchungen zur  Erzählstruktur von Wolframs  &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Die Funktion von erzählter Szene und Station für den doppelten Kursus, Göppingen 1976 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 139). &lt;br /&gt;
# Schirok, Bernd: Der Aufbau von Wolframs ,Parzival&#039;. Untersuchungen zur  Handschriftengliederung, zur Handlungsführung und Erzähltechnik sowie zur Zahlenkomposition, Freiburg 1972.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Perspektivität====&lt;br /&gt;
# Haug, Walter: Warum versteht Parzival nicht, was er hört und sieht? Erzählen zwischen Handlungsschematik und Figurenperspektive bei Hartmann und Wolfram, in: Wahrnehmung im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach. Actas do Coloquio Internacional, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 37-66.&lt;br /&gt;
# Knaeble, Susanne: Höfisches Erzählen von Gott. Funktion und narrative Entfaltung des Religiösen in Wolframs &#039;Parzival&#039;, Berlin/New York 2011 (Trends in Medieval Philology 23).&lt;br /&gt;
# Laude, Corinna: Raumkonzepte und Poetik. Perspektiv(ist)isches Erzählen in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot; und Wittenwilers &amp;quot;Ring&amp;quot;, in: Ausmessen - Darstellen - Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von Ursula Kundert, Zürich 2007, S. 73-88.&lt;br /&gt;
# Schu, Cornelia: Vom erzählten Abenteuer zum Abenteuer des Erzählens. Überlegungen zur Romanhaftigkeit von Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;, Frankfurt a.M. [u.a.] 2002 (Kultur, Wissenschaft, Literatur 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Reden====&lt;br /&gt;
# Schuhmann, Martin: Reden und Erzählen. Figurenrede in Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; und &#039;&#039;Titurel&#039;&#039;, Heidelberg 2008 (Frankfurter Beiträge zur Germanistik 49).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Urscheler, Andreas: Kommunikation in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Eine Untersuchung zu Form und Funktion der Dialoge, Bern/Berlin [u.a.] 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====weitere Aspekte====&lt;br /&gt;
# Florian Kragl: Wie man in Furten ertrinkt und warum  Herzen süß schmecken. Überlegungen zur Historizität der Metaphernpraxis am Beispiel von Herzmaere und Parzival, in: Euphorion 102 (2008), S. 289-330.&lt;br /&gt;
# Friedrich, Udo: Erzählen vom Tod im Parzival. Zum Verhältnis von epischem und romanhaften Erinnern im Mittelalter, in: Historische Narratologie. Mediävistische Perspektiven, hg. von Harald Haferland und Matthias Meyer, Berlin/New York 2010, S. 385-414.&lt;br /&gt;
# Schuler-Lang, Larissa: Wildes Erzählen - Erzählen vom Wilden. Parzival, Busant und Wolfdietrich D, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Psychologie===&lt;br /&gt;
# Sassenhausen, Ruth: Wolframs von Eschenbach &#039;Parzival&#039; als Entwicklungsroman. Gattungstheoretischer Ansatz und literaturpsychologische Deutung, Köln 2007 (Ordo 10).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Wahrnehmung und Erkenntnis im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Text und Kultur: mittelalterliche Literatur 1150-1450 (DFG-Symposion 2000), hg. v. Ursula Peters, Stuttgart/Weimar 2001, S. 355-370.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Neudeck, Otto: Der verwehrte Blick auf die Oberfläche. Zum Konnex von  Wahrnehmung und ritterlicher Rüstung in Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;, in: Germanisch-romanische Monatsschrift 57 (2007), S. 275-286. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004.&lt;br /&gt;
# James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983.&lt;br /&gt;
# Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
# David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005.&lt;br /&gt;
# David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
#&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
# Knaeble, Susanne: Höfisches Erzählen von Gott. Funktion und narrative Entfaltung des Religiösen in Wolframs &amp;gt;Parzival&amp;lt;, Berlin/New York  2011.&lt;br /&gt;
# Maurer, Friedrich: Parzivals Sünden. Erwägungen zur Frage nach Parzivals &amp;quot;Schuld&amp;quot;, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 24 (1950), S. 304-346.&lt;br /&gt;
# Mockenhaupt, Benedikt: &#039;&#039;Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach&#039;&#039;, Darmstadt: Wiss. Buchges., 1968.&lt;br /&gt;
# Schröder, Walter Johannes: Der Ritter zwischen Welt und Gott. Idee  und Problem des Parzivalromans Wolframs von Eschenbach, Weimar 1952.&lt;br /&gt;
# Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiosität und Form, Heidelberg 1955 (Germanische Bibliothek. Reihe 3, Untersuchungen und Einzeldarstellungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rezeption===&lt;br /&gt;
====Bildende Kunst====&lt;br /&gt;
#Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Aufschlußreiche Hinterlassenschaften, in: Online Ausgabe der Ruperto Carola 1/1999, online unter http://www.uni-heidelberg.de/uni/presse/RuCa1_99/saurma.htm&lt;br /&gt;
#Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Profan oder sakral? Zur Interpretaion mittelalterlicher Wandmalerei im städtischen Kontext, in: Literatur und Wandmalerei l. Erscheinungsformen höfischer Kultur und ihre Träger im Mittelalter, Freiburger Colloquium 1998, hg. von Eckard Conrad Lutz u.a., Tübingen 2002, S. 283-327.&lt;br /&gt;
#Schirok, Bernd: Parzivalrezeption im Mittelalter, Darmstadt 1982. &lt;br /&gt;
#Schirok, Bernd: Die Parzivaldarstellungen in Lübeck, Braunschweig und Konstanz, in: Probleme der Parzival-Philologie, Marburger Kolloquium 1990, hg. von Joachim Heinzle u.a. (Wolfram-Studien 12), Berlin 1992, S. 172-190.&lt;br /&gt;
#Seelos, Ignaz: Zeichnungen zu den Triaden, in: Runkelstein, die Wandmalereien des Sommerhauses, hg. v. Walter Haug, Wiesbaden 1982, S. 94-97. &lt;br /&gt;
#Wunderlich, Werner: Weibsbilder al fresco. Kulturgeschichtlicher Hintergrund und literarische Tradition der Wandbilder im Konstanzer Haus &amp;quot;Zur Kunkel&amp;quot;, Konstanz 1996.&lt;br /&gt;
====Musik====&lt;br /&gt;
#Kühnel, Jürgen: Parsifal. Erlösung dem Erlöser. Von der Aufhebung des  Christentums in das Kunstwerk Richard Wagners, in: Müller,  Ursula/Müller, Ulrich (Hrsg.): Richard Wagner und sein Mittelalter,  Salzburg 1989, 171-227.&lt;br /&gt;
#Mertens, Volker: Richard Wagner und das Mittelalter, in: Richard  Wagner und sein Mittelalter, hg. von Ursula und Ulrich Müller, Salzburg 1989, S. 9-84.&lt;br /&gt;
#Mertens, Volker: Richard Wagner und das Mittelalter. Parsifal: Vom  ritterlichen Weltroman zum Mysterienspiel, in: Wagner Handbuch, hg. von Ulrich Müller und Peter Wapnewski, Stuttgart 1986, 50-55.&lt;br /&gt;
#Müller, Ulrich: Parzival und Parsifal. Vom  Roman Wolframs von Eschenbach und vom Musikdrama Richard Wagners, in: Sprache, Text, Geschichte. Beiträge zur  Mediävistik und germanistischen Sprachwissenschaft aus dem Kreis der  Mitarbeiter 1964-1979 des Instituts für Germanistik an der Universität  Salzburg, hg. von Peter Stein [u.a.], Göppingen 1980, S. 479-502.&lt;br /&gt;
#Müller, Ulrich: Vom  Parzival zum Liebesverbot. Richard Wagners Umgang mit dem Mittelalter - vier Thesen, in: Richard  Wagner und sein Mittelalter, hg. von Ursula und Ulrich Müller, Salzburg 1989, S. 85-101.&lt;br /&gt;
#Seelig, Wolfgang: Ambivalenz und Erlösung. Parsifal, Bonn 1983.&lt;br /&gt;
#Wapnewski,  Peter: Parzival und Parsifal oder Wolframs Held und Wagners Erlöser,  in: Richard Wagner. Von der Oper zum Musikdrama, hg. von Stefan Kunze, Bern 1978, S. 47-60.&lt;br /&gt;
#Wapnewski, Peter: Der traurige Gott. Richard Wagner in seinen Helden, München 1978.&lt;br /&gt;
#Wynn,  Marianne: Mittelalterliche Literatur in der Rezeption. Richard Wagner  und Wolframs Parzival, in: Archiv für Kulturgeschichte 65 (1983), S. 431-449.&lt;br /&gt;
===Aufbau des Werks===&lt;br /&gt;
====Quellen====&lt;br /&gt;
====Schluss====&lt;br /&gt;
# Biesterfeld, Corinna: Werkschlüsse in der höfischen Epik des  Mittelalters. Ein Forschungsbericht, in: Zeitschrift für  Literaturwissenschaft und Linguistik 25 (1995), S. 51-68.&lt;br /&gt;
# Brunner, Horst: Von Munsalvaesche wart gesant/ der den der swane brahte. Überlegungen zur Gestaltung des Schlusses von Wolframs Parzival, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift N.F. 41 (1991), S. 369-384.&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Parzival und Feirefiz - Priester Johannes - Loherangrin. Der offene Schluß des Parzival von Wolfram von Eschenbach, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 65 (1991), S. 236-264.&lt;br /&gt;
# Schmitz, Michaela: Der Schluss des Parzival Wolframs von Eschenbach. Kommentar zum 16. Buch. Berlin, 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelmotive===&lt;br /&gt;
====Artushof====&lt;br /&gt;
# Wolfzettel, Friedrich: Der Artushof: ideale Mitte oder problematische  Idealität?, in: Artushof und Artusliteratur, hg. von Matthias Däumer  [u.a.], Berlin/New York 2010, S. 3-19.&lt;br /&gt;
# Pratelidis, Konstantin: Tafelrunde und Gral: die Artuswelt und ihr Verhältnis zur Gralswelt im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, Würzburg 1994.&lt;br /&gt;
====Ehe====&lt;br /&gt;
# Masser, Achim: &#039;&#039;Gahmuret und Belakane. Bemerkungen zur Problematik von Eheschließung und  Minnebeziehungen in der höfischen Literatur&#039;&#039;. In: Liebe und Aventiure im Artusroman des Mittelalters. Beiträge der Triester Tagung 1988. Hrsg. von Paola Schulze-Belli und Michael Dallapiazza. Göppingen 1990. &lt;br /&gt;
# Schuhmacher, Marlis: Die Auffassung der Ehe in den Dichtungen Wolframs von Eschenbach, Darmstadt 1967. &lt;br /&gt;
# Wiegand, Herbert Ernst: Studien zur Ehe und Minne in Wolframs Parzival und Hartmanns Artusepik, Berlin/New York  1972. &lt;br /&gt;
====Frauen====&lt;br /&gt;
# Emmerling, Sonja: Geschlechterbeziehungen in den Gawan-Büchern des &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Wolframs Arbeit an einem literarischen Modell, Tübingen 2003.&lt;br /&gt;
# Maier-Eroms, Verena: Heldentum und Weiblichkeit. Wolframs Parzival, Gottfrieds Tristan und Richard Wagners  Musikdramen, Marburg 2009.&lt;br /&gt;
# Scheuble, Robert: mannes manheit, vrouwen meister. Männliche Sozialisation und Formen der Gewalt gegen Frauen im Nibelungenlied und in Wolframs von Eschenbach Prazival, Frankfurt am Main [u.a.] 2005.&lt;br /&gt;
# Michailowitsch, Ute: &amp;quot;[S]o frech dürfen schöne Frauen  sonst kaum  irgendwo sein&amp;quot;. Zur Orgeluse-Episode in Wolframs von  Eschenbach  Parzival, in: Studia Universitatis Babeş-Bolyai, Philologia  52 (2007), S. 65-78. &lt;br /&gt;
# Brackert, Helmut: &amp;quot;der lac an riterschefte tôt&amp;quot;. Parzival und das Leid der Frauen, in: Ist zwîvel herzen nâchgebûr. Günther Schweikle zum 60.  Geburstag, hg. von Rüdiger Krüger, Jürgen Kühnel und Joachim Kuolt,  Stuttgart 1989, S. 143-163.   &lt;br /&gt;
====Gewalt====&lt;br /&gt;
# [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-52484 Ridder, Klaus:  Kampfzorn: Affektivität und Gewalt in mittelalterlicher Epik, in: Wahrnehmen und Handeln, hrsg. von Wolfgang Braungart (u.a.), Bielefeld  2004].&lt;br /&gt;
====Gral und Gralssuche====&lt;br /&gt;
# Mergell, Bodo: Der Gral in Wolframs &#039;Parzival&#039;. Entstehung und Ausbildung der Gralsage im Hochmittelalter, Halle 1952.&lt;br /&gt;
# Mertens, Volker: Der Gral. Mythos und Literatur, Stuttgart 2003 (Reclams Universal-Bibliothek 18261).&lt;br /&gt;
====Humor====&lt;br /&gt;
# Seeber, Stefan: Poetik des Lachens. Untersuchungen zum mittelhochdeutschen Roman um 1200, Berlin 2010.&lt;br /&gt;
====Nahrung====&lt;br /&gt;
# Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage)&lt;br /&gt;
# Nitsche, Barbara: Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach. Historisch-anthropologische Zugänge zur mittelalterlichen Literatur, in: Adam, Wolfgang (Hg.): &#039;&#039;Euphorion. Zeitschrit für Literaturgeschichte&#039;&#039;,Heidelberg:Winter 2000, Band 94.&lt;br /&gt;
# Classen, Albrecht: The Symbolic Function of Food as Iconic Representation of Cultur and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival (ca 1205), in: Sauerberg, Lars Ole (Hg.) /(u.a.): &#039;&#039;Orbis Litterarum. International Review of Literary Studies&#039;&#039;, 2007, Vol. 62.&lt;br /&gt;
# Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000.&lt;br /&gt;
# Höhner, Jens: Zu Tisch mit König Artus und Parzival: Mähler in epischen Texten des Mittelalters im Kontext höfischer Etikette, höfischer Kommunikationsformen und rhetorischer Darstellung. Hamburg 2015.&lt;br /&gt;
# Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Orient====&lt;br /&gt;
# Czerwinski, Peter: Der Glanz der Abstraktion. Frühe Formen von Reflexivität im Mittelalter, Frankfurt/New York 1989.&lt;br /&gt;
# Harms, Wolfgang: Der Kampf mit dem Freund oder Verwandten in der deutschen Literatur bis um 1300, München 1963.&lt;br /&gt;
# Kunitzsch, Paul: Erneut: Der Orient in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 113 (1984), S. 79–111.&lt;br /&gt;
# Müller, Nicole: Feirefiz-Das Schriftstück Gottes, Frankfurt a.M. 2008.&lt;br /&gt;
# Noltze, Holger: &#039;&#039;bî den dûht in diu wîle lanc&#039;&#039; – Warum langweilt sich Gahmuret bei den Môren?, in: &#039;&#039; bickelwort&#039;&#039; und &#039;&#039;wildiu maere&#039;&#039;. Festschrift für Eberhard Nellmann zum 65. Geburtstag, hg. von Dorothee Lindemann, Göppingen 1995 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 618), S. 109–119.&lt;br /&gt;
# Noltze, Holger: Gahmurets Orientfahrt. Kommentar zum ersten Buch von Wolframs ‚Parzival‘ (4,27-58,26), Würzburg 1995.  &lt;br /&gt;
# Panzer, Friedrich: Gahmuret. Quellenstudien zu Parzival, Heidelberg 1940.  &lt;br /&gt;
# Raucheisen, Alfred: Orient und Abendland. Ethisch-moralische Aspekte in Wolframs Epen Parzival und Willehalm, Frankfurt 1997.&lt;br /&gt;
====Raumdarstellungen====&lt;br /&gt;
# Stock, Markus: Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum in der hochhöfischen deutschen Epik. Mit einer Studie zu Isenharts Zelt in Wolframs Parzival, in: Hasenbrink, Burkhard(Hg.) / (u.a.): &#039;&#039;Innenräume in der Literatur des deutschen Mittelalters&#039;&#039;, Tübingen: Niemeyer 2008.&lt;br /&gt;
#Kellermann, Karina: Der Blick aus dem Fenster. Visuelle &#039;&#039;Âventiuren&#039;&#039; in den Außenraum, in: Vavra, Elisabeth (Hrsg.): Virtuelle Räume. Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter, Berlin 2005, 325-342.&lt;br /&gt;
# Manfred Balzer:&amp;quot;Vom Wohnen im Zelt im Mittelalter&amp;quot;, in: Frühmittealterliche Studien 1992(=Band 26), hg. von Hagen Keller und Joachim Wollasch, Berlin 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tumpheit====&lt;br /&gt;
# Rupp, Heinz: Die Funktion des Wortes &amp;quot;tump&amp;quot; im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Germanisch-romanische Monatsschrift NF 7 (1957), S. 97-105.&lt;br /&gt;
====Verwandtschaft====&lt;br /&gt;
# Delabar, Walter: Erkantiu Sippe unt hoch Gesellschaft. Studien zur Funktion des Verwandschaftsverbandes in Wolframs von Eschenbach &#039;Parzival&#039;, Göppingen 1990.&lt;br /&gt;
====Wissenschaft und Medizin====&lt;br /&gt;
# Bindschedler, Maria: Der Ritter Gawan als Arzt oder Medizin und Höflichkeit, in: Mittelalter und Moderne. Gesammelte Schriften zur Literatur, hg. von André Schnyder, Bern/Stuttgart 1985, S. 207–220.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich/ Keil, Gundolf: Zum künstlich erzeugten Heilfieber in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach, Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag, hg. von Kurt Gärtner und Joachim Heinzle, Tübingen 1989, S. 343–355.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Hartmann, Gottfried, Wolfram und die Medizin, in: Levense Bijdragen, Tijdschrift voor Germaanse Filologie, (79) 1990. S. 301–315.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Studien zur Heilkunde im &amp;quot;Parzival&amp;quot; Wolframs von Eschenbach, Göppingen 1992 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 565).&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Methodisches zur Interpretation von Urjans&#039; Heilung (Parzival 505,21-506,19), in: Bersch, Werner (Hg.) / Steinecke, Hartmut (Hg.): &#039;&#039;Zeitschrift für deutsche Philologie&#039;&#039;, Berlin: Schmidt 1992, Band 111.&lt;br /&gt;
# Haferlach, Thorsten: Die Darstellung von Verletzungen und Krankheiten und ihrer Therapie in mittelalterlicher deutscher Literatur unter gattungsspezifischen Aspekten, Heidelberg 1991.&lt;br /&gt;
# Kibelka, Johannes: Sternglaube und Willensfreiheit in der deutschen  Dichtung des Hochmittelalters, in: Wirkendes Wort. Deutsches  Sprachschaffen in Lehre und Leben, Hrsg. von Kurt Derleth, Anton J.  Gail, Hugo Moser, Wolfdietrich Rasch und Leo Weisgerber, Düsseldorf  1965. &lt;br /&gt;
# Deinert, Wilhelm: Ritter und Kosmos im Parzival. Eine Untersuchung der Sternenkunde Wolframs von Eschenbach, München 1960.&lt;br /&gt;
# Thomasek, Thomas: Kranke Körper in der mittelhochdeutschen höfischen Literatur. Eine Skizze zur Krankheitsmotivik, in: Ridder, Klaus (Hg.)/Langer, Otto (Hg.): &#039;&#039;Körperinszenierungen in mittelalterlicher Literatur&#039;&#039;, Berlin: Weidler 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Bibliographie_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=22776</id>
		<title>Bibliographie (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-13T20:46:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Psychologie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die nachfolgende Literaturliste zum &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; Wolframs von Eschenbach bietet lediglich eine Auswahl der Forschung. Suchen Sie einen  Titel oder ein Thema, das nicht aufgeführt ist? Dann recherchieren Sie z. B. online [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/ hier]. Wenn Sie  weitere  Titel hinzufügen oder bereits aufgenommene Titel ändern wollen,  können  Sie dies gerne unter &amp;quot;Diskussion&amp;quot; vorschlagen - oder direkt  eintragen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Textausgaben==&lt;br /&gt;
# Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher  Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in  Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
# Wolfram  von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und  kommentiert von Eberhard Nellmann, übers. von Dieter Kühn, 2 Bde.,  Frankfurt a.M. 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführungen, Kommentare, Handbücher==&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach, 8. Aufl., Stuttgart/Weimar 2004 (Sammlung Metzler 36).&lt;br /&gt;
# Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12).&lt;br /&gt;
# Wolfram von Eschenbach. Ein Handbuch, hg. von Joachim Heinzle, Berlin/New York 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsliteratur==&lt;br /&gt;
===Ästhetik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epistemologie===&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Die Blutstropfen im Schnee. Über Wahrnehmung und  Erkenntnis im &amp;quot;Parzival&amp;quot; Wolframs von Eschenbach, Tübingen 2001 (Hermaea  N.F. 94).&lt;br /&gt;
# Hasebrink, Burkhard: Gawans Mantel. Effekte der Evidenz in der Blutstropfenszene des ›Parzival‹, in: Texttyp und Textproduktion in der deutschen Literatur des Mittelalters, hg. von Elizabeth A. Andersen, Berlin/New York 2005 (Trends in Medieval Philology 7), S. 237-248.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Figurenzeichnung===&lt;br /&gt;
# Blank, Walter: Der Zauberer Clinschor in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach, Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag, hg. von Kurt Gärtner und Joachim Heinzle, Tübingen 1989, S. 321–332.&lt;br /&gt;
# Gowans, Linda: Cei and the Arthurian legend, Cambridge 1988.&lt;br /&gt;
# Haas, Alois M.: Parzivals Tumpheit bei Wolfram von Eschenbach, Berlin 1964 (Philologische Studien und Quellen 21).&lt;br /&gt;
# Haupt, Jürgen: Der Truchseß Keie im Artusroman, Berlin 1971 (Philologische Studien und Quellen 57).&lt;br /&gt;
# Jones, Martin H.: The significance of the Gawan story in Parzival, in: A Companion to Wolfram’s Parzival, hg. von Will Hasty, Columbia 1999, S. 37-76.&lt;br /&gt;
# Koch, Elke: Inszenierungen von Trauer, Körper und Geschlecht im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Codierungen von Emotionen im Mittelalter, hg. von u.a. Ingrid Kasten, Berlin 2003, S. 143-159.&lt;br /&gt;
# Linden, Sandra: Spiellleiter hinter den Kulissen? Die Gawanfigur in Wolfams von Eschenbach ‚Parzival‘, in: Impulse und Resonanzen. Tüber mediävistische Beiträge zum 80. Geburtstag von Walter Haug, hg. von Gisela Vollmann-Profe [u.a.], Tübingen 2007, S. 151-166.&lt;br /&gt;
# Müller, Nicole: Feirefiz – das Schriftstück Gottes, Frankfurt u.a., 2008.&lt;br /&gt;
# McFarland, Timothy: Beacurs und Gramoflanz (722,1-724,30). Zur  Wahrnehmung der Liebe und der Geliebten in Wolfarms Parzival, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschebach.  Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 169-191.&lt;br /&gt;
# Neudeck, Otto: Das Stigma des Anfortas. Zum Paradoxon der Gewalt in Wolframs „Parzival“, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur, hg. von Georg Jäger, Dieter Langewiesche, Alberto Martino, Tübingen 1994 (19) Heft 2, S. 52–75. &lt;br /&gt;
# Redzich, Carola: Der Schmerz des Anfortas: Zu Wolframs poetischer Inszenierung eines augustinischen Theorems, in: Schmerz in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, hg. von Marie Rasmussen, Arthur Groos, Volker Mertens u.a., Göttingen 2010. (Transatlantische Studien zu Mittelalter und Früher Neuzeit 4), S. 213–241.&lt;br /&gt;
# Schröder, Werner: Die Namen im &#039;Parzival&#039; und im &#039;Titurel&#039; Wolframs von Eschenbach, Berlin/ NY 1982.  &lt;br /&gt;
# Sproedt, Kriemhild: Gahmuret und Belakane, Verbindung von Heidentum und  Christentum in einem menschlichen Schicksal, Hamburg 1964.&lt;br /&gt;
# Baisch, Martin: Orgeluse - Aspekte ihrer Konzeption in Wolframs von Eschenbach Parzival, in: Schwierige Frauen - schwierige Männer in der Literatur des Mittelalters, hg. von Alois M. Haas und Ingrid Kasten, Bern [u.a.] 1999, S. 15-33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Narratologie===&lt;br /&gt;
====Erzählstruktur====&lt;br /&gt;
# Draesner, Ulrike: Wege durch erzählte Welten, Frankfurt a.M. 1993.&lt;br /&gt;
# Hirschberg, Dagmar: Untersuchungen zur  Erzählstruktur von Wolframs  &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Die Funktion von erzählter Szene und Station für den doppelten Kursus, Göppingen 1976 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 139). &lt;br /&gt;
# Schirok, Bernd: Der Aufbau von Wolframs ,Parzival&#039;. Untersuchungen zur  Handschriftengliederung, zur Handlungsführung und Erzähltechnik sowie zur Zahlenkomposition, Freiburg 1972.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Perspektivität====&lt;br /&gt;
# Haug, Walter: Warum versteht Parzival nicht, was er hört und sieht? Erzählen zwischen Handlungsschematik und Figurenperspektive bei Hartmann und Wolfram, in: Wahrnehmung im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach. Actas do Coloquio Internacional, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 37-66.&lt;br /&gt;
# Knaeble, Susanne: Höfisches Erzählen von Gott. Funktion und narrative Entfaltung des Religiösen in Wolframs &#039;Parzival&#039;, Berlin/New York 2011 (Trends in Medieval Philology 23).&lt;br /&gt;
# Laude, Corinna: Raumkonzepte und Poetik. Perspektiv(ist)isches Erzählen in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot; und Wittenwilers &amp;quot;Ring&amp;quot;, in: Ausmessen - Darstellen - Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von Ursula Kundert, Zürich 2007, S. 73-88.&lt;br /&gt;
# Schu, Cornelia: Vom erzählten Abenteuer zum Abenteuer des Erzählens. Überlegungen zur Romanhaftigkeit von Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;, Frankfurt a.M. [u.a.] 2002 (Kultur, Wissenschaft, Literatur 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Reden====&lt;br /&gt;
# Schuhmann, Martin: Reden und Erzählen. Figurenrede in Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; und &#039;&#039;Titurel&#039;&#039;, Heidelberg 2008 (Frankfurter Beiträge zur Germanistik 49).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Urscheler, Andreas: Kommunikation in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Eine Untersuchung zu Form und Funktion der Dialoge, Bern/Berlin [u.a.] 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====weitere Aspekte====&lt;br /&gt;
# Florian Kragl: Wie man in Furten ertrinkt und warum  Herzen süß schmecken. Überlegungen zur Historizität der Metaphernpraxis am Beispiel von Herzmaere und Parzival, in: Euphorion 102 (2008), S. 289-330.&lt;br /&gt;
# Friedrich, Udo: Erzählen vom Tod im Parzival. Zum Verhältnis von epischem und romanhaften Erinnern im Mittelalter, in: Historische Narratologie. Mediävistische Perspektiven, hg. von Harald Haferland und Matthias Meyer, Berlin/New York 2010, S. 385-414.&lt;br /&gt;
# Schuler-Lang, Larissa: Wildes Erzählen - Erzählen vom Wilden. Parzival, Busant und Wolfdietrich D, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Psychologie===&lt;br /&gt;
# Sassenhausen, Ruth: Wolframs von Eschenbach &#039;Parzival&#039; als Entwicklungsroman. Gattungstheoretischer Ansatz und literaturpsychologische Deutung, Köln 2007 (Ordo 10).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Wahrnehmung und Erkenntnis im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Text und Kultur: mittelalterliche Literatur 1150-1450 (DFG-Symposion 2000), hg. v. Ursula Peters, Stuttgart/Weimar 2001, S. 355-370.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Neudeck, Otto: Der verwehrte Blick auf die Oberfläche. Zum Konnex von  Wahrnehmung und ritterlicher Rüstung in Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;, in: Germanisch-romanische Monatsschrift 57 (2007), S. 275-286. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004.&lt;br /&gt;
# James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983.&lt;br /&gt;
# Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
# David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005.&lt;br /&gt;
# David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
#&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
# Knaeble, Susanne: Höfisches Erzählen von Gott. Funktion und narrative Entfaltung des Religiösen in Wolframs &amp;gt;Parzival&amp;lt;, Berlin/New York  2011.&lt;br /&gt;
# Maurer, Friedrich: Parzivals Sünden. Erwägungen zur Frage nach Parzivals &amp;quot;Schuld&amp;quot;, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 24 (1950), S. 304-346.&lt;br /&gt;
# Mockenhaupt, Benedikt: &#039;&#039;Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach&#039;&#039;, Darmstadt: Wiss. Buchges., 1968.&lt;br /&gt;
# Schröder, Walter Johannes: Der Ritter zwischen Welt und Gott. Idee  und Problem des Parzivalromans Wolframs von Eschenbach, Weimar 1952.&lt;br /&gt;
# Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiosität und Form, Heidelberg 1955 (Germanische Bibliothek. Reihe 3, Untersuchungen und Einzeldarstellungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rezeption===&lt;br /&gt;
====Bildende Kunst====&lt;br /&gt;
#Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Aufschlußreiche Hinterlassenschaften, in: Online Ausgabe der Ruperto Carola 1/1999, online unter http://www.uni-heidelberg.de/uni/presse/RuCa1_99/saurma.htm&lt;br /&gt;
#Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Profan oder sakral? Zur Interpretaion mittelalterlicher Wandmalerei im städtischen Kontext, in: Literatur und Wandmalerei l. Erscheinungsformen höfischer Kultur und ihre Träger im Mittelalter, Freiburger Colloquium 1998, hg. von Eckard Conrad Lutz u.a., Tübingen 2002, S. 283-327.&lt;br /&gt;
#Schirok, Bernd: Parzivalrezeption im Mittelalter, Darmstadt 1982. &lt;br /&gt;
#Schirok, Bernd: Die Parzivaldarstellungen in Lübeck, Braunschweig und Konstanz, in: Probleme der Parzival-Philologie, Marburger Kolloquium 1990, hg. von Joachim Heinzle u.a. (Wolfram-Studien 12), Berlin 1992, S. 172-190.&lt;br /&gt;
#Seelos, Ignaz: Zeichnungen zu den Triaden, in: Runkelstein, die Wandmalereien des Sommerhauses, hg. v. Walter Haug, Wiesbaden 1982, S. 94-97. &lt;br /&gt;
#Wunderlich, Werner: Weibsbilder al fresco. Kulturgeschichtlicher Hintergrund und literarische Tradition der Wandbilder im Konstanzer Haus &amp;quot;Zur Kunkel&amp;quot;, Konstanz 1996.&lt;br /&gt;
====Musik====&lt;br /&gt;
#Kühnel, Jürgen: Parsifal. Erlösung dem Erlöser. Von der Aufhebung des  Christentums in das Kunstwerk Richard Wagners, in: Müller,  Ursula/Müller, Ulrich (Hrsg.): Richard Wagner und sein Mittelalter,  Salzburg 1989, 171-227.&lt;br /&gt;
#Mertens, Volker: Richard Wagner und das Mittelalter, in: Richard  Wagner und sein Mittelalter, hg. von Ursula und Ulrich Müller, Salzburg 1989, S. 9-84.&lt;br /&gt;
#Mertens, Volker: Richard Wagner und das Mittelalter. Parsifal: Vom  ritterlichen Weltroman zum Mysterienspiel, in: Wagner Handbuch, hg. von Ulrich Müller und Peter Wapnewski, Stuttgart 1986, 50-55.&lt;br /&gt;
#Müller, Ulrich: Parzival und Parsifal. Vom  Roman Wolframs von Eschenbach und vom Musikdrama Richard Wagners, in: Sprache, Text, Geschichte. Beiträge zur  Mediävistik und germanistischen Sprachwissenschaft aus dem Kreis der  Mitarbeiter 1964-1979 des Instituts für Germanistik an der Universität  Salzburg, hg. von Peter Stein [u.a.], Göppingen 1980, S. 479-502.&lt;br /&gt;
#Müller, Ulrich: Vom  Parzival zum Liebesverbot. Richard Wagners Umgang mit dem Mittelalter - vier Thesen, in: Richard  Wagner und sein Mittelalter, hg. von Ursula und Ulrich Müller, Salzburg 1989, S. 85-101.&lt;br /&gt;
#Seelig, Wolfgang: Ambivalenz und Erlösung. Parsifal, Bonn 1983.&lt;br /&gt;
#Wapnewski,  Peter: Parzival und Parsifal oder Wolframs Held und Wagners Erlöser,  in: Richard Wagner. Von der Oper zum Musikdrama, hg. von Stefan Kunze, Bern 1978, S. 47-60.&lt;br /&gt;
#Wapnewski, Peter: Der traurige Gott. Richard Wagner in seinen Helden, München 1978.&lt;br /&gt;
#Wynn,  Marianne: Mittelalterliche Literatur in der Rezeption. Richard Wagner  und Wolframs Parzival, in: Archiv für Kulturgeschichte 65 (1983), S. 431-449.&lt;br /&gt;
===Aufbau des Werks===&lt;br /&gt;
====Quellen====&lt;br /&gt;
====Schluss====&lt;br /&gt;
# Biesterfeld, Corinna: Werkschlüsse in der höfischen Epik des  Mittelalters. Ein Forschungsbericht, in: Zeitschrift für  Literaturwissenschaft und Linguistik 25 (1995), S. 51-68.&lt;br /&gt;
# Brunner, Horst: Von Munsalvaesche wart gesant/ der den der swane brahte. Überlegungen zur Gestaltung des Schlusses von Wolframs Parzival, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift N.F. 41 (1991), S. 369-384.&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Parzival und Feirefiz - Priester Johannes - Loherangrin. Der offene Schluß des Parzival von Wolfram von Eschenbach, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 65 (1991), S. 236-264.&lt;br /&gt;
# Schmitz, Michaela: Der Schluss des Parzival Wolframs von Eschenbach. Kommentar zum 16. Buch. Berlin, 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelmotive===&lt;br /&gt;
====Artushof====&lt;br /&gt;
# Wolfzettel, Friedrich: Der Artushof: ideale Mitte oder problematische  Idealität?, in: Artushof und Artusliteratur, hg. von Matthias Däumer  [u.a.], Berlin/New York 2010, S. 3-19.&lt;br /&gt;
# Pratelidis, Konstantin: Tafelrunde und Gral: die Artuswelt und ihr Verhältnis zur Gralswelt im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, Würzburg 1994.&lt;br /&gt;
====Ehe====&lt;br /&gt;
# Masser, Achim: &#039;&#039;Gahmuret und Belakane. Bemerkungen zur Problematik von Eheschließung und  Minnebeziehungen in der höfischen Literatur&#039;&#039;. In: Liebe und Aventiure im Artusroman des Mittelalters. Beiträge der Triester Tagung 1988. Hrsg. von Paola Schulze-Belli und Michael Dallapiazza. Göppingen 1990. &lt;br /&gt;
# Schuhmacher, Marlis: Die Auffassung der Ehe in den Dichtungen Wolframs von Eschenbach, Darmstadt 1967. &lt;br /&gt;
# Wiegand, Herbert Ernst: Studien zur Ehe und Minne in Wolframs Parzival und Hartmanns Artusepik, Berlin/New York  1972. &lt;br /&gt;
====Frauen====&lt;br /&gt;
# Emmerling, Sonja: Geschlechterbeziehungen in den Gawan-Büchern des &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Wolframs Arbeit an einem literarischen Modell, Tübingen 2003.&lt;br /&gt;
# Maier-Eroms, Verena: Heldentum und Weiblichkeit. Wolframs Parzival, Gottfrieds Tristan und Richard Wagners  Musikdramen, Marburg 2009.&lt;br /&gt;
# Scheuble, Robert: mannes manheit, vrouwen meister. Männliche Sozialisation und Formen der Gewalt gegen Frauen im Nibelungenlied und in Wolframs von Eschenbach Prazival, Frankfurt am Main [u.a.] 2005.&lt;br /&gt;
# Michailowitsch, Ute: &amp;quot;[S]o frech dürfen schöne Frauen  sonst kaum  irgendwo sein&amp;quot;. Zur Orgeluse-Episode in Wolframs von  Eschenbach  Parzival, in: Studia Universitatis Babeş-Bolyai, Philologia  52 (2007), S. 65-78. &lt;br /&gt;
# Brackert, Helmut: &amp;quot;der lac an riterschefte tôt&amp;quot;. Parzival und das Leid der Frauen, in: Ist zwîvel herzen nâchgebûr. Günther Schweikle zum 60.  Geburstag, hg. von Rüdiger Krüger, Jürgen Kühnel und Joachim Kuolt,  Stuttgart 1989, S. 143-163.   &lt;br /&gt;
====Gewalt====&lt;br /&gt;
# [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-52484 Ridder, Klaus:  Kampfzorn: Affektivität und Gewalt in mittelalterlicher Epik, in: Wahrnehmen und Handeln, hrsg. von Wolfgang Braungart (u.a.), Bielefeld  2004].&lt;br /&gt;
====Gral und Gralssuche====&lt;br /&gt;
# Mergell, Bodo: Der Gral in Wolframs &#039;Parzival&#039;. Entstehung und Ausbildung der Gralsage im Hochmittelalter, Halle 1952.&lt;br /&gt;
# Mertens, Volker: Der Gral. Mythos und Literatur, Stuttgart 2003 (Reclams Universal-Bibliothek 18261).&lt;br /&gt;
====Humor====&lt;br /&gt;
# Seeber, Stefan: Poetik des Lachens. Untersuchungen zum mittelhochdeutschen Roman um 1200, Berlin 2010.&lt;br /&gt;
====Nahrung====&lt;br /&gt;
# Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage)&lt;br /&gt;
# Nitsche, Barbara: Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach. Historisch-anthropologische Zugänge zur mittelalterlichen Literatur, in: Adam, Wolfgang (Hg.): &#039;&#039;Euphorion. Zeitschrit für Literaturgeschichte&#039;&#039;,Heidelberg:Winter 2000, Band 94.&lt;br /&gt;
# Classen, Albrecht: The Symbolic Function of Food as Iconic Representation of Cultur and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival (ca 1205), in: Sauerberg, Lars Ole (Hg.) /(u.a.): &#039;&#039;Orbis Litterarum. International Review of Literary Studies&#039;&#039;, 2007, Vol. 62.&lt;br /&gt;
# Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000.&lt;br /&gt;
# Höhner, Jens: Zu Tisch mit König Artus und Parzival: Mähler in epischen Texten des Mittelalters im Kontext höfischer Etikette, höfischer Kommunikationsformen und rhetorischer Darstellung. Hamburg 2015.&lt;br /&gt;
# Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Orient====&lt;br /&gt;
# Czerwinski, Peter: Der Glanz der Abstraktion. Frühe Formen von Reflexivität im Mittelalter, Frankfurt/New York 1989.&lt;br /&gt;
# Harms, Wolfgang: Der Kampf mit dem Freund oder Verwandten in der deutschen Literatur bis um 1300, München 1963.&lt;br /&gt;
# Kunitzsch, Paul: Erneut: Der Orient in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 113 (1984), S. 79–111.&lt;br /&gt;
# Müller, Nicole: Feirefiz-Das Schriftstück Gottes, Frankfurt a.M. 2008.&lt;br /&gt;
# Noltze, Holger: &#039;&#039;bî den dûht in diu wîle lanc&#039;&#039; – Warum langweilt sich Gahmuret bei den Môren?, in: &#039;&#039; bickelwort&#039;&#039; und &#039;&#039;wildiu maere&#039;&#039;. Festschrift für Eberhard Nellmann zum 65. Geburtstag, hg. von Dorothee Lindemann, Göppingen 1995 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 618), S. 109–119.&lt;br /&gt;
# Noltze, Holger: Gahmurets Orientfahrt. Kommentar zum ersten Buch von Wolframs ‚Parzival‘ (4,27-58,26), Würzburg 1995.  &lt;br /&gt;
# Panzer, Friedrich: Gahmuret. Quellenstudien zu Parzival, Heidelberg 1940.  &lt;br /&gt;
# Raucheisen, Alfred: Orient und Abendland. Ethisch-moralische Aspekte in Wolframs Epen Parzival und Willehalm, Frankfurt 1997.&lt;br /&gt;
====Raumdarstellungen====&lt;br /&gt;
