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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-11T04:59:30Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Luca.baumann&amp;diff=29284</id>
		<title>Benutzer Diskussion:Luca.baumann</title>
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		<updated>2020-08-04T11:00:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Willkommen!&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen bei &#039;&#039;MediaeWiki&#039;&#039;!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Phil S|Phil S]] ([[Benutzer Diskussion:Phil S|Diskussion]]) 13:00, 4. Aug. 2020 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Luca.baumann&amp;diff=29283</id>
		<title>Benutzer:Luca.baumann</title>
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		<updated>2020-08-04T11:00:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Erzeuge Benutzerseite mit den Angaben zur Person des neuen Benutzers.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27950</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-07-08T07:22:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 01.07.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Prüfen und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Liebestrank).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ergänzen und überarbeiten Sie den neu angelegten Artikel zur Brautwerbung. Nutzen Sie hierfür Ihre Notizen zu Schmid-Cadalbert und Schulz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Mertens.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie Gottfrieds Minnegrotte (V 16683ff.) mit Eilharts Waldleben (V. 4685ff.) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die außerhöfischen Räume voneinander und wie werden sie beschrieben (Umfang, Wertung usw.)?&lt;br /&gt;
* Welche Funktion könnten die unterschiedlichen Raumkonzepte (in Zusammenhang mit der Trank- und Minnethematik) haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 08.07.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Prüfen und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ergänzen und überarbeiten Sie den Artikel zur Brautwerbung mit dem Eintrag aus dem Reallexikon zum Thema &amp;quot;Erzählschema&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Notieren Sie die wichtigsten Punkte von Mälzer zu den Isolde-Gestalten bei Eilhart und Gottfried. Wie unterscheiden sie sich?&lt;br /&gt;
* Vergleichen Sie bei Eilhart die Darstellung von Isalde I und Isalde II. Was fällt Ihnen auf? Gibt es Wertungen der Erzählinstanz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 15.07.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten und ergänzen Sie den Artikel zur Brautwerbung.&lt;br /&gt;
* Ergänzen Sie in der Ergebnissicherung der letzten Woche Ihre Eindrücke zur Darstellung von Isalde I und Isalde II (Tristrants Ehefrau).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Bonath und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Funktion erfüllt die Doppelung in der Nampetenis-Episode?&lt;br /&gt;
* Welche wiederkehrenden Motive und Handlungen gibt es in Eilharts Tristrant noch?&lt;br /&gt;
* In welchem Verhältnis könnte die Episodenhaftigkeit der Rückkehr-Abenteuer zur mündlichen Erzähltradition stehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer 1995] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nuº schigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich úch o˅n all valschait&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die ich in sinem buºch vand, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 32 - 50)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV] Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden. Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebe erscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]dem Beweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebe die sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;harpffen und singen&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weder vor noch sÿd&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an im er nicht vergaß,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[…]&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ritterlichen riten und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sölt schlachen mit dem schwert.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 140 - 161ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt. Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht. Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen. Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (siehe Schwalbenepisode). Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.  Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft. Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n?&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú tät so we mir.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt?&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun ist sú mir laider also schwär&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2564 - 2575ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und außerdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;e ich von sölichem sere&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2768 - 26773 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten. Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornwall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2852 - 2857 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist. Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt. Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren. &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten 1999] Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen, zeigt auf, dass sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tristrand und die kúngin&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und Kurnewal der diener sin&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;littern gro˅ssen hunger.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer in sölichem kummer&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sölt ain ja˅r liden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ich will der zwaÿ geschwigen –&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er müßt sin deß todß,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;metteß noch wineß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch kainer hand fineß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 4757 - 4767)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhart eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt. Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhart der Erwähnung bedürfen.  Tritrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen, wahrt aber Isalde zuliebe die Beherrschung. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf. Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Der Trank bewirkt das Schwinden der Entscheidungsfreiheit und des personalen Bewusstseins. &#039;&#039;Personal&#039;&#039; bedeutet, dem mittelalterlichen Zeitgeist entsprechend, im Rahmen der heldischen und höfischen Qualitäten. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe (die magisch-materielle Ursache), waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben. Insbesondere bei Gottfried dient der Trank nur dazu die Schuld der Betrügereien abzuschwächen. Die Liebe selbst bedarf keiner Entschuldigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039; [Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2315 - 2319)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Heldenlied und Marchen, hohe Dichtung und Volksdichtung, logischer&lt;br /&gt;
und alogischer Geist, tragische und mystische Seele stehen&lt;br /&gt;
sich in Eheverzicht und Drachenkampf einerseits und Liebestrank anderseits gegenüber&amp;quot;.&#039;&#039;[Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. Es stellt sich die Frage, wie schwerwiegend Markes Bruch des Versprechens zu gewichten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| In den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Im Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinander binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raumkonzepte bei Eilhart und Gottfried ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldleben bei Eilhart von Oberg ===&lt;br /&gt;
Das Waldleben bei Eilhart wird als eine Notsituation dargestellt. Der Wald dient Tristrant und Isalde dabei als Exil, als Schutz vor dem König und seinen Untertanen. Das Leben dort ist geprägt von Hunger (V. 4757 ff), Kälte und Witterung. Mertens spricht von einem &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039;[Mertens 1995:47] – einem harten, schrecklichen Ort.&lt;br /&gt;
Es unterscheidet sich ganz deutlich vom höfischen Alltag, allein schon bei der Beschaffung der Nahrung wird dies hervorgehoben. Tristrant, Isalde und Kurneval müssen sich von Kräutern ernähren, die sie aufgrund ihrer Lage dennoch wertschätzen (V. 4725-4729). Auch durch den Einfallsreichtum Tristrants gelangen sie zu Wild und Fischen (V. 4732 ff). Die Charaktere müssen selbstständig Handeln bzw. arbeiten, um zu Überleben. Kurvenal beschafft die Materialien (Blätter und Äste), welche Tristrant zum Bau einer einfachen Hütte nutzt (V.4716 ff). Und selbst die Königin Isalde kümmert sich derweil um die Pferde (V. 4720), bleibt also nicht tatenlos.&lt;br /&gt;
Der Verstand (im Besonderen Tristrants) ermöglicht so zum Teil das Überleben, den größeren Anteil habe dabei vor allem aber die Liebe zwischen Tristrant &amp;amp; Isalde, welche die Strapazen zu einem „Kinderspiel“ mache (V. 4747 ff: &#039;&#039;ain kindß spil&#039;&#039;). Dennoch spricht Eilhart hier von Wundern (V. 4771: &#039;&#039;gro&amp;lt;sup&amp;gt;v&amp;lt;/sup&amp;gt;ß wunder&#039;&#039;, da ein normaler Mensch niemals so lange ohne geeignete Nahrung auskommen könnte (V. 4760 ff). Das wird stets mit der Macht der Liebe begründet, wobei das Überleben des Kurnivals selbst wieder als Wunder bezeichnet wird, da er all dies ohne die Minne bewältigen musste (V. 4752). Eilhart gibt sich hier als unwissend.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Ort selbst wird als dichter, unwegsamer, wilder Wald beschrieben (V. 4707: &#039;&#039;der wald waß gar wild&#039;&#039;) und vor allem durch das harte Überleben charakterisiert. Mertens spricht explizit von einem außerhöfischen Ort.[Mertens 1995:47]Der Wald bietet keine positiven Eigenschaften, lediglich die Fähigkeiten bzw. die Liebe der Figuren ermöglichen, das Beste aus der Situation zu machen. Die vorübergehenden Schutzfunktion ist spätestens mit dem Entdecken durch den Jäger sowie Marke beendet, allerdings war die stetige Gefahr bereits zuvor bekannt und erkennbar (u.a. auch durch das Schwert Tristrants bei Nacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minnegrotte bei Gottfried von Straßburg ===&lt;br /&gt;
Die Minnegrotte bei Gottfried ist laut Mertens ein &#039;&#039;locos amoenus&#039;&#039;[Mertens 1995:47] inmitten eines &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039; (V. 16765 ff: &#039;&#039;von disem berge und disem hol sô was ein tageweide wol velse âne gevilde und wiieste unde wilde&#039;&#039;). &lt;br /&gt;
Ihre Beschreibung folgt sehr detailliert, allein die Begriffsvielfalt für diesen Ort ist bemerkenswert: &#039;&#039;hol&#039;&#039; (V. 16686), &#039;&#039;der minnenden hol&#039;&#039; (V. 16705), &#039;&#039;wilden klûse&#039;&#039;.(V. 16810), &#039;&#039;fossiure&#039;&#039; (V. 16708) usw. Bei der Grotte handelt es sich um einen prunkvollen Ort, welcher aus wertvollen Materialien besteht, u.a. sind die Tore aus Erz (V. 16702), der Boden aus grünem Marmor (V. 16719) oder das Bett aus Kristall (V. 16720 ff). Sonnenlicht kann durch Fenster in die Höhle dringen (V. 16729 ff). Von schlechten Wetter ist nicht die Rede, eine Schutzfunktion gegen äußere Einflüsse (Regen, Kälte etc.) wird ihr somit nicht zuteil. Es ergibt sich stattdessen ein äußerst positives Bild einer kunstvoll erbauten Grotte, welche dem Liebespaar als Lustort dient.[Mertens 1995:47] Es herrscht eine gewisse Idylle, in der die Liebenden ihren gewohnten höfischen Alltag an anderer Stelle nachgehen können. Sie singen gemeinsam, gehen spazieren und Jagen allein aus Vergnügen. Mertens und Bertau sprechen hier von &amp;quot;&#039;&#039;stundenplangeregelt&#039;&#039;&amp;quot;[Mertens 1995:50], indem der Alttag in Ruhe und Beschäftigungszeiten eingeteilt wird.[Mertens 1995:49] Erst durch das Erscheinen König Markes und seinem Jagdtrupp wird diese Ruhe gestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterschiede beider Raumkonzepte ===&lt;br /&gt;
Beide Raumkonzepte behandeln das Leben der beiden Liebenden außerhalb des Hofes, allerdings auf gänzlich unterschiedliche Art und Weise. Während bei Eilhart das harte Leben im Exil geschildert wird, widmet sich Gottfried einer deutlich idyllischeren Darstellung. Das Waldleben stellt ein &amp;quot;rechtloses Leben außerhalb der Gesellschaft&amp;quot;[Mertens 1995:47] vor, in der die Strapazen nur durch die Liebe bzw. Wirkung des Liebestrankes bewältigt werden können. Kurneval nimmt hierbei eine Sonderrolle ein, da er es ohne Liebestrank durchstehen musste, allerdings dafür große Not litt (V. V. 4751) – im Gegensatz zu Tristrant &amp;amp; Isalde. Der Ort wird im Hinblick zur Minnegrotte-Episode relativ gering beschrieben. Es werden ihm nur wenige Attribute genannt. Stattdessen wird vielmehr die negative Lebenssituation (Kälte, Hunger etc.), die sich aus den lokalen Umständen ergibt, anhand der Personen beschrieben. Der Umgang mit den Qualen/Entbehrungen steht demnach im Vordergrund.&lt;br /&gt;
Bei Gottfried treten diese Qualen erst gar nicht auf. Sie benötigen keine Nahrung, sondern &amp;quot;ernährten&amp;quot; sich allein durch die gegenseitige Minne (V. 16822 ff). Auch erfahren sie scheinbar keine Kälte bzw. Regen während ihres Aufenthaltes. Selbst wenn diese Problematik eintreten würde, könnte die Minnegrotte eine Schutzfunktion ausüben. Da es aber nicht nötig ist, wird ihr allein die Funktion als Lustort[Mertens 1995:47] zuteil. Dies bietet dem Liebespaar die Möglichkeit, ihren gewohnten höfischen Ablauf an anderer Stelle aufzunehmen. Bei Eilhart ist dies nicht möglich, sie befinden sich dort in einem &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039; (in diesem Fall ein Wald) und müssen ums Überleben kämpfen. Die Grotte hingegen ist lediglich von einem solchen &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039; umgeben, sie selbst allerdings ist ein sogenannter &#039;&#039;locos amoenus&#039;&#039;[Mertens 1995:47]. Es bildet nun mehr einen &amp;quot;gesellschaftsfreien Idealzustand&amp;quot;[Mertens 1995:47] für das Paar. Dieser endet erst, als der König Marke in die Nähe der Höhle gelangt und ihnen eine Botschaft zukommen lässt. Bei der Wald-Episode hält das Entdecken des Verstecks die Liebenden nicht auf, sie fliehen weiter noch tiefer in den Wald. Erst durch die schwindende Wirkung des Liebestrankes wird das Leben im Exil bei Eilhart beendet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Schlüsselszene in beiden Versionen nimmt das Schwert Tristrants bzw. Tristans ein. Bei Eilhart wird es zum Brauch (V. 4783), das Schwert jede Nacht zwischen die Liebenden zu legen. Dies diente dem Schutz in der Nacht. Als allerdings Marke die beiden so vorfindet, deutet er es als körperliche Distanz zwischen den Beiden bzw. als keusche, nicht körperliche Liebe (V. 5083). Bei Gottfried gibt es diesen Zufall nicht. Es handelt sich um eine List Tristans. Nachdem sie den Jagdtrupp König Markes näherrücken hören, legen sie sich zum ersten Mal in das Kristallbett und legen das Schwert zwischen sich. Die Interpretation zu der Marke gelangt, war also gewollt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein weiterer Unterschied in beiden Raumkonzepten nimmt die Beschreibung des Ortes ein. Die Minnegrotte wird ausführlich beschrieben. Die Architektur der künstlichen Höhle wird in zahlreichen Facetten betont und es fällt dem Zuhörer/Leser leicht, sich das Beschriebene vorzustellen. Bei Eilhart wird der Wald, wie bereits erwähnt, nur spärlich vorgestellt. Die schwerwiegenden Problematiken stehen im Vordergrund. Der geringe Umfang dieser Darstellung spiegelt die Einfachheit des Ortes, ohne prunkvolle Materialien (Holz, Geäst statt Edelsteine und Marmor etc.), wider. Statt einer anmutigen Liebesgrotte gibt es nur eine einfache kleine Hütte, die dem Schutz dient und nicht einzig der Minne.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während bei Gottfried die Minne zwischen Tristan und Isolde und dessen Schönheit im Mittelpunkt steht, wird bei Eilhart die Minne als Kraftquelle und Bezwingerin der Probleme dargestellt. Diese treten bei Gottfried nicht auf, die Minne lässt solche Probleme erst gar nicht zu (z.B Hunger etc.). Kurnival ist darüberhinaus nicht Teil des Lebens im Exil, denn der Zutritt zur Grotte erfolgt nur durch die Kraft der Liebe (V. 17009).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktionen der Raumkonzepte ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart´s Waldleben (V.4685ff.) !! Gottfrieds Minnegrotte (V. 16683ff.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verdeutlichung der Trankthematik durch die Erwähnung des Minnetrankes, den Isalde und Tristrant vor dem Waldleben zu sich genommen haben || Beschreibung des Waldes erfolgt bei Gottfrieds Minnegrotte weitaus idyllischer als bei Eilhart → mögliche Verdeutlichung des locus amoenus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trotz der harten Umstände, die in dem Wald herrschen, da dieser Wald &#039;&#039;waß gar wild&#039;&#039; (V.4707) haben sowohl Tristrant als auch Isalde durch ihre unzerstörbare Minne dieses Abenteuer als Beglückung überstanden (vgl. V. 4744-4749) || Die Liebe zwischen Tristan und Isalde reicht aus, um die Minnegrotte zu überleben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Durch die Wiederholung der harten Umstände, die im Waldleben erfolgen, soll eine Abgrenzung durch Gottfrieds Minnegrotte (schönes Liebesnest) erfolgen || Suchen nicht nach Nahrung, Kräutern, Tieren oder desgleichen wie bei Eilhart, Jagen nur als Vergnügen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Brauch zwischen Tristrant und Isalde: &#039;&#039;wann sie sich gelegten und mit ain ander retten, daß eß geducht genu°g so, sin swert uß zoch jo und legt eß zwischen sich und sie, daß wolt der held nie durch kein ding gelassen&#039;&#039; (V.4785-4791) → Verdeutlichung des Trankes, der die Beiden zusammenhält (Durch das Schwert soll die körperliche Distanz zwischen den beiden verdeutlicht werden)  || Ausführliche Beschreibung des von ihnen erbauten Liebeshauses → Verstärkung des locus amoenus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlafen nur ein einziges Mal im selben Bett → das Schwert soll hier als Täuschung dienen, da sie sich von König Marke und deren Konsequenzen schützen wollen &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nachdem der König die Beiden im Wald gefunden hat, wird ab dem Zeitpunkt das Spiel mit dem Leben und Tod verdeutlicht, da dieser diesbezüglich verärgert ist || Sie führen kein hartes Leben im Wald, sondern ein idyllisches und schönes Leben, welches hier freiwillig erfolgt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Das Verlassen des Waldes ist erst dann möglich, wenn die Wirkung des Minnetrankes nachlässt → Das Überstehen des harten Lebens im Wald war nur durch die Wirkung des Minnetrankes möglich  || Sie kommen freiwillig zurück auf Bitten des Königs &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erst durch den Nachlass der Wirkung des Trankes ist Tristrant bereit, Isalde wieder an König Marke zu übergeben  ||   &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
== Die Isolde-Gestalten ==&lt;br /&gt;
Im folgenden Kapitel soll die Figur der Isalde in Eilharts von Oberg „Tristan“ und die Isolde Figuren in Gottfrieds „Tristan“, sowie das damit verbundene Frauenbild näher beschrieben und verglichen werden. „Mögliche Übereinstimmungen bzw. Divergenzen der Isalde-/Isolde Gestalten Eilharts und Gottfrieds können zum einen mit der Konzeption der Frauengestalten zusammenhängen, die jeder Dichter in seiner Vorlage fand: Eilhart in der &#039;Estoire&#039; und Gottfried bei Thomas von Bretagne.“ [Mälzer 1991] Zum anderem spielt  die zeitliche Einordnung der Werke, wie auch zeitgenössische Einflüsse eine Rolle für die Gestaltung der Isolde-Figuren.  In beiden Figurenkonzeptionen finden sich Einflüsse des Frauenbildes aus der keltischen Mythologie und Epik und der irischen Gesellschaft wieder. [Mälzer 1991]&lt;br /&gt;
=== Die Isalde in Eilharts &amp;quot;Tristrant&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
Eilhart stellt in seinem Versroman Tristrants Lebensgeschichte und Heldentaten in den Vordergrund (in Tradition der frühen höfischen Epik), weshalb Frauenfiguren bei ihm eine eher untergeordnete, rein funktionale Rolle zugewiesen bekommen.  Es wird angenommen, dass Eilhart die Figuren, die ihm in der Estoire vorlagen, nicht neu konzipiert und nur kleine Änderungen an ihnen vorgenommen hat. Bei Eilhart findet sich eine monofigurale Isalde-Konzeption (keine Ausarbeitung der Figur der Mutter von Isalde, vgl. Gottfried). Die Isalde wird als uneinheitliche Figur konzipiert, welche archaisch-mythische Elemente der mythisch keltischen Epik und Gesellschaft enthält, gleichzeitig überwiegen aber vor allem zeitgenössische Werte der höfischen Gesellschaft, welche durch sie repräsentiert werden.  [Mälzer 1991] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde wird erstmals in Bezug zu Morolt erwähnt. Dabei wird ihre starke Verbindung zu ihrem Onkel beschrieben (stärker als zum Vater). Hier lässt sich ein Bezug zur matristisch orientierten Gesellschaft (vgl.  Gottfried: Konstellation Mutter-Tochter und Schwester-Bruder), wie sie in der frühen irischen Gesellschaft, wie auch in Epik und Mythologie zu finden sind. Der Verzicht auf Rache an Tristrant, wegen des Mordes an Morolt, spiegelt die höfische Auffassung der Frau wieder (vgl. Gottfried), da sich das höfische Umfeld nicht mit dem archaischen Wunsch nach Rache vereinbaren lässt.[Mälzer 1991]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die einzigartigen Heilkünste und die Intelligenz Isaldes sind auf einen mythisch-feenhaften Ursprung zurückzuführen (Ähnlichkeit zur keltischen Feengestalt Morgane). Die Isalde-Figur wird von Eilhart an das zeitgenössische feudal-patriarchale Frauenbild angepasst und repräsentiert somit höfische Tugenden und die höfische Erziehung. „Bezeichnend ist, daß dabei individuelle Aspekte vollkommen fehlen, diese Charakterisierung kann beliebig auf andere Frauengestalten höfischer Romane übertragen werden (beides modifiziert bei Gottfried)“[Mälzer 1991]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Isalde von der Behauptung des Truchsesses erfährt, dass dieser den Drachen getötet haben soll, und dass ihr Vater sie infolgedessen dem Truchsess als Braut versprochen hat, reagiert Isalde selbstbewusst. Sachlich begründet sie ihre Zweifel am Wahrheitsgehalt der Behauptung und wehrt sich so gegen die mögliche Heirat. Auch hier lässt sich wieder ein Bezug zu Frauengestalten der irischen Epik und frühen irischen Gesellschaft herstellen: Isalde steht ihrem Vater gleichberechtigt gegenüber und fordert diesen auf, die Aussage des Truchsesses erst zu prüfen. Dieses Selbstbewusstsein und sichere Auftreten (im Gegensatz zu Gottfrieds junger Isolde in dieser Situation) ist auch vergleichbar mit der Isolde Figur im Ur-Tristan. Isalde setzt sich über höfische Konventionen hinweg und stellt unabhängig eigene Nachforschungen zum wahren Drachentöter an.  Im Gegensatz dazu steht ihr Verhalten bei der Vereinbarung ihrer Hochzeit mit Marke. Hier ist Isalde passiv und nimmt den Beschluss ihres Vaters so hin. Dies reflektiert die zeitgenössische Ehepolitik, in der die Frau vom Vater verheiratet wird. [Mälzer 1991] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebesmonolog der Isalde, der auf die Einnehme des Minnetrankes folgt, wird von christlicher Tradition (fehlt bei Gottfried) beeinflusst (gebetähnliche Einwürfe).  Isalde schämt sich für die aufkommenden Gefühle, welche nicht mit der höfischen Norm vereinbar sind. Sie versucht ihre Gefühle zu rechtfertigen, indem sie Tristrant als außerordentliche Ritter darstellt (vgl. traditioneller Minnemonolog). Sie sieht sich zunächst als Opfer des Trankes und klagt über die Macht der Minne. Doch dann erkennt Isalde, dass sie selbst es ist, die sich vor den Folgen des Trankes (Tod) retten kann, wenn sie sich mit Tristrant vereint.[Mälzer 1991]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten in Gottfrieds &amp;quot;Tristan&amp;quot;  ===&lt;br /&gt;
Gottfried entwirft in seinem Werk ein neues Menschenbild und wertet Frauenfiguren auf, indem er sich gegen das typische Frauenbild der mittelhochdeutschen höfischen Dichtung stellt, in der die Frau primär funktionalen Charakter hat und zum Objekt degradiert wird, das höfische Tugenden verkörpert. Damit unterscheidet sich die Frauenkonzeption Gottfrieds von der seiner Vorlage. Während Thomas Frauenfiguren stark von christlichen Moralvorstellungen seiner Zeit geprägt sind, so ist in Gottfrieds Werk ein Bruch mit dieser Tradition zu sehen. Bei Gottfried liegt eine bifigurale Konzeption der Isolde vor (Mutter/alte Isolde und Tochter/junge Isolde), daher „[fallen] der jungen Isolde Gottfrieds zumindest vor dem Minnetrank eine in vielen Punkten andere Rolle und Funktion zu[..] als der Isalde Eilharts“ [Mälzer 1991] &lt;br /&gt;
==== Die alte Isolde  ====&lt;br /&gt;
Da die Figur der alten, weisen Isolde, anders als bei Eilhart, in Gottfrieds Werk eine wichtige Rolle einnimmt, lässt sich hier der Vergleich zur matristisch-keltischen Familienstruktur noch ausgeprägter vorfinden (Bruder-Schwester, Mutter-Tochter), da die alte Isolde ebenso wie ihre Tochter, durch die starker Verbindung zu ihrem Bruder Morolt charakterisiert wird.&lt;br /&gt;
Die Figur der alten Isolde und die Figur der jungen Isolde haben unterschiedliche Funktionsbereiche.  Die alte Isolde verfügt über magische Heilkräfte (vgl. Isalde in Eilhart), die auf keltische Mythologie zurückgeführt werden können. Sie ist hier diejenige, die Tristans Wunden versorgt. Ihre Fähigkeiten könnten bei Gottfried, wie auch bei Eilhart „auf denselben archaischen Kontext zurückzuführen sein.“ [Mälzer 1991] Die alte Isolde hat durch ihren heilenden Fähigkeiten Macht über Leben und Tod und nimmt damit den größtmöglichen Machtbereich ein, weshalb die Figur der alten Isalde über die Isalde Eilharts hinauswächst.  Ihre Intelligenz und Besonnenheit, wie auch die mystischen Kräfte werden im Vergleich zu Eilharts Isalde deutlicher hervorgehoben. Beide Aspekte (Heilkunst und Intelligenz) ihrer Charakterisierung finden sich im irischen Frauenbild der Epik und der Gesellschaft, samt ihrer matristischen Struktur wieder. So ist die alte Isolde ist den männlichen Figuren ebenbürtig, teilweise sogar überlegen. Sie wird als machtvolle, schöne Königin vorgestellt, die weise, unabhängig und selbständig handelt. Die Eigenschaften prägen auch ihre Tochter Isolde. Die alte Isolde wird als Präfiguration der jungen Isolde angesehen.[Mälzer 1991]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mutter und Tochter davon berichtet bekommen, dass die junge Isolde den vermeintlichen Drachentöter, den Truchsess, heiraten soll, fällt deren Reaktion anders aus als die der Isalde Eilharts. Die junge Isolde ist so schockiert von der Botschaft, dass sie sogar an Selbstmord denkt. Hier ist es ihre Mutter, die sich dem Beschluss des Königs entgegensetzt (sie sieht durch ihre magischen Fähigkeiten, dass der Truchsess gelogen hat) und Nachforschungen anstellt. „Die alte Isolde Gottfrieds ist mindestens so selbständig und aktiv wie die archaischere Isalde.“ [Mälzer 1991] Auch bei der Verhandlung ist es bei Gottfried die alte Isolde, welche in der Verhandlung gegen den Truchsess mit rhetorischer Geschicklichkeit argumentiert. Die junge Isolde schaltet sich nur ein, um ihre Abneigung gegen den Truchsess auszudrücken. [Mälzer 1991]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die junge Isolde  ====&lt;br /&gt;
Die junge Isolde hat im Gegensatz zu Eilharts Isalde keine Heilkräfte, ist somit aus dem materiellen &#039;&#039;arzatie&#039;&#039;-Bereich ausgeschlossen. Isoldes Funktionsbereich ist die minne (archaisches Prinzip Eros),welche in ihrem Inneren angelegt ist und die eine metaphorische Heilkraft auf Tristan ausübt. Sie wird von der minne und ihren Gefühlen geleitet und geformt (Unterschied zur alten Isolde). Dabei wird Isolde, durch ihre erotische Ausstrahlung auf Männer, sirenenartig dargestellt(wie im Ur-Trsitan, fehlt bei Eilhart).  Ihre Schönheit und Anziehungskraft entstehen durch die minne in Isoldes Inneren, welche sie nach außen trägt. Das ist ein Bruch mit dem höfischen Frauenbild, „welches die Frau des öfteren in einer Rolle darstellt, in der sie ihre wahren Gefühle zu negieren hat.“[Mälzer 1991]&lt;br /&gt;
Zwar werden auch die höfischen Tugenden wie Lieblichkeit und Jugendlichkeit der Isolde gepriesen, gleichzeitig bricht sie das Frauenbild der höfischen Dichtung durch die umfassende Bildung, die sie erhält, welche über die standesgemäße Erziehung hinausgeht (Bsp. Rhetorik, Sittenlehre). Durch die Fähigkeiten, mit denen die junge Isolde, wie auch die alte Isolde ausgestattet sind, zeigt Gottfried auf, was er Frauen und ihrem Leistungsvermögen zutraut. Zudem unterschiedet sich Isolde von Eilharts Isalde dadurch, dass sie sich durch Tristans Erziehung von einem zurückhaltenden, höfischen Mädchen in eine unabhängige, Tristan intellektuell ebenbürtige Frau verwandelt.  Der Minnetrank ist es, der die beschriebene Verwandlung der jungen Isolde abschließt, weil der Minnetrank sie zu ihrer Bestimmung, der minne, führt. Den Liebestrank hat die alte Isolde selbst hergestellt (Bezug zu inselkeltischen Frauen). Als Tristan und Isolde den Trank einnehmen, schämt sich Isolde (nach höfischen Wertvorstellungen) für ihre Gefühle. Da die minne aber bereits in ihrer Natur angelegt ist, kann sich Isolde schnell mit ihrem Schicksal abfinden und beschließt, sich nun vollkommen von der minne leiten zu lassen. Sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, indem sie diejenige ist, die als erste auf Tristan zugeht und ihm, mit rhetorischen Geschick, ihre Liebe gesteht.  Damit befreit der Liebestrank Isolde von jeglicher Passivität, die sich in der Obhut ihrer Mutter in Irland erkennen ließ. Isolde  ist nun frei und selbständig.[Mälzer 1991]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer 1995] Günter Butzer: Das Gedächtnis des epischen Textes. Mündliches und schriftliches Erzählen im höfischen Roman des Mittelalters, in: Euphorion, 89/1995, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mertens 1995] Mertens, Volker: &amp;quot;Bildersaal - Minnegrotte - Liebestrank. Zu Symbol, Allegorie und Mythos im Tristanroman&amp;quot;, in: &#039;&#039;Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur&#039;&#039; 117 (1995), S. 40-64.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mälzer 1991] Mälzer, Marion: Eilhart und Gottfried: Komparatistische Analyse ihrer Protagonistinnen, in ebd.: Die Isolde-Gestalten in den mittelalterlichen deutschen Tristan-Dichtungen. Ein Beitrag zum diachronischen Wandel, Heidelberg 1991, S. 78-143.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27517</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27517"/>
