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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Tristan-Rezeption&amp;diff=39184</id>
		<title>Tristan-Rezeption</title>
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		<updated>2024-06-24T11:43:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Tristan-Stoff behandelt im Kern den &amp;quot;Zusammenstoß zwischen existenzieller Liebesbeziehung und feudalgesellschaftlich institutionalisierter Ehebindung&amp;quot;[Buschinger 1988: 39] sowie zahlreiche literarische Motive wie beispielweise das der heimlichen Liebesbeziehung und des [[Ehe und Ehebruch|Ehebruchs]], des heimgeholten Fernidols (Brautfahrt), des [[Gottesurteil (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Gottesurteils]] oder der [[Rache (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Blutrache]] und erfreut sich in Literatur und Forschung bis in die heutige Zeit hinein großer Beliebtheit.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tristan-Stoff in der Literatur des Mittelalters==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tristan-Stammbaum.png|mini|200x200px|Eine Übersicht der Tristan-Versionen zwischen 1150 und 1553]]&lt;br /&gt;
Stoffgeschichtliche &#039;Vorgänger&#039; des &amp;quot;Tristan&amp;quot; Gottfrieds von Straßburg sind zum Beispiel jene Fassungen [[Stoffgeschichte des Tristanromans|Eilharts von Oberg]](um 1170), [[Stoffgeschichte des Tristanromans|Thomas]] (um 1170) oder [[Stoffgeschichte des Tristanromans|Berouls]] (zw. 1170 u. 1191). Als Urfassung des Stoffes ist die sogenannte [[Stoffgeschichte des Tristanromans|&#039;&#039;Estoire&#039;&#039;]] anzusehen, auf welche sich die drei genannten Autoren beziehen. Diese ist in drei Teile gegliedert: die Morholt-aventiure, die Ehebruchsgeschichte und die Isolde Weißhand-Geschichte. Während das Morholt-Abenteuer mit der heilkundigen Isolde als einzige Rettung Tristans das Ehebruchszenario der zweiten Geschichte bereits einleitet, liegt das Hauptaugenmerk der Isolde Weißhand-Geschichte auf der Gegenüberstellung ehelicher und außerehelicher Liebe. Gottfrieds Tristan-Fragment bricht bei der Schilderung des inneren Gefühlskonflikts Tristans ab, der zwischen den beiden Isolde-Figuren hin- und hergerissen ist. In der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; heiratet Tristan nach seiner Verbannung Isolde Weißhand, hört jedoch nie auf, die andere Isolde zu lieben und kehrt verkleidet zu ihr zurück (Vgl.[Frenzel 1981: 755]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1485 malory thomas le morte darthur-image.png|150px|thumb|left|Erste Seite aus William Caxton&#039;s Ausgabe von Malorys &lt;br /&gt;
Le Morte Darthur(London: 1485).]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über die Fassung Gottfrieds von Straßburg hinaus taucht der Tristan-Stoff in der Literatur des Mittelalters auf. So sind beispielsweise die Fortsetzungen des [[Tristan-Fortsetzung (Ulrich von Türheim)|Ulrich von Türheim]] (um 1240) oder [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg)|Heinrichs von Freiberg]] (um 1290) zu nennen, sowie die norwegische &#039;&#039;Tristramsaga&#039;&#039; (1226)- eine vollständige Übersetzung der Thomas-Version -, das englische Gedicht &#039;&#039;Sir Tristrem&#039;&#039; (um 1300) und das isländische &#039;&#039;Tristanlied&#039;&#039; (14./15. Jh.). Während Ulrich von Türheim in seiner Interpretation des Stoffes &amp;quot;die körperliche Vereinigung außerhalb der ehelichen Bindung [verurteilt und] die Tristan-und-Isolde-Liebe als eine Sünde [betrachtet], die ins Verderben führt&amp;quot;,[Buschinger 1988: 40] verknüpft Heinrich von Freiberg in seiner Fortsetzung den Tristan-Stoff eng mit dem Artusroman. Ebenfalls mit dem Artus-Stoff verbunden taucht Tristan beispielsweise auch in der italienischen &#039;&#039;Tavola ritonda&#039;&#039; (1391) oder in &#039;&#039;Morte Darthur&#039;&#039; (1470) von Sir Thomas Malory auf, in denen Tristan als einer der Ritter der Tafelrunde auftritt, von Marke getötet und später durch Sir Lancelot gerächt wird (Vgl.[Frenzel 1981: 757]) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das episodenhafte Gedicht [[Tristan als Mönch|&#039;&#039;Tristan als Mönch&#039;&#039;]], welches zwischen 1210 und 1260 entstand, erzählt, ähnlich wie in der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039;, wie Tristan nach der Heirat mit Isolde Weißhand heimlich und als Mönch verkleidet nach Cornwall zu seiner geliebten Isolde zurückkehrt. Der Dichter befreit hier &amp;quot;die Tristan-und-Isolde-Liebe von der Mechanik des Tranks, von dem nie die Rede ist: Es ist klar, daß sie einander seit jeher lieben&amp;quot;.[Buschinger 1988: 45] In einem 1881 entdeckten, in mittelniederdeutschem Dialekt niedergeschriebenen Fragment, bittet ein Zwerg namens Tristan einen Ritter um Hilfe, seine entführte Geliebte zu retten und erkennt nicht, dass es sich bei dem Ritter um Tristan handelt. Dieser vertröstet ihn auf den nächsten Tag, woraufhin Tristan der Zwerg den Tod Tristans betrauert, welcher ihm sicher sofort geholfen hätte.[Buschinger 1988: 46] Der Prosaroman &#039;&#039;Tristrant und Isalde&#039;&#039; (1484) - eine Überlieferung des &#039;&#039;Tristrant&#039;&#039; Eilharts - will dem &amp;quot;Geschmack und dem literarisch-ästhetischen Bildungsniveau seiner Leserschaft Rechnung tragen&amp;quot;,[Buschinger 1988: 47] weshalb beispielsweise in Tristans Erziehung das Bücherstudium und das Erlernen der Schrift einen wesentlich höheren Stellenwert einnehmen, als ritterliche Tugenden, Ruhm und Ansehen (Vgl.[Buschinger 1988: 47]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rezeption des Tristan-Stoffes in der neuzeitlichen Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hans sachs.jpg|150px|thumb|right|Hans Sachs]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche Prosafassung des Werkes Eilharts hat die Tristan-Rezeption lange Zeit geprägt und wurde bis 1664 gedruckt (Vgl.[Mertens 2005: 23]). Ab 1661 schrieb Hans Sachs insgesamt sechs Meisterlieder zu verschiedenen Themen aus dem Tristan-Stoff, wie etwa dem [[Morold (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Kampf mit Morold]], [[Drachenkampf (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Drachenkampf]] und Brautwerbung, [[Minnetrank (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Liebestrank]] und Liebestod, sowie eine &#039;&#039;Tragedia&#039;&#039; in sieben Akten. Die Minnetrankszene findet sich hier bereits im Prolog, die Haupthandlung führt vom Kampf mit Morold über das Waldleben bis zu Tod und Bestattung Tristans und Isoldes.[Mertens 2005: 23/24] Lange Zeit sollte dies die vorerst letzte Bearbeitung des Stoffes bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Carl Leberecht Immermann.gif|200px|thumb|right|Carl Leberecht Immermann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im 18. Jahrhundert begann man, sich wieder für mittelalterliche Stoffe zu interessieren. 1785 brachte Christoph Heinrich Myller Gottfrieds Tristan mit der Fortsetzung Heinrichs von Freiberg heraus, für die erste neuhochdeutsche Überlieferung sorgte schließlich 1844 Hermann Kurz (Vgl.[Frenzel 1981: 758]). Daraufhin setzte eine erneute  Rezeptions-Welle ein. Carl Leberecht Immermann beispielsweise entwarf mit seinem Versepos &#039;&#039;Tristan und Isolde&#039;&#039; 1841 einen moralischen Text, bei dem die Liebesbeziehung zwischen Tristan und Isolde mit dem Gottesurteil endet (Vgl.[Frenzel 1981: 758]). [[Richard  Wagners &amp;quot;Tristan und Isolde&amp;quot;|Richard Wagners Oper]] &#039;&#039;Tristan und  Isolde&#039;&#039;, welche 1859 fertiggestellt und 1865 im Nationaltheater München  uraufgeführt wird, konzentriert sich knapp auf das Wesentliche:  Liebestrank, Baumgartenszene, Liebestod. Wagner entwickelt den Liebestod  als das &amp;quot;zentrale romantische Motiv&amp;quot;[Frenzel 1981: 758] des  Tristan-Stoffes: &amp;quot;Mit dem Tode wird die Liebe aus den Banden und  Schranken des Irdischen erlöst.&amp;quot;[Frenzel 1981: 758]. Ebenfalls den  Liebestod als einzig mögliche Vollendung der Liebe behandelt Algernon  Charles Swinburnes Epos &#039;&#039;Tristram of Lyonesse&#039;&#039; aus dem Jahre 1882. In  Swinburnes Werk entsteht die Liebe zwischen Tristan und Isolde bereits  vor dem Minnetrank, dieser fungiert nur als eine Art  Initialzündung.(Vgl.[Frenzel 1981: 758])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20.  Jahrhundert entstanden schließlich einige Werke, die sich hauptsächlich  um eine neuartige Figurenzeichnung bemühten. So stellt Ernst Hardts  Drama &#039;&#039;Tantris der Narr&#039;&#039; (1907) zum Beispiel Tristan als Treulosen  dar, der sich erst rehabilitiert, als es bereits zu spät ist. Die Figur  Markes wird unter anderem in Friedrich Carl Georg Kaisers &#039;&#039;König  Hahnrei&#039;&#039; (1913), in Heubners &#039;&#039;König Marke&#039;&#039; (1918) und Thomas Hardys  &#039;&#039;The famous Tragedy of the Queen of Cornwall&#039;&#039; (1923) thematisiert.  Markes Charakter reicht dabei vom böswilligen Neider bis zum fanatischen Selbstbetrüger, dessen Spielzeug die Liebenden sind (Vgl.[Frenzel 1981: 759]). In Arlington Robinsons &#039;&#039;Tristram&#039;&#039; von 1927  kommen Tristan und Isolde endgültig erst zusammen, als sie sich, zwei Jahre nach Tristans Hochzeit mit Isolde Weißhand, auf Sir Lanzelots  Schloß Joyous Gard wiedersehen. Tristan wird dann später von Markes  Neffen Andred getötet (Vgl.[Frenzel 1981: 759]). John Masefields Drama &#039;&#039;Tristan and Isolt&#039;&#039; (1927) enthält neben der Verbindung mit dem Artusroman sogar Bezüge auf den ersten Weltkrieg, als Marke und Artus gemeinsam in den Sachsenkrieg ziehen und dort fallen (Vgl.[Keppler-Tasaki 2009: 463]). Thomas Manns Novelle &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; von 1902 hat nur am Rande mit dem Tristan-Stoff zu tun, nämlich in Form einer Klavier-Partitur von Wagners &#039;&#039;Tristan und Isolde&#039;&#039; und der alles überwölbenden Symbolik der in den Tod führenden, unglücklichen Liebe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schweizer Denis de Rougemont vebindet in seiner Monographie &#039;&#039;L&#039;amour et l&#039;occident&#039;&#039; aus dem Jahre 1939 die Tristan-Thematik mit modernen gesellschaftlichen Problematiken: obsessives Verlangen nach Liebe und Leidenschaft würde unweigerlich zu Selbstzerstörung führen (Vgl. [Müller 2003: 294]). Auch einige Neuerzählungen des Tristan-Stoffes erscheinen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So etwa Rosemary Sutcliffs Roman &#039;&#039;Tristan and Iseult&#039;&#039; (1971), der gänzlich ohne Liebestrank auskommt, oder &#039;&#039;Tristan und Isolde: Nach Gottfried von Straßburg neu erzählt&#039;&#039; (1975) vom vielfach ausgezeichneten DDR-Autor Günter de Bruyn, übrigens Ehrendoktor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ebenfalls zu nennen sind Karin Bellingkrodts und Ingomar von Kieseritzkys &#039;&#039;Tristan und Isolde im Wald von Morois, oder der zerstreute Diskurs&#039;&#039; (1987) über das Ulrich Müller sagt: &amp;quot;[it] demonstrates that life in splendid isolation [...] is unbearable, even for the most fervent lovers.&amp;quot;[Müller 2003: 296], sowie John Updikes &#039;&#039;Brazil&#039;&#039; (1994), das die Liebesgeschichte von Tristao und Isabel mit der Rassen- und Standesfrage in Brasilien verbindet.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im modernen Genre des Fantasy- oder Historienromans findet der Tristan-Stoff nach wie vor gerne Verwendung. Beispielsweise bietet Diana L. Paxson mit ihrem Roman &#039;&#039;Der Zauber von Erin. Der Roman von Tristan und Isolde&#039;&#039; (1990), eine eigene Version der Tristan-Legende, mit modernen Fantasy-Elementen verschmolzen. Aktuell im Penhaligon Verlag erschienen ist der mit viel Lob bedachte Debüt-Roman &#039;&#039;Flamme und Harfe&#039;&#039; (2009) von Ruth Nestvold, der die Geschichte aus Sicht der 14-jährigen Yseult erzählt, die mit dem brittanischen König Marcus verheiratet werden soll, sich aber in dessen Sohn Drystan verliebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentrale Motive des Tristan und ihr Auftreten in der Weltliteratur== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die heimliche Liebesbeziehung und der Ehebruch===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heimliche Liebesbeziehung als literarisches Motiv ist primär durch die Existenz eines Gegners ausgezeichnet, der versucht eine vor- bzw. außereheliche Beziehung zwischen zwei Personen zu verhindern. Klassische Gegner der heimlichen Liebesbeziehung sind beispielsweise die Eltern (oft der tugendbedachte Vater), Ehegatten oder die ganze Gesellschaft mitsamt ihren Vorstellungen von Moral und Sittlichkeit. Eng verbunden ist das Motiv der heimlichen Liebesbeziehung mit dem des Ehebruchs. Den großen Reiz dieses Motivs bildet die ständige Gefahr, erwischt zu werden. Die Strafen sind meist recht hoch, Todesstrafe nicht selten.(Vgl. [Frenzel 1980: 454]) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CHANDOS3.jpg|150px|thumb|left|William Shakespeare]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gottfrieds &#039;Tristan&#039; ist dieses Motiv natürlich das zentrale. Die Liebesbeziehung zwischen Tristan und Isolde muss deshalb eine heimliche sein, da Isolde mit König [[Marke (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Marke]] von Cornwall verheiratet ist. Marke ist also auch in erster Linie Gegner dieser Beziehung, obwohl er sie lange Zeit leugnet. Weiterer Gegner ist die [[Höfische Lebenswelt (Gottfried von Straßburg, Tristan)|höfische]] Gesellschaft, in der Ehebruch selbstverständlich unter Todesstrafe verboten ist. Nur wenige Personen wissen von der Beziehung der beiden Liebenden, darunter [[Brangäne (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Brangäne]] (siehe z.B. V. 12078-12182)&amp;lt;ref&amp;gt;Sämtliche in diesem Artikel zitierte Textangaben aus dem  Tristan  entstammen dieser Ausgabe: Gottfried von Straßburg: Tristan.   Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach  dem Text von Friedrich Ranke neu   hg., ins Neuhochdeutsche übers., mit  einem Stellenkommentar und einem   Nachwort von Rüdiger Krohn. Band 1-3.  Stuttgart 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Marjodo (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Marjodo]] (siehe z.B. V. 13537-13636). Die Liebesbeziehung findet bei Gottfried kein gutes Ende. Tristan wird verbannt und verliebt sich in Isolde Weißhand (V. 18405-19548).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Literatur ist dieses Motiv sehr beliebt. Aus der Antike ist etwa Musaios Epos &#039;&#039;Hero und Leandros&#039;&#039; (5./6. Jh.) zu nennen, in welchem der Held Leandros eine Liebesbeziehung mit der Priesterin Hero führt, die von deren Eltern verboten wurde. Leandros ertrinkt bei dem nächtlichen Versuch zu seiner Geliebten zu gelangen im Meer, Hero stürzt sich daraufhin vom Turm.(Vgl.[Frenzel 1980: 455]) Im Mittelalter erscheint das Motiv neben dem Tristan-Stoff beispielsweise auch im arturischen Lanzelot-Stoff. Auch hier ist die Beziehung des Ritters Lanzelot mit der Frau des Königs zentral, welche letztlich aufgedeckt und gerächt wird. Umgesetzt wurde dieser Stoff u. a. von Chrétien de Troyes in seinen &#039;&#039;Romans del chevalier de la charrette&#039;&#039; (um 1190)(Vgl.[Frenzel 1980: 459]). Berühmte neuzeitliche Adaption des Motivs ist wohl die verbotene Liebesbeziehung zwischen Romeo und Julia, die schon in Masuccios &#039;&#039;Novellino&#039;&#039; (1476), in Bandellos &#039;&#039;Novelle II&#039;&#039; (1554) und am bedeutendsten natürlich von William Shakespeare (1595) umgesetzt wurde. Moderne Variante der heimlichen Liebesbeziehung ist zum Beispiel Heinrich Bölls &#039;&#039;Gruppenbild mit Dame&#039;&#039; (1971), in welchem die Gesellschaft als Gegner einer Liebesbeziehung zu einem sowjetischen Kriegsgefangenen fungiert.(Vgl.[Frenzel 1980: 467])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das heimgeholte Fernidol===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Nibelungenlied manuscript-c f1r.jpg|120px|thumb|left|Erste Seite der Handschrift C des Nibelungenlieds (um 1220-1250)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heimgeholte Fernidol beschreibt ein fernes Ideal, &amp;quot;das Liebe entfacht, gesucht sein will und gefunden werden kann.&amp;quot;[Frenzel 1980: 149] Meist aus dem Zwang einer Heirat außerhalb des eigenen Clans heraus, ist der Mann zu gefährlichen Brautfahrten gezwungen, um die idealisierte Traumfrau, oft gegen deren Willen, aus der Fremde heimzuholen. Es geht übergeordnet meist um Macht, Besitz und Ansehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tristan wird dieses Motiv durch die Brautwerbung/-fahrt Tristans bedient, der im Auftrag König Markes nach Irland fährt, um die &#039;&#039;lûtere, liehte Îsolt&#039;&#039; (V. 8261) heim nach Cornwall zu holen, damit Marke sie zu seiner ihm angemessenen Frau nehmen kann (siehe Brautfahrt, V. 8226-8896). Das klappt nach einigen Schwierigkeiten letztendlich auch, allerdings natürlich nur vordergründig, da Isolde durch die Verzauberung des Minnetranks inzwischen der Liebe zu Tristan anheimgefallen ist (Siehe Minnetrank-Szene, V. 11367-11874).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Literatur findet das Motiv zum Beispiel im Nibelungen-Stoff Anwendung, in welchem der Held Siegfried nach Island fährt, um Brunhild für Gunther zu werben, oder im &#039;&#039;König Rother&#039;&#039; (um 1150), der persönlich drei mal nach Konstantinopel reist, um die Tochter des oströmischen Kaisers Konstantin für sich zu erwerben. Heinrich Anselm von Ziegler und Kliphausen beschreibt in &#039;&#039;Die asiatische Banise&#039;&#039; (1689) die Träume eines Prinzen von einer wunderschönen Frau, Friedrich Schiller in &#039;&#039;Maria Stuart&#039;&#039; (1800) die Liebe des Mortimer zu dem Bildnis der Königin, was ihn schließlich dazu veranlasst, sie zu befreien (Vgl.[Frenzel 1980: 157/158]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottesurteil===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Probe des glühenden Eisens.jpg|150px|thumb|right|Die Probe mit dem glühenden Eisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gottesurteil ist eine Instanz der Rechtsfindung. Zugrundeliegend ist die Auffassung, man könne die Wahrheit durch diese Magie erzwingen, wenn die Aussagen der Beteiligten nicht genügen. Die Unschuld des Geprüften wird meist durch eine Art Wunder belegt, beispielsweise verbrennt die Haut nicht bei Kontakt mit einem glühenden Eisen (Vgl.