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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34687</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:55:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der [[Hoftag]], an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der [[Vergewaltigung]] Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine [[Vergewaltigung]] einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ [Baumbach 2018]. Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ [Baumbach 2018]. Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des [[Hoftags]] wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ [Baumbach 2018]. In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039;(V.1920-1921) Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 &lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34686</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:55:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der [[Hoftag::der Hoftag]], an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der [[Vergewaltigung]] Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
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|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
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|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
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|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine [[Vergewaltigung]] einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ [Baumbach 2018]. Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ [Baumbach 2018]. Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des [[Hoftags]] wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ [Baumbach 2018]. In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039;(V.1920-1921) Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 &lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34685</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34685"/>
		<updated>2021-02-17T22:54:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der [[Hoftag]], an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der [[Vergewaltigung]] Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine [[Vergewaltigung]] einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ [Baumbach 2018]. Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ [Baumbach 2018]. Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des [[Hoftags]] wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ [Baumbach 2018]. In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039;(V.1920-1921) Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 &lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34684</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:50:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ [Baumbach 2018]. Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ [Baumbach 2018]. Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ [Baumbach 2018]. In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039;(V.1920-1921) Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 &lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34683</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34683"/>
		<updated>2021-02-17T22:49:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
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Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ [Baumbach 2018]. Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ [Baumbach 2018]. Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ [Baumbach 2018]. In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 &lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34682</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34682"/>
		<updated>2021-02-17T22:49:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Landfrieden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ [Baumbach 2018]. Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ [Baumbach 2018]. Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ [Baumbach 2018]. In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_SIM_263563&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34681</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34681"/>
		<updated>2021-02-17T22:48:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Fehde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ [Kohl 2012] Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ [Kohl 2012]. Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_SIM_263563&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34680</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34680"/>
		<updated>2021-02-17T22:47:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Fehde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ [Kohl 2012] Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_SIM_263563&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34679</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:46:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Kohl 2012]Kohl, Gerald, “Fehde”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 17 February 2021 http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_SIM_263563&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Baumbach 2018] Baumbach, Hendrick und Horst Carl „Was ist Landfrieden? Und was ist Gegenstand der landfriedensforschung?“, in: Zeitschrift für Historische Forschung, in: 2018 Beiheft 54, S.1-51&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34676</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:39:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (V. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung V. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (V. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (V. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (V. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (V. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (V. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (V. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (V. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (V. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (V. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (V. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (V. 1237).&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Heinrich der Glîchezâre 1995] Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Mecklenburg 2017] Mecklenburg, Michael: mir ist lait, daz der man min / ane zagel muz wesen (RF, V. 1058f.). Zur Überlagerung von Animalität, Geschlecht und Emotion in Heinrichs Reinhart Fuchs, in: Abenteuerliche ‚Überkreuzungen‘. Vormoderne intersektional, Göttingen 2017, S. 75 - 97.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Müllneritsch 2010] Müllneritsch, Helga: Die Darstellung des Fuchses. Graz 2010, S. 291 - 304.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34673</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34673"/>
		<updated>2021-02-17T22:36:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (Z. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (Z. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (Z. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (Z. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (Z. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (Z. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (Z. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (Z. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (Z. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (Z. 1237).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Heinrich der Glîchezâre: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, hg., übers. und erläutert von Karl-Heinz Göttert, bibliographisch ergänzte Ausg., Stuttgart 2005 (Reclams Universal-Bibliothek 9819).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34670</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:33:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich vor das Gericht.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass die Tiere ihr Geschrei lassen sollen.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Anwalt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (Z. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (Z. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (Z. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (Z. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (Z. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (Z. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (Z. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (Z. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (Z. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (Z. 1237).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:30:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (Z. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (Z. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (Z. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;br /&gt;
=Landfrieden=&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Außerdem hat jener Frau Hersant, seine edle Gemahlin, mitten im Landfrieden, den ihr doch am Stang geboten hattet, entehrt.&#039;&#039; (Z. 1382-1384). In diesem Zitat wird zum einen deutlich, dass im Reinhart Fuchs der Landfrieden ausgerufen wurde, dass eine Vergewaltigung einen Verstoß gegen diesen darstellt und, dass die Strafe im Falle eines Verstoßes zu einer Verurteilung zum Tod durch den Strick ist. Doch was genau ist Landfrieden? Wird er ausgerufen dann soll das Land in einen Friedenszustand versetzt werden „Als Friedenszustand wird dabei die herrscherlich durchgesetzte Abwesenheit von Gewalt verstanden“ (Baumbach et Alt. 2018, S. 11). Dabei ist dieser Begriff eher der Herrscherschicht zuzuordnen. „Als Akteure, die sich des Begriffsspektrum von Landfrieden bedienen, sind bisher vor allem Obrigkeiten und Herrschaftsträger empirisch belegt. Ihr Handeln erfolgt situativ und orientiert sich damit an den politischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Moment“ (Baumbach et Alt 2018, S.11-12). Diese Situative Ausgestaltung finden wir im Reinhart Fuchs in der Episode des Hoftags wieder. „Der Grad an Standardisierung von politischem Handeln durch Rechtsgewohnheiten und den Aufbau von Normenkatalogen nimmt im Laufe der Zeit zumindest bei regelmäßiger Anwendung zu und neigt zur Erstarrung. Das Produkt dieses Prozesses kann schon im Mittelalter als Landfriedensrecht bezeichnet werden“ (Baumbach et Alt 2018, S.12). In der untenstehenden Analyse des Hoftages werde ich untersuchen welche Normen es im Landfriedensrecht im Reinhart Fuchs gibt, wie starr diese sind und wie der König Vrevel die Landfriedensordnung situativ bestimmt.&lt;br /&gt;