# Stock, Markus: Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum in der hochhöfischen deutschen Epik. Mit einer Studie zu Isenharts Zelt in Wolframs Parzival, in: Hasenbrink, Burkhard(Hg.) / (u.a.): &#039;&#039;Innenräume in der Literatur des deutschen Mittelalters&#039;&#039;, Tübingen: Niemeyer 2008.&lt;br /&gt;
#Kellermann, Karina: Der Blick aus dem Fenster. Visuelle &#039;&#039;Âventiuren&#039;&#039; in den Außenraum, in: Vavra, Elisabeth (Hrsg.): Virtuelle Räume. Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter, Berlin 2005, 325-342.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tumpheit====&lt;br /&gt;
# Rupp, Heinz: Die Funktion des Wortes &amp;quot;tump&amp;quot; im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Germanisch-romanische Monatsschrift NF 7 (1957), S. 97-105.&lt;br /&gt;
====Verwandtschaft====&lt;br /&gt;
# Delabar, Walter: Erkantiu Sippe unt hoch Gesellschaft. Studien zur Funktion des Verwandschaftsverbandes in Wolframs von Eschenbach &#039;Parzival&#039;, Göppingen 1990.&lt;br /&gt;
====Wissenschaft und Medizin====&lt;br /&gt;
# Bindschedler, Maria: Der Ritter Gawan als Arzt oder Medizin und Höflichkeit, in: Mittelalter und Moderne. Gesammelte Schriften zur Literatur, hg. von André Schnyder, Bern/Stuttgart 1985, S. 207–220.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich/ Keil, Gundolf: Zum künstlich erzeugten Heilfieber in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach, Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag, hg. von Kurt Gärtner und Joachim Heinzle, Tübingen 1989, S. 343–355.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Hartmann, Gottfried, Wolfram und die Medizin, in: Levense Bijdragen, Tijdschrift voor Germaanse Filologie, (79) 1990. S. 301–315.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Studien zur Heilkunde im &amp;quot;Parzival&amp;quot; Wolframs von Eschenbach, Göppingen 1992 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 565).&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Methodisches zur Interpretation von Urjans&#039; Heilung (Parzival 505,21-506,19), in: Bersch, Werner (Hg.) / Steinecke, Hartmut (Hg.): &#039;&#039;Zeitschrift für deutsche Philologie&#039;&#039;, Berlin: Schmidt 1992, Band 111.&lt;br /&gt;
# Haferlach, Thorsten: Die Darstellung von Verletzungen und Krankheiten und ihrer Therapie in mittelalterlicher deutscher Literatur unter gattungsspezifischen Aspekten, Heidelberg 1991.&lt;br /&gt;
# Kibelka, Johannes: Sternglaube und Willensfreiheit in der deutschen  Dichtung des Hochmittelalters, in: Wirkendes Wort. Deutsches  Sprachschaffen in Lehre und Leben, Hrsg. von Kurt Derleth, Anton J.  Gail, Hugo Moser, Wolfdietrich Rasch und Leo Weisgerber, Düsseldorf  1965. &lt;br /&gt;
# Deinert, Wilhelm: Ritter und Kosmos im Parzival. Eine Untersuchung der Sternenkunde Wolframs von Eschenbach, München 1960.&lt;br /&gt;
# Thomasek, Thomas: Kranke Körper in der mittelhochdeutschen höfischen Literatur. Eine Skizze zur Krankheitsmotivik, in: Ridder, Klaus (Hg.)/Langer, Otto (Hg.): &#039;&#039;Körperinszenierungen in mittelalterlicher Literatur&#039;&#039;, Berlin: Weidler 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=22775</id>
		<title>Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=22775"/>
		<updated>2015-07-13T20:44:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] wird die Nahrung sowie das Zusammenkommen zu einem Mahl mit verschiedenen sozialen Aspekten und Bedeutungen verknüpft und dabei sehr wirksam dargestellt. Dieser Artikel widmet sich diesen Darstellungen und zeigt die verschiedenen sozialen Aspekte auf, die im [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] mit dem Thema Nahrung und gemeinsamer Nahrungsaufnahme verbunden sind.&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung==&lt;br /&gt;
Nahrung und deren - vor allem in Gesellschaften gemeinsame - Aufnahme haben gerade im Mittelalter wichtige Funktionen erfüllt und dienten nicht nur der Stillung des Hungers.[Ehlert 2000: 24] So stellen gemeinsame Mahlzeiten eine rechtsrituelle Handlung dar, die nicht folgenlos war und zu einem bestimmten, friedensstiftenden Verhalten verpflichtet.[Althoff 1990: 13f.] Das gemeinsame Mal repräsentiert ebenfalls funktionierende &amp;quot;Macht- und Herrschaftsstrukturen&amp;quot;.[Nitsche 2000: 247]  Gerade in der höfischen Literatur werden bei Mahlzeitdarstellungen meist das höfische Zeremoniell oder die Reglementierungen der höfischen Körper an der Tafel dargestellt.[Nitsche 2000: 249] [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] weicht davon in seinem Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]]  ab, indem er die Darstellungen von Mahl und Nahrung mit einer Facette von Motiven verknüpft, die im Folgenden genauer dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival==&lt;br /&gt;
===Sexualität(130,3-135,25)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;=== &lt;br /&gt;
Ein Motiv, welches mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist, ist das der Sexualität. Als Parzival nach der Abreise von seiner Mutter mit [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | ihren Ratschlägen im Hinterkopf]] auf [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) | Jeschute]] trifft, ist dies der Anfang einer seltsamen Dynamik aus sexueller Gewalt und Nahrungsaufnahme. Parzival ringt mit Jeschute und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ihren Willen:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,11  || diu frouwe lûte klagte:|| die Dame klagte laut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ern ruochte waz si sagte || er kümmerte sich nicht um das, was sie sagte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,13  || ir munt er an den sînen twanc  ||  ihren Mund er an den seinen zwang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,21 || doch wart dâ ringens vil getân || da wurde viel gerungen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Parzival bedrängt Jeschute in dieser Szene und wendet zugleich eine äußerlich sexuell motivierte Gewalt an, dessen Art der Gewalt sich Parzival jedoch nicht bewusst ist. Denn statt den sexuellen Übergriff zu steigern bekundet Parzival mitten in der Rangelei seinen Hunger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,23 || der knappe klagete&#039;n hunger sân || der Jüngling klagte nun, dass er hungrig sei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || waer ir ze frumen wîse|| Wärt ihr klug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ir naemt iu ander speise || würdet ihr die andere Speise nehmen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem Jeschute auf die &#039;&#039;andere&#039;&#039; Speise verweist, bezeichnet sie sich selbst als sexuelle Speise.&amp;quot; [Nitsche 2000: 256] Parzival entgeht dieses Verständnis einer sexuellen Bedeutungsebene und konzentriert sich dann ganz auf das richtige Essen, welches er in unhöfischer Weise zu sich nimmt.[Nitsche 2000: 256] Er aß soviel, bis er den Kropf voll hatte (&amp;quot;einen guoten kropf er az&amp;quot;, 132,2) und trank dannach noch schwere Trünke (&amp;quot;swaere trünke tranc&amp;quot;,132,3). Das unhöfische Verhalten beim Essen spiegelt dabei jenes unhöfische Verhalten wider, welches Parzival schon bei der Rangelei mit Jeschute um ihren [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Jeschute (129,18-138,4) | Ring]] beweist. Parzival wirkt durch seine &#039;&#039;gewaltätige Art&#039;&#039; zu essen wie ein &amp;quot;kulinarischer Vergewaltiger&amp;quot;.[Nitsche 2000: 256] Die Doppeldeutigkeit ist, außer für Parzival selbst, klar ersichtlich. Jeschutes Mann Orilus greift bei seiner Rückkehr in das Zelt die sexuelle Bedeutungsebenen auf und [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| bestraft Jeschute]] zu unrecht.&lt;br /&gt;
Doch Jeschute ist nicht die einzige Frau, bei der Nahrung und sexuelle Komponente zusammenfallen. Gerade die Frauenfiguren werden an verschiedenen Stellen im Text als &#039;&#039;Speise&#039;&#039; dargestellt.[Nitsche 2000: 262] So wird Orgeluse als &amp;quot;verlockende Speise der Liebe&amp;quot;(&amp;quot;reizel minnen gir&amp;quot;,508,28) vorgestellt. Antikonies Körperformen werden vom Erzähler sogar noch eindeutiger mit der Beschreibung von Nahrung dargestellt:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,26 || baz geschict an de spizze hasen || Einen Hasen an seinem Bratenspieß der besser gestaltet ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,27  || ich waene den gesâht ir nie|| habt ihr vermute ich nie gesehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,28  || dan si was dort unde hie || denn sie war dort besser gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,29  || zwischen der hüffe unde ir brust.|| zwischen der Hüfte und ihrer Brust&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,30  || minne gerende gelust|| Die Lust nach Liebe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|410,1 || kunde ir lîp vil wol gereizen|| konnte ihr Körper sehr wohl reizen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mit dem Vergleich einer Speise wird die erotische Anziehungskraft der Damen besonders hervorgehoben.[Nitsche 2000: 262] Die Nahrungsaufnahme wird mit der Sexualität als Motiv verknüpft, weil die Aufnahme von Nahrung wie die Sexualität ein Bedürfnis ist, welches gestillt werden will. So kann es sittlich oder, wie im Falle Parzivals bei Jeschute, auch mit Gewalt gestillt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
Ein weiteres mit der Nahrungsaufnahme verknüpftes Motiv im Parzival ist die Religion. Das Motiv der Religion in Verbindung mit Nahrung taucht zweimal mit unterschiedlichen Funktionen im Parzival auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion werden beide Abschnitte in zwei getrennten Unterpunkten dargestellt.&lt;br /&gt;
====Fasten====&lt;br /&gt;
Das Fasten hat im Parzival eine bestimmte religiöse Funktion und wird bei einem Treffen von Parzival auf seinen Oheim [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Trevrizent]] behandelt. Dieser Onkel von Parzival hat sich als Bußleistung für eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Askese asketische] Lebensweise durch das Fasten entschieden, um auf eine Heilung seines Bruders [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Anfortas]] zu hoffen.[Ehlert 2000: 36] Als Parzival auf Trevrizent trifft, hat er sich aufgrund der [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Zur Frage der Schuld | Geschehnisse]] auf [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Munsalvaesche]] und durch [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Cundrîe | die Anschuldigung der Cundrîe]] von [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gott losgesagt]], weil er an der Hilfe Gottes zu zweifeln begonnen hat.[Ehlert 2000: 35]Trevrizent kann Parzival aufgrund seiner Lebensweise nur sehr karge Lebensmittel anbieten:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|485,7  || mîn küche riuchet selten:|| in meiner Küche raucht es selten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,11 || dane was gesoten noch gebrâten   || da wurde weder was gekocht noch gebraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,12  || unt ir küchen unberaten  ||  und ihre Küche war leer&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese pflanzliche, rohe und nicht gezüchtete sondern gesammelte Nahrung stellt die Fastenspeise dar, welche sich auf der untersten Schwelle der Kultur ansiedelt, beziehungsweise die unterste Stufe des Nahrungssystems bedeutet.[Ehlert 2000: 36f.] Die ungekochte pflanzliche Nahrung ist alles andere als erlesen, da sie weder zu den sonst gerade bei adligen Mahle edlen Speisen gehört und durch ihre unbehandelte Art keine zivilisierte Speise darstellt. Der Erzähler hebt die Kargheit der Speise nochmals hervor und grenzt sie von einer adligen Speise ab, indem er eine sonst am Tisch geläufige Hygieneregel für das aus wilden Pflanzen bestehende Mahl der beiden Fastenden aufhebt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,1 || Swaz dâ was spîse für getragen, || Was da an Speisen aufgetragen wurde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,2 || belîben si dâ nâch ungetwagen, || blieben [die Hände] dannach ungewaschen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,3  || daz enschadet in an den ougen niht, ||  so würde es ihren Augen nicht schaden [würde man sich daran reiben]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,4  || als man fischegen handen giht. ||  wie man es von fischigen Händen behauptet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kargheit der Speise ist also ein wichtiger Bestandteil, um Parzial auf seine Buße vorzubereiten, die er nach Abschluss der Speise tätigt, in dem er Trevrizent darüber aufklärt, dass er selbst(Parzival) [[Ansichten zum Frageversäumnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|die Erlösungsfrage versäumt]] hat. Auch das eigene Sammeln der Pflanzen ist ein wichtiger religiöser Bestandteil des Fastens, weist Trevirzent doch darauf hin, dass Gottes Gunst sie die Nahrung finden lässt(485,5f.).&lt;br /&gt;
Das Fasten fungiert im Parzival schließlich als ein Akt der Buße und der Reue. Nur durch die Erfahrung mit Trevrizent kann Parzival sich wieder [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals innere Umkehr und Annährung an Gott| Gott annähern]].[Ehlert 2000: 39]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Speisewunder====&lt;br /&gt;
&#039;Eine weitere religiöse Bedeutung von Nahrung ist das[[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Die Kraft des Grals | Speisewunder]] des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Grals im Parzival]]. Die Fähigkeit des Grals, eine beliebige Menge aller Arten von Speisen zu &amp;quot;produzieren&amp;quot;, muss gerade bei den Rezipenten in der Zeit der Entstehung des Parzivals eine äußerst göttliche Kraft darstellen. Gerade das Mittelalter war in Bezug auf die Lebensmittelversorgung anfällig, denn schlechte Ernten oder Belagerungen konnten schnell zu Nahrungsmittelknappheiten führen.[Classen 2001: 323] Genau eine solche Lebensmittelknappheit wird direkt vor den Ereignissen auf Munsalvaesche beschrieben, und zwar in der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs. Zum Zeitpunkt von Parzivals Eintreffen leidet die Stadt an Hunger durch die Belagerung. Eine unendliche Nahrungsquelle wie der Gral stellt folglicherweise in einer derartigen Zeit eine große Macht dar. Dass Nahrung auch in enger Verbindung mit Gott steht, kann man am obigen Abschnitt &amp;quot;Fasten&amp;quot; gut erkennen. Auch hier sorgt Gott für das gefundene Mahl. Der Gral bietet also das Gegenteil zu der Fastenspeise von Trevrizent und Parzival eine von Gott gegebene unendliche Quelle an beliebiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Strafe(525,12-529,1)===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das gemeinsame Mahl ist wie oben bereits erwähnt wurde, ein wichtiger Bestandteil in der mittelalterlichen Gesellschaft. Die Darbietung der Speisen und die verschiedenen Rituale haben eine hohe Signalwirkung und eine zeichenhafte Repräsentanz.[Mittermayr 2000: 9] Umso schlimmer wäre deswegen ein Ausschluss von diesem Ritual beziehungsweise von der Tischgemeinschaft.[Nitsche 2000: 259] Dies ist der Fall beim sexuellen Übergriff von Urjans auf eine Botin, die auf dem Weg zum König Artus war. Urjans, der wie die Botin auch, Gast war in dem Land des Artus (&amp;quot;er was gast, unt si gestin [in sîn lant].&amp;quot;,525,16 ; 525,24), hat das Gastrecht, welches den Gast und den Gastgeber dazu verpflichtet, Frieden zu halten, mit seinem Übergriff auf die Botin gebrochen.[Ehlert 2000: 38-39] Artus ist durch diese Tat erzürnt und spricht Urjans nicht nur die Ritterehre ab, sondern verurteilt ihn auch zum Tod durch den Strick:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,19 || man verteile imz leben unt sînen prîs, || - || Man sprach ihm durch Urteil sein Leben und seinen Ruhm ab&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,20 || unt daz man winden solt ein rîs, || - || und das man einen Strick winden sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,21  || dar an im sterben wurd erkant  || - ||  an dem er sterben sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,22 || âne bluotige hant. || - || ohne Blut an den Händen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Gawans Einschreiten wird die Strafe jedoch dergestalt umgewandelt, dass Urjans von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird und vier Wochen mit den Hunden essen muss (&amp;quot;vier wochen er das niht vergaz: die zît ich mit den hunden az&amp;quot;,524,17-18). Mit den Hunden bedeutet in diesem Falle, dass Urjans nicht nur aus dem gleichen Trog wie die Hunde essen muss, sondern die Nahrung auch wie die Hunde mit dem Mund aufzunehmen hat(&amp;quot;ûz einem troge az sîn munt[...]&amp;quot;,528,28). Die tiergleiche Nahrungsaufnahme wird zusammen mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft als Mittel der Bestrafung genutzt. Auffällig dabei ist, dass der Ausschluss von der Tischgemeinschaft für 4 Wochen gering gegenüber dem zuerst ausgesprochenem Todesurteil erscheint. Die Strafe ist jedoch nicht zu unterschätzen, muss Urjans durch den Ausschluss doch &amp;quot;liden hôhen pîn&amp;quot; (schwere Strafe erleiden). Bei einem [[Medizin im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Urjans | späteren Treffen von Urjans auf Gawan]] erwähnt Urjans selbst nur die Strafe des Ausschlusses und nicht die zuerst angedrohte Todesstrafe. Die Strafe wiegt also trotz der kurzen Dauer deshalb besonders schwer, da Urjans mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft einen erheblichen Ehrverlust hinnehmen muss.[Kramer 1984: 155] Auch die tiergleiche Nahrungsaufnahme mit dem Mund sowie das Essen bei den Hunden ist eine extreme soziale Herabsetzung.[Nitsche 2000: 259] Doch es nicht nur eine Strafe für Urjans, von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen zu werden. So werden die anderen Teilnehmer der Tischgemeinschaft davor geschützt, mit dem ehrlosen Urjans zu speisen, da er ihre Ehre durch seine Anwesenheit beim Mahl ebenfalls heruntergesetzt hätte.[Nitsche 2000: 259 Fn. 36] Die Bestrafung Urjans verdeutlicht die im Parzival hohe gesellschaftliche Signifikanz der Nahrungsaufnahme. Es ist sogar dergestalt bedeutsam, dass es mit der Todesstrafe verglichen werden kann. Urjans Reaktion gegenüber Gawan spielt sogar darauf an, dass die Essstrafe schlimmer ist. Denn Urjan ist Gawan alles andere als dankbar, obwohl dieser ihm ja durch das Erwirken des zweiten Urteils vor dem Tode bewahrt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Entwicklung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrung und deren Aufnahme hat im Mittelalter stets eine signifikante Rolle zum Leben am Hof beigetragen.[Classen 2001: 316] So gibt es höfische Verhaltensweisen, die man bei einem Mahl einzuhalten hat und die eine kultivierte Nahrungsaufnahme ermöglichen. Parzival selbst hat aufgrund seiner [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erziehung]] [[Erziehung_fernab_jeder_Zivilisation | fern vom Hofe]] kaum Kenntnis über soziale Regeln, höfische Verhaltensweisen und Werten erlangt.[Classen 2001:319] Erst im Laufe der Geschichte lernt Parzival mehr über das Ritterdasein und anderen Werte, wie z.B. von [[Gurnemanz]]. Diese soziale Entwicklung Parzivals geht einher mit dessen Umgang mit Nahrung und deren Aufnahme, sodass die Nahrungsaufnahme den Stand der sozialen Entwicklung sowie dessen Fortschritt widerspiegelt.[Classen 2001: 318] Es beginnt in Soltane, wo Parzival als Kind durch [[Die Jagd im Parzival | die Jagd]] teilweise große Tiere erlegt und sie zu seiner Mutter bringt. Teilweise sind die Tiere so schwer, dass sie eigentlich ein Maultier zum Transport benötigen würden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
120,8|| swennerrschôz daz swaere, || Wann immer ein Stück schoss,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
120,9|| des waere ein mûl geladen genuoc, || daran wäre ein Maultier genug beladen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
120,10|| als unzerworht hin heim erz truoc. || trug er es dennoch unzerteilt heim.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt Parzivals schon frühe, körperlich stark ausgeprägte Entwicklung und seine rohe, gewaltsame Art im Umgang mit Nahrung.[Classen 2001: 319] In diesem Stadium, wo Parzival noch roh und brutal mit der Nahrung umgeht, ist er selbst [[Parzivals tumpheit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#&amp;quot;tumpheit&amp;quot; in den Kindes- und Jugendjahren | in seiner sozialen Entwicklung]] kaum vorangeschritten und hat keinerlei Ahnung von höfischen Normen und anderen Tugenden. Nach seinem Aufbruch aus Soltane kommt Parzival an einem Zelt vorbei, in dem er Jeschute findet. Dort begeht er fast einen sexuellen Übergriff und verhält sich gegenüber Jeschute sowie gegenüber dem Essen wie ein roher Übeltäter. Durch seinen Übergriff muss Jeschute eine [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19) |harte Strafe durch ihren Ehemann Orilus]] erleiden. Der maßlose Umgang mit dem Essen spiegelt die Gleichgültigkeit Parzivals über seine Umwelt wider.[Classen 2001: 320]&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Besuch bei Gurnemanz und einem gemeinsamen Mahl beider hat Parzival die nötigen Werte gelernt, die für einen Ritter und für das Verhalten bei einem höfischen Mahl vonnöten sind.[Classen 2001: 322]. Bei der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs zeigt Parzival gleich einen ganz anderen höfischen Umgang mit Nahrung(193,1-206,1). Durch die Belagerung der Stadt kam es zu einer Hungersnot, da eine Versorgung der Stadt mit Essen nicht möglich war. Parzival teilt das für ihn und Condwiramurs besorgte Essen mit den Hungernden in der Stadt. Aus dem vorher noch gierigen Verschlingen von Nahrung wurde nun ein christlicher, mitfühlender Umgang mit Nahrung, indem man mit den armen Hungernden teilt.[Classen 2001: 323] Doch nicht nur teilt der bei Jeschute noch als gierig dargestellte Parzival sein Essen, vielmehr bewahrt er beim Eintreffen von Nahrung(200,10ff.) die Anwohner der Stadt vor einem für ihren ausgehungerten Zustand nicht förderlichen &amp;quot;Fressrausch&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,10 || von êrst die spîse kleine || Die erste kleine Speise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,11 || teilter mit sîn selbes hant. || teilte er(Parzival) eigenhändig aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,13 || er wolde niht ir laeren magn || Er wollte nicht ihre leeren Mägen überluden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,14 || überkrüpfe lâzen tragn: || damit sie sich nicht überfraßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,15 || er gab in rehter mâze teil.|| Er teilte es deswegen in die richtige Menge.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;mâze&#039;&#039; Parzivals wird in dieser Szene besonders hervorgehoben und zeichnet sich deutlich noch von dem Parzival ab, der selber noch im Zelt der Jeschute einen &#039;&#039;guoten kropf ... az&#039;&#039;(132,2). Dieser nun ziviliserte Umgang mit Nahrung geht einher mit Parzivals Wandlung von einem rüpelhaften jungen Mann in einen noblen Ritter.[Classen 2001: 323] Parzivals Entwicklung im Bereich höfischer Tugend ist also an seinem Umgang mit Nahrungsmitteln erkennbar. Der richtige und vorallem maßvolle Umgang mit Nahrung scheint folglich eine wichtige höfische Tugend zu sein, die für einen Ritter wie Parzival unerlässlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Wie oben dargestellt wurde, hat die Nahrung und deren Aufnahme im historischen Mittelalter wie auch im Parzival eine größere Bedeutung als nur der Stillung des Hungers. Gerade die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Akt und differenziert zwischen höfischen Normen und einer wilden Dekadenz. Gerade weil Hunger, wie die sexuelle Begierde, ein körperliches Verlangen ist, stehen das Aufnehmen von Nahrung und Sexualität oft im Einklang zueinander. Dies zeigt sich deutlich an den oben beschrieben Frauendarstellungen als Nahrungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essstrafe Urjans verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit eines gemeinsamen Mahls sowie der Stellung desselbens. Auch die soziale Entwicklung Parzivals ist anhand seines Umgangs mit Nahrung und vorallem seines Verhaltens zu Tisch ein wichtiges Element im Text von Wolfram von Eschenbach. Die Nahrungsaufnahme im Parzival kann abschließend also zu Recht als ein wichtiger gesellschaftlicher Akt bezeichnet werden, deren erfolgreiche Teilnahme ein unerlässlicher Indikator für höfische Normen ist. Auch dient sie dem Erzähler zur Darstellung verschiedener Handlungen und Entwicklungen des Protagonisten und hat somit kommt ihr auch auf narrativer Ebene Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literaturverzeichnis=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Althoff 1990] Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage), S. 13-27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Classen 2001] Albrecht Classen: &amp;quot;The symbolic Function of Food as Iconic Representation of Culture and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival(ca 1205)&amp;quot;, in: Orbis Litterarum 2007(=Band 62 No.1), hg. u.a. von Lars Ole Sauerberg, Oxford 2007, S. 315-335.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Ehlert 2000] Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 23-41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kramer 1984] K.S. Kramer: &amp;quot;Mahl und Trunk&amp;quot;, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, hg. u.a. von Aldabert Erler, Berlin 1944, S. 154-156.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Mittermayr 2000] Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 9-10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Nitsche 2000] Barbara Nitsche: &amp;quot;Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Euphorion 2000(=Band 94), hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2000, S. 256-270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Gesellschaft]] [[Kategorie: Sexualität]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_Zelt_als_Zeichen_und_Handlungsraum&amp;diff=22766</id>
		<title>Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_Zelt_als_Zeichen_und_Handlungsraum&amp;diff=22766"/>
		<updated>2015-07-13T20:28:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das Zelt in mittelalterlicher Literatur taucht immer wieder als Ort für die verschiedensten Handlungen auf. Auch im Parzival finden Handlungen in Zelten oder im Kontext mit Zelten statt. Darüber hinaus wird das Zelt als Symbol für unterschiedliche Bedeutungen genutzt. Mit genau diesen Handlungen und der Symbolik des Zelts im Parzival befasst sich dieser Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zelt als Handlungsraum==&lt;br /&gt;
Das Zelt in Wolframs von Eschenbach Parzival dient unter anderem als ein Handlungsraum. So finden im Parzival verschiedene Handlungen im Zelt statt, die in den folgenden Unterpunkten genauer betrachtet werden. Das Zelt eignet sich durch dessen Mobilität gut dafür, die Handlungen an den verschiedensten Orten stattfinden zu lassen. Wenn hier jedoch von der Mobilität des Zeltes gesprochen wird ist zu beachten, dass die Zelte, mit Ausnahme vom [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Isenharts Zelt | Zelt des Isenhart]], nicht wirklich bewegt werden, beziehungsweise nicht wirklich transportiert werden. Die Zelte werden zwar durch ihr Auftreten an mehreren Orten als beweglich wahrgenommen, sie werden jedoch nicht als wiederverwendete bewegliche Räume und deren Transport narrativ genutzt.[Stock 2005: 78f.] Das Zelt im Parzival ist also nicht wirklich mobil, sondern bietet nur eine Flexibilät für den Erzähler, verschiedene Orte als Handlungsraum zu nutzen. Das Zelt ermöglicht damit einen mobilen Artushof, der durch die Zelte nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. So kann der Artushof als ein [[Raumsemantik#Bewegungsräume | Bewegungsraum]] dem Protagonisten an die verschiedenen Orte folgen, statt an einen Ort gebunden zu sein.[Schulz 2012: Vgl. S. 301] Wenn in den folgenden Abschnitten also vom mobilen Zelt die Rede ist, sollte stets an die hier ausgeführte Flexibilität des Handlungsraums gedacht werden, und weniger an den Transport eines Zeltes selber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höfische Interaktion===&lt;br /&gt;
Im Parzival finden vielerlei höfische Interaktionen in den Zelten statt. Ziel des Abschnitts ist es nicht, jede einzelne Handlung im Text detailliert darzustellen. Es wird nur ein kleiner Ausschnitt betrachtet und die höfische Interaktion in Zelten im Allgemeinen betrachtet. Das Zelt dient im Parzival unter anderem als temporärer Lebensraum der Charaktere, die sich auf Reisen befinden. Häufige Interaktionen in Zelten sind Unterredungen oder das Empfangen von Boten. So empfängt Gahmuret Boten und Herzeloyde in dem Zelt des Isenharts im 2. Buch. Im 13.Buch, genauer im Zeltlager von [[Joflanze (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Joflanze]], finden vorallem Empfänge in den Zelten eine Rolle. Das Zelt als temporärer Lebensraum dient also hauptsächlich dem Empfangen von Boten oder Gästen sowie Unterredungen. Das Zelt bietet durch seine Art einen Handlungsraum für Interaktionen zwischen den Charakteren, die sie sonst in einer Burg stattfinden würden. Dem Zelt kommt auf Reisen die Funktion einer Burg oder Stadt eines Herrschers oder Ritters zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Minnehandlung===&lt;br /&gt;
Einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf das Zelt als Ort der Minne und der Zweisamkeit. So findet in diesen Minnezelten die [[Minne (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Minne]] zwischen der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; und ihres &#039;&#039;rîters&#039;&#039; statt. Auch kann das Zelt für den Ritter als Ausgangsort auf der Suche nach Kämpfen dienen, welche oft, jedoch nicht zwingend im [[Minnedienst (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Minnedienst]] stehen.[Stock 2005: 72] Die Minnezelte zeichnen sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie isoliert von der Gesellschaft und fern eines größeren Zeltlagers stehen.[Stock 2005: 72] Ein konkretes Beispiel für ein Minnezelt im Parzival ist das Zelt des Orilus und seiner Frau Jeschute, auf welches Parzival nach dem Verlassen seiner Mutter trifft. Das Zelt, welches allein auf einem weiten Feld(129,18) abseits  von jeglicher Gesellschaft steht, beherbergt Jeschute. Das Zelt wird vorallem durch den Fokus auf seine Einrichtung und die äußerst eindeutige sexuelle Beschreibung der Jeschute als Minnezelt erkennbar.[Stock 2005: 72] So beeinhaltet das Zelt ein Bett, in der die schlafende Jeschute liegt, welche aufgrund der Hitze eine Zobeldecke bis zur Hüfte aufgeschlagen hat(130,3ff.). Das Zelt stellt also ein Minnezelt eines noblen Liebespaares dar.[Kaiser 1983: 84] Orilus ist in der Zeit des Eindrigens Parzivals ins Zelt mit anschließendem Übergriff auf Jeschute unterwegs. Wie sich später im Text herausstellt, hat Orilus zu diesem Zeitpunkt Schionatulander als Teil seines Minnedienstes getötet:[Kaiser 1983: 84]&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|141,8  || disen ritter unt den vetern dîn|| diesen Ritter und deinen Vettern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|141,9 || ze tjostieren sluoc Orilus   || im Tjost erschlug sie Orilus&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die nach den Geschehnissen im Zelt [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| gestörte Ehegemeinschaft]] wird später in einem &#039;&#039;poulûn&#039;&#039;(271,26), also in einem Zelt wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel für die Minnehandlung in Zelten findet sich im XVI.Buch, als Parzival und Condwîrâmûrs sich wiedersehen. Parzival findet Condwîrâmûrs in einem Zeltlager. Zwar ist das Zelt, indem Parzival und Condwîrâmûrs die Minne vollziehen nicht wie oben beschrieben außerhalb eines größeren Zeltlagers, es ist jedoch durch einen &amp;quot;Herrenring&amp;quot; umschlossen und so von den anderen Zelten abgeschirmt(799,15ff.). Auch hier liegt der Fokus wieder auf dem Bett als einzig beschriebenem Einrichtungsgegenstand sowie der spärlichen Bekleidung Condwîrâmûrs:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|800,30 || sie hete niht wanz hemde an:|| Sie hatte nichts außer dem Hemd an:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,1 || Umb sich siz deckelachen swanc,  || Sie schwang die Bettdecke um sich,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,2 ||  fürz pette ûfen teppech spranc || und sprang aus dem Bett auf den Teppich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,3 ||Condwîrâmûrs diu lieht gemâl .|| Condwîrâmûrs die Lichtgestalt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,4 ||  ouch umbevienc si Parzivâl:  || Auch umarmte sie Parzival:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,5 || man sagte mir, si kusten sich.  || Man sagte mir, sie küssten sich.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Raumbeschreibung im Minnezelt beschränkt sich also auf das Bett und die darin leicht bekleidete &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;. Abschließend kann das Minnezelte als ein Rückzugspunkt für sich Liebende beschrieben werden, die sich abseits ihrer Burg befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zelt als Symbol==&lt;br /&gt;
Das Zelt dient jedoch nicht nur als Handlungsort, sondern hat darüber hinaus eine repräsentative Bedeutung. Es symbolisiert einen Herrschaftsbereich einerseits, und repräsentiert Macht andererseits. Schon im historischen Mittelalter war das Zelt mehr nur als ein Notbehelf, sondern wurde auch der herrscherlichen Repräsentation und der Selbstdarstellung dienstbar gemacht.[Balzer 1992: 225] Dies deckt sich mit dem Parzival, in dem das Zelt mehr als nur eine Behausung darstellt.&lt;br /&gt;
===Das Zelt als Symbol eines Herrschaftsbereiches===&lt;br /&gt;
