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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23782</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-15T09:15:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Kain ] und [http://de.wikipedia.org/wiki/ Abel] (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit [http://de.wikipedia.org/wiki/ Abraham] und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem [http://de.wikipedia.org/wiki/ Sündenfall] um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Adam und Eva]aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen: Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am [[Artushof_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Artushof]] an, die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen [[Gawan_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gâwân]] und [[Gramoflanz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gramoflanz]] gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (&#039;&#039;Kâins vater war Adâm: der sluoc Abeln umb krankez guot&#039;&#039; 464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll. Jenes Motiv der Wechselbeziehung von Sünde und Erlösung, manifestiert sich in der Hauptperson Parzival, da er einerseits seinen Verwandten [[Ither_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Ither]] zu Beginn des Romanes tötet und andererseits [[Anfortas_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Anfortas]] und die Gralsgesellschaft erlöst aus ihren Qualen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu: Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009, S. 23-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
== Exkurs: Modell der universellen Genealogie ==  &lt;br /&gt;
Die komplexen und teilweise verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse der literarischen Figuren des Parzivals sind von großer Bedeutung, da sie uns Einblicke in die unterschiedlichen, dargestellten Familien bieten. Obwohl die Charaktere der Geschichte primär in die Kategorien Artushof oder Gralswelt eingeteilt werden, soll an dieser Stelle ein alternativer Ansatz von Beate Kellner angewendet werden, welcher  eine universelle Genealogie konstruiert. Die Autorin unterscheidet dabei zunächst zwischen Verwandtschaftsverhältnissen im engeren Sinne, welche sich auf das moderne Modell von Familie beziehen  – also die Verwandtschaft einzelner Familien, die sich zum Beispiel durch einen gemeinsamen Nachnamen von anderen abgrenzen – und dem Genealogischen im weiteren Sinne. Jener zweite Ansatz basiert auf einem biblischen Verständnis, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. Da die Begegnung der Halbbrüder für Wolfram wichtig zu sein scheint -  da er sie nicht nur besonders in Szene setzt, indem er jenes Ereignis ankündigt (&#039;&#039;sît ez sich hât an den gezogt, in bestêt ob allem strîte ein vogt ug sînr unverzagten reise&#039;&#039;, 734, 29- 735,1) und gleichzeitig künstlich Spannung  aufbaut, durch die Geheimhaltung der Verwandtschaftsverhältnisse (&#039;&#039; ôwê, sît d´erde was sô breit, daz si ein ander niht vermiten, die dâ umb unschulde striten!&#039;&#039; 737, 22-24 und &#039;&#039; ieweder des andern herze truoc: ir vremde was heinlîch genouc&#039;&#039; 738, 9-10) - könnte vermutet werden, dass hier eine Botschaft auf einer Metaebene zu finden ist. Diese Episode könnte genauso inszeniert sein, um das Weltbild der Erzählinstanz Wolfram von Eschenbach zu illustrieren. Dabei könnte dies auch eine indirekte Kritik am Konzept des Minnedienstes sein, da der Kampf um Ehre mit einem &amp;quot;Bruder&amp;quot;, der ebenfalls im Minnedienst steht, auf einer spirituellen Ebene als Sünde zu verstehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Analysiert man die beiden Brüdergeschichten, stellt sich die Frage: Wieso interveniert Gott um den Brudermord Parzivals zu  verhindern? Eine Beantwortung dieser Frage kann nur spekulativ sein, dennoch ist besonders auffällig, dass keine göttliche Instanz zu Beginn des Romans Parzival davon abhält seinen Verwandten Ither zu töten. Eine mögliche Interpretation wäre, dass Parzival repräsentativ für die Menschheitsgeschichte den Weg der Sünde beschreiten muss, um Erlösung zu erfahren. Da er zu Beginn seines Abenteuers, weder das Konzept von Verwandtschaft, noch über ein christliches Grundverständnis verfügt, könnten seine Fehler als Teil seines Reifeprozesses hin zu einem gläubigen Menschen sein. Im Verlaufe seiner Reise entwickelt er zunächst eine rebellische Haltung gegenüber der göttlichen Instanz resultierend aus dem Gefühl Gott hätte ihn verlassen, welche mit dem Ungehorsam Kains gegenüber Gottes Mahnungen seinen Neid zu bändigen zu vergleichen sind. Letztendlich fungiert er jedoch nicht nur als Erlöser der Gralshofes, sondern wird selbst Gralkönig, wodurch er Teil der göttlichen Macht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Egelkraut 2012] Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012.&lt;br /&gt;
*[Kellner 2009] Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Feireviz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Verwandschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23564</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T23:49:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: /* Exkurs: Modell der universellen Genealogie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Kain ] und [http://de.wikipedia.org/wiki/ Abel] (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit [http://de.wikipedia.org/wiki/ Abraham] und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall[http://de.wikipedia.org/wiki/ Sündenfall] um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Adam und Eva]aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am [[Artushof_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Artushof]] an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen [[Gawan_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gâwân]] und [[Gramoflanz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gramoflanz]] gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (&#039;&#039;Kâins vater war Adâm: der sluoc Abeln umb krankez guot&#039;&#039; 464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll. Jenes Motiv der Wechselbeziehung von Sünde und Erlösung, manifestiert sich in der Hauptperson Parzival, da er einerseits seinen Verwandten [[Ither_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Ither]] zu Beginn des Romanes tötet und andererseits [[Anfortas_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Anfortas]] und die Gralsgesellschaft erlöst aus ihren Qualen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu: Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009, S. 23-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
== Exkurs: Modell der universellen Genealogie ==  &lt;br /&gt;
Die komplexen und teilweise verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse der literarischen Figuren des Parzivals sind von großer Bedeutung, da sie uns Einblicke in die unterschiedlichen, dargestellten Familien bieten. Obwohl die Charaktere der Geschichte primär in die Kategorien Artushof oder Gralswelt eingeteilt werden, soll an dieser Stelle ein alternativer Ansatz von Beate Kellner angewendet werden, welcher  eine universelle Genealogie konstruiert. Die Autorin unterscheidet dabei zunächst zwischen Verwandtschaftsverhältnissen im engeren Sinne, welche sich auf das moderne Modell von Familie beziehen  – also die Verwandtschaft einzelner Familien, die sich zum Beispiel durch einen gemeinsamen Nachnamen von anderen abgrenzen – und dem Genealogischen im weiteren Sinne. Jener zweite Ansatz basiert auf einem biblischen Verständnis, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. Da die Begegnung der Halbbrüder für Wolfram wichtig zu sein scheint -  da er sie nicht nur besonders in Szene setzt, indem er jenes Ereignis ankündigt (&#039;&#039;sît ez sich hât an den gezogt, in bestêt ob allem strîte ein vogt ug sînr unverzagten reise&#039;&#039;, 734, 29- 735,1) und gleichzeitig künstlich Spannung  aufbaut, durch die Geheimhaltung der Verwandtschaftsverhältnisse (&#039;&#039; ôwê, sît d´erde was sô breit, daz si ein ander niht vermiten, die dâ umb unschulde striten!&#039;&#039; 737, 22-24 und &#039;&#039; ieweder des andern herze truoc: ir vremde was heinlîch genouc&#039;&#039; 738, 9-10) - könnte vermutet werden, dass hier eine Botschaft auf einer Metaebene zu finden ist. Diese Episode könnte genauso inszeniert sein, um das Weltbild der Erzählinstanz Wolfram von Eschenbach zu illustrieren. Dabei könnte dies auch eine indirekte Kritik am Konzept des Minnedienstes sein, da der Kampf um Ehre mit einem &amp;quot;Bruder&amp;quot;, der ebenfalls im Minnedienst steht, auf einer spirituellen Ebene als Sünde zu verstehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Analysiert man die beiden Brüdergeschichten, stellt sich die Frage: Wieso interveniert Gott um den Brudermord Parzivals zu  verhindern? Eine Beantwortung dieser Frage kann nur spekulativ sein, dennoch ist besonders auffällig, dass keine göttliche Instanz zu Beginn des Romans Parzival davon abhält seinen Verwandten Ither zu töten. Eine mögliche Interpretation wäre, dass Parzival repräsentativ für die Menschheitsgeschichte den Weg der Sünde beschreiten muss, um Erlösung zu erfahren. Da er zu Beginn seines Abenteuers, weder das Konzept von Verwandtschaft, noch über ein christliches Grundverständnis verfügt, könnten seine Fehler als Teil seines Reifeprozesses hin zu einem gläubigen Menschen sein. Im Verlaufe seiner Reise entwickelt er zunächst eine rebellische Haltung gegenüber der göttlichen Instanz resultierend aus dem Gefühl Gott hätte ihn verlassen, welche mit dem Ungehorsam Kains gegenüber Gottes Mahnungen seinen Neid zu bändigen zu vergleichen sind. Letztendlich fungiert er jedoch nicht nur als Erlöser der Gralshofes, sondern wird selbst Gralkönig, wodurch er Teil der göttlichen Macht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Egelkraut 2012] Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012.&lt;br /&gt;
*[Kellner 2009] Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Feireviz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Verwandschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Das_Heidentum_als_Hindernis&amp;diff=23560</id>
		<title>Diskussion:Das Heidentum als Hindernis</title>
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		<updated>2015-07-14T23:45:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Hallo, &lt;br /&gt;
das klingt als ob sich Dein Thema mit meinem (Struktur des Raums in der Gahmuret-Handlung) größtenteils überschneidet. &lt;br /&gt;
LG, Ute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, &lt;br /&gt;
wir haben folgende Verbesserungsvorschläge:&lt;br /&gt;
Quellen:&lt;br /&gt;
* mittelhochdeutsch zitieren: Zitate in Tabelle, wenn sie im Blocksatz sind&lt;br /&gt;
* Literaturverzeichnis anlegen&lt;br /&gt;
* Forschungsliteratur finden&lt;br /&gt;
Struktur und Ordnung:&lt;br /&gt;
* evtl. anderer Titel&lt;br /&gt;
* Orthographie und Grammatik beachten&lt;br /&gt;
* Verlinkungen in den Text einarbeiten&lt;br /&gt;
Widersprüchlichkeit:&lt;br /&gt;
* Inhalt widerspricht Titel&lt;br /&gt;
*     Bezug auf Heidentum als Hindernis fehlt; Firefiz als Figur wichtig&lt;br /&gt;
Sachliche Richtigkeit:&lt;br /&gt;
* explizit keine geografische Distanz als Hindernis&lt;br /&gt;
* Vorannahme bezüglich überdenken: Heidentum nicht notwendigerweise negativer dargestellt als Christentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkungen:&lt;br /&gt;
Widersprüchlichkeit von Gahmurets Begründungen: er sagt selbst, dass er Belancâne anlügen will bzw. muss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:Lucia Wunsch|Lucia Wunsch]] ([[Benutzer Diskussion:Lucia Wunsch|Diskussion]]) 16:33, 27. Mai 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
und: Anita, Clara und Julia&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, &lt;br /&gt;
ein Hinweis zur Handlung: Ich denke, Anfortas zog sich die Wunde zu als er für Orgeluse kämpfte (616,14-26) . Er kämpfte gegen einen Heiden, deer den Gral haben wollte.(479, 3-17)&lt;br /&gt;
Gruß, Ute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar kleine Anmerkungen und Erweiterungen zu diesem Artikel:&lt;br /&gt;
Häufig fällt die Phrase, die Taufe sei das Einzige Mittel zum Übertritt in das positiver konnotierte Christentum. Wichtig zu bemerken ist hier meiner Meinung nach, dass es nicht nur das Einzige, sondern ein sehr wirksames, vollständiges und einfaches Mittel ist: Die Grenze zwischen Heidentum und Christentum wird an den Stellen der Taufe besonders augenfällig minimiert. Der Übergang von Heide zu Christ ist nicht mit Lerneinheiten verbunden und geht damit sehr schnell vonstatten. &lt;br /&gt;
Die Grenze zwischen Heidentum und Christentum ist also leicht überschreitbar. Gleichzeitig wird, wie es in diesem Artikel heißt, immer wieder neu perspektiviert (siehe Fazit), häufig scheine die Verbindung ambivalent. An dieser Stelle könnte man einen Schritt weiter gehen in der Annahme, durch ihre Ambivalenz und Variabilität verliere die Grenze an Klarheit, sie wird diffuser. &lt;br /&gt;
‚Ohne das heidnische unbedingt abzuwerten, werden Aspekte verschränkt‘ (vgl Artikel) hierzu ist auch auf die in der christlichen Gralsburg angewendeten Symbole zu verweisen: Sie sind nicht eindeutig christlich sondern mehr mystisch, vielleicht heidnisch. Dabei wird keine Abwertung vorgenommen. Durch diese Integration des Fremden in das Eigene ohne merklichen Widerstand scheint die Grenze erneut in Auflösung begriffen. &lt;br /&gt;
Insgesamt würde ich Ergänzen, dass das Heidentum weniger Hindernis ist, sondern die Grenze zwischen Heidentum und Christentum entproblematisiert wird und sich gewissermaßen in Auflösung befindet. &lt;br /&gt;
Gruß, Belacâne&lt;br /&gt;