		<updated>2020-07-01T08:49:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 01.07.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Prüfen und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Liebestrank).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ergänzen und überarbeiten Sie den neu angelegten Artikel zur Brautwerbung. Nutzen Sie hierfür Ihre Notizen zu Schmid-Cadalbert und Schulz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Mertens.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie Gottfrieds Minnegrotte (V 16683ff.) mit Eilharts Waldleben (V. 4685ff.) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die außerhöfischen Räume voneinander und wie werden sie beschrieben (Umfang, Wertung usw.)?&lt;br /&gt;
* Welche Funktion könnten die unterschiedlichen Raumkonzepte (in Zusammenhang mit der Trank- und Minnethematik) haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 08.07.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Prüfen und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ergänzen und überarbeiten Sie den Artikel zur Brautwerbung mit dem Eintrag aus dem Reallexikon zum Thema &amp;quot;Erzählschema&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Notieren Sie die wichtigsten Punkte von Mälzer zu den Isolde-Gestalten bei Eilhart und Gottfried. Wie unterscheiden sie sich?&lt;br /&gt;
* Vergleichen Sie bei Eilhart die Darstellung von Isalde I und Isalde II. Was fällt Ihnen auf? Gibt es Wertungen der Erzählinstanz?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer 1995] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nuº schigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich úch o˅n all valschait&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die ich in sinem buºch vand, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 32 - 50)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV] Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden. Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebe erscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]dem Beweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebe die sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;harpffen und singen&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weder vor noch sÿd&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an im er nicht vergaß,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[…]&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ritterlichen riten und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sölt schlachen mit dem schwert.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 140 - 161ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt. Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht. Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen. Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (siehe Schwalbenepisode). Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.  Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft. Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n?&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú tät so we mir.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt?&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun ist sú mir laider also schwär&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2564 - 2575ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und außerdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;e ich von sölichem sere&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2768 - 26773 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten. Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornwall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2852 - 2857 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist. Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt. Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren. &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten 1999] Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen, zeigt auf, dass sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tristrand und die kúngin&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und Kurnewal der diener sin&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;littern gro˅ssen hunger.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer in sölichem kummer&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sölt ain ja˅r liden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ich will der zwaÿ geschwigen –&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er müßt sin deß todß,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;metteß noch wineß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch kainer hand fineß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 4757 - 4767)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhart eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt. Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhart der Erwähnung bedürfen.  Tritrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen, wahrt aber Isalde zuliebe die Beherrschung. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf. Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Der Trank bewirkt das Schwinden der Entscheidungsfreiheit und des personalen Bewusstseins. &#039;&#039;Personal&#039;&#039; bedeutet, dem mittelalterlichen Zeitgeist entsprechend, im Rahmen der heldischen und höfischen Qualitäten. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe (die magisch-materielle Ursache), waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben. Insbesondere bei Gottfried dient der Trank nur dazu die Schuld der Betrügereien abzuschwächen. Die Liebe selbst bedarf keiner Entschuldigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039; [Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2315 - 2319)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Heldenlied und Marchen, hohe Dichtung und Volksdichtung, logischer&lt;br /&gt;
und alogischer Geist, tragische und mystische Seele stehen&lt;br /&gt;
sich in Eheverzicht und Drachenkampf einerseits und Liebestrank anderseits gegenüber&amp;quot;.&#039;&#039;[Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. Es stellt sich die Frage, wie schwerwiegend Markes Bruch des Versprechens zu gewichten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| In den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Im Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinander binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raumkonzepte bei Eilhart und Gottfried ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waldleben bei Eilhart von Oberg ===&lt;br /&gt;
Das Waldleben bei Eilhart wird als eine Notsituation dargestellt. Der Wald dient Tristrant und Isalde dabei als Exil, als Schutz vor dem König und seinen Untertanen. Das Leben dort ist geprägt von Hunger (V. 4757 ff), Kälte und Witterung. Mertens spricht von einem &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039;[Mertens 1995:47] – einem harten, schrecklichen Ort.&lt;br /&gt;
Es unterscheidet sich ganz deutlich vom höfischen Alltag, allein schon bei der Beschaffung der Nahrung wird dies hervorgehoben. Tristrant, Isalde und Kurneval müssen sich von Kräutern ernähren, die sie aufgrund ihrer Lage dennoch wertschätzen (V. 4725-4729). Auch durch den Einfallsreichtum Tristrants gelangen sie zu Wild und Fischen (V. 4732 ff). Die Charaktere müssen selbstständig Handeln bzw. arbeiten, um zu Überleben. Kurvenal beschafft die Materialien (Blätter und Äste), welche Tristrant zum Bau einer einfachen Hütte nutzt (V.4716 ff). Und selbst die Königin Isalde kümmert sich derweil um die Pferde (V. 4720), bleibt also nicht tatenlos.&lt;br /&gt;
Der Verstand (im Besonderen Tristrants) ermöglicht so zum Teil das Überleben, den größeren Anteil habe dabei vor allem aber die Liebe zwischen Tristrant &amp;amp; Isalde, welche die Strapazen zu einem „Kinderspiel“ mache (V. 4747 ff: &#039;&#039;ain kindß spil&#039;&#039;). Dennoch spricht Eilhart hier von Wundern (V. 4771: &#039;&#039;gro&amp;lt;sup&amp;gt;v&amp;lt;/sup&amp;gt;ß wunder&#039;&#039;, da ein normaler Mensch niemals so lange ohne geeignete Nahrung auskommen könnte (V. 4760 ff). Das wird stets mit der Macht der Liebe begründet, wobei das Überleben des Kurnivals selbst wieder als Wunder bezeichnet wird, da er all dies ohne die Minne bewältigen musste (V. 4752). Eilhart gibt sich hier als unwissend.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Ort selbst wird als dichter, unwegsamer, wilder Wald beschrieben (V. 4707: &#039;&#039;der wald waß gar wild&#039;&#039;) und vor allem durch das harte Überleben charakterisiert. Mertens spricht explizit von einem außerhöfischen Ort.[Mertens 1995:47]Der Wald bietet keine positiven Eigenschaften, lediglich die Fähigkeiten bzw. die Liebe der Figuren ermöglichen, das Beste aus der Situation zu machen. Die vorübergehenden Schutzfunktion ist spätestens mit dem Entdecken durch den Jäger sowie Marke beendet, allerdings war die stetige Gefahr bereits zuvor bekannt und erkennbar (u.a. auch durch das Schwert Tristrants bei Nacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minnegrotte bei Gottfried von Straßburg ===&lt;br /&gt;
Die Minnegrotte bei Gottfried ist laut Mertens ein &#039;&#039;locos amoenus&#039;&#039;[Mertens 1995:47] inmitten eines &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039; (V. 16765 ff: &#039;&#039;von disem berge und disem hol sô was ein tageweide wol velse âne gevilde und wiieste unde wilde&#039;&#039;). &lt;br /&gt;
Ihre Beschreibung folgt sehr detailliert, allein die Begriffsvielfalt für diesen Ort ist bemerkenswert: &#039;&#039;hol&#039;&#039; (V. 16686), &#039;&#039;der minnenden hol&#039;&#039; (V. 16705), &#039;&#039;wilden klûse&#039;&#039;.(V. 16810), &#039;&#039;fossiure&#039;&#039; (V. 16708) usw. Bei der Grotte handelt es sich um einen prunkvollen Ort, welcher aus wertvollen Materialien besteht, u.a. sind die Tore aus Erz (V. 16702), der Boden aus grünem Marmor (V. 16719) oder das Bett aus Kristall (V. 16720 ff). Sonnenlicht kann durch Fenster in die Höhle dringen (V. 16729 ff). Von schlechten Wetter ist nicht die Rede, eine Schutzfunktion gegen äußere Einflüsse (Regen, Kälte etc.) wird ihr somit nicht zuteil. Es ergibt sich stattdessen ein äußerst positives Bild einer kunstvoll erbauten Grotte, welche dem Liebespaar als Lustort dient.[Mertens 1995:47] Es herrscht eine gewisse Idylle, in der die Liebenden ihren gewohnten höfischen Alltag an anderer Stelle nachgehen können. Sie singen gemeinsam, gehen spazieren und Jagen allein aus Vergnügen. Mertens und Bertau sprechen hier von &amp;quot;&#039;&#039;stundenplangeregelt&#039;&#039;&amp;quot;[Mertens 1995:50], indem der Alttag in Ruhe und Beschäftigungszeiten eingeteilt wird.[Mertens 1995:49] Erst durch das Erscheinen König Markes und seinem Jagdtrupp wird diese Ruhe gestört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterschiede beider Raumkonzepte ===&lt;br /&gt;
Beide Raumkonzepte behandeln das Leben der beiden Liebenden außerhalb des Hofes, allerdings auf gänzlich unterschiedliche Art und Weise. Während bei Eilhart das harte Leben im Exil geschildert wird, widmet sich Gottfried einer deutlich idyllischeren Darstellung. Das Waldleben stellt ein &amp;quot;rechtloses Leben außerhalb der Gesellschaft&amp;quot;[Mertens 1995:47] vor, in der die Strapazen nur durch die Liebe bzw. Wirkung des Liebestrankes bewältigt werden können. Kurneval nimmt hierbei eine Sonderrolle ein, da er es ohne Liebestrank durchstehen musste, allerdings dafür große Not litt (V. V. 4751) – im Gegensatz zu Tristrant &amp;amp; Isalde. Der Ort wird im Hinblick zur Minnegrotte-Episode relativ gering beschrieben. Es werden ihm nur wenige Attribute genannt. Stattdessen wird vielmehr die negative Lebenssituation (Kälte, Hunger etc.), die sich aus den lokalen Umständen ergibt, anhand der Personen beschrieben. Der Umgang mit den Qualen/Entbehrungen steht demnach im Vordergrund.&lt;br /&gt;
Bei Gottfried treten diese Qualen erst gar nicht auf. Sie benötigen keine Nahrung, sondern &amp;quot;ernährten&amp;quot; sich allein durch die gegenseitige Minne (V. 16822 ff). Auch erfahren sie scheinbar keine Kälte bzw. Regen während ihres Aufenthaltes. Selbst wenn diese Problematik eintreten würde, könnte die Minnegrotte eine Schutzfunktion ausüben. Da es aber nicht nötig ist, wird ihr allein die Funktion als Lustort[Mertens 1995:47] zuteil. Dies bietet dem Liebespaar die Möglichkeit, ihren gewohnten höfischen Ablauf an anderer Stelle aufzunehmen. Bei Eilhart ist dies nicht möglich, sie befinden sich dort in einem &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039; (in diesem Fall ein Wald) und müssen ums Überleben kämpfen. Die Grotte hingegen ist lediglich von einem solchen &#039;&#039;locus terribilis&#039;&#039; umgeben, sie selbst allerdings ist ein sogenannter &#039;&#039;locos amoenus&#039;&#039;[Mertens 1995:47]. Es bildet nun mehr einen &amp;quot;gesellschaftsfreien Idealzustand&amp;quot;[Mertens 1995:47] für das Paar. Dieser endet erst, als der König Marke in die Nähe der Höhle gelangt und ihnen eine Botschaft zukommen lässt. Bei der Wald-Episode hält das Entdecken des Verstecks die Liebenden nicht auf, sie fliehen weiter noch tiefer in den Wald. Erst durch die schwindende Wirkung des Liebestrankes wird das Leben im Exil bei Eilhart beendet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Schlüsselszene in beiden Versionen nimmt das Schwert Tristrants bzw. Tristans ein. Bei Eilhart wird es zum Brauch (V. 4783), das Schwert jede Nacht zwischen die Liebenden zu legen. Dies diente dem Schutz in der Nacht. Als allerdings Marke die beiden so vorfindet, deutet er es als körperliche Distanz zwischen den Beiden bzw. als keusche, nicht körperliche Liebe (V. 5083). Bei Gottfried gibt es diesen Zufall nicht. Es handelt sich um eine List Tristans. Nachdem sie den Jagdtrupp König Markes näherrücken hören, legen sie sich zum ersten Mal in das Kristallbett und legen das Schwert zwischen sich. Die Interpretation zu der Marke gelangt, war also gewollt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein weiterer Unterschied in beiden Raumkonzepten nimmt die Beschreibung des Ortes ein. Die Minnegrotte wird ausführlich beschrieben. Die Architektur der künstlichen Höhle wird in zahlreichen Facetten betont und es fällt dem Zuhörer/Leser leicht, sich das Beschriebene vorzustellen. Bei Eilhart wird der Wald, wie bereits erwähnt, nur spärlich vorgestellt. Die schwerwiegenden Problematiken stehen im Vordergrund. Der geringe Umfang dieser Darstellung spiegelt die Einfachheit des Ortes, ohne prunkvolle Materialien (Holz, Geäst statt Edelsteine und Marmor etc.), wider. Statt einer anmutigen Liebesgrotte gibt es nur eine einfache kleine Hütte, die dem Schutz dient und nicht einzig der Minne.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während bei Gottfried die Minne zwischen Tristan und Isolde und dessen Schönheit im Mittelpunkt steht, wird bei Eilhart die Minne als Kraftquelle und Bezwingerin der Probleme dargestellt. Diese treten bei Gottfried nicht auf, die Minne lässt solche Probleme erst gar nicht zu (z.B Hunger etc.). Kurnival ist darüberhinaus nicht Teil des Lebens im Exil, denn der Zutritt zur Grotte erfolgt nur durch die Kraft der Liebe (V. 17009).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktionen der Raumkonzepte ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart´s Waldleben (V.4685ff.) !! Gottfrieds Minnegrotte (V. 16683ff.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verdeutlichung der Trankthematik durch die Erwähnung des Minnetrankes, den Isalde und Tristrant vor dem Waldleben zu sich genommen haben || Beschreibung des Waldes erfolgt bei Gottfrieds Minnegrotte weitaus idyllischer als bei Eilhart → mögliche Verdeutlichung des locus amoenus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trotz der harten Umstände, die in dem Wald herrschen, da dieser Wald &#039;&#039;waß gar wild&#039;&#039; (V.4707) haben sowohl Tristrant als auch Isalde durch ihre unzerstörbare Minne dieses Abenteuer als Beglückung überstanden (vgl. V. 4744-4749) || Die Liebe zwischen Tristan und Isalde reicht aus, um die Minnegrotte zu überleben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Durch die Wiederholung der harten Umstände, die im Waldleben erfolgen, soll eine Abgrenzung durch Gottfrieds Minnegrotte (schönes Liebesnest) erfolgen || Suchen nicht nach Nahrung, Kräutern, Tieren oder desgleichen wie bei Eilhart, Jagen nur als Vergnügen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Brauch zwischen Tristrant und Isalde: &#039;&#039;wann sie sich gelegten und mit ain ander retten, daß eß geducht genu°g so, sin swert uß zoch jo und legt eß zwischen sich und sie, daß wolt der held nie durch kein ding gelassen&#039;&#039; (V.4785-4791) → Verdeutlichung des Trankes, der die Beiden zusammenhält (Durch das Schwert soll die körperliche Distanz zwischen den beiden verdeutlicht werden)  || Ausführliche Beschreibung des von ihnen erbauten Liebeshauses → Verstärkung des locus amoenus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlafen nur ein einziges Mal im selben Bett → das Schwert soll hier als Täuschung dienen, da sie sich von König Marke und deren Konsequenzen schützen wollen &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nachdem der König die Beiden im Wald gefunden hat, wird ab dem Zeitpunkt das Spiel mit dem Leben und Tod verdeutlicht, da dieser diesbezüglich verärgert ist || Sie führen kein hartes Leben im Wald, sondern ein idyllisches und schönes Leben, welches hier freiwillig erfolgt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Das Verlassen des Waldes ist erst dann möglich, wenn die Wirkung des Minnetrankes nachlässt → Das Überstehen des harten Lebens im Wald war nur durch die Wirkung des Minnetrankes möglich  || Sie kommen freiwillig zurück auf Bitten des Königs &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erst durch den Nachlass der Wirkung des Trankes ist Tristrant bereit, Isalde wieder an König Marke zu übergeben  ||   &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer 1995] Günter Butzer: Das Gedächtnis des epischen Textes. Mündliches und schriftliches Erzählen im höfischen Roman des Mittelalters, in: Euphorion, 89/1995, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Mertens 1995] Mertens, Volker: &amp;quot;Bildersaal - Minnegrotte - Liebestrank. Zu Symbol, Allegorie und Mythos im Tristanroma&amp;quot;, in: &#039;&#039;Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur&#039;&#039; 117 (1995), S. 40-64.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27324</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27324"/>
		<updated>2020-06-24T07:01:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 01.07.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Prüfen und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Liebestrank).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ergänzen und überarbeiten Sie den neu angelegten Artikel zur Brautwerbung. Nutzen Sie hierfür Ihre Notizen zu Schmid-Cadalbert und Schulz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Mertens.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie Gottfrieds Minnegrotte (V 16683ff.) mit Eilharts Waldleben (V. 4685ff.) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die außerhöfischen Räume voneinander und wie werden sie beschrieben (Umfang, Wertung usw.)?&lt;br /&gt;
* Welche Funktion könnten die unterschiedlichen Raumkonzepte (in Zusammenhang mit der Trank- und Minnethematik) haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nuº schigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich úch o˅n all valschait&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die ich in sinem buºch vand, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 32 - 50)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV] Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden. Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebe erscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]dem Beweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebe die sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;harpffen und singen&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weder vor noch sÿd&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an im er nicht vergaß,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[…]&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ritterlichen riten und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sölt schlachen mit dem schwert.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 140 - 161ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt. Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht. Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen. Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (siehe Schwalbenepisode). Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.  Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n?&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú tät so we mir.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt?&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun ist sú mir laider also schwär&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2564 - 2575ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und außerdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin, &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;e ich von sölichem sere&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2768 - 26773 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten. Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 2852 - 2857 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist. Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt. Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren. &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59] Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tristrand und die kúngin&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und Kurnewal der diener sin&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;littern gro˅ssen hunger.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer in sölichem kummer&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sölt ain ja˅r liden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ich will der zwaÿ geschwigen –&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er müßt sin deß todß,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;metteß noch wineß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch kainer hand fineß&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Vers 4757 - 4767)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt. Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf. Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039; [Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| In den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27018</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27018"/>
		<updated>2020-06-17T09:33:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zentrale_Textstellen_und_Themen_(Proseminar_%22Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage%22)&amp;diff=27016</id>
		<title>Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&quot;)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zentrale_Textstellen_und_Themen_(Proseminar_%22Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage%22)&amp;diff=27016"/>
		<updated>2020-06-17T09:32:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Die Seite wurde neu angelegt: „= Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde = == Inszenierte Mündlichkeit ==  &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;wie wirt in deß laideß buoß?&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Inszenierte Mündlichkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Brautwerbung == &lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzeption der Minne ==&lt;br /&gt;
== Der Minnetrank ==&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erzählräume ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Isolde-Gestalten ==&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Episodizität und Doppelung ==&lt;br /&gt;
= Textausgabe =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27015</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27015"/>
		<updated>2020-06-17T09:27:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Bearbeitete Artikel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27014</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27014"/>
		<updated>2020-06-17T09:17:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Die_Brautwerbung_(Eilhart_von_Oberg,_Tristrant_und_Isalde)&amp;diff=27013</id>
		<title>Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Die_Brautwerbung_(Eilhart_von_Oberg,_Tristrant_und_Isalde)&amp;diff=27013"/>
		<updated>2020-06-17T09:17:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Die Seite wurde neu angelegt: „= Definition Erzählschema =  = Wichtige Handlungsrollen =  = Raumstruktur und Handlungsfixpunkte =  = Die Brautwerbung bei Eilhart von Oberg =  Das Brautwerbu…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Definition Erzählschema =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Wichtige Handlungsrollen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Raumstruktur und Handlungsfixpunkte =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Die Brautwerbung bei Eilhart von Oberg =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die der Heldendichtung und der Legende nahe stehen, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefährliche Brautwerbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wie der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mit inbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sich einer wehrlosen Frau bemächtigen wollen. Es existiert ebenfalls eine dritte Kategorie der Brautwerbung, die größtenteils in Aventiureromanen zu finden ist. Bei dieser Art der Brautwerbung steht im Vordergrund die &amp;quot;partnerbezogene Werbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt von der Ehe. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
In Eilharts Tristrant dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zunächst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Tristrant ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isalde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich nicht für den Bund der Ehe zu verpflichten. Er ist in gewisser Weise der Anti-Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt. Das &amp;quot;Diesseits bezeichnet den Herrschaftsbereich des Brautwerbers, während das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; den Herrschaftsbereich des Brautvaters bezeichnet. In Eilharts &amp;quot;Tristrant&amp;quot; ist das &amp;quot;Diesseits&amp;quot; demnach König Markes Reich Cornwall. Isaldes Vater ist Herrscher über Irland, welches das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; bildet. Kennzeichnend für die Brautwerbung ist es, dass der Brautwerber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, weshalb er seinen Machtbereich verlassen muss. Dazu muss der Werber oder sein Helfer das Meer überqueren, welches die beiden Räume voneinander trennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Erst im &amp;quot;Jenseits&amp;quot; ist die Suche nach einer ihm ebenbürtigen Braut erfolgreich. So ja auch Marke im Tristrant. Er hat zwar eine andere Motivation, weit weg von seiner Heimat zu suchen, dennoch begibt sich Tristan auf große Fahrt über das Meer, um Isalde zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm, in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr, um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen Flucht. Die beiden werden vom wütenden Vater der Braut verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Braut nach Hause in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;außergewöhnlichen Helden&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich. Sie sind beide höfisch und damit eigentlich füreinander prädestiniert. Da hier aber die Rollen vertauscht sind, kann Tristrant sie nicht zur Frau nehmen. Er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich, auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung:&lt;br /&gt;
Die Handlungsfixpunkte sind nicht so eindeutig wie bei einer nahezu idealtypischen Brautwerbung (z.B. im Vergleich zu &#039;&#039;König Rother&#039;&#039;). Die genealogische Einführung beginnt nämlich mit Tristans Geburt und das Leben Markes steht lange eher im Hintergrund, obwohl er der werbende König ist und Tristan sein Bote (wenn natürlich der Werdegang dem &#039;&#039;Edelmut&#039;&#039; Markes zu verdanken ist). Auch die Ratsszene ist nur bedingt vorhanden. Es ist zwar die Rede davon, dass eine Heirat des Königs von Seiten des Hofes gewünscht wird, allerdings  taucht kein wirklicher &#039;&#039;Nenner&#039;&#039; auf. Vielleicht sind die Schwalben eine Art &#039;&#039;Nenner&#039;&#039;, obwohl sie eigentlich mehr Rätsel als Kenntnis bringen. Recht typisch verläuft die Benennung Tristans als Boten und die Landung des Helden an einem heimlichen Ort nach der Seefahrt. Die Fahrt selbst erinnert aber eher an eine Irrfahrt, wie man sie aus der Aventiure kennt, als an eine zielstrebige Werbungsfahrt. Weiterhin gibt es keine Entführungssequenzen, da die Heimreise das Schema endgültig sprengt. Während dieser beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristrant und Isalde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen. Die anschließende Auseinandersetzung vollzieht sich nicht mehr zwischen den Polen Brautwerber-Brautvater, sonder zwischen dem Brautwerber und seinem Boten.&lt;br /&gt;