Ob bei einem Zeltlager für eine Belagerung oder einem Minnezelt wie bei Orilus und Jeschute, ein Zelt dient nicht nur der Behausung der Ritter und Damen. Vielmehr stellt das Zelt einen Bereich dar, eine Grenze, deren Überschreitung als ein Eingriff in den Herrschaftsbereich des Zeltbesitzers fungiert. Denn das Zelt ist hier der temporäre Lebensraum des Besitzers, und jeder Eindringling in diesen Raum stellt somit aufgrund der Verletzlichkeit des Zeltes eine Bedrohung dar.[Stock 2005: 70] Das Zelt markiert durch seinen Stand auf einem Bereich eine Art Beanspruchung dieses Bereichs, über den der Zeltbesitzer die Herrschaft ausübt. Dieser konstituierte Herrschaftsbereich darf nicht einfach so ohne Ankündigung betreten werden. Deswegen bemerkt Orilus Parzivals Eindringen auch nicht an Jeschute oder einem Durcheinander im Zelt, sondern an den Spuren, die Parzival um und am Zelt hinterlässt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,28  || dô kom von dem ich sprechen wil.|| Da kommt der, von dem ich sprechen will.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,29 || der spürte an dem touwe   || Der erspähte an Spuren im Tau,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,30  || daz gesouchet was sîn frouwe.  ||  dass seine Frau besucht worden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|133,1  || der snüere ein teil was ûz geret:  ||  Ein Teil der Zeltschnüre war niedergetreten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|133,2  || dâ hete ein knappe dez gras gewet.  ||  da ist ein Knabe durch das Gras gegangen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orilus deutet die Zeichen richtig und erkennt die Verletzung seines Herrschaftsbereichs um das Zelt, auch wenn er das Eindringen als[[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| Ehebruch missdeutet]].[Stock 2005: 73]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel im Parzival, bei dem das Eindringen in den Herrschaftsbereich eines Zeltes thematisiert wird, ist die [[Die Blutstropfenszene (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Blutstropfenszene]]. Parzival, der durch die Blutstropfen im Schnee wie in Trance an seine Frau Condwîrârmûrs denkt, bedroht durch seinen aufgerichteten Speer unwissentlich den nicht unweit von ihm lagernden Artushof. Der aufgerichtete Speer deutet auf eine [[Das Tjostieren im Parzival| Tjostbereitschaft]] Parzivals hin, auch wenn dieser dies aktiv nicht wahrnimmt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,1  ||Dâ hielt gezimiert ein degn,|| Da hielt geschmückt ein Krieger&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,2 || als er tjostierns wolde pflegn   || als wollte er das Tjostieren pflegen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,3 || gevart, mit ûf gerihtem sper.   || mit aufgerichtetem Speer.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unbemerkte Eindringen in den Herrschaftsbereich durch Parzival wiegt schwer, was sich auch deutlich durch den Ausruf des Pagen zeigt, welcher Parzival entdeckt hat. Dieser ruft im Zeltlager des Artushofs aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,20  ||alsus rief der garzûn|| So rief der Edelknabe:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,21|| &amp;quot;tavelrunder ist geschant:  || &amp;quot;Die Tafelrunde ist geschändet:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,22 || ui ist durch die snuere allhie gerant.&amp;quot;   || euch ist einer eben hier durch die Schnüre gerannt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier ist wie bei Orilus das Eindringen an den Zeltschnüren festgemacht worden. Die Zeltschnüre indizieren also eine Grenze für den &#039;&#039;rinc&#039;&#039; des Zeltlagers, welcher als verletzlicher und zu verteidigender Eigenraum gekennzeichnet ist.[Stock 2005: 70] Die Schande für die Ritter im Zeltlager liegt darin, dass ein scheinbar kampfbereiter Eindringling unbemerkt in diesen durch die Zeltschnüre abgegrenzten &#039;&#039;rinc&#039;&#039; ungehindert eingedrungen ist.[Stock 2005: 70] Dass das Eindringen schwer wiegt, zeigen auch die in der Szene [[ Die Blutstropfenszene (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Erster Kampf gegen Segramors|anschließenden Kämpfe]], die trotz eines vorher abgelegten Gelübtes an Artus von demselben zugelassen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,20 || beide arme und rîche,|| Sowohl Arme als auch Reiche&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,21 || die schildes ambet ane want,   || die im Schilddienst waren,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,22  || lobten Artûses hant,  ||  schworen Artus einen Eid,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,23  || swâ sie saehen rîterschaft,  ||  wann auch immer sie ritterliche Kämpfe sehen sollten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,24  || daz si durch ir gelübde kraft  || dass sie Kraft ihres Gelübtes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,25  || decheine tjost entaeten,  ||  keine Tjost annehmen sollten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,26  || ez enwaere op si in baeten  ||  ehe sie ihn nicht(Artus) baten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,27  || daz er se lieze strîten.  ||  dass er sie kämpfen ließe.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zelt oder ein Zeltlager sind - mehr als eine Burg - ein verletzlicher höfischer Eigenraum im Sinne eines Herrschaftsbereichs, den es zu verteidigen gilt.[Stock 2005:70] Ein Eingriff in diesen Herrschaftsbereich, der durch die Art der Beschaffenheit weniger Schutz als eine Burg bietet, muss besonders verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Zelt als Symbol für Macht===&lt;br /&gt;
So wie Zelte im historischen Mittelalter zur &amp;quot;Repräsentation und Selbstdarstellung dienstbar gemacht wurden&amp;quot;[Balzer 1992: 225], so haben auch die Zelte im Parzival die Funktion Macht zu repräsentieren. Sie können folglich als ein Symbol von Macht bezeichnet werden. Die Macht wird dabei durch die äußerliche Verarbeitung und durch die Größe des Zelts dargestellt. So zum Beispiel bei dem Zelt des Orilus:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|129, 20|| [...] grôz rîcheit dran gekêret.|| Großer Reichtum wurde darauf angewendet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || von drîer varwe samît|| Von dreilerei farbigen Samt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ez was hôh unde wit:|| war es und hoch und weit:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ûf den aneten lâgen borten guot.|| auf den Nähten lagen gute Bänder.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel wäre das Zelt des [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Isenhart]], welches bei [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Im Königreich Zazamanc (16,1 - 58,26) | der Belagerung der Stadt Pâtelamunt]] vor selbiger aufgebaut war:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|27,16  || [...] daz als ein palas|| das als eine Burg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|27,17  || dort stêt (daz ist ein hôch gezelt:) || dort steht, das ist ein großes Zelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Vergleich mit der Größe einer Burg verdeutlich nicht nur die tatsächliche Größe, sondern auch die Macht, ein solches Zelt transportieren zu können beziehungsweise zu besitzen. Es gehört auch zur typischen Zeltbeschreibung der höfischen Epik, dass man erfährt, welche Kraft für das Bewegen des Zelts notwendig ist.[Stock 2005: 78] Dies wird auch bei Isenharts Zelt deutlich, als [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Gahmuret]] das Zelt bei [[Gahmuret und Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Das Turnier in Kanvoleis | dem Turnier in Kanvoleis]] aufstellt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|61,13 || mit arbeit wart ûf geslagn || Mit Mühe wurde aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|61,14  || daz drîzec soumaer muosen tragn, || das dreißig Lasttiere tragen mussten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|61,15  || ein gezelt: das zeigte rîcheit. || ein Zelt, welches Reichtum und Macht darstellt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Aufwand ein solches Zelt zu bewegen ist ansich schon eine Repräsentation von Macht. Der dazu gehörige Reichtum verstärkt die Macht, wie ein Edelknabe im Gespräch mit Herzeloyde deutlich macht:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|62,18 || &amp;quot;âvoy welch ein poulûn! ||&amp;quot;Ah welch ein Pavillion!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|62,19  || iwer krône und iwer lant || Eure Krone und euer Land&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|62,20  || waern derfür niht hallbez phant.&amp;quot; || würden nicht mal als Hälfte eines Pfands dafür genügen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das Zelt nimmt zusätzlich noch mit seinen &#039;&#039;snüeren&#039;&#039; die ganze Fläche des Feldes ein(61,16f.) und repräsentiert damit einen Anspruch auf Dominanz im Turnier durch Gahmuret.[Stock 2005: 80].&lt;br /&gt;
Eine weitere Machtdemonstration sind die Zeltlager, die bei einer Belagerung den Verteidigern die Anzahl und Stärke der Gegner präsentieren. So auch bei [[Gawan (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Gawans]] [[Gawans Abenteuer auf dem Weg zum Gerichtskampf gegen Kingrimursel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#In der Stadt Bearosche (338,1 - 397,30) |Abenteuer in der Stadt Bearosche]]. Dort bot sich ihm ein Anblick auf eine Menge Zelte, welche sich einander mit Pracht und Reichtum überboten(350,24ff). Weiterhin standen die Zelte so dicht aneinander, dass die Zeltschnüre an &#039;&#039;de andern dranc&#039;&#039;(351,3f.) und trotzdem ein langes Feld abdeckten(351,4ff.). Die kostbare Verarbeitung und der Platz, den die Zelte verbrauchen, symbolisieren also Stärke und Macht.&lt;br /&gt;
Weiterhin sind Zelte ein Indiz für Macht, da sie als höfischer Eigenraum zu verteidigen sind.[Stock 2005: 74] Das heißt, dass meist ein gewaltfähiger Ritter oder mehrere gewaltfähige Ritter in der Nähe sind.[Stock 2005: 73] So auch bei Orilus und dem Artushof, die beide dazu bereit waren, ihren [[Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum#Das Zelt als Symbol eines Herrschaftsbereich |verletzten Herrschaftsbereich]] zu verteidigen.&lt;br /&gt;
Zelte haben also die repräsentative Funktion, durch ihre Größe und Verarbeitung die Macht ihrer Besitzer zu demonstrieren. Außerdem demonstrieren sie in einem Gebiet aufgeschlagen einen Machtanspruch über den Bereich, auf dem sie aufgestellt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Zelt im Parzival ist wie oben nachgewiesen mehr als nur eine schlichte Behausung für Reisende. Es ist ein Ort, der durch seine Mobilität die Charaktere und der Handlung folgen kann und an dem spezielle Handlungen wie die Minne stattfinden. Weiterhin dient das Zelt gerade auf der Ebene der Symbolik als ein repräsentatives Mittel. Es zeigt wie im Falle von Isenharts Zelt die Macht des Besitzers nach außen für alle sichtbar. Andererseits bietet das Zelt weniger Schutz als eine Burg und muss deswegen eine konstante Gewaltfähigkeit deren Bewohner fordern, wie das Beispiel von Parzival in der Blutstropfenszene verdeutlicht hat. Abschließend kann man sagen, dass das Zelt im Parzival eine weitreichende symbolische Bedeutung hat und auch narrativ eine wichtige Funktion für die Orte der Handlung darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Balzer 1992] Manfred Balzer:&amp;quot;Vom Wohnen im Zelt im Mittelalter&amp;quot;, in: Frühmittealterliche Studien 1992(=Band 26), hg. von Hagen Keller und Joachim Wollasch, Berlin 1992, S. 208-229.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kaiser 1983] Gert Kaiser:&amp;quot;Liebe außerhalb der Gesellschaft&amp;quot;, in: Liebe als Literatur. Aufsätze zur erotischen Dichtung in Deutschland, hg. von Rüdiger Krohn, München 1983,S. 79-97.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Schulz 2012] Armin Schulz: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive, hg. u.a. von Manuel Braun, Berlin 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Stock 2005] Markus Stock:&amp;quot; Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum in der hochhöfischen deutschen Epik. Mit einer Studie zu Isenharts Zelt in Wolframs Parzival, in: Innenräume in der Literatur des deutschen Mittelalters, hg. u.a. von Burkhard Hasenbrink, Tübingen 2008, S. 67-85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Symbolik]] [[Kategorie: Minne]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Bibliographie_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=22661</id>
		<title>Bibliographie (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-13T17:37:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Nahrung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die nachfolgende Literaturliste zum &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; Wolframs von Eschenbach bietet lediglich eine Auswahl der Forschung. Suchen Sie einen  Titel oder ein Thema, das nicht aufgeführt ist? Dann recherchieren Sie z. B. online [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/ hier]. Wenn Sie  weitere  Titel hinzufügen oder bereits aufgenommene Titel ändern wollen,  können  Sie dies gerne unter &amp;quot;Diskussion&amp;quot; vorschlagen - oder direkt  eintragen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Textausgaben==&lt;br /&gt;
# Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher  Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in  Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
# Wolfram  von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und  kommentiert von Eberhard Nellmann, übers. von Dieter Kühn, 2 Bde.,  Frankfurt a.M. 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführungen, Kommentare, Handbücher==&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach, 8. Aufl., Stuttgart/Weimar 2004 (Sammlung Metzler 36).&lt;br /&gt;
# Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12).&lt;br /&gt;
# Wolfram von Eschenbach. Ein Handbuch, hg. von Joachim Heinzle, Berlin/New York 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsliteratur==&lt;br /&gt;
===Ästhetik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epistemologie===&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Die Blutstropfen im Schnee. Über Wahrnehmung und  Erkenntnis im &amp;quot;Parzival&amp;quot; Wolframs von Eschenbach, Tübingen 2001 (Hermaea  N.F. 94).&lt;br /&gt;
# Hasebrink, Burkhard: Gawans Mantel. Effekte der Evidenz in der Blutstropfenszene des ›Parzival‹, in: Texttyp und Textproduktion in der deutschen Literatur des Mittelalters, hg. von Elizabeth A. Andersen, Berlin/New York 2005 (Trends in Medieval Philology 7), S. 237-248.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Figurenzeichnung===&lt;br /&gt;
# Blank, Walter: Der Zauberer Clinschor in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach, Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag, hg. von Kurt Gärtner und Joachim Heinzle, Tübingen 1989, S. 321–332.&lt;br /&gt;
# Gowans, Linda: Cei and the Arthurian legend, Cambridge 1988.&lt;br /&gt;
# Haas, Alois M.: Parzivals Tumpheit bei Wolfram von Eschenbach, Berlin 1964 (Philologische Studien und Quellen 21).&lt;br /&gt;
# Haupt, Jürgen: Der Truchseß Keie im Artusroman, Berlin 1971 (Philologische Studien und Quellen 57).&lt;br /&gt;
# Jones, Martin H.: The significance of the Gawan story in Parzival, in: A Companion to Wolfram’s Parzival, hg. von Will Hasty, Columbia 1999, S. 37-76.&lt;br /&gt;
# Koch, Elke: Inszenierungen von Trauer, Körper und Geschlecht im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Codierungen von Emotionen im Mittelalter, hg. von u.a. Ingrid Kasten, Berlin 2003, S. 143-159.&lt;br /&gt;
# Linden, Sandra: Spiellleiter hinter den Kulissen? Die Gawanfigur in Wolfams von Eschenbach ‚Parzival‘, in: Impulse und Resonanzen. Tüber mediävistische Beiträge zum 80. Geburtstag von Walter Haug, hg. von Gisela Vollmann-Profe [u.a.], Tübingen 2007, S. 151-166.&lt;br /&gt;
# Müller, Nicole: Feirefiz – das Schriftstück Gottes, Frankfurt u.a., 2008.&lt;br /&gt;
# McFarland, Timothy: Beacurs und Gramoflanz (722,1-724,30). Zur  Wahrnehmung der Liebe und der Geliebten in Wolfarms Parzival, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschebach.  Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 169-191.&lt;br /&gt;
# Neudeck, Otto: Das Stigma des Anfortas. Zum Paradoxon der Gewalt in Wolframs „Parzival“, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur, hg. von Georg Jäger, Dieter Langewiesche, Alberto Martino, Tübingen 1994 (19) Heft 2, S. 52–75. &lt;br /&gt;
# Redzich, Carola: Der Schmerz des Anfortas: Zu Wolframs poetischer Inszenierung eines augustinischen Theorems, in: Schmerz in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, hg. von Marie Rasmussen, Arthur Groos, Volker Mertens u.a., Göttingen 2010. (Transatlantische Studien zu Mittelalter und Früher Neuzeit 4), S. 213–241.&lt;br /&gt;
# Schröder, Werner: Die Namen im &#039;Parzival&#039; und im &#039;Titurel&#039; Wolframs von Eschenbach, Berlin/ NY 1982.  &lt;br /&gt;
# Sproedt, Kriemhild: Gahmuret und Belakane, Verbindung von Heidentum und  Christentum in einem menschlichen Schicksal, Hamburg 1964.&lt;br /&gt;
# Baisch, Martin: Orgeluse - Aspekte ihrer Konzeption in Wolframs von Eschenbach Parzival, in: Schwierige Frauen - schwierige Männer in der Literatur des Mittelalters, hg. von Alois M. Haas und Ingrid Kasten, Bern [u.a.] 1999, S. 15-33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Narratologie===&lt;br /&gt;
====Erzählstruktur====&lt;br /&gt;
# Draesner, Ulrike: Wege durch erzählte Welten, Frankfurt a.M. 1993.&lt;br /&gt;
# Hirschberg, Dagmar: Untersuchungen zur  Erzählstruktur von Wolframs  &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Die Funktion von erzählter Szene und Station für den doppelten Kursus, Göppingen 1976 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 139). &lt;br /&gt;
# Schirok, Bernd: Der Aufbau von Wolframs ,Parzival&#039;. Untersuchungen zur  Handschriftengliederung, zur Handlungsführung und Erzähltechnik sowie zur Zahlenkomposition, Freiburg 1972.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Perspektivität====&lt;br /&gt;
# Haug, Walter: Warum versteht Parzival nicht, was er hört und sieht? Erzählen zwischen Handlungsschematik und Figurenperspektive bei Hartmann und Wolfram, in: Wahrnehmung im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach. Actas do Coloquio Internacional, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 37-66.&lt;br /&gt;
# Knaeble, Susanne: Höfisches Erzählen von Gott. Funktion und narrative Entfaltung des Religiösen in Wolframs &#039;Parzival&#039;, Berlin/New York 2011 (Trends in Medieval Philology 23).&lt;br /&gt;
# Laude, Corinna: Raumkonzepte und Poetik. Perspektiv(ist)isches Erzählen in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot; und Wittenwilers &amp;quot;Ring&amp;quot;, in: Ausmessen - Darstellen - Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von Ursula Kundert, Zürich 2007, S. 73-88.&lt;br /&gt;
# Schu, Cornelia: Vom erzählten Abenteuer zum Abenteuer des Erzählens. Überlegungen zur Romanhaftigkeit von Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;, Frankfurt a.M. [u.a.] 2002 (Kultur, Wissenschaft, Literatur 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Reden====&lt;br /&gt;
# Schuhmann, Martin: Reden und Erzählen. Figurenrede in Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; und &#039;&#039;Titurel&#039;&#039;, Heidelberg 2008 (Frankfurter Beiträge zur Germanistik 49).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Urscheler, Andreas: Kommunikation in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Eine Untersuchung zu Form und Funktion der Dialoge, Bern/Berlin [u.a.] 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====weitere Aspekte====&lt;br /&gt;
# Florian Kragl: Wie man in Furten ertrinkt und warum  Herzen süß schmecken. Überlegungen zur Historizität der Metaphernpraxis am Beispiel von Herzmaere und Parzival, in: Euphorion 102 (2008), S. 289-330.&lt;br /&gt;
# Friedrich, Udo: Erzählen vom Tod im Parzival. Zum Verhältnis von epischem und romanhaften Erinnern im Mittelalter, in: Historische Narratologie. Mediävistische Perspektiven, hg. von Harald Haferland und Matthias Meyer, Berlin/New York 2010, S. 385-414.&lt;br /&gt;
# Schuler-Lang, Larissa: Wildes Erzählen - Erzählen vom Wilden. Parzival, Busant und Wolfdietrich D, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Psychologie===&lt;br /&gt;
# Sassenhausen, Ruth: Wolframs von Eschenbach &#039;Parzival&#039; als Entwicklungsroman. Gattungstheoretischer Ansatz und literaturpsychologische Deutung, Köln 2007 (Ordo 10).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Wahrnehmung und Erkenntnis im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Text und Kultur: mittelalterliche Literatur 1150-1450 (DFG-Symposion 2000), hg. v. Ursula Peters, Stuttgart/Weimar 2001, S. 355-370.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Neudeck, Otto: Der verwehrte Blick auf die Oberfläche. Zum Konnex von  Wahrnehmung und ritterlicher Rüstung in Wolframs &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;, in: Germanisch-romanische Monatsschrift 57 (2007), S. 275-286. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
# Knaeble, Susanne: Höfisches Erzählen von Gott. Funktion und narrative Entfaltung des Religiösen in Wolframs &amp;gt;Parzival&amp;lt;, Berlin/New York  2011.&lt;br /&gt;
# Maurer, Friedrich: Parzivals Sünden. Erwägungen zur Frage nach Parzivals &amp;quot;Schuld&amp;quot;, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 24 (1950), S. 304-346.&lt;br /&gt;
# Mockenhaupt, Benedikt: &#039;&#039;Die Frömmigkeit im Parzival Wolframs von Eschenbach&#039;&#039;, Darmstadt: Wiss. Buchges., 1968.&lt;br /&gt;
# Schröder, Walter Johannes: Der Ritter zwischen Welt und Gott. Idee  und Problem des Parzivalromans Wolframs von Eschenbach, Weimar 1952.&lt;br /&gt;
# Wapnewski, Peter: Wolframs Parzival. Studien zur Religiosität und Form, Heidelberg 1955 (Germanische Bibliothek. Reihe 3, Untersuchungen und Einzeldarstellungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rezeption===&lt;br /&gt;
====Bildende Kunst====&lt;br /&gt;
#Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Aufschlußreiche Hinterlassenschaften, in: Online Ausgabe der Ruperto Carola 1/1999, online unter http://www.uni-heidelberg.de/uni/presse/RuCa1_99/saurma.htm&lt;br /&gt;
#Saurma-Jeltsch, Lieselotte E.: Profan oder sakral? Zur Interpretaion mittelalterlicher Wandmalerei im städtischen Kontext, in: Literatur und Wandmalerei l. Erscheinungsformen höfischer Kultur und ihre Träger im Mittelalter, Freiburger Colloquium 1998, hg. von Eckard Conrad Lutz u.a., Tübingen 2002, S. 283-327.&lt;br /&gt;
#Schirok, Bernd: Parzivalrezeption im Mittelalter, Darmstadt 1982. &lt;br /&gt;
#Schirok, Bernd: Die Parzivaldarstellungen in Lübeck, Braunschweig und Konstanz, in: Probleme der Parzival-Philologie, Marburger Kolloquium 1990, hg. von Joachim Heinzle u.a. (Wolfram-Studien 12), Berlin 1992, S. 172-190.&lt;br /&gt;
#Seelos, Ignaz: Zeichnungen zu den Triaden, in: Runkelstein, die Wandmalereien des Sommerhauses, hg. v. Walter Haug, Wiesbaden 1982, S. 94-97. &lt;br /&gt;
#Wunderlich, Werner: Weibsbilder al fresco. Kulturgeschichtlicher Hintergrund und literarische Tradition der Wandbilder im Konstanzer Haus &amp;quot;Zur Kunkel&amp;quot;, Konstanz 1996.&lt;br /&gt;
====Musik====&lt;br /&gt;
#Kühnel, Jürgen: Parsifal. Erlösung dem Erlöser. Von der Aufhebung des  Christentums in das Kunstwerk Richard Wagners, in: Müller,  Ursula/Müller, Ulrich (Hrsg.): Richard Wagner und sein Mittelalter,  Salzburg 1989, 171-227.&lt;br /&gt;
#Mertens, Volker: Richard Wagner und das Mittelalter, in: Richard  Wagner und sein Mittelalter, hg. von Ursula und Ulrich Müller, Salzburg 1989, S. 9-84.&lt;br /&gt;
#Mertens, Volker: Richard Wagner und das Mittelalter. Parsifal: Vom  ritterlichen Weltroman zum Mysterienspiel, in: Wagner Handbuch, hg. von Ulrich Müller und Peter Wapnewski, Stuttgart 1986, 50-55.&lt;br /&gt;
#Müller, Ulrich: Parzival und Parsifal. Vom  Roman Wolframs von Eschenbach und vom Musikdrama Richard Wagners, in: Sprache, Text, Geschichte. Beiträge zur  Mediävistik und germanistischen Sprachwissenschaft aus dem Kreis der  Mitarbeiter 1964-1979 des Instituts für Germanistik an der Universität  Salzburg, hg. von Peter Stein [u.a.], Göppingen 1980, S. 479-502.&lt;br /&gt;
#Müller, Ulrich: Vom  Parzival zum Liebesverbot. Richard Wagners Umgang mit dem Mittelalter - vier Thesen, in: Richard  Wagner und sein Mittelalter, hg. von Ursula und Ulrich Müller, Salzburg 1989, S. 85-101.&lt;br /&gt;
#Seelig, Wolfgang: Ambivalenz und Erlösung. Parsifal, Bonn 1983.&lt;br /&gt;
#Wapnewski,  Peter: Parzival und Parsifal oder Wolframs Held und Wagners Erlöser,  in: Richard Wagner. Von der Oper zum Musikdrama, hg. von Stefan Kunze, Bern 1978, S. 47-60.&lt;br /&gt;
#Wapnewski, Peter: Der traurige Gott. Richard Wagner in seinen Helden, München 1978.&lt;br /&gt;
#Wynn,  Marianne: Mittelalterliche Literatur in der Rezeption. Richard Wagner  und Wolframs Parzival, in: Archiv für Kulturgeschichte 65 (1983), S. 431-449.&lt;br /&gt;
===Aufbau des Werks===&lt;br /&gt;
====Quellen====&lt;br /&gt;
====Schluss====&lt;br /&gt;
# Biesterfeld, Corinna: Werkschlüsse in der höfischen Epik des  Mittelalters. Ein Forschungsbericht, in: Zeitschrift für  Literaturwissenschaft und Linguistik 25 (1995), S. 51-68.&lt;br /&gt;
# Brunner, Horst: Von Munsalvaesche wart gesant/ der den der swane brahte. Überlegungen zur Gestaltung des Schlusses von Wolframs Parzival, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift N.F. 41 (1991), S. 369-384.&lt;br /&gt;
# Bumke, Joachim: Parzival und Feirefiz - Priester Johannes - Loherangrin. Der offene Schluß des Parzival von Wolfram von Eschenbach, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 65 (1991), S. 236-264.&lt;br /&gt;
# Schmitz, Michaela: Der Schluss des Parzival Wolframs von Eschenbach. Kommentar zum 16. Buch. Berlin, 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelmotive===&lt;br /&gt;
====Artushof====&lt;br /&gt;
# Wolfzettel, Friedrich: Der Artushof: ideale Mitte oder problematische  Idealität?, in: Artushof und Artusliteratur, hg. von Matthias Däumer  [u.a.], Berlin/New York 2010, S. 3-19.&lt;br /&gt;
# Pratelidis, Konstantin: Tafelrunde und Gral: die Artuswelt und ihr Verhältnis zur Gralswelt im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, Würzburg 1994.&lt;br /&gt;
====Ehe====&lt;br /&gt;
# Masser, Achim: &#039;&#039;Gahmuret und Belakane. Bemerkungen zur Problematik von Eheschließung und  Minnebeziehungen in der höfischen Literatur&#039;&#039;. In: Liebe und Aventiure im Artusroman des Mittelalters. Beiträge der Triester Tagung 1988. Hrsg. von Paola Schulze-Belli und Michael Dallapiazza. Göppingen 1990. &lt;br /&gt;
# Schuhmacher, Marlis: Die Auffassung der Ehe in den Dichtungen Wolframs von Eschenbach, Darmstadt 1967. &lt;br /&gt;
# Wiegand, Herbert Ernst: Studien zur Ehe und Minne in Wolframs Parzival und Hartmanns Artusepik, Berlin/New York  1972. &lt;br /&gt;
====Frauen====&lt;br /&gt;
# Emmerling, Sonja: Geschlechterbeziehungen in den Gawan-Büchern des &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Wolframs Arbeit an einem literarischen Modell, Tübingen 2003.&lt;br /&gt;
# Maier-Eroms, Verena: Heldentum und Weiblichkeit. Wolframs Parzival, Gottfrieds Tristan und Richard Wagners  Musikdramen, Marburg 2009.&lt;br /&gt;
# Scheuble, Robert: mannes manheit, vrouwen meister. Männliche Sozialisation und Formen der Gewalt gegen Frauen im Nibelungenlied und in Wolframs von Eschenbach Prazival, Frankfurt am Main [u.a.] 2005.&lt;br /&gt;
# Michailowitsch, Ute: &amp;quot;[S]o frech dürfen schöne Frauen  sonst kaum  irgendwo sein&amp;quot;. Zur Orgeluse-Episode in Wolframs von  Eschenbach  Parzival, in: Studia Universitatis Babeş-Bolyai, Philologia  52 (2007), S. 65-78. &lt;br /&gt;
# Brackert, Helmut: &amp;quot;der lac an riterschefte tôt&amp;quot;. Parzival und das Leid der Frauen, in: Ist zwîvel herzen nâchgebûr. Günther Schweikle zum 60.  Geburstag, hg. von Rüdiger Krüger, Jürgen Kühnel und Joachim Kuolt,  Stuttgart 1989, S. 143-163.   &lt;br /&gt;
====Gewalt====&lt;br /&gt;
# [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-52484 Ridder, Klaus:  Kampfzorn: Affektivität und Gewalt in mittelalterlicher Epik, in: Wahrnehmen und Handeln, hrsg. von Wolfgang Braungart (u.a.), Bielefeld  2004].&lt;br /&gt;
====Gral und Gralssuche====&lt;br /&gt;
# Mergell, Bodo: Der Gral in Wolframs &#039;Parzival&#039;. Entstehung und Ausbildung der Gralsage im Hochmittelalter, Halle 1952.&lt;br /&gt;
# Mertens, Volker: Der Gral. Mythos und Literatur, Stuttgart 2003 (Reclams Universal-Bibliothek 18261).&lt;br /&gt;
====Humor====&lt;br /&gt;
# Seeber, Stefan: Poetik des Lachens. Untersuchungen zum mittelhochdeutschen Roman um 1200, Berlin 2010.&lt;br /&gt;
====Nahrung====&lt;br /&gt;
# Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage)&lt;br /&gt;
# Nitsche, Barbara: Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach. Historisch-anthropologische Zugänge zur mittelalterlichen Literatur, in: Adam, Wolfgang (Hg.): &#039;&#039;Euphorion. Zeitschrit für Literaturgeschichte&#039;&#039;,Heidelberg:Winter 2000, Band 94.&lt;br /&gt;
# Classen, Albrecht: The Symbolic Function of Food as Iconic Representation of Cultur and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival (ca 1205), in: Sauerberg, Lars Ole (Hg.) /(u.a.): &#039;&#039;Orbis Litterarum. International Review of Literary Studies&#039;&#039;, 2007, Vol. 62.&lt;br /&gt;
# Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000.&lt;br /&gt;
# Höhner, Jens: Zu Tisch mit König Artus und Parzival: Mähler in epischen Texten des Mittelalters im Kontext höfischer Etikette, höfischer Kommunikationsformen und rhetorischer Darstellung. Hamburg 2015.&lt;br /&gt;
# Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Orient====&lt;br /&gt;
# Czerwinski, Peter: Der Glanz der Abstraktion. Frühe Formen von Reflexivität im Mittelalter, Frankfurt/New York 1989.&lt;br /&gt;
# Harms, Wolfgang: Der Kampf mit dem Freund oder Verwandten in der deutschen Literatur bis um 1300, München 1963.&lt;br /&gt;
# Kunitzsch, Paul: Erneut: Der Orient in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 113 (1984), S. 79–111.&lt;br /&gt;
# Müller, Nicole: Feirefiz-Das Schriftstück Gottes, Frankfurt a.M. 2008.&lt;br /&gt;
# Noltze, Holger: &#039;&#039;bî den dûht in diu wîle lanc&#039;&#039; – Warum langweilt sich Gahmuret bei den Môren?, in: &#039;&#039; bickelwort&#039;&#039; und &#039;&#039;wildiu maere&#039;&#039;. Festschrift für Eberhard Nellmann zum 65. Geburtstag, hg. von Dorothee Lindemann, Göppingen 1995 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 618), S. 109–119.&lt;br /&gt;
# Noltze, Holger: Gahmurets Orientfahrt. Kommentar zum ersten Buch von Wolframs ‚Parzival‘ (4,27-58,26), Würzburg 1995.  &lt;br /&gt;
# Panzer, Friedrich: Gahmuret. Quellenstudien zu Parzival, Heidelberg 1940.  &lt;br /&gt;
# Raucheisen, Alfred: Orient und Abendland. Ethisch-moralische Aspekte in Wolframs Epen Parzival und Willehalm, Frankfurt 1997.&lt;br /&gt;
====Raumdarstellungen====&lt;br /&gt;
# Stock, Markus: Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum in der hochhöfischen deutschen Epik. Mit einer Studie zu Isenharts Zelt in Wolframs Parzival, in: Hasenbrink, Burkhard(Hg.) / (u.a.): &#039;&#039;Innenräume in der Literatur des deutschen Mittelalters&#039;&#039;, Tübingen: Niemeyer 2008.&lt;br /&gt;
#Kellermann, Karina: Der Blick aus dem Fenster. Visuelle &#039;&#039;Âventiuren&#039;&#039; in den Außenraum, in: Vavra, Elisabeth (Hrsg.): Virtuelle Räume. Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter, Berlin 2005, 325-342.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tumpheit====&lt;br /&gt;
# Rupp, Heinz: Die Funktion des Wortes &amp;quot;tump&amp;quot; im Parzival Wolframs von Eschenbach, in: Germanisch-romanische Monatsschrift NF 7 (1957), S. 97-105.&lt;br /&gt;
====Verwandtschaft====&lt;br /&gt;
# Delabar, Walter: Erkantiu Sippe unt hoch Gesellschaft. Studien zur Funktion des Verwandschaftsverbandes in Wolframs von Eschenbach &#039;Parzival&#039;, Göppingen 1990.&lt;br /&gt;
====Wissenschaft und Medizin====&lt;br /&gt;
# Bindschedler, Maria: Der Ritter Gawan als Arzt oder Medizin und Höflichkeit, in: Mittelalter und Moderne. Gesammelte Schriften zur Literatur, hg. von André Schnyder, Bern/Stuttgart 1985, S. 207–220.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich/ Keil, Gundolf: Zum künstlich erzeugten Heilfieber in Wolframs &#039;Parzival&#039;, in: Studien zu Wolfram von Eschenbach, Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag, hg. von Kurt Gärtner und Joachim Heinzle, Tübingen 1989, S. 343–355.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Hartmann, Gottfried, Wolfram und die Medizin, in: Levense Bijdragen, Tijdschrift voor Germaanse Filologie, (79) 1990. S. 301–315.&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Studien zur Heilkunde im &amp;quot;Parzival&amp;quot; Wolframs von Eschenbach, Göppingen 1992 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 565).&lt;br /&gt;
# Haage, Bernhard Dietrich: Methodisches zur Interpretation von Urjans&#039; Heilung (Parzival 505,21-506,19), in: Bersch, Werner (Hg.) / Steinecke, Hartmut (Hg.): &#039;&#039;Zeitschrift für deutsche Philologie&#039;&#039;, Berlin: Schmidt 1992, Band 111.&lt;br /&gt;
# Haferlach, Thorsten: Die Darstellung von Verletzungen und Krankheiten und ihrer Therapie in mittelalterlicher deutscher Literatur unter gattungsspezifischen Aspekten, Heidelberg 1991.&lt;br /&gt;
# Kibelka, Johannes: Sternglaube und Willensfreiheit in der deutschen  Dichtung des Hochmittelalters, in: Wirkendes Wort. Deutsches  Sprachschaffen in Lehre und Leben, Hrsg. von Kurt Derleth, Anton J.  Gail, Hugo Moser, Wolfdietrich Rasch und Leo Weisgerber, Düsseldorf  1965. &lt;br /&gt;
# Deinert, Wilhelm: Ritter und Kosmos im Parzival. Eine Untersuchung der Sternenkunde Wolframs von Eschenbach, München 1960.&lt;br /&gt;
# Thomasek, Thomas: Kranke Körper in der mittelhochdeutschen höfischen Literatur. Eine Skizze zur Krankheitsmotivik, in: Ridder, Klaus (Hg.)/Langer, Otto (Hg.): &#039;&#039;Körperinszenierungen in mittelalterlicher Literatur&#039;&#039;, Berlin: Weidler 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21138</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21138"/>
		<updated>2015-07-08T11:18:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen. Das Versäumins Parzivals erntet ihm Schande innerhalb der Gesellschaft, was für eine Schamkultur spricht. Ein weiteres Indiz ist der weitere Vorwuf Cundries an Artus:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|315,3|| dîn stîgender prîs nu sinket, || dein sonst steigender Ruhm geht jetzt unter,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|315,5|| [...]dîn hôhez lop sich neiget, || [...] dein hoher Ruhm geht unter,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|315,6|| dîn prîs hat hât valsch erzeiget. || deine Herrlichkeit hat sich als Lüge erwiesen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|315,7||tavelrunder prîses kraft || die herrliche Kraft der Tafelrunde ist gelähmt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|315,8|| hât erlernt ein gesellschaft || denn sie hat in die Gesellschaft aufgenommen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|315,9|| die drüber gap hêr Parzivâl. || den Herrn Parzival.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Cundries Vorwurf geht also nicht nur an Parzival, sondern auch an den Artushof. Durch die Aufnahme Parzivals an den Artushof geht dessen Schmach und Schande auf den Artushof über. Dies ist auch ein deutliches Zeichen für eine Schamkultur, denn meist gehen in solchen Kulturen die Schande auf die ganze Sippe oder Gesellschaft der Person über.[Marchand 1983: Vgl. 287].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Erst dannach hat Parzival die Fähigkeit erlangt, sich schämen zu können. Dies wird für ihn besonders nach seinem Erlebnis auf der Gralsburg wichtig, da die &amp;quot;Fähigkeit sich zu schämen ihn rettet&amp;quot;.[Marchand 1983: 290] Durch seinen Scham drückt Parzival unteranderem aus, sein Fehlverhalten anzuerkennen. Anders ist es zum Beispiel beim Vergewaltiger Urjans, der für seine Tat keinen Scham empfunden hat. Dies deckt sich mit der Aussage Marchands, dass Vergewaltiger in Wolframs Werken jenseits von einem Schamempfinden leben.[Marchand 1983: 286]. Das &amp;quot;schame&amp;quot; noch weitreichendere Bedeutungen abseist vom Protagonisten Parzival aufweist, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein ein kleiner Ausblick auf die Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schame als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit sich zu chämen ist wie weiter oben bereits beschrieben eine wichtige Tugend für Männer und Frauen. Im Falle Parzivals &amp;quot;rettet sie ihn&amp;quot;[Marchand 1983: 290] nach den Anschuldigungen von Cundrie am Artushof nicht durch das Eingeständnis seines Fehlers. Denn nach der Anschuldigung, die sich auch an den Artushof richtet, kann Parzival nicht länger am Artushof verweilen. Die Scham durch den Fehler motiviert Parzival zum Gehen, und somit auch zur Handlung. Das Schamempfinden motiviert Parzival die verlorene Ehre und die Schande wiedergutzumachen, sprich sein gutes Anssehen wiederherzustellen. Die Fähigkeit Scham zu fühlen zeigt folglich nicht nur das Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben, sondern motiviert den Handelnden seine Gruppe zu verlassen um seinen Namen reinzuwaschen. Auch schützt Parzival den Artushof, da er in dem derzeitigen Zustand der Schande auch den Artushof beschämen würde.[Marchand 1983: Vgl. 287]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|27,9|| nu hât mîn schamndiu wîpheit || Nun hat meine weibliche Scham&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|27,10|| sîn lôn erlenget und mîn leit || seinen Lohn hinausgezögert und mein Leiden verlängert.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gahmuret]] zeigt Belacane denselben jungfräulichen Scham:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|28,28|| durch die zäher manege blicke || Durch die Tränen viele Blicke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|28,29|| si schamende gastlîchen sach || warf sie verschämt auf den Gast,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|28,30|| an Gahmureten[...] || den Gahmuret.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jungfräuliche Scham ist also eine Tugend im Umgang mit Männern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21135</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21135"/>