Ich finde deinen Artikel sehr gut und würde ihn in die Top 5 der besten Artikel aufnehmen. Wenn man deiner Argumentation folgt, solltest du in deinen Titel noch ein ? einfügen, da es ja an vielen Stellen kein Hindernis darstellt :)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Vater_und_Sohn_im_Parzival&amp;diff=23554</id>
		<title>Diskussion:Vater und Sohn im Parzival</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Vater_und_Sohn_im_Parzival&amp;diff=23554"/>
		<updated>2015-07-14T23:38:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: Die Seite wurde neu angelegt: „Hallo, interessant wäre vielleicht noch die Funktion der Ersatzväter Parzivals zu untersuchen also Gurnemanz, Artus? und Trivrizenz!“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo, interessant wäre vielleicht noch die Funktion der Ersatzväter Parzivals zu untersuchen also Gurnemanz, Artus? und Trivrizenz!&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=23551</id>
		<title>Diskussion:Die Beziehung zwischen Gahmuret und Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=23551"/>
		<updated>2015-07-14T23:34:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo Julia,&lt;br /&gt;
Ich habe gerade mit Erschrecken deinen Artikel entdeckt. In die Seminarliste hatte ich geschrieben, dass ich das Thema &amp;quot;Gahmurets Liebesbeziehungen&amp;quot; bearbeiten will. Nachdem ich nun recherchiert hatte und mit dem Artikel beginnen wollte, habe ich gesehen, dass du die Hälfte des Themas schon bearbeitet hast. Dein Artikelvorschlag stand nicht in der Seminarliste, oder?  [[Benutzer:Firlefanz|Katrin Barho]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde der Beschreibung des Todes von Belacanes früherem Geliebten Isenhart nicht ganz zustimmen: &amp;quot;Bis er seines Liebesleides überdrüssig geworden ohne Rüstung den Tod im Kampf gesucht hat&amp;quot;, schreibst du. Für mich hört es sich im Text nicht so an, als würde er seine Rüstung zurücklassen, um sich umzubringen. Vielmehr lässt er sie ja zurück, um Ruhm zu sammeln und Belacane zu gefallen. &amp;quot;Das Leben war ihm da fast widerwärtig&amp;quot;, steht dort, aber liegt das an an Belacane?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kennenlernen zwischen Belacane und Gahmuret würde ich noch genauer beschreiben, da hab ich jetzt etwas in [[Gahmurets Liebesbeziehungen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]] geschrieben. Das kannst du aber auch gerne noch in deinem Artikel machen und bei mir entfernen. Was die Andergläubigkeit und die unterschiedliche Hautfarbe angeht, muss vielleicht erwähnt werden, dass Gahmuret nicht vorurteilslos herantritt (Vgl: Bumke 2004, S. 47 und Pazival, 17, 24-26). Das spräche dann ja noch mehr für die Tugenhaftigkeit Belacanes und die Liebe zwischen den beiden, die diese Vorurteile leicht untergräbt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hab noch einen Artikel gefunden, der für dich vielleicht noch interessant sein könnte! Masser, Achim: Gahmuret und Belakane. Bemerkungen zur Problematik von Ehehschließung und Minnebziehung in der höfischen Literatur. In: Paola Schulze-Belli und Michael Dallapiazza (Hrsg), Liebe und Aventiure im Artusroman des MIttelalters. Beiträge der Triester Tagung 1988. Göppingen 1982. S. 541-555. LG--[[Benutzer:Firlefanz|Firlefanz]] 14:31, 9. Jul. 2012 (CEST)&lt;br /&gt;
Hallo ich finde deinen Artikel toll aufgebaut und sinnvoll gegliedert! Vielleicht könntest du noch erklären, was das Hand-Land-Prinzip genau bedeutet.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23547</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23547"/>
		<updated>2015-07-14T23:30:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Kain ] und [http://de.wikipedia.org/wiki/ Abel] (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit [http://de.wikipedia.org/wiki/ Abraham] und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall[http://de.wikipedia.org/wiki/ Sündenfall] um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Adam und Eva]aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am [[Artushof_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Artushof]] an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen [[Gawan_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gâwân]] und [[Gramoflanz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gramoflanz]] gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (&#039;&#039;Kâins vater war Adâm: der sluoc Abeln umb krankez guot&#039;&#039; 464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll. Jenes Motiv der Wechselbeziehung von Sünde und Erlösung, manifestiert sich in der Hauptperson Parzival, da er einerseits seinen Verwandten [[Ither_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Ither]] zu Beginn des Romanes tötet und andererseits [[Anfortas_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Anfortas]] und die Gralsgesellschaft erlöst aus ihren Qualen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu: Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009, S. 23-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
== Exkurs: Modell der universellen Genealogie ==  &lt;br /&gt;
Die komplexen und teilweise verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse der literarischen Figuren des Parzivals sind von großer Bedeutung, da sie uns Einblicke in die unterschiedlichen, dargestellten Familien bieten. Obwohl die Charaktere der Geschichte primär in die Kategorien Artushof oder Gralswelt eingeteilt werden, soll an dieser Stelle ein alternativer Ansatz von Beate Kellner angewendet werden, welcher  eine universelle Genealogie konstruiert. Die Autorin unterscheidet dabei zunächst zwischen Verwandtschaftsverhältnissen im engeren Sinne, welche sich auf das moderne Modell von Familie beziehen  – also die Verwandtschaft einzelner Familien, die sich zum Beispiel durch einen gemeinsamen Nachnamen von anderen abgrenzen – und dem Genealogischen im weiteren Sinne. Jener zweite Ansatz basiert auf einem biblischen Verständnis, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. Da die Begegnung der Halbbrüder für Wolfram wichtig zu sein scheint -  da er sie nicht nur besonders in Szene setzt, indem er jenes Ereignis ankündigt (&#039;&#039;sît ez sich hât an den gezogt, in bestêt ob allem strîte ein vogt ug sînr unverzagten reise&#039;&#039;, 734, 29- 735,1) und gleichzeitig künstlich Spannung  aufbaut, durch die Geheimhaltung der Verwandtschaftsverhältnisse (&#039;&#039; ôwê, sît d´erde was sô breit, daz si ein ander niht vermiten, die dâ umb unschulde striten! 737, 22-24 und &#039;&#039; ieweder des andern herze truoc: ir vremde was heinlîch genouc&#039;&#039; 738, 9-10) - könnte vermutet werden, dass hier eine Botschaft auf einer Metaebene zu finden ist. Diese Episode könnte genauso inszeniert sein, um das Weltbild der Erzählinstanz Wolfram von Eschenbach zu illustrieren.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Analysiert man die beiden Brüdergeschichten, stellt sich die Frage: Wieso interveniert Gott um den Brudermord Parzivals zu  verhindern? Eine Beantwortung dieser Frage kann nur spekulativ sein, dennoch ist besonders auffällig, dass keine göttliche Instanz zu Beginn des Romans Parzival davon abhält seinen Verwandten Ither zu töten. Eine mögliche Interpretation wäre, dass Parzival repräsentativ für die Menschheitsgeschichte den Weg der Sünde beschreiten muss, um Erlösung zu erfahren. Da er zu Beginn seines Abenteuers, weder das Konzept von Verwandtschaft, noch über ein christliches Grundverständnis verfügt, könnten seine Fehler als Teil seines Reifeprozesses hin zu einem gläubigen Menschen sein. Im Verlaufe seiner Reise entwickelt er zunächst eine rebellische Haltung gegenüber der göttlichen Instanz resultierend aus dem Gefühl Gott hätte ihn verlassen, welche mit dem Ungehorsam Kains gegenüber Gottes Mahnungen seinen Neid zu bändigen zu vergleichen sind. Letztendlich fungiert er jedoch nicht nur als Erlöser der Gralshofes, sondern wird selbst Gralkönig, wodurch er Teil der göttlichen Macht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Egelkraut 2012] Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012.&lt;br /&gt;
*[Kellner 2009] Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Feireviz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Verwandschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parzival]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23540</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23540"/>
		<updated>2015-07-14T23:13:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Gaius Iulius Caesar ] mit der alexandrinischen Hofelite bezüglich der Thronstreitigkeiten von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Kleopatra VII ]  und ihrem Brudergemahl [http://de.wikipedia.org/wiki/ Ptolemaios XIII], sowie [[Gahmuret_ als_Ritter_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gahmurets]] Kampf gegen die Verbündeten [[Isenhart_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Isenharts]] im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im [[Die_literarische_Funktion_der_Orient-Episoden_ im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)| Orient]], welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die [http://de.wikipedia.org/wiki/ Patrizier]familie der [http://de.wikipedia.org/wiki/Julier Julier] und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] aus der [[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Liebe zur Königin Belacane]], für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen [[Das_Tjostieren_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Tjosten]] stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt [http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch Plutarch] in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der [http://de.wikipedia.org/wiki/ Alexandrinische Krieg] innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der [[Minnedienst_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Minnedienst]] meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler [http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsherr] ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und [[Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Belacâne]]==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria Alexandria] reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Fischer 2012] Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&lt;br /&gt;
*[Rochlitz 1993] Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&lt;br /&gt;
*[Schuller 2012] Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012.&lt;br /&gt;
*[Caesar]Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&lt;br /&gt;
*[Plutarchus] Plutarchus: Alexander et Caesar, Stuttgart 2007. &lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Orient]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Gahmuret]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23538</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23538"/>
		<updated>2015-07-14T23:12:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Gaius Iulius Caesar ] mit der alexandrinischen Hofelite bezüglich der Thronstreitigkeiten von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra VII ]  und ihrem Brudergemahl [http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios XIII], sowie [[Gahmuret_ als_Ritter_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gahmurets]] Kampf gegen die Verbündeten [[Isenhart_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Isenharts]] im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im [[Die_literarische_Funktion_der_Orient-Episoden_ im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)| Orient]], welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die [http://de.wikipedia.org/wiki/ Patrizier]familie der [http://de.wikipedia.org/wiki/Julier Julier] und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] aus der [[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Liebe zur Königin Belacane]], für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen [[Das_Tjostieren_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Tjosten]] stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt [http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch Plutarch] in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandrinische Krieg] innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der [[Minnedienst_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Minnedienst]] meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler [http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsherr] ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und [[Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Belacâne]]==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria Alexandria] reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Fischer 2012] Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&lt;br /&gt;
*[Rochlitz 1993] Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&lt;br /&gt;
*[Schuller 2012] Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012.&lt;br /&gt;
*[Caesar]Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&lt;br /&gt;
*[Plutarchus] Plutarchus: Alexander et Caesar, Stuttgart 2007. &lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Orient]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Gahmuret]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23537</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23537"/>
		<updated>2015-07-14T23:07:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Gaius Iulius Caesar ] mit der alexandrinischen Hofelite bezüglich der Thronstreitigkeiten von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra VII. ]  und ihrem Brudergemahl [http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios XIII.], sowie [[Gahmuret_ als_Ritter_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gahmurets]] Kampf gegen die Verbündeten [[Isenhart_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Isenharts]] im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im [[Die_literarische_Funktion_der_Orient-Episoden_ im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)| Orient]], welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die [http://de.wikipedia.org/wiki/ Patrizier] der [http://de.wikipedia.org/wiki/Julier Julier] und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