[Frenzel 1980: 297]) oder dergleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gottfrieds Tristan werden Tristan und Isolde einem Gottesurteil unterzogen, um ihre heimliche Liebesbeziehung aufzudecken bzw. um ihre Unschuld zu beweisen. Hierfür soll eben dieses glühende Eisen zur Anwendung kommen. Die beiden Liebenden entgehen der Aufdeckung ihrer verbotenen Liebe durch eine [[Minnelist (Gottfried von Straßburg, Tristan)|List]]: Isolde fällt dem als Pilger verkleideten Tristan in die Arme, als dieser stürzt und kann so später vor dem Gottesgericht behaupten, niemals in den Armen eines anderen gelegen zu haben, als in jenen Markes und des vermeintlichen Pilgers. Auf diese Weise lügt sie nicht und entgeht der Strafe (siehe Gottesurteil, V. 15047-15764).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Literatur finden sich Gottesurteile beispielsweise in Hans Sachs &#039;&#039;Tragedi die falsch Kaiserin mit dem unschuldigen Grafen&#039;&#039; (1551), in welcher die Gräfin durch das Tragen von glühenden Eisen die Unschuld ihres des Ehebruchs bezichtigten und hingerichteten Mannes beweist oder Heinrich von Kleists &#039;&#039;Geschichte eines merkwürdigen Zweikampfes&#039;&#039; (1811), in welchem das Recht des Zweikampfsiegers als von Gott bezeugt gilt (Vgl.[Frenzel 1980: 300-308]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blutrache===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Blutrache behandelt &amp;quot;die Pflicht, die Ermordung eines Blutsverwandten an dem Mörder oder seiner Familie zu rächen.&amp;quot;[Frenzel 1980: 65] Bevor es Rechtssprechung gab, war dies häufig die einzige Möglichkeit, dem Schuldigen den Prozess zu machen. (Vgl.[Frenzel 1980: 65])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tristan-Stoff Gottfrieds spielt die Blutrache nur eine nebengeordnete Rolle. Tristan kehrt, nachdem er von seinem Ziehvater [[Rual li Foitenant (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Rual]] über seine Herkunft aufgeklärt wurde, in seine Heimat [[Parmenien (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Parmenien]] zurück, um den Tod seines Vaters [[Riwalin (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Riwalin]] zu rächen. Er tötet den Mörder, Herzog [[Morgan (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Morgan]], und begleicht somit die Schuld (siehe Heimfahrt und Rache, V. 5069-5866).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige literarische Umsetzungen des Blutrache-Motivs finden sich unter anderem in der &#039;&#039;Kudrun&#039;&#039; (um 1240), in welcher Kudruns Vater Hetel von Ludwig erschlagen und durch Kudruns Bruder Ortwin gerächt wird oder in Shakespears &#039;&#039;Hamlet&#039;&#039; (um 1598), der einige Probleme hat, seinen ermordeten Vater zu rächen. Prinz Carlos Xaver von Aragonien, die Rächergestalt in J. M. R. Lenz&#039; &#039;&#039;Sizilianischer Vesper&#039;&#039; (1782), ist stark von der Hamlet-Figur geprägt und löst durch seine Racheabsichten ebenfalls eine Katastrophe aus (Vgl.[Frenzel 1980: 78]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gottfried von Straßburg: Tristan.   Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch.  Nach  dem Text von Friedrich Ranke neu   hg., ins Neuhochdeutsche  übers., mit  einem Stellenkommentar und einem   Nachwort von Rüdiger  Krohn. Band 1-3.  Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Buschinger 1988] Buschinger, Danielle: Zur Rezeption des Tristan-Stoffes in der deutschen Literatur des Mittelalters nach 1250. In: Sammlung - Deutung - Wertung. Ergebnisse, Probleme, Tendenzen und Perspektiven philologischer Arbeit. Hg. von Danielle Buschinger. Amiens 1988. S. 39-50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Frenzel 1980] Frenzel, Elisabeth: Motive der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher Längsschnitte. 2., verbesserte und um ein Register erweiterte Auflage. Hg. von Elisabeth Frenzel. Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Frenzel 1981] Frenzel, Elisabeth: Tristan und Isolde. In: Stoffe der Weltliteratur.  5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Hg. von Elisabeth Frenzel. Stuttgart 1981. S. 754-760.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Keppler-Tasaki 2009] Keppler-Tasaki, Stefan: Internationalisierung und Hybridität. Komparatistische Perspektiven auf die Tristan-Rezeption des 19. bis 21. Jahrhunderts. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift 59/4 (2009). S. 459-482.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Mertens 2005] Mertens, Volker: Der Tristanstoff in der europäischen Literatur. In: Wagnerspectrum 1/2005. Schwerpunkt Tristan und Isolde. Hg. von Udo Bermbach u. a. Würzburg 2005. S. 11-42.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Müller 2003] Müller, Ulrich: The Modern Reception of Gottfried&#039;s &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; and the Medieval Legend of Tristan and Isolde. In: A Companion to Gottfried von Straßburg&#039;s Tristan. Hg. von Will Hasty. Rochester, NY 2003. S. 285-304.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Motiv]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2024-06-24T11:42:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hauptartikel: [http://mediaewiki.de/wiki/Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020 Die mittelhochdeutsche Bearbeitung der Tristansage]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther 1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Tristan-Stammbaum.png|mini|450x450px|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Thomas gilt als der Begründer des Tristanromans, der eine Klerikale sein kann. Diese Fassung dient Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Von dieser Fassung sind nur wenige Bruchstücke erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Durch die Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt. [Kuhn 1981]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selbst stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
*[*Kuhn 1981] Kuhn Hugo: Art: Gottfried von Straßburg In: VL. Band.3. 1981, Sp.153-167.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Datei:Tristan-Stammbaum.png&amp;diff=39182</id>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Textherkunft des Tristan, orientiert an: Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg): Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 77.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<title>Riwalin (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Riwalin regiert über [[Parmenien (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Parmenien]], er verliebt sich in [[Blanscheflur (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Blanscheflur]], die Schwester König [[Marke (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Markes]] und zeugt mit ihr einen Sohn [[Tristan (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Tristan]]. Mit der Liebesgeschichte der [[Eltern (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Eltern]] beginnt die eigentliche Erzählung über Tristan und Isolde. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Figur Riwalins und ihrer Bedeutung für die Romanhandlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Riwalin als Ritter&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfrieds von Straßburg &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; beginnt mit der Vorgeschichte der [[Eltern (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Eltern]] des Helden, wie es für einen höfischen Roman nach französischem Vorbild traditionell war. Tristans Vater Riwalin, mit Zunamen Kanelengres, ist der jugendliche Regent von Parmenien, ein vornehmer Ritter: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;des lîbes schoene und wunneclîch,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;                 &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;getriuwe, küene, milte, rîch;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und den er vröude solte tragen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;den was der hêrre in sînen tagen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;ein vröude berndiu sunne:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;er was der werlde ein wunne,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;der ritterschefte ein lêre &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(V. 249-257) &amp;lt;ref&amp;gt;Zitierung mit Versangabe im Folgenden aus Gottfried von Straßburg: Tristan. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu herausgegeben, ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. Bd. 1–3. Stuttgart 2009 (RUB 4471-4473).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(schön und herrlich von Gestalt, / zuverlässig, tapfer, freigebig und mächtig,/ und allen, die er erfreuen sollte, / war dieser Herr zeit seines Lebens / eine freudespendende Sonne. / Er entzückte alle, /war der Ritterschaft ein gutes Beispiel) (V. 249-257) [Krohn 2009:27]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riwalin stiftet einen Krieg gegen [[kämpft gegen::Morgan (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Morgan]], seinen Lehnsherrn, an. Als es Morgan gelingt, einen Waffenstillstand zu erwirken, kehrt Riwalin zurück nach Parmenien. Das Jahr des Friedens nutzt er, um höfische Tugenden zu erwerben und geht nach Cornwall zu König [[befreundet mit::Marke]], dessen Ruhm weithin verbreitet ist. Er ist ein gern gesehener Gast an Markes Hof. Bei einem großen Fest verliebt sich Riwalin in Markes schöne Schwester Blanscheflur. Er entführt sie nach Parmenien und zeugt mit ihr heimlich einen Sohn ([[verwandt mit::Tristan (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Tristan]]). Riwalin folgt dem Rat seines Marschalls [[traut::Rual li Foitenant (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Rual li Foitenant]] und heiratet Blanscheflur. Riwalin verlässt aber bald seine Geliebte, weil er den unterbrochenen Krieg gegen Morgan weiter führen muss. In dem Krieg fällt Riwalin. Da die schöne [[liebt::Blanscheflur (Gottfried von Straßburg, Tristan) |Blanscheflur]] ohne ihren Geliebten nicht leben kann, stirbt sie auch, nachdem sie ihren Sohn zur Welt gebracht hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Riwalins Kämpfe&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die drei Kämpfe Riwalins haben große Unterschiede in ihren Folgen. Der erste Feldzug wird von dem jungen Fürsten von Parmenien angeführt und richtet sich gegen Morgan. Der junge Fürst kommt &#039;&#039;geriten in sîn (Morgans)  lant&#039;&#039; (V. 347) und plündert die Städte. Gründe für sein Handeln sind unter anderem &#039;&#039;übermuot&#039;&#039; (V. 342). Riwalin erleidet auch Schaden dabei &#039;&#039;ouch nam er dicke schaden dar an&#039;&#039; (V. 361), jedoch gelingt es ihm, den Feind zu besiegen: &#039;&#039;alsus lag er im obe mit craft/ und herete in in dem lande/ mit roube und mit brande (V. 392-394).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riwalins zweiter Kampf ist gegen Markes Feind, einem &#039;&#039;künec, geriten in sin (Markes) lant mit alsô creftiger hant&#039;&#039; (V. 1124). In dieser Schlacht wird Riwalin lebensgefährlich verwundet. Nur Blanscheflurs Liebe hilft ihm, am Leben zu bleiben. Im dritten Kampf, der Morgans Antwort auf Riwalins erste Aggression ist, wird &#039;&#039; der vil clagebaere erslagen&#039;&#039; (V. 1677). So fällt Riwalin im Krieg, den er mit seinem ersten Angriff auf Morgan stiftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darstellung von Riwalins Feldzügen unterscheidet sich von dem Ideal des ritterlichen Kampfs. Es ist auch wenig vom eigentlichen Kampfgeschehen zu erfahren, die Folgen der Schlacht spielen eine größere Rolle. Durch die Verkürzung der Schlachtdarstellung widersetzt sich Gottfried der Tradition des Artusromans, in dem ritterlicher Zweikampf eine sehr wichtige Rolle spielt.[Barandun 2009:27-29]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Riwalin und Blanscheflur&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riwalin verliebt sich in Blanscheflur bei Markes Maifest: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;si haeten in ir sinnen &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;beide eine liebe und eine ger.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sus was er sî und sî was er.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;er was ir und sî was sîn.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dâ Blanscheflûr, dâ Riwalîn,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dâ Riwalîn, dâ Blanscheflûr,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dâ beide, dâ lêal amûr.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(V. 1356-1362) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Ihrer beider Denken war beherrscht/ von nur einer Liebe und nur einem Wunsch./ Er war sie und sie war er./ Er war ihr und sie war sein./ Wo Blanscheflur war, war auch Riwalin;/ wo Riwalin war, war auch Blanscheflur;/ wo beide waren, war aufrichtige Liebe.)[Krohn 2009:89]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum ist die Liebe erwacht, muss Riwalin in die Schlacht, um seinem Freund Marke zu helfen. Da der junge Fürst im Kampf lebensgefährlich verletzt wird, schleicht sich Blanscheflur zu ihm als Ärztin verkleidet und empfängt von ihm ein Kind. So wird Tristan heimlich und unehelich gezeugt. Riwalin entführt seine Geliebte nach Parmenien, wo er sie in aller Eile kurz vor der entscheidenden Schlacht gegen Morgan heiratet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Heirat wird das Glück der Liebenden bedroht. Riwalin kann nicht bei seiner schwangeren Frau bleiben, er zieht in den Krieg gegen Morgan und stirbt. Blanscheflur erleidet &#039;&#039; totlichen herzsmerzen&#039;&#039; (V. 1721), sie kann ohne den Geliebten nicht leben und stirbt auch. Riwalin und Blanscheflurs Liebe endet sehr traurig, es ist eine Geschichte des Leidens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Vater und Sohn&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
[[Datei:Tristan neu.jpeg|mini|463x463px|Riwalins Tod und Begräbnis]]&lt;br /&gt;
Riwalin stirbt noch vor Geburt seines Sohnes. Tristan erbt von seinem Vater sein Königreich Parmenien und auch etwas mehr. Mit der Liebe der Eltern bereitet sich etwas vor, was auf Tristan übertragen wird. Das Motiv des Leidens wiederholt Gottfried in der Liebesgeschichte von Tristan und Isolde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fatalität der Minne wird Tristan in Form seines Namens weitergegeben. Der Erfinder Tristans Namens, Rual, berücksichtigt die Vorgeschichte von Riwalin und Blanscheflur: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;der marschalc der sweic lande.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;er trahte ange und ange,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;waz namen ime gebaere&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;nâch sînen dingen waere.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;hier under sô betrahte er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;des kindes dinc von ende her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;rehte alse er haete vernomen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wie sîn dinc allez dar was komen:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;seht&amp;quot; sprach er &amp;quot;vrouwe, als ich vernam&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;von sînem vater, wie´z dem kam&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;umbe sîne Blanschefliure,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mit wie vil maneger triure&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;ir gernder wille an ime ergie,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wie sî diz kint mit triure enpfie,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mit welher triure sî&#039;z gewan,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sô nenne wir in Tristan.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;nu heizet triste triure&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(V. 1983-1999)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Der Marschall schwieg lange./ Er dachte sehr tief nach,/ welcher Name/ seinen Lebensumständen angemessen sei./ Dabei bedachte er/ das Schicksal des Kindes von Anfang an,/ so wie er es kennengelernt hatte./ &amp;quot;Seht, Herrin&amp;quot;, sagte er, &amp;quot;wie ich gehört habe/ von seinem Vater, wie es dem/ wegen seiner Blanscheflur erging,/ mit welchem großen Schmerz/sie ihren sehnlichen Wunsch erreichte,/ wie sie dieses Kind in Trauer empfing/ und mit welcher Trauer sie es gebar,/ sollten wir ihn Tristan nennen.&amp;quot;/ &amp;quot;Triste&amp;quot; heißt &amp;quot;Trauer&amp;quot;) [Krohn 2009: 127] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird das arme Kind von Riwalin und Blanscheflur &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; genannt, was &amp;quot;Trauer&amp;quot; bedeutet. Das Schicksal seiner Eltern begleitet Tristan sein Leben lang in Form seines Namens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Fazit&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leidgeschichte Tristans Eltern spielt eine sehr wichtige Rolle für die Romanhandlung. Der Zusammenhang zwischen der Minne im Prolog und in der Haupthandlung um Tristan und Isolde ist eindeutig: Gottfried wiederholt die Motive, mit denen er den Liebesbeginn zwischen Riwalin und Blanscheflur darstellt - in gesteigerter Form.[Barandun 2009] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riwalin und Tristan sind somit nicht nur genealogisch, sondern auch schicksalsverwandt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&#039;&#039;&#039;Quellen&#039;&#039;&#039;==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*[*Barandun 2009] Barandun, Anina: Die Tristan-Trigonometrie des Gottfried von Straßburg, Tübingen, 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Herrmann 2006] Herrmann, Henning: Identität und Personalität in Gottfrieds von Straßburg Tristan: Studien zur sozial- und kulturgeschichtlichen Entwicklung des Helden, Hamburg: Kovac, 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Hollandt 1966] Hollandt, Gisela: Die Hauptgestalten in Gottfrieds Tristan. Berlin 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Krohn 2009] Gottfried von Straßburg: Tristan. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu herausgegeben, ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. Bd. 1–3. Stuttgart 2009 (RUB 4471-4473).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische Figuren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kampf_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=39171</id>
		<title>Kampf (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Kampf_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=39171"/>