		<updated>2015-07-08T11:04:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen. Das Versäumins Parzivals erntet ihm Schande innerhalb der Gesellschaft, was für eine Schamkultur spricht. Ein weiteres Indiz ist der weitere Vorwuf Cundries an Artus:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Erst dannach hat Parzival die Fähigkeit erlangt, sich schämen zu können. Dies wird für ihn besonders nach seinem Erlebnis auf der Gralsburg wichtig, da die &amp;quot;Fähigkeit sich zu schämen ihn rettet&amp;quot;.[Marchand 1983: 290] Durch seinen Scham drückt Parzival unteranderem aus, sein Fehlverhalten anzuerkennen. Anders ist es zum Beispiel beim Vergewaltiger Urjans, der für seine Tat keinen Scham empfunden hat. Dies deckt sich mit der Aussage Marchands, dass Vergewaltiger in Wolframs Werken jenseits von einem Schamempfinden leben.[Marchand 1983: 286]. Das &amp;quot;schame&amp;quot; noch weitreichendere Bedeutungen abseist vom Protagonisten Parzival aufweist, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein ein kleiner Ausblick auf die Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schame als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit sich zu chämen ist wie weiter oben bereits beschrieben eine wichtige Tugend für Männer und Frauen. Im Falle Parzivals &amp;quot;rettet sie ihn&amp;quot;[Marchand 1983: 290] nach den Anschuldigungen von Cundrie am Artushof nicht durch das Eingeständnis seines Fehlers. Denn nach der Anschuldigung, die sich auch an den Artushof richtet, kann Parzival nicht länger am Artushof verweilen. Die Scham durch den Fehler motiviert Parzival zum Gehen, und somit auch zur Handlung. Das Schamempfinden motiviert Parzival die verlorene Ehre und die Schande wiedergutzumachen, sprich sein gutes Anssehen wiederherzustellen. Die Fähigkeit Scham zu fühlen zeigt folglich nicht nur das Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben, sondern motiviert den Handelnden seine Gruppe zu verlassen um seinen Namen reinzuwaschen. Auch schützt Parzival den Artushof, da er in dem derzeitigen Zustand der Schande auch den Artushof beschämen würde.[Marchand 1983: Vgl. 287]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
27,9|| nu hât mîn schamndiu wîpheit || Nun hat meine weibliche Scham&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
27,10|| sîn lôn erlenget und mîn leit || seinen Lohn hinausgezögert und mein Leiden verlängert.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gahmuret]] zeigt Belacane denselben jungfräulichen Scham:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
28,28|| durch die zäher manege blicke || Durch die Tränen viele Blicke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
28,29|| si schamende gastlîchen sach || warf sie verschämt auf den Gast,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
28,30|| an Gahmureten[...] || den Gahmuret.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jungfräuliche Scham ist also eine Tugend im Umgang mit Männern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21132</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21132"/>
		<updated>2015-07-08T10:42:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schame im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Erst dannach hat Parzival die Fähigkeit erlangt, sich schämen zu können. Dies wird für ihn besonders nach seinem Erlebnis auf der Gralsburg wichtig, da die &amp;quot;Fähigkeit sich zu schämen ihn rettet&amp;quot;.[Marchand 1983: 290] Durch seinen Scham drückt Parzival unteranderem aus, sein Fehlverhalten anzuerkennen. Anders ist es zum Beispiel beim Vergewaltiger Urjans, der für seine Tat keinen Scham empfunden hat. Dies deckt sich mit der Aussage Marchands, dass Vergewaltiger in Wolframs Werken jenseits von einem Schamempfinden leben.[Marchand 1983: 286]. Das &amp;quot;schame&amp;quot; noch weitreichendere Bedeutungen abseist vom Protagonisten Parzival aufweist, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein ein kleiner Ausblick auf die Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schame als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit sich zu chämen ist wie weiter oben bereits beschrieben eine wichtige Tugend für Männer und Frauen. Im Falle Parzivals &amp;quot;rettet sie ihn&amp;quot;[Marchand 1983: 290] nach den Anschuldigungen von Cundrie am Artushof nicht durch das Eingeständnis seines Fehlers. Denn nach der Anschuldigung, die sich auch an den Artushof richtet, kann Parzival nicht länger am Artushof verweilen. Die Scham durch den Fehler motiviert Parzival zum Gehen, und somit auch zur Handlung. Das Schamempfinden motiviert Parzival die verlorene Ehre und die Schande wiedergutzumachen, sprich sein gutes Anssehen wiederherzustellen. Die Fähigkeit Scham zu fühlen zeigt folglich nicht nur das Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben, sondern motiviert den Handelnden seine Gruppe zu verlassen um seinen Namen reinzuwaschen. Auch schützt Parzival den Artushof, da er in dem derzeitigen Zustand der Schande auch den Artushof beschämen würde.[Marchand 1983: Vgl. 287]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21131</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21131"/>
		<updated>2015-07-08T10:37:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schame im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Erst dannach hat Parzival die Fähigkeit erlangt, sich schämen zu können. Dies wird für ihn besonders nach seinem Erlebnis auf der Gralsburg wichtig, da die &amp;quot;Fähigkeit sich zu schämen ihn rettet&amp;quot;.[Marchand 1983: 290] Durch seinen Scham drückt Parzival unteranderem aus, sein Fehlverhalten anzuerkennen. Anders ist es zum Beispiel beim Vergewaltiger Urjans, der für seine Tat keinen Scham empfunden hat. Dies deckt sich mit der Aussage Marchands, dass Vergewaltiger in Wolframs Werken jenseits von einem Schamempfinden leben.[Marchand 1983: 286]. Das &amp;quot;schame&amp;quot; noch weitreichendere Bedeutungen abseist vom Protagonisten Parzival aufweist, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein Ausblick über auserwählte Bedeutungen und deren Textstellen im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schame als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit sich zu chämen ist wie weiter oben bereits beschrieben eine wichtige Tugend für Männer und Frauen. Im Falle Parzivals &amp;quot;rettet sie ihn&amp;quot;[Marchand 1983: 290] nach den Anschuldigungen von Cundrie am Artushof nicht durch das Eingeständnis seines Fehlers. Denn nach der Anschuldigung, die sich auch an den Artushof richtet, kann Parzival nicht länger am Artushof verweilen. Die Scham durch den Fehler motiviert Parzival zum Gehen, und somit auch zur Handlung. Das Schamempfinden motiviert Parzival die verlorene Ehre und die Schande wiedergutzumachen, sprich sein gutes Anssehen wiederherzustellen. Die Fähigkeit Scham zu fühlen zeigt folglich nicht nur das Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben, sondern motiviert den Handelnden seine Gruppe zu verlassen um seinen Namen reinzuwaschen. Auch schützt Parzival den Artushof, da er in dem derzeitigen Zustand der Schande auch den Artushof beschämen würde.[Marchand 1983: Vgl. 287]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21130</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-08T10:35:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Scham als Motivation zur Handlung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Erst dannach hat Parzival die Fähigkeit erlangt, sich schämen zu können. Dies wird für ihn besonders nach seinem Erlebnis auf der Gralsburg wichtig, da die &amp;quot;Fähigkeit sich zu schämen ihn rettet&amp;quot;.[Marchand 1983: 290] Durch seinen Scham drückt Parzival unteranderem aus, sein Fehlverhalten anzuerkennen. Anders ist es zum Beispiel beim Vergewaltiger Urjans, der für seine Tat keinen Scham empfunden hat. Dies deckt sich mit der Aussage Marchands, dass Vergewaltiger in Wolframs Werken jenseits von einem Schamempfinden leben.[Marchand 1983: 286]. Das &amp;quot;schame&amp;quot; noch weitreichendere Bedeutungen abseist vom Protagonisten Parzival aufweist, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein Ausblick über auserwählte Bedeutungen und deren Textstellen im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit sich zu chämen ist wie weiter oben bereits beschrieben eine wichtige Tugend für Männer und Frauen. Im Falle Parzivals &amp;quot;rettet sie ihn&amp;quot;[Marchand 1983: 290] nach den Anschuldigungen von Cundrie am Artushof nicht durch das Eingeständnis seines Fehlers. Denn nach der Anschuldigung, die sich auch an den Artushof richtet, kann Parzival nicht länger am Artushof verweilen. Die Scham durch den Fehler motiviert Parzival zum Gehen, und somit auch zur Handlung. Das Schamempfinden motiviert Parzival die verlorene Ehre und die Schande wiedergutzumachen, sprich sein gutes Anssehen wiederherzustellen. Die Fähigkeit Scham zu fühlen zeigt folglich nicht nur das Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben, sondern motiviert den Handelnden seine Gruppe zu verlassen um seinen Namen reinzuwaschen. Auch schützt Parzival den Artushof, da er in dem derzeitigen Zustand der Schande auch den Artushof beschämen würde.[Marchand 1983: Vgl. 287]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Das_Zelt_als_Zeichen_und_Handlungsraum&amp;diff=21127</id>
		<title>Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum</title>
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		<updated>2015-07-08T10:26:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Zelt als Handlungsraum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das Zelt in mittelalterlicher Literatur taucht immer wieder als Ort für die verschiedensten Handlungen auf. Auch im Parzival finden Handlungen in Zelten oder im Kontext mit Zelten statt. Darüber hinaus wird das Zelt als Symbol für unterschiedliche Bedeutungen genutzt. Mit genau diesen Handlungen und der Symbolik des Zelts im Parzival befasst sich dieser Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zelt als Handlungsraum==&lt;br /&gt;
Das Zelt in Wolframs von Eschenbach Parzival dient unter anderem als ein Handlungsraum. So finden im Parzival verschiedene Handlungen im Zelt statt, die in den folgenden Unterpunkten genauer betrachtet werden. Das Zelt eignet sich durch dessen Mobilität gut dafür, die Handlungen an den verschiedensten Orten stattfinden zu lassen. Wenn hier jedoch von der Mobilität des Zeltes gesprochen wird ist zu beachten, dass die Zelte, mit Ausnahme vom [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Isenharts Zelt | Zelt des Isenhart]], nicht wirklich bewegt werden, beziehungsweise nicht wirklich transportiert werden. Die Zelte werden zwar durch ihr Auftreten an mehreren Orten als beweglich wahrgenommen, sie werden nicht jedoch als wiederverwendete bewegliche Räume und deren Transport narrativ genutzt.[Stock 2005: 78f.] Das Zelt im Parzival ist also nicht wirklich mobil, sondern bietet nur eine Flexibilät für den Erzähler, verschiedene Orte als Handlungsraum zu nutzen. Das Zelt ermöglicht damit einen mobilen Artushof, der durch die Zelte nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. So kann der Artushof als ein [[Raumsemantik#Bewegungsräume | Bewegungsraum]] dem Protagonisten an die verschiedenen Orte folgen, statt an einen Ort gebunden zu sein.[Schulz 2012: Vgl. S. 301] Wenn in den folgenden Abschnitten also vom mobilen Zelt die Rede ist, sollte stets an die hier ausgeführte Flexibilität des Handlungsraums gedacht werden, und weniger an den Transport eines Zeltes selber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höfische Interaktion===&lt;br /&gt;
Im Parzival finden vielerlei höfische Interaktionen in den Zelten statt. Ziel des Abschnitts ist es nicht, jede einzelne Handlung im Text detailliert darzustellen. Es wird nur ein kleiner Ausschnitt betrachtet und die höfische Interaktion in Zelten im Allgemeinen betrachtet. Das Zelt dient im Parzival unter anderem als temporärer Lebensraum der Charaktere, die sich auf Reisen befinden. Häufige Interaktion in Zelten sind Unterredungen oder das Empfangen von Boten. So empfängt Gahmuret Boten und Herzeloyde in dem Zelt des Isenharts im 2. Buch. Im 13.Buch, genauer im Zeltlager von [[Joflanze (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Joflanze]], finden vorallem Empfänge in den Zelten eine Rolle. Das Zelt als temporär Lebensraum dient also hauptsächlich dem Empfangen von Boten oder Gästen sowie Unterredungen. Das Zelt bietet durch seine Art einen Handlungsraum für Interaktionen zwischen den Charakteren, die sie sonst in einer Burg stattfinden würden. Dem Zelt kommt auf Reisen die Funktion einer Burg oder Stadt eines Herrschers oder Ritters zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Minnehandlung===&lt;br /&gt;
Einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf das Zelt als Ort der Minne und der Zweisamkeit. So finden in diesen Minnezelten die [[Minne (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Minne]] zwischen der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; und ihres &#039;&#039;rîters&#039;&#039; statt. Auch kann das Zelt für den Ritter als Ausgangsort auf der Suche nach Kämpfen dienen, welche oft, jedoch nicht zwingend im [[Minnedienst (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Minnedienst]] stehen.[Stock 2005: 72] Die Minnezelte zeichnen sich hauptsächlich dadurch aus, dass sie isoliert von der Gesellschaft und und fern eines größeren Zeltlagers stehen.[Stock 2005: 72] Ein konkretes Beispiel für ein Minnezelt im Parzival ist das Zelt des Orilus und seiner Frau Jeschute, auf welches Parzival nach dem Verlassen seiner Mutter trifft. Das Zelt, welches allein auf einem weiten Feld(129,18) abseits  von jeglicher Gesellschaft steht, beherbergt Jeschute. Das Zelt wird vorallem durch den Fokus auf seine Einrichtung und die äußerst eindeutig sexuelle Beschreibung der Jeschute als Minnezelt erkennbar.[Stock 2005: 72] So beeinhaltet das Zelt ein Bett, in der die schlafende Jeschute liegt, welche aufgrund der Hitze eine Zobeldecke bis zur Hüfte aufgeschlagen hat(130,3ff.). Das Zelt stellt also ein Minnezelt eines noblen Liebespaares dar.[Kaiser 1983: 84] Orilus ist in der Zeit des Eindrigens Parzivals ins Zelt mit anschließendem Übergriff auf Jeschute unterwegs. Wie sich später im Text herausstellt, hat Orilus zu diesem Zeitpunkt Schionatulander als Teil seines Minnedienstes getötet:[Kaiser 1983: 84]&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|141,8  || disen ritter unt den vetern dîn|| diesen Ritter und deinen Vettern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|141,9 || ze tjostieren sluoc Orilus   || im Tjost erschlug sie Orilus&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die nach den Geschehnissen im Zelt [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| gestörte Ehegemeinschaft]] wird später in einem &#039;&#039;poulûn&#039;&#039;(271,26), also in einem Zelt wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel für die Minnehandlung in Zelten findet sich im XVI.Buch, als Parzival und Condwîrâmûrs sich wiedersehen. Parzival findet Condwîrâmûrs in einem Zeltlager. Zwar ist das Zelt, indem Parzival und Condwîrâmûrs die Minne vollziehen nicht wie oben beschrieben außerhalb eines größeren Zeltlagers, es ist jedoch durch einen &amp;quot;Herrenring&amp;quot; umschlossen und so durch die anderen Zelten abgeschirmt(799,15ff.). Auch hier liegt der Fokus wieder auf dem Bett als einzig beschriebenden Einrichtungsgegenstand sowie der spärlichen Bekleidung Condwîrâmûrs:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|800,30 || sie hete niht wanz hemde an:|| Sie hatte nichts außer dem Hemd an:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,1 || Umb sich siz deckelachen swanc,  || Sie schwang die Bettdecke um sich,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,2 ||  fürz pette ûfen teppech spranc || und sprang aus dem Bett auf den Teppich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,3 ||Condwîrâmûrs diu lieht gemâl .|| Condwîrâmûrs die Lichtgestalt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,4 ||  ouch umbevienc si Parzivâl:  || Auch umarmte sie Parzival:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|801,5 || man sagte mir, si kusten sich.  || Man sagte mir, sie küssten sich.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Raumbeschreibung im Minnezelt beschränkt sich also auf das Bett und die darin leicht bekleidete &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;. Abschließend kann das Minnezelte als ein Rückzugspunkt für sich Liebende beschrieben werden, die sich abseits ihrer Burg befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Zelt als Symbol==&lt;br /&gt;
Das Zelt dient jedoch nicht nur als Handlungsort, sondern hat darüber hinaus eine repräsentative Bedeutung. Es symbolisiert einen Herrschaftsbereich einerseits, und repräsentiert Macht andererseits. Schon im historischen Mittelalter war das Zelt mehr nur als ein Notbehelf, sondern wurde auch der herrscherlichen Repräsentation und der Selbstdarstellung dienstbar gemacht.[Balzer 1992: 225] Dies deckt sich mit dem Parzival, in dem das Zelt mehr als nur eine Behausung darstellt.&lt;br /&gt;
===Das Zelt als Symbol eines Herrschaftsbereiches===&lt;br /&gt;
Ob bei einem Zeltlager für eine Belagerung oder einem Minnezelt wie bei Orilus und Jeschute, ein Zelt dient nicht nur der Behausung der Ritter und Damen. Vielmehr stellt das Zelt einen Bereich dar, eine Grenze, deren Überschreitung als ein Eingriff in den Herrschaftsbereich des Zeltbesitzers fungiert. Denn das Zelt ist hier der temporäre Lebensraum des Besitzers, und jeder Eindringling in diesen Raum stellt somit aufgrund der Verletzlichkeit des Zeltes eine Bedrohung dar.[Stock 2005: 70] Das Zelt markiert durch seinen Stand auf einem Bereich eine Art Beanspruchung dieses Bereichs, über den der Zeltbesitzer die Herrschaft ausübt. Dieser konstituierte Herrschaftsbereich darf nicht einfach so ohne Ankündigung betreten werden. Deswegen bemerkt Orilus Parzivals Eindringen auch nicht an Jeschute oder einem Durcheinander im Zelt, sondern an den Spuren, die Parzival um und am Zelt hinterlässt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,28  || dô kom von dem ich sprechen wil.|| Da kommt der, von dem ich sprechen will.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,29 || der spürte an dem touwe   || Der erspähte an Spuren im Tau,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,30  || daz gesouchet was sîn frouwe.  ||  dass seine Frau besucht worden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|133,1  || der snüere ein teil was ûz geret:  ||  Ein Teil der Zeltschnüre war niedergetreten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|133,2  || dâ hete ein knappe dez gras gewet.  ||  da ist ein Knabe durch das Gras gegangen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orilus deutet die Zeichen richtig und erkennt die Verletzung seines Herrschaftsbereichs um das Zelt, auch wenn er das Eindringen als[[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| Ehebruch missdeutet]].[Stock 2005: 73]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel im Parzival, bei dem das Eindringen in den Herrschaftsbereich eines Zeltes thematisiert wird, ist die [[Die Blutstropfenszene (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Blutstropfenszene]]. Parzival, der durch die Blutstropfen im Schnee wie in Trance an seine Frau Condwîrârmûrs denkt, bedroht durch seinen aufgerichteten Speer unwissentlich den nicht unweit von ihm lagernden Artushof. Der aufgerichtete Speer deutet auf eine [[Das Tjostieren im Parzival| Tjostbereitschaft]] Parzivals hin, auch wenn dieser dies aktiv nicht wahrnimmt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,1  ||Dâ hielt gezimiert ein degn,|| Da hielt geschmückt ein Krieger&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,2 || als er tjostierns wolde pflegn   || als wollte er das Tjostieren pflegen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,3 || gevart, mit ûf gerihtem sper.   || mit aufgerichtetem Speer.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unbemerkte Eindringen in den Herrschaftsbereich durch Parzival wiegt schwer, was sich auch deutlich durch den Ausruf des Pagen zeigt, welcher Parzival entdeckt hat. Dieser ruft im Zeltlager des Artushofs aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,20  ||alsus rief der garzûn|| So rief der Edelknabe:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,21|| &amp;quot;tavelrunder ist geschant:  || &amp;quot;Die Tafelrunde ist geschändet:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|284,22 || ui ist durch die snuere allhie gerant.&amp;quot;   || euch ist einer eben hier durch die Schnüre gerannt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier ist wie bei Orilus das Eindringen an den Zeltschnüren festgemacht worden. Die Zeltschnüre indizieren also eine Grenze für den &#039;&#039;rinc&#039;&#039; des Zeltlagers, welcher als verletzlicher und zu verteidigender Eigenraum gekennzeichnet ist.[Stock 2005: 70] Die Schande für die Ritter im Zeltlager liegt darin, dass ein scheinbar kampfbereiter Eindringling unbemerkt diesen durch die Zeltschnüre abgegrenzten &#039;&#039;rinc&#039;&#039; ungehindert eingedrungen ist.[Stock 2005: 70] Dass das Eindringen schwer wiegt, zeigen auch die in der Szene [[ Die Blutstropfenszene (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Erster Kampf gegen Segramors|anschließenden Kämpfe]], die trotz eines vorher abgelegten Gelübtes an Artus von demselben zugelassen wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,20 || beide arme und rîche,|| Sowohl Arme als auch Reiche&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,21 || die schildes ambet ane want,   || die im Schilddienst waren,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,22  || lobten Artûses hant,  ||  schworen Artus einen Eid,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,23  || swâ sie saehen rîterschaft,  ||  wann auch immer sie ritterliche Kämpfe sehen sollten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,24  || daz si durch ir gelübde kraft  || dass sie Kraft ihres Gelübtes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,25  || decheine tjost entaeten,  ||  keine Tjost annehmen sollten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,26  || ez enwaere op si in baeten  ||  ehe sie ihn nicht(Artus) baten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|280,27  || daz er se lieze strîten.  ||  dass er sie kämpfen ließe.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zelt oder ein Zeltlager sind - mehr als eine Burg - ein verletzlicher höfischer Eigenraum im Sinne eines Herrschaftsbereichs, den es zu verteidigen gilt.[Stock 2005:70] Ein Eingriff in diesen Herrschaftsbereich, der durch die Art der Beschaffenheit weniger Schutz als eine Burg bietet, muss besonders verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Zelt als Symbol für Macht===&lt;br /&gt;
So wie Zelte im historischen Mittelalter zur &amp;quot;Repräsentation und Selbstdarstellung dienstbar gemacht wurden&amp;quot;[Balzer 1992: 225], so haben auch die Zelte im Parzival die Funktion Macht zu repräsentieren. Sie können folglich als ein Symbol von Macht bezeichnet werden. Die Macht wird dabei durch die äußerliche Verarbeitung und durch die Größe des Zelts dargestellt. So zum Beispiel bei dem Zelt des Orilus:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|129, 20|| [...] grôz rîcheit dran gekêret.|| Großer Reichtum wurde darauf angewendet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || von drîer varwe samît|| Von dreilerei farbigen Samt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ez was hôh unde wit:|| war es und hoch und weit:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ûf den aneten lâgen borten guot.|| auf den Nähten lagen gute Bänder.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel wäre das Zelt des [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Isenhart]], welches bei [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Im Königreich Zazamanc (16,1 - 58,26) | der Belagerung der Stadt Pâtelamunt]] vor selbiger aufgebaut war:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|27,16  || [...] daz als ein palas|| das als eine Burg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|27,17  || dort stêt (daz ist ein hôch gezelt:) || dort steht, das ist ein großes Zelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Vergleich mit der Größe einer Burg verdeutlich nicht nur die tatsächliche Größe, sondern auch die Macht, ein solches Zelt transportieren zu können beziehungsweise zu besitzen. Es gehört auch zur typischen Zeltbeschreibung der höfischen Epik, dass man erfährt, welche Kraft für das Bewegen des Zelts notwendig ist.[Stock 2005: 78] Dies wird auch bei Isenharts Zelt deutlich, als [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Gahmuret]] das Zelt bei [[Gahmuret und Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Das Turnier in Kanvoleis | dem Turnier in Kanvoleis]] aufstellt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|61,13 || mit arbeit wart ûf geslagn || Mit Mühe wurde aufgestellt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|61,14  || daz drîzec soumaer muosen tragn, || das dreißig Lasttiere tragen mussten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|61,15  || ein gezelt: das zeigte rîcheit. || ein Zelt, welches Reichtum und Macht darstellt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Aufwand ein solches Zelt zu bewegen ist Ansich schon eine Repräsentation von Macht. Der dazu gehörige Reichtum verstärkt die Macht, wie ein Edelknabe im Gespräch mit Herzeloyde deutlich macht:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|62,18 || &amp;quot;âvoy welch ein poulûn! ||&amp;quot;Ah welch ein Pavillion!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|62,19  || iwer krône und iwer lant || Eure Krone und euer Land&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|62,20  || waern derfür niht hallbez phant.&amp;quot; || würden nicht mal als Hälfte eines Pfands dafür genügen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das Zelt nimmt zusätzlich noch mit seinen &#039;&#039;snüeren&#039;&#039; die ganze Fläche des Feldes ein(61,16f.) und repräsentiert damit einen Anspruch auf Dominanz im Turnier durch Gahmuret.[Stock 2005: 80].&lt;br /&gt;
Eine weitere Machtdemonstration sind die Zeltlager, die bei einer Belagerung den Verteidigern die Anzahl und Stärke der Gegner präsentieren. So auch bei [[Gawan (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Gawans]] [[Gawans Abenteuer auf dem Weg zum Gerichtskampf gegen Kingrimursel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#In der Stadt Bearosche (338,1 - 397,30) |Abenteuer in der Stadt Bearosche]]. Dort bot sich ihm ein Anblick auf eine Menge Zelte, welche sich einander mit Pracht und Reichtum überboten(350,24ff). Weiterhin standen die Zelte so dicht aneinander, dass die Zeltschnüre an &#039;&#039;de andern dranc&#039;&#039;(351,3f.) und trotzdem ein langes Feld abdeckten(351,4ff.). Die kostbare Verarbeitung und der Platz, den die Zelte verbrauchen, symbolisieren also Stärke und Macht.&lt;br /&gt;
Weiterhin sind Zelte ein Indiz für Macht, da sie als höfischer Eigenraum zu verteidigen sind.[Stock 2005: 74] Das heißt, dass meist ein gewaltfähiger Ritter oder mehrere gewaltfähige Ritter in der Nähe sind.[Stock 2005: 73] So auch bei Orilus und dem Artushof, die beide dazu bereit waren, ihren [[Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum#Das Zelt als Symbol eines Herrschaftsbereich |verletzten Herrschaftsbereich]] zu verteidigen.&lt;br /&gt;
Zelte haben also die repräsentative Funktion, durch ihre Größe und Verarbeitung die Macht ihrer Besitzer zu demonstrieren. Außerdem demonstrieren sie in einem Gebiet aufgeschlagen einen Machtanspruch über den Bereich, auf dem sie aufgestellt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Zelt im Parzival ist wie oben nachgewiesen mehr als nur eine schlichte Behausung für Reisende. Es ist ein Ort, der durch seine Mobilität die Charaktere und der Handlung folgen kann und an dem spezielle Handlungen wie die Minne stattfinden. Weiterhin dient das Zelt gerade auf der Ebene der Symbolik als ein repräsentatives Mittel. Es zeigt wie im Falle von Isenharts Zelt die Macht des Besitzers nach außen für alle sichtbar. Andererseits bietet das Zelt weniger Schutz als eine Burg und muss deswegen eine konstante Gewaltfähigkeit deren Bewohner fordern, wie das Beispiel von Parzival in der Blutstropfenszene verdeutlicht hat. Abschließend kann man sagen, dass das Zelt im Parzival eine weitreichende symbolische Bedeutung hat und auch narrativ eine wichtige Funktion für die Orte der Handlung darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Balzer 1992] Manfred Balzer:&amp;quot;Vom Wohnen im Zelt im Mittelalter&amp;quot;, in: Frühmittealterliche Studien 1992(=Band 26), hg. von Hagen Keller und Joachim Wollasch, Berlin 1992, S. 208-229.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kaiser 1983] Gert Kaiser:&amp;quot;Liebe außerhalb der Gesellschaft&amp;quot;, in: Liebe als Literatur. Aufsätze zur erotischen Dichtung in Deutschland, hg. von Rüdiger Krohn, München 1983,S. 79-97.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Schulz 2012] Armin Schulz: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive, hg. u.a. von Manuel Braun, Berlin 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Stock 2005] Markus Stock:&amp;quot; Das Zelt als Zeichen und Handlungsraum in der hochhöfischen deutschen Epik. Mit einer Studie zu Isenharts Zelt in Wolframs Parzival, in: Innenräume in der Literatur des deutschen Mittelalters, hg. u.a. von Burkhard Hasenbrink, Tübingen 2008, S. 67-85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Symbolik]] [[Kategorie: Minne]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21125</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21125"/>
		<updated>2015-07-08T10:22:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schame im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Erst dannach hat Parzival die Fähigkeit erlangt, sich schämen zu können. Dies wird für ihn besonders nach seinem Erlebnis auf der Gralsburg wichtig, da die &amp;quot;Fähigkeit sich zu schämen ihn rettet&amp;quot;.[Marchand 1983: 290] Durch seinen Scham drückt Parzival unteranderem aus, sein Fehlverhalten anzuerkennen. Anders ist es zum Beispiel beim Vergewaltiger Urjans, der für seine Tat keinen Scham empfunden hat. Dies deckt sich mit der Aussage Marchands, dass Vergewaltiger in Wolframs Werken jenseits von einem Schamempfinden leben.[Marchand 1983: 286]. Das &amp;quot;schame&amp;quot; noch weitreichendere Bedeutungen abseist vom Protagonisten Parzival aufweist, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein Ausblick über auserwählte Bedeutungen und deren Textstellen im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21117</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21117"/>
		<updated>2015-07-08T10:08:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schame im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schame&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im Folgenden wird nur ein Ausblick über auserwählte Bedeutungen und deren Textstellen im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21113</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21113"/>
		<updated>2015-07-08T10:05:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Erröten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schame&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch darauf hinweist, dass er seine Tochter vorher noch nie so nahe bei einem Herren gesessen hatte.(550,16f.). Für die Tochter ist also eine besondere Situation, in der sie im jungfräulichem Scham errötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21110</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21110"/>
		<updated>2015-07-08T09:56:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schame im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Nur durch diese Aufklärung kann Parzival sich für das Versäumnis die Gralsfrage zu stellen schämen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schame&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21107</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-08T09:54:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss, welches alle Sitten einschließt, 3,5) sagt der [[Der Erzähler (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erzähler schon im Prolog]]. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schame&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21105</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21105"/>
		<updated>2015-07-08T09:51:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schame ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schame&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schame&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schame&#039;&#039; ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schame&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus &#039;&#039;schame&#039;&#039; zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21103</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-08T09:47:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein alle Sitten umgreifendes Schloss sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21076</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21076"/>
		<updated>2015-07-07T23:30:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Das Konzept Wolframs, welches Scham als ein Schloss über allen Sitten sieht, geht auf. Nur wer in einer Schamkultur die Fähigkeit des „sich schämens“ beherrschet, wendet Schande von sich ab oder begeht erst gar keine schändliche Handlung, für die er sich dann schämen müsste. Das weitreichende Spektrum von &#039;&#039;schame&#039;&#039; deckt allerlei Emotionen ab, sodass die &#039;&#039;schame&#039;&#039; für Wolfram ein wichtiges Element zur Beschreibung und Darstellung von Emotionen dient. Gerade Parzival muss, auf seinem Weg zu einem vollkommenen Ritter, lernen sich für gewisse Handlungen zu schämen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21075</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21075"/>