==Der Hoftag als Zentrum des Landfriedens==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite förmliche Prozess findet im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte statt. Da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte verspricht er sich Heilung von der Erfüllung seiner Pflichten als Herrscher. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort ist eine Wiese, der Zeitpunkt, in sechs Wochen, beides wurde vom König unumstößlich festgelegt. Ob die genaue Ausgestaltung eine Norm ist, ist leider nicht festzustellen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es zumindest die Norm gibt das nur der König den Hoftag einberufen kann und er Zeitpunkt und Ort festlegt.&lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthaltenen Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich König Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht, sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Wie wir weiterhin sehen werden ist dies ein zentrales Motiv: immer wieder wird Recht und Rechtsverstöße mit der Person des Königs in Verbindung gebracht. Damit wird deutlich, dass das recht letzten Endes immer vom König situativ festgelegt werden kann. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf, darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist, jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann. Daraufhin meldet sich der Dachs Krimel zu Wort und erhebt Einspruch. Als Grund führt er unter anderem an &#039;&#039;Hersant ist viel größer als er&#039;&#039; (Z. 1391). Hier zeigt sich, dass eine Gegenrede zulässig ist. &#039;&#039;Der König trug darauf dem Hirsch auf, unter Eid sein Urteil abzugeben&#039;&#039; (Z. 1413-1414), auch an dieser Stelle gestaltet der König die Prozessordnung situativ, da er den Hirsch ohne Begründung als Richter einsetzt. Als Norm findet man hier den geschworenen Eid der der Urteilsverkündung vorrangeht. Im Urteil wird nochmal die Verknüpfung von Herrscher und Rechtsverstößen deutlich da Randolph diese als Beleidigung gegen den König interpretiert: &#039;&#039;Das müsst ihr Herr als wahre Beleidigung empfinden&#039;&#039; (Z. 1422). Nun kommen wir zur deutlichsten Norm der Prozessordnung, die auch Handlungstragend wird. Das Kamel aus Thuschalan sagt: &#039;&#039;wen man hier am Hoftag beklagt, dem muß man dies, falls er nicht anwesend ist, ankündigen, ja man muss ihn dreimal vorladen&#039;&#039; (Z. 1447-1449). Danach schickt der König erst Brunn den Bären nach Reinhart und als dieser geschädigt zurück kehrt befiehlt er dem Biber ein Urteil zu fällen. Der Biber Verurteilt Reinhart aufs Neue, doch der Elefant widerspricht und setzt sich dafür ein Reinhart dreimal vorzuladen. Dann will der König Diepreht schicken der jedoch widerspricht: &#039;&#039;„Herr, das kann ich rechtmäßig ablehnen, denn er ist mein lieber Verwandter.“&#039;&#039; (Z. 1650-1651) Doch der König entscheidet situativ dieses Recht abzulehnen und schickt ihn trotzdem los. Nachdem Diepreth geschädigt zurückkehrt soll nun der Eber urteilen. Das gleiche Urteil wird gefällt und diesmal widerspricht Krimel und diesmal muss er Reinhart zum dritten und letzten Mal einladen. Die Schlussszene zeigt am deutlichsten, dass der König die Prozessordnung vollends situativ ausgestalten kann denn er verzichtet ganz auf die Verurteilung und handelt nur noch eigennützige in dem er auf Reinharts Heilungsangebot eingeht.&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Im Reinhart Fuchs finden wir die Elemente der Fehde und des Landfriedens wieder, welche dem Mittelalterlichem Recht entsprechen. Im Schlichtungsprozess finden wir eine besondere Form des Gerichts wieder die nur im familiären Kontext möglich ist. Der Hoftag zeigt, dass die gesamte Justiz am Ende der Willkür des Herrschers ausgesetzt ist und jede bekannte Norm von ihm gekippt werden kann. Zwar können die Tiere an den König appellieren Rechte und Normen ernst zu nehmen, aber am Ende liegt die Entscheidung einzig beim König. Isengrin kommentiert den Gesamtzustand der Justiz im Reinhart Fuchs treffend: W&#039;&#039;enn dies das Gericht für meine Gattin sein soll, dann steht es schlimm.“&#039;&#039; Ausblickend wäre es interessant zu untersuchen, ob der Schlichtungsprozess eine mittelalterliche Entsprechung hat. Außerdem gilt es noch herauszufinden was es bedeutet, wenn Reinhart Fuchs nach dem er Frau Hersant vergewaltigte fordert, dass &#039;&#039;Hersant von Rechts wegen hier Hausfrau sein soll&#039;&#039; (Z. 1237).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34656</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:21:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (Z. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;br /&gt;
==Der Gerichtstag: Schlichtung statt Fehde==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Als der Luchs davon mitbekommt möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luchs reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &#039;&#039;Ich kann dir deine Bitte nicht abschlagen und will denn Gerichtstag einhalten&#039;&#039; (Z. 1095-1096) sagt Isengrin. Dabei bleibt jedoch unklar welche genaue Norm es Isengrin unmöglich macht die Bitte des Luchses abzulehnen. &lt;br /&gt;
Bevor der Luchs den Gerichtstag eröffnet und die Schlichtung einleitet, soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. &#039;&#039;Da erschien dann auch Isengrin mit vielen Verwandten&#039;&#039; (Z. 1099-1100) und dadurch wird auch noch einmal deutlich, dass sich die öffentliche Fehde in eine private Schlichtung verändert hat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Familien internen Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen. &lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Versuche den genauen Tathergang zu rekonstruieren oder die Tat zu beweisen finden nicht statt. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint und die hinterlistigen Verwandten, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch, dass es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese, um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familien internen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten, sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt. Insgesamt wird der Prozess wenig an eine restriktive Prozessordnung angelehnt als situativ ausgestaltet. Dies zeigt sich besonders in der Anwesenheit des Rüdens der vordergründig als Objekt zum Schwören eines Eides verwendet wird und hintergründig für die List bereit liegt. Es ist als unwahrscheinlich einzuschätzen, dass ein so spezielles Tier wie der bissige Rüde Reize ein fester Teil eines Schlichtungsprozesses sein kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34655</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:19:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Die Fehde als Form des Zivilrechts */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
==Die Fehde als Form des Zivilrechts==&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (Z. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:18:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;br /&gt;
=Die Fehde als Form des Zivilrechts=&lt;br /&gt;
Das Schließen des Gesellenbunds als Form des Vertrages, könnte man im Falle eines Vertragsbruchs als zivilrechtlichen Fall einstufen. Ein solcher Fall setzt wie die Fehde zwei verstrittene Parteien voraus. &lt;br /&gt;
Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Das Verhältnis endet daraufhin denn &#039;&#039;damit trennten sich Reinhart und Isengrin&#039;&#039; (Z. 551) Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man bei einer übergeordneten Instanz einklagen könnte. Stattdessen gibt Reinhart Rache, die er hier gegen die Wölfe in Form einer List führt. Da die List nach einem Unrecht, dass ihn schädigt, geschehen ist, könnte man diese als Kampf um sein Recht und somit eine nicht deklarierte Fehde ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:16:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
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|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
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|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
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|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
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|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
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Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
„F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T22:15:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Analyse des Gerichtstags wird eine Erklärung zur mittelalterlichen Fehde, sowie das Beispiel des Gesellenbundes als Zivilrechtlichen Fall. Dem Hoftag wird entsprechend eine Erläuterung zum Landfrieden vorangestellt. Inwiefern nimmt die Justiz im Reinhart Fuchs eine starre Form an und wo gibt es Parallelen zur mittelalterlichen Rechtssprechung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
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|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
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|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
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|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
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|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
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|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
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Hier deutet sich schon die bestimmende Rolle des Herrschers in der Justiz an und die wie die Tiere bei ihm ihr Recht suchen.&lt;br /&gt;
=Fehde=&lt;br /&gt;
Nachdem Reinhart Isengrins Schwanzverlust erwirkt hat geht dieser nach Hause und klagt sein Leid woraufhin seine Frau besonders den verlorenen Schwanz bedauert: &#039;&#039;Wie werde ich ärmste das überstehen? Damit war die Fehde ausgebrochen.&#039;&#039; (Z. 1060-1061) Doch was ist eine Fehde?&lt;br /&gt;
 „F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung.“ (Kohl 2012) Diese Form der Selbstjustiz ist im Mittelalter keinesfalls als prinzipiell illegitim anzusehen denn „Entgegen der älteren Rechtsgeschichte, die F. als Ausdruck des Faustrechts deutete und F.-Führer vielfach als Raubritter sah, zeigte Otto Brunner sie als regelgebundenes Instrument legitimer Selbsthilfe, als »Kampf ums Recht«“ (Kohl 2012) Die Grundlage einer solchen Auseinandersetzung waren dabei nur teilweise festgelegt. „Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen.“ (Kohl 2012). Isengrin beginnt seine Fehde &#039;&#039;ohne Vorbereitung&#039;&#039; (Z. 1065). Wie genau sich die Fehde am Anfang ausgestaltet und wie der Luchs von Isengrins Fehde gegen Reinhart mitbekommt wird nicht erzählt. Allerdings kippt der Luchs die Fehde und transformiert diese in einen Schlichtungsprozess. Nachfolgend werde ich den Gesellenbund als Fall des Zivilrechts analysieren und wie die Fehde in dieses Bild passt um anschließend auf den genauen Ablauf des Schlichtungsprozess einzugehen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=34577</id>
		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T18:14:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* =Schlichtung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Nach der genauen Analyse des dargestellten Rechtsprozess und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen, inwiefern in der Gesellschaft Justizfähigkeit als Anthropinon, eine ausschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird und was dies für die Interpretation bedeutet. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie sich im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; die Tiere im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
Eine weitere zu untersuchende Stelle ist die, in der Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es hier eine Parallele zur mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