Cadalbert zufolge ist das Werk Eilhart von Obergs eine durch das Schema der Brautwerbung teilbestimmte mittelhochdeutsche Dichtung. Aufgrund des Umstandes, dass die Brautwerbung nicht aus voller Überzeugung Markes hervorspringt, sondern eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver von den Forderungen des Hofes ist (Konsens ist nur scheinbar!), befindet sich Tristan nicht auf einer klassischen Werbungsfahrt. Er zieht irrend umher und ähnelt fast schon eher einem Aventiure-Ritter. Das unterstreicht nochmal, dass seine Verliebtheit in Isolde I eigentlich kein geplanter Affront gegen Marke ist, sondern Teil „seines Abenteuers“, worin der Minnetrank seine Handlungen lenkt.&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27011</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27011"/>
		<updated>2020-06-17T09:12:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Bearbeitete Artikel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Brautwerbung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die der Heldendichtung und der Legende nahe stehen, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefährliche Brautwerbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wie der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mit inbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sich einer wehrlosen Frau bemächtigen wollen. Es existiert ebenfalls eine dritte Kategorie der Brautwerbung, die größtenteils in Aventiureromanen zu finden ist. Bei dieser Art der Brautwerbung steht im Vordergrund die &amp;quot;partnerbezogene Werbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt von der Ehe. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
In Eilharts Tristrant dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zunächst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Tristrant ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isalde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich nicht für den Bund der Ehe zu verpflichten. Er ist in gewisser Weise der Anti-Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt. Das &amp;quot;Diesseits bezeichnet den Herrschaftsbereich des Brautwerbers, während das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; den Herrschaftsbereich des Brautvaters bezeichnet. In Eilharts &amp;quot;Tristrant&amp;quot; ist das &amp;quot;Diesseits&amp;quot; demnach König Markes Reich Cornwall. Isaldes Vater ist Herrscher über Irland, welches das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; bildet. Kennzeichnend für die Brautwerbung ist es, dass der Brautwerber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, weshalb er seinen Machtbereich verlassen muss. Dazu muss der Werber oder sein Helfer das Meer überqueren, welches die beiden Räume voneinander trennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Erst im &amp;quot;Jenseits&amp;quot; ist die Suche nach einer ihm ebenbürtigen Braut erfolgreich. So ja auch Marke im Tristrant. Er hat zwar eine andere Motivation, weit weg von seiner Heimat zu suchen, dennoch begibt sich Tristan auf große Fahrt über das Meer, um Isalde zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm, in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr, um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen Flucht. Die beiden werden vom wütenden Vater der Braut verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Braut nach Hause in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;außergewöhnlichen Helden&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich. Sie sind beide höfisch und damit eigentlich füreinander prädestiniert. Da hier aber die Rollen vertauscht sind, kann Tristrant sie nicht zur Frau nehmen. Er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich, auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung:&lt;br /&gt;
Die Handlungsfixpunkte sind nicht so eindeutig wie bei einer nahezu idealtypischen Brautwerbung (z.B. im Vergleich zu &#039;&#039;König Rother&#039;&#039;). Die genealogische Einführung beginnt nämlich mit Tristans Geburt und das Leben Markes steht lange eher im Hintergrund, obwohl er der werbende König ist und Tristan sein Bote (wenn natürlich der Werdegang dem &#039;&#039;Edelmut&#039;&#039; Markes zu verdanken ist). Auch die Ratsszene ist nur bedingt vorhanden. Es ist zwar die Rede davon, dass eine Heirat des Königs von Seiten des Hofes gewünscht wird, allerdings  taucht kein wirklicher &#039;&#039;Nenner&#039;&#039; auf. Vielleicht sind die Schwalben eine Art &#039;&#039;Nenner&#039;&#039;, obwohl sie eigentlich mehr Rätsel als Kenntnis bringen. Recht typisch verläuft die Benennung Tristans als Boten und die Landung des Helden an einem heimlichen Ort nach der Seefahrt. Die Fahrt selbst erinnert aber eher an eine Irrfahrt, wie man sie aus der Aventiure kennt, als an eine zielstrebige Werbungsfahrt. Weiterhin gibt es keine Entführungssequenzen, da die Heimreise das Schema endgültig sprengt. Während dieser beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristrant und Isalde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen. Die anschließende Auseinandersetzung vollzieht sich nicht mehr zwischen den Polen Brautwerber-Brautvater, sonder zwischen dem Brautwerber und seinem Boten.&lt;br /&gt;
Cadalbert zufolge ist das Werk Eilhart von Obergs eine durch das Schema der Brautwerbung teilbestimmte mittelhochdeutsche Dichtung. Aufgrund des Umstandes, dass die Brautwerbung nicht aus voller Überzeugung Markes hervorspringt, sondern eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver von den Forderungen des Hofes ist (Konsens ist nur scheinbar!), befindet sich Tristan nicht auf einer klassischen Werbungsfahrt. Er zieht irrend umher und ähnelt fast schon eher einem Aventiure-Ritter. Das unterstreicht nochmal, dass seine Verliebtheit in Isolde I eigentlich kein geplanter Affront gegen Marke ist, sondern Teil „seines Abenteuers“, worin der Minnetrank seine Handlungen lenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27010</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27010"/>
		<updated>2020-06-17T09:05:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Brautwerbung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die der Heldendichtung und der Legende nahe stehen, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefährliche Brautwerbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wie der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mit inbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sich einer wehrlosen Frau bemächtigen wollen. Es existiert ebenfalls eine dritte Kategorie der Brautwerbung, die größtenteils in Aventiureromanen zu finden ist. Bei dieser Art der Brautwerbung steht im Vordergrund die &amp;quot;partnerbezogene Werbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt von der Ehe. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
In Eilharts Tristrant dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zunächst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Tristrant ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isalde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich nicht für den Bund der Ehe zu verpflichten. Er ist in gewisser Weise der Anti-Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt. Das &amp;quot;Diesseits bezeichnet den Herrschaftsbereich des Brautwerbers, während das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; den Herrschaftsbereich des Brautvaters bezeichnet. In Eilharts &amp;quot;Tristrant&amp;quot; ist das &amp;quot;Diesseits&amp;quot; demnach König Markes Reich Cornwall. Isaldes Vater ist Herrscher über Irland, welches das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; bildet. Kennzeichnend für die Brautwerbung ist es, dass der Brautwerber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, weshalb er seinen Machtbereich verlassen muss. Dazu muss der Werber oder sein Helfer das Meer überqueren, welches die beiden Räume voneinander trennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Erst im &amp;quot;Jenseits&amp;quot; ist die Suche nach einer ihm ebenbürtigen Braut erfolgreich. So ja auch Marke im Tristrant. Er hat zwar eine andere Motivation, weit weg von seiner Heimat zu suchen, dennoch begibt sich Tristan auf große Fahrt über das Meer, um Isalde zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm, in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr, um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen Flucht. Die beiden werden vom wütenden Vater der Braut verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Braut nach Hause in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;außergewöhnlichen Helden&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich. Sie sind beide höfisch und damit eigentlich füreinander prädestiniert. Da hier aber die Rollen vertauscht sind, kann Tristrant sie nicht zur Frau nehmen. Er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich, auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung:&lt;br /&gt;
Die Handlungsfixpunkte sind nicht so eindeutig wie bei einer nahezu idealtypischen Brautwerbung (z.B. im Vergleich zu &#039;&#039;König Rother&#039;&#039;). Die genealogische Einführung beginnt nämlich mit Tristans Geburt und das Leben Markes steht lange eher im Hintergrund, obwohl er der werbende König ist und Tristan sein Bote (wenn natürlich der Werdegang dem &#039;&#039;Edelmut&#039;&#039; Markes zu verdanken ist). Auch die Ratsszene ist nur bedingt vorhanden. Es ist zwar die Rede davon, dass eine Heirat des Königs von Seiten des Hofes gewünscht wird, allerdings  taucht kein wirklicher &#039;&#039;Nenner&#039;&#039; auf. Vielleicht sind die Schwalben eine Art &#039;&#039;Nenner&#039;&#039;, obwohl sie eigentlich mehr Rätsel als Kenntnis bringen. Recht typisch verläuft die Benennung Tristans als Boten und die Landung des Helden an einem heimlichen Ort nach der Seefahrt. Die Fahrt selbst erinnert aber eher an eine Irrfahrt, wie man sie aus der Aventiure kennt, als an eine zielstrebige Werbungsfahrt. Weiterhin gibt es keine Entführungssequenzen, da die Heimreise das Schema endgültig sprengt. Während dieser beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristrant und Isalde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen. Die anschließende Auseinandersetzung vollzieht sich nicht mehr zwischen den Polen Brautwerber-Brautvater, sonder zwischen dem Brautwerber und seinem Boten.&lt;br /&gt;
Cadalbert zufolge ist das Werk Eilhart von Obergs eine durch das Schema der Brautwerbung teilbestimmte mittelhochdeutsche Dichtung. Aufgrund des Umstandes, dass die Brautwerbung nicht aus voller Überzeugung Markes hervorspringt, sondern eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver von den Forderungen des Hofes ist (Konsens ist nur scheinbar!), befindet sich Tristan nicht auf einer klassischen Werbungsfahrt. Er zieht irrend umher und ähnelt fast schon eher einem Aventiure-Ritter. Das unterstreicht nochmal, dass seine Verliebtheit in Isolde I eigentlich kein geplanter Affront gegen Marke ist, sondern Teil „seines Abenteuers“, worin der Minnetrank seine Handlungen lenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27009</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27009"/>
		<updated>2020-06-17T09:01:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben bis zum 24.06.20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Brautwerbung ==&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die der Heldendichtung und der Legende nahe stehen, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefährliche Brautwerbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wie der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mit inbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sich einer wehrlosen Frau bemächtigen wollen. Es existiert ebenfalls eine dritte Kategorie der Brautwerbung, die größtenteils in Aventiureromanen zu finden ist. Bei dieser Art der Brautwerbung steht im Vordergrund die &amp;quot;partnerbezogene Werbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt von der Ehe. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
In Eilharts Tristrant dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zunächst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Tristrant ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isalde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich nicht für den Bund der Ehe zu verpflichten. Er ist in gewisser Weise der Anti-Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt. Das &amp;quot;Diesseits bezeichnet den Herrschaftsbereich des Brautwerbers, während das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; den Herrschaftsbereich des Brautvaters bezeichnet. In Eilharts &amp;quot;Tristrant&amp;quot; ist das &amp;quot;Diesseits&amp;quot; demnach König Markes Reich Cornwall. Isaldes Vater ist Herrscher über Irland, welches das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; bildet. Kennzeichnend für die Brautwerbung ist es, dass der Brautwerber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, weshalb er seinen Machtbereich verlassen muss. Dazu muss der Werber oder sein Helfer das Meer überqueren, welches die beiden Räume voneinander trennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Erst im &amp;quot;Jenseits&amp;quot; ist die Suche nach einer ihm ebenbürtigen Braut erfolgreich. So ja auch Marke im Tristrant. Er hat zwar eine andere Motivation, weit weg von seiner Heimat zu suchen, dennoch begibt sich Tristan auf große Fahrt über das Meer, um Isalde zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm, in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr, um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen Flucht. Die beiden werden vom wütenden Vater der Braut verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Braut nach Hause in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;außergewöhnlichen Helden&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich. Sie sind beide höfisch und damit eigentlich füreinander prädestiniert. Da hier aber die Rollen vertauscht sind, kann Tristrant sie nicht zur Frau nehmen. Er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich, auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung:&lt;br /&gt;
Die Handlungsfixpunkte sind nicht so eindeutig wie bei einer nahezu idealtypischen Brautwerbung (z.B. im Vergleich zu &#039;&#039;König Rother&#039;&#039;). Die genealogische Einführung beginnt nämlich mit Tristans Geburt und das Leben Markes steht lange eher im Hintergrund, obwohl er der werbende König ist und Tristan sein Bote (wenn natürlich der Werdegang dem &#039;&#039;Edelmut&#039;&#039; Markes zu verdanken ist). Auch die Ratsszene ist nur bedingt vorhanden. Es ist zwar die Rede davon, dass eine Heirat des Königs von Seiten des Hofes gewünscht wird, allerdings  taucht kein wirklicher &#039;&#039;Nenner&#039;&#039; auf. Vielleicht sind die Schwalben eine Art &#039;&#039;Nenner&#039;&#039;, obwohl sie eigentlich mehr Rätsel als Kenntnis bringen. Recht typisch verläuft die Benennung Tristans als Boten und die Landung des Helden an einem heimlichen Ort nach der Seefahrt. Die Fahrt selbst erinnert aber eher an eine Irrfahrt, wie man sie aus der Aventiure kennt, als an eine zielstrebige Werbungsfahrt. Weiterhin gibt es keine Entführungssequenzen, da die Heimreise das Schema endgültig sprengt. Während dieser beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristrant und Isalde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen. Die anschließende Auseinandersetzung vollzieht sich nicht mehr zwischen den Polen Brautwerber-Brautvater, sonder zwischen dem Brautwerber und seinem Boten.&lt;br /&gt;
Cadalbert zufolge ist das Werk Eilhart von Obergs eine durch das Schema der Brautwerbung teilbestimmte mittelhochdeutsche Dichtung. Aufgrund des Umstandes, dass die Brautwerbung nicht aus voller Überzeugung Markes hervorspringt, sondern eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver von den Forderungen des Hofes ist (Konsens ist nur scheinbar!), befindet sich Tristan nicht auf einer klassischen Werbungsfahrt. Er zieht irrend umher und ähnelt fast schon eher einem Aventiure-Ritter. Das unterstreicht nochmal, dass seine Verliebtheit in Isolde I eigentlich kein geplanter Affront gegen Marke ist, sondern Teil „seines Abenteuers“, worin der Minnetrank seine Handlungen lenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
==== Liebe ====&lt;br /&gt;
===== Liebe und Gesellschaft =====&lt;br /&gt;
===== Liebe und Herrschaft =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27008</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27008"/>
		<updated>2020-06-17T08:59:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Brautwerbung ==&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die der Heldendichtung und der Legende nahe stehen, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefährliche Brautwerbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wie der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mit inbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sich einer wehrlosen Frau bemächtigen wollen. Es existiert ebenfalls eine dritte Kategorie der Brautwerbung, die größtenteils in Aventiureromanen zu finden ist. Bei dieser Art der Brautwerbung steht im Vordergrund die &amp;quot;partnerbezogene Werbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt von der Ehe. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
In Eilharts Tristrant dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zunächst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Tristrant ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isalde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich nicht für den Bund der Ehe zu verpflichten. Er ist in gewisser Weise der Anti-Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt. Das &amp;quot;Diesseits bezeichnet den Herrschaftsbereich des Brautwerbers, während das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; den Herrschaftsbereich des Brautvaters bezeichnet. In Eilharts &amp;quot;Tristrant&amp;quot; ist das &amp;quot;Diesseits&amp;quot; demnach König Markes Reich Cornwall. Isaldes Vater ist Herrscher über Irland, welches das &amp;quot;Jenseits&amp;quot; bildet. Kennzeichnend für die Brautwerbung ist es, dass der Brautwerber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, weshalb er seinen Machtbereich verlassen muss. Dazu muss der Werber oder sein Helfer das Meer überqueren, welches die beiden Räume voneinander trennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Erst im &amp;quot;Jenseits&amp;quot; ist die Suche nach einer ihm ebenbürtigen Braut erfolgreich. So ja auch Marke im Tristrant. Er hat zwar eine andere Motivation, weit weg von seiner Heimat zu suchen, dennoch begibt sich Tristan auf große Fahrt über das Meer, um Isalde zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm, in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr, um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen Flucht. Die beiden werden vom wütenden Vater der Braut verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Braut nach Hause in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;außergewöhnlichen Helden&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl.Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin – Boston 2012, S. 191-214.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich. Sie sind beide höfisch und damit eigentlich füreinander prädestiniert. Da hier aber die Rollen vertauscht sind, kann Tristrant sie nicht zur Frau nehmen. Er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich, auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung:&lt;br /&gt;
Die Handlungsfixpunkte sind nicht so eindeutig wie bei einer nahezu idealtypischen Brautwerbung (z.B. im Vergleich zu &#039;&#039;König Rother&#039;&#039;). Die genealogische Einführung beginnt nämlich mit Tristans Geburt und das Leben Markes steht lange eher im Hintergrund, obwohl er der werbende König ist und Tristan sein Bote (wenn natürlich der Werdegang dem &#039;&#039;Edelmut&#039;&#039; Markes zu verdanken ist). Auch die Ratsszene ist nur bedingt vorhanden. Es ist zwar die Rede davon, dass eine Heirat des Königs von Seiten des Hofes gewünscht wird, allerdings  taucht kein wirklicher &#039;&#039;Nenner&#039;&#039; auf. Vielleicht sind die Schwalben eine Art &#039;&#039;Nenner&#039;&#039;, obwohl sie eigentlich mehr Rätsel als Kenntnis bringen. Recht typisch verläuft die Benennung Tristans als Boten und die Landung des Helden an einem heimlichen Ort nach der Seefahrt. Die Fahrt selbst erinnert aber eher an eine Irrfahrt, wie man sie aus der Aventiure kennt, als an eine zielstrebige Werbungsfahrt. Weiterhin gibt es keine Entführungssequenzen, da die Heimreise das Schema endgültig sprengt. Während dieser beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristrant und Isalde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen. Die anschließende Auseinandersetzung vollzieht sich nicht mehr zwischen den Polen Brautwerber-Brautvater, sonder zwischen dem Brautwerber und seinem Boten.&lt;br /&gt;
Cadalbert zufolge ist das Werk Eilhart von Obergs eine durch das Schema der Brautwerbung teilbestimmte mittelhochdeutsche Dichtung. Aufgrund des Umstandes, dass die Brautwerbung nicht aus voller Überzeugung Markes hervorspringt, sondern eigentlich nur ein Ablenkungsmanöver von den Forderungen des Hofes ist (Konsens ist nur scheinbar!), befindet sich Tristan nicht auf einer klassischen Werbungsfahrt. Er zieht irrend umher und ähnelt fast schon eher einem Aventiure-Ritter. Das unterstreicht nochmal, dass seine Verliebtheit in Isolde I eigentlich kein geplanter Affront gegen Marke ist, sondern Teil „seines Abenteuers“, worin der Minnetrank seine Handlungen lenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form. Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
==== Liebe ====&lt;br /&gt;
===== Liebe und Gesellschaft =====&lt;br /&gt;
===== Liebe und Herrschaft =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Entstehungsort_des_Romans_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26736</id>
		<title>Entstehungsort des Romans (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Entstehungsort_des_Romans_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26736"/>
		<updated>2020-06-10T08:06:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Entstehungszeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===Tristanepos===&lt;br /&gt;
Das Tristanepos ist im Mittelalter in vielen Teilen Europas bekannt. Ihren Ursprung hat die Erzählung wahrscheinlich im keltischen. Es kann jedoch aus den walisischen und irischen Erzählungen keine geschlossene keltische Tristan- Dichtung romanhaften Ursprungs rekonstruiert werden. Neben den keltischen Sagen haben auch international verbreitete Märchen- und Schwankmotive, antike Sagen und orientalische Dichtungen (Wis und Ramin) Einfluss auf die Entwicklung des Tristanromans genommen. Allerdings ist die Bestimmung einzelner Bestandteile oder Überlieferungsstränge nicht mehr möglich.[Kunerth 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist wohl einer der verbreitesten Stoffe im Mittelalter. Von Frankreich aus nahm sie ihren Ausgangspunkt, dort erschien die Geschichte von Tristan und Isolde in der altfranzösischen Dichtung (die von der Forschung postulierte &#039;&#039;estoire&#039;&#039;) seit mitte des 12 Jahrhunderts. Die französischen Gedichte werden in fast alle Sprachen übersetzt und bearbeitet. In Deutschland um 1186 von Eilhart von Oberg und um 1210 durch Gottfried von Straßburg. Die Überlieferung entstammt einem französischen, vermutlich poitevinischen Versroman, dessen Urfassung verloren ging, und nur in späteren mehr oder weniger freien Bearbeitungen vorliegen. &lt;br /&gt;
Es ist schwierig die Wege zum Ur-Tristan zu finden, da die ältesten und wichtigsten Werke verloren gingen oder nur noch Bruchstückhaft vorliegen.[Golther 1929]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hauptquellen, die in Betracht kommen=== &lt;br /&gt;
*1. der verlorene Ur-Tristan von 1150&lt;br /&gt;
*2. die ebenfalls verlorene &amp;quot;Estoire del Tristan et d&#039;Isalt&amp;quot; des Robert von Reims, genannt li kievres, zwischen 1170 und 1180&lt;br /&gt;
*3. der Roman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; von [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde|Eilhart von Oberg]] zwischen 1186 und 1190, hg. von Franz Lichtenstein 1877; neue Ausgabe von Kurt Wagne: Tristant I, die alten Bruchstücke 1924&lt;br /&gt;
*4. Berols Tristan nach 1191, hg. von Ernest Muret 1903; kleine Ausgabe 1913; 2. Aufl. 1922&lt;br /&gt;
*5. der französische Prosaroman; die aus der &amp;quot;Estoire&amp;quot; stammenden Abschnitte sind abgedruckt von J. Bédier, Le roman de Tristan par Thomas im 2. Band S. 321 ff.&lt;br /&gt;
*6. Die Berner Handschrift der &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot; hg. von Bédier 1907&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bearbeitungen halten sich, trotz kleiner höfischer Einschübe, den herben Ton des Ur-Tristan.&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Tristansage ist im Grunde nichts anderes als die Geschichte des ursprünglichen Tristanromanes, seiner Entstehung und seiner Bearbeitungen. Die Bearbeitungen des Urstoffes waren nur Quellen nachfolgender Dichter, so dass diese eine große Auswahl an Überlieferungen zur Verfügung hatten. Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg konnten sich nur an Gottfried von Straßburg und Eilhart von Oberg orientieren. Die jüngeren Dichter hatten jedoch, obwohl die Urfassung verschwand eine Vielzahl von Bearbeitungen zur Verfügung an denen sie sich orientieren konnten[Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stoff des Ur-Tristans===&lt;br /&gt;
Die eigentliche schöpferische Tat des Tristandichters bestand darin, die drei Grundpfeiler der Geschichte zusammenzufassen: Morholt, die goldhaarige Jungfrau, die weißhändige Iselt.&lt;br /&gt;
Vorher gab es nur einzelne Bausteine, welche bis auf Morholt nicht mit dem Tristan zusammenhingen. &lt;br /&gt;
Die Geschichtlichen Voraussetzungen und Namen wurzeln aber im Morholtabenteuer., dessen keltische Herkunft aus folgenden Erwägungen erhellt[Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Grundlage der Morholtabenteuer===&lt;br /&gt;
König Marke von Cornwall lebte in der ersten Hälfte des 6. Jh. in der 884 in einem bretonischen Kloster verfassten Vita S. Pauli Aureliani wird dieser König &amp;quot;Marcus, quem alio nomine Quonomorium vocant&amp;quot;, der seine Reich Völker von vier verschiedenen Sprachen vereinigte, genannt.&lt;br /&gt;
Mark war also ein Zeitgenosse des König Artus. Mark Kornawall verteidigte gegen die Iren, da er ein Vorkämpfer der Briten, Sachsen, schotten und Pikten war. &lt;br /&gt;
Morholt, der von Irland kam, um Zins zu fordern, wurde von einem jungen Helden besiegt. und dieser Sieg ward in Sage oder einem Lied verherrlicht, das als die  Grundlage des Morholtsabenteuers zu betrachten ist[Golther, 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tristans Name===&lt;br /&gt;
Tristans Name kann mit dem alten Piktenland in Verbindung gebracht werden, in dem im 7./9. Jahrhundert die Namen Drost, Drostan und Talorc unter den Königen des Landes öfter wiederkehren. So existiert wohl ein Grabstein in Cornwall, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Aus dem 8. Jh. ist der piktische Name „Drust“ und aus dem 13. Jh. der kymrische Name „Drystan“ überliefert [Tomasek 2007].  Bei den Kymren heißt Drystan ein Sohn des Talorc (Drystan mab Tallwch), während er im Roman ein Sohn des Riwalin ist. Die bretonischen Fürsten leiteten ihre Stammbäume von Riwal ab, der als Führer einer britischen Heerschar aus Devon in der ersten Hälfte des 6. Jh. in der Bretagne ein Reich begründet hat.Somit zählt Tristan im französischen Gedicht zum bretonischen Hochadel. &lt;br /&gt;
Man kann anhand des Namenswandels die Wanderung vom Piktenland, über Wales nach der Bretagne, von wo er mit Anlehnung an das Eigenschaftswort triste, tristre zum französischen Tristan, Tristran wurde. Die Urheimat des piktischen Drostan war die Landschaft Loonia (Lothian) und Moravia (Murrai) im südöstlichen und nordöstlichen Schottland. Hier wurden auch alle Taten vollbracht, die später in Liedern verherrlicht wurden. Man vermutet, dass Kämpfe zwischen den Pikten und den Iren den Inhalt dieses Liedes ausmachen. Wann und wie Mark und Tristan im Morolt-Abenteuer verbunden worden ist nicht mehr zu bestimmen.Vermutlich begegneten sich piktische und kornischen Heldensagen in Wales. Interessant ist, dass auch der Name &amp;quot;Tristan&amp;quot; in den verschiedenen Versionen abweicht. Bei Gottfried von Straßburg heißt der Held der Geschichte &amp;quot;Tristan&amp;quot;, während er bei Eilhart von Oberg als &amp;quot;Tristrant&amp;quot; aufgeführt wird[Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tristan====&lt;br /&gt;
Obwohl Gottfried von Straßburg seinen Tristanroman Thomas von britannien widmet (v. 150 ff.), kann vermutet werden, dasses ebenso eine französische Vorlage gab. Gottfried betont jedoch, dass er eine eigene Auffassung zu dem Tristanstoff hat und diese auch zur Geltung bringt (V. 167 ff.). Das ist nicht zuletzt an der veränderten äußeren Handlung zu erkennen. Diese weicht bei Gottfried von der französischen Vorlage ab. Einen präzisen Vergleich von Gottfrieds Tristanfassung und der altfranzösischen Vorlage kann nicht mehr gemacht werden, da diese nur Lückenhaft erhalten ist. Dem kommt hinzu, dass die noch erhaltenen Fragmente der altfranzösischen Fassung da anfangen, wo Gottfrieds erzählung aufhört. &lt;br /&gt;
Auffallend bei Gottfried ist, dass sein Roman einen eigenen Sprachstil aufweist. Während man bei Heinrich von Veldeke und und Hartmann von Aue die Sprache und den Erzählstoff von einander trennen kann, gelingt dies bei Gottfried nicht mehr. Gottfried gelingt die Verknüpfung von Tristan und Isoldes Geschichte an die stilistischen sprachlichen Möglichkeiten des Deutschen[Golther, 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Entstehungszeit====&lt;br /&gt;
