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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-13T15:59:30Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26521</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
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		<updated>2020-06-08T09:59:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Übersicht der wichtigsten Figuren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König [[Marke_(Gottfried_von_Straßburg,_Tristan)|Marke]] aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß Blancheflur, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurneval, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann Morolt, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten”&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„&#039;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&#039; ” &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter Isalde, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristran trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch Hauptartikel zu Brautwerbung [http://mediaewiki.de/wiki/Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht,um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrans glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.“&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[„]ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.[“]&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[„]su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar[“]&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht deß tranckß krafft so.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26320</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-02T20:59:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Problemansatz und Strukturprogramm */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26319</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26319"/>
		<updated>2020-06-02T20:57:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Inszenierte Mündlichkeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26317</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26317"/>
		<updated>2020-06-02T20:47:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Prosaroman */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26316</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26316"/>
		<updated>2020-06-02T20:47:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überleiferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26315</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26315"/>
		<updated>2020-06-02T15:25:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Eilhart von ObergWolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26314</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26314"/>
		<updated>2020-06-02T15:23:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Eilhart von Oberg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26313</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26313"/>
		<updated>2020-06-02T15:22:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Gottfried von Straßburg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26312</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26312"/>
		<updated>2020-06-02T15:21:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26311</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26311"/>
		<updated>2020-06-02T15:08:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Inszenierte Mündlichkeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26309</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26309"/>
		<updated>2020-06-02T08:16:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Inszenierte Mündlichkeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Eilhart von Oberg =====&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26308</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26308"/>
		<updated>2020-06-02T07:55:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Teilnehmerinnen und Teilnehmer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
===== Eilhart von Oberg =====&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26307</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26307"/>
		<updated>2020-06-02T07:54:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Teilnehmerinnen und Teilnehmer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
===== Eilhart von Oberg =====&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.Schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26306</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26306"/>
		<updated>2020-06-02T07:53:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Louise.schaffert: /* Inszenierte Mündlichkeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
===== Eilhart von Oberg =====&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Louise.schaffert</name></author>
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