		<updated>2024-06-17T13:01:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;  &lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit Kampfhandlungen und deren Darstellungen in [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen Kämpfe werden kurz benannt und in den Handlungsverlauf eingeordnet. Auf sich inhaltlich tiefer mit einzelnen Kampfepisoden auseinandersetzende Artikel sei an gegebener Stelle verwiesen. Im Vordergrund dieses Artikels soll vielmehr die Abgrenzung unterschiedlicher Formen mittelalterlichen Kampfes im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; stehen. Gegebene (kultur-)historische Hintergründe sollen dabei nicht außen vor bleiben und zum besseren Verständnis eingeflochten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Interesse sind die Kämpfe im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; ihres ambivalenten Charakters wegen, wenn man die Darstellung der Auseinandersetzungen im Vergleich mit der weiteren höfischen Literatur des Mittelalters betrachtet. Denn anders als in anderen großen höfischen Romanen begegnen einem im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; recht wenige Kampfhandlungen, die sich in Umfang und Darstellung ebenso als vergleichsweise gering erweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sei auf die folgenden Textpassagen im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; verwiesen; sie sollen die weiteren Ausführungen stützen und veranschaulichen können:&lt;br /&gt;
*V.00335-00408 Erster Krieg in Parmenien (Riwalins Krieg gegen Morold)&lt;br /&gt;
*V.01119-01198 Fortsetzungskrieg in Parmenien (Riwalins Verwundung &amp;amp; 01638-01702 Riwalins Tod)&lt;br /&gt;
*V.05309-05633 Rachefeldzug Tristans gegen Morgan&lt;br /&gt;
*V.05867-05941 Morolds frühere Kriegszüge und aktuelle Forderungen und Kriegsdrohung&lt;br /&gt;
*V.06406-07142 Entscheidungskampf Tristan gegen Morold&lt;br /&gt;
*V.08887-09092 Kampf Tristans mit dem Drachen &lt;br /&gt;
*V.09144-09210 Kampf-Parodie des Truchsessen mit dem toten Drachen&lt;br /&gt;
*V.09955-09983 &amp;amp; 11021-11366 Fallengelassener Gerichtskampf des Truchsessen mit Tristan&lt;br /&gt;
*V.15915-16210 Kampf Tristans mit dem Riesen Urgan&lt;br /&gt;
*V.18443-18466 &amp;amp; 18601-18615 Söldnerdienst Tristans in Deutschland&lt;br /&gt;
*V.18686-18949 Krieg in Arundel&lt;br /&gt;
Die Zitierung einfacher Versangaben im  Folgenden (abgekürzt mit &#039;V.&#039;) bezieht sich innerhalb dieses Artikels auf: Gottfried von Straßburg: Tristan. Nach dem Text von Friedrich  Ranke. Hrsg. v. Rüdiger Krohn. Bd. 1/2. Stuttgart 1993/1994 (RUB 4471/4472).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Zum Verständnis von Kampf =&lt;br /&gt;
Der Kampf an sich tritt in der höfischen Epik, so auch im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;, überraschend vielschichtig und durchaus zentral und erzählungsrelevant auf. So lassen sich Kämpfe in unterschiedlichsten Konstellationen der Beteiligten, an Dauer und Ort verschiedene oder in Absicht und Legitimation abweichender Weise finden. Nach solchen Kriterien sollen im Folgenden die Kampfhandlungen des &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;-Romans gegliedert werden. Es sind also hauptsächlich formale Kriterien an der Oberfläche der Kämpfe, die eine Unterteilung in &#039;&#039;&#039;kriegerische Auseinandersetzungen&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;ritterliche Zweikämpfe&#039;&#039;&#039; wie &#039;&#039;&#039;Gerichtskämpfe&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;âventiurevarten&#039;&#039;&#039; bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel wesentlicher und bedeutungsreicher sind dagegen die Gemeinsamkeiten, die sich für die episch erzählten Kampfhandlungen finden lassen, so deutlich sich manche Kämpfe doch in Ablauf und Form voneinander unterscheiden. Entscheidend ist hier die &#039;&#039;&#039;Ehre&#039;&#039;&#039; als symbolisches Gut der höfischen Ritter, das es zu erwerben und zu mehren gilt. Dass dieser Ehranhäufungsprozess nicht uneingeschränkt und mit grenzenloser, brachialer Gewalt durchlebt werden kann, geht einher mit disziplinierenden Regulierungen und der Verpflichtung zur Erfüllung bestimmter ethischer Werte, [[Ritterliche Tugenden (Gottfried von Straßburg, Tristan)|ritterlicher Tugenden]] und gesellschaftlicher Konventionen, welche Bestandteil einer höfischen Welt sind. So wird die Ritterschaft selbst zum festen Wertobjekt dieser feudal-adligen Lebensidealität, gar zur höfischen Kunst.[FRIEDRICH 2005:S.133.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Zum Verhältnis von Kampf in Gottfrieds Darstellungen =&lt;br /&gt;
Es gilt an dieser Stelle zu hinterfragen, welches Verständnis von Kampf Gottfried von Straßburg in seinem &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; vermittelt. So wird dem Roman attestiert, dass ihm &amp;quot;[r]itterlich-höfische Zweikämpfe [gänzlich] fehlen&amp;quot;.[KELLERMANN 2002:S.131.] Lediglich Gerichtskämpfe und Kämpfe mit Ungeheuern spielen eine Rolle, ritterliche Zweikämpfe fehlen ganz, oder enden, da wo sie zustande kommen könnten, etwa im Falle der Morganepisode, in einer grausam-heimtückischen Ermordung. Alle ausgetragenen Kämpfe münden bemerkenswerterweise in der &amp;quot;Zerstückelung von Körpern, die auch vor Tristan nicht heilmacht&amp;quot;[KELLERMANN 2002:S.131.] und lassen alle Anzeichen einer höfischen Darstellung der Kampfwelt fehlen.&amp;lt;ref&amp;gt;K&amp;lt;small&amp;gt;ELLERMANN&amp;lt;/small&amp;gt; weist auf den &amp;quot;Kontrast zur Welt der höfischen Repräsentation und der Welt der Tristan-Isolde-Liebe, die beide auf je eigene Weise um Harmonie und Ganzheit ringen&amp;quot; hin, in dem die Kampfwelt als &amp;quot;eine Welt der Demontage und Gewalt, eine Welt in Stücken&amp;quot; deutlich zu stehen scheint.[KELLERMANN 2002:S.131.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Heldenepische Anklänge und realistische Darstellungsweisen der zeitgenössischen Gegenwart Gottfrieds sind hierbei nicht von der Hand zu weisen.&lt;br /&gt;
Zentral für Gottfrieds Darstellung ist die Trennung der Auffassung von Ritterschaft und Minne. Denn sie ist in ihrer Gewaltsamkeit und Brutalität nicht nur &amp;quot;Gegenwelt zur zivilisierten Hofwelt&amp;quot; sondern &amp;quot;auch die Gegenwelt zur Einheits- und Verschmelzungsphantasie der Tristan-Liebe, sie ist die Welt in Stücken.&amp;quot;[KELLERMANN 2002:S.140.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kampfhandlungen im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;-Roman wird eine Vielzahl an Kämpfen beschrieben. Diese werden nicht nur auf unterschiedlichste Weise dargestellt sondern unterscheiden sich auch in ihrer Art und ihrem Sinn. Diese verschiedenartigen Kampfformen sollen im Folgenden vorgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei soll nach &#039;&#039;&#039;Kriegen&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Ritterlichen Zweikämpfen&#039;&#039;&#039; unterschieden werden. Denn Kriege, die zwar auch Kämpfe zweier Gegenparteien sind, unterscheiden sich in ihren großen politischen und kriegstechnischen Dimensionen zu deutlich von den persönlichen Auseinandersetzungen zweier Kämpfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kriege =&lt;br /&gt;
Hierunter sollen militärische Auseinandersetzungen größeren Ausmaßes fallen, Konflikte also, die nicht nur durch Einzelpersonen ausgetragen werden, sondern durch ganze Heeresstreitmächte oder wenigstens größere Rittergruppen. Diese Konflikte werden meist in mehreren Schlachten in ausgedehnteren geographischen Gebieten abgehalten. Es sei darauf verwiesen, dass darüberhinausgehend von einigen weiteren Kriegshandlungen am Rande berichtet wird, doch sind diese vorerst ausklammerbar.[JONES 1990:S.45] Mit diesen Ausnahmen kommt man also auf gerade einmal drei ausführlicher dargestellte Kriegsgeschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erster und zweiter Krieg zwischen Riwalin und Morgan ===&lt;br /&gt;
===== Kriegsbeginn =====&lt;br /&gt;
Aus der Einleitung zu [[Riwalin (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Riwalin]]s Angriff auf seinen eigenen Lehnsherren, den [[Morgan (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Herzog Morgan]], wird deutlich, was neben der &#039;&#039;[[Ritterliche Tugenden (Gottfried von Straßburg, Tristan)|kunst ze ritterschaft]]&#039;&#039; (V.339) die grundlegenden Voraussetzungen zum Führen eines Krieges (&#039;&#039;ze urliuge volleclîche craft&#039;&#039;, V.340) sind, nämlich:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;er haete lant, liute unde guot&#039;&#039; (V.341).&lt;br /&gt;
Darüberhinaus findet sich der Hinweis, dass sowohl &#039;&#039;nôt&#039;&#039; als auch &#039;&#039;übermuot&#039;&#039; (V.342) anscheinend übliche Auslöser und Gründe eines Krieges sind. Was im Falle dieses Angriffs Riwalins auf Morgan ausschlaggebend war, erfährt man jedoch nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Kriegsverlauf =====&lt;br /&gt;
(V.345-391) Riwalin überfiel Morgans Land so erfolgreich, dass er &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;genuoge bürge valte;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;die stete muosen sich ergeben&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und loesen ir guot unde ir leben&#039;&#039; (V.350-352) &lt;br /&gt;
also genug Burgen schleifte und Städte belagerte, bis diese sich freikauften, sodass Riwalin durch diese &#039;&#039;&#039;Tributzahlungen&#039;&#039;&#039; der bretonischen Städte seine Heeresstreitkräfte ausbauen konnte,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sîne ritterschaft&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sô starke gemêrte,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;swar er mit her kêrte,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;ez waeren bürge oder stete,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;daz er vil sînes willen tete.&#039;&#039; (V.356-360)&lt;br /&gt;
Wobei Riwalin dabei aber auch starke Verluste hinnehmen musste, er &#039;&#039;galt mit manegem biderben man&#039;&#039; (V.362), wenn sich Morgan ihm mit seinem Heer entgegenstellte, sodass sich der Krieg durch gegenseitige Angriffe, seien es Schlachten auf dem Felde, oder Belagerungen der gegnerischen Städte und Burgen, in seinem weiteren Verlauf hinausstreckte. Interessanterweise beruhen Gottfrieds von Straßburg Schilderungen zu Morgans Gegenangriffen nur auf seinen Vermutungen, so &#039;&#039;waene&#039;&#039;t er nur, dass &#039;&#039;im Morgân alsam tete&#039;&#039; (V.371). Doch entspricht dies Gottfrieds &#039;&#039;&#039;Definition von Krieg&#039;&#039;&#039;: &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wan ze urliuge und zu ritterschaft&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;hoeret verlust unde gewin:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;hier mite sô gânt urliuge hin;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;verliesen unde gewinnen&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;daz treit die criege hinnen.&#039;&#039; (V.366-370)&lt;br /&gt;
Dass also zu Krieg und Ritterschaft Verlust und Gewinn gehört und dass Kriege durch einzelne Niederlagen und Siege in die Länge gezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Kriegsende =====&lt;br /&gt;
Da Riwalin überlegen, d. h. immer wieder siegreich, ist, bleibt Morgan und dessen Truppen nichts anderes übrig, als in seinen Burgen, &#039;&#039;den sterkesten und den besten&#039;&#039; (V. 384), Zuflucht und Schutz zu suchen. Dort hält Riwalin ihn fest und schlägt Ausfälle erfolgreich zurück, hält &#039;&#039;turneie und rîche ritterschaft&#039;&#039; (V.391, zu Turnieren s. unten) vor den Toren ab. &lt;br /&gt;
[[Datei:Tristan neu.jpeg|mini|463x463px|Riwalins Tod und Begräbnis]]&lt;br /&gt;
Als Morgen endlich zu Verhandlungen bereit ist, kommt es zwar nicht direkt zum Friedensschluss, doch wird ein einjähriger Waffenstillstand erreicht,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;daz ez getaget wart under in zwein&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;ein jâr vride getragen in ein,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und wart der von in beiden&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mit bürgen und mit eiden&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;gestaetet, alse er solte sîn.&#039;&#039; (V.397-401)&lt;br /&gt;
Hieraus wird deutlich, wie das Prozedere von &#039;&#039;&#039;Friedensverhandlungen&#039;&#039;&#039; üblicherweise abgeschlossen wurde und die kriegführenden Parteien einander Sicherheit verschafften, nämlich mit Bürgschaften wie &#039;&#039;&#039;Geiseln&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Eiden&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fortsetzung des Krieges =====&lt;br /&gt;
Nachdem Riwalin Morgan besiegt und seine getreuen Soldaten entlohnt und entlassen hat, begibt er sich auf eine Reise nach England, zu dem jungen [[Marke (Gottfried von Straßburg, Tristan)|König Marke von Cornwall]]. Dort hat er vor, ein Jahr lang zu bleiben, also die Periode der Waffenruhe zwischen ihm und Morgan abzuwarten, diese Zeit darüberhinaus aber auch sinnvoll zu nutzen. So will Riwalin sich am Hofe Marke in seinen [[Ritterliche Tugenden (Gottfried von Straßburg, Tristan)|ritterlichen Tugenden]] vervollkommnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch als die Jahresfrist der Waffenruhe verstreicht und Riwalin noch immer in Cornwall weilt, überfällt Morgan [[Parmenien (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Parmenien]], die Heimat Riwalins mit dessen Sitz des Hofes in &#039;Kanoel&#039;. Von dieser Nachricht überrascht, bricht Riwalin bald darauf auf nach Parmenien, um seinen Widersacher dort zu bekämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende dieses Krieges jedoch steht der Tod Riwalins, welcher im Schlachtgetümmel von Morgan selbst getötet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tristans Rachefeldzug gegen Morgan ===  &lt;br /&gt;
Nachdem Tristan nach Parmenien heimgekehrt ist und von der Bevölkerung als Sohn und Nachfolger Riwalins empfangen und akzeptiert wurde, beschließt er, nach Britannien zu reisen, um&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;sȋn lêhen empfâhen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;von sȋnes vȋendes hant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;durch daz er sȋnes vater lant&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;mit rehte heate destes baz.&#039;&#039; (V.5298-5301)&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
::(seine Lehen zu erhalten/aus der Hand seines Feindes,/damit er das Land seines Vaters/mit umso besserem Recht besäße)&amp;lt;ref&amp;gt;Übersetzung nach Krohn 1980&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;   &lt;br /&gt;
In Britannien angekommen erfährt er, dass Morgen sich auf der Jagd befindet. Er bewaffnet sich und dringt in Begleitung von 30 Rittern in den Wald ein. Es dauert nicht lange, bis sie das Lager Morgans finden, wo sie dann freundlich begrüßt werden. Als Tristan Morgan sein Anliegen vorträgt, fragt dieser wer Tristan überhaupt sei. Tristan antwortet, er sei in Parmenien geboren und der Sohn und Erbe Riwalins. Daraufhin beleidigt Morgan Tristan, indem er Blascheflur als „Liebschaft“ Riwalins bezeichnet und ihn damit als uneheliches Kind ohne [[Recht (Gottfried von Straßburg, Tristan)#Erbrecht &amp;amp; Legitimität|Recht auf Erbe]] darstellt. Tristan rechtfertigt sich und es entsteht ein heftiges Wortgefecht, an dessen Ende Tristan sein Schwert zieht, Morgan damit zuerst den Kopf spaltet und dann in dessen Herz sticht. Tristans Angriff kam so schnell, dass die Begleiter Morgans nicht reagieren konnten. Als sie merken, was passiert ist, beginnt lautes Wehklagen und sie fangen an, in Massen auf Tristan und seine Begleiter einzudringen. Mit Mühe gelingt es diesen, sich mit der Nachhut zu vereinen und auf eine gut gesicherte Burg zu flüchten. Dort werden sie dann von dem Gefolgsleuten Morgans belagert, die in Überzahl sind. In heftigen Kämpfen gibt es auf beiden Seiten viele Verluste. Doch die Gegner werden immer mehr und bringen die Belagerten in größte Bedrängnis. Unterdessen hat jedoch der von Sorgen um Tristan bedrückte Rual Ritter um sich gesammelt und folgt mit ihnen Tristan nach Britannien. Dort erfährt er von den Geschehnissen, begibt sich zu der Belagerung und greift Tristans Feinde an. Als die in der Burg Eingeschlossenen mitbekommen, was sich draußen abspielt, machen sie einen Ausfall und die vereinigten Truppen schlagen Morgans Ritter in die Flucht.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Tristans Sieg zeigt, dass er mit seinem Anliegen im Recht war. Außerdem zeigt er, dass Tristan viele Freunde hat, auf die er sich verlassen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krieg in Arundel ===&lt;br /&gt;
[[Arundel (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Arundel]] ist ein Herzogtum, das zwischen der Bretagne und England liegt, außerdem erfahren wir noch, dass es ans Meer angrenzt. Tristan hört, dass große Teile des Landes dem herrschenden [[Jovelin (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Herzog Jovelin]] bereits weggenommen und von seinen Nachbarn von Kriegen überzogen worden sind. &#039;&#039;er gedâhte sîner swaere aber ein teil vergezzen dâ.&#039;&#039; (V. 18718-18719), er denkt sich also, dort seinen Kummer über Isolde vergessen zu können, indem er sich durch Krieg von seinem eigenen Leid ablenkt.&lt;br /&gt;
Tristan bietet dem Herzog seine Hilfe an, kann jedoch einen Kampf auf freiem Felde nicht wagen, da die Gegner zahlenmäßig überlegen sind. So beschränkt er sich vorläufig auf das heimliche Rauben und Brandschatzen, um den feindlichen Gebieten Schaden zuzufügen. Zugleich schickt Tristan heimlich eine Nachricht nach [[Parmenien (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Parmenien]], um seine Gefolgsleute, die Söhne Ruals, um Verstärkung zu bitten.&lt;br /&gt;
Diese schicken ihm sogleich fünfhundert Ritter, die Tristan unbemerkt in das Herzogtum bringt. Die Hälfte der Männer stationiert er in Herzog Jovelins Burg Karke, die andere Hälfte nimmt er mit sich zu einer zweiten Festung, die Tristan selbst anvertraut wurde.&lt;br /&gt;
Mit hundert ausgewählten Rittern reitet Tristan den Tag darauf los, um nun in aller Öffentlichkeit einen Kriegszug gegen die Feinde zu führen. Als die Gegner Nachricht von Tristans Kriegseingriff erhalten, sammeln sie alle verfügbaren Truppen, und ziehen sofort nach Karke.&lt;br /&gt;
Tristan verfolgt sie und stellt sie in der Nähe der Burg, als diese unvorbereitet sind.&lt;br /&gt;