Die Entstehungszeit von Gottfrieds Tristan lässt sich aus seiner Literaturschau (V. 4621-4823) ableiten. Gottfried von Straßburg erwähnt seine lebenden Zeitgenossen Hartmann von Aue, Bligger von Steinach , Walther von der Vogelweide. Desweiteren beklagt er die schon gestorbenen Dichter Heinrich von Veldeke und Reinmar von Hagenau. Aufgrund dieser Literaturschau kann die Enstehungszeit des Tristanromans um 1210 angelegt werden.[Falkenberg 1986]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gottfried von Straßburg====&lt;br /&gt;
Die Person Gottfried von Straßburg kann nicht erfasst werden. Es kann aber als sicher gelten, dass er nicht adelig war. Er gilt als städtischer Literat von hoher Bildung. Von seinen Verehrern Rudolf von Ems und Ulrich von Türheim wurde er &#039;&#039;meister&#039;&#039; genannt. Die Dichtung Tristan und Isolde ist sein bekanntestes Werk. Die weiteren Werke (ein Minnelied, ein Sangspruch, ein religiöses Lied und ein Spruch &#039;Vom gläsernen Glück&#039;) sind umstritten in ihrer Zuordnung.&lt;br /&gt;
Es gibt keine Urkunden oder Quellen, die seine Lebensdaten beinhalten und uns Aufschluss über seine Person geben können. Allein die Literaturschau in der Dichtung selbst kann als Hinweis genannt werden.&lt;br /&gt;
Allein Ulrich von Türheim, dessen Lebensdaten ebenfalls nicht belegt sind, kann in seiner Identität näher beschrieben werden. Ulrich von Türheim nennt seinen eigenen Namen und den seines Auftraggebers Konrad von Winterstätten, dessen Todesdatum 1243 nachweisbar ist. Ulrich von Türheim erwähnt Gottfried von Straßburg als den Verfasser der Tristandichtung und gibt als Ursache für den Abbruch der Dichtung dessen Tod an. Ulrichs Fortsetzung kann auf die Jahre zwischen 1230 und 1235 datiert werden.[Falkenberg 1986]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entstehungsort===&lt;br /&gt;
Der genaue Entstehungsort der originalen Tristan Handschrift von Gottfried von Straßburg ist nicht mehr zu rekonstruieren. ebenso ist unklar wo die ersten Abschriften der Handschrift entstanden sind und wo diese aufbewahrt wurden. &lt;br /&gt;
Die ersten noch erhaltenen Überlieferungen weisen einen westalemannischen und vermutlichen elsässischen Sprachtyp auf. Deswegen ist die Vermutung, dass die Urschrift Gottfrieds von Straßburg, in Strassbourg selber entstanden ist, nicht abwegig [Wetzel 1992].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg: Tristan. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu hg., ins Neuhochdeutsche übers., mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn, Bd. 1 u. 2:  Text, Bd. 3: Kommentar, 8./9./12. Aufl., Stuttgart 2007-2008 (RUB 4471-4473).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Golther 1929] Golther, Wolfgang:Tristan und Isolde in der französischen und deutschen Dichtung des Mittelalters und der Neuzeit. in: Stoff und Motivgeschichte der deutschen Literatur. hg. Paul Merker und Gerhard Ludtke.Berlin: Walter der Guyter, 1929.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Kunerth 1999]Kunerth, Barbara: Der Bilderzyklus in der Münchner &amp;quot;Tristan-Handschrift&amp;quot; Cgm 51: Band I: Text (Teil 1), Band II: Text (Teil 2), Band III:  Abbildungsteil.Cottbus, Techn. Univ., Diss., 1999.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Falkenberg 1986] Bettina, Falkenberg: Die Bilder der Münchener Tristan-Handschrift.Frankfurt am Main; Bern; New York: Lang, 1986.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Wetzel 1992] Wetzel, René: Die Handschriftliche Überliferung des  &#039;Tristan&#039;  Gottfrieds von Strassburg.Untersucht an ihren Fragmenten.Hs.  Eduard  Studer. Freiburg Schweiz: Univ.-Verl.,1992.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Tomasek 2007] Tomasek, Tomas: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gottfried von Straßburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Entstehungsort_des_Romans_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26735</id>
		<title>Entstehungsort des Romans (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2020-06-10T08:06:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===Tristanepos===&lt;br /&gt;
Das Tristanepos ist im Mittelalter in vielen Teilen Europas bekannt. Ihren Ursprung hat die Erzählung wahrscheinlich im keltischen. Es kann jedoch aus den walisischen und irischen Erzählungen keine geschlossene keltische Tristan- Dichtung romanhaften Ursprungs rekonstruiert werden. Neben den keltischen Sagen haben auch international verbreitete Märchen- und Schwankmotive, antike Sagen und orientalische Dichtungen (Wis und Ramin) Einfluss auf die Entwicklung des Tristanromans genommen. Allerdings ist die Bestimmung einzelner Bestandteile oder Überlieferungsstränge nicht mehr möglich.[Kunerth 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist wohl einer der verbreitesten Stoffe im Mittelalter. Von Frankreich aus nahm sie ihren Ausgangspunkt, dort erschien die Geschichte von Tristan und Isolde in der altfranzösischen Dichtung (die von der Forschung postulierte &#039;&#039;estoire&#039;&#039;) seit mitte des 12 Jahrhunderts. Die französischen Gedichte werden in fast alle Sprachen übersetzt und bearbeitet. In Deutschland um 1186 von Eilhart von Oberg und um 1210 durch Gottfried von Straßburg. Die Überlieferung entstammt einem französischen, vermutlich poitevinischen Versroman, dessen Urfassung verloren ging, und nur in späteren mehr oder weniger freien Bearbeitungen vorliegen. &lt;br /&gt;
Es ist schwierig die Wege zum Ur-Tristan zu finden, da die ältesten und wichtigsten Werke verloren gingen oder nur noch Bruchstückhaft vorliegen.[Golther 1929]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hauptquellen, die in Betracht kommen=== &lt;br /&gt;
*1. der verlorene Ur-Tristan von 1150&lt;br /&gt;
*2. die ebenfalls verlorene &amp;quot;Estoire del Tristan et d&#039;Isalt&amp;quot; des Robert von Reims, genannt li kievres, zwischen 1170 und 1180&lt;br /&gt;
*3. der Roman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; von [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde|Eilhart von Oberg]] zwischen 1186 und 1190, hg. von Franz Lichtenstein 1877; neue Ausgabe von Kurt Wagne: Tristant I, die alten Bruchstücke 1924&lt;br /&gt;
*4. Berols Tristan nach 1191, hg. von Ernest Muret 1903; kleine Ausgabe 1913; 2. Aufl. 1922&lt;br /&gt;
*5. der französische Prosaroman; die aus der &amp;quot;Estoire&amp;quot; stammenden Abschnitte sind abgedruckt von J. Bédier, Le roman de Tristan par Thomas im 2. Band S. 321 ff.&lt;br /&gt;
*6. Die Berner Handschrift der &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot; hg. von Bédier 1907&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bearbeitungen halten sich, trotz kleiner höfischer Einschübe, den herben Ton des Ur-Tristan.&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Tristansage ist im Grunde nichts anderes als die Geschichte des ursprünglichen Tristanromanes, seiner Entstehung und seiner Bearbeitungen. Die Bearbeitungen des Urstoffes waren nur Quellen nachfolgender Dichter, so dass diese eine große Auswahl an Überlieferungen zur Verfügung hatten. Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg konnten sich nur an Gottfried von Straßburg und Eilhart von Oberg orientieren. Die jüngeren Dichter hatten jedoch, obwohl die Urfassung verschwand eine Vielzahl von Bearbeitungen zur Verfügung an denen sie sich orientieren konnten[Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stoff des Ur-Tristans===&lt;br /&gt;
Die eigentliche schöpferische Tat des Tristandichters bestand darin, die drei Grundpfeiler der Geschichte zusammenzufassen: Morholt, die goldhaarige Jungfrau, die weißhändige Iselt.&lt;br /&gt;
Vorher gab es nur einzelne Bausteine, welche bis auf Morholt nicht mit dem Tristan zusammenhingen. &lt;br /&gt;
Die Geschichtlichen Voraussetzungen und Namen wurzeln aber im Morholtabenteuer., dessen keltische Herkunft aus folgenden Erwägungen erhellt[Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Grundlage der Morholtabenteuer===&lt;br /&gt;
König Marke von Cornwall lebte in der ersten Hälfte des 6. Jh. in der 884 in einem bretonischen Kloster verfassten Vita S. Pauli Aureliani wird dieser König &amp;quot;Marcus, quem alio nomine Quonomorium vocant&amp;quot;, der seine Reich Völker von vier verschiedenen Sprachen vereinigte, genannt.&lt;br /&gt;
Mark war also ein Zeitgenosse des König Artus. Mark Kornawall verteidigte gegen die Iren, da er ein Vorkämpfer der Briten, Sachsen, schotten und Pikten war. &lt;br /&gt;
Morholt, der von Irland kam, um Zins zu fordern, wurde von einem jungen Helden besiegt. und dieser Sieg ward in Sage oder einem Lied verherrlicht, das als die  Grundlage des Morholtsabenteuers zu betrachten ist[Golther, 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tristans Name===&lt;br /&gt;
Tristans Name kann mit dem alten Piktenland in Verbindung gebracht werden, in dem im 7./9. Jahrhundert die Namen Drost, Drostan und Talorc unter den Königen des Landes öfter wiederkehren. So existiert wohl ein Grabstein in Cornwall, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Aus dem 8. Jh. ist der piktische Name „Drust“ und aus dem 13. Jh. der kymrische Name „Drystan“ überliefert [Tomasek 2007].  Bei den Kymren heißt Drystan ein Sohn des Talorc (Drystan mab Tallwch), während er im Roman ein Sohn des Riwalin ist. Die bretonischen Fürsten leiteten ihre Stammbäume von Riwal ab, der als Führer einer britischen Heerschar aus Devon in der ersten Hälfte des 6. Jh. in der Bretagne ein Reich begründet hat.Somit zählt Tristan im französischen Gedicht zum bretonischen Hochadel. &lt;br /&gt;
Man kann anhand des Namenswandels die Wanderung vom Piktenland, über Wales nach der Bretagne, von wo er mit Anlehnung an das Eigenschaftswort triste, tristre zum französischen Tristan, Tristran wurde. Die Urheimat des piktischen Drostan war die Landschaft Loonia (Lothian) und Moravia (Murrai) im südöstlichen und nordöstlichen Schottland. Hier wurden auch alle Taten vollbracht, die später in Liedern verherrlicht wurden. Man vermutet, dass Kämpfe zwischen den Pikten und den Iren den Inhalt dieses Liedes ausmachen. Wann und wie Mark und Tristan im Morolt-Abenteuer verbunden worden ist nicht mehr zu bestimmen.Vermutlich begegneten sich piktische und kornischen Heldensagen in Wales. Interessant ist, dass auch der Name &amp;quot;Tristan&amp;quot; in den verschiedenen Versionen abweicht. Bei Gottfried von Straßburg heißt der Held der Geschichte &amp;quot;Tristan&amp;quot;, während er bei Eilhart von Oberg als &amp;quot;Tristrant&amp;quot; aufgeführt wird[Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tristan====&lt;br /&gt;
Obwohl Gottfried von Straßburg seinen Tristanroman Thomas von britannien widmet (v. 150 ff.), kann vermutet werden, dasses ebenso eine französische Vorlage gab. Gottfried betont jedoch, dass er eine eigene Auffassung zu dem Tristanstoff hat und diese auch zur Geltung bringt (V. 167 ff.). Das ist nicht zuletzt an der veränderten äußeren Handlung zu erkennen. Diese weicht bei Gottfried von der französischen Vorlage ab. Einen präzisen Vergleich von Gottfrieds Tristanfassung und der altfranzösischen Vorlage kann nicht mehr gemacht werden, da diese nur Lückenhaft erhalten ist. Dem kommt hinzu, dass die noch erhaltenen Fragmente der altfranzösischen Fassung da anfangen, wo Gottfrieds erzählung aufhört. &lt;br /&gt;
Auffallend bei Gottfried ist, dass sein Roman einen eigenen Sprachstil aufweist. Während man bei Heinrich von Veldeke und und Hartmann von Aue die Sprache und den Erzählstoff von einander trennen kann, gelingt dies bei Gottfried nicht mehr. Gottfried gelingt die Verknüpfung von Tristan und Isoldes Geschichte an die stilistischen sprachlichen Möglichkeiten des Deutschen[Golther, 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Entstehungszeit====&lt;br /&gt;
Die Entstehungszeit von Gottfrieds Tristan lässt sich aus seiner Literaturschau (V. 4621-4823) ableiten. Gottfried von Straßburg erwähnt seine lebenden Zeitgenossen Hartmann von Aue, Bligger von Steinach , Walther von der Vogelweide. Desweiteren beklagt er die schon gestorbenen Dichter Heinrich von Veldeke und Reinmar von Hagenau. Aufgrund dieser Literaturschau kann die Enstehungszeit des Tristanromans um 1210 angelegt werden[Falkenberg, 1986].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gottfried von Straßburg====&lt;br /&gt;
Die Person Gottfried von Straßburg kann nicht erfasst werden. Es kann aber als sicher gelten, dass er nicht adelig war. Er gilt als städtischer Literat von hoher Bildung. Von seinen Verehrern Rudolf von Ems und Ulrich von Türheim wurde er &#039;&#039;meister&#039;&#039; genannt. Die Dichtung Tristan und Isolde ist sein bekanntestes Werk. Die weiteren Werke (ein Minnelied, ein Sangspruch, ein religiöses Lied und ein Spruch &#039;Vom gläsernen Glück&#039;) sind umstritten in ihrer Zuordnung.&lt;br /&gt;
Es gibt keine Urkunden oder Quellen, die seine Lebensdaten beinhalten und uns Aufschluss über seine Person geben können. Allein die Literaturschau in der Dichtung selbst kann als Hinweis genannt werden.&lt;br /&gt;
Allein Ulrich von Türheim, dessen Lebensdaten ebenfalls nicht belegt sind, kann in seiner Identität näher beschrieben werden. Ulrich von Türheim nennt seinen eigenen Namen und den seines Auftraggebers Konrad von Winterstätten, dessen Todesdatum 1243 nachweisbar ist. Ulrich von Türheim erwähnt Gottfried von Straßburg als den Verfasser der Tristandichtung und gibt als Ursache für den Abbruch der Dichtung dessen Tod an. Ulrichs Fortsetzung kann auf die Jahre zwischen 1230 und 1235 datiert werden.[Falkenberg 1986]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entstehungsort===&lt;br /&gt;
Der genaue Entstehungsort der originalen Tristan Handschrift von Gottfried von Straßburg ist nicht mehr zu rekonstruieren. ebenso ist unklar wo die ersten Abschriften der Handschrift entstanden sind und wo diese aufbewahrt wurden. &lt;br /&gt;
Die ersten noch erhaltenen Überlieferungen weisen einen westalemannischen und vermutlichen elsässischen Sprachtyp auf. Deswegen ist die Vermutung, dass die Urschrift Gottfrieds von Straßburg, in Strassbourg selber entstanden ist, nicht abwegig [Wetzel 1992].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg: Tristan. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu hg., ins Neuhochdeutsche übers., mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn, Bd. 1 u. 2:  Text, Bd. 3: Kommentar, 8./9./12. Aufl., Stuttgart 2007-2008 (RUB 4471-4473).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Golther 1929] Golther, Wolfgang:Tristan und Isolde in der französischen und deutschen Dichtung des Mittelalters und der Neuzeit. in: Stoff und Motivgeschichte der deutschen Literatur. hg. Paul Merker und Gerhard Ludtke.Berlin: Walter der Guyter, 1929.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Kunerth 1999]Kunerth, Barbara: Der Bilderzyklus in der Münchner &amp;quot;Tristan-Handschrift&amp;quot; Cgm 51: Band I: Text (Teil 1), Band II: Text (Teil 2), Band III:  Abbildungsteil.Cottbus, Techn. Univ., Diss., 1999.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Falkenberg 1986] Bettina, Falkenberg: Die Bilder der Münchener Tristan-Handschrift.Frankfurt am Main; Bern; New York: Lang, 1986.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Wetzel 1992] Wetzel, René: Die Handschriftliche Überliferung des  &#039;Tristan&#039;  Gottfrieds von Strassburg.Untersucht an ihren Fragmenten.Hs.  Eduard  Studer. Freiburg Schweiz: Univ.-Verl.,1992.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Tomasek 2007] Tomasek, Tomas: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gottfried von Straßburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Entstehungsort_des_Romans_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26734</id>
		<title>Entstehungsort des Romans (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Entstehungsort_des_Romans_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26734"/>
		<updated>2020-06-10T08:01:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Tristanepos */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===Tristanepos===&lt;br /&gt;
Das Tristanepos ist im Mittelalter in vielen Teilen Europas bekannt. Ihren Ursprung hat die Erzählung wahrscheinlich im keltischen. Es kann jedoch aus den walisischen und irischen Erzählungen keine geschlossene keltische Tristan- Dichtung romanhaften Ursprungs rekonstruiert werden. Neben den keltischen Sagen haben auch international verbreitete Märchen- und Schwankmotive, antike Sagen und orientalische Dichtungen (Wis und Ramin) Einfluss auf die Entwicklung des Tristanromans genommen. Allerdings ist die Bestimmung einzelner Bestandteile oder Überlieferungsstränge nicht mehr möglich.[Kunerth 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist wohl einer der verbreitesten Stoffe im Mittelalter. Von Frankreich aus nahm sie ihren Ausgangspunkt, dort erschien die Geschichte von Tristan und Isolde in der altfranzösischen Dichtung (die von der Forschung postulierte &#039;&#039;estoire&#039;&#039;) seit mitte des 12 Jahrhunderts. Die französischen Gedichte werden in fast alle Sprachen übersetzt und bearbeitet. In Deutschland um 1186 von Eilhart von Oberg und um 1210 durch Gottfried von Straßburg. Die Überlieferung entstammt einem französischen, vermutlich poitevinischen Versroman, dessen Urfassung verloren ging, und nur in späteren mehr oder weniger freien Bearbeitungen vorliegen. &lt;br /&gt;
Es ist schwierig die Wege zum Ur-Tristan zu finden, da die ältesten und wichtigsten Werke verloren gingen oder nur noch Bruchstückhaft vorliegen.[Golther 1929]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Hauptquellen, die in Betracht kommen=== &lt;br /&gt;
*1. der verlorene Ur-Tristan von 1150&lt;br /&gt;
*2. die ebenfalls verlorene &amp;quot;Estoire del Tristan et d&#039;Isalt&amp;quot; des Robert von Reims, genannt li kievres, zwischen 1170 und 1180&lt;br /&gt;
*3. der Roman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; von [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde|Eilhart von Oberg]] zwischen 1186 und 1190, hg. von Franz Lichtenstein 1877; neue Ausgabe von Kurt Wagne: Tristant I, die alten Bruchstücke 1924&lt;br /&gt;
*4. Berols Tristan nach 1191, hg. von Ernest Muret 1903; kleine Ausgabe 1913; 2. Aufl. 1922&lt;br /&gt;
*5. der französische Prosaroman; die aus der &amp;quot;Estoire&amp;quot; stammenden Abschnitte sind abgedruckt von J. Bédier, Le roman de Tristan par Thomas im 2. Band S. 321 ff.&lt;br /&gt;
*6. Die Berner Handschrift der &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot; hg. von Bédier 1907&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bearbeitungen halten sich, trotz kleiner höfischer Einschübe, den herben Ton des Ur-Tristan.&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Tristansage ist im Grunde nichts anderes als die Geschichte des ursprünglichen Tristanromanes, seiner Entstehung und seiner Bearbeitungen. Die Bearbeitungen des Urstoffes waren nur Quellen nachfolgender Dichter, so dass diese eine große Auswahl an Überlieferungen zur Verfügung hatten. Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg konnten sich nur an Gottfried von Straßburg und Eilhart von Oberg orientieren. Die jüngeren Dichter hatten jedoch, obwohl die Urfassung verschwand eine Vielzahl von Bearbeitungen zur Verfügung an denen sie sich orientieren konnten[*Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stoff des Ur-Tristans===&lt;br /&gt;
Die eigentliche schöpferische Tat des Tristandichters bestand darin, die drei Grundpfeiler der Geschichte zusammenzufassen: Morholt, die goldhaarige Jungfrau, die weißhändige Iselt.&lt;br /&gt;
Vorher gab es nur einzelne Bausteine, welche bis auf Morholt nicht mit dem Tristan zusammenhingen. &lt;br /&gt;
Die Geschichtlichen Voraussetzungen und Namen wurzeln aber im Morholtabenteuer., dessen keltische Herkunft aus folgenden Erwägungen erhellt[*Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Grundlage der Morholtabenteuer===&lt;br /&gt;
König Marke von Cornwall lebte in der ersten Hälfte des 6. Jh. in der 884 in einem bretonischen Kloster verfassten Vita S. Pauli Aureliani wird dieser König &amp;quot;Marcus, quem alio nomine Quonomorium vocant&amp;quot;, der seine Reich Völker von vier verschiedenen Sprachen vereinigte, genannt.&lt;br /&gt;
Mark war also ein Zeitgenosse des König Artus. Mark Kornawall verteidigte gegen die Iren, da er ein Vorkämpfer der Briten, Sachsen, schotten und Pikten war. &lt;br /&gt;
Morholt, der von Irland kam, um Zins zu fordern, wurde von einem jungen Helden besiegt. und dieser Sieg ward in Sage oder einem Lied verherrlicht, das als die  Grundlage des Morholtsabenteuers zu betrachten ist[*Golther, 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tristans Name===&lt;br /&gt;
Tristans Name kann mit dem alten Piktenland in Verbindung gebracht werden, in dem im 7./9. Jahrhundert die Namen Drost, Drostan und Talorc unter den Königen des Landes öfter wiederkehren. So existiert wohl ein Grabstein in Cornwall, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Aus dem 8. Jh. ist der piktische Name „Drust“ und aus dem 13. Jh. der kymrische Name „Drystan“ überliefert [*Tomasek 2007].  Bei den Kymren heißt Drystan ein Sohn des Talorc (Drystan mab Tallwch), während er im Roman ein Sohn des Riwalin ist. Die bretonischen Fürsten leiteten ihre Stammbäume von Riwal ab, der als Führer einer britischen Heerschar aus Devon in der ersten Hälfte des 6. Jh. in der Bretagne ein Reich begründet hat.Somit zählt Tristan im französischen Gedicht zum bretonischen Hochadel. &lt;br /&gt;
Man kann anhand des Namenswandels die Wanderung vom Piktenland, über Wales nach der Bretagne, von wo er mit Anlehnung an das Eigenschaftswort triste, tristre zum französischen Tristan, Tristran wurde. Die Urheimat des piktischen Drostan war die Landschaft Loonia (Lothian) und Moravia (Murrai) im südöstlichen und nordöstlichen Schottland. Hier wurden auch alle Taten vollbracht, die später in Liedern verherrlicht wurden. Man vermutet, dass Kämpfe zwischen den Pikten und den Iren den Inhalt dieses Liedes ausmachen. Wann und wie Mark und Tristan im Morolt-Abenteuer verbunden worden ist nicht mehr zu bestimmen.Vermutlich begegneten sich piktische und kornischen Heldensagen in Wales. Interessant ist, dass auch der Name &amp;quot;Tristan&amp;quot; in den verschiedenen Versionen abweicht. Bei Gottfried von Straßburg heißt der Held der Geschichte &amp;quot;Tristan&amp;quot;, während er bei Eilhart von Oberg als &amp;quot;Tristrant&amp;quot; aufgeführt wird[*Golther 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tristan====&lt;br /&gt;
Obwohl Gottfried von Straßburg seinen Tristanroman Thomas von britannien widmet (v. 150 ff.), kann vermutet werden, dasses ebenso eine französische Vorlage gab. Gottfried betont jedoch, dass er eine eigene Auffassung zu dem Tristanstoff hat und diese auch zur Geltung bringt (V. 167 ff.). Das ist nicht zuletzt an der veränderten äußeren Handlung zu erkennen. Diese weicht bei Gottfried von der französischen Vorlage ab. Einen präzisen Vergleich von Gottfrieds Tristanfassung und der altfranzösischen Vorlage kann nicht mehr gemacht werden, da diese nur Lückenhaft erhalten ist. Dem kommt hinzu, dass die noch erhaltenen Fragmente der altfranzösischen Fassung da anfangen, wo Gottfrieds erzählung aufhört. &lt;br /&gt;
Auffallend bei Gottfried ist, dass sein Roman einen eigenen Sprachstil aufweist. Während man bei Heinrich von Veldeke und und Hartmann von Aue die Sprache und den Erzählstoff von einander trennen kann, gelingt dies bei Gottfried nicht mehr. Gottfried gelingt die Verknüpfung von Tristan und Isoldes Geschichte an die stilistischen sprachlichen Möglichkeiten des Deutschen[*Golther, 1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Entstehungszeit====&lt;br /&gt;
Die Entstehungszeit von Gottfrieds Tristan lässt sich aus seiner Literaturschau (V. 4621-4823) ableiten. Gottfried von Straßburg erwähnt seine lebenden Zeitgenossen Hartmann von Aue, Bligger von Steinach , Walther von der Vogelweide. Desweiteren beklagt er die schon gestorbenen Dichter Heinrich von Veldeke und Reinmar von Hagenau. Aufgrund dieser Literaturschau kann die Enstehungszeit des Tristanromans um 1210 angelegt werden[*Falkenberg, 1986].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gottfried von Straßburg====&lt;br /&gt;
Die Person Gottfried von Straßburg kann nicht erfasst werden. Es kann aber als sicher gelten, dass er nicht adelig war. Er gilt als städtischer Literat von hoher Bildung. Von seinen Verehrern Rudolf von Ems und Ulrich von Türheim wurde er &#039;&#039;meister&#039;&#039; genannt. Die Dichtung Tristan und Isolde ist sein bekanntestes Werk. Die weiteren Werke (ein Minnelied, ein Sangspruch, ein religiöses Lied und ein Spruch &#039;Vom gläsernen Glück&#039;) sind umstritten in ihrer Zuordnung.&lt;br /&gt;
Es gibt keine Urkunden oder Quellen, die seine Lebensdaten beinhalten und uns Aufschluss über seine Person geben können. Allein die Literaturschau in der Dichtung selbst kann als Hinweis genannt werden.&lt;br /&gt;
Allein Ulrich von Türheim, dessen Lebensdaten ebenfalls nicht belegt sind, kann in seiner Identität näher beschrieben werden. Ulrich von Türheim nennt seinen eigenen Namen und den seines Auftraggebers Konrad von Winterstätten, dessen Todesdatum 1243 nachweisbar ist. Ulrich von Türheim erwähnt Gottfried von Straßburg als den Verfasser der Tristandichtung und gibt als Ursache für den Abbruch der Dichtung dessen Tod an. Ulrichs Fortsetzung kann auf die Jahre zwischen 1230 und 1235 datiert werden[*Falkenberg 1986].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entstehungsort===&lt;br /&gt;
Der genaue Entstehungsort der originalen Tristan Handschrift von Gottfried von Straßburg ist nicht mehr zu rekonstruieren. ebenso ist unklar wo die ersten Abschriften der Handschrift entstanden sind und wo diese aufbewahrt wurden. &lt;br /&gt;
Die ersten noch erhaltenen Überlieferungen weisen einen westalemannischen und vermutlichen elsässischen Sprachtyp auf. Deswegen ist die Vermutung, dass die Urschrift Gottfrieds von Straßburg, in Strassbourg selber entstanden ist, nicht abwegig [*Wetzel 1992].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg: Tristan. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu hg., ins Neuhochdeutsche übers., mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn, Bd. 1 u. 2:  Text, Bd. 3: Kommentar, 8./9./12. Aufl., Stuttgart 2007-2008 (RUB 4471-4473).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[Golther 1929] Golther, Wolfgang:Tristan und Isolde in der französischen und deutschen Dichtung des Mittelalters und der Neuzeit. in: Stoff und Motivgeschichte der deutschen Literatur. hg. Paul Merker und Gerhard Ludtke.Berlin: Walter der Guyter, 1929.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[Kunerth 1999]Kunerth, Barbara: Der Bilderzyklus in der Münchner &amp;quot;Tristan-Handschrift&amp;quot; Cgm 51: Band I: Text (Teil 1), Band II: Text (Teil 2), Band III:  Abbildungsteil.Cottbus, Techn. Univ., Diss., 1999.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[Falkenberg 1986] Bettina, Falkenberg: Die Bilder der Münchener Tristan-Handschrift.Frankfurt am Main; Bern; New York: Lang, 1986.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[Wetzel 1992] Wetzel, René: Die Handschriftliche Überliferung des  &#039;Tristan&#039;  Gottfrieds von Strassburg.Untersucht an ihren Fragmenten.Hs.  Eduard  Studer. Freiburg Schweiz: Univ.-Verl.,1992.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[Tomasek 2007] Tomasek, Tomas: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gottfried von Straßburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Stoffgeschichte_des_Tristanromans&amp;diff=26729</id>
		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2020-06-10T07:50:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Änderungen von Nurcan (Diskussion) wurden auf die letzte Version von Fridurich Hruolfson von Drusomagus zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas&#039; von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26727</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26727"/>
		<updated>2020-06-10T07:18:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Brautwerbung ==&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ erfolgt auf keine gewöhnliche Art. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristrant jedoch verwickelt wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke die Schuld auf sich lädt oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen, in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristrant zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. So denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tristan, diese fremde Frau für ihn zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um dem Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und möchte so genesen.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König zu bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie für längere Zeit getrennt wären, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der tranck waß so getemperot.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V.2405f)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke unfreiwillig, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der minn die ersten nacht.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde zu ihm, ahnt aber nichts von der Verbindung zwischen Tristrant und Isalde. Dass diese sich heimlich treffen, da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht anders, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristrant in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristrant schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch, den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolgreich, weil er die Auserwählte an den Hof König Markes bringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dies geschieht unbeabsichtigt, denn die Loyalität Tristrans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die der Heldendichtung und der Legende nahe stehen, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefährliche Brautwerbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Wie der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mit inbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die sich einer wehrlosen Frau bemächtigen wollen. Es existiert ebenfalls eine dritte Kategorie der Brautwerbung, die größtenteils in Aventiureromanen zu finden ist. Bei dieser Art der Brautwerbung steht im Vordergrund die &amp;quot;partnerbezogene Werbung&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt; gefolgt von der Ehe. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