		<updated>2015-07-07T22:55:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,16|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
170,17|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| Sie dachte, er sei ein Page&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| der den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || Ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21074</id>
		<title>Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21074"/>
		<updated>2015-07-07T22:51:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Soziale Entwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] wird die Nahrung sowie das Zusammenkommen zu einem Mahl mit verschiedenen sozialen Aspekten und Bedeutungen verknüpft und dabei sehr wirksam dargestellt. Dieser Artikel widmet sich diesen Darstellungen und zeigt die verschiedenen sozialen Aspekte auf, die im [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] mit dem Thema Nahrung und gemeinsamer Nahrungsaufnahme verbunden sind.&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung==&lt;br /&gt;
Nahrung und deren - vor allem in Gesellschaften gemeinsame - Aufnahme haben gerade im Mittelalter wichtige Funktionen erfüllt und dienten nicht nur der Stillung des Hungers.[Ehlert 2000: 24] So stellen gemeinsame Mahlzeiten eine rechtsrituelle Handlung dar, die nicht folgenlos war und zu einem bestimmten, friedensstiftenden Verhalten verpflichtet.[Althoff 1990: 13f.] Das gemeinsame Mal repräsentiert ebenfalls funktionierende &amp;quot;Macht- und Herrschaftsstrukturen&amp;quot;.[Nitsche 2000: 247]  Gerade in der höfischen Literatur werden bei Mahlzeitdarstellungen meist das höfische Zeremoniell oder die Reglementierungen der höfischen Körper an der Tafel dargestellt.[Nitsche 2000: 249] [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] weicht davon in seinem Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]]  ab, indem er die Darstellungen von Mahl und Nahrung mit einer Facette von Motiven verknüpft, die im Folgenden genauer dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival==&lt;br /&gt;
===Sexualität(130,3-135,25)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;=== &lt;br /&gt;
Ein Motiv, welches mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist, ist das der Sexualität. Als Parzival nach der Abreise von seiner Mutter mit [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | ihren Ratschlägen im Hinterkopf]] auf [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) | Jeschute]] trifft, ist dies der Anfang einer seltsamen Dynamik aus sexueller Gewalt und Nahrungsaufnahme. Parzival ringt mit Jeschute und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ihren Willen:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,11  || diu frouwe lûte klagte:|| die Dame klagte laut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ern ruochte waz si sagte || er kümmerte sich nicht um das, was sie sagte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,13  || ir munt er an den sînen twanc  ||  ihren Mund er an den seinen zwang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,21 || doch wart dâ ringens vil getân || da wurde viel gerungen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Parzival bedrängt Jeschute in dieser Szene und wendet zugleich eine äußerlich sexuell motivierte Gewalt an, dessen Art der Gewalt sich Parzival jedoch nicht bewusst ist. Denn statt den sexuellen Übergriff zu steigern bekundet Parzival mitten in der Rangelei seinen Hunger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,23 || der knappe klagete&#039;n hunger sân || der Jüngling klagte nun, dass er hungrig sei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || waer ir ze frumen wîse|| Wärt ihr klug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ir naemt iu ander speise || würdet ihr die andere Speise nehmen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem Jeschute auf die &#039;&#039;andere&#039;&#039; Speise verweist, bezeichnet sie sich selbst als sexuelle Speise.&amp;quot; [Nitsche 2000: 256] Parzival entgeht diesem Verständnis einer sexuellen Bedeutungsebene und konzentriert sich dann ganz auf das richtige Essen, welches er in unhöfischer Weise zu sich nimmt.[Nitsche 2000: 256] Er aß soviel, bis er den Kropf voll hatte (&amp;quot;einen guoten kropf er az&amp;quot;, 132,2) und trank dannach noch schwere Trünke (&amp;quot;swaere trünke tranc&amp;quot;,132,3). Das unhöfische Verhalten beim Essen spiegelt dabei jenes unhöfische Verhalten wider, welches Parzival schon bei der Rangelei mit Jeschute um ihren [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Jeschute (129,18-138,4) | Ring]] beweist. Parzival wirkt durch seine &#039;&#039;gewaltätige Art&#039;&#039; zu essen wie ein &amp;quot;kulinarischer Vergewaltiger&amp;quot;.[Nitsche 2000: 256] Die Doppeldeutigkeit ist, außer für Parzival selbst, klar ersichtlich. Jeschutes Mann Orilus greift bei seiner Rückkehr in das Zelt die sexuelle Bedeutungsebenen auf und [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| bestraft Jeschute]] zu unrecht.&lt;br /&gt;
Doch Jeschute ist nicht die einzige Frau, bei der Nahrung und sexuelle Komponente zusammenfallen. Gerade die Frauenfiguren werden an verschiedenen Stellen im Text als &#039;&#039;Speise&#039;&#039; dargestellt.[Nitsche 2000: 262] So wird Orgeluse als &amp;quot;verlockende Speise der Liebe&amp;quot;(&amp;quot;reizel minnen gir&amp;quot;,508,28) vorgestellt. Antikonies Körperformen werden vom Erzähler sogar noch eindeutiger mit der Beschreibung von Nahrung dargestellt:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,26 || baz geschict an de spizze hasen || Einen Hasen an seinem Bratenspieß der besser gestaltet ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,27  || ich waene den gesâht ir nie|| habt ihr vermute ich nie gesehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,28  || dan si was dort unde hie || denn sie war dort besser gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,29  || zwischen der hüffe unde ir brust.|| zwischen der Hüfte und ihrer Brust&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,30  || minne gerende gelust|| Die Lust nach Liebe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|410,1 || kunde ir lîp vil wol gereizen|| konnte ihr Körper sehr wohl reizen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mit dem Vergleich einer Speise wird die erotische Anziehungskraft der Damen besonders hervorgehoben.[Nitsche 2000: 262] Die Nahrungsaufnahme wird mit der Sexualität als Motiv verknüpft, weil die Aufnahme von Nahrung wie die Sexualität ein Bedürfnis ist, welches gestillt werden will. So kann es sittlich oder, wie im Falle Parzivals bei Jeschute, auch mit Gewalt gestillt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
Ein weiteres mit der Nahrungsaufnahme verknüpftes Motiv im Parzival ist die Religion. Das Motiv der Religion in Verbindung mit Nahrung taucht zweimal mit unterschiedlichen Funktionen im Parzival auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion werden beide Abschnitte in zwei getrennten Unterpunkten dargestellt.&lt;br /&gt;
====Fasten====&lt;br /&gt;
Das Fasten hat im Parzival eine bestimmte religiöse Funktion und wird bei einem Treffen von Parzival auf seinen Oheim [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Trevrizent]] behandelt. Dieser Onkel von Parzival hat sich als Bußleistung für eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Askese asketische] Lebensweise durch das Fasten entschieden, um auf eine Heilung seines Bruders [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Anfortas]] zu hoffen.[Ehlert 2000: 36] Als Parzival auf Trevrizent trifft, hat er sich aufgrund der [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Zur Frage der Schuld | Geschehnisse]] auf [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Munsalvaesche]] und durch [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Cundrîe | die Anschuldigung der Cundrîe]] von [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gott losgesagt]], weil er an der Hilfe Gottes zu zweifeln begonnen hat.[Ehlert 2000: 35]Trevrizent kann Parzival aufgrund seiner Lebensweise nur sehr karge Lebensmittel anbieten:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|485,7  || mîn küche riuchet selten:|| in meiner Küche raucht es selten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,11 || dane was gesoten noch gebrâten   || da wurde weder was gekocht noch gebraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,12  || unt ir küchen unberaten  ||  und ihre Küche war leer&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese pflanzliche, rohe und nicht gezüchtete sondern gesammelte Nahrung stellt die Fastenspeise dar, welche sich auf der untersten Schwelle der Kultur ansiedelt, beziehungsweise die unterste Stufe des Nahrungssystems bedeutet.[Ehlert 2000: 36f.] Die ungekochte pflanzliche Nahrung ist alles andere als erlesen, da sie weder zu den sonst gerade bei adligen Mahle edlen Speisen gehören und durch ihre unbehandelte Art keine zivilisierte Speise darstellen. Der Erzähler hebt die Kargheit der Speise nochmals hervor und grenzt sie von einer adligen Speise ab, indem er eine sonst am Tisch geläufige Hygieneregel für das aus wilden Pflanzen bestehende Mahl der beiden Fastenden aufhebt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,1 || Swaz dâ was spîse für getragen, || Was da an Speisen aufgetragen wurde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,2 || belîben si dâ nâch ungetwagen, || blieben [die Hände] dannach ungewaschen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,3  || daz enschadet in an den ougen niht, ||  so würde es ihren Augen nicht schaden [würde man sich daran reiben]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,4  || als man fischegen handen giht. ||  wie man es von fischigen Händen behauptet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kargheit der Speise ist also ein wichtiger Bestandteil, um Parzial auf seine Buße vorzubereiten, die er nach Abschluss der Speise tätigt, in dem er Trevrizent darüber aufklärt, dass er selbst(Parzival) [[Ansichten zum Frageversäumnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|die Erlösungsfrage versäumt]] hat. Auch das eigene Sammeln der Pflanzen ist ein wichtiger religiöser Bestandteil des Fastens, weist Trevirzent doch darauf hin, dass Gottes Gunst sie die Nahrung finden lässt(485,5f.).&lt;br /&gt;
Das Fasten fungiert im Parzival schließlich als ein Akt der Buße und der Reue. Nur durch die Erfahrung mit Trevrizent kann Parzival sich wieder [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals innere Umkehr und Annährung an Gott| Gott annähern]].[Ehlert 2000: 39]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Speisewunder====&lt;br /&gt;
&#039;Eine weitere religiöse Bedeutung von Nahrung ist das[[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Die Kraft des Grals | Speisewunder]] des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Grals im Parzival]]. Die Fähigkeit des Grals, eine beliebige Menge aller Arten von Speisen zu &amp;quot;produzieren&amp;quot;, muss gerade bei den Rezipenten in der Zeit der Entstehung des Parzivals eine äußerst göttliche Kraft darstellen. Gerade das Mittelalter war in Bezug auf die Lebensmittelversorgung anfällig, denn schlechte Ernten oder Belagerungen konnten schnell zu Nahrungsmittelknappheiten führen.[Classen 2001: 323] Genau eine solche Lebensmittelknappheit wird direkt vor den Ereignissen auf Munsalvaesche beschrieben, und zwar in der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs. Zum Zeitpunkt von Parzivals Eintreffen leidet die Stadt an Hunger durch die Belagerung. Eine unendliche Nahrungsquelle wie der Gral stellt folglicherweise in einer derartigen Zeit eine große Macht dar. Das Nahrung auch in enger Verbindung mit Gott steht, kann man am obrigen Abschnitt &amp;quot;Fasten&amp;quot; gut erkennen. Auch hier sorgt Gott für das gefundene Mahl. Der Gral bietet also das Gegenteil zur Fastenspeise von Trevrizent und Parzival eine von Gott ermöglichte, unendliche Quelle an beliebiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Strafe(525,12-529,1)===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das gemeinsame Mahl ist wie oben bereits erwähnt wurde, ein wichtiger Bestandteil in der mittelalterlichen Gesellschaft. Die Darbietung der Speisen und die verschiedenen Rituale haben eine hohe Signalwirkung und eine zeichenhafte Repräsentanz.[Mittermayr 2000: 9] Umso schlimmer wäre deswegen ein Ausschluss von diesem Ritual beziehungsweise von der Tischgemeinschaft.[Nitsche 2000: 259] Dies ist der Fall beim sexuellen Übergriff von Urjans auf eine Botin, die auf dem Weg zum König Artus war. Urjans, der wie die Botin auch, Gast war in dem Land des Artus (&amp;quot;er was gast, unt si gestin [in sîn lant].&amp;quot;,525,16 ; 525,24), hat das Gastrecht, welches den Gast und den Gastgeber dazu verpflichtet, Frieden zu halten, mit seinem Übergriff auf die Botin gebrochen.[Ehlert 2000: 38-39] Artus ist durch diese Tat erzürnt und spricht Urjans nicht nur die Ritterehre ab, sondern verurteilte ihn auch zum Tod durch den Strick:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,19 || man verteile imz leben unt sînen prîs, || - || Man sprach ihm durch Urteil sein Leben und seinen Ruhm ab&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,20 || unt daz man winden solt ein rîs, || - || und das man einen Strick winden sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,21  || dar an im sterben wurd erkant  || - ||  an dem er sterben sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,22 || âne bluotige hant. || - || ohne Blut an den Händen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Gawans Einschreiten wird die Strafe jedoch dergestalt umgewandelt, dass Urjans von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird und vier Wochen mit den Hunden essen musste (&amp;quot;vier wochen er das niht vergaz: die zît ich mit den hunden az&amp;quot;,524,17-18). Mit den Hunden bedeutet in diesem Falle, dass Urjans nicht nur aus dem gleichen Trog wie die Hunde essen muss, sondern die Nahrung auch wie die Hunde mit dem Mund aufzunehmen hat(&amp;quot;ûz einem troge az sîn munt[...]&amp;quot;,528,28). Die tiergleiche Nahrungsaufnahme wird zusammen mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft als Mittel der Bestrafung genutzt. Auffällig dabei ist, dass der Ausschluss von der Tischgemeinschaft für 4 Wochen gering gegenüber dem zuerst ausgesprochenem Todesurteil erscheint. Die Strafe ist jedoch nicht zu unterschätzen, muss Urjans durch den Ausschluss doch &amp;quot;liden hôhen pîn&amp;quot; (schwere Strafe erleiden). Bei einem [[Medizin im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Urjans | späteren Treffen von Urjans auf Gawan]] erwähnt Urjans selbst nur die Strafe des Ausschlusses und nicht die zuerst angedrohte Todesstrafe. Die Strafe wiegt also trotz der kurzen Dauer deshalb besonders schwer, da Urjans mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft einen erheblichen Ehrverlust hinnehmen muss.[Kramer 1984: 155] Auch die tiergleiche Nahrungsaufnahme mit dem Mund sowie das Essen bei den Hunden ist eine extreme soziale Herabsetzung.[Nitsche 2000: 259] Doch es nicht nur eine Strafe für Urjans, von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen zu werden. So werden die anderen Teilnehmer der Tischgemeinschaft davor geschützt, mit dem Ehrlosen Urjans zu speisen, da er ihre Ehre durch seine Anwesenheit beim Mahl ebenfalls heruntergesetzt hätte.[Nitsche 2000: 259 Fn. 36] Die Bestrafung Urjans verdeutlicht die im Parzival hohe gesellschaftliche Signifikanz der Nahrungsaufnahme. Es ist sogar dergestalt bedeutsam, dass es mit der Todesstrafe verglichen werden kann. Urjans Reaktion gegenüber Gawan spielt sogar darauf an, dass die Essstrafe schlimmer ist. Denn Urjan ist Gawan alles andere als dankbar, obwohl dieser ihm ja durch das Erwirken des zweiten Urteils vor dem Tode bewahrt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Entwicklung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrung und deren Aufnahme hat im Mittelalter stets eine signifikante Rolle zum Leben am Hof beigetragen.[Classen 2001: 316] So gibt es höfische Verhaltensweisen, die man bei einem Mahl einzuhalten hat und die eine kultivierte Nahrungsaufnahme ermöglichen. Parzival selbst hat aufgrund seiner [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erziehung]] [[Erziehung_fernab_jeder_Zivilisation | fern vom Hofe]] kaum Kenntnis über soziale Regeln, höfische Verhaltensweisen und Werten erlangt.[Classen 2001:319] Erst im Laufe der Geschichte lernt Parzival mehr über das Ritterdasein und anderen Werten, wie z.B. von [[Gurnemanz]]. Diese soziale Entwicklung Parzivals geht einher mit dessen Umgang mit Nahrung und deren Aufnahme, sodass die Nahrungsaufnahme den Stand der sozialen Entwicklung sowie dessen Fortschritt widerspiegelt.[Classen 2001: 318] Es beginnt in Soltane, wo Parzival als Kind durch [[Die Jagd im Parzival | die Jagd]] teilweise große Tiere erlegt und sie zu seiner Mutter bringt. Teilweise sind die Tiere so schwer, dass sie eigentlich ein Maultier zum Transport benötigen würden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
120,8|| swennerrschôz daz swaere, || Wann immer ein Stück schoss,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
120,9|| des waere ein mûl geladen genuoc, || daran wäre ein Maultier genug beladen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
120,10|| als unzerworht hin heim erz truoc. || trug er es dennoch unzerteilt heim.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt Parzivals schon frühe, körperlich stark ausgeprägte Entwicklung und seine rohe, gewaltsame Art im Umgang mit Nahrung.[Classen 2001: 319] In diesem Stadium, wo Parzival noch roh und brutal mit der Nahrung umgeht, ist er selbst [[Parzivals tumpheit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#&amp;quot;tumpheit&amp;quot; in den Kindes- und Jugendjahren | in seiner sozialen Entwicklung]] kaum vorangeschritten und hat keinerlei Ahnung von höfischen Normen und anderen Tugenden. Nach seinem Aufbruch aus Soltane kommt Parzival an einem Zelt vorbei, in dem er Jeschute findet. Dort begeht er fast einen sexuellen Übergriff und verhält sich gegenüber Jeschute sowie gegenüber dem Essen wie ein roher Übeltäter. Durch seinen Übergriff muss Jeschute eine [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19) |harte Strafe durch ihren Ehemann Orilus]] erleiden. Der maßlose Umgang mit dem Essen spiegelt die Gleichgültigkeit Parzivals über seine Umwelt wider.[Classen 2001: 320]&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Besuch bei Gurnemanz und einem gemeinsamen Mahl beider hat Parzival die nötigen Werte gelernt, die für einen Ritter und für das Verhalten bei einem höfischen Mahl vonnöten sind.[Classen 2001: 322]. Bei der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs zeigt Parzival gleich einen ganz anderen höfischen Umgang mit Nahrung(193,1-206,1). Durch die Belagerung der Stadt kam es zu einer Hungersnot, da eine Versorgung der Stadt mit Essen nicht möglich war. Parzival teilt das für ihn und Condwiramurs besorgte Essen mit den Hungernden in der Stadt. Aus dem vorher noch gierigem Verschlingen von Nahrung wurde nun ein christlicher, mitfühlender Umgang mit Nahrung, indem man mit den armen Hungernden teilt.[Classen 2001: 323] Doch nicht nur teilt der bei Jeschute noch als gierig dargestellte Parzival sein Essen, vielmehr bewahrt er beim Eintreffen von Nahrung(200,10ff.) die Anwohnern der Stadt vor einem für ihren ausgehungerten Zustand nicht förderlichen &amp;quot;Fressrausch&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,10 || von êrst die spîse kleine || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,11 || teilter mit sîn selbes hant. || teilte er(Parzival) eigenhändig aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,13 || er wolde niht ir laeren magn || Er wollte nicht ihre leeren Mägen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,14 || überkrüpfe lâzen tragn: || damit sie sich nicht überfraßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,15 || er gab in rehter mâze teil.|| Er teilte es deswegen in die richtige Menge.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;mâze&#039;&#039; Parzivals wird in dieser Szene besonders hervorgehoben und zeichnet sich deutlich noch von dem Parzival ab, der selber noch im Zelt der Jeschute einen &#039;&#039;guoten kropf ... az&#039;&#039;(132,2). Dieser nun ziviliserte Umgang mit Nahrung geht einher mit Parzivals Wandlung von einem rüpelhaften jungen Mann in einen noblen Ritter.[Classen 2001: 323] Parzivals Entwicklung im Bereich höfischer Tugend ist also an seinem Umgang mit Nahrungsmitteln erkennbar. Der richtige und vorallem maßvolle Umgang mit Nahrung scheint folglich eine wichtige höfische Tugend zu sein, die für einen Ritter wie Parzival unerlässlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Wie oben dargestellt wurde, hat die Nahrung und deren Aufnahme im historischen Mittelalter wie auch im Parzival eine größere Bedeutung als nur der Stillung des Hungers. Gerade die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Akt und differenziert zwischen höfischen Normen und einer wilden Dekadenz. Gerade weil Hunger, wie die sexuelle Begierde, ein körperliches Verlangen ist, stehen das Aufnehmen von Nahrung und Sexualität oft im Einklang zueinander. Dies zeigt sich deutlich an den oben beschrieben Frauendarstellungen als Nahrungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essstrafe Urjans verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit eines gemeinsamen Mahls sowie der Stellung desselbens. Auch die soziale Entwicklung Parzivals ist anhand seinen Umgangs mit Nahrung und vorallem seinem Verhalten zu Tisch ein wichtiges Element im Text von Wolfram von Eschenbach. Die Nahrungsaufnahme im Parzival kann abschließend also zu Recht als ein wichtiger gesellschaftlicher Akt bezeichnet werden, deren erfolgreiche Teilnahme ein unerlässlicher Indikator für höfische Normen ist. Auch dient sie dem Erzähler zur Darstellung verschiedener Handlungen und Entwicklungen des Protagonisten und hat somit kommt ihr auch auf narrativer Ebene Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Althoff 1990] Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage), S. 13-27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Classen 2001] Albrecht Classen: &amp;quot;The symbolic Function of Food as Iconic Representation of Culture and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival(ca 1205)&amp;quot;, in: Orbis Litterarum 2007(=Band 62 No.1), hg. u.a. von Lars Ole Sauerberg, Oxford 2007, S. 315-335.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Ehlert 2000] Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 23-41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kramer 1984] K.S. Kramer: &amp;quot;Mahl und Trunk&amp;quot;, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, hg. u.a. von Aldabert Erler, Berlin 1944, S. 154-156.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Mittermayr 2000] Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 9-10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Nitsche 2000] Barbara Nitsche: &amp;quot;Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Euphorion 2000(=Band 94), hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2000, S. 256-270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Gesellschaft]] [[Kategorie: Sexualität]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21073</id>
		<title>Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21073"/>
		<updated>2015-07-07T22:47:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Fasten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] wird die Nahrung sowie das Zusammenkommen zu einem Mahl mit verschiedenen sozialen Aspekten und Bedeutungen verknüpft und dabei sehr wirksam dargestellt. Dieser Artikel widmet sich diesen Darstellungen und zeigt die verschiedenen sozialen Aspekte auf, die im [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] mit dem Thema Nahrung und gemeinsamer Nahrungsaufnahme verbunden sind.&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung==&lt;br /&gt;
Nahrung und deren - vor allem in Gesellschaften gemeinsame - Aufnahme haben gerade im Mittelalter wichtige Funktionen erfüllt und dienten nicht nur der Stillung des Hungers.[Ehlert 2000: 24] So stellen gemeinsame Mahlzeiten eine rechtsrituelle Handlung dar, die nicht folgenlos war und zu einem bestimmten, friedensstiftenden Verhalten verpflichtet.[Althoff 1990: 13f.] Das gemeinsame Mal repräsentiert ebenfalls funktionierende &amp;quot;Macht- und Herrschaftsstrukturen&amp;quot;.[Nitsche 2000: 247]  Gerade in der höfischen Literatur werden bei Mahlzeitdarstellungen meist das höfische Zeremoniell oder die Reglementierungen der höfischen Körper an der Tafel dargestellt.[Nitsche 2000: 249] [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] weicht davon in seinem Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]]  ab, indem er die Darstellungen von Mahl und Nahrung mit einer Facette von Motiven verknüpft, die im Folgenden genauer dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival==&lt;br /&gt;
===Sexualität(130,3-135,25)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;=== &lt;br /&gt;
Ein Motiv, welches mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist, ist das der Sexualität. Als Parzival nach der Abreise von seiner Mutter mit [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | ihren Ratschlägen im Hinterkopf]] auf [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) | Jeschute]] trifft, ist dies der Anfang einer seltsamen Dynamik aus sexueller Gewalt und Nahrungsaufnahme. Parzival ringt mit Jeschute und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ihren Willen:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,11  || diu frouwe lûte klagte:|| die Dame klagte laut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ern ruochte waz si sagte || er kümmerte sich nicht um das, was sie sagte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,13  || ir munt er an den sînen twanc  ||  ihren Mund er an den seinen zwang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,21 || doch wart dâ ringens vil getân || da wurde viel gerungen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Parzival bedrängt Jeschute in dieser Szene und wendet zugleich eine äußerlich sexuell motivierte Gewalt an, dessen Art der Gewalt sich Parzival jedoch nicht bewusst ist. Denn statt den sexuellen Übergriff zu steigern bekundet Parzival mitten in der Rangelei seinen Hunger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,23 || der knappe klagete&#039;n hunger sân || der Jüngling klagte nun, dass er hungrig sei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || waer ir ze frumen wîse|| Wärt ihr klug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ir naemt iu ander speise || würdet ihr die andere Speise nehmen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem Jeschute auf die &#039;&#039;andere&#039;&#039; Speise verweist, bezeichnet sie sich selbst als sexuelle Speise.&amp;quot; [Nitsche 2000: 256] Parzival entgeht diesem Verständnis einer sexuellen Bedeutungsebene und konzentriert sich dann ganz auf das richtige Essen, welches er in unhöfischer Weise zu sich nimmt.[Nitsche 2000: 256] Er aß soviel, bis er den Kropf voll hatte (&amp;quot;einen guoten kropf er az&amp;quot;, 132,2) und trank dannach noch schwere Trünke (&amp;quot;swaere trünke tranc&amp;quot;,132,3). Das unhöfische Verhalten beim Essen spiegelt dabei jenes unhöfische Verhalten wider, welches Parzival schon bei der Rangelei mit Jeschute um ihren [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Jeschute (129,18-138,4) | Ring]] beweist. Parzival wirkt durch seine &#039;&#039;gewaltätige Art&#039;&#039; zu essen wie ein &amp;quot;kulinarischer Vergewaltiger&amp;quot;.[Nitsche 2000: 256] Die Doppeldeutigkeit ist, außer für Parzival selbst, klar ersichtlich. Jeschutes Mann Orilus greift bei seiner Rückkehr in das Zelt die sexuelle Bedeutungsebenen auf und [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| bestraft Jeschute]] zu unrecht.&lt;br /&gt;
Doch Jeschute ist nicht die einzige Frau, bei der Nahrung und sexuelle Komponente zusammenfallen. Gerade die Frauenfiguren werden an verschiedenen Stellen im Text als &#039;&#039;Speise&#039;&#039; dargestellt.[Nitsche 2000: 262] So wird Orgeluse als &amp;quot;verlockende Speise der Liebe&amp;quot;(&amp;quot;reizel minnen gir&amp;quot;,508,28) vorgestellt. Antikonies Körperformen werden vom Erzähler sogar noch eindeutiger mit der Beschreibung von Nahrung dargestellt:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,26 || baz geschict an de spizze hasen || Einen Hasen an seinem Bratenspieß der besser gestaltet ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,27  || ich waene den gesâht ir nie|| habt ihr vermute ich nie gesehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,28  || dan si was dort unde hie || denn sie war dort besser gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,29  || zwischen der hüffe unde ir brust.|| zwischen der Hüfte und ihrer Brust&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,30  || minne gerende gelust|| Die Lust nach Liebe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|410,1 || kunde ir lîp vil wol gereizen|| konnte ihr Körper sehr wohl reizen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mit dem Vergleich einer Speise wird die erotische Anziehungskraft der Damen besonders hervorgehoben.[Nitsche 2000: 262] Die Nahrungsaufnahme wird mit der Sexualität als Motiv verknüpft, weil die Aufnahme von Nahrung wie die Sexualität ein Bedürfnis ist, welches gestillt werden will. So kann es sittlich oder, wie im Falle Parzivals bei Jeschute, auch mit Gewalt gestillt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
Ein weiteres mit der Nahrungsaufnahme verknüpftes Motiv im Parzival ist die Religion. Das Motiv der Religion in Verbindung mit Nahrung taucht zweimal mit unterschiedlichen Funktionen im Parzival auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion werden beide Abschnitte in zwei getrennten Unterpunkten dargestellt.&lt;br /&gt;
====Fasten====&lt;br /&gt;
Das Fasten hat im Parzival eine bestimmte religiöse Funktion und wird bei einem Treffen von Parzival auf seinen Oheim [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Trevrizent]] behandelt. Dieser Onkel von Parzival hat sich als Bußleistung für eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Askese asketische] Lebensweise durch das Fasten entschieden, um auf eine Heilung seines Bruders [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Anfortas]] zu hoffen.[Ehlert 2000: 36] Als Parzival auf Trevrizent trifft, hat er sich aufgrund der [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Zur Frage der Schuld | Geschehnisse]] auf [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Munsalvaesche]] und durch [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Cundrîe | die Anschuldigung der Cundrîe]] von [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gott losgesagt]], weil er an der Hilfe Gottes zu zweifeln begonnen hat.[Ehlert 2000: 35]Trevrizent kann Parzival aufgrund seiner Lebensweise nur sehr karge Lebensmittel anbieten:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|485,7  || mîn küche riuchet selten:|| in meiner Küche raucht es selten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,11 || dane was gesoten noch gebrâten   || da wurde weder was gekocht noch gebraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,12  || unt ir küchen unberaten  ||  und ihre Küche war leer&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese pflanzliche, rohe und nicht gezüchtete sondern gesammelte Nahrung stellt die Fastenspeise dar, welche sich auf der untersten Schwelle der Kultur ansiedelt, beziehungsweise die unterste Stufe des Nahrungssystems bedeutet.[Ehlert 2000: 36f.] Die ungekochte pflanzliche Nahrung ist alles andere als erlesen, da sie weder zu den sonst gerade bei adligen Mahle edlen Speisen gehören und durch ihre unbehandelte Art keine zivilisierte Speise darstellen. Der Erzähler hebt die Kargheit der Speise nochmals hervor und grenzt sie von einer adligen Speise ab, indem er eine sonst am Tisch geläufige Hygieneregel für das aus wilden Pflanzen bestehende Mahl der beiden Fastenden aufhebt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,1 || Swaz dâ was spîse für getragen, || Was da an Speisen aufgetragen wurde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,2 || belîben si dâ nâch ungetwagen, || blieben [die Hände] dannach ungewaschen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,3  || daz enschadet in an den ougen niht, ||  so würde es ihren Augen nicht schaden [würde man sich daran reiben]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,4  || als man fischegen handen giht. ||  wie man es von fischigen Händen behauptet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kargheit der Speise ist also ein wichtiger Bestandteil, um Parzial auf seine Buße vorzubereiten, die er nach Abschluss der Speise tätigt, in dem er Trevrizent darüber aufklärt, dass er selbst(Parzival) [[Ansichten zum Frageversäumnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|die Erlösungsfrage versäumt]] hat. Auch das eigene Sammeln der Pflanzen ist ein wichtiger religiöser Bestandteil des Fastens, weist Trevirzent doch darauf hin, dass Gottes Gunst sie die Nahrung finden lässt(485,5f.).&lt;br /&gt;
Das Fasten fungiert im Parzival schließlich als ein Akt der Buße und der Reue. Nur durch die Erfahrung mit Trevrizent kann Parzival sich wieder [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals innere Umkehr und Annährung an Gott| Gott annähern]].[Ehlert 2000: 39]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Speisewunder====&lt;br /&gt;