Sobald das Schlachtenglück sich zugunsten Tristans wendet, fallen die Truppen von Karke den Feinden in die Flanke.&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg reitet Tristan ins Feindesland und unterwirft es. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg in Arundel zeigt nicht nur Tristans Stärke im Kampf, vielmehr steht hier die Taktik der Kriegsführung im Vordergrund. Wieder einmal beweist er eindrucksvoll seine &#039;&#039;[[list (Gottfried von Straßburg, Tristan)|list]]&#039;&#039; und sein Können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Der ritterlicher Zweikampf =&lt;br /&gt;
Gemeint sind Kämpfe zweier Protagonisten Mann gegen Mann, wie sie an mehreren Stellen des &#039;&#039;Tristans&#039;&#039; eine Rolle spielen. Es ist die typischste und, neben kriegerischen Auseinandersetzungen im Sinne von Massenschlachten, die häufigste Form von Kampfhandlung in der mittelhochdeutschen Literatur. Für den Handlungsverlauf kommen diesen Kämpfen oft zentrale Rollen zu, sie dienen besonders der Geltendmachung rechtlicher oder sozialer Ordnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Entscheidungs-/Gerichtskampf ==&lt;br /&gt;
Für weite Teile des Mittelalters existiert die Praxis eines [[Recht (Gottfried von Straßburg, Tristan)#Gottesurteil|rechtlich legalisierten Zweikampfes]] als akzeptiertes Schlichtungsmittel bei Konfliktfällen (unter Adligen).&amp;lt;ref&amp;gt;So erscheint der Zweikampf als &amp;quot;Ultimo Ratio feudaladeligen Rechtsbewusstseins&amp;quot;.[FRIEDRICH 2005:S.123.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die dahinterstehende Rechtsauffassung lässt sich als ein Recht des Stärkeren verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kampf gegen Morold ====&lt;br /&gt;
Der [[Morold (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Ire Morold]] kommt jedes Jahr nach England und fordert zwei Kinder der englischen Barone als Tribut für sein Land. Dies treibt die Barone jedes Mal in Verzweiflung und Trauer, zwingt sie jedoch zum Einlenken. Der einzige Ausweg bestünde für sie darin, Morold im Zweikampf zu besiegen, was bisher jedoch noch keinem gelang. Diese &#039;&#039;&#039;Unrechtmäßigkeit&#039;&#039;&#039; will Tristan nicht länger geschehen lassen und will daher den Kampf mit Morold aufnehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Man könnte diesen Kampf evtl. auch als so etwas wie einen Zweimannkrieg sehen, zumal er nicht wie der Gerichtskampf des Truchsessen von einem Gericht bestimmt wurde, doch liegen ihm die äußeren Kriterien und Merkmale zugrunde, wie auch Gerichtskämpfe abgehalten werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan beruft sich auf Gott und geltendes Recht und darauf, dass Gleiches mit Gleichem zu vergelten sei. Er gewinnt den Kampf und tötet Morold, wird von diesem jedoch zuvor mit dessen Giftlanze verwundet und vergiftet.&lt;br /&gt;
Tristan werden detaillierte Beschreibungen gewidmet, Morold hingegen nicht. Letzterer wird dem Teufel, Tristan Gott zugeordnet.[SCHNYDER 2005:S.370.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kampf gegen den Truchsessen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerichtlicher Zweikampf.jpg|100py|left|thumb|Ein gerichtlicher Zweikampf nach dem Sachsenspiegel.]]Nachdem der [[Truchseß (der angebliche Drachentöter) (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Truchsess]] betrügericherweise vorgibt, den Drachen getötet zu haben, obwohl dies Tristan getan hatte, fliegt seine Lüge auf, weil die beiden Isolden um den wahren Drachentöter wissen. Weil der Truchsess die mit dem Sieg über den Drachen verbundene Brautnahme Isoldes einfordert, kommt es zur Gerichtsverhandlung. In dieser fordert der Truchsess Tristan vehement zum Zweikampf auf und schließlich wird ein ordentlicher &#039;&#039;&#039;Gerichtskampf&#039;&#039;&#039; festgelegt auf den dritten Tage nach der Verhandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zweikampf zwischen Tristan und dem Truchsessen kommt es jedoch nicht, weil des Truchsessen Berater und Gefolgsleute ihn davon überzeugen können, sich nicht auf einen Kampf mit Tristan einzulassen, da dieser ihm überlegen ist. Verbunden mit der folgenden Demütigung und Verspottung des Truchsessen wird der Gerichtskampf schließlich ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Kampf gegen Ungeheuer/Âventiurekämpfe ==&lt;br /&gt;
Als âventiurehaften Kampf kann man den Einzelkonflikt eines ritterlichen Helden gegen eine mythische Kreatur sehen, wie dies doch ein typisches Handlungsschema der mittelalterlichen Literatur ist. Gelegentlich tritt ein solches Motiv auf, wenn Kreaturen zur Plage geworden sind, Frieden und Sicherheit von Menschen außerhalb oder in Städten oder Burgen gefährden und ein Held dagegen vorgehen muss. Durch diese Kämpfe soll schließlich die idealtypische Sicherheit und Ordnung der höfischen Welt wiederhergestellt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Daneben spielen &#039;&#039;âventiuren&#039;&#039; gegen einzelne Kreaturen an eher abgelegenen Orten mit weniger offensiv bedrohendem Charakter eine primäre Rolle zum Erwerb von Ruhm und Ehre. Diese Kreaturen scheinen einzig dafür zu existieren, dass sich ein ruhmhungriger Ritter nach dem anderen an diesem Wesen im Kampfe versucht, um zu unterliegen, bis schließlich der Held der Erzählung das Ungeheuer bezwingt und ruhmreich in die höfische Gesellschaft zurückkehren kann.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; liefert uns einen Kampf gegen einen Drachen und einen gegen einen Riesen als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kampf mit dem Drachen in Irland ====&lt;br /&gt;
Mit dem Drachenkampf Tristans befasst sich ein eigener Hauptartikel [[Drachenkampf (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Drachenkampf]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kampf gegen den Riesen Urgan ====&lt;br /&gt;
Zum Kampf Tristans mit dem Riesen Urgan sei auf den eigenständigen Hauptartikel [[Urgan (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Urgan]] verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Turnier ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Codex Manesse 081 Walther von Klingen.jpg|thumb|right|Turnier nach einer Darstellung des Codex Manesse.]]Turniere finden im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; gelegentlich statt. &lt;br /&gt;
Diese ritterlichen Kampfspiele sind ein wichtiger Bestandteil des höfischen Lebens. Der Ritterschaft wird bei diesen Veranstaltungen Gelegenheit geboten, sich einerseits in ihren militärischen Fähigkeiten zu üben und andererseits untereinander zu messen. Denn für den Prozess des Ruhmerwerbs sind Turniere ein wesentlicher Bestandteil. So hat sich ein jeder Ritter im Kampf zu bewähren, um Ruhm und Ehre zu erlangen. Turniere bieten dem Kriege hierbei eine Alternative in Friedenszeiten.&lt;br /&gt;
Darüberhinaus bilden Turniere einen Bestandteil des höfischen Lebens, sind großflächiger Anziehungspunkt gesellschaftlichen Zusammenkommens und Mittel der Unterhaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichste Darstellung eines Turnieres im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; ist mit der Begegnung Riwalins und Blancheflurs auf dem Maienfest am Hofe des jungen Marke gegeben. An anderen Stellen (etwa Riwalins Zwischensieg im Krieg mit Morgan) werden Turniere nur am Rande genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Schlussbetrachtung =&lt;br /&gt;
Die angestellten Betrachtungen zum Kampf im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; Gottfrieds haben gezeigt, wie wesentlich Kampfmotive für die mittelalterliche Literatur, auch im Falle dieses Romans, sind. Beachtenswert ist vor allem, in welch unterschiedlichen Formen Kampfmotive in den Handlungsverlauf des &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; integriert sind und diesen lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch wird gleichzeitig ersichtlich, dass Gottfried von Straßburg Kampfhandlungen auf andere Weise einsetzt als im Vergleich zur Epik seiner Zeit. Anders als in der weitgefächerten Heldenepik oder im arturisch-höfischen Roman sind Kampfmotive vergleichsweise selten und in jeweils geringerem Umfang Teil der Gesamthandlung. Nur an scheinbar relevanten Stellen erfahren Kampfhandlungen eine weitestgehend ausführliche Darstellung (etwa die Moroldepisode), an anderer Stelle werden Kämpfe hingegen vergleichsweise gerafft dargestellt oder aber gar bloß in Randbemerkungen des Erzählers erwähnt (so im Falle der meisten Turniere, oder Tristans Söldnerdienst in Deutschland).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Einsatz von Kampfelementen im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; scheint sich ein andersartiges Verständnis vom höfisch-stilisierten Rittertum abzuleiten, welches Gottfried vertritt und in seinem Roman erkennen lässt, sodass sich im zeitgenössischen Vergleich eine Besonderheit der Darstellungsweisen im &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literaturverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;harvardreferences/&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Primärliteratur ===&lt;br /&gt;
* Gottfried von Straßburg: Tristan. Nach dem Text von Friedrich Ranke. Hrsg. v. Rüdiger Krohn. Bd. 1/2. Stuttgart 1993/1994.&lt;br /&gt;
=== Sekundärliteratur ===&lt;br /&gt;
* Friedrich, Udo: Die &#039;symbolische Ordnung&#039; des Zweikampfes im Mittelalter. In: Braun, Manuel/Herberichs, Cornelia (Hrsg.): Gewalt im Mittelalter. Realitäten - Imaginationen. München 2005. S.123-158. [*FRIEDRICH 2005]&lt;br /&gt;
* Haug, Walter: Strukturen als Schlüssel zur Welt. Kleine Schriften zur Erzählliteratur des Mittelalters. Tübingen 1989. [*HAUG 1989]&lt;br /&gt;
* Jones, Martin H.: &#039;&#039;The Depiction of Military Conflict in Gottfried&#039;s&#039;&#039; Tristan. In: Stevens, Adrian/Wisbey, Roy (Hrsg.): Gottfried von Strassburg and the medieval Tristan legend. Papers from an Anglo-North American symposium. London 1990 (Arturian studies 23) (Publications of the Institue of Germanic Studies 44). S.45-65. [*JONES 1990]&lt;br /&gt;
* Kellermann, Karina: &#039;&#039;und vunden vür ir herren da einen zestucketen man&#039;&#039;. Körper, Kampf und Kunstwerk im »Tristan«. In: Der »Tristan« Gottfrieds von Straßburg. Symposion Santiago de Compostela, 5. bis 8. April 2000. Hrsg. von Christoph Huber / Victor Millet. Tübingen 2002. S.131-152. [*KELLERMANN 2002]&lt;br /&gt;
* Schnyder, Mireille: Erzählte Gewalt und die Gewalt des Erzählens. In: Braun, Manuel/Herberichs, Cornelia (Hrsg.): Gewalt im Mittelalter. Realitäten - Imaginationen. München 2005. S.365-379. [*SCHNYDER 2005]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<title>Verwandtschaftsbeziehungen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
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		<updated>2024-06-17T12:59:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Wolfram von Eschenbach (Biographie)|Wolfram von Eschenbach]] verwendet im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|&#039;&#039;Parzival&#039;&#039;]] dutzende verschiedene Figuren. Diese Figuren sind zum Großteil mit einer über mehrere Generationen zurückreichenden Ahnenlinie ausgestattet. Die wichtige Bedeutung der Verwandtschaftsbeziehungen im Werk Wolframs wird durch die starke Präsenz von [http://de.wikipedia.org/wiki/Genealogie Genealogie] deutlich. Jede für die Handlung relevante Figur erhält einen Namen und die meisten sind in Beziehungen zu anderen festgelegt. Dies ist ein Merkmal in welchem sich Wolfram stark von seinen Vorgängern wie [http://de.wikipedia.org/wiki/Chr%C3%A9tien_de_Troyes Chrétin de Troyes] oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmann_von_Aue Hartmann von Aue] unterscheidet.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
=Verwandtschaft im Hochmittelalter=&lt;br /&gt;
Die große Bedeutung der Familie und Verwandtschaft im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; entspringt dem Vorbild der starken Bedeutung der Verwandtschaft im [http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter#Hochmittelalter Hochmittelalter]. Das Konzept des [http://de.wikipedia.org/wiki/Adel Adels] baut sehr auf einer Verbundenheit zwischen verschiedenen Adelsgruppen auf und ist zentral für die [http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Literatur_des_hohen_Mittelalters höfische Literatur].  &lt;br /&gt;
Im Hochmittelalter stellte die Familie eine Art Institution dar. Sie besteht aus verschiedenen Rollen mit verschiedenen Nähegraden und hat gewisse wichtige Funktionen im Leben des Einzelnen. Pflichten, Aufgaben sowie Verbote sind vorhanden um ein gutes Miteinander und gute Beziehungen nach außen zu pflegen und somit das Leben einer Adelsfamilie im Hochmittelalter zu sichern.[Delabar 1990: S. 21]&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Verwandtschaft und Vorfahren war äußerst wichtig zur Bestimmung des eigenen sozialen Status in der Gesellschaft, eine königliche Abstammung oder besonderer Adel wurde stets lobend hervorgehoben.[Althoff 1990: S. 67]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Familie und Verwandtschaft==&lt;br /&gt;
Die Verwandtschaft unterteilt sich in Fraktionen, wie die direkte [http://de.wikipedia.org/wiki/Familie#Ursprung_des_Wortes Familie], bestehend aus der Hausgemeinschaft eines Herren, also seiner Frau, den gemeinsamen Kindern sowie (in einem gewissen Maße) den weiteren zum Haushalt gehörenden Personen,[Goetz 2009: S. 15-17] sowie in [http://de.wikipedia.org/wiki/Agnat agnatische], [http://de.wikipedia.org/wiki/Blutsverwandtschaft consanguine] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Affinit%C3%A4t_(Anthropologie) affine Verwandtschaft].[Goetz 2009: S. 15-17] Agnaten sind eine Gruppe von Personen die in direkter Linie von einer anderen Person abstammen und sich im Idealfall auch der Oberherrschaft dieses Einzelnen unterstellen. Laut dem &#039;&#039;Lex Salica&#039;&#039; geht ein Erbe im fränkischen Reich üblicherweise zuerst an die Agnaten, also direkte Söhne oder Abkommen, bevor andere Verwandte berücksichtigt werden.[Goetz 2009: S. 24] Zu den Agnaten konnten auch Frauen gehören, die von ihnen geborenen Kinder jedoch nicht mehr, sie gehören der agnatischen Linie ihres Vaters an. Die Consanguini sind allgemein Blutsverwandte, also eben jene Kinder von Agnatinnen. Die Verbundenheit und Wichtigkeit der Consanguini ist aber gerade im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; immer wieder betont, die Haupthandlungen des Parzivals betreffen oft seine Consanguini (er erlöst seinen Mutterbruder [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Anfortas]] (796,2-4) und beerbt den Großvater seiner Mutter, Titurel (827,7f).[Bumke 2004: S. 94] Eine weitere wichtige Rolle spielte im Hochmittelalter die gemachte Verwandtschaft, dabei handelt es sich nicht um Blutsverwandtschaft sondern um Adoption und Taufpatenschaft sowie sehr enge Bündnisse. [Althoff 1990: S.82] All diese Verwandten gehören zwar in gewissem Maß zueinander, sind jedoch nicht Teil des selben Haushaltes und agieren demnach eigenständig, sie unterhalten also [http://de.wikipedia.org/wiki/Bilateral bilaterale] Beziehungen zueinander, dank ihrer Verwandtschaft sind diese jedoch von Anfang an sehr eng und sie sind zumeist gute Verbündete.[Delabar 1990: S. 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufgaben und Pflichten==&lt;br /&gt;
Zwischen diesen Verwandten gibt es eine Reihe von Aufgaben und Pflichten, die man für den anderen einzuhalten hat. Darunter ist eine Art Helfe-Gebot in Notsituationen: wenn ein Verwandter Hilfe braucht, so muss man sie ihm gewähren.[Delabar 1990: S. 133][Althoff 1990: S. 78] Desweiteren ein Schutz- und Rache-Gebot, kurz ein Kampfbündnis. Die Feinde der Verwandten sind auch die eigenen Feinde und man muss gegen sie kämpfen. Sollte einem Verwandten ein Unrecht geschehen, so hat die Verwandtschaft die Pflicht, dieses zu rächen und ihm so Gerechtigkeit zu verschaffen. Dies gilt als Ersatz für eine Exekutivmacht und führte unter anderem zu vielen [http://de.wikipedia.org/wiki/Fehde Fehden].[Delabar 1990: S. 133][Althoff 1990: S. 78] Desweiteren soll man stets bestrebt sein, seinen Verwandten Vorteile zu verschaffen, zum Beispiel indem man ihnen Ämter und Lehen zuspielt, welche man verteilen kann. Diese Art der [http://de.wikipedia.org/wiki/Nepotismus Vetternwirtschaft] ist im Hochmittelalter völlig üblich und gehört zu den verwandtschaftlichen Pflichten.[Delabar 1990: S. 133][Althoff 1990: S. 78] Als Beispiel existiert ein [http://de.wikipedia.org/wiki/Regest Regest] in welchem [http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(HRR) Kaiser Friedrich I. (Barbarossa)] seinen Verwandten, Graf Heinrich von Arnsberg, durch seinen politischen Einfluss vor dem Vollzug einer Landesverweisung durch den [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_L%C3%B6we Herzog von Sachsen] schützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Regesta Imperii IV/2. Lothar III. und ältere Staufer 1125-1197, 2. Teil:  Die Regesten des Kaisserreichs unter Friedrich I. 1152 (1122) - 1190, Lieferung: 1158-1168, erarb. v. Opll, Ferdinand/Mayr, Hubert, Wien 1991. Regest 1591.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt gibt es noch das Gebot für seine Verwandten zu beten und ihnen somit einen besseren Stand bei Gott zu verschaffen. [Althoff 1990: S. 78]  &lt;br /&gt;
===Verwandtenhilfe im ‘‘Parzival‘‘===&lt;br /&gt;
Einige dieser Pflichten werden auch im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; immer wieder aufgegriffen. Die Rachepflicht ist bereits Thema des 1. Buches: die Verwandtschaft des [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]] belagert die Mohrenkönigin [[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] um den Tod ihres Verwandten, den sie ihr zuschreiben, zu rächen. Dabei sind über Isenharts Cousin Vridebrant viele von dessen Verwandten anwesend, die selbst nicht in näherer Beziehung zu Isenhart standen. Das Band des Blutes ist hier also sehr weit greifend, um Gerechtigkeit zu bringen. Auch Gawan kämpft für die Befreiung seiner Sippe aus der Gefangenschaft des [[Clinschor (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Clinschor]] im [[Gawan im Schastel marveile (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schastel Marveile]] und Befreit sie dort schlussendlich (672,1-21).[Pratelidis 1994: S. 134]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbote== &lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram Parz Feirefiz cpg339 540v.jpg |thumb| Zweikampf zwischen Parzival und dem Heiden Feirefiz (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, Wolfram von Eschenbach, Parzival, Band 2, Seite 540v.)]]&lt;br /&gt;