In Eilharts Tristrant dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zunächst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Tristrant ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isalde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich nicht für den Bund der Ehe zu verpflichten. Er ist in gewisser Weise der Anti-Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet. Das bedeutet zum Beispiel, wenn der Werber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, dann beginnt er seine Suche in einem anderen Umfeld und in einer anderen Umgebung. So ja auch Marke im Tristrant. Er hat zwar eine andere Motivation, weit weg von seiner Heimat zu suchen, dennoch begibt sich Tristan auf große Fahrt, um Isolde zu finden. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm, in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr, um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen Flucht. Die beiden werden vom wütenden Vater der Braut verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Braut nach Hause in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;außergewöhnlichen Helden&amp;quot; &amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich. Sie sind beide höfisch und damit eigentlich füreinander prädestiniert. Da hier aber die Rollen vertauscht sind, kann Tristrant sie nicht zur Frau nehmen. Er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich, auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung. Vor allem die Heimreise sprengt das eigentliche Schema. Hier beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristrant und Isalde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da ir abe hat gesait,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ich sie vinde etwar.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sub&amp;gt;(V. 1517-1527)&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in vier jauren.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Gattungszuordnung_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26657</id>
		<title>Gattungszuordnung (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Gattungszuordnung_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26657"/>
		<updated>2020-06-09T19:27:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Herkunft des Tristanstoffes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Ordnet man das Werk &amp;quot;Tristan&amp;quot; von Gottfried von Straßburg dem Heldenpos oder der Struktur des Artusromans zu?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition==&lt;br /&gt;
===Das Heldenepos===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heldenepos, oder auch die Heldenepik  bzw. Heldendichtung,  bezeichnet ein Genre, in welchem die heroische  Figur einer Erzählung im  Mittelpunkt steht. &lt;br /&gt;
Zur Charakteristik  der Großepik müssen die verschriftlichte Heldenepik, wie auch die Romane  einbezogen werden. Die Quellen, auf deren Grundlage die Heldenepen  entstanden, sind meist auf historische Ereignisse zurückzuführen, welche  aber nicht auf die historische Realität schließen lassen. Die Verfasser flochten beispielsweise neue  Handlungsstränge ein und schmückten ihre Erzählungen mit eigenen Ansichten und Erfahrungen aus. &lt;br /&gt;
Durch ihre weite Verbreitung erfuhren die Heldenepen ein hohes Ansehen beim Adel. [Millet, Victor: Germanische Heldendichtung im Mittelalter. Eine Einführung. Berlin 2008. S.95f].&lt;br /&gt;
Durch  die zunehmend stärker werdende Verschriftlichung an den Höfen entstand  letztlich auch der &#039;&#039;Tristanroman&#039;&#039; des [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Thomas_d%E2%80%99Angleterre&amp;amp;oldid=81511126 Thomas von Bretagne], welcher den  französischen Vorgänger &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; aufgriff und durch &amp;quot;höfischere&amp;quot;  Elemente veredelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Artusroman===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Auffassung des klassischen  Artusromans wurde insbesondere von [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chr%C3%A9tien_de_Troyes&amp;amp;oldid=79905451 Chrétien de  Troyes] geprägt. Er verwendet, wohl als erster Autor, mündliche  Überlieferungen als Grundlage für seine Aufzeichnungen, somit  solche, welche nicht überprüft werden können, wohingegen der  Antikenroman auf schriftlichen Übertragungen basiert.&lt;br /&gt;
Als eines seiner ersten Werke gilt der höfische Roman &#039;&#039;Erec et Enide&#039;&#039;, der um 1170 entstanden sein soll. &lt;br /&gt;
Im  Gegensatz zu dem Heldenepos stehen im Artusroman der Ritter und sein  Werdegang, insbesondere die vollkommene Lebensführung im Zentrum,  sprich, die Abenteuer die er bewältigen muss und die Liebe zwischen  Adligen. Die Grundlage dieser Darstellungen stammen aus der römisch-griechischen Antike.&lt;br /&gt;
Ferner stellt diese Form der Literatur einen kulturellen Faktor für die Adelsgesellschaft dar. In diese Zeit fallen neben dem Werk Gottfrieds von Straßburg auch die Werke Hartmanns von Aue, sowie die des Wolframs von Eschenbach. [Millet 2008].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft des Tristanstoffes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff des Tristans ist keltischen Ursprungs, was aufgrund der verwendeten Motive und der Namen der Hauptfiguren angenommen wird. So findet sich vor allem der Name „Tristan“ taucht in alten angelsächsischen Schriften bzw. einem Grabstein in Cornwall auf, ist dort also seit dem 6. Jh. bekannt. Außerdem sind der piktische Name „Drust“ bzw. der kymrische Name „Drystan“ überliefert, welche beide starke Ähnlichkeit mit dem Namen „Tristan“ aufweisen [Tomasek 2007].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;Version commune&#039;&#039; und &#039;&#039;Version courtoise&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Forschung wird zwischen zwei Fassungen differenziert. Eine der Fassungen, die &#039;&#039;Version commune&#039;&#039;, als deren Vertreter [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde|Eilhart von Oberg]]  gilt, bezeichnet jene, deren Inhalt des Öfteren unhöfische Züge reflektiert, ferner wird die Liebe zwischen [[Tristan (Gottfried von Straßburg, Tristan)| Tristan]] und [[Die Isolde-Charaktere (Gottfried von Straßburg, Tristan)| Isolde]] mit obstrusen Beurteilungen gestaltet. Der Held in der Version Eilharts von Oberg wird als „Tristrant“ angegeben, während Gottfried von Straßburg ihn als „Tristan“ bezeichnet.  Die &#039;&#039;Version courtoise&#039;&#039;, welche Thomas von Bretagne und [[Gottfried von Straßburg::Gottfried von Straßburg]] vertreten, sind jene, die den Tristanstoff in höfischer Anlehnung gestalten und die Liebe positiv dargestellt haben [Brunner 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Unterschied des Tristanromans zu anderen mittelalterlichen Romanen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg erschuf in seinem Tristan eine ganz bestimmte Art des Erzählens, da er seine Geschichte nicht nur rhetorisch ausschmückte, sondern sie auch mit regelmäßigen Kommentaren und [[Der Literaturexkurs (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Exkursen]] füllte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu anderen ritterlichen Helden muss Tristan seine Fertigkeiten und Wesensart nicht erlernen, bzw. entfalten, wie ein Erec oder Iwein bei Hartmann von Aue. Tristan verkörpert, gegensätzlich zu anderen Helden, eine Art Selbstgänger, da er im Verlauf meist auf sich selbst gestellt ist und er in dieser Funktion eine wichtige Bedeutung für [[Marke (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Marke]], aber auch allgemein für den [[Höfische Lebenswelt (Gottfried von Straßburg, Tristan)| ritterlichen Hof]] hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanroman unterscheidet sich, sowohl äußerlich als auch innerlich, von der vorherrschenden Struktur des Ritterromans. Tristan enthält alle wesentlichen Gesichtspunkte eines Artusromans, er spricht von Abenteuern, über die Gesellschaftsethik als auch die Minne. Darüber hinaus jedoch steht der Tristanroman für eine Einzigartigkeit unter den höfischen Romanen. Gottfried von Straßburg schaffte es mit diesem Roman, der Gesellschaft moralische und ästhetische Werte, die er für richtig empfand, zu vermitteln [Brunner 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Überlieferungen-der Bezug zu Artus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich drei Beziehungstypen der unterschiedlichen [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg)|Überlieferungen]] der Tristantexte unterscheiden. Die romanhafte Gestaltung der Tristantexte ist jedoch eine Gemeinsamkeit der aufgeführten Überlieferungen. &lt;br /&gt;
Zum einen ist der Text aus dem Walisischen zu nennen: In dieser Textüberlieferung besteht eine Verbindung zwischen Tristan und Artus, in welche auch die Charaktere des Marke und der Isolde einbezogen sind. Parallelen zu Charakteren, die der Artussage entspringen, sind in dieser Tristanüberlieferung vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere [[Tristan in anderen mittelalterlichen Werken | Überlieferungen]] der frühen französischen Romane weisen zwei Arten von Bezug zu Artus auf. Bei Eilhart und Béroul greift Artus als Person in die Ereignisse ein, wohingegen er bei Thomas von Bretagne lediglich als ein Repräsentant der Vergangenheit genannt wird. Bei Gottfried von Straßburg wird Artus als das &amp;quot;Überbotene&amp;quot; bezüglich des Überbietungstopos erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte Beziehungstyp lässt sich anhand des &#039;&#039;Tristan en prose&#039;&#039; und den dazugehörigen Gattungen feststellen. In diesen Überlieferungen erfährt die Handlung eine Veränderung. Der Stempel, den Tristan hier bekommt, lässt ihn als einen Helden der Artussage erscheinen, welcher die gesamte Struktur der Tristanhandlung beeinflusst. Die Vollendung dieser Struktur findet sich aber erst in Überlieferungen des Spätmittelalters, also ab 1250-1500. Beispiele hierfür sind der italienische &#039;&#039;Tavola Ritonda&#039;&#039; und &#039;&#039;Le morte d`Arthur&#039;&#039;[Stein 2001]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Artus im Tristanroman?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite gibt es diverse Theorien, die eine Parallele des Tristanromans und der Artussage, bzw. Anlehnungen an den klassischen Artusroman sehen.&lt;br /&gt;
Die Forschungsansätze enthalten grundsätzlich die gleiche Aussage, nämlich, dass die Geschichte von Tristan eng mit der Artussage verknüpft ist, wenn nicht sogar einen Teil der Artusgeschichte reflektiert [McDonald 1991]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesbezüglich gibt es jedoch auch Argumente, die gegen eine Anlehnung sprechen und davon überzeugen könnten, dass der Tristan dem klassischen Artusroman nicht zugeordnet werden darf.&lt;br /&gt;
Eine besonders typische Eigenschaft des Artusromans ist die Doppelwegstruktur. &lt;br /&gt;
Dieser &amp;quot;Weg&amp;quot; bezeichnet den Werdegang eines Ritters, auch der Weg der [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=%C3%82ventiure&amp;amp;oldid=51774135 Âventiure] genannt. Auf diesem Weg muss der Ritter in die Welt ausziehen und sich beweisen, sich Tugenden und Ehre zu eigen machen, vorher wird er nicht als Ritter anerkannt. Der Doppelweg beschreibt indes die Dopplung seines Weges, indem er Etappen erfolgreich meistert, dann an einen Tiefpunkt gelangt und, nachdem er zu seinen ritterlichen Idealen zurückgekehrt ist, den selben Weg erneut gehen muss, um letztlich die ritterlichen Tugenden für sich zu gewinnen.[Wolfzettel 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit und Ausblick==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanroman von Gottfried von Straßburg zeichnet sich aufgrund seines Facettenreichtums aus und bleibt eines der bekanntesten mittelalterlichen Werke der damaligen Zeit. Interessant erscheint das Werk aufgrund seiner Struktur, da diese einerseits dem Heldenepos oder der klassischen Heldendichtung zugeschrieben werden kann, andererseits hingegen auch Strukturen des Artusromans reflektiert. Das wohl klassischste Zeichen des Artusromans ist seine Doppelwegstruktur, die sich in solcher Form im Tristanroman nicht finden lässt. Doch aufgrund der Erzählstruktur Gottfrieds von Straßburg sowie aufgrund des zentralen Moments im Roman, nämlich der Liebe zwischen Tristan und Isolde, zeichnet sich der Tristanroman aus und hebt sich somit zugleich von anderen ritterlichen Romanen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Tomasek 2007] Tomasek, Tomas: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Millet 2008] Millet, Victor: Germanische Heldendichtung im Mittelalter. Eine Einführung, Berlin 2008.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Brunner 2007] Brunner, Horst: Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters im Überblick, Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Brunner 2007] Brunner, Horst: Mittelhochdeutsche Romane und Heldenepen, Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, Stuttgart/Leipzig 2001.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*McDonald 1991] McDonald, William C.: On the Intersection of Legends in German Medieval Literature, New York 1991.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Wolfzettel 1999] Wolfzettel, Friedrich; Ihring, Peter (Hg.): Erzählstrukturen der Artusliteratur. Forschungsgeschichte und neue Ansätze, Tübingen 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artusroman]] [[Kategorie:Überlieferung]] [[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Gattungszuordnung_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26656</id>
		<title>Gattungszuordnung (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Gattungszuordnung_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=26656"/>
		<updated>2020-06-09T19:27:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Ordnet man das Werk &amp;quot;Tristan&amp;quot; von Gottfried von Straßburg dem Heldenpos oder der Struktur des Artusromans zu?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition==&lt;br /&gt;
===Das Heldenepos===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heldenepos, oder auch die Heldenepik  bzw. Heldendichtung,  bezeichnet ein Genre, in welchem die heroische  Figur einer Erzählung im  Mittelpunkt steht. &lt;br /&gt;
Zur Charakteristik  der Großepik müssen die verschriftlichte Heldenepik, wie auch die Romane  einbezogen werden. Die Quellen, auf deren Grundlage die Heldenepen  entstanden, sind meist auf historische Ereignisse zurückzuführen, welche  aber nicht auf die historische Realität schließen lassen. Die Verfasser flochten beispielsweise neue  Handlungsstränge ein und schmückten ihre Erzählungen mit eigenen Ansichten und Erfahrungen aus. &lt;br /&gt;
Durch ihre weite Verbreitung erfuhren die Heldenepen ein hohes Ansehen beim Adel. [Millet, Victor: Germanische Heldendichtung im Mittelalter. Eine Einführung. Berlin 2008. S.95f].&lt;br /&gt;
Durch  die zunehmend stärker werdende Verschriftlichung an den Höfen entstand  letztlich auch der &#039;&#039;Tristanroman&#039;&#039; des [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Thomas_d%E2%80%99Angleterre&amp;amp;oldid=81511126 Thomas von Bretagne], welcher den  französischen Vorgänger &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; aufgriff und durch &amp;quot;höfischere&amp;quot;  Elemente veredelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Artusroman===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Auffassung des klassischen  Artusromans wurde insbesondere von [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chr%C3%A9tien_de_Troyes&amp;amp;oldid=79905451 Chrétien de  Troyes] geprägt. Er verwendet, wohl als erster Autor, mündliche  Überlieferungen als Grundlage für seine Aufzeichnungen, somit  solche, welche nicht überprüft werden können, wohingegen der  Antikenroman auf schriftlichen Übertragungen basiert.&lt;br /&gt;
Als eines seiner ersten Werke gilt der höfische Roman &#039;&#039;Erec et Enide&#039;&#039;, der um 1170 entstanden sein soll. &lt;br /&gt;
Im  Gegensatz zu dem Heldenepos stehen im Artusroman der Ritter und sein  Werdegang, insbesondere die vollkommene Lebensführung im Zentrum,  sprich, die Abenteuer die er bewältigen muss und die Liebe zwischen  Adligen. Die Grundlage dieser Darstellungen stammen aus der römisch-griechischen Antike.&lt;br /&gt;
Ferner stellt diese Form der Literatur einen kulturellen Faktor für die Adelsgesellschaft dar. In diese Zeit fallen neben dem Werk Gottfrieds von Straßburg auch die Werke Hartmanns von Aue, sowie die des Wolframs von Eschenbach. [Millet 2008].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herkunft des Tristanstoffes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff des Tristans ist keltischen Ursprungs, was aufgrund der verwendeten Motive und der Namen der Hauptfiguren angenommen wird. So findet sich vor allem der Name „Tristan“ taucht in alten angelsächsischen Schriften bzw. einem Grabstein in Cornwall auf, ist dort also seit dem 6. Jh. bekannt. Außerdem sind der piktische Name „Drust“ bzw. der kymrische Name „Drystan“ überliefert, welche beide starke Ähnlichkeit mit dem Namen „Tristan“ aufweisen [Tomasek 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===&#039;&#039;Version commune&#039;&#039; und &#039;&#039;Version courtoise&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Forschung wird zwischen zwei Fassungen differenziert. Eine der Fassungen, die &#039;&#039;Version commune&#039;&#039;, als deren Vertreter [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde|Eilhart von Oberg]]  gilt, bezeichnet jene, deren Inhalt des Öfteren unhöfische Züge reflektiert, ferner wird die Liebe zwischen [[Tristan (Gottfried von Straßburg, Tristan)| Tristan]] und [[Die Isolde-Charaktere (Gottfried von Straßburg, Tristan)| Isolde]] mit obstrusen Beurteilungen gestaltet. Der Held in der Version Eilharts von Oberg wird als „Tristrant“ angegeben, während Gottfried von Straßburg ihn als „Tristan“ bezeichnet.  Die &#039;&#039;Version courtoise&#039;&#039;, welche Thomas von Bretagne und [[Gottfried von Straßburg::Gottfried von Straßburg]] vertreten, sind jene, die den Tristanstoff in höfischer Anlehnung gestalten und die Liebe positiv dargestellt haben [Brunner 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Unterschied des Tristanromans zu anderen mittelalterlichen Romanen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg erschuf in seinem Tristan eine ganz bestimmte Art des Erzählens, da er seine Geschichte nicht nur rhetorisch ausschmückte, sondern sie auch mit regelmäßigen Kommentaren und [[Der Literaturexkurs (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Exkursen]] füllte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu anderen ritterlichen Helden muss Tristan seine Fertigkeiten und Wesensart nicht erlernen, bzw. entfalten, wie ein Erec oder Iwein bei Hartmann von Aue. Tristan verkörpert, gegensätzlich zu anderen Helden, eine Art Selbstgänger, da er im Verlauf meist auf sich selbst gestellt ist und er in dieser Funktion eine wichtige Bedeutung für [[Marke (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Marke]], aber auch allgemein für den [[Höfische Lebenswelt (Gottfried von Straßburg, Tristan)| ritterlichen Hof]] hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanroman unterscheidet sich, sowohl äußerlich als auch innerlich, von der vorherrschenden Struktur des Ritterromans. Tristan enthält alle wesentlichen Gesichtspunkte eines Artusromans, er spricht von Abenteuern, über die Gesellschaftsethik als auch die Minne. Darüber hinaus jedoch steht der Tristanroman für eine Einzigartigkeit unter den höfischen Romanen. Gottfried von Straßburg schaffte es mit diesem Roman, der Gesellschaft moralische und ästhetische Werte, die er für richtig empfand, zu vermitteln [Brunner 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Überlieferungen-der Bezug zu Artus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich drei Beziehungstypen der unterschiedlichen [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg)|Überlieferungen]] der Tristantexte unterscheiden. Die romanhafte Gestaltung der Tristantexte ist jedoch eine Gemeinsamkeit der aufgeführten Überlieferungen. &lt;br /&gt;
Zum einen ist der Text aus dem Walisischen zu nennen: In dieser Textüberlieferung besteht eine Verbindung zwischen Tristan und Artus, in welche auch die Charaktere des Marke und der Isolde einbezogen sind. Parallelen zu Charakteren, die der Artussage entspringen, sind in dieser Tristanüberlieferung vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere [[Tristan in anderen mittelalterlichen Werken | Überlieferungen]] der frühen französischen Romane weisen zwei Arten von Bezug zu Artus auf. Bei Eilhart und Béroul greift Artus als Person in die Ereignisse ein, wohingegen er bei Thomas von Bretagne lediglich als ein Repräsentant der Vergangenheit genannt wird. Bei Gottfried von Straßburg wird Artus als das &amp;quot;Überbotene&amp;quot; bezüglich des Überbietungstopos erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte Beziehungstyp lässt sich anhand des &#039;&#039;Tristan en prose&#039;&#039; und den dazugehörigen Gattungen feststellen. In diesen Überlieferungen erfährt die Handlung eine Veränderung. Der Stempel, den Tristan hier bekommt, lässt ihn als einen Helden der Artussage erscheinen, welcher die gesamte Struktur der Tristanhandlung beeinflusst. Die Vollendung dieser Struktur findet sich aber erst in Überlieferungen des Spätmittelalters, also ab 1250-1500. Beispiele hierfür sind der italienische &#039;&#039;Tavola Ritonda&#039;&#039; und &#039;&#039;Le morte d`Arthur&#039;&#039;[Stein 2001]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Artus im Tristanroman?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite gibt es diverse Theorien, die eine Parallele des Tristanromans und der Artussage, bzw. Anlehnungen an den klassischen Artusroman sehen.&lt;br /&gt;
Die Forschungsansätze enthalten grundsätzlich die gleiche Aussage, nämlich, dass die Geschichte von Tristan eng mit der Artussage verknüpft ist, wenn nicht sogar einen Teil der Artusgeschichte reflektiert [McDonald 1991]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesbezüglich gibt es jedoch auch Argumente, die gegen eine Anlehnung sprechen und davon überzeugen könnten, dass der Tristan dem klassischen Artusroman nicht zugeordnet werden darf.&lt;br /&gt;
Eine besonders typische Eigenschaft des Artusromans ist die Doppelwegstruktur. &lt;br /&gt;
Dieser &amp;quot;Weg&amp;quot; bezeichnet den Werdegang eines Ritters, auch der Weg der [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=%C3%82ventiure&amp;amp;oldid=51774135 Âventiure] genannt. Auf diesem Weg muss der Ritter in die Welt ausziehen und sich beweisen, sich Tugenden und Ehre zu eigen machen, vorher wird er nicht als Ritter anerkannt. Der Doppelweg beschreibt indes die Dopplung seines Weges, indem er Etappen erfolgreich meistert, dann an einen Tiefpunkt gelangt und, nachdem er zu seinen ritterlichen Idealen zurückgekehrt ist, den selben Weg erneut gehen muss, um letztlich die ritterlichen Tugenden für sich zu gewinnen.[Wolfzettel 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit und Ausblick==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanroman von Gottfried von Straßburg zeichnet sich aufgrund seines Facettenreichtums aus und bleibt eines der bekanntesten mittelalterlichen Werke der damaligen Zeit. Interessant erscheint das Werk aufgrund seiner Struktur, da diese einerseits dem Heldenepos oder der klassischen Heldendichtung zugeschrieben werden kann, andererseits hingegen auch Strukturen des Artusromans reflektiert. Das wohl klassischste Zeichen des Artusromans ist seine Doppelwegstruktur, die sich in solcher Form im Tristanroman nicht finden lässt. Doch aufgrund der Erzählstruktur Gottfrieds von Straßburg sowie aufgrund des zentralen Moments im Roman, nämlich der Liebe zwischen Tristan und Isolde, zeichnet sich der Tristanroman aus und hebt sich somit zugleich von anderen ritterlichen Romanen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Tomasek 2007] Tomasek, Tomas: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Millet 2008] Millet, Victor: Germanische Heldendichtung im Mittelalter. Eine Einführung, Berlin 2008.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Brunner 2007] Brunner, Horst: Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters im Überblick, Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Brunner 2007] Brunner, Horst: Mittelhochdeutsche Romane und Heldenepen, Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, Stuttgart/Leipzig 2001.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*McDonald 1991] McDonald, William C.: On the Intersection of Legends in German Medieval Literature, New York 1991.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;[*Wolfzettel 1999] Wolfzettel, Friedrich; Ihring, Peter (Hg.): Erzählstrukturen der Artusliteratur. Forschungsgeschichte und neue Ansätze, Tübingen 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artusroman]] [[Kategorie:Überlieferung]] [[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26427</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-04T19:39:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Brautwerbung==&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ ist keine gewöhnliche. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristan jedoch hineingezogen wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke Schuld auf sich lädt, oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristan zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einläutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie mùgend mich ir nit gewern.«&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. SO denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tritan, diese fremde Frau für ihn zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß ich sie vinde etwar. &amp;quot; (V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um den Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in ANgst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs, Isalde zur Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und möchte so genesen.&amp;quot; (V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristran besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber, die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie auf längerer Zeit getrennt sein würden, würden sie beide sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der tranck waß so getemperot.“ (V.2405f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke kein gewollter, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der minn die ersten nacht.“ (V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde und ihm, er ahnt nichts von der Verbindung zwischen Tristan und Isolde. Das diese sich heimlich treffen da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht ander, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristan in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristan schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolreich, weil er die Auserwählte zu König Marke heimbringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dass das keine Absicht ist, ist vollkommen klar, denn die Loyalität Tristans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot;[9], die der Heldendichtung und der Legende nahe steht, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefärhliche Brautwerbung&amp;quot; [9]. WIe der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mitinbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; [9], die sich einer wehrlosen Frau bemchtigen wollen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Eilharts Tristan dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zun!chst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; [9]. Tristan ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isolde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich vor dem Bund der Ehe zu drücken. Er ist in gewisser Weise der Anti- Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; [9] gekennzeichnet. Das bedeutet zum Beispiel, wenn der Werber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, dann beginnt er seine Suche in einem anderen Umfeld, in einer anderen Umgebung. So ja auch Marke im Tristan. Er hat zwar eine andere Motivation weit weg von seiner Heimat zu suchen, denoch begibt sich Tristan auf große Fahrt, um Isolde zu finden. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot;[9] betitelt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen FLucht. Die beiden werden vom wütenden Vater verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Frau Heim in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;ausergewöhnlichen Helden&amp;quot; [9] wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich, sie sind beide höfisch und damit eigentlich füerienander prädestiniert. Da hier aber die ROllen vertauscht sind, kann Tristan sie nicht zur Frau nehmen, er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung. Vor allem die Heimreise sprengt das eigentliche Schema. Hier beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26413</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26413"/>
		<updated>2020-06-04T16:22:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Eilhart von ObergWolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tomasek&amp;quot; &amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schausten&amp;quot; &amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Brautwerbung==&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung in „Tristrant und Isalde“ ist keine gewöhnliche. Im Grunde genommen geht es um König Marke und seine Brautwerbung, in die Tristan jedoch hineingezogen wird und so schlussendlich den Weg seines Schicksals beschreitet. Ob Tristan durch sein Stören der Beziehung von Isalde und Marke Schuld auf sich lädt, oder ob Marke, indem er Tristan auserwählt ihm zu helfen in gewisser Weise eine Mitschuld trägt, ist schwer zu sagen. Es lässt sich nicht leicht beurteilen, ob einer der beiden im Recht ist, da es eine Menge Faktoren zu berücksichtigen gibt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausgangspunkt der Brautwerbung stellt das Drängen der Vasallen und Verwandten des Königs dar. Sie beginnt mit dem Vers 1434. Marke bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und sucht nach einem Weg, wie er das umsetzen kann, ohne die anderen zu verärgern. Der folgende Ausschnitt aus dem Tristan zitiert die sogenannte Schwalbenepisode, der die Brautwerbung wie beschrieben einläutet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»do eß kam, daß er kùnden sölt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