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| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] aus der [[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Liebe zur Königin Belacane]], für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen [[Das_Tjostieren_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Tjosten]] stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt [http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch Plutarch] in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandrinischer Krieg Alexandrinische Krieg] innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der [[Minnedienst_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Minnedienst]] meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler [http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsherr] ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und [[Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Belacâne]]==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria Alexandria] reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Fischer 2012] Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&lt;br /&gt;
*[Rochlitz 1993] Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&lt;br /&gt;
*[Schuller 2012] Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012.&lt;br /&gt;
*[Caesar]Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&lt;br /&gt;
*[Plutarchus] Plutarchus: Alexander et Caesar, Stuttgart 2007. &lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Orient]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: /* Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Gaius Iulius Caesar Gaius Julius Caesar] mit der alexandrinischen Hofelite bezüglich der Thronstreitigkeiten von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra VII. Kleopatra VII]  und ihrem Brudergemahl [http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios XIII. Ptolemaios XIII], sowie [[Gahmuret_ als_Ritter_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gahmurets]] Kampf gegen die Verbündeten [[Isenhart_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Isenharts]] im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im [[Die_literarische_Funktion_der_Orient-Episoden_ im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)| Orient]], welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die [http://de.wikipedia.org/wiki/ Patrizier Patrizierfamilie] der [http://de.wikipedia.org/wiki/Julier Julier] und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] aus der [[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Liebe zur Königin Belacane]], für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen [[Das_Tjostieren_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Tjosten]] stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt [http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch Plutarch] in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandrinischer Krieg Alexandrinische Krieg] innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der [[Minnedienst_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Minnedienst]] meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler [http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsherr] ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und [[Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Belacâne]]==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria Alexandria] reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Fischer 2012] Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&lt;br /&gt;
*[Rochlitz 1993] Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&lt;br /&gt;
*[Schuller 2012] Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012.&lt;br /&gt;
*[Caesar]Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&lt;br /&gt;
*[Plutarchus] Plutarchus: Alexander et Caesar, Stuttgart 2007. &lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Orient]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Gahmuret]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23531</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23531"/>
		<updated>2015-07-14T22:59:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Gaius Iulius Caesar Gaius Julius Caesar] mit der alexandrinischen Hofelite bezüglich der Thronstreitigkeiten von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra VII. Kleopatra VII]  und ihrem Brudergemahl [http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios XIII. Ptolemaios XIII], sowie [[Gahmuret_ als_Ritter_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gahmurets]] Kampf gegen die Verbündeten [[Isenhart_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Isenharts]] im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient[[Die_literarische_Funktion_der_Orient-Episoden_ im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)| Orient]], welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die [http://de.wikipedia.org/wiki/ Patrizier Patrizierfamilie] der Julier[http://de.wikipedia.org/wiki/Julier Julier] und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] aus der Liebe zur Königin Belacâne[[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Liebe zur Königin Belacane]], für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen [[Das_Tjostieren_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Tjosten]] stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt [http://de.wikipedia.org/wiki/Plutarch Plutarch] in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandrinischer Krieg Alexandrinische Krieg] innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der [[Minnedienst_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Minnedienst]] meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler [http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnsherr] ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und [[Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Belacâne]]==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria Alexandria] reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Fischer 2012] Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&lt;br /&gt;
*[Rochlitz 1993] Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&lt;br /&gt;
*[Schuller 2012] Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012.&lt;br /&gt;
*[Caesar]Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&lt;br /&gt;
*[Plutarchus] Plutarchus: Alexander et Caesar, Stuttgart 2007. &lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Orient]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Gahmuret]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von [http://de.wikipedia.org/wiki/ Gaius Iulius Caesar Gaius Julius Caesar] mit der alexandrinischen Hofelite bezüglich der Thronstreitigkeiten von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kleopatra VII. Kleopatra VII]  und ihrem Brudergemahl [http://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemaios XIII. Ptolemaios XIII], sowie [[Gahmuret_ als_Ritter_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Gahmurets]] Kampf gegen die Verbündeten [[Isenhart_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Isenharts]] im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals[[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der Minnedienst meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler Lehnsheer ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und Belacâne==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach Alexandria reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23509</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T22:04:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht derzeit im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und befindet sich noch in der Entstehung und wird deshalb noch überarbeitet werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der Minnedienst meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler Lehnsheer ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleopatra VII und Belacâne==&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach Alexandria reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Zunächst stellt sich die Frage: Könnte es überhaupt möglich sein, dass sich Eschenbach hier auf Caesar und Kleopatra VII bezieht? Darüber lässt sich  lediglich spekulieren, dennoch ist zu konstatieren, dass bereits an anderen Stellen berühmte antike Persönlichkeiten erwähnt werden ( zum Beispiel: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3), sodass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein antikes Quellenrepertoire zur Verfügung stand. Ein Gegenargument für die aufgestellte These der Intertextualität, ist bezüglich der Ausgangssituation der beiden Szenarien zu entdecken. Während Caesar nämlich in offizieller Position nach Alexandria reist, um die Thronstreitigkeiten des Geschwisterpaares zu regeln &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen, Reinbeck 2012, S. 64-70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
, befindet sich Gahmuret auf einer ziellosen Reise und trifft eher zufällig auf das belagerte Pâtelamunt. Dennoch hat dieser Artikel gezeigt, dass die Protagonisten nicht nur in ihren Charaktereigenschaften zu großen Teilen übereinstimmen, sondern auch der Ausgang jener orientalischen Episoden erstaunlich ähnlich sind. &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
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		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23505</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T21:47:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: /* Kleopatra VII und Belacâne */&lt;/p&gt;
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&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht derzeit im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und befindet sich noch in der Entstehung und wird deshalb noch überarbeitet werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der Minnedienst meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler Lehnsheer ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kleopatra VII und Belacâne=&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen nun die weiblichen Charaktere der beiden Paare - Kleopatra VII und Belacâne - auf Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Zunächst einmal befinden sich beide Königinnen in einer politisch instabilen Situation, da ihre Herrschaftslegitimation von externen Parteien in Frage gestellt werden. In Ägypten gab es zu dieser Zeit Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra VII und ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII, was eigentlich primär der Grund dafür war, dass  der römische Imperator nach Alexandria reiste, nämlich  um die Herrschaftsstruktur zu organisieren. Königin Belacâne ist ebenfalls bedroht in ihrer Herrschaftsposition, da die treuen Gefährten ihres Minneritters Isenhart sie für seinen Tod verantwortlich machen. ( &#039;&#039; si waenent daz i´n schüef erslagen: verrâtens ich doch wênic kann, swie mich des zîhen sîne man &#039;&#039; 26, 30- 27, 2). Insofern benötigen beide Herrscherinnen die Unterstützung ihrer zukünftigen Partner, um ihr Königreich zu verteidigen. Jene Hilfeleistungen verschaffen sich beide Frauen, indem sie ihren Charme, sowie ihre Schönheit einsetzen und - im Falle der schwarzen Königin Belacâne - offensiv um Hilfe bitten ( &#039;&#039;hêrre, ich hân von iu vernomn vil rîterlîcher werdekeit. durch iwer zuht lât iu niht leit,  ob i´u mînen kumber klage,  den ich nâhe im herzen trage &#039;&#039;24, 16-20). Obwohl beide Frauen einen höheren Rang als ihre Partner haben, erniedrigen sie sich vor den Männern um womöglich ihr Mitleid und Unterstützung zu erhalten. Dabei entsteht die berühmte Szene, in der die Ägypterin aus einem Betttuch vor die Füße des Römers gerollt wird, da sie lediglich durch diese List unbemerkt in den Palast gelangen konnte. Auch die Herrscherin über Pâtelamunt kniet vor Gahmuret nieder als Zeichen der Bittstellerin. (&#039;&#039; si kniete nider (daz was im leit) &#039;&#039; 33, 9). &lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Bei es möglich, dass sich Eschenbach hier auf Caesar bezieht? Andere Römer werden bereits erwähnt (Vgl.: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3).&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
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		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T21:04:30Z</updated>

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&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
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|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der Minnedienst meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler Lehnsheer ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits seine Gegner gnädig behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kleopatra VII und Belacâne=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kampf um den Thron auf beiden Seiten, verschiedene Parteien&lt;br /&gt;
- Balacâne: &amp;quot;hêrre, ich hân von iu vernomn/ vil rîterlîcher werdekeit./ durch iwer zuht lât iu niht leit, / ob i´u mînen kumber klage, / den ich nâhe im herzen trage&amp;quot; (klagt ihr Leid; bittet um Hilfe) Kleopatra kommt in geheimer Mission zu Caesar um ihn um Unterstützung zu bitten, &lt;br /&gt;
- verrâtens ich doch wênic kan,/ swie mich des zîhen sîne man. (27,1-2) andere klagen sie als Verräterin an --&amp;gt; Kleopatra wird sogar von eigenem Bruder aus dem Palast verjagt, da sie ihm zu gefährlich wird&lt;br /&gt;
- Beide Königinnen engagieren Söldner&lt;br /&gt;