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|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird bereits Vrevels Funktion als Richter, Isengrins Funktion als Kläger sowie die Funktion des Bären Brun als Anwalt deutlich.&lt;br /&gt;
=Gesetze=&lt;br /&gt;
Inwiefern hat der Gesellenbund etwas mit Justiz zu tun? Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Der Vertrag löst sich mit der Trennung von Isengrin und Reinhart auf. Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man einklagen könnte.&lt;br /&gt;
Es gibt einen Hinweis, dass der Vertrag statt auf einer konkreten Rechtsordnung von dem Konzept der Ehre abgesichert ist. &lt;br /&gt;
(z.416- 418)&lt;br /&gt;
Indem Isengrin Reinhart als treu und ehrenvoll sieht und ihm gleichzeitig unterstellt, dass er deshalb auch niemals mit seiner Frau anbandeln würde, stellt er das durch die Absprache entstandene Vetternverhältnis in den Kontext der Ehre. &lt;br /&gt;
=Prozesse=&lt;br /&gt;
==Schlichtung==&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Eine Fehde ist im Mittelalter ein Privatkrieg zwischen Einzelpersonen oder Familien zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen. Als der Luchs davon hört möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luch reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &lt;br /&gt;
Um den Gerichtstag zu eröffnen soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Da Isengrin dem Luchs seine Bitte nicht abschlagen kann, wird hier noch einmal deutlich, dass diese familieninterne Form der Justiz eine sozial bindende Norm darstellt. Weiter bestätigt wird dies durch die hohe Beteiligung anderer Tiere. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen.&lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch das es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familieninternen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt.&lt;br /&gt;
==Hoftag==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite Prozess wird im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte, da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort, eine Wiese, sowie den Zeitpunkt, in sechs Wochen, wurde vom König unumstößlich festgelegt. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthalten Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-02-17T18:14:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, die beteiligten Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; von [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich dem Glîchezâren]]. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag, an dem über Reinhart geurteilt wird, soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Nach der genauen Analyse des dargestellten Rechtsprozess und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen, inwiefern in der Gesellschaft Justizfähigkeit als Anthropinon, eine ausschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird und was dies für die Interpretation bedeutet. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie sich im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; die Tiere im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
Eine weitere zu untersuchende Stelle ist die, in der Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es hier eine Parallele zur mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und sich die Lage stattdessen mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in Bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || dass das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isengrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlangte einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird bereits Vrevels Funktion als Richter, Isengrins Funktion als Kläger sowie die Funktion des Bären Brun als Anwalt deutlich.&lt;br /&gt;
=Gesetze=&lt;br /&gt;
Inwiefern hat der Gesellenbund etwas mit Justiz zu tun? Reinhart schließt einen Bund mit den Wölfen, um ihre Kräfte zu vereinen. Er bietet seine Listigkeit an und die Wölfe sollen ihre Körperkraft einsetzen, um gemeinsame Sache zu machen. Nachdem die Wölfe sich beraten haben, nehmen sie Reinhart als ihren Vetter auf. Diesen Sachverhalt könnte man als mündlichen Vertrag interpretieren, der heutzutage unter Umständen justiziabel wäre.&lt;br /&gt;
Nach dem der Vertrag geschlossen wurde bringt Reinhart den Bauern mit einer List dazu den Schinken fallen zu lassen. Anschließend schnappen sich die Wölfe den Schinken und verschlingen ihn ohne Reinhart einen Anteil abzugeben. Dies stellt einen Vertragsbruch seitens der Wölfe dar, da diese nicht dafür sorgen, dass, wie es abgemacht war, alle Vertragsparteien einen Vorteil aus der Aktion ziehen. &lt;br /&gt;
Reinharts Reaktion auf diesen Vertragsbruch ist eine List, mit der er die Wölfe bestrafen möchte: Er lockt sie in den Mönchshof wo sie erst Wein trinken und dann von den Mönchen verdroschen werden. Anschließend trennen sich Isengrin und Reinhart. Statt an einer übergeordneten Instanz sein Recht einzuklagen entscheidet Reinhart sich dafür Selbstjustiz zu üben. Der Vertrag löst sich mit der Trennung von Isengrin und Reinhart auf. Aus dieser Episode kann man folgern, dass es in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs kein Zivilrecht gibt, dass man einklagen könnte.&lt;br /&gt;
Es gibt einen Hinweis, dass der Vertrag statt auf einer konkreten Rechtsordnung von dem Konzept der Ehre abgesichert ist. &lt;br /&gt;
(z.416- 418)&lt;br /&gt;
Indem Isengrin Reinhart als treu und ehrenvoll sieht und ihm gleichzeitig unterstellt, dass er deshalb auch niemals mit seiner Frau anbandeln würde, stellt er das durch die Absprache entstandene Vetternverhältnis in den Kontext der Ehre. &lt;br /&gt;
=Prozesse=&lt;br /&gt;
==Schlichtung=&lt;br /&gt;
Den ersten formellen Prozess finden wir in der versuchten Schlichtung des Konflikts zwischen Isengrin und Reinhart. Angestoßen wird dieser Gerichtstag vom Luch. Nachdem Isengrin erstmal Reinhart auflauert, um mit ihm eine Fehde zu halten. Eine Fehde ist im Mittelalter ein Privatkrieg zwischen Einzelpersonen oder Familien zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen. Als der Luchs davon hört möchte er den Streit schlichten denn beide gehören seiner Familie an.&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass in der erzählten Welt des Reinhart Fuchs die Fehde dem Öffentlichen Raum als legitimes Mittel der Rechtsdurchsetzung zugeordnet ist, während bei Verwandtschaft die Familie den Streit unter sich schlichten soll. Der Luch reduziert durch seine Verwandtschaft zu beiden die beiden Parteien auf eine Familie und somit ist die Fehde illegitim. &lt;br /&gt;
Um den Gerichtstag zu eröffnen soll Isengrin zunächst seine Anklagepunkte dem Luchs offenlegen, der versichert, dass Reinhart für seine Taten büßen muss. Isengrin reduziert seine vielen Klagen auf zwei Punkte: Zum einen den Verlust seines Schwanzes und zum anderen legt er Reinhart die Umwerbung seiner Frau zur Last. Er führt außerdem an, dass er nur klagt da sich diese beiden Klagen aufsummieren und wenn es nur eine gewesen wäre, er auch nicht sein Recht suchen würde. Isengrin unterwirft sich der Norm diesen Konflikt in der Familie zu lösen und sie legen eine Gerichtstag drei Wochen später fest. &lt;br /&gt;
Da Isengrin dem Luchs seine Bitte nicht abschlagen kann, wird hier noch einmal deutlich, dass diese familieninterne Form der Justiz eine sozial bindende Norm darstellt. Weiter bestätigt wird dies durch die hohe Beteiligung anderer Tiere. &lt;br /&gt;
Zum Gerichtstermin kommt Isengrin mit vielen großen Tieren, während Reinhart kleine Tiere als Begleitung dabeihat. Der Bär Brunn hatte geraten, dass sich Reinhart auf den Zähnen eines Hundes eidlich der Schuld lossagen soll, deshalb bring Isengrin den bissigen Rüden Reize mit, der Schlüssel einer List ist welche während des Gerichtsprozess stattfinden soll. Reize soll sich totstellen und später Reinhart attackieren. Es bleibt unklar wer alles diese List mitgeplant hat, besonders ob der Bär diese List vorgeschlagen hatte und ob der Luchs als Streitschlichter auch von der List weiß. Somit bleibt auch unklar, ob der Gerichtstag tatsächlich der Rechtsprechung dienen soll oder von Anfang an als Falle für Reinhart geplant ist. Sicher ist nur, dass die Absicht des Luchses war Reinhart für seine Taten büßen zu lassen.&lt;br /&gt;
Der erzählte Prozess geht nur sehr kurz und besteht aus der Forderung des Luchses, Reinhart solle bezeugen das er nicht Hersant nachgestellt habe. Der zweite Klagepunkt, der Schwanzverlust, kommt nicht zur Sprache. Daraufhin beteuert Reinhart seine Unschuld und sagt, dass im Gegensatz zu ihm die Welt Untreu sei. Mit der Untreuen Welt ist hier sicher der faule Gerichtsprozess gemeint, denn Reinhart hatte bereits vom Dachs Krimel erfahren, dass Reize ihn totbeißen wird. &lt;br /&gt;
Bevor der Gerichtsprozess mit der Flucht Reinharts endet, erfahren wir noch das es während des Gerichtstags Besprechungen unter Verwandten geben kann, denn Reinhart nutzt diese um die Flucht zu ergreifen. &lt;br /&gt;
Zusammengefasst können wir die Normen der Familieninternen Justiz als festlegen eines offiziellen Termins, Anwesenheit der Verwandtschaft, Übernahme der Rolle des Schlichters von einem mit allen Beteiligten verwandten sowie die Möglichkeit sich zu besprechen. Insgesamt ist der Prozess jedoch von einer List korrumpiert und somit erfahren wir nicht wie und ob die Tat bewiesen wird bevor es zu einer Bestrafung kommt.&lt;br /&gt;
==Hoftag==&lt;br /&gt;
Der König hatte einen Landfrieden ausgerufen, das bedeutet, dass die Fehde die eigentlich als legitime Form der privaten Gewalt im Mittelalter galt, nicht mehr zulässig ist und so die Rechtsprechung exklusiv den offiziellen Gerichten vorbehalten ist. Der Hoftag ist dieses offizielle Gericht. &lt;br /&gt;
Der zweite Prozess wird im Rahmen des Hoftags, welchen König Vrevel einberufen hatte, da er dachte Gott würde ihn mit Kopfweh strafen, weil er kein Gericht gehalten hatte. Mit Hilfe von Boten wurden die Tiere aus allen Ecken des Reiches eingeladen. Der Ort, eine Wiese, sowie den Zeitpunkt, in sechs Wochen, wurde vom König unumstößlich festgelegt. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zum Ablauf des Prozesses und den darin enthalten Normen. Der Hoftag beginnt damit, dass sich Vrevel auf den Richterstuhl setzt und für Ruhe sorgt. Darauf meldet sich sofort Isengrin und verlangt nach einem Fürsprecher. Hier zeigt sich das am Hoftag ein Kläger das Recht auf einen Anwalt hat. Brun der Bär wird zum Anwalt ernannt und beginnt sofort im Namen Isengrins zu sprechen: Er fordert seine Ablösung als Anwalt sollte seine Verteidigung ungenügend sein. Da der König ihm dies zusichert können wir davon ausgehen, dass auch die Ablösung von schlechten Anwälten eine Norm des Hoftages ist. Brun beruft sich dabei nicht nur auf sein Recht sondern setzt dieses mit der Güte des Königs in Verbindung. Brun der Bär listet nun als Anwalt die Anklagepunkte auf darunter der Schwanzverlust, sowie Hersants Vergewaltigung. Dabei verknüpft er den Vorwurf der Vergewaltigung an einen Verstoß gegen den Landfrieden. Hier ist zu bemerken das Hersant zwar Opfer ist jedoch die Klage nur im Namen von Isengrin stattfindet. Hier zeigt sich das am Hoftag Frauen keine Klägerrolle einnehmen können sondern ihr Recht nur über einen männlichen Kläger eingefordert werden kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=H%C3%BCbner_2016:_Schl%C3%A4ue_und_Urteil_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=32855</id>