&#039;Eine weitere religiöse Bedeutung von Nahrung ist das[[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Die Kraft des Grals | Speisewunder]] des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Grals im Parzival]]. Die Fähigkeit des Grals, eine beliebige Menge aller Arten von Speisen zu &amp;quot;produzieren&amp;quot;, muss gerade bei den Rezipenten in der Zeit der Entstehung des Parzivals eine äußerst göttliche Kraft darstellen. Gerade das Mittelalter war in Bezug auf die Lebensmittelversorgung anfällig, denn schlechte Ernten oder Belagerungen konnten schnell zu Nahrungsmittelknappheiten führen.[Classen 2001: 323] Genau eine solche Lebensmittelknappheit wird direkt vor den Ereignissen auf Munsalvaesche beschrieben, und zwar in der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs. Zum Zeitpunkt von Parzivals Eintreffen leidet die Stadt an Hunger durch die Belagerung. Eine unendliche Nahrungsquelle wie der Gral stellt folglicherweise in einer derartigen Zeit eine große Macht dar. Das Nahrung auch in enger Verbindung mit Gott steht, kann man am obrigen Abschnitt &amp;quot;Fasten&amp;quot; gut erkennen. Auch hier sorgt Gott für das gefundene Mahl. Der Gral bietet also das Gegenteil zur Fastenspeise von Trevrizent und Parzival eine von Gott ermöglichte, unendliche Quelle an beliebiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Strafe(525,12-529,1)===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das gemeinsame Mahl ist wie oben bereits erwähnt wurde, ein wichtiger Bestandteil in der mittelalterlichen Gesellschaft. Die Darbietung der Speisen und die verschiedenen Rituale haben eine hohe Signalwirkung und eine zeichenhafte Repräsentanz.[Mittermayr 2000: 9] Umso schlimmer wäre deswegen ein Ausschluss von diesem Ritual beziehungsweise von der Tischgemeinschaft.[Nitsche 2000: 259] Dies ist der Fall beim sexuellen Übergriff von Urjans auf eine Botin, die auf dem Weg zum König Artus war. Urjans, der wie die Botin auch, Gast war in dem Land des Artus (&amp;quot;er was gast, unt si gestin [in sîn lant].&amp;quot;,525,16 ; 525,24), hat das Gastrecht, welches den Gast und den Gastgeber dazu verpflichtet, Frieden zu halten, mit seinem Übergriff auf die Botin gebrochen.[Ehlert 2000: 38-39] Artus ist durch diese Tat erzürnt und spricht Urjans nicht nur die Ritterehre ab, sondern verurteilte ihn auch zum Tod durch den Strick:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,19 || man verteile imz leben unt sînen prîs, || - || Man sprach ihm durch Urteil sein Leben und seinen Ruhm ab&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,20 || unt daz man winden solt ein rîs, || - || und das man einen Strick winden sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,21  || dar an im sterben wurd erkant  || - ||  an dem er sterben sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,22 || âne bluotige hant. || - || ohne Blut an den Händen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Gawans Einschreiten wird die Strafe jedoch dergestalt umgewandelt, dass Urjans von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird und vier Wochen mit den Hunden essen musste (&amp;quot;vier wochen er das niht vergaz: die zît ich mit den hunden az&amp;quot;,524,17-18). Mit den Hunden bedeutet in diesem Falle, dass Urjans nicht nur aus dem gleichen Trog wie die Hunde essen muss, sondern die Nahrung auch wie die Hunde mit dem Mund aufzunehmen hat(&amp;quot;ûz einem troge az sîn munt[...]&amp;quot;,528,28). Die tiergleiche Nahrungsaufnahme wird zusammen mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft als Mittel der Bestrafung genutzt. Auffällig dabei ist, dass der Ausschluss von der Tischgemeinschaft für 4 Wochen gering gegenüber dem zuerst ausgesprochenem Todesurteil erscheint. Die Strafe ist jedoch nicht zu unterschätzen, muss Urjans durch den Ausschluss doch &amp;quot;liden hôhen pîn&amp;quot; (schwere Strafe erleiden). Bei einem [[Medizin im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Urjans | späteren Treffen von Urjans auf Gawan]] erwähnt Urjans selbst nur die Strafe des Ausschlusses und nicht die zuerst angedrohte Todesstrafe. Die Strafe wiegt also trotz der kurzen Dauer deshalb besonders schwer, da Urjans mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft einen erheblichen Ehrverlust hinnehmen muss.[Kramer 1984: 155] Auch die tiergleiche Nahrungsaufnahme mit dem Mund sowie das Essen bei den Hunden ist eine extreme soziale Herabsetzung.[Nitsche 2000: 259] Doch es nicht nur eine Strafe für Urjans, von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen zu werden. So werden die anderen Teilnehmer der Tischgemeinschaft davor geschützt, mit dem Ehrlosen Urjans zu speisen, da er ihre Ehre durch seine Anwesenheit beim Mahl ebenfalls heruntergesetzt hätte.[Nitsche 2000: 259 Fn. 36] Die Bestrafung Urjans verdeutlicht die im Parzival hohe gesellschaftliche Signifikanz der Nahrungsaufnahme. Es ist sogar dergestalt bedeutsam, dass es mit der Todesstrafe verglichen werden kann. Urjans Reaktion gegenüber Gawan spielt sogar darauf an, dass die Essstrafe schlimmer ist. Denn Urjan ist Gawan alles andere als dankbar, obwohl dieser ihm ja durch das Erwirken des zweiten Urteils vor dem Tode bewahrt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Entwicklung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrung und deren Aufnahme hat im Mittelalter stets eine signifikante Rolle zum Leben am Hof beigetragen.[Classen 2001: 316] So gibt es höfische Verhaltensweisen, die man bei einem Mahl einzuhalten hat und die eine kultivierte Nahrungsaufnahme ermöglichen. Parzival selbst hat aufgrund seiner [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erziehung]] [[Erziehung_fernab_jeder_Zivilisation | fern vom Hofe]] kaum Kenntnis über soziale Regeln, höfische Verhaltensweisen und Werten erlangt.[Classen 2001:319] Erst im Laufe der Geschichte lernt Parzival mehr über das Ritterdasein und anderen Werten, wie z.B. von [[Gurnemanz]]. Diese soziale Entwicklung Parzivals geht einher mit dessen Umgang mit Nahrung und deren Aufnahme, sodass die Nahrungsaufnahme den Stand der sozialen Entwicklung sowie dessen Fortschritt widerspiegelt.[Classen 2001: 318] Es beginnt in Soltane, wo Parzival als Kind durch [[Die Jagd im Parzival | die Jagd]] teilweise große Tiere erlegt und sie zu seiner Mutter bringt. Teilweise sind die Tiere so schwer, dass sie eigentlich ein Maultier zum Transport benötigen würden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| swennerrschôz daz swaere, || Wann immer er das schwäre schoss,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| des waere ein mûl geladen genuoc, || daran wäre ein Maultier genug beladen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| als unzerworht hin heim erz truoc. || trug er es dennoch unzerteilt heim.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt Parzivals schon frühe, körperlich stark ausgeprägte Entwicklung und seine rohe, gewaltsame Art im Umgang mit Nahrung.[Classen 2001: 319] In diesem Stadium, wo Parzival noch roh und brutal mit der Nahrung umgeht, ist er selbst [[Parzivals tumpheit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#&amp;quot;tumpheit&amp;quot; in den Kindes- und Jugendjahren | in seiner sozialen Entwicklung]] kaum vorangeschritten und hat keinerlei Ahnung von höfischen Normen und anderen Tugenden. Nach seinem Aufbruch aus Soltane kommt Parzival an einem Zelt vorbei, in dem er Jeschute findet. Dort begeht er fast einen sexuellen Übergriff und verhält sich gegenüber Jeschute sowie gegenüber dem Essen wie ein roher Übeltäter. Durch seinen Übergriff muss Jeschute eine [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19) |harte Strafe durch ihren Ehemann Orilus]] erleiden. Der maßlose Umgang mit dem Essen spiegelt die Gleichgültigkeit Parzivals über seine Umwelt wider.[Classen 2001: 320]&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Besuch bei Gurnemanz und einem gemeinsamen Mahl beider hat Parzival die nötigen Werte gelernt, die für einen Ritter und für das Verhalten bei einem höfischen Mahl vonnöten sind.[Classen 2001: 322]. Bei der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs zeigt Parzival gleich einen ganz anderen höfischen Umgang mit Nahrung(193,1-206,1). Durch die Belagerung der Stadt kam es zu einer Hungersnot, da eine Versorgung der Stadt mit Essen nicht möglich war. Parzival teilt das für ihn und Condwiramurs besorgte Essen mit den Hungernden in der Stadt. Aus dem vorher noch gierigem Verschlingen von Nahrung wurde nun ein christlicher, mitfühlender Umgang mit Nahrung, indem man mit den armen Hungernden teilt.[Classen 2001: 323] Doch nicht nur teilt der bei Jeschute noch als gierig dargestellte Parzival sein Essen, vielmehr bewahrt er beim Eintreffen von Nahrung(200,10ff.) die Anwohnern der Stadt vor einem für ihren ausgehungerten Zustand nicht förderlichen &amp;quot;Fressrausch&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,10 || von êrst die spîse kleine || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,11 || teilter mit sîn selbes hant. || teilte er(Parzival) eigenhändig aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,13 || er wolde niht ir laeren magn || Er wollte nicht ihre leeren Mägen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,14 || überkrüpfe lâzen tragn: || damit sie sich nicht überfraßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,15 || er gab in rehter mâze teil.|| Er teilte es deswegen in die richtige Menge.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;mâze&#039;&#039; Parzivals wird in dieser Szene besonders hervorgehoben und zeichnet sich deutlich noch von dem Parzival ab, der selber noch im Zelt der Jeschute einen &#039;&#039;guoten kropf ... az&#039;&#039;(132,2). Dieser nun ziviliserte Umgang mit Nahrung geht einher mit Parzivals Wandlung von einem rüpelhaften jungen Mann in einen noblen Ritter.[Classen 2001: 323] Parzivals Entwicklung im Bereich höfischer Tugend ist also an seinem Umgang mit Nahrungsmitteln erkennbar. Der richtige und vorallem maßvolle Umgang mit Nahrung scheint folglich eine wichtige höfische Tugend zu sein, die für einen Ritter wie Parzival unerlässlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Wie oben dargestellt wurde, hat die Nahrung und deren Aufnahme im historischen Mittelalter wie auch im Parzival eine größere Bedeutung als nur der Stillung des Hungers. Gerade die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Akt und differenziert zwischen höfischen Normen und einer wilden Dekadenz. Gerade weil Hunger, wie die sexuelle Begierde, ein körperliches Verlangen ist, stehen das Aufnehmen von Nahrung und Sexualität oft im Einklang zueinander. Dies zeigt sich deutlich an den oben beschrieben Frauendarstellungen als Nahrungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essstrafe Urjans verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit eines gemeinsamen Mahls sowie der Stellung desselbens. Auch die soziale Entwicklung Parzivals ist anhand seinen Umgangs mit Nahrung und vorallem seinem Verhalten zu Tisch ein wichtiges Element im Text von Wolfram von Eschenbach. Die Nahrungsaufnahme im Parzival kann abschließend also zu Recht als ein wichtiger gesellschaftlicher Akt bezeichnet werden, deren erfolgreiche Teilnahme ein unerlässlicher Indikator für höfische Normen ist. Auch dient sie dem Erzähler zur Darstellung verschiedener Handlungen und Entwicklungen des Protagonisten und hat somit kommt ihr auch auf narrativer Ebene Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Althoff 1990] Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage), S. 13-27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Classen 2001] Albrecht Classen: &amp;quot;The symbolic Function of Food as Iconic Representation of Culture and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival(ca 1205)&amp;quot;, in: Orbis Litterarum 2007(=Band 62 No.1), hg. u.a. von Lars Ole Sauerberg, Oxford 2007, S. 315-335.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Ehlert 2000] Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 23-41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kramer 1984] K.S. Kramer: &amp;quot;Mahl und Trunk&amp;quot;, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, hg. u.a. von Aldabert Erler, Berlin 1944, S. 154-156.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Mittermayr 2000] Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 9-10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Nitsche 2000] Barbara Nitsche: &amp;quot;Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Euphorion 2000(=Band 94), hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2000, S. 256-270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Gesellschaft]] [[Kategorie: Sexualität]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21072</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21072"/>
		<updated>2015-07-07T22:13:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 110f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kategorie:Emotionen&amp;diff=21067</id>
		<title>Kategorie:Emotionen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kategorie:Emotionen&amp;diff=21067"/>
		<updated>2015-07-07T22:09:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: Die Seite wurde neu angelegt: „Diese Seite umfasst alle Artikel, die sich thematisch mit Emotionen befassen.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite umfasst alle Artikel, die sich thematisch mit Emotionen befassen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21066</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21066"/>
		<updated>2015-07-07T22:08:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Übersetzung aus :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21062</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T22:06:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl.&amp;lt;ref&amp;gt; Die Übersetzung wurde mit :Matthias Lexer,Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Auflage, Stuttgart 1992 angefertigt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21061</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21061"/>
		<updated>2015-07-07T22:03:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Der Begriff der schâme und des Schams */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit, Keuschheit, Beschämung, Schmach, Schande, Ehrgefühl. Der mittelhochdeutsche Begriff der &#039;&#039;schame&#039;&#039; hat eine weitreichendere Bedeutung als das neuhochdeutsche Wort Scham. Die genauen Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival wird weiter unten im Artikel genauer erläutert. Weiterhin ist es auch sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Definitionen von Scham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T21:52:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Der Begriff der schâme und des Schams */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Dies wird beim Vorwurf [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Cundrîes]] an Parzival deutlich, nachdem dieser es [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | versäumt hat die erlösende Gralsfrage]] auf der [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Gralsburg]] zu stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21054</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21054"/>
		<updated>2015-07-07T21:34:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und dessen weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T21:20:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Erotischer Scham */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist zu erwähnen, welche [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21052</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21052"/>
		<updated>2015-07-07T21:18:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch eine Erziehung erst erlent werden muss, ist eine Folge der Schamgesellschaft. Denn welche Handlung Ehrenhaft oder Unehrenhaft für den Handelnden ist, wird vorallem durch die Gesellschaft definiert. Dies belegt Parzival selbst. Durch seine [[Erziehung fernab jeder Zivilisation]] lernt Parzival wenig über das höfische Verhalten. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21051</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21051"/>
		<updated>2015-07-07T21:11:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Dass das Gefühl Scham zu empfinden nicht von der Geburt aus gegeben ist, sondern durch die Gesellschaft erst geprägt wird, belegt die Entwicklung Parzivals. So fühlt er anfangs keine Scham in verschiedenen Situationen, bei der er eigentlich Scham empfinden sollte. So wie in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes Orilus überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals Gurnemanz mit der oben erwähnten Aufklärung. Das &amp;quot;schâme&amp;quot; eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schâme ist wie die Scham eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird. Die körperlichen Reaktionen können sich unterschiedlich äußern. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival hauptsächlich in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine starke körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der die Scham eher negativ als positiv ist. So ist der Fall, als Jeschute mit Parzival in einer deutlich sexuell konnotierte Situation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist hier ein Zeichen einer Beschämung im Umfeld eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke Reaktion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21050</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T20:53:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals sein Schamgefühl verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte das Schamgefühl nicht von der Geburt aus Inne, was verschiedene Szenen belegen. So fühlt er keine Scham in der Situation, wo er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |Jeschute in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss Parzival erstmal lernen. Dies übernimmt im Falle Parzivals mit der oben aufgeführten Rede Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen wird. Dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, wie zum Beispiel dem Erröten. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine arge körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der Scham weniger eine positive, als eine negative Bedeutung hat. Denn anders als bei einem jungfräulichem Erröten aus Scham, ist hier schâme in einer für die betroffene Person extremen Situation. Dies ist die Szene, in der Jeschute mit Parzival in einer - von Parzival nicht beabsichtigten - sexuellen Konnotation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist also eine Reaktion auf eine negative Beschämung, hier im Falle eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke körperliche Reaktion der Emotion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21037</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21037"/>
		<updated>2015-07-07T15:57:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* =Scham als Motivation zur Handlung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen wird. Dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, wie zum Beispiel dem Erröten. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine arge körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der Scham weniger eine positive, als eine negative Bedeutung hat. Denn anders als bei einem jungfräulichem Erröten aus Scham, ist hier schâme in einer für die betroffene Person extremen Situation. Dies ist die Szene, in der Jeschute mit Parzival in einer - von Parzival nicht beabsichtigten - sexuellen Konnotation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist also eine Reaktion auf eine negative Beschämung, hier im Falle eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke körperliche Reaktion der Emotion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21036</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T15:57:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Scham als oberste Tugend */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als Motivation zur Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen wird. Dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, wie zum Beispiel dem Erröten. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine arge körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der Scham weniger eine positive, als eine negative Bedeutung hat. Denn anders als bei einem jungfräulichem Erröten aus Scham, ist hier schâme in einer für die betroffene Person extremen Situation. Dies ist die Szene, in der Jeschute mit Parzival in einer - von Parzival nicht beabsichtigten - sexuellen Konnotation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist also eine Reaktion auf eine negative Beschämung, hier im Falle eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke körperliche Reaktion der Emotion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21035</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21035"/>
		<updated>2015-07-07T15:56:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Körperliche Manifestation der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als oberste Tugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham eine für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen wird. Dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, wie zum Beispiel dem Erröten. Im Folgenden wird auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,24  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers, dem Fährmann ...., errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzen===&lt;br /&gt;
Eine weitere körperliche Reaktion, die durch Scham ausgelöst wird, ist das Schwitzen. Das Schwitzen ist eine arge körperliche Reaktion auf eine extreme Situation, in der Scham weniger eine positive, als eine negative Bedeutung hat. Denn anders als bei einem jungfräulichem Erröten aus Scham, ist hier schâme in einer für die betroffene Person extremen Situation. Dies ist die Szene, in der Jeschute mit Parzival in einer - von Parzival nicht beabsichtigten - sexuellen Konnotation um ihren Schmuck ringt. Jeschute, die von einer versuchten Vergewaltigung ausgeht,[Yeandle 2005: 303] beginnt aus schâme zu schwitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,6|| si wânde, er waere ein garzûn|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,7  || gescheiden von den witzen.|| xxx&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|132,8  || ir scham begunde switzen || ihre Tugendhaftigkeit kam ins Schwitzen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwitzen ist also eine Reaktion auf eine negative Beschämung, hier im Falle eines vermuteten sexuellen Übergriffs. Es stellt eine besonders starke körperliche Reaktion der Emotion der Scham dar.[Yeandle 2005:304]&lt;br /&gt;
===Herzschlag===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21026</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T15:32:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt sich mit dem mittelhochdeutschen Begriff schâme und deren weitreichende Bedeutung im Parzival auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als oberste Tugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen werden. Im Folgenden werden auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Emotionen]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21022</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21022"/>
		<updated>2015-07-07T15:28:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Der Begriff der schâme und des Schams */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein großes Bedeutungsspektrum, deren Bedeutungen im Parzival weiter unten genauer erklärt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als oberste Tugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen werden. Im Folgenden werden auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21021</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-07T15:27:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Scham als oberste Tugend===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ritterlicher Scham===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen werden. Im Folgenden werden auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21018</id>
		<title>Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21018"/>
		<updated>2015-07-07T15:23:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Speisewunder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] wird die Nahrung sowie das Zusammenkommen zu einem Mahl mit verschiedenen sozialen Aspekten und Bedeutungen verknüpft und dabei sehr wirksam dargestellt. Dieser Artikel widmet sich diesen Darstellungen und zeigt die verschiedenen sozialen Aspekte auf, die im [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] mit dem Thema Nahrung und gemeinsamer Nahrungsaufnahme verbunden sind.&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung==&lt;br /&gt;
Nahrung und deren - vor allem in Gesellschaften gemeinsame - Aufnahme haben gerade im Mittelalter wichtige Funktionen erfüllt und dienten nicht nur der Stillung des Hungers.[Ehlert 2000: 24] So stellen gemeinsame Mahlzeiten eine rechtsrituelle Handlung dar, die nicht folgenlos war und zu einem bestimmten, friedensstiftenden Verhalten verpflichtet.[Althoff 1990: 13f.] Das gemeinsame Mal repräsentiert ebenfalls funktionierende &amp;quot;Macht- und Herrschaftsstrukturen&amp;quot;.[Nitsche 2000: 247]  Gerade in der höfischen Literatur werden bei Mahlzeitdarstellungen meist das höfische Zeremoniell oder die Reglementierungen der höfischen Körper an der Tafel dargestellt.[Nitsche 2000: 249] [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] weicht davon in seinem Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]]  ab, indem er die Darstellungen von Mahl und Nahrung mit einer Facette von Motiven verknüpft, die im Folgenden genauer dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival==&lt;br /&gt;
===Sexualität(130,3-135,25)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;=== &lt;br /&gt;
Ein Motiv, welches mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist, ist das der Sexualität. Als Parzival nach der Abreise von seiner Mutter mit [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | ihren Ratschlägen im Hinterkopf]] auf [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) | Jeschute]] trifft, ist dies der Anfang einer seltsamen Dynamik aus sexueller Gewalt und Nahrungsaufnahme. Parzival ringt mit Jeschute und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ihren Willen:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,11  || diu frouwe lûte klagte:|| die Dame klagte laut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ern ruochte waz si sagte || er kümmerte sich nicht um das, was sie sagte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,13  || ir munt er an den sînen twanc  ||  ihren Mund er an den seinen zwang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,21 || doch wart dâ ringens vil getân || da wurde viel gerungen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Parzival bedrängt Jeschute in dieser Szene und wendet zugleich eine äußerlich sexuell motivierte Gewalt an, dessen Art der Gewalt sich Parzival jedoch nicht bewusst ist. Denn statt den sexuellen Übergriff zu steigern bekundet Parzival mitten in der Rangelei seinen Hunger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,23 || der knappe klagete&#039;n hunger sân || der Jüngling klagte nun, dass er hungrig sei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || waer ir ze frumen wîse|| Wärt ihr klug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ir naemt iu ander speise || würdet ihr die andere Speise nehmen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem Jeschute auf die &#039;&#039;andere&#039;&#039; Speise verweist, bezeichnet sie sich selbst als sexuelle Speise.&amp;quot; [Nitsche 2000: 256] Parzival entgeht diesem Verständnis einer sexuellen Bedeutungsebene und konzentriert sich dann ganz auf das richtige Essen, welches er in unhöfischer Weise zu sich nimmt.[Nitsche 2000: 256] Er aß soviel, bis er den Kropf voll hatte (&amp;quot;einen guoten kropf er az&amp;quot;, 132,2) und trank dannach noch schwere Trünke (&amp;quot;swaere trünke tranc&amp;quot;,132,3). Das unhöfische Verhalten beim Essen spiegelt dabei jenes unhöfische Verhalten wider, welches Parzival schon bei der Rangelei mit Jeschute um ihren [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Jeschute (129,18-138,4) | Ring]] beweist. Parzival wirkt durch seine &#039;&#039;gewaltätige Art&#039;&#039; zu essen wie ein &amp;quot;kulinarischer Vergewaltiger&amp;quot;.[Nitsche 2000: 256] Die Doppeldeutigkeit ist, außer für Parzival selbst, klar ersichtlich. Jeschutes Mann Orilus greift bei seiner Rückkehr in das Zelt die sexuelle Bedeutungsebenen auf und [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| bestraft Jeschute]] zu unrecht.&lt;br /&gt;
Doch Jeschute ist nicht die einzige Frau, bei der Nahrung und sexuelle Komponente zusammenfallen. Gerade die Frauenfiguren werden an verschiedenen Stellen im Text als &#039;&#039;Speise&#039;&#039; dargestellt.[Nitsche 2000: 262] So wird Orgeluse als &amp;quot;verlockende Speise der Liebe&amp;quot;(&amp;quot;reizel minnen gir&amp;quot;,508,28) vorgestellt. Antikonies Körperformen werden vom Erzähler sogar noch eindeutiger mit der Beschreibung von Nahrung dargestellt:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,26 || baz geschict an de spizze hasen || Einen Hasen an seinem Bratenspieß der besser gestaltet ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,27  || ich waene den gesâht ir nie|| habt ihr vermute ich nie gesehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,28  || dan si was dort unde hie || denn sie war dort besser gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,29  || zwischen der hüffe unde ir brust.|| zwischen der Hüfte und ihrer Brust&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,30  || minne gerende gelust|| Die Lust nach Liebe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|410,1 || kunde ir lîp vil wol gereizen|| konnte ihr Körper sehr wohl reizen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mit dem Vergleich einer Speise wird die erotische Anziehungskraft der Damen besonders hervorgehoben.[Nitsche 2000: 262] Die Nahrungsaufnahme wird mit der Sexualität als Motiv verknüpft, weil die Aufnahme von Nahrung wie die Sexualität ein Bedürfnis ist, welches gestillt werden will. So kann es sittlich oder, wie im Falle Parzivals bei Jeschute, auch mit Gewalt gestillt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
Ein weiteres mit der Nahrungsaufnahme verknüpftes Motiv im Parzival ist die Religion. Das Motiv der Religion in Verbindung mit Nahrung taucht zweimal mit unterschiedlichen Funktionen im Parzival auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion werden beide Abschnitte in zwei getrennten Unterpunkten dargestellt.&lt;br /&gt;
====Fasten====&lt;br /&gt;
Das Fasten hat im Parzival eine bestimmte religiöse Funktion und wird bei einem Treffen von Parzival auf seinen Oheim [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Trevrizent]] behandelt. Dieser Onkel von Parzival hat sich als Bußleistung für eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Askese asketische] Lebensweise durch das Fasten entschieden, um auf eine Heilung seines Bruders [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Anfortas]] zu hoffen.[Ehlert 2000: 36] Als Parzival auf Trevrizent trifft, hat er sich aufgrund der [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Zur Frage der Schuld | Geschehnisse]] auf [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Munsalvaesche]] und durch [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Cundrîe | die Anschuldigung der Cundrîe]] von [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gott losgesagt]], weil er an der Hilfe Gottes zu zweifeln begonnen hat.[Ehlert 2000: 35]Trevrizent kann Parzival aufgrund seiner Lebensweise nur sehr karge Lebensmittel anbieten:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|xxx,xx  || mîn küche riuchet selten:|| in meiner Küche raucht es selten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,11 || dane was gesoten noch gebrâten   || da wurde weder was gekocht noch gebraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,12  || unt ir küchen unberaten  ||  und ihre Küche war leer&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese pflanzliche, rohe und nicht gezüchtete sondern gesammelte Nahrung stellt die Fastenspeise dar, welche sich auf der untersten Schwelle der Kultur ansiedelt, beziehungsweise die unterste Stufe des Nahrungssystems bedeutet.[Ehlert 2000: 36f.] Die ungekochte pflanzliche Nahrung ist alles andere als erlesen, da sie weder zu den sonst gerade bei adligen Mahle edlen Speisen gehören und durch ihre unbehandelte Art keine zivilisierte Speise darstellen. Der Erzähler hebt die Kargheit der Speise nochmals hervor und grenzt sie von einer adligen Speise ab, indem er eine sonst am Tisch geläufige Hygieneregel für das aus wilden Pflanzen bestehende Mahl der beiden Fastenden aufhebt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,1 || Swaz dâ was spîse für getragen, || Was da an Speisen aufgetragen wurde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,2 || belîben si dâ nâch ungetwagen, || blieben [die Hände] dannach ungewaschen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,3  || daz enschadet in an den ougen niht, ||  so würde es ihren Augen nicht schaden [würde man sich daran reiben]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,4  || als man fischegen handen giht. ||  wie man es von fischigen Händen behauptet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kargheit der Speise ist also ein wichtiger Bestandteil, um Parzial auf seine Buße vorzubereiten, die er nach Abschluss der Speise tätigt, in dem er Trevrizent darüber aufklärt, dass er selbst(Parzival) [[Ansichten zum Frageversäumnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|die Erlösungsfrage versäumt]] hat. Auch das eigene Sammeln der Pflanzen ist ein wichtiger religiöser Bestandteil des Fastens, weist Trevirzent doch darauf hin, dass Gottes Gunst sie die Nahrung finden lässt(485,5f.).&lt;br /&gt;
Das Fasten fungiert im Parzival schließlich als ein Akt der Buße und der Reue. Nur durch die Erfahrung mit Trevrizent kann Parzival sich wieder [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals innere Umkehr und Annährung an Gott| Gott annähern]].[Ehlert 2000: 39]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Speisewunder====&lt;br /&gt;