-aldâ wart undr in beiden/ ein vil getriulîchiu ger:/ si sach dar, und er sach her. (29, 6-8) 33,10 sie kniete nieder ( obwohl sie die Königin ist)--&amp;gt; Kleopatra lässt sich bei der ersten Begegnung aus dem Betttuch vor ihm hinlegen - das war ihm arg- mit einer Hand schnitt sie dem Gast Speisen vor ... sie war sehr aufmerksam um ihn bemüht&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Ist es möglich, dass sich Eschenbach hier auf Caesar bezieht? Andere Römer werden bereits erwähnt (Vgl.: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3).&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23499</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23499"/>
		<updated>2015-07-14T21:00:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: /* Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht derzeit im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und befindet sich noch in der Entstehung und wird deshalb noch überarbeitet werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der Minnedienst meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler Lehnsheer ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits gnädig seine Gegner behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).Die finale Parallele in der Lebensgeschichte der Krieger ist von eher unrühmlicher Natur da sowohl Gaius Julius Caesar seine orientalische Geliebte schwanger zurücklässt (&#039;&#039;Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf. &#039;&#039; Plutarch, Caesar 49), als auch Gahmuret von Pâtelamunt abreist &#039;&#039; dô er entran dem wîbe, dô hete si in ir libe zwelf wochen lebndic ein kint &#039;&#039; 55, 13-15).&lt;br /&gt;
- beide ordnen das Reich ihrer Königin neu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kleopatra VII und Belacâne=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kampf um den Thron auf beiden Seiten, verschiedene Parteien&lt;br /&gt;
- Balacâne: &amp;quot;hêrre, ich hân von iu vernomn/ vil rîterlîcher werdekeit./ durch iwer zuht lât iu niht leit, / ob i´u mînen kumber klage, / den ich nâhe im herzen trage&amp;quot; (klagt ihr Leid; bittet um Hilfe) Kleopatra kommt in geheimer Mission zu Caesar um ihn um Unterstützung zu bitten, &lt;br /&gt;
- verrâtens ich doch wênic kan,/ swie mich des zîhen sîne man. (27,1-2) andere klagen sie als Verräterin an --&amp;gt; Kleopatra wird sogar von eigenem Bruder aus dem Palast verjagt, da sie ihm zu gefährlich wird&lt;br /&gt;
- Beide Königinnen engagieren Söldner&lt;br /&gt;
-aldâ wart undr in beiden/ ein vil getriulîchiu ger:/ si sach dar, und er sach her. (29, 6-8) 33,10 sie kniete nieder ( obwohl sie die Königin ist)--&amp;gt; Kleopatra lässt sich bei der ersten Begegnung aus dem Betttuch vor ihm hinlegen - das war ihm arg- mit einer Hand schnitt sie dem Gast Speisen vor ... sie war sehr aufmerksam um ihn bemüht&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Ist es möglich, dass sich Eschenbach hier auf Caesar bezieht? Andere Römer werden bereits erwähnt (Vgl.: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3).&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
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		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23469</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T20:18:48Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht derzeit im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und befindet sich noch in der Entstehung und wird deshalb noch überarbeitet werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre oft beschriebene Großzügigkeit ihren Mitstreiter gegenüber, - wobei der Römer sogar eine soziale Absicherung für seine Veteranen eingerichtet hat. &amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Fischer, Thomas: Die Armee der Caesaren. Archäologie und Geschichte, Regensburg 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; - sowie den gerechten Umgang mit unterlegenen Gegner. Bezüglich der Caesar Rezeption wird generell vom Topos der clementia gesprochen &amp;lt;ref&amp;gt; Eine intensive Analyse der sogenannten &#039;&#039; Milde Caesars &#039;&#039; bietet Rochlitz, Sabine: Das Bild Caesars in Ciceros &amp;quot;Orationes Casarianae. Untersuchungen zur &amp;quot;clementia&amp;quot; und &amp;quot;sapientia Caesaris&amp;quot;, Frankfurt am Main 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da der Minnedienst meist eine individuellen Kampf beinhaltet, unterhält Gahmuret in diesem Sinne kein Heer. Dennoch sind die oben genannten Attribute der Großzügigkeit und der Milde auch bei ihm zu finden, indem er einerseits ein spendabler Lehnsheer ist ( &#039;&#039; si enphiengen, als ir frouwe hiez, von im ir lant und des geniez, als ieslîchen an gezôch.&#039;&#039; 52, 5-7) und andererseits gnädig seine Gegner behandelt ( &#039;&#039; si giengen für ir hêrren sân: der liez si ledic umb ir bete, des dancten si dô Gahmurete&#039;&#039; 52, 20-22).&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
- 49: Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf.&lt;br /&gt;
- beide ordnen das Reich ihrer Königin neu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kleopatra VII und Belacâne=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kampf um den Thron auf beiden Seiten, verschiedene Parteien&lt;br /&gt;
- Balacâne: &amp;quot;hêrre, ich hân von iu vernomn/ vil rîterlîcher werdekeit./ durch iwer zuht lât iu niht leit, / ob i´u mînen kumber klage, / den ich nâhe im herzen trage&amp;quot; (klagt ihr Leid; bittet um Hilfe) Kleopatra kommt in geheimer Mission zu Caesar um ihn um Unterstützung zu bitten, &lt;br /&gt;
- verrâtens ich doch wênic kan,/ swie mich des zîhen sîne man. (27,1-2) andere klagen sie als Verräterin an --&amp;gt; Kleopatra wird sogar von eigenem Bruder aus dem Palast verjagt, da sie ihm zu gefährlich wird&lt;br /&gt;
- Beide Königinnen engagieren Söldner&lt;br /&gt;
-aldâ wart undr in beiden/ ein vil getriulîchiu ger:/ si sach dar, und er sach her. (29, 6-8) 33,10 sie kniete nieder ( obwohl sie die Königin ist)--&amp;gt; Kleopatra lässt sich bei der ersten Begegnung aus dem Betttuch vor ihm hinlegen - das war ihm arg- mit einer Hand schnitt sie dem Gast Speisen vor ... sie war sehr aufmerksam um ihn bemüht&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Ist es möglich, dass sich Eschenbach hier auf Caesar bezieht? Andere Römer werden bereits erwähnt (Vgl.: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3).&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
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		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T19:49:12Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. &lt;br /&gt;
Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab (im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, das seine Hand &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (15, 15-19) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
während Caesar primär als Vertreter des römischen Staates kämpfte &amp;lt;ref&amp;gt; Ein detaillierte Aufstellung von Caesars Imperium bietet u. a. Gaius Julius Caesar: Die Kriege in Alexandrien, Afrika und Spanien, Darmstadt 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Motivation zum Kampf um Pâtelamunt schöpft  der  Vater Parzivals aus der Liebe zur Königin Belacâne, für die er als Minneritter kämpft und sich zahlreichen Tjosten stellt, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &#039;&#039;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.&#039;&#039;(Plutarch Caesar 49). An weiteren Stellen beschreibt Plutarch, wie es Caesars strategischer Eigenleistung zu verdanken ist, dass der Alexandrinische Krieg innerhalb weniger Monate beendet werden konnte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist ihre  &lt;br /&gt;
- 49: Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf.&lt;br /&gt;
- Topos der Milde Caesars vgl. Verschonen in der Tjost &lt;br /&gt;
- vor dem Palast der Königin kam er in den Hafen gesegelt --&amp;gt; wie auch Caesar &lt;br /&gt;
- beide ordnen das Reich ihrer Königin neu&lt;br /&gt;
- Großzügigkeit clementia &lt;br /&gt;
= Kleopatra VII und Belacâne=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kampf um den Thron auf beiden Seiten, verschiedene Parteien&lt;br /&gt;
- Balacâne: &amp;quot;hêrre, ich hân von iu vernomn/ vil rîterlîcher werdekeit./ durch iwer zuht lât iu niht leit, / ob i´u mînen kumber klage, / den ich nâhe im herzen trage&amp;quot; (klagt ihr Leid; bittet um Hilfe) Kleopatra kommt in geheimer Mission zu Caesar um ihn um Unterstützung zu bitten, &lt;br /&gt;
- verrâtens ich doch wênic kan,/ swie mich des zîhen sîne man. (27,1-2) andere klagen sie als Verräterin an --&amp;gt; Kleopatra wird sogar von eigenem Bruder aus dem Palast verjagt, da sie ihm zu gefährlich wird&lt;br /&gt;
- Beide Königinnen engagieren Söldner&lt;br /&gt;
-aldâ wart undr in beiden/ ein vil getriulîchiu ger:/ si sach dar, und er sach her. (29, 6-8) 33,10 sie kniete nieder ( obwohl sie die Königin ist)--&amp;gt; Kleopatra lässt sich bei der ersten Begegnung aus dem Betttuch vor ihm hinlegen - das war ihm arg- mit einer Hand schnitt sie dem Gast Speisen vor ... sie war sehr aufmerksam um ihn bemüht&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Ist es möglich, dass sich Eschenbach hier auf Caesar bezieht? Andere Römer werden bereits erwähnt (Vgl.: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3).&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23111</id>
		<title>Der Alexandrinische Krieg und die Schlacht um Pâtelamunt - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_Alexandrinische_Krieg_und_die_Schlacht_um_P%C3%A2telamunt_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23111"/>
		<updated>2015-07-14T13:01:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht derzeit im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und befindet sich noch in der Entstehung und wird deshalb noch überarbeitet werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wird versuchen Parallelen zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen von Gaius Julius Caesar mit der alexandrinischen Hofelite und Gahmurets Kampf gegen die Verbündeten Isenharts im Königreich Zazamanc aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gaius Julius Caesar und Gahmuret von Anschevîn==&lt;br /&gt;
Bei genauerer Betrachtung des römischen Imperators und des Königssohnes Gahmuret von Anschevîn zeichnen sich einige Parallelen ab bezüglich ihrer Persönlichkeit und im Besonderen ihrer Aufenthalte bzw. Kontakte im Orient, welche im Folgenden genauer analysiert werden sollen. Bereits bezüglich ihrer Herkunft sind sie sich sehr ähnlich, den beide stammen von einem traditionsreichen Adelsgeschlecht ab(im Falle des römischen Feldherren handelt es sich um die Patrizierfamilie der Julier und Gahmuret ist der zweite Prinz des Königreiches Anschevîn). Ferner ist beiden Kriegern besonders internationaler Erfolg wichtig, wobei Gahmuret  aus eigener Motivation heraus agiert:&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu seit, sîn manlîchiu kraft  || In Marroch und in  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behielt den prîs in heidenschaft, || Persien, aber auch überall sonst, in Damaskus &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ze Marroch unt ze Persîâ. || und in Aleppo etwa, überall, wo  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn hant bezalt ouch anderswâ, || sich Gelegenheit  zu Rittertaten bot, in &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
|ze Dâmasc und ze Hâlap, || Arabien und vor Arabien, las seine Hand &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|und swâ man Ritterschaft dâ gap || Ehren auf, und zwar so, dass er schließlich &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} (827,15-18)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
, während als Vertreter des römischen Staates auftrat. Ein weitere Gemeinsamkeit ist in der Herkunft der beiden zu finden: Beide stammen aus einer angesehenen, traditionsreichen Adelsfamilie. Im Falle Caesar aus dem Geschlecht der Julier und Gahmuret ist &#039;ein Anschevîn von hôher art&#039;( Parzival 21,13). Der Vater Parzivals wird für die Königin Belacâne zum Minneritter und bestreitet für sie zahlreiche Tjosten, sodass er letztendlich den Krieg - fast im Alleingang - beenden kann. Der römische Feldherr handelt primär aus einem machtpolitischen Interesse heraus, trotzdem führt Plutarch in seiner Doppelbiographie von Alexander dem Großen und Caesar an, dass &amp;quot;der Krieg der nun folgte wäre nach dem Urteil einiger Geschichtsschreiber überhaupt nicht nötig gewesen, sondern an diesem unrühmlichen und gefahrvollen Feldzug sei nur Caesars Liebe zu Kleopatra Schuld gewesen.(Plutarch Caesar 49) Und durch ihre gewinnende Art im Umgang mit Menschen und ihren Charme gewann sie Caesar vollends für sich &lt;br /&gt;
- 49: Hierauf ließ Caesar Kleopatra als Königin von Ägypten zurück. Sie schenkte ihm kurze Zeit später einen Sohn, den man in Alexandria Caesarion nannte. Caeasar selber aber brach nach Syrien auf.&lt;br /&gt;
- Topos der Milde Caesars vgl. Verschonen in der Tjost &lt;br /&gt;
- vor dem Palast der Königin kam er in den Hafen gesegelt --&amp;gt; wie auch Caesar &lt;br /&gt;
- beide ordnen das Reich ihrer Königin neu&lt;br /&gt;
- Großzügigkeit clementia &lt;br /&gt;
= Kleopatra VII und Belacâne=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kampf um den Thron auf beiden Seiten, verschiedene Parteien&lt;br /&gt;
- Balacâne: &amp;quot;hêrre, ich hân von iu vernomn/ vil rîterlîcher werdekeit./ durch iwer zuht lât iu niht leit, / ob i´u mînen kumber klage, / den ich nâhe im herzen trage&amp;quot; (klagt ihr Leid; bittet um Hilfe) Kleopatra kommt in geheimer Mission zu Caesar um ihn um Unterstützung zu bitten, &lt;br /&gt;
- verrâtens ich doch wênic kan,/ swie mich des zîhen sîne man. (27,1-2) andere klagen sie als Verräterin an --&amp;gt; Kleopatra wird sogar von eigenem Bruder aus dem Palast verjagt, da sie ihm zu gefährlich wird&lt;br /&gt;
- Beide Königinnen engagieren Söldner&lt;br /&gt;