		<title>Hübner 2016: Schläue und Urteil (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-01-27T11:07:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Argumente (mit Belegen) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel stellt leitende Thesen, Argumente und Schlussfolgerungen zur Interpretation zusammmen, die Gert Hübner zum &amp;quot;Handlungswissen im Reinhart Fuchs&amp;quot; &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Seitenagaben beziehen sich auf Hübner, Gert: Schläue und Urteil. Handlungswissen im ‚Reinhart Fuchs‘, in: Techniken der Sympathiesteuerung in Erzähltexten der Vormoderne. Potentiale und Probleme, hg. von Friedrich M. Dimpel und Hans Rudolf Velten, Heidelberg 2016, S. 77-96. &amp;lt;/ref&amp;gt; formuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Hauptthesen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* da Reinhart auf die karnivorische Ernährung angewiesen ist; daher kann bspw. der Mord am Huhn nicht als moralisch verwerflich angesehen werden, da dieser unter das Naturrecht der Selbsterhaltung fällt; denn füchsisches Hühnerfressen ist nicht mit menschlichem Mord gleichzusetzen (vgl S. 90)&lt;br /&gt;
* Die selbsterhaltene Schlauheit ist aus der Not der körperlichen Unterlegenheit geboren (vgl. S.87)&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache, ehebrecherisches Begehren und Machtgewinn lassen Reinharts Verhalten amoralisch werden (vgl. S.92) &lt;br /&gt;
* Im Reinhart Fuchs werden Tiere als &amp;quot;Modelle menschlichen Handelns&amp;quot; betrachtet, weshalb die Figuren theoretisch über Handlungswissen verfügen (vgl. S.79). Nicht alle Handlungen sind somit auf Naturinstinkte zurückzuführen.&lt;br /&gt;
* Das Handeln der Tiere in Reinhart Fuchs begründet sich in ihrer Natur und nicht ihres freien Willens (vgl. S. 79).&lt;br /&gt;
* Reinharts Klugheit liegt vor allem in der Deutung der Handlungssituation und der damit verbundenen Situationskontrolle. Diese erlangt er durch die Instrumentalisierung der Ordnungskonzepte. Seine Schwäche liegt in seiner, der Schlauheit zugrunde liegenden, Eitelkeit. (S. 88 f.)&lt;br /&gt;
*Die Tiererzählung &#039;Reinhart Fuchs&#039; demonstriert, dass der Mensch gefährlicher ist als die Tiere (vgl. S.93).&lt;br /&gt;
* Im Reinhart Fuchs wird dargestellt, dass in einer amoralischen Welt nur Schlauheit Handlungserfolg verspricht, gegensätzlich führt das Laster der Torheit zum Verhängnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Argumente (mit Belegen)=&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Heinrichs Erzählung bietet mit ihren Beispielen für das Arrangieren und Deuten von Handlungssituationen, den Kalkülen auf das Handeln von Co-Akteuren und dessen Instrumentalisierung für das eigene Handeln geradezu eine Spielwiese für handlungstheoretische Analysen [...]&amp;quot; =&amp;gt; dies ist kein tierisches Handeln, daher kann man nicht von Naturinstinkten sprechen, auf dessen Basis Handlungen vollzogen werden. (S.89)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die amoralische Schlauheit des Akteurs muss erstens als vernunftkontrolliert dargestellt und zweitens durch die tugendethische Schlechtigkeit der Co-Akteure, also durch ihre Lasterhaftigkeit, gerechtfertigt werden.&amp;quot; (S. 81) --&amp;gt; das Verhalten Reinhart&#039;s wird durch die Leichtgläubigkeit und Unvorsichtigkeit seitens der Tiere, die ihm zum Opfer fallen, gerechtfertigt, denn diese Charaktereigenschaften gelten als Lasterhaft, da die Kardinaltugend &amp;quot;prudentia&amp;quot; nicht ausreichend stark ausgeprägt ist&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache oder ehebrecherisches Verhalten fallen &amp;quot;[...] nicht unter das Naturrecht auf Selbsterhaltung [...]&amp;quot; (S.92), d.h. dieses Verhalten ist für Reinhart nicht überlebensnotwendig, sondern hat vielmehr triebgesteuerte oder egoistische Hintergründe.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Wenn Reinhart der physisch Stärkere ist, wie in den Anfangsepisoden mit den schwächeren Tieren (V. 13–384), reicht seine Schlauheit nicht für den Handlungserfolg.&amp;quot; (S.83) ---&amp;gt; eine Bewertung der amoralischen Schlauheit ist somit auch immer von dem anderen Akteur abhängig (Reinhart-Diepreth verhält sich anders als Reinhart-Isnegrin)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Nur Menschen können nach Gesetzen handeln, weil die im Unterschied zu Tieren einen freien Willen haben, der es erlaubt, Gesetze zu machen und zu befolgen oder zu brechen.&amp;quot; (S. 79)&lt;br /&gt;
* “nicht nur die Gewalt des Löwen, sondern ebenso die Schlauheit des Fuchses ist kein Produkt des vernunftgeleiteten freien Willens, sondern der Tiernatur.&amp;quot; (S. 79) &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Indem der Fuchs gar nicht mehr wie ein Tier, sondern nur noch wie ein Mensch agiert [Motiv der Rache], übertrifft sein menschlischliches Handeln das teirische an Bestialität.&amp;quot; (S.93f.)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Schlauheit besteht demnach zunächst in der aktionalen Kontrolle über die Deutung der Handlungssituation. [...] Die [...] nützliche Situationsbedeutung muss deshalb entweder im Vorhinein mit dem kulturellen Wahrscheinlichkeitswissen übereinstimmen oder dem Co-Akteur im Rekurs auf Wahrscheinlichkeitswissen glaubhaft gemacht werden.&amp;quot; (S.88) --&amp;gt; Rheinharts Schlauheit (die Situationsdeutung) beruht auf dem Prinzip der Abschätzung und Annäherung des Wahrscheinlichen und des Glaubhaft-Machens.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Die Laster determinieren stets die Handlungsziele der jeweiligen Co-Akteure und plausibilisieren im Rekurs auf den Topos der Erkenntnistrübung durch die Affekte, dass die affektgetriebenen Betrugsopfer das Handlungsziel des Schlauen nicht erkennen. Der Bär beispielsweise fürchtet Reinhart (V 1513), vergisst jedoch wegen des in Aussicht gestellten Honigs jede Vorsicht.&amp;quot;(S.93)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Schlussfolgerungen zur Interpretation =&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=H%C3%BCbner_2016:_Schl%C3%A4ue_und_Urteil_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=32854</id>
		<title>Hübner 2016: Schläue und Urteil (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-01-27T10:59:28Z</updated>

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&amp;lt;ref&amp;gt; Alle Seitenagaben beziehen sich auf Hübner, Gert: Schläue und Urteil. Handlungswissen im ‚Reinhart Fuchs‘, in: Techniken der Sympathiesteuerung in Erzähltexten der Vormoderne. Potentiale und Probleme, hg. von Friedrich M. Dimpel und Hans Rudolf Velten, Heidelberg 2016, S. 77-96. &amp;lt;/ref&amp;gt; formuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Hauptthesen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* da Reinhart auf die karnivorische Ernährung angewiesen ist; daher kann bspw. der Mord am Huhn nicht als moralisch verwerflich angesehen werden, da dieser unter das Naturrecht der Selbsterhaltung fällt; denn füchsisches Hühnerfressen ist nicht mit menschlichem Mord gleichzusetzen (vgl S. 90)&lt;br /&gt;
* Die selbsterhaltene Schlauheit ist aus der Not der körperlichen Unterlegenheit geboren (vgl. S.87)&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache, ehebrecherisches Begehren und Machtgewinn lassen Reinharts Verhalten amoralisch werden (vgl. S.92) &lt;br /&gt;
* Im Reinhart Fuchs werden Tiere als &amp;quot;Modelle menschlichen Handelns&amp;quot; betrachtet, weshalb die Figuren theoretisch über Handlungswissen verfügen (vgl. S.79). Nicht alle Handlungen sind somit auf Naturinstinkte zurückzuführen.&lt;br /&gt;
* Das Handeln der Tiere in Reinhart Fuchs begründet sich in ihrer Natur und nicht ihres freien Willens (vgl. S. 79).&lt;br /&gt;
* Reinharts Klugheit liegt vor allem in der Deutung der Handlungssituation und der damit verbundenen Situationskontrolle. Diese erlangt er durch die Instrumentalisierung der Ordnungskonzepte. Seine Schwäche liegt in seiner, der Schlauheit zugrunde liegenden, Eitelkeit. (S. 88 f.)&lt;br /&gt;
*Die Tiererzählung &#039;Reinhart Fuchs&#039; demonstriert, dass der Mensch gefährlicher ist als die Tiere (vgl. S.93).&lt;br /&gt;
* Im Reinhart Fuchs wird dargestellt, dass in einer amoralischen Welt nur Schlauheit Handlungserfolg verspricht, gegensätzlich führt das Laster der Torheit zum Verhängnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Argumente (mit Belegen)=&lt;br /&gt;
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*&amp;quot;Heinrichs Erzählung bietet mit ihren Beispielen für das Arrangieren und Deuten von Handlungssituationen, den Kalkülen auf das Handeln von Co-Akteuren und dessen Instrumentalisierung für das eigene Handeln geradezu eine Spielwiese für handlungstheoretische Analysen [...]&amp;quot; =&amp;gt; dies ist kein tierisches Handeln, daher kann man nicht von Naturinstinkten sprechen, auf dessen Basis Handlungen vollzogen werden. (S.89)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die amoralische Schlauheit des Akteurs muss erstens als vernunftkontrolliert dargestellt und zweitens durch die tugendethische Schlechtigkeit der Co-Akteure, also durch ihre Lasterhaftigkeit, gerechtfertigt werden.&amp;quot; (S. 81) --&amp;gt; das Verhalten Reinhart&#039;s wird durch die Leichtgläubigkeit und Unvorsichtigkeit seitens der Tiere, die ihm zum Opfer fallen, gerechtfertigt, denn diese Charaktereigenschaften gelten als Lasterhaft, da die Kardinaltugend &amp;quot;prudentia&amp;quot; nicht ausreichend stark ausgeprägt ist&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache oder ehebrecherisches Verhalten fallen &amp;quot;[...] nicht unter das Naturrecht auf Selbsterhaltung [...]&amp;quot; (S.92), d.h. dieses Verhalten ist für Reinhart nicht überlebensnotwendig, sondern hat vielmehr triebgesteuerte oder egoistische Hintergründe.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Wenn Reinhart der physisch Stärkere ist, wie in den Anfangsepisoden mit den schwächeren Tieren (V. 13–384), reicht seine Schlauheit nicht für den Handlungserfolg.&amp;quot; (S.83) ---&amp;gt; eine Bewertung der amoralischen Schlauheit ist somit auch immer von dem anderen Akteur abhängig (Reinhart-Diepreth verhält sich anders als Reinhart-Isnegrin)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Nur Menschen können nach Gesetzen handeln, weil die im Unterschied zu Tieren einen freien Willen haben, der es erlaubt, Gesetze zu machen und zu befolgen oder zu brechen.&amp;quot; (S. 79)&lt;br /&gt;
* “nicht nur die Gewalt des Löwen, sondern ebenso die Schlauheit des Fuchses ist kein Produkt des vernunftgeleiteten freien Willens, sondern der Tiernatur.&amp;quot; (S. 79) &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Indem der Fuchs gar nicht mehr wie ein Tier, sondern nur noch wie ein Mensch agiert [Motiv der Rache], übertrifft sein menschlischliches Handeln das teirische an Bestialität.&amp;quot; (S.93f.)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Schlauheit besteht demnach zunächst in der aktionalen Kontrolle über die Deutung der Handlungssituation. [...] Die [...] nützliche Situationsbedeutung muss deshalb entweder im Vorhinein mit dem kulturellen Wahrscheinlichkeitswissen übereinstimmen oder dem Co-Akteur im Rekurs auf Wahrscheinlichkeitswissen glaubhaft gemacht werden.&amp;quot; (S.88) --&amp;gt; Rheinharts Schlauheit (die Situationsdeutung) beruht auf dem Prinzip der Abschätzung und Annäherung des Wahrscheinlichen und des Glaubhaft-Machens.&lt;br /&gt;