&#039;Eine weitere religiöse Bedeutung von Nahrung ist das[[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Die Kraft des Grals | Speisewunder]] des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Grals im Parzival]]. Die Fähigkeit des Grals, eine beliebige Menge aller Arten von Speisen zu &amp;quot;produzieren&amp;quot;, muss gerade bei den Rezipenten in der Zeit der Entstehung des Parzivals eine äußerst göttliche Kraft darstellen. Gerade das Mittelalter war in Bezug auf die Lebensmittelversorgung anfällig, denn schlechte Ernten oder Belagerungen konnten schnell zu Nahrungsmittelknappheiten führen.[Classen 2001: 323] Genau eine solche Lebensmittelknappheit wird direkt vor den Ereignissen auf Munsalvaesche beschrieben, und zwar in der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs. Zum Zeitpunkt von Parzivals Eintreffen leidet die Stadt an Hunger durch die Belagerung. Eine unendliche Nahrungsquelle wie der Gral stellt folglicherweise in einer derartigen Zeit eine große Macht dar. Das Nahrung auch in enger Verbindung mit Gott steht, kann man am obrigen Abschnitt &amp;quot;Fasten&amp;quot; gut erkennen. Auch hier sorgt Gott für das gefundene Mahl. Der Gral bietet also das Gegenteil zur Fastenspeise von Trevrizent und Parzival eine von Gott ermöglichte, unendliche Quelle an beliebiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Strafe(525,12-529,1)===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das gemeinsame Mahl ist wie oben bereits erwähnt wurde, ein wichtiger Bestandteil in der mittelalterlichen Gesellschaft. Die Darbietung der Speisen und die verschiedenen Rituale haben eine hohe Signalwirkung und eine zeichenhafte Repräsentanz.[Mittermayr 2000: 9] Umso schlimmer wäre deswegen ein Ausschluss von diesem Ritual beziehungsweise von der Tischgemeinschaft.[Nitsche 2000: 259] Dies ist der Fall beim sexuellen Übergriff von Urjans auf eine Botin, die auf dem Weg zum König Artus war. Urjans, der wie die Botin auch, Gast war in dem Land des Artus (&amp;quot;er was gast, unt si gestin [in sîn lant].&amp;quot;,525,16 ; 525,24), hat das Gastrecht, welches den Gast und den Gastgeber dazu verpflichtet, Frieden zu halten, mit seinem Übergriff auf die Botin gebrochen.[Ehlert 2000: 38-39] Artus ist durch diese Tat erzürnt und spricht Urjans nicht nur die Ritterehre ab, sondern verurteilte ihn auch zum Tod durch den Strick:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,19 || man verteile imz leben unt sînen prîs, || - || Man sprach ihm durch Urteil sein Leben und seinen Ruhm ab&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,20 || unt daz man winden solt ein rîs, || - || und das man einen Strick winden sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,21  || dar an im sterben wurd erkant  || - ||  an dem er sterben sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,22 || âne bluotige hant. || - || ohne Blut an den Händen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Gawans Einschreiten wird die Strafe jedoch dergestalt umgewandelt, dass Urjans von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird und vier Wochen mit den Hunden essen musste (&amp;quot;vier wochen er das niht vergaz: die zît ich mit den hunden az&amp;quot;,524,17-18). Mit den Hunden bedeutet in diesem Falle, dass Urjans nicht nur aus dem gleichen Trog wie die Hunde essen muss, sondern die Nahrung auch wie die Hunde mit dem Mund aufzunehmen hat(&amp;quot;ûz einem troge az sîn munt[...]&amp;quot;,528,28). Die tiergleiche Nahrungsaufnahme wird zusammen mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft als Mittel der Bestrafung genutzt. Auffällig dabei ist, dass der Ausschluss von der Tischgemeinschaft für 4 Wochen gering gegenüber dem zuerst ausgesprochenem Todesurteil erscheint. Die Strafe ist jedoch nicht zu unterschätzen, muss Urjans durch den Ausschluss doch &amp;quot;liden hôhen pîn&amp;quot; (schwere Strafe erleiden). Bei einem [[Medizin im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Urjans | späteren Treffen von Urjans auf Gawan]] erwähnt Urjans selbst nur die Strafe des Ausschlusses und nicht die zuerst angedrohte Todesstrafe. Die Strafe wiegt also trotz der kurzen Dauer deshalb besonders schwer, da Urjans mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft einen erheblichen Ehrverlust hinnehmen muss.[Kramer 1984: 155] Auch die tiergleiche Nahrungsaufnahme mit dem Mund sowie das Essen bei den Hunden ist eine extreme soziale Herabsetzung.[Nitsche 2000: 259] Doch es nicht nur eine Strafe für Urjans, von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen zu werden. So werden die anderen Teilnehmer der Tischgemeinschaft davor geschützt, mit dem Ehrlosen Urjans zu speisen, da er ihre Ehre durch seine Anwesenheit beim Mahl ebenfalls heruntergesetzt hätte.[Nitsche 2000: 259 Fn. 36] Die Bestrafung Urjans verdeutlicht die im Parzival hohe gesellschaftliche Signifikanz der Nahrungsaufnahme. Es ist sogar dergestalt bedeutsam, dass es mit der Todesstrafe verglichen werden kann. Urjans Reaktion gegenüber Gawan spielt sogar darauf an, dass die Essstrafe schlimmer ist. Denn Urjan ist Gawan alles andere als dankbar, obwohl dieser ihm ja durch das Erwirken des zweiten Urteils vor dem Tode bewahrt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Entwicklung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrung und deren Aufnahme hat im Mittelalter stets eine signifikante Rolle zum Leben am Hof beigetragen.[Classen 2001: 316] So gibt es höfische Verhaltensweisen, die man bei einem Mahl einzuhalten hat und die eine kultivierte Nahrungsaufnahme ermöglichen. Parzival selbst hat aufgrund seiner [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erziehung]] [[Erziehung_fernab_jeder_Zivilisation | fern vom Hofe]] kaum Kenntnis über soziale Regeln, höfische Verhaltensweisen und Werten erlangt.[Classen 2001:319] Erst im Laufe der Geschichte lernt Parzival mehr über das Ritterdasein und anderen Werten, wie z.B. von [[Gurnemanz]]. Diese soziale Entwicklung Parzivals geht einher mit dessen Umgang mit Nahrung und deren Aufnahme, sodass die Nahrungsaufnahme den Stand der sozialen Entwicklung sowie dessen Fortschritt widerspiegelt.[Classen 2001: 318] Es beginnt in Soltane, wo Parzival als Kind durch [[Die Jagd im Parzival | die Jagd]] teilweise große Tiere erlegt und sie zu seiner Mutter bringt. Teilweise sind die Tiere so schwer, dass sie eigentlich ein Maultier zum Transport benötigen würden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| swennerrschôz daz swaere, || Wann immer er das schwäre schoss,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| des waere ein mûl geladen genuoc, || daran wäre ein Maultier genug beladen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| als unzerworht hin heim erz truoc. || trug er es dennoch unzerteilt heim.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt Parzivals schon frühe, körperlich stark ausgeprägte Entwicklung und seine rohe, gewaltsame Art im Umgang mit Nahrung.[Classen 2001: 319] In diesem Stadium, wo Parzival noch roh und brutal mit der Nahrung umgeht, ist er selbst [[Parzivals tumpheit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#&amp;quot;tumpheit&amp;quot; in den Kindes- und Jugendjahren | in seiner sozialen Entwicklung]] kaum vorangeschritten und hat keinerlei Ahnung von höfischen Normen und anderen Tugenden. Nach seinem Aufbruch aus Soltane kommt Parzival an einem Zelt vorbei, in dem er Jeschute findet. Dort begeht er fast einen sexuellen Übergriff und verhält sich gegenüber Jeschute sowie gegenüber dem Essen wie ein roher Übeltäter. Durch seinen Übergriff muss Jeschute eine [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19) |harte Strafe durch ihren Ehemann Orilus]] erleiden. Der maßlose Umgang mit dem Essen spiegelt die Gleichgültigkeit Parzivals über seine Umwelt wider.[Classen 2001: 320]&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Besuch bei Gurnemanz und einem gemeinsamen Mahl beider hat Parzival die nötigen Werte gelernt, die für einen Ritter und für das Verhalten bei einem höfischen Mahl vonnöten sind.[Classen 2001: 322]. Bei der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs zeigt Parzival gleich einen ganz anderen höfischen Umgang mit Nahrung(193,1-206,1). Durch die Belagerung der Stadt kam es zu einer Hungersnot, da eine Versorgung der Stadt mit Essen nicht möglich war. Parzival teilt das für ihn und Condwiramurs besorgte Essen mit den Hungernden in der Stadt. Aus dem vorher noch gierigem Verschlingen von Nahrung wurde nun ein christlicher, mitfühlender Umgang mit Nahrung, indem man mit den armen Hungernden teilt.[Classen 2001: 323] Doch nicht nur teilt der bei Jeschute noch als gierig dargestellte Parzival sein Essen, vielmehr bewahrt er beim Eintreffen von Nahrung(200,10ff.) die Anwohnern der Stadt vor einem für ihren ausgehungerten Zustand nicht förderlichen &amp;quot;Fressrausch&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,10 || von êrst die spîse kleine || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,11 || teilter mit sîn selbes hant. || teilte er(Parzival) eigenhändig aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,13 || er wolde niht ir laeren magn || Er wollte nicht ihre leeren Mägen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,14 || überkrüpfe lâzen tragn: || damit sie sich nicht überfraßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,15 || er gab in rehter mâze teil.|| Er teilte es deswegen in die richtige Menge.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;mâze&#039;&#039; Parzivals wird in dieser Szene besonders hervorgehoben und zeichnet sich deutlich noch von dem Parzival ab, der selber noch im Zelt der Jeschute einen &#039;&#039;guoten kropf ... az&#039;&#039;(132,2). Dieser nun ziviliserte Umgang mit Nahrung geht einher mit Parzivals Wandlung von einem rüpelhaften jungen Mann in einen noblen Ritter.[Classen 2001: 323] Parzivals Entwicklung im Bereich höfischer Tugend ist also an seinem Umgang mit Nahrungsmitteln erkennbar. Der richtige und vorallem maßvolle Umgang mit Nahrung scheint folglich eine wichtige höfische Tugend zu sein, die für einen Ritter wie Parzival unerlässlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Wie oben dargestellt wurde, hat die Nahrung und deren Aufnahme im historischen Mittelalter wie auch im Parzival eine größere Bedeutung als nur der Stillung des Hungers. Gerade die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Akt und differenziert zwischen höfischen Normen und einer wilden Dekadenz. Gerade weil Hunger, wie die sexuelle Begierde, ein körperliches Verlangen ist, stehen das Aufnehmen von Nahrung und Sexualität oft im Einklang zueinander. Dies zeigt sich deutlich an den oben beschrieben Frauendarstellungen als Nahrungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essstrafe Urjans verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit eines gemeinsamen Mahls sowie der Stellung desselbens. Auch die soziale Entwicklung Parzivals ist anhand seinen Umgangs mit Nahrung und vorallem seinem Verhalten zu Tisch ein wichtiges Element im Text von Wolfram von Eschenbach. Die Nahrungsaufnahme im Parzival kann abschließend also zu Recht als ein wichtiger gesellschaftlicher Akt bezeichnet werden, deren erfolgreiche Teilnahme ein unerlässlicher Indikator für höfische Normen ist. Auch dient sie dem Erzähler zur Darstellung verschiedener Handlungen und Entwicklungen des Protagonisten und hat somit kommt ihr auch auf narrativer Ebene Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Althoff 1990] Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage), S. 13-27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Classen 2001] Albrecht Classen: &amp;quot;The symbolic Function of Food as Iconic Representation of Culture and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival(ca 1205)&amp;quot;, in: Orbis Litterarum 2007(=Band 62 No.1), hg. u.a. von Lars Ole Sauerberg, Oxford 2007, S. 315-335.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Ehlert 2000] Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 23-41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kramer 1984] K.S. Kramer: &amp;quot;Mahl und Trunk&amp;quot;, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, hg. u.a. von Aldabert Erler, Berlin 1944, S. 154-156.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Mittermayr 2000] Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 9-10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Nitsche 2000] Barbara Nitsche: &amp;quot;Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Euphorion 2000(=Band 94), hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2000, S. 256-270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Gesellschaft]] [[Kategorie: Sexualität]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21017</id>
		<title>Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21017"/>
		<updated>2015-07-07T15:23:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Speisewunder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] wird die Nahrung sowie das Zusammenkommen zu einem Mahl mit verschiedenen sozialen Aspekten und Bedeutungen verknüpft und dabei sehr wirksam dargestellt. Dieser Artikel widmet sich diesen Darstellungen und zeigt die verschiedenen sozialen Aspekte auf, die im [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] mit dem Thema Nahrung und gemeinsamer Nahrungsaufnahme verbunden sind.&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung==&lt;br /&gt;
Nahrung und deren - vor allem in Gesellschaften gemeinsame - Aufnahme haben gerade im Mittelalter wichtige Funktionen erfüllt und dienten nicht nur der Stillung des Hungers.[Ehlert 2000: 24] So stellen gemeinsame Mahlzeiten eine rechtsrituelle Handlung dar, die nicht folgenlos war und zu einem bestimmten, friedensstiftenden Verhalten verpflichtet.[Althoff 1990: 13f.] Das gemeinsame Mal repräsentiert ebenfalls funktionierende &amp;quot;Macht- und Herrschaftsstrukturen&amp;quot;.[Nitsche 2000: 247]  Gerade in der höfischen Literatur werden bei Mahlzeitdarstellungen meist das höfische Zeremoniell oder die Reglementierungen der höfischen Körper an der Tafel dargestellt.[Nitsche 2000: 249] [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] weicht davon in seinem Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]]  ab, indem er die Darstellungen von Mahl und Nahrung mit einer Facette von Motiven verknüpft, die im Folgenden genauer dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival==&lt;br /&gt;
===Sexualität(130,3-135,25)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;=== &lt;br /&gt;
Ein Motiv, welches mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist, ist das der Sexualität. Als Parzival nach der Abreise von seiner Mutter mit [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | ihren Ratschlägen im Hinterkopf]] auf [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) | Jeschute]] trifft, ist dies der Anfang einer seltsamen Dynamik aus sexueller Gewalt und Nahrungsaufnahme. Parzival ringt mit Jeschute und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ihren Willen:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,11  || diu frouwe lûte klagte:|| die Dame klagte laut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ern ruochte waz si sagte || er kümmerte sich nicht um das, was sie sagte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,13  || ir munt er an den sînen twanc  ||  ihren Mund er an den seinen zwang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,21 || doch wart dâ ringens vil getân || da wurde viel gerungen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Parzival bedrängt Jeschute in dieser Szene und wendet zugleich eine äußerlich sexuell motivierte Gewalt an, dessen Art der Gewalt sich Parzival jedoch nicht bewusst ist. Denn statt den sexuellen Übergriff zu steigern bekundet Parzival mitten in der Rangelei seinen Hunger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,23 || der knappe klagete&#039;n hunger sân || der Jüngling klagte nun, dass er hungrig sei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || waer ir ze frumen wîse|| Wärt ihr klug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ir naemt iu ander speise || würdet ihr die andere Speise nehmen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem Jeschute auf die &#039;&#039;andere&#039;&#039; Speise verweist, bezeichnet sie sich selbst als sexuelle Speise.&amp;quot; [Nitsche 2000: 256] Parzival entgeht diesem Verständnis einer sexuellen Bedeutungsebene und konzentriert sich dann ganz auf das richtige Essen, welches er in unhöfischer Weise zu sich nimmt.[Nitsche 2000: 256] Er aß soviel, bis er den Kropf voll hatte (&amp;quot;einen guoten kropf er az&amp;quot;, 132,2) und trank dannach noch schwere Trünke (&amp;quot;swaere trünke tranc&amp;quot;,132,3). Das unhöfische Verhalten beim Essen spiegelt dabei jenes unhöfische Verhalten wider, welches Parzival schon bei der Rangelei mit Jeschute um ihren [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Jeschute (129,18-138,4) | Ring]] beweist. Parzival wirkt durch seine &#039;&#039;gewaltätige Art&#039;&#039; zu essen wie ein &amp;quot;kulinarischer Vergewaltiger&amp;quot;.[Nitsche 2000: 256] Die Doppeldeutigkeit ist, außer für Parzival selbst, klar ersichtlich. Jeschutes Mann Orilus greift bei seiner Rückkehr in das Zelt die sexuelle Bedeutungsebenen auf und [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| bestraft Jeschute]] zu unrecht.&lt;br /&gt;
Doch Jeschute ist nicht die einzige Frau, bei der Nahrung und sexuelle Komponente zusammenfallen. Gerade die Frauenfiguren werden an verschiedenen Stellen im Text als &#039;&#039;Speise&#039;&#039; dargestellt.[Nitsche 2000: 262] So wird Orgeluse als &amp;quot;verlockende Speise der Liebe&amp;quot;(&amp;quot;reizel minnen gir&amp;quot;,508,28) vorgestellt. Antikonies Körperformen werden vom Erzähler sogar noch eindeutiger mit der Beschreibung von Nahrung dargestellt:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,26 || baz geschict an de spizze hasen || Einen Hasen an seinem Bratenspieß der besser gestaltet ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,27  || ich waene den gesâht ir nie|| habt ihr vermute ich nie gesehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,28  || dan si was dort unde hie || denn sie war dort besser gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,29  || zwischen der hüffe unde ir brust.|| zwischen der Hüfte und ihrer Brust&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,30  || minne gerende gelust|| Die Lust nach Liebe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|410,1 || kunde ir lîp vil wol gereizen|| konnte ihr Körper sehr wohl reizen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mit dem Vergleich einer Speise wird die erotische Anziehungskraft der Damen besonders hervorgehoben.[Nitsche 2000: 262] Die Nahrungsaufnahme wird mit der Sexualität als Motiv verknüpft, weil die Aufnahme von Nahrung wie die Sexualität ein Bedürfnis ist, welches gestillt werden will. So kann es sittlich oder, wie im Falle Parzivals bei Jeschute, auch mit Gewalt gestillt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
Ein weiteres mit der Nahrungsaufnahme verknüpftes Motiv im Parzival ist die Religion. Das Motiv der Religion in Verbindung mit Nahrung taucht zweimal mit unterschiedlichen Funktionen im Parzival auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion werden beide Abschnitte in zwei getrennten Unterpunkten dargestellt.&lt;br /&gt;
====Fasten====&lt;br /&gt;
Das Fasten hat im Parzival eine bestimmte religiöse Funktion und wird bei einem Treffen von Parzival auf seinen Oheim [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Trevrizent]] behandelt. Dieser Onkel von Parzival hat sich als Bußleistung für eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Askese asketische] Lebensweise durch das Fasten entschieden, um auf eine Heilung seines Bruders [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Anfortas]] zu hoffen.[Ehlert 2000: 36] Als Parzival auf Trevrizent trifft, hat er sich aufgrund der [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Zur Frage der Schuld | Geschehnisse]] auf [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Munsalvaesche]] und durch [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Cundrîe | die Anschuldigung der Cundrîe]] von [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gott losgesagt]], weil er an der Hilfe Gottes zu zweifeln begonnen hat.[Ehlert 2000: 35]Trevrizent kann Parzival aufgrund seiner Lebensweise nur sehr karge Lebensmittel anbieten:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|xxx,xx  || mîn küche riuchet selten:|| in meiner Küche raucht es selten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,11 || dane was gesoten noch gebrâten   || da wurde weder was gekocht noch gebraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,12  || unt ir küchen unberaten  ||  und ihre Küche war leer&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese pflanzliche, rohe und nicht gezüchtete sondern gesammelte Nahrung stellt die Fastenspeise dar, welche sich auf der untersten Schwelle der Kultur ansiedelt, beziehungsweise die unterste Stufe des Nahrungssystems bedeutet.[Ehlert 2000: 36f.] Die ungekochte pflanzliche Nahrung ist alles andere als erlesen, da sie weder zu den sonst gerade bei adligen Mahle edlen Speisen gehören und durch ihre unbehandelte Art keine zivilisierte Speise darstellen. Der Erzähler hebt die Kargheit der Speise nochmals hervor und grenzt sie von einer adligen Speise ab, indem er eine sonst am Tisch geläufige Hygieneregel für das aus wilden Pflanzen bestehende Mahl der beiden Fastenden aufhebt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,1 || Swaz dâ was spîse für getragen, || Was da an Speisen aufgetragen wurde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,2 || belîben si dâ nâch ungetwagen, || blieben [die Hände] dannach ungewaschen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,3  || daz enschadet in an den ougen niht, ||  so würde es ihren Augen nicht schaden [würde man sich daran reiben]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,4  || als man fischegen handen giht. ||  wie man es von fischigen Händen behauptet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kargheit der Speise ist also ein wichtiger Bestandteil, um Parzial auf seine Buße vorzubereiten, die er nach Abschluss der Speise tätigt, in dem er Trevrizent darüber aufklärt, dass er selbst(Parzival) [[Ansichten zum Frageversäumnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|die Erlösungsfrage versäumt]] hat. Auch das eigene Sammeln der Pflanzen ist ein wichtiger religiöser Bestandteil des Fastens, weist Trevirzent doch darauf hin, dass Gottes Gunst sie die Nahrung finden lässt(485,5f.).&lt;br /&gt;
Das Fasten fungiert im Parzival schließlich als ein Akt der Buße und der Reue. Nur durch die Erfahrung mit Trevrizent kann Parzival sich wieder [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals innere Umkehr und Annährung an Gott| Gott annähern]].[Ehlert 2000: 39]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Speisewunder====&lt;br /&gt;
&#039;Eine weitere religiöse Bedeutung von Nahrung ist das[[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Die Kraft des Grals | Speisewunder]] des [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Grals im Parzival]]. Die Fähigkeit des Grals, eine beliebige Menge aller Arten von Speisen zu &amp;quot;produzieren&amp;quot;, ist gerade bei Rezipenten in der Zeit der Entstehung des Parzivals eine äußerst göttliche Kraft. War doch gerade das Mittelalter in Bezug auf die Lebensmittelversorgung anfällig, denn schlechte Ernten oder Belagerungen konnten schnell zu Nahrungsmittelknappheiten führen.[Classen 2001: 323] Genau eine solche Lebensmittelknappheit wird direkt vor den Ereignissen auf Munsalvaesche beschrieben, und zwar in der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs. Zum Zeitpunkt von Parzivals Eintreffen leidet die Stadt an Hunger durch die Belagerung. Eine unendliche Nahrungsquelle wie der Gral stellt folglicherweise in einer derartigen Zeit eine große Macht dar. Das Nahrung auch in enger Verbindung mit Gott steht, kann man am obrigen Abschnitt &amp;quot;Fasten&amp;quot; gut erkennen. Auch hier sorgt Gott für das gefundene Mahl. Der Gral bietet also das Gegenteil zur Fastenspeise von Trevrizent und Parzival eine von Gott ermöglichte, unendliche Quelle an beliebiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Strafe(525,12-529,1)===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das gemeinsame Mahl ist wie oben bereits erwähnt wurde, ein wichtiger Bestandteil in der mittelalterlichen Gesellschaft. Die Darbietung der Speisen und die verschiedenen Rituale haben eine hohe Signalwirkung und eine zeichenhafte Repräsentanz.[Mittermayr 2000: 9] Umso schlimmer wäre deswegen ein Ausschluss von diesem Ritual beziehungsweise von der Tischgemeinschaft.[Nitsche 2000: 259] Dies ist der Fall beim sexuellen Übergriff von Urjans auf eine Botin, die auf dem Weg zum König Artus war. Urjans, der wie die Botin auch, Gast war in dem Land des Artus (&amp;quot;er was gast, unt si gestin [in sîn lant].&amp;quot;,525,16 ; 525,24), hat das Gastrecht, welches den Gast und den Gastgeber dazu verpflichtet, Frieden zu halten, mit seinem Übergriff auf die Botin gebrochen.[Ehlert 2000: 38-39] Artus ist durch diese Tat erzürnt und spricht Urjans nicht nur die Ritterehre ab, sondern verurteilte ihn auch zum Tod durch den Strick:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,19 || man verteile imz leben unt sînen prîs, || - || Man sprach ihm durch Urteil sein Leben und seinen Ruhm ab&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,20 || unt daz man winden solt ein rîs, || - || und das man einen Strick winden sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,21  || dar an im sterben wurd erkant  || - ||  an dem er sterben sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,22 || âne bluotige hant. || - || ohne Blut an den Händen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Gawans Einschreiten wird die Strafe jedoch dergestalt umgewandelt, dass Urjans von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird und vier Wochen mit den Hunden essen musste (&amp;quot;vier wochen er das niht vergaz: die zît ich mit den hunden az&amp;quot;,524,17-18). Mit den Hunden bedeutet in diesem Falle, dass Urjans nicht nur aus dem gleichen Trog wie die Hunde essen muss, sondern die Nahrung auch wie die Hunde mit dem Mund aufzunehmen hat(&amp;quot;ûz einem troge az sîn munt[...]&amp;quot;,528,28). Die tiergleiche Nahrungsaufnahme wird zusammen mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft als Mittel der Bestrafung genutzt. Auffällig dabei ist, dass der Ausschluss von der Tischgemeinschaft für 4 Wochen gering gegenüber dem zuerst ausgesprochenem Todesurteil erscheint. Die Strafe ist jedoch nicht zu unterschätzen, muss Urjans durch den Ausschluss doch &amp;quot;liden hôhen pîn&amp;quot; (schwere Strafe erleiden). Bei einem [[Medizin im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Urjans | späteren Treffen von Urjans auf Gawan]] erwähnt Urjans selbst nur die Strafe des Ausschlusses und nicht die zuerst angedrohte Todesstrafe. Die Strafe wiegt also trotz der kurzen Dauer deshalb besonders schwer, da Urjans mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft einen erheblichen Ehrverlust hinnehmen muss.[Kramer 1984: 155] Auch die tiergleiche Nahrungsaufnahme mit dem Mund sowie das Essen bei den Hunden ist eine extreme soziale Herabsetzung.[Nitsche 2000: 259] Doch es nicht nur eine Strafe für Urjans, von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen zu werden. So werden die anderen Teilnehmer der Tischgemeinschaft davor geschützt, mit dem Ehrlosen Urjans zu speisen, da er ihre Ehre durch seine Anwesenheit beim Mahl ebenfalls heruntergesetzt hätte.[Nitsche 2000: 259 Fn. 36] Die Bestrafung Urjans verdeutlicht die im Parzival hohe gesellschaftliche Signifikanz der Nahrungsaufnahme. Es ist sogar dergestalt bedeutsam, dass es mit der Todesstrafe verglichen werden kann. Urjans Reaktion gegenüber Gawan spielt sogar darauf an, dass die Essstrafe schlimmer ist. Denn Urjan ist Gawan alles andere als dankbar, obwohl dieser ihm ja durch das Erwirken des zweiten Urteils vor dem Tode bewahrt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Entwicklung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrung und deren Aufnahme hat im Mittelalter stets eine signifikante Rolle zum Leben am Hof beigetragen.[Classen 2001: 316] So gibt es höfische Verhaltensweisen, die man bei einem Mahl einzuhalten hat und die eine kultivierte Nahrungsaufnahme ermöglichen. Parzival selbst hat aufgrund seiner [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erziehung]] [[Erziehung_fernab_jeder_Zivilisation | fern vom Hofe]] kaum Kenntnis über soziale Regeln, höfische Verhaltensweisen und Werten erlangt.[Classen 2001:319] Erst im Laufe der Geschichte lernt Parzival mehr über das Ritterdasein und anderen Werten, wie z.B. von [[Gurnemanz]]. Diese soziale Entwicklung Parzivals geht einher mit dessen Umgang mit Nahrung und deren Aufnahme, sodass die Nahrungsaufnahme den Stand der sozialen Entwicklung sowie dessen Fortschritt widerspiegelt.[Classen 2001: 318] Es beginnt in Soltane, wo Parzival als Kind durch [[Die Jagd im Parzival | die Jagd]] teilweise große Tiere erlegt und sie zu seiner Mutter bringt. Teilweise sind die Tiere so schwer, dass sie eigentlich ein Maultier zum Transport benötigen würden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| swennerrschôz daz swaere, || Wann immer er das schwäre schoss,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| des waere ein mûl geladen genuoc, || daran wäre ein Maultier genug beladen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| als unzerworht hin heim erz truoc. || trug er es dennoch unzerteilt heim.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt Parzivals schon frühe, körperlich stark ausgeprägte Entwicklung und seine rohe, gewaltsame Art im Umgang mit Nahrung.[Classen 2001: 319] In diesem Stadium, wo Parzival noch roh und brutal mit der Nahrung umgeht, ist er selbst [[Parzivals tumpheit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#&amp;quot;tumpheit&amp;quot; in den Kindes- und Jugendjahren | in seiner sozialen Entwicklung]] kaum vorangeschritten und hat keinerlei Ahnung von höfischen Normen und anderen Tugenden. Nach seinem Aufbruch aus Soltane kommt Parzival an einem Zelt vorbei, in dem er Jeschute findet. Dort begeht er fast einen sexuellen Übergriff und verhält sich gegenüber Jeschute sowie gegenüber dem Essen wie ein roher Übeltäter. Durch seinen Übergriff muss Jeschute eine [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19) |harte Strafe durch ihren Ehemann Orilus]] erleiden. Der maßlose Umgang mit dem Essen spiegelt die Gleichgültigkeit Parzivals über seine Umwelt wider.[Classen 2001: 320]&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Besuch bei Gurnemanz und einem gemeinsamen Mahl beider hat Parzival die nötigen Werte gelernt, die für einen Ritter und für das Verhalten bei einem höfischen Mahl vonnöten sind.[Classen 2001: 322]. Bei der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs zeigt Parzival gleich einen ganz anderen höfischen Umgang mit Nahrung(193,1-206,1). Durch die Belagerung der Stadt kam es zu einer Hungersnot, da eine Versorgung der Stadt mit Essen nicht möglich war. Parzival teilt das für ihn und Condwiramurs besorgte Essen mit den Hungernden in der Stadt. Aus dem vorher noch gierigem Verschlingen von Nahrung wurde nun ein christlicher, mitfühlender Umgang mit Nahrung, indem man mit den armen Hungernden teilt.[Classen 2001: 323] Doch nicht nur teilt der bei Jeschute noch als gierig dargestellte Parzival sein Essen, vielmehr bewahrt er beim Eintreffen von Nahrung(200,10ff.) die Anwohnern der Stadt vor einem für ihren ausgehungerten Zustand nicht förderlichen &amp;quot;Fressrausch&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,10 || von êrst die spîse kleine || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,11 || teilter mit sîn selbes hant. || teilte er(Parzival) eigenhändig aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,13 || er wolde niht ir laeren magn || Er wollte nicht ihre leeren Mägen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,14 || überkrüpfe lâzen tragn: || damit sie sich nicht überfraßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,15 || er gab in rehter mâze teil.|| Er teilte es deswegen in die richtige Menge.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;mâze&#039;&#039; Parzivals wird in dieser Szene besonders hervorgehoben und zeichnet sich deutlich noch von dem Parzival ab, der selber noch im Zelt der Jeschute einen &#039;&#039;guoten kropf ... az&#039;&#039;(132,2). Dieser nun ziviliserte Umgang mit Nahrung geht einher mit Parzivals Wandlung von einem rüpelhaften jungen Mann in einen noblen Ritter.[Classen 2001: 323] Parzivals Entwicklung im Bereich höfischer Tugend ist also an seinem Umgang mit Nahrungsmitteln erkennbar. Der richtige und vorallem maßvolle Umgang mit Nahrung scheint folglich eine wichtige höfische Tugend zu sein, die für einen Ritter wie Parzival unerlässlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Wie oben dargestellt wurde, hat die Nahrung und deren Aufnahme im historischen Mittelalter wie auch im Parzival eine größere Bedeutung als nur der Stillung des Hungers. Gerade die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Akt und differenziert zwischen höfischen Normen und einer wilden Dekadenz. Gerade weil Hunger, wie die sexuelle Begierde, ein körperliches Verlangen ist, stehen das Aufnehmen von Nahrung und Sexualität oft im Einklang zueinander. Dies zeigt sich deutlich an den oben beschrieben Frauendarstellungen als Nahrungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essstrafe Urjans verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit eines gemeinsamen Mahls sowie der Stellung desselbens. Auch die soziale Entwicklung Parzivals ist anhand seinen Umgangs mit Nahrung und vorallem seinem Verhalten zu Tisch ein wichtiges Element im Text von Wolfram von Eschenbach. Die Nahrungsaufnahme im Parzival kann abschließend also zu Recht als ein wichtiger gesellschaftlicher Akt bezeichnet werden, deren erfolgreiche Teilnahme ein unerlässlicher Indikator für höfische Normen ist. Auch dient sie dem Erzähler zur Darstellung verschiedener Handlungen und Entwicklungen des Protagonisten und hat somit kommt ihr auch auf narrativer Ebene Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Althoff 1990] Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage), S. 13-27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Classen 2001] Albrecht Classen: &amp;quot;The symbolic Function of Food as Iconic Representation of Culture and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival(ca 1205)&amp;quot;, in: Orbis Litterarum 2007(=Band 62 No.1), hg. u.a. von Lars Ole Sauerberg, Oxford 2007, S. 315-335.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Ehlert 2000] Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 23-41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kramer 1984] K.S. Kramer: &amp;quot;Mahl und Trunk&amp;quot;, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, hg. u.a. von Aldabert Erler, Berlin 1944, S. 154-156.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Mittermayr 2000] Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 9-10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Nitsche 2000] Barbara Nitsche: &amp;quot;Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Euphorion 2000(=Band 94), hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2000, S. 256-270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Gesellschaft]] [[Kategorie: Sexualität]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21016</id>
		<title>Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Nahrung_und_deren_soziale_Bedeutung_im_Parzival&amp;diff=21016"/>
		<updated>2015-07-07T15:16:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Speisewunder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] wird die Nahrung sowie das Zusammenkommen zu einem Mahl mit verschiedenen sozialen Aspekten und Bedeutungen verknüpft und dabei sehr wirksam dargestellt. Dieser Artikel widmet sich diesen Darstellungen und zeigt die verschiedenen sozialen Aspekte auf, die im [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]] mit dem Thema Nahrung und gemeinsamer Nahrungsaufnahme verbunden sind.&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung==&lt;br /&gt;
Nahrung und deren - vor allem in Gesellschaften gemeinsame - Aufnahme haben gerade im Mittelalter wichtige Funktionen erfüllt und dienten nicht nur der Stillung des Hungers.[Ehlert 2000: 24] So stellen gemeinsame Mahlzeiten eine rechtsrituelle Handlung dar, die nicht folgenlos war und zu einem bestimmten, friedensstiftenden Verhalten verpflichtet.[Althoff 1990: 13f.] Das gemeinsame Mal repräsentiert ebenfalls funktionierende &amp;quot;Macht- und Herrschaftsstrukturen&amp;quot;.[Nitsche 2000: 247]  Gerade in der höfischen Literatur werden bei Mahlzeitdarstellungen meist das höfische Zeremoniell oder die Reglementierungen der höfischen Körper an der Tafel dargestellt.[Nitsche 2000: 249] [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] weicht davon in seinem Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival ]]  ab, indem er die Darstellungen von Mahl und Nahrung mit einer Facette von Motiven verknüpft, die im Folgenden genauer dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrung und deren soziale Bedeutung im Parzival==&lt;br /&gt;
===Sexualität(130,3-135,25)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;=== &lt;br /&gt;