waß sin will wär,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do satzt sich der kùng mer&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
in den sal allain.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sin sorg waß nicht clain,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie er eß so erdächt,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er die Herren brächt&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
von der red fuoglich.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do schwuor er in wärlich&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
uff sin selbß lib,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
er näm kain wib.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zuohand begunden schwalben zwo&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sich bissen in dem sal nun,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
die zuo aim fenster in flugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
zuo ainem fenster sie in zugen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
deß wart der herr gewar.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do empfiel in ain har.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
merck recht, eß ist war,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
er sach ernstlich dar.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eß waß schön und langk.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do nam der kùng den gedanck,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er wolt schowen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
eß waß von ainer frowen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
do sprach er selber wider sich:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;hie mit will ich weren mich:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der will ich zuo wib begern.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie mùgend mich ir nit gewern.«&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betrübte König Marke sinnt über eine Lösung seines Problems nach, als zwei Schwalben in sein Zimmer fliegen und ein langes schönes Haar mit sich bringen. Der König entschließt sich daraufhin, er werde die Frau ehelichen, der dieses Haar gehörte. SO denkt er, kann er die Hochzeit mindestens aufschieben, wenn die Edeldame überhaupt gefunden werden kann. Um sie zu finden, bittet er Tritan, diese fremde Frau für ihn zu finden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;ich uch die vrouwe echt lip,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
da ir abe hat gesait,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie sÿ wib oder maid,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ich gewinn sin fromen oder schaden,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
nun haist mir ain schiff laden,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit dem daß ich bedarff dar zu°:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch úwern will ich eß tu°&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und will sie ferr su°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ob eß got will geru°chen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß ich sie vinde etwar. &amp;quot; (V. 1517-1527)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke überträgt damit seine Brautwerbung auf Tristan. Dieser macht sich auf den Weg nach Irland (vgl. V. 1574ff.). Um den Zorn des dortigen Königs zu entkommen, tötet er den Drachen, der die Bevölkerung in ANgst und Schrecken versetzt und der eine große Gefahr für das Königreich darstellt. Wer dieses Ungeheuer töten kann, der bekommt die Tochter des Königs, Isalde zur Frau.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;do kam ain man gegangen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der sagt Trÿstanden&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
von einem serpenten,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der wu°st. das rich,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und sprach werlich,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
wer den bestünd,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ob im daß got gúnd,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er den sig näm,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
deß kúngß huld im so käm,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß er im gäb die tochter sin.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[...]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ouch durch den willen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
ob er möchte den zorn stillen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und möchte so genesen.&amp;quot; (V. 1676-1694)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristran besiegt den „tracken, der waß gro°ß.“ (V. 1746). Er hat sich damit das Recht erkämpft, Isalde zu ehelichen. Da er aber im Auftrag König Markes nach Irland gekommen ist, bittet er den irischen König, dass an seiner Stelle König Marke die Edelfrau heiraten darf. Er identifiziert nämlich ihr Haar als das gesuchte, welches die Schwalben dem König gebracht haben. Der Held verspricht aber, die „junckfro lin“ (V. 2454) zu seinem König bringen (vgl. V. 2341ff). Während der Rückfahrt trinken Tristrant und Isalde zusammen den Minnetrank, der sie untrennbar aneinander bindet. Sie fühlen nur noch die „minne“ (V. 2464), welche sie plötzlich zueinander hegen (vgl. V.2464f.) Die beiden Liebenden können nichts dagegen tun: „daß macht alleß der tranck“ (V. 2478). Tristrant und Isalde müssen zusammen sein und wenn sie auf längerer Zeit getrennt sein würden, würden sie beide sterben.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„sie mu sten baide wesen tod.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der tranck waß so getemperot.“ (V.2405f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne war der Vertrauensbruch gegenüber Marke kein gewollter, denn der Trank zwang sie dazu. Marke heiratet Isalde, wenn auch die Hochzeit nicht vollzogen wird, da Brangene sich in der ersten Nacht zu dem unwissenden König legt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„daß sú eß ir ui liebe tätte&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
und bÿ dem kúng läge&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
umd mit im so pfläge&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
der minn die ersten nacht.“ (V. 2847fff)&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke glaubt an die Liebe von Isolde und ihm, er ahnt nichts von der Verbindung zwischen Tristan und Isolde. Das diese sich heimlich treffen da es der Trank von ihnen verlangt, ist natürlich ein Verbrechen. Sie können jedoch nicht ander, denn sie würden, wie bereits erwähnt, an den Folgen des Liebesentzugs sterben.&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung, die Tristan in König Markes Auftrag also unternimmt, endet einerseits erfolgreich, andererseits in einer Katastrophe. Tristan schafft es, die Frau zu finden, der die Haarsträhne gehört. Er schafft es auch den Drachen zu töten und so das Recht zu erhalten, diese Frau zu heiraten. Schlussendlich ist er erfolreich, weil er die Auserwählte zu König Marke heimbringt und so seinen Auftrag erfüllt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Andererseits trinkt er zusammen mit der Verlobten seines Königs unwissentlich den Liebestrank, der beide aneinander kettet. Dass das keine Absicht ist, ist vollkommen klar, denn die Loyalität Tristans gegenüber seinem Herrscher, bleibt ungebrochen. Statt mit Isolde zu fliehen und sich ganz der Minne hinzugeben, bringt er sie zu König Marke.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Brautwerbungsschema, wie es hier aufgezeigt ist, ist keine Seltenheit in der mittelhochdeutschen Literatur. Vor allem in &amp;quot;Spielmannsdichtungen&amp;quot;[9], die der Heldendichtung und der Legende nahe steht, ist dieses Konzept häufig aufzufinden. Man unterscheidet zwei Kategorien der Brautwerbung: die &amp;quot;einfache (=unproblematische) Werbung&amp;quot; und die &amp;quot;gefärhliche Brautwerbung&amp;quot; [9]. WIe der Name vermuten lässt, ist bei der gefährlichen Brautwerbung immer eine Gefahr für das Leben des Werbers mitinbegriffen. In vielen höfischen Romanen wird das Schema der gefährlichen Brautwerbung auf den Werber angewendet. Hier handelt es sich dann um meist gewalttätige &amp;quot;Usurpatoren&amp;quot; [9], die sich einer wehrlosen Frau bemchtigen wollen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Eilharts Tristan dagegen &amp;quot;muß der Held als herausragender, kundiger Werbungshelfer für seinen Onkel agieren; das Problem, das hier zun!chst eine Rolle spielt, ist, [...] daß derjenige, an den die Werbung delegiert wird, über weitaus größere Qualitäten verfügt als derjenige, der die Werbung eigentlich betreibt.&amp;quot; [9]. Tristan ist der eigentliche Held des Romans, er wird hervorgehoben und bestreitet die Abenteuer und Kämpfe. Er ist auch derjenige, der sich das Recht an Isolde im Kampf erwirbt. Marke dagegen will eigentlich gar nicht heiraten und versucht mit der List der Haarsträhne, sich vor dem Bund der Ehe zu drücken. Er ist in gewisser Weise der Anti- Held dieser Episode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Brautwerbung ist in den meisten Fällen durch eine &amp;quot;bipolare Raumstruktur&amp;quot; [9] gekennzeichnet. Das bedeutet zum Beispiel, wenn der Werber in seinem direkten Umfeld keine geeignete Kandidatin findet, dann beginnt er seine Suche in einem anderen Umfeld, in einer anderen Umgebung. So ja auch Marke im Tristan. Er hat zwar eine andere Motivation weit weg von seiner Heimat zu suchen, denoch begibt sich Tristan auf große Fahrt, um Isolde zu finden. Die unterschiedlichen Räume werden als &amp;quot;Diesseits [und] Jenseits&amp;quot;[9] betitelt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ablaufschema sieht in den meisten Fällen wie folgt aus: um sein Geschlecht weiterhin in der Erbfolge der Dynastie zu erhalten, muss ein junger König eine geeignete Frau finden. Diese befindet sich meist weit weg von ihm in einem fernen Land jenseits des Meeres. Er begibt sich zu ihr um sie aus der Obhut ihres Vaters zu befreien, der sie meist nicht hergeben will. Wenn er sie trifft, überredet er sie zur gemeinsamen FLucht. Die beiden werden vom wütenden Vater verfolgt, es kommt zum Kampf und der Werber gewinnt und kann die Frau Heim in sein Reich führen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Tristan ist dieses Schema vertauscht. Die Rolle des &amp;quot;ausergewöhnlichen Helden&amp;quot; [9] wird von Tristan übernommen, der aber König Marke bei weitem überlegen ist und der eigentliche Werber sein sollte. Tristan und Isolde sind merkmalsgleich, sie sind beide höfisch und damit eigentlich füerienander prädestiniert. Da hier aber die ROllen vertauscht sind, kann Tristan sie nicht zur Frau nehmen, er ist nur der Übermittler. Der eigentliche Werber ist zu schwach oder nicht ehrenvoll genug, sich selbst um die Werbung zu kümmern. Bei der Tristandichtung ist jedoch nicht nur die Rollenverteilung ungewöhnlich auch der Ablaufplan entspricht nicht der gängigen Methode der Brautwerbung. Vor allem die Heimreise sprengt das eigentliche Schema. Hier beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde, als sie sich den Liebestrank einverleiben und damit der Minne verfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26324</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-03T08:50:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Bearbeitete Artikel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26323</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26323"/>
		<updated>2020-06-03T08:48:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attribute, die den Personen zugeordnet werden, zeigen Eilharts vorhöfische Abstammung auf. Die damit verbundenen „Kultur des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennnen an den teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepische und spielmännische Art sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals abzielt“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
Als Tristan in einer Episode einen Beweis antreten muss, dass er Isalde wegen einer schöneren Frau vernachlässigt hat, die einen Hund besser behandelt als ihren Ehemann, setzt Eilhart nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser vor Augen hat, wie Isaldes „höfische Vollkommenheit“ in dieser Episode mehrmals zur Sprache kommt. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges. Durch vorherige mehrfache Wiederholung sind Leser und Hörer auf dies vornereitet. Die Inszenierung des Aufzuges an sich übertrifft aber alle Erwartungen an diesen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherige, dies soll bedeuten, dass die „höfische Pracht“ (S. 115). immer weiter ansteigt. Der Höhepunkt bildet Isalde die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend davon gekrönt als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhösisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“ welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen erzählens sowie die Präsentation det adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes in Abhängigkeit seiner Episoden hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg&amp;lt;ref&amp;gt;Kuhn, Hugo: Gottfried von Straßburg, Verfasserlexikon, hg. von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte, ist bis zum Abbruch vollständig. Charakteristisch ist,  9 Fragmenter aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Tristan gehört zu einer, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, sehr aufwendig´gestalteten Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zum Tod führt. &lt;br /&gt;
Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von WÜrzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch diesen Wechsel, von der Handschrift zum Druck, wurde nun endlich die lückenhafte Überlieferung komplettiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmid, Elisabeth: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), Verfasserlexikon, hg. von Burghart Wachinger [u.a.], Bd. 9, Berlin/ New York 2000, S. 1065- 1068 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der fiktive Erzähler spricht direkt sein (zuhörendes) Publikum an, eine Erzählsituation wird bemerkbar. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Fragen wie &amp;quot;raut nun, wie mag daß geschehen?&amp;quot; spielt dieser mit dem Publikum, bezieht sie in die Situation mit ein (spielmännischer Charakter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:S.h&amp;diff=26322</id>
		<title>Benutzer Diskussion:S.h</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:S.h&amp;diff=26322"/>
		<updated>2020-06-03T07:47:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Willkommen!&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen bei &#039;&#039;MediaeWiki&#039;&#039;!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Phil S|Phil S]] ([[Benutzer Diskussion:Phil S|Diskussion]]) 09:47, 3. Jun. 2020 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:S.h&amp;diff=26321</id>
		<title>Benutzer:S.h</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:S.h&amp;diff=26321"/>
		<updated>2020-06-03T07:47:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Erzeuge Benutzerseite mit den Angaben zur Person des neuen Benutzers.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26310</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26310"/>
		<updated>2020-06-02T13:08:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität. In: Entstehung und Folgen der Schriftkultur. Hrsg. von Jack Goody, lan Watt und Kathleen Gough. Übersetzt von Ftiedhelm Herborth. Mit einet Einleitung von Heinz Schlaffer. Frankfurt/M. 1986. S. 63-122&amp;lt;/ref&amp;gt;(Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Günter Butzer: Das Gedächtnis, S. 158ff&amp;lt;/ref&amp;gt; wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg ===&lt;br /&gt;
Verfasser des &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;[[http://mediaewiki.de/wiki/Inhaltsangabe_&amp;quot;Tristrant_und_Isalde&amp;quot;_(Eilhart_von_Oberg)]]. Seine Herkunft ist unklar, vermutlich Rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte dies einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar. Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. &amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, Ludwig u. Schröder, W.: Eilhart von Oberg, Verfasserlexikon, hg. Von Kurt Ruh [u.a.], Bd. 2, S. 410- 418&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26241</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26241"/>
		<updated>2020-05-29T09:00:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß Blancheflur, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurneval, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle herzlichst empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann Morolt, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten”&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„&#039;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&#039; ” &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde stinkt so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter Isalde, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristran trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet wieder in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht,um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall hecken Isalde und Tristrant einen Plan aus, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt, da sie bereits mit Tristrant geschlafen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant seine Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in Flagranti erwischt. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neider sind jedoch noch immer nicht zufrieden und holen einen Zwerg in ihre Gruppe, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristans in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Da er unglaublich wütend ist und die harten Strafen umsetzen will, wagt ihm keiner seiner Gefolgsleute zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristans glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib mi&#039;&#039;n &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Das Leben ist hart, doch die Liebenden halten dies alles aus, da sie sich haben. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herr Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II - Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.“&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isolde noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isolde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[„]ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.[“]&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sehen konnte wie sehr die Königin den Hund liebkoste, gestand er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen könne. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und empfiehlt ihm, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, Kehenis Schwester wirklich zu heiraten und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu übertragen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[„]su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar[“]&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzten, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könnte sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhält. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zu Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit der Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund eine Jagd) am Ende. Im Folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könnte (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, d.h. das Segel ist weiß. Aus etwas unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zum König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht deß tranckß krafft so.&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26147</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=26147"/>
		<updated>2020-05-27T07:11:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben bis zum 27.05.20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von Gottfrieds „Tristan“ sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts „Tristrant“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk des von Gottfried als Gewährsmann für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich im Gegensatz zu Gottfried zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle (er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri) ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 249-260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants und aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. &amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 260-268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte Estoire-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen in irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Außerdem gibt es eine irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“, welche ebenfalls der Tristangeschichte ähnlich ist. Auch diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute auch an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der Epos „Wis und Ramin“ aus Persien aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, an westeuropäischen Höfen arabische Geschichten zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und „Tristan als Mönch“, deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 268-282.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug auch schon im 13. Jh. die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasek: Gottfried von Strassburg. Kapitel 6: Zur Geschichte des Tristanromans. 2007. S. 282-285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Sasi&amp;diff=25897</id>
		<title>Benutzer Diskussion:Sasi</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Sasi&amp;diff=25897"/>
		<updated>2020-05-20T11:23:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Willkommen!&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen bei &#039;&#039;MediaeWiki&#039;&#039;!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Phil S|Phil S]] ([[Benutzer Diskussion:Phil S|Diskussion]]) 13:23, 20. Mai 2020 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Sasi&amp;diff=25896</id>
		<title>Benutzer:Sasi</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Sasi&amp;diff=25896"/>
		<updated>2020-05-20T11:23:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Erzeuge Benutzerseite mit den Angaben zur Person des neuen Benutzers.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25892</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25892"/>
		<updated>2020-05-20T09:09:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25891</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25891"/>
		<updated>2020-05-20T08:49:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=25890</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=25890"/>
		<updated>2020-05-20T08:49:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Die Seite wurde neu angelegt: „== Inhalt V. 1-2844 == In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Ges…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristans erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf Tristrants Geburt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß Blancheflur, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurneval, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle herzlichst empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann Morolt, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten”&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„&#039;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&#039; ” &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde stinkt so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurnival, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter Isalde, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet wieder in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht,um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen Liebestrank, den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Conrwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall hecken Isalde und Tristrant einen Plan aus, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt, da sie bereits mit Tristrant geschlafen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht, daß sie den kúng so betröge und im ir huorentuom verzúge. (V. 2852-2854)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant seine Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in Flagranti erwischt. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neider sind jedoch noch immer nicht zufrieden und holen einen Zwerg in ihre Gruppe, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristans in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen, daß eß von dem tranck kam. er waß sunst ain wÿser man: er het eß wol gelaussen. die grovß unmavssen lert in deß tranckß craft so. (V. 4058-4064)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Da er unglaublich wütend ist und die harten Strafen umsetzen will, wagt ihm keiner seiner Gefolgsleute zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristans glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min nÿmer bringen von hinnen, sol dú kúnginne werden gemartret mit novt.[“] (V. 4354-4357)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Das Leben ist hart, doch die Liebenden halten dies alles aus, da sie sich haben. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand sie zuo wib gwunne nie, wann daß er so hold waß ÿe und liebt sie so die rainen zart. (V. 5080-5083)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon mit dem kúng deß in ain, eß hett Trÿstrand geton allein. (V. 5328-5320)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein erstes Wiederkehrabenteuer erlebt. Durch eine List von Herr Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen mit im den bittern tovd, ald wir helffen im uß novt“ (V. 5592-5594)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam, daß daß orlög alleß kam dem kúng zuo grovssen eren (V. 6319-6321)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist und er dir sie gäb.&amp;quot; &amp;quot;ich näm sie, ob ich deß entschäb&amp;quot;, sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; (V. 6364-6367)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd, daß dir müß misselingen, daß du ye getorstest springen so verr under min gewand, da hin nie ainß ritterß hand getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6392-6397)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isolde noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen: ich mag nicht me getragen mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6445-6447)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isolde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen, su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6532f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6640f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so gefürt von der swester min.&amp;quot; dar nach unlag kam ain schin, der im do so luchte&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6750-6753)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sehen konnte wie sehr die Königin den Hund liebkoste, gestand er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell, du solt diner truw fry sin: du wurdest von der swester min nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6835-6838)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen könne. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und empfiehlt ihm, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san in truwen in sin hand. do verkouß ouch Trystrand den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, Kehenis Schwester wirklich zu heiraten und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht, wann ir an den guotten knecht habt gar ubel getan, daß ir in liessint schlachen, wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7330-7333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu übertragen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten, su will din gnad nicht geruchen, su will gnad suochen. daß recht ist ir zu schwär gar. ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7503-7507)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurnival halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