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		<title>Hübner 2016: Schläue und Urteil (Reinhart Fuchs)</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel stellt leitende Thesen, Argumente und Schlussfolgerungen zur Interpretation zusammmen, die Gert Hübner zum &amp;quot;Handlungswissen im Reinhart Fuchs&amp;quot; &lt;br /&gt;
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= Hauptthesen =&lt;br /&gt;
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* da Reinhart auf die karnivorische Ernährung angewiesen ist; daher kann bspw. der Mord am Huhn nicht als moralisch verwerflich angesehen werden, da dieser unter das Naturrecht der Selbsterhaltung fällt; denn füchsisches Hühnerfressen ist nicht mit menschlichem Mord gleichzusetzen (vgl S. 90)&lt;br /&gt;
* Die selbsterhaltene Schlauheit ist aus der Not der körperlichen Unterlegenheit geboren (vgl. S.87)&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache, ehebrecherisches Begehren und Machtgewinn lassen Reinharts Verhalten amoralisch werden (vgl. S.92) &lt;br /&gt;
* Im Reinhart Fuchs werden Tiere als &amp;quot;Modelle menschlichen Handelns&amp;quot; betrachtet, weshalb die Figuren theoretisch über Handlungswissen verfügen (vgl. S.79). Nicht alle Handlungen sind somit auf Naturinstinkte zurückzuführen.&lt;br /&gt;
* Das Handeln der Tiere in Reinhart Fuchs begründet sich in ihrer Natur und nicht ihres freien Willens (vgl. S. 79).&lt;br /&gt;
* Reinharts Klugheit liegt vor allem in der Deutung der Handlungssituation und der damit verbundenen Situationskontrolle. Diese erlangt er durch die Instrumentalisierung der Ordnungskonzepte. Seine Schwäche liegt in seiner, der Schlauheit zugrunde liegenden, Eitelkeit. (S. 88 f.)&lt;br /&gt;
*Die Tiererzählung &#039;Reinhart Fuchs&#039; demonstriert, dass der Mensch gefährlicher ist als die Tiere (vgl. S.93).&lt;br /&gt;
* In der Erzählung wird dargestellt, dass in einer amoralischen Welt nur Schlauheit Handlungserfolg verspricht, gegensätzlich führt das Laster der Torheit zum Verhängnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Argumente (mit Belegen)=&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Heinrichs Erzählung bietet mit ihren Beispielen für das Arrangieren und Deuten von Handlungssituationen, den Kalkülen auf das Handeln von Co-Akteuren und dessen Instrumentalisierung für das eigene Handeln geradezu eine Spielwiese für handlungstheoretische Analysen [...]&amp;quot; =&amp;gt; dies ist kein tierisches Handeln, daher kann man nicht von Naturinstinkten sprechen, auf dessen Basis Handlungen vollzogen werden. (S.89)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die amoralische Schlauheit des Akteurs muss erstens als vernunftkontrolliert dargestellt und zweitens durch die tugendethische Schlechtigkeit der Co-Akteure, also durch ihre Lasterhaftigkeit, gerechtfertigt werden.&amp;quot; (S. 81) --&amp;gt; das Verhalten Reinhart&#039;s wird durch die Leichtgläubigkeit und Unvorsichtigkeit seitens der Tiere, die ihm zum Opfer fallen, gerechtfertigt, denn diese Charaktereigenschaften gelten als Lasterhaft, da die Kardinaltugend &amp;quot;prudentia&amp;quot; nicht ausreichend stark ausgeprägt ist&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache oder ehebrecherisches Verhalten fallen &amp;quot;[...] nicht unter das Naturrecht auf Selbsterhaltung [...]&amp;quot; (S.92), d.h. dieses Verhalten ist für Reinhart nicht überlebensnotwendig, sondern hat vielmehr triebgesteuerte oder egoistische Hintergründe.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Wenn Reinhart der physisch Stärkere ist, wie in den Anfangsepisoden mit den schwächeren Tieren (V. 13–384), reicht seine Schlauheit nicht für den Handlungserfolg.&amp;quot; (S.83) ---&amp;gt; eine Bewertung der amoralischen Schlauheit ist somit auch immer von dem anderen Akteur abhängig (Reinhart-Diepreth verhält sich anders als Reinhart-Isnegrin)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Nur Menschen können nach Gesetzen handeln, weil die im Unterschied zu Tieren einen freien Willen haben, der es erlaubt, Gesetze zu machen und zu befolgen oder zu brechen.&amp;quot; (S. 79)&lt;br /&gt;
* “nicht nur die Gewalt des Löwen, sondern ebenso die Schlauheit des Fuchses ist kein Produkt des vernunftgeleiteten freien Willens, sondern der Tiernatur.&amp;quot; (S. 79) &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Indem der Fuchs gar nicht mehr wie ein Tier, sondern nur noch wie ein Mensch agiert [Motiv der Rache], übertrifft sein menschlischliches Handeln das teirische an Bestialität.&amp;quot; (S.93f.)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Schlauheit besteht demnach zunächst in der aktionalen Kontrolle über die Deutung der Handlungssituation. [...] Die [...] nützliche Situationsbedeutung muss deshalb entweder im Vorhinein mit dem kulturellen Wahrscheinlichkeitswissen übereinstimmen oder dem Co-Akteur im Rekurs auf Wahrscheinlichkeitswissen glaubhaft gemacht werden.&amp;quot; (S.88) --&amp;gt; Rheinharts Schlauheit (die Situationsdeutung) beruht auf dem Prinzip der Abschätzung und Annäherung des Wahrscheinlichen und des Glaubhaft-Machens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<updated>2021-01-27T10:58:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Hauptthesen */&lt;/p&gt;
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= Hauptthesen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* da Reinhart auf die karnivorische Ernährung angewiesen ist; daher kann bspw. der Mord am Huhn nicht als moralisch verwerflich angesehen werden, da dieser unter das Naturrecht der Selbsterhaltung fällt; denn füchsisches Hühnerfressen ist nicht mit menschlichem Mord gleichzusetzen (vgl S. 90)&lt;br /&gt;
* Die selbsterhaltene Schlauheit ist aus der Not der körperlichen Unterlegenheit geboren (vgl. S.87)&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache, ehebrecherisches Begehren und Machtgewinn lassen Reinharts Verhalten amoralisch werden (vgl. S.92) &lt;br /&gt;
* Im Reinhart Fuchs werden Tiere als &amp;quot;Modelle menschlichen Handelns&amp;quot; betrachtet, weshalb die Figuren theoretisch über Handlungswissen verfügen (vgl. S.79). Nicht alle Handlungen sind somit auf Naturinstinkte zurückzuführen.&lt;br /&gt;
* Das Handeln der Tiere in Reinhart Fuchs begründet sich in ihrer Natur und nicht ihres freien Willens (vgl. S. 79).&lt;br /&gt;
* Reinharts Klugheit liegt vor allem in der Deutung der Handlungssituation und der damit verbundenen Situationskontrolle. Diese erlangt er durch die Instrumentalisierung der Ordnungskonzepte. Seine Schwäche liegt in seiner, der Schlauheit zugrunde liegenden, Eitelkeit. (S. 88 f.)&lt;br /&gt;
*Die Tiererzählung &#039;Reinhart Fuchs&#039; demonstriert, dass der Mensch gefährlicher ist als die Tiere (vgl. S.93).&lt;br /&gt;
* In der Erzählung wird Dargestellt, dass in einer amoralischen Welt nur Schlauheit Handlungserfolg verspricht, gegensätzlich führt das Laster der Torheit zum Verhängnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Argumente (mit Belegen)=&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;quot;Heinrichs Erzählung bietet mit ihren Beispielen für das Arrangieren und Deuten von Handlungssituationen, den Kalkülen auf das Handeln von Co-Akteuren und dessen Instrumentalisierung für das eigene Handeln geradezu eine Spielwiese für handlungstheoretische Analysen [...]&amp;quot; =&amp;gt; dies ist kein tierisches Handeln, daher kann man nicht von Naturinstinkten sprechen, auf dessen Basis Handlungen vollzogen werden. (S.89)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die amoralische Schlauheit des Akteurs muss erstens als vernunftkontrolliert dargestellt und zweitens durch die tugendethische Schlechtigkeit der Co-Akteure, also durch ihre Lasterhaftigkeit, gerechtfertigt werden.&amp;quot; (S. 81) --&amp;gt; das Verhalten Reinhart&#039;s wird durch die Leichtgläubigkeit und Unvorsichtigkeit seitens der Tiere, die ihm zum Opfer fallen, gerechtfertigt, denn diese Charaktereigenschaften gelten als Lasterhaft, da die Kardinaltugend &amp;quot;prudentia&amp;quot; nicht ausreichend stark ausgeprägt ist&lt;br /&gt;
* Handlungsziele wie Rache oder ehebrecherisches Verhalten fallen &amp;quot;[...] nicht unter das Naturrecht auf Selbsterhaltung [...]&amp;quot; (S.92), d.h. dieses Verhalten ist für Reinhart nicht überlebensnotwendig, sondern hat vielmehr triebgesteuerte oder egoistische Hintergründe.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Wenn Reinhart der physisch Stärkere ist, wie in den Anfangsepisoden mit den schwächeren Tieren (V. 13–384), reicht seine Schlauheit nicht für den Handlungserfolg.&amp;quot; (S.83) ---&amp;gt; eine Bewertung der amoralischen Schlauheit ist somit auch immer von dem anderen Akteur abhängig (Reinhart-Diepreth verhält sich anders als Reinhart-Isnegrin)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Nur Menschen können nach Gesetzen handeln, weil die im Unterschied zu Tieren einen freien Willen haben, der es erlaubt, Gesetze zu machen und zu befolgen oder zu brechen.&amp;quot; (S. 79)&lt;br /&gt;
* “nicht nur die Gewalt des Löwen, sondern ebenso die Schlauheit des Fuchses ist kein Produkt des vernunftgeleiteten freien Willens, sondern der Tiernatur.&amp;quot; (S. 79) &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Indem der Fuchs gar nicht mehr wie ein Tier, sondern nur noch wie ein Mensch agiert [Motiv der Rache], übertrifft sein menschlischliches Handeln das teirische an Bestialität.&amp;quot; (S.93f.)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Schlauheit besteht demnach zunächst in der aktionalen Kontrolle über die Deutung der Handlungssituation. [...] Die [...] nützliche Situationsbedeutung muss deshalb entweder im Vorhinein mit dem kulturellen Wahrscheinlichkeitswissen übereinstimmen oder dem Co-Akteur im Rekurs auf Wahrscheinlichkeitswissen glaubhaft gemacht werden.&amp;quot; (S.88) --&amp;gt; Rheinharts Schlauheit (die Situationsdeutung) beruht auf dem Prinzip der Abschätzung und Annäherung des Wahrscheinlichen und des Glaubhaft-Machens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Schlussfolgerungen zur Interpretation =&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-01-13T18:55:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag an dem über Reinhart geurteilt wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Nach der genauen Analyse des dargestellten Rechtsprozess und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern in der Gesellschaft Justizfähigkeit als Anthrophinon, eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird und was dies für die Interpretation bedeutet. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Eine weitere zu untersuchende Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und stattdessen sich die Lage mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter Anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|Hier wird bereits Vrevels Funktion als Richter, Isengrin als Kläger sowie Brunn der Bär als Anwalt deutlich.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-01-13T18:54:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag an dem über Reinhart geurteilt wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Nach der genauen Analyse des dargestellten Rechtsprozess und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon, eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Eine weitere zu untersuchende Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und stattdessen sich die Lage mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter Anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