-aldâ wart undr in beiden/ ein vil getriulîchiu ger:/ si sach dar, und er sach her. (29, 6-8) 33,10 sie kniete nieder ( obwohl sie die Königin ist)--&amp;gt; Kleopatra lässt sich bei der ersten Begegnung aus dem Betttuch vor ihm hinlegen - das war ihm arg- mit einer Hand schnitt sie dem Gast Speisen vor ... sie war sehr aufmerksam um ihn bemüht&lt;br /&gt;
== Fazit == &lt;br /&gt;
Ist es möglich, dass sich Eschenbach hier auf Caesar bezieht? Andere Römer werden bereits erwähnt (Vgl.: &#039;&#039;daz was ein stolz werder man ( niht der von Rôme entran Julîus dâ bevor&#039;&#039;) 102, 1-3).&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23047</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23047"/>
		<updated>2015-07-14T12:02:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am Artushof an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen Gâwân und Gramoflanz gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (&#039;&#039;Kâins vater war Adâm: der sluoc Abeln umb krankez guot&#039;&#039; 464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll. Jenes Motiv der Wechselbeziehung von Sünde und Erlösung, manifestiert sich in der Hauptperson Parzival, da er einerseits seinen Verwandten Ither zu Beginn des Romanes tötet und andererseits Anfortas und die Gralsgesellschaft erlöst aus ihren Qualen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu: Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009, S. 23-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
== Exkurs: Modell der universellen Genealogie ==  &lt;br /&gt;
Die komplexen und teilweise verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse der literarischen Figuren des Parzivals sind von großer Bedeutung, da sie uns Einblicke in die unterschiedlichen, dargestellten Familien bieten. Obwohl die Charaktere der Geschichte primär in die Kategorien Artushof oder Gralswelt eingeteilt werden, soll an dieser Stelle ein alternativer Ansatz von Beate Kellner angewendet werden, welcher  eine universelle Genealogie konstruiert. Die Autorin unterscheidet dabei zunächst zwischen Verwandtschaftsverhältnissen im engeren Sinne, welche sich auf das moderne Modell von Familie beziehen  – also die Verwandtschaft einzelner Familien, die sich zum Beispiel durch einen gemeinsamen Nachnamen von anderen abgrenzen – und dem Genealogischen im weiteren Sinne. Jener zweite Ansatz basiert auf einem biblischen Verständnis, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. Da die Begegnung der Halbbrüder für Wolfram wichtig zu sein scheint -  da er sie nicht nur besonders in Szene setzt, indem er jenes Ereignis ankündigt (&#039;&#039;sît ez sich hât an den gezogt, in bestêt ob allem strîte ein vogt ug sînr unverzagten reise&#039;&#039;, 734, 29- 735,1) und gleichzeitig künstlich Spannung  aufbaut, durch die Geheimhaltung der Verwandtschaftsverhältnisse (&#039;&#039; ôwê, sît d´erde was sô breit, daz si ein ander niht vermiten, die dâ umb unschulde striten! 737, 22-24 und &#039;&#039; ieweder des andern herze truoc: ir vremde was heinlîch genouc&#039;&#039; 738, 9-10) - könnte vermutet werden, dass hier eine Botschaft auf einer Metaebene zu finden ist. Diese Episode könnte genauso inszeniert sein, um das Weltbild der Erzählinstanz Wolfram von Eschenbach zu illustrieren.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Analysiert man die beiden Brüdergeschichten, stellt sich die Frage: Wieso interveniert Gott um den Brudermord Parzivals zu  verhindern? Eine Beantwortung dieser Frage kann nur spekulativ sein, dennoch ist besonders auffällig, dass keine göttliche Instanz zu Beginn des Romans Parzival davon abhält seinen Verwandten Ither zu töten. Eine mögliche Interpretation wäre, dass Parzival repräsentativ für die Menschheitsgeschichte den Weg der Sünde beschreiten muss, um Erlösung zu erfahren. Da er zu Beginn seines Abenteuers, weder das Konzept von Verwandtschaft, noch über ein christliches Grundverständnis verfügt, könnten seine Fehler als Teil seines Reifeprozesses hin zu einem gläubigen Menschen sein. Im Verlaufe seiner Reise entwickelt er zunächst eine rebellische Haltung gegenüber der göttlichen Instanz resultierend aus dem Gefühl Gott hätte ihn verlassen, welche mit dem Ungehorsam Kains gegenüber Gottes Mahnungen seinen Neid zu bändigen zu vergleichen sind. Letztendlich fungiert er jedoch nicht nur als Erlöser der Gralshofes, sondern wird selbst Gralkönig.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=23023</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-14T11:36:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am Artushof an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen Gâwân und Gramoflanz gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (&#039;&#039;Kâins vater war Adâm: der sluoc Abeln umb krankez guot&#039;&#039; 464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll. Jenes Motiv der Wechselbeziehung von Sünde und Erlösung, manifestiert sich in der Hauptperson Parzival, da er einerseits seinen Verwandten Ither zu Beginn des Romanes tötet und andererseits Anfortas und die Gralsgesellschaft erlöst aus ihren Qualen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu: Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009, S. 23-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
== Exkurs: Modell der universellen Genealogie ==  &lt;br /&gt;
Die komplexen und teilweise verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse der literarischen Figuren des Parzivals sind von großer Bedeutung, da sie uns Einblicke in die unterschiedlichen, dargestellten Familien bieten. Obwohl die Charaktere der Geschichte primär in die Kategorien Artushof oder Gralswelt eingeteilt werden, soll an dieser Stelle ein alternativer Ansatz von Beate Kellner angewendet werden, welcher  eine universelle Genealogie konstruiert. Die Autorin unterscheidet dabei zunächst zwischen Verwandtschaftsverhältnissen im engeren Sinne, welche sich auf das moderne Modell von Familie beziehen  – also die Verwandtschaft einzelner Familien, die sich zum Beispiel durch einen gemeinsamen Nachnamen von anderen abgrenzen – und dem Genealogischen im weiteren Sinne. Jener zweite Ansatz basiert auf einem biblischen Verständnis, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. Die Begegnung der Halbbrüder scheint für Wolfram sehr wichtig zu sein, da er sie nicht nur besonders in Szene setzt, indem er jenes Ereignis ankündigt (sît ez sich hât an den gezogt, in bestêt ob allem strîte ein vogt ug sînr unverzagten reise, 734, 29- 735,1) und gleichzeitig künstlich Spannung  aufbaut, durch die Geheimhaltung der Verwandtschaftsverhältnisse (&#039;&#039; ôwê, sît d´erde was sô breit, daz si ein ander niht vermiten, die dâ umb unschulde striten! 737, 22-24 und &#039;&#039; ieweder des andern herze truoc: ir vremde was heinlîch genouc&#039;&#039; 738, 9-10).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Analysiert man die beiden Brüdergeschichten, stellt sich die Frage: Wieso interveniert Gott um den Brudermord Parzival zu  verhindern? Eine Beantwortung dieser Frage kann nur spekulativ sein, dennoch ist besonders auffällig, dass keine göttliche Instanz zu Beginn des Romans Parzival davon abhält seinen Verwandten Ither zu töten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22827</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-13T22:10:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am Artushof an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen Gâwân und Gramoflanz gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll. Jenes Motiv der Wechselbeziehung von Sünde und Erlösung, manifestiert sich in der Hauptperson Parzival, da er einerseits seinen Verwandten Ither zu Beginn des Romanes tötet und andererseits Anfortas und die Gralsgesellschaft erlöst aus ihren Qualen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu: Kellner, Beate: Wahrnehmung und Deutung des Heidnischen, in: Wechselseitige Wahrnehmung der Religion im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 2009, S. 23-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;    &lt;br /&gt;
== Exkurs: Modell der universellen Genealogie ==  &lt;br /&gt;
Die komplexen und teilweise verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse der literarischen Figuren des Parzivals sind von großer Bedeutung, da sie uns Einblicke in die unterschiedlichen, dargestellten Familien bieten. Obwohl die Charaktere der Geschichte primär in die Kategorien Artushof oder Gralswelt eingeteilt werden, soll an dieser Stelle ein alternativer Ansatz von Beate Kellner angewendet werden, welcher  eine universelle Genealogie konstruiert. Die Autorin unterscheidet dabei zunächst zwischen Verwandtschaftsverhältnissen im engeren Sinne, welche sich auf das moderne Modell von Familie beziehen  – also die Verwandtschaft einzelner Familien, die sich zum Beispiel durch einen gemeinsamen Nachnamen von anderen abgrenzen – und dem Genealogischen im weiteren Sinne. Jener zweite Ansatz basiert auf einem biblischen Verständnis, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Analysiert man die beiden Brüdergeschichten, stellt sich die Frage: Wieso interveniert Gott um den Brudermord Parzival zu  verhindern? Eine Beantwortung dieser Frage kann nur spekulativ sein, dennoch ist besonders auffällig, dass keine göttliche Instanz zu Beginn des Romans Parzival davon abhält seinen Verwandten Ither zu töten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22216</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
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		<updated>2015-07-12T21:02:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am Artushof an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen Gâwân und Gramoflanz gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Der Versuch eines intertextuellen Vergleichs der beiden Brüdergeschichten ==&lt;br /&gt;
Betrachtet man die beiden Episoden, so kann zunächst konstatiert werden, dass sowohl das Ende als auch der Kontext und die familiäre Situation der beiden Brüdergeschichten durchaus unterschiedlich sind. Dennoch soll die folgende Analyse zeigen, dass es intertextuelle Parallelen gibt und die biblische Erzählung als Vorlage für die Parzival-Feirefiz Begegnung betrachtet werden kann. Ein erster Hinweis für diese These besteht darin, dass die Genesisepisode – vor  Parzivals Begegnung mit seinem Halbbruder – bereits von Trevrizent thematisiert wird (464, 16-22). Parzivals Onkel beschreibt seinem Neffen die Genealogie der Menschen, basierend auf der Schöpfungsgeschichte im Garten Eden. Dabei versucht er zu erklären, inwiefern sich die Geschichte der Menschheit auf das paradoxe Wechselspiel zwischen Sünde und Erlösung zurückführen lässt. Denn einerseits tragen die Menschen – seit dem Sündenfall von Adam und Eva und ferner dem Brudermord von Kain an Abel – eine Schuld gegenüber Gott, die sich dann andererseits mit der Geburt Jesus Christus als Erlöser der Welt aufheben soll.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:K%C3%A4mpfe_mit_Verwandten_im_Parzival_-_Zerst%C3%B6rung_dynastischer_Identit%C3%A4t_%3F&amp;diff=22211</id>
		<title>Diskussion:Kämpfe mit Verwandten im Parzival - Zerstörung dynastischer Identität ?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:K%C3%A4mpfe_mit_Verwandten_im_Parzival_-_Zerst%C3%B6rung_dynastischer_Identit%C3%A4t_%3F&amp;diff=22211"/>
		<updated>2015-07-12T20:38:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: Die Seite wurde neu angelegt: „Hallo, ich finde toll, dass du eine problemorientierte Fragestellung gewählt hast und auch deine Einteilung ist schlüssig. Im Seminar haben wir uns mit dem T…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo, ich finde toll, dass du eine problemorientierte Fragestellung gewählt hast und auch deine Einteilung ist schlüssig. Im Seminar haben wir uns mit dem Text von Beate Kellner bezüglich der Verwandschaftsgrade auf familiärer und universeller Ebene beschäftigt. Vielleicht kann ihre Arbeit noch ergänzend sein für deinen Artikel. Ich schreibe selber gerade an einem intertextuellen Artikel: &amp;quot;Kain und Abel vs. Feirefiz und Parzival&amp;quot; Du kannst dich gerne verlinken und ich werde dich auch mit einbeziehen!&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Parzival_und_Feirefiz&amp;diff=22130</id>
		<title>Diskussion:Parzival und Feirefiz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Diskussion:Parzival_und_Feirefiz&amp;diff=22130"/>
		<updated>2015-07-12T16:51:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo, könntest du unter Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Lebensweg vor der ersten Begegnung &amp;quot;rastlos&amp;quot; mit diesem Artikel http://mediaewiki.org/wiki/Ritter_als_Rastlose_in_Wolframs_Parzival verknüpfen? Vielen Dank! --[[Benutzer:AnMar|AnMar]] ([[Benutzer Diskussion:AnMar|Diskussion]]) 16:18, 24. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo! Absatz: Familie: ich denke, Parzival hat Condwiramurs schon in Pelrapeire geheiratet hat. LG Ute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, bei dem Absatz &amp;quot;Äußerem Erscheinungsbild&amp;quot; beschreibst du Feirefiz sehr genau (z.B. dass er starke Muskeln hat). Bei Parzival könntest du noch dazu schreiben, dass er bei der Geburt schon &amp;quot;Glieder wie ein rechter Mann hatte&amp;quot; (112,27), Herzeloyde ihn dann aber in die torenhaften Kleider steckte, in der Hoffnung er würde durch den Spott zurückkehren. Liebe Grüße --[[Benutzer:PE|PE]] ([[Benutzer Diskussion:PE|Diskussion]]) 19:50, 25. Jun. 2015 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, deine Gliederung und deine graphische Darstellung finde ich sehr gut gelungen. Bei dem Punkt 1. Treffen wäre es - der Vollständigkeit halber - vielleicht noch hilfreich, wenn du schreiben würdest an wen Parzival genau denkt um Kraft zu mobilisieren. Ferner sprichst du von der Hand Gottes, die den Kampf unterbricht. Ich schreibe gerade den Artikel &amp;quot;Kain und Abel vs. Parzival und Feirefiz- ein intertextueller Vergleich&amp;quot;. Vielleicht möchtest du mich an dieser Stelle verlinken :) Julia&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Moyenage&amp;diff=22120</id>