Ein Motiv, welches mit der Nahrungsaufnahme verknüpft ist, ist das der Sexualität. Als Parzival nach der Abreise von seiner Mutter mit [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | ihren Ratschlägen im Hinterkopf]] auf [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) | Jeschute]] trifft, ist dies der Anfang einer seltsamen Dynamik aus sexueller Gewalt und Nahrungsaufnahme. Parzival ringt mit Jeschute und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ihren Willen:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,11  || diu frouwe lûte klagte:|| die Dame klagte laut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ern ruochte waz si sagte || er kümmerte sich nicht um das, was sie sagte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,13  || ir munt er an den sînen twanc  ||  ihren Mund er an den seinen zwang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,21 || doch wart dâ ringens vil getân || da wurde viel gerungen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Parzival bedrängt Jeschute in dieser Szene und wendet zugleich eine äußerlich sexuell motivierte Gewalt an, dessen Art der Gewalt sich Parzival jedoch nicht bewusst ist. Denn statt den sexuellen Übergriff zu steigern bekundet Parzival mitten in der Rangelei seinen Hunger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,23 || der knappe klagete&#039;n hunger sân || der Jüngling klagte nun, dass er hungrig sei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || waer ir ze frumen wîse|| Wärt ihr klug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || ir naemt iu ander speise || würdet ihr die andere Speise nehmen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem Jeschute auf die &#039;&#039;andere&#039;&#039; Speise verweist, bezeichnet sie sich selbst als sexuelle Speise.&amp;quot; [Nitsche 2000: 256] Parzival entgeht diesem Verständnis einer sexuellen Bedeutungsebene und konzentriert sich dann ganz auf das richtige Essen, welches er in unhöfischer Weise zu sich nimmt.[Nitsche 2000: 256] Er aß soviel, bis er den Kropf voll hatte (&amp;quot;einen guoten kropf er az&amp;quot;, 132,2) und trank dannach noch schwere Trünke (&amp;quot;swaere trünke tranc&amp;quot;,132,3). Das unhöfische Verhalten beim Essen spiegelt dabei jenes unhöfische Verhalten wider, welches Parzival schon bei der Rangelei mit Jeschute um ihren [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Jeschute (129,18-138,4) | Ring]] beweist. Parzival wirkt durch seine &#039;&#039;gewaltätige Art&#039;&#039; zu essen wie ein &amp;quot;kulinarischer Vergewaltiger&amp;quot;.[Nitsche 2000: 256] Die Doppeldeutigkeit ist, außer für Parzival selbst, klar ersichtlich. Jeschutes Mann Orilus greift bei seiner Rückkehr in das Zelt die sexuelle Bedeutungsebenen auf und [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19)| bestraft Jeschute]] zu unrecht.&lt;br /&gt;
Doch Jeschute ist nicht die einzige Frau, bei der Nahrung und sexuelle Komponente zusammenfallen. Gerade die Frauenfiguren werden an verschiedenen Stellen im Text als &#039;&#039;Speise&#039;&#039; dargestellt.[Nitsche 2000: 262] So wird Orgeluse als &amp;quot;verlockende Speise der Liebe&amp;quot;(&amp;quot;reizel minnen gir&amp;quot;,508,28) vorgestellt. Antikonies Körperformen werden vom Erzähler sogar noch eindeutiger mit der Beschreibung von Nahrung dargestellt:&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,26 || baz geschict an de spizze hasen || Einen Hasen an seinem Bratenspieß der besser gestaltet ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,27  || ich waene den gesâht ir nie|| habt ihr vermute ich nie gesehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,28  || dan si was dort unde hie || denn sie war dort besser gebaut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,29  || zwischen der hüffe unde ir brust.|| zwischen der Hüfte und ihrer Brust&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|409,30  || minne gerende gelust|| Die Lust nach Liebe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|410,1 || kunde ir lîp vil wol gereizen|| konnte ihr Körper sehr wohl reizen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mit dem Vergleich einer Speise wird die erotische Anziehungskraft der Damen besonders hervorgehoben.[Nitsche 2000: 262] Die Nahrungsaufnahme wird mit der Sexualität als Motiv verknüpft, weil die Aufnahme von Nahrung wie die Sexualität ein Bedürfnis ist, welches gestillt werden will. So kann es sittlich oder, wie im Falle Parzivals bei Jeschute, auch mit Gewalt gestillt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Religion===&lt;br /&gt;
Ein weiteres mit der Nahrungsaufnahme verknüpftes Motiv im Parzival ist die Religion. Das Motiv der Religion in Verbindung mit Nahrung taucht zweimal mit unterschiedlichen Funktionen im Parzival auf. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion werden beide Abschnitte in zwei getrennten Unterpunkten dargestellt.&lt;br /&gt;
====Fasten====&lt;br /&gt;
Das Fasten hat im Parzival eine bestimmte religiöse Funktion und wird bei einem Treffen von Parzival auf seinen Oheim [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| Trevrizent]] behandelt. Dieser Onkel von Parzival hat sich als Bußleistung für eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Askese asketische] Lebensweise durch das Fasten entschieden, um auf eine Heilung seines Bruders [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Anfortas]] zu hoffen.[Ehlert 2000: 36] Als Parzival auf Trevrizent trifft, hat er sich aufgrund der [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Zur Frage der Schuld | Geschehnisse]] auf [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Munsalvaesche]] und durch [[Die Gralsbotin Cundrîe (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Cundrîe | die Anschuldigung der Cundrîe]] von [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gott losgesagt]], weil er an der Hilfe Gottes zu zweifeln begonnen hat.[Ehlert 2000: 35]Trevrizent kann Parzival aufgrund seiner Lebensweise nur sehr karge Lebensmittel anbieten:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|xxx,xx  || mîn küche riuchet selten:|| in meiner Küche raucht es selten:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,11 || dane was gesoten noch gebrâten   || da wurde weder was gekocht noch gebraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|486,12  || unt ir küchen unberaten  ||  und ihre Küche war leer&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese pflanzliche, rohe und nicht gezüchtete sondern gesammelte Nahrung stellt die Fastenspeise dar, welche sich auf der untersten Schwelle der Kultur ansiedelt, beziehungsweise die unterste Stufe des Nahrungssystems bedeutet.[Ehlert 2000: 36f.] Die ungekochte pflanzliche Nahrung ist alles andere als erlesen, da sie weder zu den sonst gerade bei adligen Mahle edlen Speisen gehören und durch ihre unbehandelte Art keine zivilisierte Speise darstellen. Der Erzähler hebt die Kargheit der Speise nochmals hervor und grenzt sie von einer adligen Speise ab, indem er eine sonst am Tisch geläufige Hygieneregel für das aus wilden Pflanzen bestehende Mahl der beiden Fastenden aufhebt:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,1 || Swaz dâ was spîse für getragen, || Was da an Speisen aufgetragen wurde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,2 || belîben si dâ nâch ungetwagen, || blieben [die Hände] dannach ungewaschen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,3  || daz enschadet in an den ougen niht, ||  so würde es ihren Augen nicht schaden [würde man sich daran reiben]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|487,4  || als man fischegen handen giht. ||  wie man es von fischigen Händen behauptet.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kargheit der Speise ist also ein wichtiger Bestandteil, um Parzial auf seine Buße vorzubereiten, die er nach Abschluss der Speise tätigt, in dem er Trevrizent darüber aufklärt, dass er selbst(Parzival) [[Ansichten zum Frageversäumnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|die Erlösungsfrage versäumt]] hat. Auch das eigene Sammeln der Pflanzen ist ein wichtiger religiöser Bestandteil des Fastens, weist Trevirzent doch darauf hin, dass Gottes Gunst sie die Nahrung finden lässt(485,5f.).&lt;br /&gt;
Das Fasten fungiert im Parzival schließlich als ein Akt der Buße und der Reue. Nur durch die Erfahrung mit Trevrizent kann Parzival sich wieder [[Parzivals Gotteszweifel (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals innere Umkehr und Annährung an Gott| Gott annähern]].[Ehlert 2000: 39]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Speisewunder====&lt;br /&gt;
&#039;Eine weitere religiöse Bedeutung von Nahrung ist das Speisewunder des Grals. Die Fähigkeit des Grals, eine beliebige Menge aller Arten von Speisen zu &amp;quot;produzieren&amp;quot;, ist gerade bei Rezipenten in der Zeit der Entstehung des Parzivals eine äußerst göttliche Kraft. War doch gerade das Mittelalter in Bezug auf die Lebensmittelversorgung anfällig, denn schlechte Ernten oder Belagerungen konnten schnell zu Nahrungsmittelknappheiten führen.[Classen 2001: 323] Genau eine solche Lebensmittelknappheit wird direkt vor den Ereignissen auf Munsalvaesche beschrieben, und zwar in der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs. Zum Zeitpunkt von Parzivals Eintreffen leidet die Stadt an Hunger durch die Belagerung. Eine unendliche Nahrungsquelle wie der Gral stellt folglicherweise in einer derartigen Zeit eine große Macht dar. Das Nahrung auch in enger Verbindung mit Gott steht, kann man am obrigen Abschnitt &amp;quot;Fasten&amp;quot; gut erkennen. Auch hier sorgt Gott für das gefundene Mahl. Der Gral bietet also das Gegenteil zur Fastenspeise von Trevrizent und Parzival eine von Gott ermöglichte, unendliche Quelle an beliebiger Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Strafe(525,12-529,1)===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das gemeinsame Mahl ist wie oben bereits erwähnt wurde, ein wichtiger Bestandteil in der mittelalterlichen Gesellschaft. Die Darbietung der Speisen und die verschiedenen Rituale haben eine hohe Signalwirkung und eine zeichenhafte Repräsentanz.[Mittermayr 2000: 9] Umso schlimmer wäre deswegen ein Ausschluss von diesem Ritual beziehungsweise von der Tischgemeinschaft.[Nitsche 2000: 259] Dies ist der Fall beim sexuellen Übergriff von Urjans auf eine Botin, die auf dem Weg zum König Artus war. Urjans, der wie die Botin auch, Gast war in dem Land des Artus (&amp;quot;er was gast, unt si gestin [in sîn lant].&amp;quot;,525,16 ; 525,24), hat das Gastrecht, welches den Gast und den Gastgeber dazu verpflichtet, Frieden zu halten, mit seinem Übergriff auf die Botin gebrochen.[Ehlert 2000: 38-39] Artus ist durch diese Tat erzürnt und spricht Urjans nicht nur die Ritterehre ab, sondern verurteilte ihn auch zum Tod durch den Strick:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,19 || man verteile imz leben unt sînen prîs, || - || Man sprach ihm durch Urteil sein Leben und seinen Ruhm ab&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,20 || unt daz man winden solt ein rîs, || - || und das man einen Strick winden sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,21  || dar an im sterben wurd erkant  || - ||  an dem er sterben sollte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|527,22 || âne bluotige hant. || - || ohne Blut an den Händen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Gawans Einschreiten wird die Strafe jedoch dergestalt umgewandelt, dass Urjans von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen wird und vier Wochen mit den Hunden essen musste (&amp;quot;vier wochen er das niht vergaz: die zît ich mit den hunden az&amp;quot;,524,17-18). Mit den Hunden bedeutet in diesem Falle, dass Urjans nicht nur aus dem gleichen Trog wie die Hunde essen muss, sondern die Nahrung auch wie die Hunde mit dem Mund aufzunehmen hat(&amp;quot;ûz einem troge az sîn munt[...]&amp;quot;,528,28). Die tiergleiche Nahrungsaufnahme wird zusammen mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft als Mittel der Bestrafung genutzt. Auffällig dabei ist, dass der Ausschluss von der Tischgemeinschaft für 4 Wochen gering gegenüber dem zuerst ausgesprochenem Todesurteil erscheint. Die Strafe ist jedoch nicht zu unterschätzen, muss Urjans durch den Ausschluss doch &amp;quot;liden hôhen pîn&amp;quot; (schwere Strafe erleiden). Bei einem [[Medizin im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Urjans | späteren Treffen von Urjans auf Gawan]] erwähnt Urjans selbst nur die Strafe des Ausschlusses und nicht die zuerst angedrohte Todesstrafe. Die Strafe wiegt also trotz der kurzen Dauer deshalb besonders schwer, da Urjans mit dem Ausschluss von der Tischgemeinschaft einen erheblichen Ehrverlust hinnehmen muss.[Kramer 1984: 155] Auch die tiergleiche Nahrungsaufnahme mit dem Mund sowie das Essen bei den Hunden ist eine extreme soziale Herabsetzung.[Nitsche 2000: 259] Doch es nicht nur eine Strafe für Urjans, von der Tischgemeinschaft ausgeschlossen zu werden. So werden die anderen Teilnehmer der Tischgemeinschaft davor geschützt, mit dem Ehrlosen Urjans zu speisen, da er ihre Ehre durch seine Anwesenheit beim Mahl ebenfalls heruntergesetzt hätte.[Nitsche 2000: 259 Fn. 36] Die Bestrafung Urjans verdeutlicht die im Parzival hohe gesellschaftliche Signifikanz der Nahrungsaufnahme. Es ist sogar dergestalt bedeutsam, dass es mit der Todesstrafe verglichen werden kann. Urjans Reaktion gegenüber Gawan spielt sogar darauf an, dass die Essstrafe schlimmer ist. Denn Urjan ist Gawan alles andere als dankbar, obwohl dieser ihm ja durch das Erwirken des zweiten Urteils vor dem Tode bewahrt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Entwicklung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrung und deren Aufnahme hat im Mittelalter stets eine signifikante Rolle zum Leben am Hof beigetragen.[Classen 2001: 316] So gibt es höfische Verhaltensweisen, die man bei einem Mahl einzuhalten hat und die eine kultivierte Nahrungsaufnahme ermöglichen. Parzival selbst hat aufgrund seiner [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Erziehung]] [[Erziehung_fernab_jeder_Zivilisation | fern vom Hofe]] kaum Kenntnis über soziale Regeln, höfische Verhaltensweisen und Werten erlangt.[Classen 2001:319] Erst im Laufe der Geschichte lernt Parzival mehr über das Ritterdasein und anderen Werten, wie z.B. von [[Gurnemanz]]. Diese soziale Entwicklung Parzivals geht einher mit dessen Umgang mit Nahrung und deren Aufnahme, sodass die Nahrungsaufnahme den Stand der sozialen Entwicklung sowie dessen Fortschritt widerspiegelt.[Classen 2001: 318] Es beginnt in Soltane, wo Parzival als Kind durch [[Die Jagd im Parzival | die Jagd]] teilweise große Tiere erlegt und sie zu seiner Mutter bringt. Teilweise sind die Tiere so schwer, dass sie eigentlich ein Maultier zum Transport benötigen würden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| swennerrschôz daz swaere, || Wann immer er das schwäre schoss,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| des waere ein mûl geladen genuoc, || daran wäre ein Maultier genug beladen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| als unzerworht hin heim erz truoc. || trug er es dennoch unzerteilt heim.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt Parzivals schon frühe, körperlich stark ausgeprägte Entwicklung und seine rohe, gewaltsame Art im Umgang mit Nahrung.[Classen 2001: 319] In diesem Stadium, wo Parzival noch roh und brutal mit der Nahrung umgeht, ist er selbst [[Parzivals tumpheit (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#&amp;quot;tumpheit&amp;quot; in den Kindes- und Jugendjahren | in seiner sozialen Entwicklung]] kaum vorangeschritten und hat keinerlei Ahnung von höfischen Normen und anderen Tugenden. Nach seinem Aufbruch aus Soltane kommt Parzival an einem Zelt vorbei, in dem er Jeschute findet. Dort begeht er fast einen sexuellen Übergriff und verhält sich gegenüber Jeschute sowie gegenüber dem Essen wie ein roher Übeltäter. Durch seinen Übergriff muss Jeschute eine [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Orilus&#039; Reaktion auf Jeschutes angeblichen Ehebruch (131,28-137,19) |harte Strafe durch ihren Ehemann Orilus]] erleiden. Der maßlose Umgang mit dem Essen spiegelt die Gleichgültigkeit Parzivals über seine Umwelt wider.[Classen 2001: 320]&lt;br /&gt;
Erst nach seinem Besuch bei Gurnemanz und einem gemeinsamen Mahl beider hat Parzival die nötigen Werte gelernt, die für einen Ritter und für das Verhalten bei einem höfischen Mahl vonnöten sind.[Classen 2001: 322]. Bei der Belagerung der Stadt der Condwirarmurs zeigt Parzival gleich einen ganz anderen höfischen Umgang mit Nahrung(193,1-206,1). Durch die Belagerung der Stadt kam es zu einer Hungersnot, da eine Versorgung der Stadt mit Essen nicht möglich war. Parzival teilt das für ihn und Condwiramurs besorgte Essen mit den Hungernden in der Stadt. Aus dem vorher noch gierigem Verschlingen von Nahrung wurde nun ein christlicher, mitfühlender Umgang mit Nahrung, indem man mit den armen Hungernden teilt.[Classen 2001: 323] Doch nicht nur teilt der bei Jeschute noch als gierig dargestellte Parzival sein Essen, vielmehr bewahrt er beim Eintreffen von Nahrung(200,10ff.) die Anwohnern der Stadt vor einem für ihren ausgehungerten Zustand nicht förderlichen &amp;quot;Fressrausch&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,10 || von êrst die spîse kleine || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,11 || teilter mit sîn selbes hant. || teilte er(Parzival) eigenhändig aus.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,13 || er wolde niht ir laeren magn || Er wollte nicht ihre leeren Mägen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,14 || überkrüpfe lâzen tragn: || damit sie sich nicht überfraßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|201,15 || er gab in rehter mâze teil.|| Er teilte es deswegen in die richtige Menge.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;mâze&#039;&#039; Parzivals wird in dieser Szene besonders hervorgehoben und zeichnet sich deutlich noch von dem Parzival ab, der selber noch im Zelt der Jeschute einen &#039;&#039;guoten kropf ... az&#039;&#039;(132,2). Dieser nun ziviliserte Umgang mit Nahrung geht einher mit Parzivals Wandlung von einem rüpelhaften jungen Mann in einen noblen Ritter.[Classen 2001: 323] Parzivals Entwicklung im Bereich höfischer Tugend ist also an seinem Umgang mit Nahrungsmitteln erkennbar. Der richtige und vorallem maßvolle Umgang mit Nahrung scheint folglich eine wichtige höfische Tugend zu sein, die für einen Ritter wie Parzival unerlässlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Wie oben dargestellt wurde, hat die Nahrung und deren Aufnahme im historischen Mittelalter wie auch im Parzival eine größere Bedeutung als nur der Stillung des Hungers. Gerade die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Akt und differenziert zwischen höfischen Normen und einer wilden Dekadenz. Gerade weil Hunger, wie die sexuelle Begierde, ein körperliches Verlangen ist, stehen das Aufnehmen von Nahrung und Sexualität oft im Einklang zueinander. Dies zeigt sich deutlich an den oben beschrieben Frauendarstellungen als Nahrungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essstrafe Urjans verdeutlicht nochmal die Wichtigkeit eines gemeinsamen Mahls sowie der Stellung desselbens. Auch die soziale Entwicklung Parzivals ist anhand seinen Umgangs mit Nahrung und vorallem seinem Verhalten zu Tisch ein wichtiges Element im Text von Wolfram von Eschenbach. Die Nahrungsaufnahme im Parzival kann abschließend also zu Recht als ein wichtiger gesellschaftlicher Akt bezeichnet werden, deren erfolgreiche Teilnahme ein unerlässlicher Indikator für höfische Normen ist. Auch dient sie dem Erzähler zur Darstellung verschiedener Handlungen und Entwicklungen des Protagonisten und hat somit kommt ihr auch auf narrativer Ebene Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Althoff 1990] Gerd Althoff: &amp;quot;Der frieden-,bündnis- und gemeinschaftsstiftende Charakter des Mahles im früheren Mittelalter&amp;quot;, in: Essen und Trinken im Mittelalter und Neuzeit, hg. u.a. von Trude Ehlert, Sigmaringen 1990(=2. Auflage), S. 13-27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Classen 2001] Albrecht Classen: &amp;quot;The symbolic Function of Food as Iconic Representation of Culture and Spirituality in Wolfram von Eschenbach&#039;s Parzival(ca 1205)&amp;quot;, in: Orbis Litterarum 2007(=Band 62 No.1), hg. u.a. von Lars Ole Sauerberg, Oxford 2007, S. 315-335.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Ehlert 2000] Trude Ehlert: &amp;quot;Das Rohe und das Gebackene. Zur sozialisierenden Funktion des Teilens von Nahrung im Yvain und Chrestiens de Troyes, im Iwein Hartmanns von Aue und im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 23-41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Kramer 1984] K.S. Kramer: &amp;quot;Mahl und Trunk&amp;quot;, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, hg. u.a. von Aldabert Erler, Berlin 1944, S. 154-156.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Mittermayr 2000] Peter Mittermayr: &amp;quot;Das Mahl - Handlungsrahmen für Repräsentation und Kommunikation&amp;quot;, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. Lothar Kolmer, Christian Rohr, München 2000, S. 9-10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Nitsche 2000] Barbara Nitsche: &amp;quot;Die literarische Signifikanz des Essens und Trinkens im Parzival Wolframs von Eschenbach&amp;quot;, in: Euphorion 2000(=Band 94), hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2000, S. 256-270&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie: Parzival]] [[Kategorie: Anthropologie]] [[Kategorie: Gesellschaft]] [[Kategorie: Sexualität]] [[Kategorie: Enwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kategorie:Anthropologie&amp;diff=21015</id>
		<title>Kategorie:Anthropologie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kategorie:Anthropologie&amp;diff=21015"/>
		<updated>2015-07-07T15:09:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: Die Seite wurde neu angelegt: „Diese Seite zeigt alle Artikel auf, in denen die Anthropologie thematisch behandelt wird.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite zeigt alle Artikel auf, in denen die Anthropologie thematisch behandelt wird.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21013</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=21013"/>
		<updated>2015-07-07T15:00:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Körperliche Manifestation der schâme */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch Scham für andere sichtbare, körperliche Reaktionen hervorgerufen werden. Im Folgenden werden auf die körperlichen Reaktionen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erröten===&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival in einer erotischen oder einer quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20766</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-05T22:33:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Die Funktion der schâme anhand ihrer Textstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch die Schame eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival meist in einer erotischen oder einen quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20752</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20752"/>
		<updated>2015-07-05T14:27:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Erotischer Scham */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten]] ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Funktion der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; anhand ihrer Textstellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch die Schame eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival meist in einer erotischen oder einen quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20751</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-05T14:26:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erotischer Scham===&lt;br /&gt;
Die erotische Scham ist eine vorallem auf Nacktheit oder auf eine jungfräuliche Schüchternheit bezogene positive Scham.[Yeandle 2001: 151] Gerade die jungfräuliche Scham der [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] wird genauer beschrieben, vorallem wie dieser Scham [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenhart]] zu [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Beziehung zu Belacane|allerlei Rittertaten ermutigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Funktion der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; anhand ihrer Textstellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch die Schame eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival meist in einer erotischen oder einen quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20750</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20750"/>
		<updated>2015-07-05T14:16:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Der Begriff der schâme und des Schams */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284] Im Parzival handelt es sich hauptsächlich um eine Schamkultur[Marchand 1983: 285] Obwohl es sich hauptsächlich um eine Schamkultur handelt, geht man jedoch auch von einer Vermischung beider Kulturen im Parzival aus.[Baisch 2004: 10x]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den nachfolgenden Untersuchungen der Textstellen hinsichtlich der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist also stets die Schamkultur zu bedenken, in der öffentlicher Scham beziehungsweise Schande durch beschämendes Verhalten eine wichtige Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Funktion der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; anhand ihrer Textstellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch die Schame eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival meist in einer erotischen oder einen quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20749</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20749"/>
		<updated>2015-07-05T14:09:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Funktion der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; anhand ihrer Textstellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch die Schame eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival meist in einer erotischen oder einen quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Untersuchung_der_sch%C3%A2me_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=20748</id>
		<title>Untersuchung der schâme im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2015-07-05T13:56:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;DieEnte: /* Bedeutungen der schâme im Parzival */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Versangaben beziehen sich auf die  Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe.  Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann.  Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der  Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von  Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003. &amp;lt;/ref&amp;gt;) heißt es schon im Prolog von [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolframs von Eschenbach]] [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) |Parzival]]. Damit ist gemeint, dass die schame beziehungsweise das Schamgefühl alle guten Sitten in sich einschließt. Der folgenden Artikel setzt den mittelhochdeutschen Begriff schâme mit dem neuhochdeutschen Scham gegebüber und geht auf die semantische Vielfältigkeit der schâme im Parzival ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; und des Schams==&lt;br /&gt;
Zuallererst gilt es den Begriff der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ins Neuhochdeutsche zu übersetzen. Das Wort &#039;&#039;schâme&#039;&#039; bedeutet im Neuhochdeutschen Scham, Schamhaftigkeit und Keuschheit.  Es ist aufgrund seiner weitreichenden Bedeutung sinnvoll, dabei mehrere, auch unterschiedliche Definitionen aufzuführen. &#039;&#039;Schâme&#039;&#039; hat ein größeres Bedeutungsspektrum als das Neuhochdeutsche Scham, denn es ist polysem. Weiterhin ist es sinnvoll, das Neuhochdeutsche Wort Scham genauer zu definieren. Denn Scham kann unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden, wie zum Beispiel unter psychologischen oder anthropologischen Aspekten.&lt;br /&gt;
Nach Yeandle ist Scham aus psychologischer Sicht ein bipolarer Begriff, der auf der einen Seite Peinlichkeit, Schamgefühl und Schmach mit körperlichen Begleitreaktionen ( dazu siehe unter Körperlicher Manifestation der Schame ) auftreten kann, während Scham auch eine Tugend sein kann, die vor falschem Handeln bewahrt.[Yeandle 2001: xiv] Scham kann also die Reaktion eines Menschen auf eine für ihn peinliche Situation sein, oder eine durch Scham eines Menschen nicht ausgeführtete negative Handlung. Letzteres ist die sogenannte &amp;quot; positiv vorausblickende Fremdscham&amp;quot;, da man sich durch den zu erwartenden Tadel/Hohn eines anderen(Fremden) zum schamauslösenden Handeln gehemmt fühlt.[Yeandle 2001: xvi] Zur Fremdscham abgrenzend gibt es noch den Eigenscham, bei der die Person sich schämt ohne davon von äußeren Faktoren davon beeinflusst zu sein.[Yeandle 2001: xvii] Das wäre der Fall, wenn man sich z.B. alleine für eine tadelhafte Handlung schämt, ohne dass der Tadel eines Dritten den Scham hervorruft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Baisch geht auf verschiedene Schambegriffe ein und behandelt dabei die Problematik, ob die Scham nur eine Begleitreaktion der Schuld sei.[Baisch 2004:109] Dies ist jedoch eher damit zu verwerfen, dass Scham und Schuld ganz unabhängig voneinander auftreten können. So kann man sich auch ohne Schuld schämen und sich ohne Scham schuldig gemacht haben. Doch die Frage führt zu einem Anthropologischem Aspekt der Scham, nämlich welchen Wert die jeweilige Gesellschaft der Scham beimisst. Dabei kann man zwischen zwei unterschiedliche Kulturen unterscheiden. So gibt es eine Schuld- und eine Schamkultur, die es voneinander abzugrenzen gilt.[Baisch 2004:110] Eine Schuldkultur setzt eine weiter entwickelte Religion - wie das Christentum - voraus und basiert auf dem Gewissen der Menschen sowie auf absolut moralischen oder religiösen Grundsätzen.[Yeandle 2001: xx] Eine Schamkultur hingegen funktioniert durch den Scham beziehungsweise die öffentliche Schande, die eine gewisse Handlung hervoruft.[Yeandle 2001: xix] Es ist also, anders bei der Schuldkultur keine von sich selbst aus moralischen Gründen ausgehende Kontrolle des Verhaltens. Vielmehr handelt es sich um eine soziale Kontrolle innerhalb einer Gesellschaft , bei der das Verhalten einer Einzelperson durch die Kritk von anderen in eben dieser Gesellschaft reguliert wird.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Emotionen in der mittelalterlichen Literatur==&lt;br /&gt;
Eine weitere wichtige Frage wäre, wie mit Emotionen in der mittelalterlichen Literatur umzugehen sei. Dies gilt es zu klären, bevor auf die Textstellen im Parzival eingegangen wird. So ist um das Mittelalter zu verstehen nach Marchand wichtig, das Mittelalter und deren Kultur nicht im Hintergrund auf unsere Zeit zu übertragen, sondern es als Reflexionen einer von unseren Kultur unterschiedlichen Kultur zu verstehen.[Marchand 1983: 284]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutungen der &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;schâme ist ein slôz ob allen siten&#039;&#039;(Schamgefühl ist ein Schloss über allen Sitten, 3,5 sagt Wolfram als Erzähler schon im Prolog. Dies verdeutlich gleich am Anfang, dass &#039;&#039;schâme&#039;&#039; im Parzival eine positive und eine der wichtigsten Tugenden darstellt, sowohl für Männer als auch für Frauen.[Martin 1984: 63] Mit &#039;&#039;schâme&#039;&#039; ist in diesem Kontext die Fähigkeit gemeint, Scham zu fühlen beziehungsweise die Fähigkeit sich zu schämen. Denn schon Gurnemanz sagt zu Parzival:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| ir sult niemer iuch verschemen. || Du sollst dich niemals beschämen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| verschamter lîp, waz touc der mêr ? || ein beschämter Körper, was taugt der noch ?&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Ein Ritter darf folglich niemals seine Fähigkeit Scham zu fühlen zu verlieren, denn das führt ihn auf den Pfad der Ehrlosgkeit[Martin 1984: 63] Die Fähigkeit Scham zu empfinden ist also ein Tugend, die auch für den Ritter eine Rolle spielt. Parzival hatte vorher das Schamgefühl nicht von Geburt aus Inne, welches verschiedene Szenen belegen. So fühlt er, im Gegensatz zu Jeschute in der Situation, keine Scham als er [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)#Parzivals und Jeschutes tragisches Aufeinandertreffen (129,27-132,25) |sie in dem Zelt ihres Mannes überfällt]]. Weiterhin ist die [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)# Ither (153,21-161,8)| unritterliche Tötung Ithers durch Parzivals Speerwurf]] zu erwähnen, in der Parzival trotz der Unritterlichkeit seiner Handlung keinen Scham empfindet. Die Fähigkeit sich zu schämen muss also erst gelernt werden, wie im Falle Parzivals durch die oben aufgeführte Aufklärung durch Gurnemanz. Das Scham eine weitreichende Bedeutung im Parzival hat, zeigt Yeandle mit seiner Untersuchung der Schambelegen im Parzival, bei der er auf eine Fülle von 56 Belegen kommt.[Yeandle 2001: 138] Im folgenden Artikel werden nur auf einzelne Bedeutungen und deren Textstellen eingegangen, um eine Übersicht über die wichtigsten Bedeutungen von &#039;&#039;schâme&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
Durch sein Werk [[ Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival) | Parzival]] hat [[ Wolfram von Eschenbach (Biographie)| Wolfram von Eschenbach]] dem Begriff der Schame einen hohen ethischen Status zugewiesen. Deswegen ist es für Männer als auch Frauen die erstrebenswerteste Tugend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperliche Manifestation der &#039;&#039;schâme&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schame ist eine Emotion, die in den meisten Fällen nicht vor anderen verborgen werden kann.[Yeandle 2005: 297] Dies liegt daran, dass durch die Schame eine für andere sichtbare, körperliche Reaktion hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Erröten fließt meist Blut in die Region der Wangen beziehungsweise in das Gesicht. So kann man nur leicht dezent erröten, oder aber auch eine starke Rötung in der Gesichtspartie bekommen. Das Erröten kommt im Parzival meist in einer erotischen oder einen quasi-erotischen Situation vor[Yeandle 2005: 298]:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|550,23 || diu süeze wart von scheme rôt || Die Süße war vor Verschämtheit rot,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,25  || doch tet si daz der wirt gebôt: || doch tat sie was der Gastgeber befahl:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|131,26  || zuo Gâwân saz frou Bêne. || Zu Gâwan setzte sich Frau Bene.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Tochter des Gastgebers errötet hinsichtlich des Befehls ihres Vaters, Gâwan am Tisch Gesellschaft zu leisten. Der quasi-erotische Kontext erschließt sich, wenn der Gastgeber vorher noch sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die unterschiedlichen Arten von Schame==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schame im ethischen Sinne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schame im nicht ethischen Sinne===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[*Baisch 2004] Martin Baisch:&amp;quot;Über Scham und Wahrnehmung in Wolframs Parzival&amp;quot;, in: Wahrnehmung im Parzival Wolframs von Eschenbach. Actas do Colóquio Internacional 15 e 16 de Novembro de 2002, hg. von John Greenfield, Porto 2004, S. 105-133.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Marchand 1983] James W. Marchand:&amp;quot;Honor and shame in Wolfram&#039;s Parzival&amp;quot;, in: Spectrum Medii Aevi. Essays in early german literature in honor of George Fenwick Jones, hg. von William C. McDonald, Göppingen 1983, S. 283-294.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Martin 1984] Ann G. Martin: Shame and disgrace at king arthur&#039;s court. A Study in the Meaning of Ignominy in German Arthurian Literatur to 1300, hg. von u.a. Ulrich Müller, Göppingen 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2005] David N. Yeandle:&amp;quot;Shame in Middle High German Literatur: The Emotional Side of Medieval Virtue&amp;quot;, in: Euphorion 2005(=Band 99, hg. von Wolfgang Adam, Heidelberg 2005, S. 295-321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Yeandle 2001] David N. Yeandle:&amp;quot;&amp;gt;schame&amp;lt; im Alt-und Mittelhochdeutschen bis um 1210&amp;quot;, hg. von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 2001.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DieEnte</name></author>
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