Die Verwandtschaft gibt aber neben den Geboten auch ein Verbot auf, so ist es für Verwandte nicht statthaft miteinander zu konkurrieren oder gegeneinander zu kämpfen und es ist sogar eine große Sünde sich gegenseitig zu töten.[Delabar 1990: S. 133][Althoff 1990: S. 78]&lt;br /&gt;
===Der Verwandtenkampf im ‘‘Parzival‘‘===&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; kommt es immer wieder zu Verwandtenkämpfen: im 1. Buch vermeidet es [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret]] gegen den Mann seiner Tante, [[Kaylet (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Kaylet]], zu kämpfen. Er erkennt ihn rechtzeitig und kann so diesen Kampf verhindern (39,11-14). Nachdem Kaylet von ihrer Verwandtschaft erfährt, ist er sehr froh darüber und versichert nicht gegen Gahmuret kämpfen zu wollen (40,11-15).&lt;br /&gt;
[[Ither (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Ither]] wird im 3. Buch von Parzival getötet (155,7-11), dieser weiß nichts von ihrer Verwandtschaft, erst [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] eröffnet ihm die große Sünde die er durch diesen Verwandtenmord begangen hat (475,21).&lt;br /&gt;
Auf [[Joflanze (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]] kommt es zwischen [[Gawan (Wolfram von Eschenbach, Parzival)]] und Parzival ebenfalls zum Kampf, weil diese sich nicht erkennen. Als die Verwandtschaft bemerkt wird, brechen sie den Kampf ab (689,22-24) und es gibt keinen weiteren Streit zwischen Parzival und Gawan (694,26-28).&lt;br /&gt;
Parzival hat noch einen weiteren Verwandtenkampf, nämlich gegen seinen Halbbruder [[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]] (737,19-745,1). Durch Gottes Eingreifen wird Parzivals Schwert in diesem Kampf zerstört (744,10-13) und anschließend erkennen sich die zwei Halbbrüder und versöhnen sich zugleich (748,4-12).&lt;br /&gt;
Das Motiv des verbotenen Kampfes zwischen Verwandten wird von Wolfram also immer wieder aufgebracht, dabei ist das &amp;quot;nicht Erkennen&amp;quot; das größte Problem, wodurch die Bedeutung von Zeichen und [[Wappen und ihre Bedeutung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Wappen]] betont wird.[Delabar 1990: S. 136] Ausser bei Ither gehen all diese Kämpfe ohne Tote aus. Der Verwandtenmord an Ither ist ein eigenes Thema  Wolframs, im &#039;&#039;Perceval&#039;&#039; des [http://de.wikipedia.org/wiki/Chr%C3%A9tien_de_Troyes Chrétin de Troyes] kommt es nicht vor.[Pratelidis 1994: S.134-139]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inzest==&lt;br /&gt;
Neben dem Kämpfen mit Verwandten war auch eine Heirat zwischen zu nah verwandten Personen verboten. Die Adelsgesellschaft war in diesem Sinne [http://de.wikipedia.org/wiki/Exogamie exogamisch] und bestand auf eine Hochzeit außerhalb des direkten Familienumfeldes um politische und körperliche Probleme zu vermeiden.[Delabar 1990: S. 25] Allerdings sind die hochmittelalterlichen Definitionen von [http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Inzest Inzest] noch unterschiedlich gewesen, sie variieren je nach Zeit: Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts ist eine Verbindung mit mindestens 4 Graden Unterschied akzeptabel, im endenden 12. Jahrhundert, zur Zeit Wolframs, dürften jedoch 6 bis 7 Grade erforderlich gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Regesta Imperii IV/4. Lothar III. und ältere Staufer 1125-1197, 4. Teil: Papstregesten 1124-1198, Lieferung 1: 1181-1184, erarb. v. Baaken, Katrin/Schmidt, Ulrich, Köln 2003. Regest 336.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als historisches Beispiele für Eheverbote durch die Kirche kann die Verhinderung der Ehe zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Schottland) Wilhelm I. von Schottland] und [http://www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter/welfen/welfen_juengere_saechsische_linie/mathilde_von_sachsen_graefin_von_perche_1209/mathilde_von_sachsen_graefin_von_perche_+_1209.html Mathilde von Sachsen], der Tochter von [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_L%C3%B6we Heinrich dem Löwen] durch Papst [http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_III Lucius III.] gesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Regesta Imperii IV/4. Lothar III. und ältere Staufer 1125-1197, 4. Teil: Papstregesten 1124-1198, Lieferung 2: 1184-1185, erarb. v. Baaken, Katrin/Schmidt, Ulrich, Köln 2006. Regest 1286.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits gab es auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Dispens kirchliche Dispense] um eine zu nahe Ehe zu erlauben. Gerade unter [http://de.wikipedia.org/wiki/Innozenz_IV. Papst Innozenz IV.] in der Mitte des 13. Jahrhunderts gab es diese Dispense bis zum 4. Grad der Verwandtschaft häufiger, so dass sich diese Wandlung vollziehen konnte. &amp;lt;ref&amp;gt; Regesta Imperii V. Jüngere Staufer 1198-1272, Die Regesten des Kaiserreichs unter Philipp, Otto IV, Friedrich II, Heinrich (VII), Conrad IV, Heinrich Raspe, Wilhelm und Richard 1198-1272, erarb. v. Zinsmaier, Paul/Heinig, Paul-Joachim, Köln 1983. Regest 8664.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Verwandtschaftsbeziehungen im Detail =&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Parzival gibt es zwei große Ahnherren - Titurel und Mazadan. Daraus entspringen die drei wichtigsten Linien für den Text. Auf Titurel geht die Linie der Gralshüter zurück, Mazadans Söhne Lazaliez und Brickus gründen die Linien der Könige von Anschouwe und der Britonen. Durch das große Geflecht an Verwandtschaften vereinen sich diese Linien im Text in Parzival, wodurch er als Zentrum des Textes mit allen drei wichtigen Blutslinien verwandt ist und von den beiden großen Ahnherren abstammt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Titurel ==&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Alle [[Der Gral im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gralskönige]] müssen vom Blute Titurels sein (455,12-22). Dieser hat eine Tochter namens Rischoyde, welche mit [[Kaylet (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Kaylet]] verheiratet war, sowie einen Sohn namens Frimutel. &lt;br /&gt;
Jener Frimutel wiederum hat zwei Söhne, den Grakskönig [[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Anfortas]] und den Einsiedler [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]],  sowie drei Töchter. Die erste Tochter heißt Schoysiane, welche mit Kyot verheiratet ist und Sigune als Tochter hat. [[Repanse de Schoye (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Repanse de Schoye]] ist Frimutels zweite Tocher, sie ist die Gralsträgerin und spätere Gemahlin des Feirefiz und Mutter des Johan.  &lt;br /&gt;
Die dritte Tochter ist [[Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Herzeloyde]], 2. Ehefrau [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmurets]] und Mutter Parzivals. Durch diese Verbindung stammt Parzival mütterlicherseits aus der Linie Titurels und hat somit das nötige Blut in sich, um Gralskönig werden zu können, wenn die agnatische Erbfolge durchbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mazadan ==&lt;br /&gt;
Mazadan ist der legendäre Stammvater der Könige von Anschouwe und der Bretonen, er hat mit der Fee Terdalaschoye die zwei Söhne Lazaliez und Brickus gezeugt (56,18-19).[Pratelidis 1994: S. 162]&lt;br /&gt;
=== Lazaliez ===&lt;br /&gt;
Lazaliez war der Sohn Mazadans. Sein Sohn hieß Addanz und dessen Sohn war König Gandin gewesen. Der Tod Gandins wird zu Beginn des 1. Buches erklärt und sorgt für den Erbfall in Anschouwe (5,1-5). Gandin hatte zusammen mit Schoete die Kinder Galoes, [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret]], Lammire und Flurdamurs.&lt;br /&gt;
Galoes stirbt kinderlos im Kampf, Lammire heirate [[Ither (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Ither den roten Ritter]]. Gahmuret zeugt mit der Mohrenkönigin Belacane den elsterngleichen [[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]], welcher später Repanse de Schoye heiratet und mit ihr Johan zeugt. Mit seiner zweiten Frau [[Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Herzeloyde]] zeugt Gahmuret Parzival, die Titelfigur des Textes. &lt;br /&gt;
Aus dessen Verbindung mit Conduviramurs entstehen Loherangrin und Kardeiz, welche die Linie noch weiter führen auch wenn ihre Kinder unbenannt bleiben.&lt;br /&gt;
Flurdamurs, die zweite Tochter des Gandin, heiratet Kingrisin, welcher der Cousin von Kingrimursel ist. Mit Kingrisin zeugt Flurdamurs Antikonie und Vergulaht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brickus ===&lt;br /&gt;
Brickus war der Sohn Mazadans. Dieser hatte einen Sohn und eine Tochter gehabt. Diese war die Mutter von Ither dem Roten Ritter, welcher vom unwissenden Parzival erschlagen wurde. Ither war also sowohl der Mann von Parzivals Tante Lammire als auch über Mazadan direkt mit ihm blutsverwandt. Der Sohn des Brickus war Utepandragun, jener zeugte mit Arnive [[König Artus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Artus]], sowie Sangive und die Mutter von Gaherjet. &lt;br /&gt;
Artus hat mit seiner Frau Ginover den Sohn Ilinot gehabt welcher jedoch im Kampf gefallen war (586,10). Sangive war zweimal verheiratet, mit ihrem zweiten Ehemann Florant hatte sie keine Kinder, mit ihrem ersten Ehemann Lot hingegen zeugt sie [[Itonje (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Itonje]], die Frau von [[Gramoflanz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gramoflanz]], den Sohn Beacurs sowie [[Gawan (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gawan]] den Mann von [[Orgeluse (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Orgeluse]] und Hauptfigur in einigen Büchern des &#039;&#039;Parzivals&#039;&#039;. Desweiteren zeugt sie Cundrie, die Ehefrau von Loschoys und Surdamurs, die Frau von Alexander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Linien ohne Ahnherren ==&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Die Linien des Titurel, des Lazaliez und des Brickus können auf je einen Namen zurückverfolgt werden, die weiteren im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; vorkommenden Familien jedoch nicht. Diese werden also im Folgenden bei ihren bekanntesten Vertretern benannt. Ihre Bedeutung liegt zumeist darin, dass sie in die Hauptlinien einheiraten und dadurch damit vernetzt sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Gurnemanz  ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ohne Ahnherren ist die Linie des lehrenden [[Gurnemanz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gurnemanz]]. Er hat die Tochter Liaze sowie drei Söhne. Der erste war Lascoit, der zweite Schenteflurs und der dritte Gurzgri, welcher Mahaute ehelichte und mit ihr Gandiluz und Schinotalander, den Geliebten der Sigune, zeugte, diese Söhne starben jedoch alle im Kampf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Condwiramurs ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Gurnemanz Schwester heiratet Tampunteire, den Bruder von Manpfilyot und des Kyot. Kyot ist der Ehemann von Schoysiane und der Vater der [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]]. Tampunteire zeugt mit Gurnemanz&#039; unbenannter Schwester Kardeiz und Condwimarus - die spätere Ehefrau des Parzival.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belacane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist die Mutter des [[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]] und Großmutter des Johan. Sie hatte eine unbenannte Mutter, deren ebenso unbenannte Schwester eine Tochter namens Ekuba hat, welche am Hofe König Artus weilt und von Feirefiz Reich erzählt. Diese ist somit Belacanes Cousine.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Schoette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von unbenannten Stammeltern stammten Ehkunat sowie Schoette, die Frau des Gandin. Deren Schwester Mahaute, die Frau des Gurzgri, hat mit diesem Gandiluz und Schionatulander, den Geliebten der [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]], gezeugt. Eine dritte, unbenannte, Schwester heiratet Hoskurast, den Bruder des Schiltunc. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Isenhart ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tochter Schiltuncs ist mit Vridebrant verheiratet, welcher der Neffe der ungenannten Frau des Tankanis ist. Tankanis war [[Isenhart (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Isenharts]] Vater. Durch diese Verflechtung ist das Eingreifen der Männer um Vridebrant gegen Belancane zu erklären, da sie ihre Cousin rächen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kaylet === &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
[[Kaylet (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Kaylet]] ist mit Rischoyde, der Tochter Titurels verheiratet. Er hat desweiteren eine Schwester, welche die Mutter von Killirjacac ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gaschier === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gaschier der Normanne ist der Onkel von Killirjacac.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ahnentafel=&lt;br /&gt;
Diese übersichtlichere Darstellung enthält die 3 Hauptlinien in Wolframs &#039;&#039;Parzivals&#039;&#039;. Eine geht auf Titurel zurück, zwei auf Mazadan. Beide Söhne des Letztgenannten sind wiederum selbst Stammväter einer eigenen Linie.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Stammbaum neu.jpeg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literaturangaben=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Althoff, Gerd: Verwandte, Freunde und Getreue: zum politischen Stellenwert der Gruppenbindungen im früheren Mittelalter, Darmstadt 1990. [*Althoff 1990]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach, Stuttgart/Weimar, 8. Auflage 2004. [*Bumke 2004]&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Delabar, Walter: Erkantiu sippe unt hoch geselleschaft. Studien zur Funktion des Verwandtschaftsverbandes in Wolframs von Eschenbach Parzival, Göppingen 1990. [*Delabar 1990] &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Goetz, Hans-Werner: Verwandtschaft im frühen Mittelalter (I): Terminologie und Funktionen, in: Gerhard, Krieger: Verwandtschaft, Freundschaft, Bruderschaft: soziale Lebens- und Kommunikationsformen im Mittelalter, Berlin 2009. [*Goetz 2009]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Pratelidis, Konstantin: Tafelrunde und Gral: die Artuswelt und ihr Verhältnis zur Gralswelt im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, Würzburg 1994. [*Pratelidis 1994] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach   der   sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht.   Mit   einer Einführung zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der   &#039;Parzival&#039;-Interpretation von Bernd Schirok, 2. Aufl., Berlin/New York 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Quellenangaben=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische_Figuren|Figuren]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Genealogie|Kategorie]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauen im Mittelalter|Kategorie]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höfische Gesellschaft|Kategorie]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Kontext|Kategorie]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenkonstellation|Kategorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parzival]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Parzival%22_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=39169</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Parzival&quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Parzival%22_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)&amp;diff=39169"/>
		<updated>2024-06-17T12:59:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Autorbild_Wolfram_von_Eschenbach_Codex_Manesse.jpg|thumb|400px|(Autorbild Wolframs von Eschenbach im Codex Manesse (UB Heidelberg, cpg 848, fol. 149v))]]&lt;br /&gt;
Der Artikel soll einen Überblick über [[Wolfram von Eschenbach (Biographie)|Wolframs]] von Eschenbach Hauptwerk &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übersicht der wichtigsten Personen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des umfangreichen Stoffes werden an dieser Stelle nur die wichtigsten literarischen Figuren aufgeführt. Dies soll keinesfalls über den immensen Figurenreichtum [[Wolfram von Eschenbach (Biographie)|in Wolframs]] Werk hinwegtäuschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verwandtschaftstafel=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur besseren Übersicht der unten angeführten [[Verwandtschaftsbeziehungen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Verwandtschaftsbeziehungen]]:&lt;br /&gt;
[[Datei:Stammbaum neu.jpeg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Parzival===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival ist der namensgebende Protagonist Wolframs Werk. Er ist der Sohn von [[Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Herzeloyde]] und [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret]] und somit ein Angehöriger beider Gesellschaften: mütterlicherseits der Grals- und väterlicherseits der Artusgesellschaft. Er wird von der Umwelt abgesondert in Soltane [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|aufgezogen]], was sich für das Werk als folgenträchtig herausstellen soll. Da Parzivals Geschick handlungsbestimmend ist, wird im Abschnitt [[Inhaltsangabe_&amp;quot;Parzival&amp;quot;_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Inhalt|Inhalt]] dieses Artikels ausführlicher auf seine Person eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gawan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gawan ist die zweite Hauptfigur im &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Er ist der Sohn von König Lot und seiner Frau Sangive und steht damit in enger Verwandtschaft zu [[König Artus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)| König Artus]], dessen Neffe er ist. Auch seine Figur wird im inhaltlichen Teil weiter unten ausführlich erläutert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Artus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[König Artus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|König Artus]] ist der Sohn Utepandraguns, des alten Königs. Artus ist mit Ginover verheiratet und hat einen Sohn mit ihr: Ilinot. Er ist der oberste Vertreter des säkularen Artushofes und besitzt allein das Recht, Anwärter zum Ritter zu schlagen und in die Tafelrunde aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anfortas===&lt;br /&gt;