Kurnival und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die Geschichte von Kehenis und Gariole weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzten, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könnte sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen. &lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhält. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen, durch die selben sachen sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9103-9106)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zu Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit der Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund eine Jagd) am Ende. Im Folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könnte (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, d.h. das Segel ist weiß. Aus etwas unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder. also der herlich wygand starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9614-9616)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart haut diß buoch gedichtet und unß wol berichtet, wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9672-9675)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zum König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9747)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25889</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-05-20T08:43:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristans erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf Tristrants Geburt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß Blancheflur, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurneval, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle herzlichst empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann Morolt, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten”&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„&#039;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&#039; ” &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde stinkt so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurnival, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter Isalde, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet wieder in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht,um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen Liebestrank, den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Conrwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall hecken Isalde und Tristrant einen Plan aus, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt, da sie bereits mit Tristrant geschlafen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht, daß sie den kúng so betröge und im ir huorentuom verzúge. (V. 2852-2854)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant seine Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in Flagranti erwischt. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neider sind jedoch noch immer nicht zufrieden und holen einen Zwerg in ihre Gruppe, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristans in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen, daß eß von dem tranck kam. er waß sunst ain wÿser man: er het eß wol gelaussen. die grovß unmavssen lert in deß tranckß craft so. (V. 4058-4064)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Da er unglaublich wütend ist und die harten Strafen umsetzen will, wagt ihm keiner seiner Gefolgsleute zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristans glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min nÿmer bringen von hinnen, sol dú kúnginne werden gemartret mit novt.[“] (V. 4354-4357)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Das Leben ist hart, doch die Liebenden halten dies alles aus, da sie sich haben. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand sie zuo wib gwunne nie, wann daß er so hold waß ÿe und liebt sie so die rainen zart. (V. 5080-5083)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon mit dem kúng deß in ain, eß hett Trÿstrand geton allein. (V. 5328-5320)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein erstes Wiederkehrabenteuer erlebt. Durch eine List von Herr Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen mit im den bittern tovd, ald wir helffen im uß novt“ (V. 5592-5594)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam, daß daß orlög alleß kam dem kúng zuo grovssen eren (V. 6319-6321)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist und er dir sie gäb.&amp;quot; &amp;quot;ich näm sie, ob ich deß entschäb&amp;quot;, sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; (V. 6364-6367)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd, daß dir müß misselingen, daß du ye getorstest springen so verr under min gewand, da hin nie ainß ritterß hand getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6392-6397)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isolde noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen: ich mag nicht me getragen mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6445-6447)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isolde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen, su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6532f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6640f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so gefürt von der swester min.&amp;quot; dar nach unlag kam ain schin, der im do so luchte&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6750-6753)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sehen konnte wie sehr die Königin den Hund liebkoste, gestand er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell, du solt diner truw fry sin: du wurdest von der swester min nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6835-6838)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen könne. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und empfiehlt ihm, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san in truwen in sin hand. do verkouß ouch Trystrand den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, Kehenis Schwester wirklich zu heiraten und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht, wann ir an den guotten knecht habt gar ubel getan, daß ir in liessint schlachen, wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7330-7333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu übertragen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten, su will din gnad nicht geruchen, su will gnad suochen. daß recht ist ir zu schwär gar. ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7503-7507)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurnival halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
Kurnival und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die Geschichte von Kehenis und Gariole weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzten, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könnte sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen. &lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhält. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen, durch die selben sachen sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9103-9106)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zu Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit der Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund eine Jagd) am Ende. Im Folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könnte (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, d.h. das Segel ist weiß. Aus etwas unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder. also der herlich wygand starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9614-9616)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart haut diß buoch gedichtet und unß wol berichtet, wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9672-9675)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zum König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9747)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»raut nun, wie mag daß geschehen? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie wirt in deß laideß buoß?&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich wen, Brangenen muoß&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie ze samen bringen«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 3424-3427)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Trÿstrand der held bald &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;was zuo Kurnewal komen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;– ob ich recht hab vernommen -&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und fuor haim in sin land.«&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 8083-8086)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Schwalbenepisode: Verwandte und Vasallen drängen den König Marke eine ihm ebenbürtige Frau zu ehelichen. Dieser bittet um Bedenkzeit – wollte er doch niemals heiraten und suchte nach einem Weg, wie er das umsetzen könne, ohne die anderen zu verärgern. (V. 1434 - 1458 ff.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»do eß kam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er kùnden sölt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;waß sin will wär,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do satzt sich der kùng mer&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den sal allain.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sin sorg waß nicht clain,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie er eß so erdächt,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er die Herren brächt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von der red fuoglich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er in wärlich&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;uff sin selbß lib,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er näm kain wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuohand begunden schwalben zwo&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sich bissen in dem sal nun,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die zuo aim fenster in flugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zuo ainem fenster sie in zugen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß wart der herr gewar.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do empfiel in ain har.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merck recht, eß ist war,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er sach ernstlich dar.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eß waß schön und langk.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do nam der kùng den gedanck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß er wolt schowen.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß waß von ainer frowen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do sprach er selber wider sich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zuo wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie mùgend mich ir nit gewern.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
Isaldes Mutter vertraut Brangene einen Liebestrank an, den Isalde und Marke in ihrer Brautnacht trinken sollen. Stattdessen trinken diesen Trank aber versehentlich Isalde und Tristrant - mit schwerwiegenden Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;welch wib und man&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß truncken baiden,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sy mochten sich nit me schaiden&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in vier jauren.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2386-2389)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht ouch der tranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ÿeglichß ward siech und kranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob sie wavren ain wochen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ain ander ungesprochen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie muosten baide wesen tod.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2402-2405)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tranck in aun schwär.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht in guot der win.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do gab er ouch der frowen sin.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also schier sie ouch getranck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ducht sie sunder danck,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie verlúren baid ir sinne,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder sie müsten ain ander minne.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2460- 2466)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwúschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Minnetrank prägt die Doppelthematik des Stoffes (Heldentum und Liebe). Er skizziert nämlich den Konflikt zwischen Ehe und Liebe. Eilharts Tristrant wird also von der durch den Trank gegebenen Wirksamkeit strukturell bestimmt.&lt;br /&gt;
Zunächst benutzt der Erzähler die Wirkung des Liebestrankes als Begründung für Tristrants (unüberlegtes) Handeln. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so grouß ward daß minnen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;zwùschen in oun iren danck:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß macht alleß der tranck&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2476-2478)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wyser man:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4058-4061)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Eilharts Version lässt die Wirkung des Trankes jedoch mit der Zeit nach - nämlich nach der Waldepisode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;biß deß tranckß craft vergie.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 4939)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vergehen der Wirkung des Trankes, geht die &amp;quot;entlastende Funktion der Trankwirkung&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XVIII.&amp;lt;/ref&amp;gt; verloren. Im zweiten Teil des Textes ist die Wirkung entsprechend selten als Rechtfertigung für das Handeln Tristrants angeführt. &lt;br /&gt;
Am Ende taucht das Motiv des Minnetrankes jedoch wieder auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;[...] einerseits um die Liebenden vor Marke zu entlasten, andererseits um für das Wunder von Weinstock und Rosenstock eine Erklärung zu finden[.]&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;test&amp;quot;&amp;gt; Vgl. Einleitung zu Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993, S. XIX.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
1.) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;deß kúngeß tochter waß sú Ysald genant.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sú waß gar ser wÿt erkannt&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und waß ain junckfrow herr.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 997-999)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis vergleicht seine Schwester Isalde II mit Isalde I, und sagt über Isalde I: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;eß ward nie schoner wib.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ja, laider miner schwester lib&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mag sich ir nit gelichen&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 6777-6779)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25717</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25717"/>
		<updated>2020-05-13T10:01:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben bis zum 20.05.20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blancheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, fliehen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekommt den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt, kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befiehlt der König Irlands, jeden zu töten, der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stinkt so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde, ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt nach Bitten des Königs nach England, um dort Nahrung zu erbitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um sie zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass wer diesen Drachen tötet, die Tochter des Königs zur Frau bekommt. Tristrant geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig und wird vom Truchseß des Königs gefunden, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen für tot hält. Der Truchseß kehrt zurück zu seinem Herrn und behauptet, dass er den Drachen getötet hätte. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Onkels war. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen Liebestrank, den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken aus Versehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall hecken Isalde und Tristrant einen Plan aus, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht mehr als Jungfrau in die Ehe eintritt, da sie bereits mit Tristrant geschlafen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht, daß sie den kúng so betröge und im ir huorentuom verzúge. (V. 2852-2854)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzoffe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstellt von Isalde neben den Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzoffe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt daraufhin auf den Hof zurück und die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant seine Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in flagranti erwischt. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neider sind noch immer nicht zufrieden und holen einen Zwerg in ihre Gruppe, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, verraten sie sich beim zweiten Mal. Auch hier hat der Trank seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen, daß eß von dem tranck kam. er waß sunst ain wÿser man: er het eß wol gelaussen. die grovß unmavssen lert in deß tranckß craft so. (V. 4058-4064)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Da er unglaublich wütend ist und die harten Strafen umsetzen will, wagt ihm keiner seiner Gefolgsleute zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm daraus hinaus die Flucht, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Pries retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min nÿmer bringen von hinnen, sol dú kúnginne werden gemartret mit novt.[“] (V. 4354-4357)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Leprakranken mitzuschicken, so dass sie dahinsiechen muss. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Das Leben ist hart, doch die Liebenden halten dies alles aus, da sie sich haben. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um immer bereit zu sein, sich zu verteidigen. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand sie zuo wib gwunne nie, wann daß er so hold waß ÿe und liebt sie so die rainen zart. (V. 5080-5083)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Dies tun sie über Ugrim, Markes Beichvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Doch Tristrant gelingt dies, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von Tristrant hat begangen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon mit dem kúng deß in ain, eß hett Trÿstrand geton allein. (V. 5328-5320)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein erstes Wiederkehrabenteuer erlebt. Durch eine List von Herr Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isolde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen mit im den bittern tovd, ald wir helffen im uß novt“ (V. 5592-5594)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Leute Artus einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Es hat sich nämlich zugetragen, dass der Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, um die Hand von dessen Tochter angehalten hat. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heisst (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs und vielen Gefolgsleuten bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam, daß daß orlög alleß kam dem kúng zuo grovssen eren (V. 6319-6321)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isolde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist und er dir sie gäb.&amp;quot; &amp;quot;ich näm sie, ob ich deß entschäb&amp;quot;, sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; (V. 6364-6367)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isolde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isoldes Knie unter ihre Kleidung spritzt reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd, daß dir müß misselingen, daß du ye getorstest springen so verr under min gewand, da hin nie ainß ritterß hand getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6392-6397)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isolde noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass er seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen: ich mag nicht me getragen mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6445-6447)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte Isolde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isolde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isolde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen, su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6532f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6640f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so gefürt von der swester min.&amp;quot; dar nach unlag kam ain schin, der im do so luchte&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6750-6753)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sehen konnte wie sehr die Königin den Hund liebkoste, gestand er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell, du solt diner truw fry sin: du wurdest von der swester min nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6835-6838)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen könne. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. # Kehenis scheitert mit Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isolde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
Im folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isolde I an. Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrand die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der der Königin gegenüber seinem Herrn und empfiehlt ihm sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san in truwen in sin hand. do verkouß ouch Trystrand den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich Kehenis Schwester wirklich zu heiraten und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihr eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht, wann ir an den guotten knecht habt gar ubel getan, daß ir in liessint schlachen, wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7330-7333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag eine mündliche Nachricht an Tristrant zu übertragen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten, su will din gnad nicht geruchen, su will gnad suochen. daß recht ist ir zu schwär gar. ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7503-7507)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurnival halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
Kurnival und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isolde I und Tristrant sind wieder vereinigt und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er mit Leben entkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die Geschichte von Kehenis und Gariole weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen bei einem Wiedersehen gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurnival als Herrscher einsetzten, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurnival und Tristrant jedoch von Antret verfolgt- können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurnival (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könnte sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen. &lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhält. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen, durch die selben sachen sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9103-9106)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen Leute aber auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zu Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit der Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund eine Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könnte (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, d.h. das Segel ist weiß. Aus etwas unerklärten Gründen sagt Isolde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder. also der herlich wygand starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9614-9616)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolde II geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart haut diß buoch gedichtet und unß wol berichtet, wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9672-9675)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isolde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zum König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9747)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25716</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25716"/>
		<updated>2020-05-13T08:08:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben bis zum 13.05.20 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 2845-6340) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blancheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, fliehen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekommt den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt, kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befiehlt der König Irlands, jeden zu töten, der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stinkt so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde, ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt nach Bitten des Königs nach England, um dort Nahrung zu erbitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um sie zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass wer diesen Drachen tötet, die Tochter des Königs zur Frau bekommt. Tristrant geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig und wird vom Truchseß des Königs gefunden, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen für tot hält. Der Truchseß kehrt zurück zu seinem Herrn und behauptet, dass er den Drachen getötet hätte. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Onkels war. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen Liebestrank, den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken aus Versehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall hecken Isalde und Tristrant einen Plan aus, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht mehr als Jungfrau in die Ehe eintritt, da sie bereits mit Tristrant geschlafen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht, daß sie den kúng so betröge und im ir huorentuom verzúge. (V. 2852-2854)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzoffe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstellt von Isalde neben den Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzoffe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt daraufhin auf den Hof zurück und die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant seine Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in flagranti erwischt. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neider sind noch immer nicht zufrieden und holen einen Zwerg in ihre Gruppe, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, verraten sie sich beim zweiten Mal. Auch hier hat der Trank seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen, daß eß von dem tranck kam. er waß sunst ain wÿser man: er het eß wol gelaussen. die grovß unmavssen lert in deß tranckß craft so. (V. 4058-4064)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Da er unglaublich wütend ist und die harten Strafen umsetzen will, wagt ihm keiner seiner Gefolgsleute zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm daraus hinaus die Flucht, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Pries retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min nÿmer bringen von hinnen, sol dú kúnginne werden gemartret mit novt.[“] (V. 4354-4357)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Leprakranken mitzuschicken, so dass sie dahinsiechen muss. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Das Leben ist hart, doch die Liebenden halten dies alles aus, da sie sich haben. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um immer bereit zu sein, sich zu verteidigen. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand sie zuo wib gwunne nie, wann daß er so hold waß ÿe und liebt sie so die rainen zart. (V. 5080-5083)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Dies tun sie über Ugrim, Markes Beichvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Doch Tristrant gelingt dies, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von Tristrant hat begangen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon mit dem kúng deß in ain, eß hett Trÿstrand geton allein. (V. 5328-5320)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein erstes Wiederkehrabenteuer erlebt. Durch eine List von Herr Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isolde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen mit im den bittern tovd, ald wir helffen im uß novt“ (V. 5592-5594)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Leute Artus einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Es hat sich nämlich zugetragen, dass der Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, um die Hand von dessen Tochter angehalten hat. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heisst (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs und vielen Gefolgsleuten bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam, daß daß orlög alleß kam dem kúng zuo grovssen eren (V. 6319-6321)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isolde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist und er dir sie gäb.&amp;quot; &amp;quot;ich näm sie, ob ich deß entschäb&amp;quot;, sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; (V. 6364-6367)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isolde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isoldes Knie unter ihre Kleidung spritzt reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd, daß dir müß misselingen, daß du ye getorstest springen so verr under min gewand, da hin nie ainß ritterß hand getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6392-6397)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isolde noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass er seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen: ich mag nicht me getragen mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6445-6447)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte Isolde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isolde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isolde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen, su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6532f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6640f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so gefürt von der swester min.&amp;quot; dar nach unlag kam ain schin, der im do so luchte&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6750-6753)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sehen konnte wie sehr die Königin den Hund liebkoste, gestand er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell, du solt diner truw fry sin: du wurdest von der swester min nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6835-6838)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen könne. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. # Kehenis scheitert mit Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isolde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