		<title>Benutzer Diskussion:Moyenage</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Moyenage&amp;diff=22120"/>
		<updated>2015-07-12T16:35:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen bei &#039;&#039;MediaeWiki&#039;&#039;!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Bent Gebert|BG]] ([[Benutzer Diskussion:Bent Gebert|Diskussion]]) 07:19, 22. Apr. 2015 (UTC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, ich finde deine Darstellung bis jetzt super und anschaulich. Schön wäre es, wenn du noch tiefer in die Materie gehen würdest und auch Sekundärliteratur konsultierst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22119</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22119"/>
		<updated>2015-07-12T16:34:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am Artushof an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen Gâwân und Gramoflanz gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22117</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22117"/>
		<updated>2015-07-12T16:30:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24) &amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;=&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erste Begegnung von [[Parzival_und_Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival und Feireviz]] ( 735, 7- 754, 20)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Zusammentreffen der Halbbrüder [[Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Parzival]] und  [[Feirefiz_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Feirefiz]] schließt kontextual an die diversen Hochzeiten am Artushof an,die aufgrund des friedlichen Ausganges des Kampfes zwischen Gâwân und Gramoflanz gefeiert wurden. Parzival schleicht sich am frühen Morgen nach den Feierlichkeiten aus dem Lager und reitet über eine Lichtung, auf der sich der Heide Feirefiz befindet.Ohne ersichtlichen Grund tjostieren sie sich, um dann im weiteren Verlauf in einen Schwertkampf überzugehen. Beide Kontrahenten kämpfen im Namen einer Frau, was ihnen als Katalysator für den schweren Zweikampf dient. Im Verlaufe des Kampfes wird deutlich, dass sich die Kämpfenden im Grunde ebenbürtig sind. Letztendlich entscheidet die göttliche Intervention ( &#039;&#039; got des niht langer ruochte&#039;&#039; 744, 14) das Duell, indem der Allmächtige, Parzivals Schlag &#039;&#039;von Gaheviez daz starke swert mit slage ûfs heidens helme brast, sô daz der küene rîche gast mit strûche venje suochte&#039;&#039; (744, 10-13. Durch das Zerspringen des Schwertes wird der Kampf der Halbbrüder unterbrochen, woraufhin sich die Gegner einander vorstellen und erkennen, dass sie Brüder sind. Daraufhin schließen sie Frieden und erfreuen sich an der Gesellschaft des jeweils anderen und reiten gemeinsam zurück zum Artushof.    &lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literaturverzeichnis=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York. &lt;br /&gt;
Luther, Martin: Die Bibel. Nach deutscher Übersetzung von Martin Luther, Stuttgart 1985.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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	<entry>
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		<title>Benutzer Diskussion:Moyenage</title>
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		<updated>2015-07-12T15:14:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen bei &#039;&#039;MediaeWiki&#039;&#039;!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Bent Gebert|BG]] ([[Benutzer Diskussion:Bent Gebert|Diskussion]]) 07:19, 22. Apr. 2015 (UTC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, ich finde deine Darstellung bis jetzt super und anschaulich. Schön wäre es, wenn du noch tiefer in die Materie gehen würdest und auch Sekundärliteratur konsultierst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, deine Gliederung und deine graphische Darstellung finde ich sehr gut gelungen. Bei dem Punkt 1. Treffen wäre es - der Vollständigkeit halber - vielleicht noch hilfreich, wenn du schreiben würdest an wen Parzival genau denkt um Kraft zu mobilisieren. Ferner sprichst du von der Hand Gottes, die den Kampf unterbricht. Ich schreibe gerade den Artikel &amp;quot;Kain und Abel vs. Parzival und Feirefiz- ein intertextueller Vergleich&amp;quot;. Vielleicht möchtest du mich an dieser Stelle verlinken :)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Bent Gebert|BG]] ([[Benutzer Diskussion:Bent Gebert|Diskussion]]) 07:19, 22. Apr. 2015 (UTC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, ich finde deine Darstellung bis jetzt super und anschaulich. Schön wäre es, wenn du noch tiefer in die Materie gehen würdest und auch Sekundärliteratur konsultierst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo, deine Gliederung und deine graphische Darstellung finde ich sehr gut gelungen. Bei dem Punkt 1. Treffen wäre es - der Vollständigkeit halber - vielleicht noch hilfreich, wenn du schreiben würdest an wen Parzival genau denkt um Kraft zu mobilisieren.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Allerdings beschränkt sich dieser Artikel darauf, literarische Werke des Autors auf dessen Vorstellung von Liebe zu analysieren und hat keinen autobiographischen Anspruch. Besonders der Bruch mit der traditionellen Konzeption der Liebe, sowie die Darstellung der weiblichen Figuren im Parzival sollen hier genauer betrachtet werden. Dabei lässt sich bereits auf den ersten Blick feststellen, dass sich Eschenbach selbst nicht als tapferen Ritter charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich  [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang Minnesängers] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie heterodiegetischer Erzähler] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jener Auszug (334, 27-30) spiegelt die vorherrschende Enttäuschung Wolframs bezüglich seiner Erfahrungen im Minnedienst deutlich wieder. Die höfische Gesellschaft des Mittelalters basiert auf einem strengen Konzept des Minnedienstes, welches Eschenbach bereits früh illustriert (115, 15-18):&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ob ich guotes wîbes minne ger,  || Wenn ich mich um die Liebe einer rechten Frau bemühe, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| mag ich mit schild und ouch mit sper || so muss ich mir den Lohn der Liebe  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verdienen niht ir minne solt, || mit Schild und Speer verdienen; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| al dar nâch sî sie mir holt. || ob ich das kann oder nicht, danach soll sie ihre Gunst bemessen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}   &lt;br /&gt;
Dennoch kritisiert er - offen im Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und indirekt im fünften Tagelied - das Minnekonzept. Um diesen Ausbruch aus der Konvention eines Minnesängers zu kompensieren, konzipert er die meisten weiblichen Figuren im Parzival als Paradebeispiel tugendhafter Frauen. Aufgrund dieser Idealisierung, wird der Gegensatz zu seiner ehemaligen Geliebten noch stärker betont.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22043</id>
		<title>Kain und Abel vs. Parzival und Feireviz - ein intertextueller Vergleich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kain_und_Abel_vs._Parzival_und_Feireviz_-_ein_intertextueller_Vergleich&amp;diff=22043"/>
		<updated>2015-07-12T14:25:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Notizbereich --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border:1px solid gray; margin:5px 3px 0px 3px; padding:0 5px 2px 5px; background-color:#EEEEEE&amp;quot;&amp;gt;Hinweis: Dieser Artikel entsteht derzeit im Rahmen des [[Seminar:Hauptseminar_Parzival_SoSe_2015|Haupt- und Oberseminars zu Wolframs Parzival]] (Sommersemester 2015) und befindet sich noch in der Entstehung und wird deshalb noch häufig überarbeitet werden.&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel versucht die Parallelen und besonders den entscheidenden Unterschied dieser zwei Brüdergeschichten herauszuarbeiten. Dabei soll vor allem untersucht werden, inwiefern der Brudermord im Parzival - im Gegensatz zu der biblischen Vorlage - verhindert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Die Geschichte von Kain und Abel (Gen. 4, 1-24)=&lt;br /&gt;
Das Buch Genesis illustriert die Schöpfungsgeschichte des christlichen Glaubens und lässt sich inhaltlich in zwei Blöcke einteilen: Kapitel 1 bis 11 erzählen die Geschichte der ersten Menschen und Kapitel 12 bis 50 die sogenannten Vätergeschichten beginnend mit Abraham und seiner Frau Sarah. Das vierte Kapitel setzt nach dem Sündenfall um den Baum des Lebens an und des damit verbundenen Verstoßes von Adam und Eva aus dem göttlichen Paradies. Es schildert die tragische Geschichte der zweiten Generation von Menschen Kain und Abel. &lt;br /&gt;
Der Ackermann Kain tötet seinen Bruder den Hirten Abel aus Neid heraus, da Gott dessen Opfergabe präferierte. Obwohl der Herr jenen warnte seinen Ärger zu beherrschen: &#039;&#039;„Warum ergrimmst du? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie“&#039;&#039; (Gen. Kapitel 4, 7-8) und vor einer erneuten Sünde zu bewahren, tötet Kain seinen Bruder.  Daraufhin wird er von Gott verstoßen, jedoch ebenfalls mit einem Mal versehen, sodass er weiterhin von ihm protegiert wird. Die beiden Sündengeschichten sind parallel zueinander angeordnet, wobei die Verkostung des Apfels als vertikales Vergehen zu betrachten ist – die Schöpfung vergeht sich an ihrem Schöpfer – während der Brudermord einen horizontalen Charakter aufweist, da die Gewalttat auf zwischenmenschlicher Ebene stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;  Vgl.: Egelkraut, Helmuth: Das Alte Testament. Entstehung-Geschichte-Botschaft, Gießen 2012, S. 134-141. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literaturverzeichnis=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=22038</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=22038"/>
		<updated>2015-07-12T14:17:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich  [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang Minnesängers] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie heterodiegetischer Erzähler] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jener Auszug (334, 27-30) spiegelt die vorherrschende Enttäuschung Wolframs bezüglich seiner Erfahrungen im Minnedienst deutlich wieder. Die höfische Gesellschaft des Mittelalters basiert auf einem strengen Konzept des Minnedienstes, welches Eschenbach bereits früh illustriert (115, 15-18):&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ob ich guotes wîbes minne ger,  || Wenn ich mich um die Liebe einer rechten Frau bemühe, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| mag ich mit schild und ouch mit sper || so muss ich mir den Lohn der Liebe  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verdienen niht ir minne solt, || mit Schild und Speer verdienen; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| al dar nâch sî sie mir holt. || ob ich das kann oder nicht, danach soll sie ihre Gunst bemessen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}   &lt;br /&gt;
Dennoch kritisiert er - offen im Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und indirekt im fünften Tagelied - das Minnekonzept. Um diesen Ausbruch aus der Konvention eines Minnesängers zu kompensieren, konzipert er die meisten weiblichen Figuren im Parzival als Paradebeispiel tugendhafter Frauen. Aufgrund dieser Idealisierung, wird der Gegensatz zu seiner ehemaligen Geliebten noch stärker betont.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=22036</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-12T14:10:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden stets zitierte Ausgabe: [Parzival].&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang &amp;quot;Minnesängers&amp;quot;] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie heterodiegetischer Erzähler] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jener Auszug (334, 27-30) spiegelt die vorherrschende Enttäuschung Wolframs bezüglich seiner Erfahrungen im Minnedienst deutlich wieder. Die höfische Gesellschaft des Mittelalters basiert auf einem strengen Konzept des Minnedienstes, welches Eschenbach bereits früh illustriert (115, 15-18):&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ob ich guotes wîbes minne ger,  || Wenn ich mich um die Liebe einer rechten Frau bemühe, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| mag ich mit schild und ouch mit sper || so muss ich mir den Lohn der Liebe  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verdienen niht ir minne solt, || mit Schild und Speer verdienen; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| al dar nâch sî sie mir holt. || ob ich das kann oder nicht, danach soll sie ihre Gunst bemessen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}   &lt;br /&gt;
Dennoch kritisiert er - offen im Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und indirekt im fünften Tagelied - das Minnekonzept. Um diesen Ausbruch aus der Konvention eines Minnesängers zu kompensieren, konzipert er die meisten weiblichen Figuren im Parzival als Paradebeispiel tugendhafter Frauen. Aufgrund dieser Idealisierung, wird der Gegensatz zu seiner ehemaligen Geliebten noch stärker betont.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21932</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21932"/>
		<updated>2015-07-12T11:29:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang &amp;quot;Minnesängers&amp;quot;] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie &amp;quot;heterodiegetischer Erzähler&amp;quot;] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