[[Anfortas (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Anfortas]] ist der leidende Gralskönig. Er ist der Sohn von Frimutel und Enkel von Titurel, die zuvor Gralskönige waren. Parzival ist ein Neffe des Anfortas.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weil er in früheren Zeiten auf Minnefahrt für [[Orgeluse (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Orgeluse]] war, wurde ihm von einer übernatürlichen Kraft ein Speer ins Gemächt gestoßen, an dessen Wunde er bis zur endgültigen Heilung durch Parzival leidet. Mit dem Leiden des Gralskönig geht ein Leiden der ganzen Gralsgesellschaft einher, die besonderen Anteil an der Wunde nehmen. Lediglich durch die lebensspendende Gralsschau wird Anfortas am Leben gehalten, ansonsten würde er an den unsäglichen Schmerzen zugrunde gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Trevrizent===&lt;br /&gt;
[[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]] ist ein frommer Einsiedler, der alleine in einer Klause im Wald lebt. Er ist ein Bruder Anfortas&#039; und war einst Mitglied der Gralsgesellschaft. Für die Handlung ist er von ganz besonderer Bedeutung, weil er Parzival die erste ernstzunehmende religiöse Erziehung vermitteln will. Außerdem klärt er Parzival über die Beschaffenheit des Grals auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Orgeluse===&lt;br /&gt;
[[Orgeluse (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Orgeluse]] ist der Schönheitshierarchie des Erzählers nach die zweitschönste Frau nach Condwiramurs. Sie steht mit den anderen Figuren in keinem benannten verwandtschaftlichen Verhältnis.&lt;br /&gt;
Orgeluse ist nicht nur indirekt Grund für die Verwundung Anfortas&#039;, sondern spielt auch einen umfangreichen Part im zweiten Handlungsstrang Gawans. Er versucht sie für sich zu gewinnen, was ihm letztlich auch gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gahmuret===&lt;br /&gt;
Gahmuret ist der Vater Parzivals. Er ist entfernt mit Artus verwandt und hat mit zwei Frauen jeweils ein Kind. Aus der Verbindung zu Belacane geht Feirefiz hervor, aus der zu Herzeloyde Parzival. Gahmuret hat den [[Die Darstellung des Orients (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Orient]] bereist und bringt von dort außergewöhnliche Schmuckstücke mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Belacane===&lt;br /&gt;
[[Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Belacane]] ist die erste [[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_%28Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival%29|Frau]] Gahmurets und Mutter von Feirefiz. Sie stammt aus dem Orient, genauer: aus Zazamanc. [[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret]] verlässt sie zum einen, weil es ihn nach Abenteuern gelüstet, zum anderen aber nach eigener Aussage, weil sie nicht dem christlichen Glauben angehört.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Pz. I, 55, 24-27.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herzeloyde===&lt;br /&gt;
[[Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Herzeloyde]] ist die zweite Frau Gahmurets und Mutter Parzivals. Obwohl sie eine Schwester Anfortas´ ist, ist über eine engere Beziehung zur Gralsgesellschaft nichts bekannt. Den zunächst zur Liaison unwilligen Gahmuret klagt sie in einem juristisch anmutenden Akt nach einem Tunier ein.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu den ausführlichen Artikel zu [[Gahmuret und Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret und Herzeloyde]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Tod ihres Mannes will sie ihren gemeinsamen Sohn vor dem Übel und den Gefahren des Ritterlebens beschützen und so [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|erzieht]] sie ihn - fernab jeglicher Zivilisation - im Wald von Soltane.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Feirefiz===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]] ist der Halbbruder Parzivals. Beide haben den gleichen Vater - Gahmuret -, aber unterschiedliche Mütter. Durch sein Auftreten am Schluss des Epos gewinnt die Handlung des &amp;quot;Parzival&amp;quot; eine außergewöhnliche Orientumrahmung.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. den Abschnitt [[Das_Motiv_der_Doppelung_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Orient_und_Okzident|Orient und Okizent]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Feirefiz heiratet zuletzt die Gralsträgerin [[Repanse de Schoye (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Repanse de Schoye]] und reist mit ihr nach Indien, um dort das sagenhafte Geschlecht der Pristerkönige zu gründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Condwiramurs===&lt;br /&gt;
Condwiramurs ist die Frau Parzivals. Sie wird als außergewöhnlich schön beschrieben und steht in keinem bekannten Verwandtschaftsverhältnis zu anderen Personen der Erzählung. Parzival rettet sie im IV. Buch vor Clamides kriegerischen Werbungsgesuchen und erhält als Dank &amp;quot;hant und lant&amp;quot; von ihr. Sie ist die Herrscherin von [[Geografische_Orte_im_Parzival#Pelrapeire|Pelrapeire]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Keie===&lt;br /&gt;
[[Keie (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Keie]] ist der schillernde Seneschall am Artushof. Eine ausführlichere Analyse des ambivalenten Verhaltens dieser Figur in Wolframs &amp;quot;Parzival&amp;quot; ist [[Keie_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Analyse|hier]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Cunneware===&lt;br /&gt;
[[Parzival und Cunneware (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Cunneware]] ist eine Hofdame am Artushof. Ihre nicht zu unterschätzende heilsgeschichtliche Bedeutung für Parzival wird [[Parzival_und_Cunneware_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Die_Funktion_des_Lachens|hier]] herausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ginover===&lt;br /&gt;
Ginover ist die Frau an König Artus&#039; Seite. Sie ist die ranghöchste Frau am Artushof und damit diejenige Person, an die sich die Frauen vor Hochzeiten u.Ä. wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Titurel und Frimutel===&lt;br /&gt;
Frimutel ist der Vater Anfortas&#039;, Titurel der Großvater des Gralkönigs und zugleich Vater des Frimutel. Diese beiden Ahnen stellen die Genealogie des Gralkönigtums dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Loherangrin===&lt;br /&gt;
Loherangrin ist der Sohn von Parzival und Condwiramurs. Er erringt großen Ruhm in Namen des Grals und erfüllt später ein eigenes Schicksal an der Seite der Fürstin von Brabant, deren Schwanenritter er ist. Richard Wagners romantische Oper &amp;quot;Lohengrin&amp;quot; widmet sich diesem Stoff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram_Parzival_Prolog_cpg339.jpg|thumb|220px|Wolfram, Parzival 1,1ff (Prolog) – &#039;&#039;Ist zwiffel hertzen noch gebur...&#039;&#039; ( Heidelberg, Codex Palatinus Germanicus Cod. Pal. germ. 339, fol. 6r)]]&lt;br /&gt;
===Prolog (I, 1,1 - 4,26)&amp;lt;ref&amp;gt; Alle folgenden Versangaben beziehen sich auf die Ausgabe: [Wolfram von Eschenbach 2003].&amp;lt;/ref&amp;gt;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Der Prolog (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Prolog]]&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. dazu auch den Artikel: [[Das Elsterngleichnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Das Elsterngleichnis]]&amp;lt;/ref&amp;gt; ist einer der umstrittensten und in der Froschung meist diskutierten Textstellen des &amp;quot;Parzival&amp;quot;. Allein für den Handlungsgang besitzt er keinerlei Evidenz: Der Prolog vereinigt in sich eher &amp;quot;zentrale Ideen des Werks, in ethischer wie poetologischer Hinsicht&amp;quot;.[Dallapiazza 2009: S. 32] Dabei ist vor allem die &amp;quot;Elsternfarbigkeit&amp;quot; ein starkes Bild, das sich eben nicht nur auf die äußere farbliche Geschecktheit bezieht (vgl. [[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]]&#039; Hautfarbe), sondern auf die Lauterkeit und Integrität des Charakters der literarischen Figur im Gesamten.[Dallapiazza 2009: S. 33]&amp;lt;ref&amp;gt; Zu Text und Deutung des Prologs vergleiche unbedingt auch [[Das Elsterngleichnis (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Das Elsterngleichnis]] inklusive der Literaturangaben.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Vorgeschichte: Gahmurets Ritterfahrten (I+II)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gahmuret als Ritter (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret]] zieht auf Abenteuerfahrt ins [[Die Darstellung des Orients (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Morgenland]], weil er als jüngerer [[Verwandtschaftsbeziehungen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sohn]] des König Gandins von Anschouwe nicht erbberechtigt ist. Dort angekommen begibt er sich in den Dienst des heidnischen Baruc von Baldac (Kalif von Bagdad) und wird zu einem angesehen Ritter. Auf seinen Aventiurefahrten im Orient gelangt er unter anderem nach Zazamanc, wo er die schwarze Königin Belacane trifft, die sich von einer Übermacht des Feindes umzingelt sieht. Gahmuret besiegt die Anführer der Belagerer, kehrt in die Stadt zurück und heiratet Belacane.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlicher hierzu: [[Gahmurets_Liebesbeziehungen_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Die_Liebesbeziehung_zu_Belacane|Liebesbeziehung zu Belacane]] und [[Die Beziehung zwischen Gahmuret und Belacane (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Die Beziehung zwischen Gahmuret und Belacane]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gahmuret wird zum anerkannten König von Zazamanc, doch die Ruhe währt nur kurz: Er verlässt die Königin - getrieben von Abenteuerlust - in einer Nacht- und Nebelaktion und hinterlässt lediglich einen [[Die_Beziehung_zwischen_Gahmuret_und_Belacane_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Der_Abschiedsbrief|Abschiedsbrief]]. Wenige Monate später gebiert Belacane Gahmuret einen Sohn: [[Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Feirefiz]]; Gahmuret gelangt nach längerer Seefahrt nach Spanien.[Bumke 2004: S. 44f.] Wieder im Abendland gelandet, gewinnt er in einem Tunier Hand und Land von Herzeloyde&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. unbedingt auch:[[Gahmuret und Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gahmuret und Herzeloyde]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, verlässt allerdings auch diese relativ bald und findet - diesmal wieder im Dienst des Baruc - auf einer Abenteuerfahrt den Tod. Herzeloyde ist bereits mit Parzival schwanger, bringt ihn aber erst nach dem Ableben Gahmurets zur Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Parzival I - Jugend, Erziehung, erste Gralsbegegnung und Aufnahme in die Artusrunde (III-VI)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram_Parz_Soltane_cpg339_87r.jpg|thumb|220px|(Herzeloyde und Parzival im Wald von Soltane. Aus:  Wolfram von Eschenbach, Parzival (Handschrift), Hagenau, Werkstatt  Diebold Lauber, um 1443-1446, Cod. Pal. germ. 339, I. Buch, Blatt 87r.)]]&lt;br /&gt;
[[Herzeloyde (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Herzeloyde]] hat sich mit Parzival in die Einöde von Soltane zurückgezogen. Sie [[Parzivals Erziehung durch Herzeloyde und ihre Folgen (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|erzieht]] ihn fernab jeglicher Zivilisation, um ihn vor den negativen Seiten des Ritterlebens zu schützen - der Grund für den Tod ihres Mannes Gahmuret. Bei seiner liebsten Beschäftigung - der Jagd - trifft der jugendliche Parzival auf drei Ritter, die er aufgrund seiner defizitären Erziehung und ihrer glänzenden Rüstung für himmlische Wesen hält.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu den Abschnitt [[Das_Gottesbild_Parzivals_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Phase_1:_Das_Gottesbild_der_Mutter|Das Gottesbild der Mutter]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zutiefst beeindruckt vom strahlenden Glanz der drei Personen kehrt er zur Mutter zurück, verlangt nach einem Pferd und will - dem Hinweis der Ritter folgend - zum Artushof aufbrechen, um selbst Ritter zu werden. Seine Mutter, die ihn gerade davor hatte bewahren wollen, unternimmt einen letzten Versuch der Abwehr, indem sie ihn in ein Narrengewand kleidet; sein Auftreten soll lächerlich&amp;lt;ref&amp;gt;Das Lachen spielt im bezug auf Parzivals Werdegang eine besondere Rolle. Zunächst im negativen Sinne lächerlich angezogen, wird eben jenes Lachen Cunnewares evoziert, das Parzival in seiner heilsgeschichtlichen Zukunft das erste Mal bestätigt. Vgl. dazu den Abschnitt: [[Parzival_und_Cunneware_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Die_Funktion_des_Lachens|Cunneware - Die Funktion des Lachens]]&amp;lt;/ref&amp;gt; wirken und deswegen erfolglos sein. Sie gibt ihrem Sohn dennoch vier Lehren mit auf den Weg: Er solle Wasserläufe nur an hellen Stellen überqueren, freundlich zu jedermann sein, die Lehren erfahrener Männer wertschätzen und Kuss und Ring schöner Damen gewinnen. Als Parzival jedoch endgültig aufbricht, sinkt Herzeloyde - von Parzival unbemerkt - tot zu Boden.&lt;br /&gt;
Auf seinem Weg zum Artushof kommt es zum ersten Zwischenfall, weil Parzival die Lehren seiner Mutter zu wörtlich auslegt: Er raubt Orilus&#039; Frau Jeschute gewaltsam Ring und Spange.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlicher dazu: [[Parzival, Jeschute und Orilus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzival, Jeschute und Orilus]]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Später hört er im Wald die Schreie einer um ihren toten Mann klagenden Frau. Es ist Parzivals Cousine [[Sigune (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Sigune]], von der er seinen Namen (zuvor wurde er stets bloß &amp;quot;bon fils, cher fils, beau fils&amp;quot; genannt) und seine königliche Abstammung erfährt.&lt;br /&gt;
Schließlich gelangt er zum Artushof, und erfährt von der Notwendigkeit einer Ritterrüstung, um zur Artusrunde zugelassen zu werden. Er tötet den Unruhestifter Ither, nimmt sich dessen rote Rüstung und gelangt anschließend zu [[Gurnemanz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gurnemanz]], der ihm eine erste höfische Erziehung zuteilwerden lässt. Nachdem er seinen Mentor wieder verlassen hat, befreit Parzival die Königin Condwiramurs, die in der Hauptstadt Pelrapeire ihres Landes Brobarz belagert wird. Er gewinnt Hand und Land von ihr, bleibt aber nicht lange vor Ort, sondern bricht auf, um das ungewisse Schicksal seiner Mutter zu ergründen. Auf dieser Fahrt gelangt er [[Parzival auf Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|das erste Mal]] zum Gral, nach [[Munsalvaesche (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Munsalvaesche]], wo er es versäumt, die Mitleidsfrage (die Frage, woran Anfortas leide) zu stellen und damit scheitert.&amp;lt;ref&amp;gt; Zum Scheitern Parzivals und der ausführlichen Forschungsdebatte: [[Schuld, Sühne und Erlösung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Schuld, Sühne und Erlösung]] und [[Parzivals Schuld]], sowie [[Parzivals Versagen in der Gralsburg (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Parzivals Versagen in der Gralsburg]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als er am Folgetag seines Versagens die Gralsburg leer findet, zieht er unwillig davon. Auf dem weiteren Weg trifft er seine Cousine Sigune wieder, die ihn, als sie erfährt, dass Parzival die erlösende Frage nicht gestellt hat, verflucht. Kurz vor [[König Artus (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Artus&#039;]] Zeltlager, verfällt Parzival beim Anblick dreier [[Die Blutstropfenszene (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Blutstropfen]] in Trance, bis schließlich der verständige [[Gawan (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gawan]] seinen Mantel darüber breitet und den Zauber löst. Angekommen im Heerlager Artus&#039;, wird Parzival zum Ritter geschlagen, doch auch hier verweilt er nicht lange, da er durch die Gralsbotin [[die Gralsbotin Cundrîe|Cundrîe]] vor versammelter Gesellschaft verflucht wird; sich von Gott lossagend, flüchet er sich in Rittertaten.[Bumke 2004: S. 54-79][Spiewok 1977: S. 22-25]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gawan I - Bearosche und Schanpfanzun (VII-VIII)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gawan muss nach Ascalun reiten, um dort einen Zweikampf zu absolvieren. Auf dem Weg dorthin gelangt er nach Bearosche, wo gerade ein großer Kampf ansteht. Aufgrund von Gawans Terminverpflichtung ist er zunächst nicht gewillt, in den Kampf einzugreifen, vollbringt aber letztlich die kriegsentscheidende Tat, indem er den Anführer des gegnerischen Heers - Meljanz - gefangen nimmt.&lt;br /&gt;
Angekommen in Ascalun hat Gawan ein Minneerlebnis mit der Schwester seines Zweikampfgegners Vergulacht, der tagsüber zur Jagd ausgeritten ist. Antikonie und Gawan werden in flagranti erwischt und es kommt zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen der Stadtmannschaft und Gawan, der sich waffenlos nur notdürftig zu verteidigen weiß. Schlichtend tritt der Landgraf Kingrimursel auf den Plan, dessen Aufgabe es war, Gawan das sichere Geleit zum Austragungsort des Zweikampfes zu gewährleisten. Er stellt sich gegen seine eigene Stadtwache, anschließend sogar gegen seinen König Vergulacht. Doch die Situation eskaliert nicht; der Zweikampf wird um ein Jahr verschoben und Gawan muss die Bürde tragen, die Vergulacht zuvor vom Roten Ritter auferlegt wurde: Hilfe bei der Suche nach dem Gral.[Bumke 2004: S. 79-86][Spiewok 1977: S. 25]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Parzival II - Parzival bei Trevrizent (IX)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Parzival_kommt_zum_Einsiedler_Trevrizent.jpg|thumb|220px|(Parzival reitet von links auf den vor seiner Klause sitzenden und in einem Buch lesenden Einsiedler Trevrizent zu.)]]&lt;br /&gt;
Bereits vier Jahre sind vergangen, seit Parzival das erste Mal auf Munsalvaesche war. Er irrt nach wie vor ziellos durch die Lande auf der Suche nach dem Gral und hegt noch immer seinen Groll auf Gott. Zum dritten Mal nun trifft Parzival wieder auf Sigune, die fortwährend um ihren Geliebten klagt und sich in der Klause eingemauert hat. Er versöhnt sich mit ihr und sie versucht, ihm den Weg nach Munsalvaesche zu erklären, doch außer einem verstreuten Gralsritter, den Parzival besiegt, sieht er nichts von der Gralsburg. Doch er gelangt zu [[Trevrizent (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Trevrizent]], seinem Oheim, der in langen Gesprächen mit Parzival dessen Verfehlungen zu ergründen sucht. Trevrizent erklärt ihm nicht nur seine Sichtweise der Versäumnisse Parzivals, sondern lässt ihm auch die erste ernstzunehmende religiöse Erziehung zuteilwerden. Er erteilt dem Helden die Absolution und versucht ihn mit Gott zu versöhnen.&lt;br /&gt;