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|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
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|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
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|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
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|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
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|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
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|Hier wird bereits Vrevels Funktion als Richter, Isengrin als Kläger sowie Brunn der Bär als Anwalt deutlich.&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2021-01-13T18:53:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag an dem über Reinhart geurteilt wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Nach der genauen Analyse des Rechtsprozess in der Erzählung und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon, eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|Eine weitere zu untersuchende Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und stattdessen sich die Lage mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter Anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
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|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
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|- &lt;br /&gt;
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		<updated>2021-01-13T18:53:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders die Gerichtsepisode sowie der Hoftag an dem über Reinhart geurteilt wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Nach der genauen Analyse des Rechtsprozess in der Erzählung und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon, eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Eine weitere zu untersuchende Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| Nachdem am Gerichtstag eine Schlichtung des Konflikts zwischen Reinhart und Isengrin misslungen ist und stattdessen sich die Lage mit der Vergewaltigung Frau Hersants weiter zugespitzt hat, ruft der Löwenkönig Vrevel zum Hoftag, um unter Anderem über Reinhart zu richten. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
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|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
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|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
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|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
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|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
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		<updated>2021-01-13T18:43:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders der Hoftag an dem über Reinhart gerichtet wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Abgesehen von der genauen Analyse des Rechtswegs in der Erzählung und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon,eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|Eine weitere zu untersuchende Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
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		<updated>2021-01-13T18:42:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders der Hoftag an dem über Reinhart gerichtet wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Abgesehen von der genauen Analyse des Rechtswegs in der Erzählung und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon,eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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|Eine weitere Interessante Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
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|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
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		<updated>2021-01-13T18:42:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders der Hoftag an dem über Reinhart gerichtet wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Abgesehen von der genauen Analyse des Rechtswegs in der Erzählung und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon,eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Eine weitere Interessante Stelle ist als Reinhart nach der Vergewaltigung zu Isengrin sagt, dass Frau Hersant nun des Rechts wegen als seine Hausfrau bleiben müsse. Gibt es eine Parallele zur Mittelalterlichen Rechtssprechung? &lt;br /&gt;
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|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
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|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
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|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2021-01-13T18:30:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. Besonders der Hoftag an dem über Reinhart gerichtet wird soll hierbei im Zentrum der Betrachtung stehen. Abgesehen von der genauen Analyse des Rechtswegs in der Erzählung und seinen Normen und Regeln, wird hier darauf eingegangen inwiefern Justizfähigkeit als Anthrophinon,eine auschließlich menschliche Eigenschaft, wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang wird hier verglichen, wie im Reinhart Fuchs die Tieres sich im Rechtsprozess unterscheiden und welche Rolle sie dabei einnehmen. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich diese Rollen mit den typischen Charaktereigenschaften der Fabeltiere decken. &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Egoismus_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=31447</id>
		<title>Diskussion:Egoismus (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-16T19:42:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach der Überschrift &amp;quot;der Löwenkönig Vrevel&amp;quot; ist mir beim ersten Satz nicht direkt klar worauf sich das &amp;quot;ihm&amp;quot; im Nebensatz bezieht. Später ist es mir klar geworden das der Hoftag gemeint ist. Vieleicht kann man das besser formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontextualisierung insgesamt gelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ideen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Krankheit des Königs könnte man noch hinzufügen, dass sie selbst auch durch sein egoistisches Handeln zustande kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eventuell könnte man noch anmerken, dass der König durch seinen Egoismus geblendet wird und nicht erkennt, dass Reinhart ihm nicht hilft sondern eigentlich schadet. Der König folgt nur Reinharts Vorschlägen aus Egoismus. Das Verhängnis der Tiere ist aber aus Reinharts Vorschlägen hervorgegangen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Diskussion:Egoismus (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-16T19:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach der Überschrift &amp;quot;der Löwenkönig Vrevel&amp;quot; ist mir beim ersten Satz nicht direkt klar worauf sich das &amp;quot;ihm&amp;quot; im Nebensatz bezieht. Später ist es mir klar geworden das der Hoftag gemeint ist. Vieleicht kann man das besser formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Krankheit des Königs könnte man noch hinzufügen, dass sie selbst auch durch sein egoistisches Handeln zustande kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eventuell könnte man noch anmerken, dass der König durch seinen Egoismus geblendet wird und nicht erkennt, dass Reinhart ihm nicht hilft sondern eigentlich schadet. Der König folgt nur Reinharts Vorschlägen aus Egoismus. Das Verhängnis der Tiere ist aber aus Reinharts Vorschlägen hervorgegangen.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Diskussion:Egoismus (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-16T19:37:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach der Überschrift &amp;quot;der Löwenkönig Vrevel&amp;quot; ist mir beim ersten Satz nicht direkt klar worauf sich das &amp;quot;ihm&amp;quot; im Nebensatz bezieht. Später ist es mir klar geworden das der Hoftag gemeint ist. Vieleicht kann man das besser formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Krankheit des Königs könnte man noch hinzufügen, dass sie selbst auch durch sein egoistisches Handeln zustande kam.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Diskussion:Egoismus (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-16T19:35:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach der Überschrift &amp;quot;der Löwenkönig Vrevel&amp;quot; ist mir beim ersten Satz nicht klar worauf sich das &amp;quot;ihm&amp;quot; im Nebensatz bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Krankheit des Königs könnte man noch hinzufügen, dass sie selbst auch durch sein egoistisches Handeln zustande kam.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Diskussion:Egoismus (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-16T19:30:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: Die Seite wurde neu angelegt: „Nach der Überschrift &amp;quot;der Löwenkönig Vrevel&amp;quot; ist mir beim ersten Satz nicht klar worauf sich der Nebensatz bezieht.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach der Überschrift &amp;quot;der Löwenkönig Vrevel&amp;quot; ist mir beim ersten Satz nicht klar worauf sich der Nebensatz bezieht.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-09T19:50:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-09T19:49:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs von Heinrich dem Glîchezâren.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-09T19:47:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel untersucht die Struktur, beteiligte Charaktere und Eigenarten des Justizsystems im Reinhart Fuchs.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<updated>2020-12-09T11:27:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel stellt die Struktur, Eigenheiten und beteiligte Charaktere des Justizsystems im Reinhart Fuchs dar.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<updated>2020-12-09T11:27:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel stellt die Struktur, Eigenheiten und beteiligte Charaktere im Reinhart Fuchs dar.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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		<updated>2020-12-09T11:25:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel stellt die Struktur, Eigenheiten und beteiligte Charaktere im Reinhart Fuchs dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre.&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2020-12-09T11:24:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel stellt die Struktur, Eigenheiten und beteiligte Charaktere im Reinhart Fuchs dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch seine Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre. &lt;br /&gt;
do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
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daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Justiz (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Justiz_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=31057"/>