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| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jener Auszug (334, 27-30) spiegelt die vorherrschende Enttäuschung Wolframs bezüglich seiner Erfahrungen im Minnedienst deutlich wieder. Die höfische Gesellschaft des Mittelalters basiert auf einem strengen Konzept des Minnedienstes, welches Eschenbach bereits früh illustriert (115, 15-18):&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ob ich guotes wîbes minne ger,  || Wenn ich mich um die Liebe einer rechten Frau bemühe, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| mag ich mit schild und ouch mit sper || so muss ich mir den Lohn der Liebe  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verdienen niht ir minne solt, || mit Schild und Speer verdienen; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| al dar nâch sî sie mir holt. || ob ich das kann oder nicht, danach soll sie ihre Gunst bemessen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}   &lt;br /&gt;
Dennoch kritisiert er - offen im Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und indirekt im fünften Tagelied - das Minnekonzept. Um diesen Ausbruch aus der Konvention eines Minnesängers zu kompensieren, konzipert er die meisten weiblichen Figuren im Parzival als Paradebeispiel tugendhafter Frauen. Aufgrund dieser Idealisierung, wird der Gegensatz zu seiner ehemaligen Geliebten noch stärker betont.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21931</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21931"/>
		<updated>2015-07-12T11:28:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang &amp;quot;Minnesängers&amp;quot;] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie &amp;quot;heterodiegetischer Erzähler&amp;quot;] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
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| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
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== Fazit ==&lt;br /&gt;
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| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
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| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jener Auszug (334, 27-30) spiegelt die vorherrschende Enttäuschung Wolframs bezüglich seiner Erfahrungen im Minnedienst deutlich wieder. Die höfische Gesellschaft des Mittelalters basiert auf einem strengen Konzept des Minnedienstes, welches Eschenbach bereits früh illustriert (115, 15-18):&lt;br /&gt;
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| ob ich guotes wîbes minne ger,  || Wenn ich mich um die Liebe einer rechten Frau bemühe, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| mag ich mit schild und ouch mit sper || so muss ich mir den Lohn der Liebe  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verdienen niht ir minne solt, || mit Schild und Speer verdienen; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| al dar nâch sî sie mir holt. || ob ich das kann oder nicht, danach soll sie ihre Gunst bemessen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}   &lt;br /&gt;
Dennoch kritisiert er - offen im Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und indirekt im fünften Tagelied - das Minnekonzept. Um diesen Ausbruch aus der Konvention eines Minnesängers zu kompensieren, konzipert er die meisten weiblichen Figuren im Parzival als Paradebeispiel tugendhafter Frauen. Aufgrund dieser Idealisierung, wird der Gegensatz zu seiner ehemaligen Geliebten noch stärker betont.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;References /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21929</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21929"/>
		<updated>2015-07-12T11:26:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang &amp;quot;Minnesängers&amp;quot;] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie &amp;quot;heterodiegetischer Erzähler&amp;quot;] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jener Auszug (334, 27-30) spiegelt die vorherrschende Enttäuschung Wolframs bezüglich seiner Erfahrungen im Minnedienst deutlich wieder. Die höfische Gesellschaft des Mittelalters basiert auf einem strengen Konzept des Minnedienstes, welches Eschenbach bereits früh illustriert (115, 15-18):&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ob ich guotes wîbes minne ger,  || Wenn ich mich um die Liebe einer rechten Frau bemühe, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| mag ich mit schild und ouch mit sper || so muss ich mir den Lohn der Liebe  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verdienen niht ir minne solt, || mit Schild und Speer verdienen; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| al dar nâch sî sie mir holt. || ob ich das kann oder nicht, danach soll sie ihre Gunst bemessen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}   &lt;br /&gt;
Dennoch kritisiert er - offen im Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und indirekt im fünften Tagelied - das Minnekonzept. Um diesen Ausbruch aus der Konvention eines Minnesängers zu kompensieren, konzipert er die meisten weiblichen Figuren im Parzival als Paradebeispiel tugendhafter Frauen. Aufgrund dieser Idealisierung, wird der Gegensatz zu seiner ehemaligen Geliebten noch stärker betont.  &lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21905</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-12T10:49:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
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| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
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| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
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| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
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| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
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Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang &amp;quot;Minnesängers&amp;quot;] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie &amp;quot;heterodiegetischer Erzähler&amp;quot;] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Liebe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21895</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21895"/>
		<updated>2015-07-12T10:38:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines [http://de.wikipedia.org/wiki/Minnesang &amp;quot;Minnesängers&amp;quot;] widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso [http://de.wikipedia.org/wiki/Erzähltheorie &amp;quot;heterodiegetischer Erzähler&amp;quot;] fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren (128, 27-30): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der &#039;&#039;helnden minne ir klage&#039;&#039; einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
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| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (&#039;&#039;der darf niht durch den morgen dannen streben&#039;&#039; V,14  und man darf in &#039;&#039;niht uz leiten uf sin leben&#039;&#039; V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
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== Fazit ==&lt;br /&gt;
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| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
*[Boll 2007] Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007.&lt;br /&gt;
*[Mohr 1978] Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-12T10:23:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sich diese in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne &#039;&#039;gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht&#039;&#039; (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5)[[Ansprachen_an_Frau_minne_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Episode]] die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene [[Die_Blutstropfenszene_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Blutstropfenszene]] veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern besonders die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wolframs Tagelieder] sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe Minne ], die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival Sigune kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sie sich in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-12T09:58:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival]] Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
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| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
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| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
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| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
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| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
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Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue anhand von zwei Beispielen ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren [[Das _Bild_der_Frau_im_Parzival_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Frauenfiguren]] – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln [[Gahmuret_und_Herzeloyde_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Herzeloydes]] motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
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| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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Die Cousine von Parzival [[Sigune_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)|Sigune]] kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sie sich in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival Sigune kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sie sich in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
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| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
*[Boestfleisch 1930] Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930.&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21857</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-12T09:29:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors == &amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Im Folgenden soll dies nun an zwei Beispielen gezeigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Eine detaillierte Liste dieser literarischen Figuren findet sich in: Boestfleisch, Kurt: Studien zum Minnegedanken bei Wolfram von Eschenbach, Königsberg 1930, S. 6-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem &#039;&#039;getriulîcher tôt&#039;&#039; (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln Herzeloydes motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival Sigune kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sie sich in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.&lt;br /&gt;
Basierend auf seinen negativen Liebeserfahrungen, idealisiert Wolfram von Eschenbach diejenigen Frauen, die ein besonders hohes Maß an Treue für ihren Partner empfinden. Da Wolfram kontinuierlich auf diese Charaktereigenschaft eines Menschen hinweist, kann die Treue als ein Leitmotiv seiner Figurenkonzeption betrachtet werden. &lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
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| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
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| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
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| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
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|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival Sigune kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sie sich in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.         &lt;br /&gt;
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== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[Bauschke 2014] Bauschke,Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-12T09:03:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann.&amp;lt;ref&amp;gt; Das Motiv des Hasses erscheint auch später erneut, bezüglich des &#039;&#039;ungedienten haz&#039;&#039;, den Jeschute ertragen muss. Im Vergleich zu Eschenbachs Hass ist dieser jedoch ungerechtfertigt, da die Dame keine Schuld am Überfall Parzivals trug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem getriulîcher tôt (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln Herzeloydes motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.&lt;br /&gt;
Die Cousine von Parzival Sigune kann als Personifikation von Treue betrachtet werden, wobei sie die These der Treue als Leitmotiv unterstreicht, da sie ein wiederkehrendes Element darstellt. Bei allen vier Begegnungen mit Sigune befindet sie sich in tiefer Trauer um ihren verstorbenen Minneritter Schianatulander, dem sie treu bleibt obwohl sie nicht verheiratet sind. Denn Sigûne gerte ergetzens niht, als wîp die man bî wanke siht (253, 15-16), folglich repräsentiert sie die ewige Treue, die in einem gemeinsamen Sarg  mit ihrem Geliebten mündet.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan swer durch wîp hât arbeit,  || Wenn einer sich plagt für die Frauen, so  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz gît im freude, etswenne ouch leit || kriegt er dafür die Freuden der Liebe - &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem orte fürbaz wigt: || es ist aber auch schon vorgekommen, dass am Ende das Unglück schwerer wog auf dieser Schaukelwaage: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sus dicke minne ir lônes pfligt || So sieht oft der Lohn der Liebe aus&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21627</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21627"/>
		<updated>2015-07-11T11:41:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