Nachdem Parzival über die Beschaffenheit des Grals durch Trevrizent unterrichtet wurde, bricht er nach vierzehn Tagen wieder auf und setzt seine Gralsuche fort. Die Parzivalhandlung tritt erneut in den Hinter- und Gawan wieder in den Vordergrund.[Bumke 2004: S. 87-94][Spiewok 1977: S. 26]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gawan II - Gawan und Orgeluse (X-XIV)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Gralsuche trifft Gawan auf die Herzogin [[Orgeluse (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Orgeluse]] von Logroys, zu der er sofort in Liebe entbrennt. Er begibt sich in ihren [[Gawan und die Minne (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Minnedienst]], den sie allerdings nur mit Hohn und Spott vergilt. Orgeluses ganzes Handeln zielt darauf ab, den Tod ihres geliebten Cidegasts zu rächen, der durch [[Gramoflanz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gramoflanz]] erschlagen wurde. Alle Ritter, die sie in ihren Dienst aufnimmt, müssen sich ihrem Rachegedanken unterordnen. Bevor es allerdings zur direkten Auseinandersetzung mit Gramoflanz kommt, gilt es für Gawan, einige Abenteuer zu bestehen.&amp;lt;ref&amp;gt; Die Abenteuer: Sieg über Lischoys Gwelljus; Sieg über den Turkoyten Florand von Itolac und sein Hauptabenteuer: [[Gawan im Schastel marveile (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Gawan im Schastel marveile]], in dem zahlreiche durch den Magier [[Clinschor (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Clinschor]] verzauberte Personen befreut, unter anderem seine Großmutter Arnive, seine Mutter Sangive und seine Schwestern Itonje und Cundrie.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem Gawan alle ihm auferlegten Herausforderungen absolviert hat, hält ihn auch Orgeluse für wert, Gramoflanz entgegen zu treten. Dieser bricht, nachdem Gawan sich zu erkennen gegeben hat, seinen Grundsatz nur gegen zwei Ritter gleichzeitig anzutreten und der Zweikampf wird in einer großartigen Kulisse auf dem Feld von Joflanze vereinbart.&lt;br /&gt;
Doch dieser Zweikampf wird zwei Mal erheblich gestört. Zunächst, als Gawan den mit geschlossenem Visier reitenden Parzival für Gramoflanz hält, ihn angreift und sich das Missverständnis erst kurz vor der sich für Gawan abzeichenenden Niederlage auflöst. Daraufhin wird das Kräftemessen auf den Folgetag verschoben, an dem nun aber Gramoflanz in eine Auseinandersetzung mit Parzival gerät, ebenfalls fast verliert und der Zweikampf wiederum verschoben wird. Inzwischen konnte Artus zwischen Gramoflanz und Gawan dergestalt vermitteln, dass Gramoflanz die von ihm geliebte Schwester Gawans - [[Itonje (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Itonje]] - zur Frau bekommt; die beiden Ritter versöhnen sich und der lange aufgeschobene Zweikampf findet nun endgültig nicht statt. Auch Orgeluse sieht von ihren Rachegedanken ab und befindet Gawan - auch ohne Sieg über Gramoflanz - für wert, ihr Mann zu werden.[Bumke 2004: S. 95-115][Spiewok 1977: S. 25-27]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Parzival III - Gralskönigtum (XV-XVI)===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram_Parz_Feirefiz_cpg339_540v.jpg|thumb|220px|(Zweikampf zwischen Parzival und dem Heiden  Feirefiz. Aus: Wolfram von Eschenbach, Parzival (Handschrift), Hagenau,  Werkstatt Diebold Lauber, um 1443-1446, Cod. Pal. germ. 339, I. Buch,  Blatt 540v.)]]&lt;br /&gt;
Im fünfzehnten Buch treffen erstmals die beiden Halbbrüder Parzival und Feirefiz aufeinander. Feirefiz war mit einem großen Heer aus dem Orient aufgebrochen, um seinen Vater Gahmuret zu suchen. Als die Geschwister sich nicht erkennen, entbrennt ein [[Parzival und Feirefiz (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Kampf]] zwischen ihnen, der sein Ende erst im Zerbrechen von Parzivals Schwert findet. Großmütig wirft der Heidenkönig sein Schwert ebenfalls beiseite, gibt sich Parzival zu erkennen und die beiden legen auf der Stelle ihre Kampfhandlung nieder. Glücklich reiten sie ins Lager nach Joflanze, wo sie von Artus und Gawan freudig begrüßt werden. Auf dem Fest zu Ehren Feirefiz&#039; am Folgetag erscheint [[Die Gralsbotin Cundrîe|Cundrîe]] und verkündet Parzivals Berufung zum Gralskönig. Dieser dürfe außerdem eine weitere Person seiner Wahl mitbringen - er wählt Feirefiz. In Munsalvaesche angekommen stellt Parzival endlich die [[Schuld,_Sühne_und_Erlösung_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Zur_Frage_der_Erl.C3.B6sung|erlösende]] Mitleidsfrage und kann sich nun zum Gralskönig aufschwingen. Er sieht auch seine inzwischen ebenfalls zur Gralsburg gerufene Frau Condwiramurs wieder, die ihm in der Zwischenzeit bereits zwei Söhne geschenkt hat: Loherangrin und Kardeiz. Die Söhne Parzivals sichern die Nachfolge in beiden Welten (Kardeiz für die weltlichen Herrschaftsgebiete Parzivals, Loherangrin ist als Nachfolger des Gralkönigs ausersehen) und Feirefiz heiratet, nachdem er getauft wurde, die Gralträgerin [[Repanse de Schoye (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Repanse de Schoye]], zieht mit ihr nach Indien und begründet dort das Geschlecht der Priesterkönige.&lt;br /&gt;
Der letzte Teil der Handlung befasst sich ausführlicher mit dem Schicksal Loherangrins. Dieser rettet und heiratet die Fürstin von Brabant, kehrt aber letztlich wieder auf die Gralsburg zurück, da seine Frau den durch Gott vorgebenen Grundsatz verletzt und Loherangrin nach seiner Herkunft befragt.[Bumke 2004: S. 115-124][Spiewok 1977: S. 27f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Epilog (XVI, 827, 1-30)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Der_Schluss_(Wolfram_von_Eschenbach,_Parzival)#Der_Epilog|Epilog]] schließt&amp;lt;ref&amp;gt; Eine ausführliche Besprechung des Schlussteils ist [[Der Schluss (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|hier]] zu finden.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Parzivalepos ab. Er formuliert ein letztes Mal die Leitthemantik des Werkes: das Ziel, zugleich Gott und den Menschen zu gefallen, in beiden Sphären - der transzendenten und der immanenten - sich zu bewähren und zu bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| swes lebn sich sô verendet,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt; || Wer sein Leben so beschließt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz got niht wirt gepfendet|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| daß Gott der Seele nicht beraubt wird,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| der sêle durch des lîbes schulde,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| weil der Leib zum Schuldner wurde,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| und der doch der werlde hulde|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| und wer sich doch die Gunst der Welt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| behalten kan mit werdekeit,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| erhält und seine Würde wahrt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz ist ein nütziu arbeit.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| für den war Mühe nicht umsonst.&amp;lt;ref&amp;gt;Pz. XVI, 827, 19-24. Übersetzung: Wolfram von Eschenbach: Parzival, nach der Ausgabe Karl Lachmanns, revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann, übertragen von Dieter Kühn, Bd. 2, Frankfurt a.M. 2006, 409.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parzival verkörpert dieses Ideal zuletzt, wenn er sowohl ein geachtetes Mitglied der Tafelrunde als auch der Herrscher des Grals ist.&amp;lt;ref&amp;gt; Ausführlicher dazu: [[Das Motiv der Doppelung (Wolfram von Eschenbach, Parzival)|Das Motiv der Doppelung]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Primärtext===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Wolfram von Eschenbach 2003] Wolfram von Eschenbach: Parzival, nach der Ausgabe Karl Lachmanns, revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann, übertragen von Dieter Kühn, Frankfurt a.M. 2006. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sekundärliteratur===&lt;br /&gt;
[*Bumke 2004] Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach, Stuttgart/Weimar 2004.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Dallapiazza 2009] Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[*Spiewok 1977] Wolfram von Eschenbach: Parzival, übersetzt und eingeleitet von W. Spiewok, Leipzig 1977.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Handlung]] [[Kategorie:Wolfram von Eschenbach]] [[Kategorie:Parzival]] [[Kategorie:Inhaltsangabe]] [[Kategorie: Literarische Figuren]] [[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Charakterisiert:: Literarische Figuren| ]]&lt;br /&gt;
[[gibt einen Überblick:: &amp;quot;Parzival&amp;quot; (Wolfram von Eschenbach, Parzival| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<title>Inhaltsangabe (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2024-06-10T12:17:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel gibt einen Inhaltsüberblick über das Tierepos [[Figurencharakteristik (Reinhart Fuchs)|&#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039;]] (RF) von [[Heinrich_der_Glîchezâre|Heinrich der Glîchenzâre]]. Die Inhaltsangabe ist in einzelne zusammenhängende Abschnitte gegliedert und mit Überschriften versehen worden. Sie bietet dem Leser die Möglichkeit, nach dem Inhalt bestimmter Episoden und bestimmter Versabschnitte zu suchen, um dort Informationen zu den wichtigsten Ereignissen zu bekommen. Schließlich wurden die Episoden bewusst nicht in eine Struktur gebracht, da jede Strukturierung bereits eine Interpretation wäre. Daher werden zwei Perspektiven bezüglich der Erzählstruktur des &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; aufgezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsangabe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Prolog&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Dieses Buch trägt den Titel Reinhart Fuchs. Möge uns Gott unseren Weg erleichtern. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Original: Ditz buch heizet vuchs Reinhart. Got gebezzer vnser vart.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Der beinahe gestohlene Hahn (V. 1-176)&#039;&#039;&#039; ===== &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Übersetzung (V. 1-10)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| UErnemet vremde mere, ||  Hört nun von unbekannten Geschichten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| die sint vil gewere, || sie sind tatsächlich wahr,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| von eime tiere wilde, || von einem sonderbaren Tier,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| da man bi mag bilde || von dem man sich in vielen Angelegenheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nemen vmme manige dinch. || ein Beispiel nehmen kann.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| iz keret allen sinen gerinch || Es richtet sein ganzes Handeln &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an trigen vnd an chvndikeit, || auf Betrug und Täuschung,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des qvam iz dicke in arbeit. || was ihm oft Schwierigkeiten bereitet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Iz hat vil vnchvste erkant || Es kannte sich mit vielen Untaten aus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vnd ist Reinhart vuchs genant. || und wird Reinhart Fuchs genannt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Herr Lanzelin ist ein wohlhabender Bauer. Seine Frau Rouzela bemängelt, ihre Hühner seien dem [[Figurencharakteristik (Reinhart Fuchs)|Fuchs Reinhart]] schutzlos ausgeliefert, da ein Zaun fehle. Deswegen errichtet der Bauer einen Zaun. Der Hahn Scantecler und Henne Pinte befinden sich in ihrem neu eingezäunten Gehege. Da schleicht sich Reinhart ins Gehege herein. Pinte bemerkt ihn und schreit laut auf. Die Hennen ziehen sich zurück und Scantecler fliegt schutzsuchend auf einen hohen Ast. Nun wendet Reinhart eine List an, indem er Scantecler erzählt, dass Scanteclers Vater seinen Vater immer willkommen geheißen und etwas vorgesungen hätte. Scantecler macht daraufhin leichtsinnig das, was angeblich sein Vater bereits gemacht hat. Dabei packt ihn Reinhart beim Kragen und eilt in Richtung Wald. Lanzelin bemerkt den Raub und eilt hinterher. Scantecler provoziert Reinhart, indem er seine Ehre angreift. Reinhart lässt sich darauf ein, macht dabei das Maul zu weit auf und [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Scantecler entkommt]]. Bevor Lanzelin ankommt, eilt Reinhart davon.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Die Meise (V. 177-216)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Später trifft Reinhart auf eine [[Fuchs und Meise (Reinhart Fuchs)|Meise]]. Sie soll ihm durch Küssen einen Beweis der Treue bringen. Reinharts Ruf eilt ihm voraus, sodass die Meise eine Vorahnung bezüglich Reinharts wahrer Intention hat. Die Meise verspricht, Reinhart drei Küsse zu schenken, dafür solle er die Augen schließen. Als Vertrauenstest wirft ihm die Meise Dreck ins Maul. Reinhart schnappt nach dem Dreck und bestätigt damit den Verdacht der Meise. [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Die Meise entwischt]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Der Rabe und sein Käse (V. 217-312)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Unterdessen ergattert der Rabe Diezelin listig ein Stück Käse. Reinhart begehrt diesen Käse. Er wendet eine List an und sagt, der Rabe möge ihm doch bitte etwas vorsingen, wie es sein Vater schon tat. Während der Rabe singt, beabsichtigt Reinhart, den Raben selbst zu verschlingen. Er lügt, er habe sich morgens verletzt und der Gestank des Käses schade der Wunde. Als der Rabe den Käse fortnimmt, springt Reinhart rasch auf und reißt ihm eine Menge Federn aus. Der [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Rabe kommt gerade noch so davon]]. Reinhart will fliehen, da inzwischen ein Jäger mit eifrigen Hunden hinter ihm her ist. Die Hunde springen Reinhart an und rupfen ihn heftig. Nun ist es höchste Zeit für eine List. Reinhart springt rasch unter einem umgestürzten Baumstamm durch, während die Hunde und der Jäger über das Hindernis hinüber hetzen. Reinhart läuft in den Wald.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Die umgekehrte Falle mit dem Kater (V. 313-384)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart begegnet dem [[Fuchs und Kater (Reinhart Fuchs)|Kater Diepreht]] und sagt, man habe ihm viel von der Schnelligkeit des Katers berichtet, er solle es ihm einmal vorführen. Als der Kater einverstanden ist, weist ihn Reinhart listig in die Richtung einer Wildfalle. Diepreht kennt die Falle jedoch bereits und überspringt sie deshalb gekonnt. Daraufhin leitet er Reinhart an, er solle ihm hinterherlaufen. Als Diepreht erneut die Falle überspringt, bleibt er unmittelbar hinter der Falle wie angewurzelt stehen. Unvorbereitet prallt Reinhart gegen ihn, sodass sein [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Fuß schließlich in der Falle landet]]. Schon läuft der Jäger zur Falle und auch der Bauer kommt mit einer Axt heran. Reinhart legt überlegt den Kopf über die Falle. Als der Bauer fest mit der Axt zuschlägt, zieht Reinhart den Kopf rechtzeitig weg, sodass die Falle durch den Schlag zerbricht. Reinhart eilt schnell davon. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Reinharts Gesellenbund mit der Wolfsfamilie (V. 385-551)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Als [[Reinhart der Sieger (Reinhart Fuchs)|Reinhart diese Krise überstanden]] hat, stößt er auf den Wolf [[Isegrin (Reinhart Fuchs)|Isengrin]]. Er schlägt ihm vor, sich gegenseitig zu Gefährten zu nehmen. Er meint, er sei klug und sein Gesprächspartner sei stark, sodass sie sich sehr gut ergänzten. Nach familiärem Entscheid wird Reinhart als Vetter in die Familie aufgenommen. Dabei erahnt Isengrin nicht, dass [[Der Minne-Diskurs (Reinhart Fuchs)|Reinhart seine Frau Hersant begehrt]]. &lt;br /&gt;
Eines schönen Tages zieht Isengrin mit seinen Söhnen auf die Jagd los. Währenddessen versucht Reinhart, Hersant den Hof zu machen, doch bekommt er unverzüglich eine Ablehnung. Mit leeren Händen und leerem Magen kommt Isengrin mit seinen Söhnen von der Jagd zurück. Da erblickt Reinhart einen Bauern, der einen Schinken mit sich führt. Unter seinem Kommando versuchen sie nun, den Schinken zu ergattern. Dafür platziert sich Reinhart vor den Bauern und fängt an zu humpeln. Empört schreit der Bauer heftig auf Reinhart ein und wirft dabei den Schinken ins Gras. Reinhart lockt ihn zum Wald hin. Isengrin und seine Familie verschlingen den Schinken im Nu, ohne etwas für Reinhart übrig zu lassen. Wegen ihres Durstes führt sie Reinhart zu einem Weinfass in einem Mönchshof. Als die Anwohner dies bemerken, schlagen sie heftig auf die Wolfsfamilie ein, Reinhart ist unterdessen schon untergetaucht. Schließlich springen die Wölfe über einen Zaun und entkommen. So trennen sich die Wege von Reinhart und den Wölfen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Der Esel Balduin (V. 552-562)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart begegnet dem Esel Balduin. Er macht ihn auf sein Joch aufmerksam, unter dem er steht, und bietet ihm Freiheit an. Schließlich lässt Reinhart den Esel im Stich. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Isengrin liegt im Sterben (V. 563-634)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart lässt Isengrin im Stich, der im Sterben liegt. Als Isengrin sich wehklagend um das Fortbestehen seiner Familie sorgt, kommt Kuonin heran. Amüsiert provoziert Kuonin Isengrin mit der Lüge, seine Frau Hersant hätte ihn mit Reinhart [[Der_Minne-Diskurs_(Reinhart_Fuchs)|betrogen]]. Dies zerstört Isengrin fast vollends. Doch dann erkennt Isengrin diesen persönlichen Angriff und spricht Drohungen aus. Plötzlich erscheint Frau Hersant mit ihren Söhnen. Isengrin erklärt, Reinhart habe ihm das angetan, er solle dafür mit dem Leben büßen. Die Wolfsfamilie leckt dem Verwundeten die Wunden und schon ist er wieder wohlauf.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Fataler Fischfang beim Weiher (V. 635-822)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart baut aus einer Höhle eine Wohnung und zieht sich dorthin als Mönch zurück. Eines Tages läuft Isengrin hungrig im Wald herum. Der Duft von Reinharts gebratenen Aalen steigt ihm in die Nase und führt ihn zu seinem Haus. Isengrin klopft an. Sie vergeben sich und essen. Reinhart ernennt Isengrin zum Koch des Hauses. Als dieser den Kopf in den Topf hereinstreckt, gießt Reinhart heißes Wasser über ihn. Damit sie mehr Fische holen können, schlägt Reinhart vor, zu einem Weiher zu gehen. Beim Weiher angekommen, bemerken die beiden, dass er zugefroren ist. Reinhart findet einen Eimer und bindet diesen an dem Schwanz seines naiven Mitbruders fest. Dieser soll den Schwanz mit dem Eimer nun in ein Eisloch absenken. Allmählich friert Isengrin der Schwanz am Eis fest, bis er im Morgengrauen vollends festgefroren ist. Als der Tag anbricht, macht sich Reinhart davon. Zufällig kommt ein Ritter auf der Jagd mit seinen Hunden auf Isengrin zu. Als dieser sogenannte Herr Birtin den Wolf erblickt, hetzt er die Hunde auf ihn los. Flott springt er vom Pferd und erhebt das Schwert über Isengrin. Plötzlich rutscht Birtin ungewollt aus und schneidet [[Sexuelle_Gewalt_im_Reinhart_Fuchs|Isengrin den Schwanz]] ab. Dieser eilt rasch davon.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Der Fall in den Brunnen (V. 823-1030)&#039;&#039;&#039; =====        &lt;br /&gt;