Im folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isolde I an. Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrand die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der der Königin gegenüber seinem Herrn und empfiehlt ihm sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san in truwen in sin hand. do verkouß ouch Trystrand den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich Kehenis Schwester wirklich zu heiraten und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihr eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht, wann ir an den guotten knecht habt gar ubel getan, daß ir in liessint schlachen, wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7330-7333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag eine mündliche Nachricht an Tristrant zu übertragen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten, su will din gnad nicht geruchen, su will gnad suochen. daß recht ist ir zu schwär gar. ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7503-7507)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurnival halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
Kurnival und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isolde I und Tristrant sind wieder vereinigt und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er mit Leben entkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die Geschichte von Kehenis und Gariole weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen bei einem Wiedersehen gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurnival als Herrscher einsetzten, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurnival und Tristrant jedoch von Antret verfolgt- können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurnival (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könnte sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen. &lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhält. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen, durch die selben sachen sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9103-9106)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen Leute aber auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zu Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit der Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund eine Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könnte (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, d.h. das Segel ist weiß. Aus etwas unerklärten Gründen sagt Isolde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder. also der herlich wygand starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9614-9616)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolde II geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart haut diß buoch gedichtet und unß wol berichtet, wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9672-9675)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isolde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zum König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9747)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25715</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25715"/>
		<updated>2020-05-13T07:45:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben ab 06.05. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 2845-6340) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blancheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, fliehen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekommt den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Kurnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt, kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den König von Irland einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befiehlt der König Irlands, jeden zu töten, der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stinkt so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde, ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt nach Bitten des Königs nach England, um dort Nahrung zu erbitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um sie zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass wer diesen Drachen tötet, die Tochter des Königs zur Frau bekommt. Tristrant geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig und wird vom Truchseß des Königs gefunden, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen für tot hält. Der Truchseß kehrt zurück zu seinem Herrn und behauptet, dass er den Drachen getötet hätte. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Onkels war. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe einen Liebestrank, den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken aus Versehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall hecken Isalde und Tristrant einen Plan aus, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht mehr als Jungfrau in die Ehe eintritt, da sie bereits mit Tristrant geschlafen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der lischt ward dar umb erdaucht, daß sie den kúng so betröge und im ir huorentuom verzúge. (V. 2852-2854)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzoffe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstellt von Isalde neben den Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzoffe umzubringen. Brangene kann sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt daraufhin auf den Hof zurück und die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant seine Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in flagranti erwischt. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neider sind noch immer nicht zufrieden und holen einen Zwerg in ihre Gruppe, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, verraten sie sich beim zweiten Mal. Auch hier hat der Trank seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;doch hab wir wol vernomen, daß eß von dem tranck kam. er waß sunst ain wÿser man: er het eß wol gelaussen. die grovß unmavssen lert in deß tranckß craft so. (V. 4058-4064)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Da er unglaublich wütend ist und die harten Strafen umsetzen will, wagt ihm keiner seiner Gefolgsleute zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm daraus hinaus die Flucht, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Pries retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min nÿmer bringen von hinnen, sol dú kúnginne werden gemartret mit novt.[“] (V. 4354-4357)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Leprakranken mitzuschicken, so dass sie dahinsiechen muss. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Das Leben ist hart, doch die Liebenden halten dies alles aus, da sie sich haben. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um immer bereit zu sein, sich zu verteidigen. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do schwuor er, daß Tristrand sie zuo wib gwunne nie, wann daß er so hold waß ÿe und liebt sie so die rainen zart. (V. 5080-5083)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Dies tun sie über Ugrim, Markes Beichvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Doch Tristrant gelingt dies, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von Tristrant hat begangen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do ward her Walwon mit dem kúng deß in ain, eß hett Trÿstrand geton allein. (V. 5328-5320)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein erstes Wiederkehrabenteuer erlebt. Durch eine List von Herr Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isolde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„oder wir müssen all kiesen mit im den bittern tovd, ald wir helffen im uß novt“ (V. 5592-5594)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Leute Artus einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Es hat sich nämlich zugetragen, dass der Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, um die Hand von dessen Tochter angehalten hat. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heisst (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs und vielen Gefolgsleuten bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do der strit end nam, daß daß orlög alleß kam dem kúng zuo grovssen eren (V. 6319-6321)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isolde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist und er dir sie gäb.&amp;quot; &amp;quot;ich näm sie, ob ich deß entschäb&amp;quot;, sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; (V. 6364-6367)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isolde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isoldes Knie unter ihre Kleidung spritzt reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd, daß dir müß misselingen, daß du ye getorstest springen so verr under min gewand, da hin nie ainß ritterß hand getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6392-6397)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isolde noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass er seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen: ich mag nicht me getragen mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6445-6447)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte Isolde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isolde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isolde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen, su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6532f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6640f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so gefürt von der swester min.&amp;quot; dar nach unlag kam ain schin, der im do so luchte&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6750-6753)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sehen konnte wie sehr die Königin den Hund liebkoste, gestand er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell, du solt diner truw fry sin: du wurdest von der swester min nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 6835-6838)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen könne. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. # Kehenis scheitert mit Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isolde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
Im folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isolde I an. Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrand die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der der Königin gegenüber seinem Herrn und empfiehlt ihm sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san in truwen in sin hand. do verkouß ouch Trystrand den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich Kehenis Schwester wirklich zu heiraten und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihr eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht, wann ir an den guotten knecht habt gar ubel getan, daß ir in liessint schlachen, wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7330-7333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag eine mündliche Nachricht an Tristrant zu übertragen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten, su will din gnad nicht geruchen, su will gnad suochen. daß recht ist ir zu schwär gar. ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; (V. 7503-7507)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurnival halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
Kurnival und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isolde I und Tristrant sind wieder vereinigt und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er mit Leben entkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die Geschichte von Kehenis und Gariole weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen bei einem Wiedersehen gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurnival als Herrscher einsetzten, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurnival und Tristrant jedoch von Antret verfolgt- können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurnival (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könnte sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen. &lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhält. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen, durch die selben sachen sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9103-9106)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen Leute aber auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zu Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit der Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund eine Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könnte (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, d.h. das Segel ist weiß. Aus etwas unerklärten Gründen sagt Isolde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder. also der herlich wygand starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9614-9616)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolde II geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart haut diß buoch gedichtet und unß wol berichtet, wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9672-9675)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isolde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zum König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; (V. 9747)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25613</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-05-06T12:10:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ab 06.05.  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet sie um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte was dem König widerfuhr und dient nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blacheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, flihen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Karnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet bis er ein starker Mann ist der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Er willigt ein und gab ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bat Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, dem König Marke seinen eigentlichen Landestribut auszuzahlen und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen, verlangt er den Tribut von König Marke und den Kampf gegen einen nicht- adligen Helden um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte , erlässt er ihm den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch dass hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befielt der König Irlands, jede zu töten der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stank so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren um dort einsam zu sterben. Er sagte zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt soll sein Vater ihn zum König machen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt auf die Bitten des Königs nach England um dort nach Nahrung zu bitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und  König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristan wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und er schickte seinen Marschall um sie zu töten. Doch Tristrant besticht ihn und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristan erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und wer diesen Drachen tötet, bekommt die Tochter des Königs. Tristran geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird Ohnmächtig und ein Mann namens Truchseß nimmt ihm die Zunge weg und sagt dem König, er hätte den Drachen getötet. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristran und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Mannes war. Sie will Rache doch wird zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristan sagte, er sei zu jung zum heiraten und schlägt den König Marke als Ehegatten vor. Der König willigte ein und die Königin gibt Isalde einen Liebestrank, den sie mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristran und Isalde tranken ausversehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 6341-9750 ==&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isolde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist und er dir sie gäb.&amp;quot; &amp;quot;ich näm sie, ob ich deß entschäb&amp;quot;, sprach der herr Trystrand.&#039;&#039; (V. 6364-6367)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25609</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25609"/>
		<updated>2020-05-06T10:33:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Teilnehmerinnen und Teilnehmer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ab 06.05.  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung der des ersten inhaltlichen Blocks. Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet sie um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte was dem König widerfuhr und dient nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blacheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, flihen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Karnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet bis er ein starker Mann ist der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Er willigt ein und gab ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bat Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, dem König Marke seinen eigentlichen Landestribut auszuzahlen und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen, verlangt er den Tribut von König Marke und den Kampf gegen einen nicht- adligen Helden um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte , erlässt er ihm den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch dass hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befielt der König Irlands, jede zu töten der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stank so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren um dort einsam zu sterben. Er sagte zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt soll sein Vater ihn zum König machen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt auf die Bitten des Königs nach England um dort nach Nahrung zu bitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und  König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristan wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und er schickte seinen Marschall um sie zu töten. Doch Tristrant besticht ihn und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristan erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und wer diesen Drachen tötet, bekommt die Tochter des Königs. Tristran geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird Ohnmächtig und ein Mann namens Truchseß nimmt ihm die Zunge weg und sagt dem König, er hätte den Drachen getötet. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristran und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Mannes war. Sie will Rache doch wird zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristan sagte, er sei zu jung zum heiraten und schlägt den König Marke als Ehegatten vor. Der König willigte ein und die Königin gibt Isalde einen Liebestrank, den sie mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristran und Isalde tranken ausversehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25608</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-05-06T10:09:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ab 06.05.  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung der des ersten inhaltlichen Blocks. Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet sie um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte was dem König widerfuhr und dient nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blacheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, flihen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Karnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet bis er ein starker Mann ist der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Er willigt ein und gab ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bat Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, dem König Marke seinen eigentlichen Landestribut auszuzahlen und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen, verlangt er den Tribut von König Marke und den Kampf gegen einen nicht- adligen Helden um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte , erlässt er ihm den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch dass hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befielt der König Irlands, jede zu töten der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stank so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren um dort einsam zu sterben. Er sagte zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt soll sein Vater ihn zum König machen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt auf die Bitten des Königs nach England um dort nach Nahrung zu bitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und  König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristan wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und er schickte seinen Marschall um sie zu töten. Doch Tristrant besticht ihn und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristan erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und wer diesen Drachen tötet, bekommt die Tochter des Königs. Tristran geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird Ohnmächtig und ein Mann namens Truchseß nimmt ihm die Zunge weg und sagt dem König, er hätte den Drachen getötet. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristran und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Mannes war. Sie will Rache doch wird zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristan sagte, er sei zu jung zum heiraten und schlägt den König Marke als Ehegatten vor. Der König willigte ein und die Königin gibt Isalde einen Liebestrank, den sie mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristran und Isalde tranken ausversehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 2845-6340 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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		<updated>2020-05-06T08:50:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: /* Aufgaben und Übungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben ab 06.05.  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung der des ersten inhaltlichen Blocks. Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen richtet sich Eilhard von Oberg selbst an das Publikum und bittet sie um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristan erzählen möchte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wölt ir nu schwigen still, wann eß ist min will&#039;&#039; (V.33 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch König Riwalin aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte was dem König widerfuhr und dient nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie heißt Blacheflur und verliebt sich sofort in ihn und wird schwanger. Nachdem der Krieg endet, flihen die beiden auf ein Schiff und sie bekommt, während sie auf See sind, Wehen. Sie stirbt bei der Geburt, aber das Kind überlebt und bekam den Namen Tristrant.&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens Karnevals, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet bis er ein starker Mann ist der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung ist, seinen Vater zu bitten in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Er willigt ein und gab ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Als sie ankommen bat Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten woher sie kommen und von wem er abstammt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich gan niemant hie, der min geschlecht wúste.“&#039;&#039; (V. 299 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er den König trifft, werden sie alle herzlichst empfangen und Tristrant bietet ihm seinen Dienst am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des Irischen Königs, ein gefürchteter Edelmanne, der den Namen Morolt trägt kam nach Cornwall.  Dieser entschließt sich, dem König Marke seinen eigentlichen Landestribut auszuzahlen und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen, verlangt er den Tribut von König Marke und den Kampf gegen einen nicht- adligen Helden um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte , erlässt er ihm den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant das hörte, bietet er sich sofort an. &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ist daß in niemant bestaut, so will ich mit im vechten&#039;&#039; (V. 484 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„daß will ich an aint hail lon!“ sprach do der herr Trÿstrand, „ich beste in all zu hand. ich will úwer kämpffer sin&#039;&#039;. (V 600 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch er ist entschlossen für ihn zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch dass hält ihn nicht auf, ihn zu bezwingen. Morolt stirbt, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf, auf der Heimfahrt nach Irland. Als Rache befielt der König Irlands, jede zu töten der an ihr Ufer kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in keiner guten Verfassung. Seine Wunde stank so sehr, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer rausfahren um dort einsam zu sterben. Er sagte zu seinem Knappen, er solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt soll sein Vater ihn zum König machen. Er wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet Isalde ihn gesund zu pflegen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt auf die Bitten des Königs nach England um dort nach Nahrung zu bitten. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Es war auf den Tag genau ein Jahr her, als er seinen Knappen und  König Marke wieder sieht. Alle freuen sich und Tristan wird von König Marke als Sohn angenommen. König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten, doch er will nicht. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört. Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und strandet in Irland. Der König wird sauer darüber, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und er schickte seinen Marschall um sie zu töten. Doch Tristrant besticht ihn und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristan erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und wer diesen Drachen tötet, bekommt die Tochter des Königs. Tristran geht los, tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird Ohnmächtig und ein Mann namens Truchseß nimmt ihm die Zunge weg und sagt dem König, er hätte den Drachen getötet. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristran und sie erkannte an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Mannes war. Sie will Rache doch wird zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristan sagte, er sei zu jung zum heiraten und schlägt den König Marke als Ehegatten vor. Der König willigte ein und die Königin gibt Isalde einen Liebestrank, den sie mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristran und Isalde tranken ausversehen auf der Schifffahrt nach Conrwall von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[http://mediaewiki.de/wiki/Benutzer:Josie|Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Phil S</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25569</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-05-04T19:12:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Änderungen von ZimmerLaura (Diskussion) wurden auf die letzte Version von Phil S zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
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*[[http://mediaewiki.de/wiki/Benutzer:Josie|Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textstellen nach Themenschwerpunkten geordnet ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
=== Die Brautwerbung ===&lt;br /&gt;
=== Konzeption der Minne ===&lt;br /&gt;
=== Der Minnetrank ===&lt;br /&gt;
=== Erzählräume ===&lt;br /&gt;
=== Die Isolde-Gestalten ===&lt;br /&gt;
=== Episodizität und Doppelung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Teilnehmerinnen und Teilnehmer =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt V. 1-2844 ==&lt;br /&gt;
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== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<title>Benutzer Diskussion:Lili Stadel</title>
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		<updated>2020-04-29T13:20:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phil S: Willkommen!&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen bei &#039;&#039;MediaeWiki&#039;&#039;!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Phil S|Phil S]] ([[Benutzer Diskussion:Phil S|Diskussion]]) 15:20, 29. Apr. 2020 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phil S</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Lili_Stadel&amp;diff=25410</id>
		<title>Benutzer:Lili Stadel</title>
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&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
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Wir hoffen, dass du viele gute Informationen beisteuerst.&lt;br /&gt;
Möglicherweise möchtest du zunächst die [https://www.mediawiki.org/wiki/Special:MyLanguage/Help:Contents Ersten Schritte] lesen.&lt;br /&gt;
Nochmal: Willkommen und viel Spaß! [[Benutzer:Phil S|Phil S]] ([[Benutzer Diskussion:Phil S|Diskussion]]) 15:14, 29. Apr. 2020 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Benutzer:Zijing Chen</title>
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