		<updated>2020-12-09T11:24:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: Die Seite wurde neu angelegt: „Der Artikel stellt die Struktur, Eigenheiten und beteiligte Charaktere im Reinhart Fuchs dar.  der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich au…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel stellt die Struktur, Eigenheiten und beteiligte Charaktere im Reinhart Fuchs dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der kvunic gienc an daz gerichte sa || Der König setzte sich auf den Richterstuhl.&lt;br /&gt;
Reinhart was niht ze hove da; || Reinhart war nicht am Hof&lt;br /&gt;
sine vinde brachte er doch ze not.|| und sollte dennoch siene Feinde in bedrängnis bringen.&lt;br /&gt;
der kvnic selbe gebot, || Der König befahl,&lt;br /&gt;
daz si ir brechten liezen sin. || daß das Geschrei aufhöre. &lt;br /&gt;
do svchte rechte er Ysengrin || Da suchte Isegrin sein Recht:&lt;br /&gt;
eines vorsprechen er gerte || er verlange einen Fürsprecher,&lt;br /&gt;
der kvnic in eines gwerte || den der König ihm zugestand.&lt;br /&gt;
daz mvste Bvn der bere sin. || Brun der Bär, sollte es sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Gaukler&amp;diff=30707</id>
		<title>Benutzer:Gaukler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Gaukler&amp;diff=30707"/>
		<updated>2020-12-02T18:51:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des wart er trvric vnde vnvro,  ||  deshalb war er &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| her sprach: ,herre, wie kvmt ditz so, || daher sprach: &amp;quot;Herr wie kam dies so,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz mich ein voglin hat betrogen? ||  dass mich ein Vöglein hat betrogen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz mvet mich, daz ist vngelogen.&#039; || das nervt mich, dass ist ungelogen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| REinhart kvndikeite pflac, ||  Reinhart Klugheit pflog,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| doch ist hevte niht sin tac, || doch ist heute nicht sein Tag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz iz im nach heile mvege ergan. |&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
^&lt;br /&gt;
Übersetzung zur Woche 03&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Do Reinhart die not vberwant, || Nachdem Reinhart in keiner Not mehr war,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vil schire er den wolf Ysengrin vant.  || fand er sogleich den Wolf Isengrin.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do er in von erst ane sach,|| Als dieser ihn zum erstenmal sah,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nv vernemet, wie er do sprach:|| nun hört zu was er dann sagte:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ,got gebe evch, herre, gvten tac.|| &amp;quot;Grüß Gott, guten Tag.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;swaz ir gebietet vnde ich mac&#039;&#039;&#039; || Was immer ihr wollt und was&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;evch gedinen vnde der vrowen min,&#039;&#039;&#039; || Ich und meine Frau tun können&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;des svlt ir beide gewis sin.&#039;&#039;&#039;|| damit könnt ihr fest rechnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin dvrch warnen her zv ev kvmen,|| Ich bin gekommen, um Euch zu warnen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan ich han wol vernumen,|| denn ich habe eindeutig gehört,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz evch hazzet manic man.|| dass euch viele Menschen hassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wolt ir mich zv gesellen han?|| Wollt ihr mich als Assistenten haben?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin listic, starc sit ir,|| Ich bin listig, ihr seid stark,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir mochtet gvten trost han zv mir.|| ihr könnt mir wirklich vertrauen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vor ewere kraft vnde von minen listen|| Von eurer Stärke und meiner Klugheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| konde sich niht gevristen, || könnte man sich nicht schützen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich konde eine bvrc wol zebrechen.&#039;, || ich könnte selbst eine Burg zerstören.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
^&lt;br /&gt;
Übersetzung zur Woche 5&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|alsvs lonet ir Reinhart, || Das war Reinharts Lohn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si sin vorspreche wart. || dafür dass sie sein Vertreter war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Iz ist ovch noch also getan: || So merke man sich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|swer hilfet einem vngetrewen man, || Schwer hilft man einem Verbrecher&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz er sine not vberwindet, || Denn dass er auch die Not&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz er doch an im vindet || einer Anzeige überwindet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|valschs, des han wir gnvc gesehen ||das haben wir genug gesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|vnde mvz ovch dicke alsam geschen. ||und muss auch immerwieder geschehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|alsvst hat bewart || So konnte sich auch &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vrteilere Reinhart ||Reinhart schützen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der arzet was mit valsche da, ||Als falscher Arzt &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|den kvnic verriet er sa. ||hat den König verraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er konde mangen vbelen wanc. || er konnte auf verschiedenen Weisen betrügen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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		<title>Benutzer:Gaukler</title>
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		<updated>2020-12-02T18:48:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des wart er trvric vnde vnvro,  ||  deshalb war er &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| her sprach: ,herre, wie kvmt ditz so, || daher sprach: &amp;quot;Herr wie kam dies so,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz mich ein voglin hat betrogen? ||  dass mich ein Vöglein hat betrogen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz mvet mich, daz ist vngelogen.&#039; || das nervt mich, dass ist ungelogen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| REinhart kvndikeite pflac, ||  Reinhart Klugheit pflog,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| doch ist hevte niht sin tac, || doch ist heute nicht sein Tag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz iz im nach heile mvege ergan. |&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
^&lt;br /&gt;
Übersetzung zur Woche 03&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Do Reinhart die not vberwant, || Nachdem Reinhart in keiner Not mehr war,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vil schire er den wolf Ysengrin vant.  || fand er sogleich den Wolf Isengrin.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do er in von erst ane sach,|| Als dieser ihn zum erstenmal sah,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nv vernemet, wie er do sprach:|| nun hört zu was er dann sagte:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ,got gebe evch, herre, gvten tac.|| &amp;quot;Grüß Gott, guten Tag.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;swaz ir gebietet vnde ich mac&#039;&#039;&#039; || Was immer ihr wollt und was&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;evch gedinen vnde der vrowen min,&#039;&#039;&#039; || Ich und meine Frau tun können&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;des svlt ir beide gewis sin.&#039;&#039;&#039;|| damit könnt ihr fest rechnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin dvrch warnen her zv ev kvmen,|| Ich bin gekommen, um Euch zu warnen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan ich han wol vernumen,|| denn ich habe eindeutig gehört,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz evch hazzet manic man.|| dass euch viele Menschen hassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wolt ir mich zv gesellen han?|| Wollt ihr mich als Assistenten haben?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin listic, starc sit ir,|| Ich bin listig, ihr seid stark,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir mochtet gvten trost han zv mir.|| ihr könnt mir wirklich vertrauen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vor ewere kraft vnde von minen listen|| Von eurer Stärke und meiner Klugheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| konde sich niht gevristen, || könnte man sich nicht schützen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich konde eine bvrc wol zebrechen.&#039;, || ich könnte selbst eine Burg zerstören.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
^&lt;br /&gt;
Übersetzung zur Woche 5&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|alsvs lonet ir Reinhart, || Das war Reinharts Lohn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si sin vorspreche wart. || dafür dass sie sein Vertreter war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Iz ist ovch noch also getan: || So merke man sich:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|swer hilfet einem vngetrewen man, || Schwer hilft man einem untreuen Mann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz er sine not vberwindet, || nachdem er seine Not überwindet,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz er doch an im vindet || das er doch was falsches an ihm findet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|valschs, des han wir gnvc gesehen ||das haben wir genug gesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|vnde mvz ovch dicke alsam geschen. ||und muss auch immerwieder geschehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|alsvst hat bewart || So konnte sich auch &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vrteilere Reinhart ||Reinhart schützen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der arzet was mit valsche da, ||Als falscher Arzt &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|den kvnic verriet er sa. ||hat den König verraten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er konde mangen vbelen wanc. || er konnte auf verschiedenen Weisen betrügen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_ReinhartFuchs_WS_2020&amp;diff=30665</id>
		<title>Seminar:Proseminar ReinhartFuchs WS 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_ReinhartFuchs_WS_2020&amp;diff=30665"/>
		<updated>2020-12-02T12:38:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: /* Empfehlungen für Artikelthemen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Auf dieser Übersichtsseite finden Sie fortlaufend die Wochenaufgaben, Sicherungen und Hinweise zur laufenden Wiki-Arbeit.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Aufgaben zur Wiki-Arbeit =&lt;br /&gt;
* bis zum 11.11.2020: Bitte übersetzen Sie eigenständig [[V. 213-219 aus dem &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039;]]. Überlegen Sie: Für welche Laute steht der Buchstabe &amp;lt;v&amp;gt; in der Edition? &lt;br /&gt;