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| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Darauffolgt eine Klage über Frauen, die sich nicht entscheiden, wem sie ihre Liebe schenken. Jene Damen beschreibt Wolfram als &#039;&#039;wenkent und ir vriuntschaft überdenkent&#039;&#039; (311, 23-24). Es ist möglich, dass Wolfram sich hier auf seine persönlichen Erfahrungen bezieht, da er das Zangengleichnis wiederaufgreift, welches repräsentativ für den Hass auf seine ehemalige Geliebte steht.   &lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem getriulîcher tôt (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln Herzeloydes motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
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| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21622</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-11T11:24:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Das Motiv der Zange wird im sechsten Buch erneut aufgegriffen, bezüglich Parzivals Wirkung auf Frauen (311, 19-22): &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an dem kinne und an den wangen:  || Seine Farbe am Kinn und auf den Wangen  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sîn varwe zeiner zangen || hätte man recht gut als Zange brauchen können &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| waer guot: si möhte staete habn, || was die gepackt hielt, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| diu den zwîfel wol hin dan kan schabn. || konnte nicht mehr abtrünnig werden und verwandelte sich so in eitel Treue. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem getriulîcher tôt (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln Herzeloydes motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21613</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-11T10:38:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Topos der Treue ==&lt;br /&gt;
Im Verlauf der ersten sechs Bücher illustriert Wolfram von Eschenbach – an ausgewählten Frauenfiguren – das  Idealbild einer tugendhaften Frau.  Auffällig dabei erscheint die Tatsache, dass jene weiblichen Vorbilder besonders aufgrund ihrer Treue vom Autor gelobt werden. Als Paradebeispiel dient zunächst Herzeloyde, die ihrem verstorbenen Ehemann Gahmuret auch nach dem Tode treu verbunden ist. Ihre Aufopferung für Gahmuret und ihren Sohn Parzival manifestiert sich geradezu in ihrem getriulîcher tôt (128, 23), nachdem Parzival aufgebrochen ist um Ritter zu werden. Das selbstlose Handeln Herzeloydes motivierte Wolfram dazu sie als Prototyp einer treuen Frau zu stilisieren: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ôwê daz wir nu niht enhân  || Weh uns, daß wir heutzutage nichts Verwandtes mit ihr haben, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir sippe unz an den eilften spân || selbst wenn wir Verwandschaft zählen wollten bis ins elfte Glied &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind acht Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
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| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
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| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
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| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
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Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.         &lt;br /&gt;
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== Fazit ==&lt;br /&gt;
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== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21467</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-10T11:28:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
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Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind fünf Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
Dadurch wird das Konzept der helden minne – also der geheimen Liebschaft – kritisch hinterfragt. Jenen Liebesabenteuer wird die legitimierte Beziehung zweier Verheirateter gegenübergestellt, die nicht nur ungefährlicher ist (der darf niht durch den morgen dannen streben V,14  und man darf in niht uz leiten uf sin leben V, 17-18), sondern auch den Abschiedsschmerz wegnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: Boll, Katharina: Alsô redete ein frowe schoene, S. 482 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf diese Weise hinterfragt Eschenbach das Minnekonzept der Tagelieder auf einer Metaebene, indem er – ebenfalls  durch ein Tagelied – ein Gegenkonstrukt beschreibt. Die Ehe wird dabei als legitimer Ort von Leidenschaften glorifiziert.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21458</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-10T11:01:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind fünf Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;einerseits mit der traditionellen lyrischen Figurenkonstellation (Ritter-Dame-Wächter), indem er den Wächter verstummen lässt (swic, da von niht gerne sinc! V, 9-10) und auch das Leid der Frau nicht zum Ausdruck gebracht wird. Andererseits wirkt das Tagelied wie eine Kritik an der Gattung selbst, da der lyrische Erzähler die eigene Ehefrau präferiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er bi lieben wibe lac  || dass er bei seiner Liebsten ruht, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein offeniu süeziu wirtes wip || Die offne, holde eigne Frau &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kann solhe minne geben. || wird solche Liebe geben. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21452</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-10T10:40:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind fünf Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht thematisiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;Wie bereits erwähnt illustriert das Tagelied normalerweise, die uneheliche Verbindung zweier Liebenden und den Schmerz des Abschieds am nächsten Tag, welcher jedoch erforderlich ist, um ihr Verhältnis geheim zu halten. Wolfram von Eschenbach bricht im fünften Tagelied &amp;lt;ref&amp;gt; Die Textgrundlage der helnden minne ir klage wurde aus: Mohr, Wolfgang: Wolfram von Eschenbach Titurel. Lieder. Mittelhochdeutscher Text und Übersetzung, Göppingen 1978, S. 88-89, entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Wolfram_von_Eschenbach_und_die_Liebe&amp;diff=21440</id>
		<title>Wolfram von Eschenbach und die Liebe</title>
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		<updated>2015-07-10T10:03:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Moyenage: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel befasst sich mit der besonderen Beziehung [[Wolfram_von_Eschenbach_(Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] zum weiblichen Geschlecht. Hierbei ist auffällig, dass er sich selbst an vielen Stellen als Gegenstück eines tapferen Ritters charaktisiert und seine amourösen Erfahrungen von negativer Natur sind.&lt;br /&gt;
==  Einblick in die persönlichen Erfahrungen des Autors&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein ist zu beachten, dass der reale Autor eines literarischen Werkes nicht gleichzeitig auch der  Erzählinstanz entspricht. Dennoch kann die persönliche Vorstellung des Erzählers als &#039;&#039;ich bin Wolfram von Eschenbach, unt kann ein teil mit sange( 114, 12-13)&#039;&#039; und die damit verbundene Verschmelzung zu einer Personalunion, als charakteristisches Merkmal für Wolframs Erzählkonzept betrachtet werden, um sich von den französischen Vorlagen zu distanzieren und die orale Erzählsituation zu verstärken. Vgl.: Bauschke, Ricarda: Chrétien und Woolfram. Erzählerische Selbstfindung zwischen Stoffbewältigung und Narrationskunst, S. 119-120, in: Ridder, Klaus: Wolframstudien XIII, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbachs Grundhaltung dem weiblichen Geschlecht gegenüber scheint durch die Enttäuschung vorbelastet zu sein, die er durch eine bestimmte Frau in der Vergangenheit erfahren hat. Er spricht davon, dass sein  &#039;&#039;zorn […] immer niuwe gein ir, sît ich se an wanke sach ( 114,10-11).&#039;&#039; Der Grund für seinen anhaltenden Hass ist die Untreue seiner Geliebten, der er offensichtlich ihre Verfehlung  bis zum heutigen Tag  nicht verzeihen kann. Dies illustriert er anschaulich durch ein Zangengleichnis, indem er seinen Hass auf diese Frau nicht los lässt, sondern fest umklammert (&#039;&#039; unt bin ein habendiu zange mînen zorn gein einem wîbe 114, 14-15&#039;&#039;). Jene unverarbeiteten Emotionen verhindern laut Wolfram  allerdings auch jegliche neue Liebesbeziehungen, da er deswegen auch &#039;&#039; hân ich der andern hâz &#039;&#039;( 114, 19). An dieser Stelle diagnostiziert Wolfram einen allgemeinen &#039;&#039;hâz&#039;&#039; der Frauen ihm gegenüber, da sie mit der ehemaligen Geliebten eine Allianz eingehen. Diese kollektive Abneigung gegen ihn beschreibt er als typische Charaktereigenschaft des weiblichen Geschlechts. Nichtsdestotrotz reflektiert er selbstkritisch, dass er sich ebenfalls unrecht verhalten hat, indem er sich &#039;&#039;versprochen hân und an mir selben missetân&#039;&#039;( 114, 23-24). Dadurch verletzt er nämlich das Konzept der Minnedichtung bezüglich ihrer idealisierten Darstellung von Frauen, was dem Berufsethos eines Minnesängers widerspricht.   &lt;br /&gt;
Desweitern versucht er sich über die willkürliche Antipathie der Frauenwelt ihm gegenüber zu erheben, indem er unterstreicht dass, &#039;&#039;ine hân des niht vergezzen, ine künne wol gemezzen beide ir baerde unt ir site&#039;&#039; (114, 29 – 115,1). Trotz seiner negativen Erfahrungen mit einer Frau, betrachtet er sich selbst also noch als objektiv genug, um die weiblichen Figuren dieses Romans gerecht beurteilen zu können.  Diese Selbsteinschätzung ist für den Leser bzw. Zuhörer von Bedeutung, da Wolfram als auktorialer und ebenso heterodiegetischer Erzähler fungiert und somit nur seine Perspektive übermittelt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Die zahlreichen positiven Darstellungen von Frauen im Parzivalroman unterstützen die Behauptung des Autors. Als Beispiel kann hier die Charakterisierung von Herzeloyde angeführt werden:  &#039;&#039;Rîcheit bî jugent phlac daz wîp, und freuden mêre dan ze vil: si was gar ob dem wunsches zil&#039;&#039; 102, 28-30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zwiegespräch mit &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des sechsten Buches illustriert Wolfram von Eschenbach in einer langen Episode (282, 24- 302,5) die immense Macht der Liebe über die Minneritter. Die sogenannte Blutstropfenszene veranschaulicht Parzivals partielles Unvermögen sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, da er sich in einer Minnetrance  befindet. Jene durchaus als lebensgefährlich zu betrachtende Situation, nimmt Wolfram zum Anlass um einen kritischen Minneexkurs einzuschieben. Dabei adressiert er Frou minne persönlich und beschuldigt sie ihre Macht über die Liebenden ungerecht auszuüben mit den Worten: &#039;&#039;wie stêt iu daz, frou minne, daz ir manlîche sinne und herzehaften hôhen muot alsus enschumpfieren tuot?&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle unterstellt Peter Knecht möglicherweise Wolfram von Eschenbach ein zu hohes Maß an Angriffslustigkeit, indem er &#039;&#039;wie stêt iu daz&#039;&#039; mit &#039;&#039;Schämt ihr euch nicht&#039;&#039; übersetzt (291,5).&amp;lt;/ref&amp;gt;Denn die Menschen unterstehen der Frou minne und agieren quasi unter ihrem Bann und nach ihrem Willen, sodass die personifizierte Liebe für das Fehlverhalten der Liebenden verantwortlich gemacht wird. Dabei beschränkt sich ihre Interventionen nicht alleine auf das weiblich Geschlecht ( &#039;&#039;ir zucket manegem wîbe ir prîs&#039;&#039; 291, 21), sondern auch die Männer unterstehen ihrem „Befehl“ ( &#039;&#039;und daz manec hêrre an sînem man von iwerr kraft hât missetân&#039;&#039; 291,23-24). Die Motivation für diesen emotionalen Ausbruch scheint erneut die persönliche Enttäuschung mit jener oben erwähnten Frau zu sein, denn als Entschuldigung für seine Beschuldigungen führt er an, dass &#039;&#039;het ir mir geholfen baz, mîn lop waer gein iu niht sô laz&#039;&#039; (292, 7-8). Konsequenterweise distanziert sich der Erzähler von Frou minne und bevorzugt keine Liebe zu empfangen, als weitere Enttäuschungen zu erleben. Dieser Exkurs reduziert die personifizierte Liebe auf rein negative Aspekte und wird ihr somit nicht gerecht.  Als einzig positive Komponente nennt Wolfram die Personifikation der Zärtlichkeit – im mittelhochdeutschen Text &#039;&#039;frou liebe&#039;&#039; genannt – welche &#039;&#039;Frou minne&#039;&#039; untersteht.      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Darstellung der Liebe in Eschenbachs Tagelieder ==&lt;br /&gt;
Die mittelhochdeutschen Tagelieder sind eine Untergruppe der höfischen Minnelyrik und thematisieren primär die heimliche Liebesnacht eines Liebespaares und den darauffolgenden Abschied am Morgen. Interessanterweise liegt hier der Fokus auf der körperlichen Liebe und nicht auf der sogenannten Hohen Minne, die das Werben um eine Frau illustriert. Insgesamt sind fünf Tagelieder von Wolfram überliefert, von denen besonders das Tagelied der helnden minne ir klage einen interessanten Aspekt des Minneverständnisses von Wolfram wiederspiegelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die kontrovers diskutierte Reihenfolge der Tagelieder soll hier nicht diskutiert werden. Ferner ist die Differenz von Autor und Erzähler bekannt, dennoch erscheint es sinnvoll jenes Tageslied zu analysieren, da Eschenbach mit einer gattungstypischen Konvention bricht. Vgl.: Boll, Katharina:Alsô redete eine vrowe schoene. Untersuchungen zu Konstitution und Funktion der Frauenrede im Minnesang des 12. Jahrhunderts, Würzburg 2007, S. 481 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
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== Textausgabe == &lt;br /&gt;
[*Parzival]Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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== Fußnoten ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Moyenage</name></author>
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