* bis zum 18.11.2020: Bitte übersetzen Sie eigenständig [[V. 385-401 aus dem &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039;]]. Überlegen Sie: Auf welchen Vokalen müssten Längenzeichen (= Zirkumflexe) stehen, wenn der Text in normalisiertem Mhd. abgedruckt wäre?&lt;br /&gt;
* bis zum 25.11.2020: Bitte übersetzen Sie eigenständig die [[Belege von mhd. &#039;&#039;kündikeit&#039;&#039; (Reinhart Fuchs)]] !&lt;br /&gt;
* bis zum 02.12.2020: Bitte übersetzen Sie eigenständig [[V. 2155-2167 aus dem &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
* Ergebnissicherung zum 02.12.2020: [[Gerechtigkeit im Zwielicht]]&lt;br /&gt;
* Zwischenstand zur Artikelarbeit am 02.12.2020: [[Hinweise zur Artikelgestaltung (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* Animaliterarisch: [[Konstruktion der Tierfiguren (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* Sitzung am 20.01.2021: [[Die Erzählstruktur des Reinhart Fuchs als Interpretationsgrundlage]]&lt;br /&gt;
* bis zum 27.01.2021: Lesen Sie den Aufsatz von Gert Hübner und notieren Sie die wichtigsten Leitthesen, Argumente und Schlussfolgerungen zur Textinterpretation [[Hübner 2016: Schläue und Urteil (Reinhart Fuchs) | hier]]!&lt;br /&gt;
* Sitzung am 03.02.2021: Tierfiguren in intersektionaler Perspektive (Mecklenburg) [Ergebnissicherung unter https://cryptpad.fr/pad/#/2/pad/edit/RL0QMcULKcEl7lR0-OSyf6yb/]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Hilfsmittel: Bibliographie =&lt;br /&gt;
* [[Bibliographie Reinhart Fuchs]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= bereits bestehende Artikel zum &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
* [[Erzählstruktur (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich der Glîchezâre]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Fuchs und Meise (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Isegrin (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Fuchs und Kater (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Figurencharakteristik (Reinhart Fuchs)]] Sara Göhring&lt;br /&gt;
* [[Der Löwe Vrevel (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Der Minne-Diskurs (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Moral und Gewissen (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Reinhart der Sieger (Reinhart Fuchs)]] Caroline Buck&lt;br /&gt;
* [[Sexuelle Gewalt im Reinhart Fuchs]]&lt;br /&gt;
* [[Die Ständegesellschaft der Tiere in &amp;quot;Reinhart Fuchs&amp;quot;]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Empfehlungen für Artikelthemen =&lt;br /&gt;
* [[Täter und Opfer (Reinhart Fuchs)]] Marwin Starke&lt;br /&gt;
* [[Gewalt und Herrschaft (Reinhart Fuchs)]] Mareike Duscha&lt;br /&gt;
* [[Geschlechterverhältnisse (Reinhart Fuchs)]] Eda Saydam&lt;br /&gt;
* [[Der Hoftag (Reinhart Fuchs)]] Selina Becker&lt;br /&gt;
* [[Der Fuchs und die Wölfe (Reinhart Fuchs)]] Leonie Görge&lt;br /&gt;
* [[Große und kleine Tiere - Rollenverteilung und Hierarchie (Reinhart Fuchs)]]&lt;br /&gt;
* [[Verwandtschaftsbeziehungen (Reinhart Fuchs)]] Lotta Braasch&lt;br /&gt;
* [[Die Gerissenheit Reinharts (Reinhart Fuchs) ]] Ann-Sophie Geiger&lt;br /&gt;
* [[Vertrauen und Verrat (Reinhart Fuchs) ]] Sara Hamzehei&lt;br /&gt;
* [[Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit (Reinhart Fuchs) ]] Ines Vetter&lt;br /&gt;
* [[Egoismus im “Reinhart Fuchs“]] Nina Vetter&lt;br /&gt;
* [[Die Beziehung zwischen Mensch und Fuchs (Reinhart Fuchs)]] Myriam Givens&lt;br /&gt;
* [[Ist Reinhart böse? (Reinhart Fuchs)]] Amanda Serban&lt;br /&gt;
* [[die Justiz (Reinhart Fuchs)]] Lukas Lautenschlager&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Gaukler&amp;diff=30664</id>
		<title>Benutzer:Gaukler</title>
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		<updated>2020-12-02T12:32:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des wart er trvric vnde vnvro,  ||  deshalb war er &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| her sprach: ,herre, wie kvmt ditz so, || daher sprach: &amp;quot;Herr wie kam dies so,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz mich ein voglin hat betrogen? ||  dass mich ein Vöglein hat betrogen?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz mvet mich, daz ist vngelogen.&#039; || das nervt mich, dass ist ungelogen.&amp;quot; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| REinhart kvndikeite pflac, ||  Reinhart Klugheit pflog,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| doch ist hevte niht sin tac, || doch ist heute nicht sein Tag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz iz im nach heile mvege ergan. |&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
^&lt;br /&gt;
Übersetzung zur Woche 03&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Do Reinhart die not vberwant, || Nachdem Reinhart in keiner Not mehr war,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vil schire er den wolf Ysengrin vant.  || fand er sogleich den Wolf Isengrin.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do er in von erst ane sach,|| Als dieser ihn zum erstenmal sah,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nv vernemet, wie er do sprach:|| nun hört zu was er dann sagte:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ,got gebe evch, herre, gvten tac.|| &amp;quot;Grüß Gott, guten Tag.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;swaz ir gebietet vnde ich mac&#039;&#039;&#039; || Was immer ihr wollt und was&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;evch gedinen vnde der vrowen min,&#039;&#039;&#039; || Ich und meine Frau tun können&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;des svlt ir beide gewis sin.&#039;&#039;&#039;|| damit könnt ihr fest rechnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin dvrch warnen her zv ev kvmen,|| Ich bin gekommen, um Euch zu warnen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan ich han wol vernumen,|| denn ich habe eindeutig gehört,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz evch hazzet manic man.|| dass euch viele Menschen hassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wolt ir mich zv gesellen han?|| Wollt ihr mich als Assistenten haben?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin listic, starc sit ir,|| Ich bin listig, ihr seid stark,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir mochtet gvten trost han zv mir.|| ihr könnt mir wirklich vertrauen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vor ewere kraft vnde von minen listen|| Von eurer Stärke und meiner Klugheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| konde sich niht gevristen, || könnte man sich nicht schützen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich konde eine bvrc wol zebrechen.&#039;, || ich könnte selbst eine Burg zerstören.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
^&lt;br /&gt;
Übersetzung zur Woche 5&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|alsvs lonet ir Reinhart, || Das war Reinharts Lohn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz si sin vorspreche wart. || dafür dass sie sein Vertreter war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Iz ist ovch noch also getan: ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|swer hilfet einem vngetrewen man, || Schwer hilft man einem &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz er sine not vberwindet, ||das er seine Not überwindet,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz er doch an im vindet || das er &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|valschs, des han wir gnvc gesehen ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|vnde mvz ovch dicke alsam geschen. ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|alsvst hat bewart ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sine vrteilere Reinhart ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der arzet was mit valsche da, ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|den kvnic verriet er sa. ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er konde mangen vbelen wanc. ||&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Belege_von_mhd._%27%27k%C3%BCndikeit%27%27_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=30391</id>
		<title>Belege von mhd. &#039;&#039;kündikeit&#039;&#039; (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Belege_von_mhd._%27%27k%C3%BCndikeit%27%27_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=30391"/>
		<updated>2020-11-25T14:11:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gaukler: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Welches Bedeutungsspektrum kennzeichnet die Semantik der Klugheit im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Beleg (und Erzählkontext) !! Übersetzungsmöglichkeit 1 !! Übersetzungsmöglichkeit 2 !! Übersetzungsmöglichkeit 3 !! Übersetzungsmöglichkeit 4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;REinhart kvndikeite pflac&amp;quot; (V. 217) ||  Reinhart pflegte List || so trieb er es mit seinen Finten ||  Reinhart war klug || Reinhart war geschickt &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;do was im kvndikeite zit.&amp;quot; (V. 307) || Da war es höchste Zeit für seine &#039;&#039;&#039;Geschicklichkeit&#039;&#039;&#039; ||  Es war Zeit für eine List ||  || Da war es Zeit seinen Verstand zu benutzen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;do bedorfte er wol kvndikeit&amp;quot; (V. 364) || Da brauchte er wahrhaftig &#039;&#039;&#039;Umsicht&#039;&#039;&#039; ||  So bedurfte es nun eine List || Da gebrauchte er natürlich seine Gerissenheit || Da musste er sich schnell etwas einfallen lassen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;siner amien warf er dvrch den mvnt / sinen zagel dvrch kvndikeit&amp;quot; (V. 1162f.)|| seine Freundin umwarb er mit seinem Schwanz das Maul mit List  ||  Seine Geliebte gewann er dank seiner Worte/Reden, seinen Schwanz dank seiner Klugheit || Er zieht seiner Geliebten seinen Schwanz durch das Maul, um zu prahlen || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;ez sold in wol erlozen&amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;erlâzen: &#039;verschonen mit..., WB Hennig, S. 81&#039;&amp;quot; &amp;lt;/ref&amp;gt; / Reinhart mit siner kvndikeit.&amp;quot; (V. 1420f.) || Es könnte ihn wohl bewahren vor Reinhart mit seiner &#039;&#039;&#039;Verschlagenheit&#039;&#039;&#039;  ||  Es sollte ihn gewiss bewahren / vor Reinharts Hinterhältigkeit || Das soll ihn vor Reinharts Bösartigkeit schützen || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;nieman evch gezelen mack / Reinhartes kvndikeit&amp;quot; (V. 1822f.) || Niemand kann euch Reinharts &#039;&#039;&#039;Listen&#039;&#039;&#039; aufzählen || Niemand kann euch Reinharts Schlauheit beschreiben ||  || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;Reinhart sich kvndikeite vleiz&amp;quot; (V. 2037) || Reinhart sein körperliches &#039;&#039;&#039;Wissen&#039;&#039;&#039; || Reinhart hatte es außerordentlich verinnerlicht,Tücken einzusetzen  ||   || ... || &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtfazit: Wie konstant/veränderlich ist das Charakterattribut der &amp;quot;kündikeit&amp;quot;, das [[Der ... Fuchs (Reinhart Fuchs)]] trägt?&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Gaukler</name></author>
	</entry>
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