Reinhart geht in ein Kloster, da dort viele Hühner gehalten werden. Er kommt zu einem tiefen, weiten Brunnen. Als er hineinblickt, sieht er einen Schatten in dem Brunnen, den er für [[Der_Minne-Diskurs_(Reinhart_Fuchs)|seine Frau]] hält. Da er zu ihr möchte, springt er hinein. Er schwimmt lange umher, bis er einen Stein findet. Kurz darauf kommt Isengrin zu dem Brunnen und sieht ebenfalls einen Schatten, den er für [[Der_Minne-Diskurs_(Reinhart_Fuchs)|seine Frau Hersant]] hält. Vor dieser klagt er über seine Verwundung und Schmach. Nachdem er Reinhart entdeckt, fragt er ihn, was er dort unten mache. Reinhart erzählt, dass sein Körper tot sei und er sich im Himmel befinde. Isengrin, der Reinharts Augen sieht, fragt, was dort unten so funkle. Da antwortet Reinhart, dass es Edelsteine seien und schwärmt, wie schön es an seinem Ort sei. Daher hat Isengrin den Wunsch, ebenso an jenen Ort zu gelangen. An dem Brunnen gibt es zwei Eimer, von denen dann einer hinauf geht, wenn der andere hinabgelassen wird. Dies nutzt Reinhart, der sich in den unteren Eimer gesetzt hat und befiehlt Isengrin, sich in den oberen Eimer zu setzen, was er sofort befolgt. Während Isengrin mit dem Eimer in den Brunnen herabsinkt, gelangt Reinhart nach oben und kommt so frei. &lt;br /&gt;
Ein Mönch, welcher Wasser holen möchte, sieht Isengrin und hält den Wolf für eine Rache Gottes. Die Mönche holen ihn hinauf und erschlagen ihn beinahe. Dem Prior wird bewusst, dass es im Alten Testament einen Wolf gibt, der beschnitten ist, sodass die Mönche ihre Tat bereuen und davonziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Versuchte Schlichtung der Auseinandersetzung zwischen Reinhart und Isengrin (V. 1031-1153)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Isengrin schleppt sich in den Wald und heult, seine Frau Hersant und die beiden Söhne hören dies. Er klagt ihnen sein Leid. Alle weinen und Frau Hersant ist erschüttert, dass ihr Mann keinen Schwanz mehr hat. Der Rache wegen will Isengrin Reinhart auflauern. Der Luchs hört von der Auseinandersetzung seiner beiden Verwandten und bietet an, den Streit zu schlichten. Nach drei Wochen wird ein Gerichtstag festgelegt. Isengrin erscheint mit vielen großen Tieren: Elefant, Wisent, Hinde, Hirsch Randolt, Bär Brun, Wildschwein und der bissige Rüde Herr Reize. Reinhart hingegen kommt mit vielen kleineren Tieren, dem Dachs Krimel, einem Hasen und einem Kaninchen. Mit der Absicht, Reinhart zu überlisten und ihn umzubringen, fordern sie Reize auf, sich totzustellen. Doch Krimel bemerkt dies und warnt Reinhart, dass Reize ihn umbringen wolle. Der Luchs sagt, Reinhart solle bezeugen, Frau Hersant nicht nachgestellt zu haben, was Reinhart sofort tut. Danach deckt Reinhart auf, dass Reize lebt und flieht mit seinen Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;[[Sexuelle Gewalt im Reinhart Fuchs|Die Vergewaltigung]] (V. 1154- 1238)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Isengrin und Frau Hersant, die Reinhart totbeißen will, um ihre Unschuld zu beweisen, verfolgen Reinhart. Da [[Sexuelle Gewalt im Reinhart Fuchs|vergewaltigt]] Reinhart Frau Hersant und flieht darauf in eine Dachshöhle. Isengrin und seine Begleiter sind Zeugen der Vergewaltigung. Er droht Reinhart den Tod an, dann weinen er und seine Familie. Wütend gehen sie weg. Reinhart möchte, dass wenigstens Frau Hersant bleibt, da sie von Rechts wegen seine Hausfrau sein müsse. Isengrin gibt darauf keine Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Der Angriff des Löwen und die Rache des Burgherrn (V. 1239-1330)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Dies alles geschieht unter der Herrschaft des [[Der Löwe Vrevel (Reinhart Fuchs)|Löwen Vrevel]], der in einer Bedrängnis Landfrieden angeordnet hatte. Alle folgen seinen Befehlen. Er ist für alle der erste Herrscher nach Gott. Eines Tages geht er zu einem Ameisenhaufen und verkündet, er sei nun ihr neuer Gebieter. Die Ameisen wollen sich dem Löwen jedoch nicht unterwerfen, sodass ein erbarmungsloser Kampf beginnt, der viele Opfer fordert. Als der Löwe verschwindet, kommt der Burgherr aus dem Wald zurück. Er ist eine sehr tapfere Ameise. Nachdem er sich die Lage hat erklären lassen, macht er sich auf zum Löwen, um sich zu rächen. Da findet er ihn schlafend unter einer Linde und springt ihm mit aller Kraft ins Ohr. Reinhart beobachtet diese Szene. Den Löwen hat dieser Angriff schwer getroffen. Er brüllt laut los, sodass alle Tiere herbeikommen. Der Löwe kommt zu dem Entschluss, dass dies ein Schlag Gottes wäre, da er nicht Gericht gehalten hat. Deswegen befiehlt er sofort einen Hoftag für sechs Wochen.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;[http://mediaewiki.de/w/index.php?title=Der_Hoftag_(Reinhart_Fuchs)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1 Der Hoftag] (V. 1331-1510)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Sehr viele verschiedene Tiere erscheinen am Hof. Der König sitzt auf dem Richterstuhl, Reinhart ist nicht anwesend. Isengrin ist da und sucht sein Recht. Der Bär Brun ist sein Fürsprecher. Er erzählt, wie sich Reinhart an Isengrin schuldig gemacht hat. Da widerspricht Krimel, die Aussagen könnten nur gelogen sein. Der König befiehlt dem Hirsch Randolt, unter Eid sein Urteil abzugeben. Dieser verurteilt Reinhart und verlangt, ihn verhaften und aufhängen zu lassen. Auf Nachfrage des Königs stimmen viele zu, denn sie wollen Reinhart unbedingt bestrafen. Plötzlich spricht das weise Kamel aus Thuschalan eine Gegenrede aus, man müsse den nicht anwesenden Angeklagten dreimal vorladen. Diese Idee wird von vielen unterstützt. Da kommen Scantecler und Pinte mit ihrer noch am selben Tag von Reinhart totgebissenen Tochter und sprechen ihre Klage aus. Da beschließt der König zornig, Reinhart habe unter allen Umständen das Land zu verlassen oder er werde sterben. Der Hase bekommt vor Angst Schüttelfrost. Nachdem die verstorbene Tochter begraben wird, schläft der Hase auf dem Grab ein. Als er aufwacht, ist er von seinem Schüttelfrost geheilt. Das erzählt er dem König und das Huhn wird für heilig erklärt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Der Hofkaplan, Reinhart und der Honig (V. 1511-1604)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Der König befiehlt seinem Hofkaplan Herr Brun, Reinhart zu suchen. Dieser findet ihn vor seiner Höhle und berichtet Reinhart, er sei angeklagt, solle zum König kommen und sich verantworten. Reinhart schlägt vor, erst einmal zu speisen. Er führt den Hofkaplan zu einem Baum voller Honig, bei dem ein Bauer einen Keil in einen Stamm geschlagen hatte. Der Hofkaplan steckt ungeduldig seinen Kopf in den Stamm, da zieht Reinhart den Keil weg und der Stamm klemmt zu. Damit ist der Kaplan gefangen. Reinhart macht sich davon. Da kommt ein Mann vorbei, erblickt den Hofkaplan und fährt schweigend zum Dorf. Dort läutet er in der Kirche die Glocken so heftig, dass alle herbeieilen. Nun erzählt er vom Bären und führt sie zu ihm. Als der Kaplan die Meute hört, stemmt er seine Füße gegen den Stamm und zieht seinen Kopf heraus. Dabei verliert er seine Haare. Er eilt schnell davon.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Diepreht wird zu Reinhart geschickt (V. 1607-1797)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Als der König seinen Kaplan so geschändet sieht, fragt er den Biber um sein Urteil. Dieser meint, man solle Reinhart zum Verlust seines Lebens und Besitzes verurteilen. Viele Leute schließen sich dem an. Der Elefant widerspricht, man müsse bis zu dreimal Boten an Reinhart schicken. Da befiehlt der König, Diepreht solle Reinhart aufsuchen. Bei Reinhart angekommen, verkündet Diepreht, der König habe Reinhart befohlen, vor ihn zu treten oder das Land zu verlassen. Daraufhin bietet Reinhart dem Diepreht viele Mäuse in einem angeblich verlassenen Haus an. In diesem Haus wohnt jedoch ein Pfarrer mit seiner Frau. Vor dem Einschlupf hat er eine Schlinge als Falle aufgehängt. Unaufmerksam eilt Diepreht zum Haus und gerät in die Schlinge. Dies bemerken die beiden Bewohner sofort und erwarten den lang verhassten Reinhart in der Falle. Der Pfarrer nimmt ein Messer und eilt zu Diepreht. Die Dunkelheit erschwert ihm die Sicht, sodass er aus Versehen den Strick zerschneidet. Daher kann Diepreht davoneilen. Die Pfarrersfrau beginnt einen schlimmen Streit, denn sie meint, der böse Reinhart sei ihr entwischt.&lt;br /&gt;
Diepreht lässt die Mäuse zurück und eilt zum Hof des Königs. Er berichtet ihm von Reinharts Tat. Wieder wird der König zornig über Reinhart. Diesmal bittet er den Eber um seine Meinung, was nun richtig sei. Dieser spricht Reinhart Ehre und Besitz ab und fordert das Todesurteil. Isengrin schließt sich dem an. Krimel entgegnet, dass Diepreht unrecht habe und sich auf eine Bestechung eingelassen hätte. Der König schickt Krimel selbst, um Reinhart herbeizuschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Betrug des Königs (V. 1798-2002)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Als Krimel zu Reinhart kommt, berichtet er ihm von den Anschuldigungen und sie speisen gemeinsam. Darauf gehen sie zum Hof des Königs, Reinhart trägt das beste Hofgewand und ist mit einer Arzttasche und Kräutern bepackt. Viele Tiere rufen ihm Beschuldigungen zu. Reinhart tritt auf und bemängelt die Zuchtlosigkeit am Königshof. Er erzählt dem kranken König von Meister Bendin, einem Arzt aus Salerno. Daraufhin behauptet Reinhart, er wolle den König heilen. Dafür sei es die Empfehlung des Arztes, täglich von den mitgebrachten Heilkräutern zu essen. Zudem ließe der Arzt ausrichten, der König solle einem alten Wolf die Haut abziehen und sowohl ein Bärenfell als auch eine Mütze aus Katzenfell besorgen, ansonsten drohe ihm der Tod. Der König lässt den Wolf Isengrin und den Bär Brun kommen und fordert sie auf, ihm ihr Fell zu geben. Brun entgegnet, dass der sogenannte Arzt schon mehr getötet als Leben gerettet habe. Isengrin zeigt ihm seinen Schwanz und warnt den König, er könne genauso geschändet werden. Sie können nicht entfliehen, ihnen wird das Fell abgezogen, ebenso geschah es Diepreth. Reinhart sagt weiter, dass noch ein gekochtes Huhn mit Eberspeck nötig wäre. Also lässt der König Pinte fangen und vom Schinken des Ebers wird ein riesiges Stück herausgeschnitten. Reinhart berichtet, sie bräuchten noch einen Gürtel aus Hirschleder. Dieser stellt ihm der Hirsch, weil er sich nicht traut, Widerstand zu leisten. Reinhart verspricht dem König, dass er ihm helfen könne, wenn er nur auf ihn höre. Der König versichert, dass er dies tun wolle. Schließlich erwarte Meister Bendin laut Reinhart ein Biberfell als Lohn. Dies verspricht der König zu besorgen. Er zieht dem Biber das Fell ab, was viele andere Tiere beobachten. Aufgrund dessen fliehen sie. Nur Krimel, das Kamel von Thuschalan und der Elefant bleiben zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Bad des Königs und weitere Forderungen Reinharts (V. 2003-2162)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Reinhart ordnet dem König ein Bad mit vielen Kräutern an und setzt ihm das Katzenfell auf. Kurze Zeit später ergreift er seine Herzader und behauptet, er sei wieder gesund, weswegen er aus der Badewanne hinaussteigen solle. Er hüllt den König in Isengrins und Bruns Fell und macht ihm heiße Umschläge um sein Haupt. Schon kriecht der Ameisenherr heraus aus seinem Kopf, direkt in das Katzenfell. Reinhart will ihn zuerst töten, er gewährt ihm aber Gnade, als der Ameisenherr ihn besticht. Er bietet ihm an, dass er in seinem Wald mehr als tausend Burgen beherrschen dürfe. Dann essen Reinhart und der König gemeinsam das Huhn, Krimel bekommt den Eberspeck. Beiläufig bittet er den König, dem Elefanten Land zu geben. Dieser bekommt Böhmen. Als er aber dort ankommt und verkündet, dass er nun der neue Herr sei, wird er verprügelt und muss wieder zurückkehren. Des Weiteren bittet Reinhart darum, dass das Kamel in Erstein Äbtissin werden solle. Auch diesen Wunsch erfüllt der König und verleiht ihr das Kloster. Sie wird von den erzürnten Nonnen zu Tode geprügelt, während sie verkündet, dass sie die neue Äbtissin werden solle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;[[Moral und Gewissen (Reinhart Fuchs)|Tod des Königs]] (V. 2163-2248)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Reinhart gibt dem König einen Gifttrank und geht anschließend mit Krimel in den Wald. Dort treffen sie auf Brun, der wütend die Zähne fletscht, nachdem Reinhart ihn provoziert hat. Reinhart lässt ihn zurück und läuft zu seiner Festung. Dem König wird elend, daher möchte er Reinhart sprechen, der nicht mehr da ist. Ihm wird Reinharts Betrug bewusst und bemerkt, dass ihm dies das Leben kostet, und empfindet Reue. Darauf zerfällt er in drei Teile, seine Zunge in neun. Alle weinen und drohen Reinhart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Übersetzung (V. 2238-2249)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| swer sich an den ungetrwen lat,|| Wer sich einem Untreuen anvertraut,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dem wirt iz leit, des muz ich iehen. || dem wird es leid tun, das muss ich sagen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| alsam ist ouch nu mir geschehen. || So ist es auch mir nun widerfahren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| er kerte sich zu der wende,|| Er lehnte sich an die Wand,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do nam der kunic sin ende.|| da starb der König.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sin houbet im en dreu spielt,|| Sein Haupt zerfiel in drei Teile,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in neune sich sin zunge vielt.|| seine Zunge zerteilte sich in neun Teile. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| si weinten alle durch not || Aus Kummer weinten alle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umbe des edelen kuniges tot, || über den Tod des edlen Königs.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sie dreweten alle harte || Alle drohten &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dem guten Reinharte.|| dem guten Reinhart heftig.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ditz si gelogen oder war, || Dies sei ausgedacht oder wahr,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| got gebe uns wunecliche iar!|| Gott gebe uns ein glückliches Jahr!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hie endet ditz mere.|| Hier endet diese Erzählung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Das Ende der Geschichte (V. 2249-2266)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Dann endet die Geschichte, die der Spielmann [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich]] gedichtet hat. Ein anderer hat noch Dinge hinzugefügt und einiges weggelassen. Als letztes folgt die Bitte an Gott, ihm ein frohes Leben zu schenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Struktur: Zwei Perspektiven ==&lt;br /&gt;
=== Die Erzählstruktur nach sukzessivlogischer Lektüre ===&lt;br /&gt;
Bei sukzessivlogischer Lektüre werden die einzelnen Szenen als Teil einer chronologischen Episodenreihung gesehen. Die einzelnen Episoden bauen aufeinander auf und stehen in einer zwingend-kausalen Folge. Es gibt zwei Überlieferungen, in denen die Erzählung des &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; nachgelesen werden kann: eine alte, fragmentarische &amp;quot;um 1200&amp;quot; und eine jüngere, vollständige &amp;quot;um 1320/30&amp;quot; [Bertau 1983:19]. Ein markanter Unterschied zwischen beiden Überlieferungen ist der Titel. Während das alte Fragment die Geschichte von &amp;quot;&#039;&#039;Isîngrînes nôt&#039;&#039;&amp;quot; erzählt, wird die jüngere Parallelüberlieferung mit &amp;quot;&#039;&#039;vuhs Reinhart&#039;&#039;&amp;quot; betitelt. Wenn das Tierepos unter dem Titel &amp;quot;&#039;&#039;Isîngrînes nôt&#039;&#039;&amp;quot; gelesen wird, so ist die aneinandergereihte Episodenfolge sukzessivlogisch entwickelt. Hier wird das Augenmerk auf das Leiden des [[Isegrin_(Reinhart_Fuchs)|Wolfes]] gelegt. Zudem wird mit dem Substantiv &amp;quot;&#039;&#039;nôt&#039;&#039;&amp;quot; auf der &amp;quot;&#039;&#039;Nibelungen nôt&#039;&#039;&amp;quot; angespielt, also die letzten beiden Worte, mit denen das [[Das_Nibelungenlied|&#039;&#039;Nibelungenlied&#039;&#039;]] endet. Wie in jenem Heldenepos kann auch das Tierepos in zwei Hauptteile gegliedert werden, denn im ersten Teil erfährt der [[Isegrin_(Reinhart_Fuchs)|Wolf]] und im zweiten Teil die ganze &amp;quot;tierische Ritterwelt das Unheil&amp;quot;. [Bertau 1983:19]&lt;br /&gt;
Nach der Perspektive einer syntagmatischen Episodenreihung kann der &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; also grob in ein Vorspiel und zwei große Hauptteile gegliedert werden: [Ruh 1980:16]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I [[Reinhart_der_Verlierer_(Reinhart_Fuchs)|Vorspielartige Aventiurenreihe]]&#039;&#039;&#039; (V. 11-384)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II Die Fuchs-Wolf-Auseinandersetzung&#039;&#039;&#039; (V. 385-1238) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III [[Der_Löwe_Vrevel_(Reinhart_Fuchs)|König Vrevels]] Hoftag&#039;&#039;&#039; (V. 1239-2248)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;I [[Reinhart_der_Verlierer_(Reinhart_Fuchs)|Das Misslingen Reinharts]] (V. 11-384) &#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Im einleitenden Vorspiel jagt Reinhart dreimal erfolglos: 1. den Hahn Scantecler, 2. [[Fuchs_und_Meise_(Reinhart_Fuchs)|die Meise]] und 3. den Raben Diezlin.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Original !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart kvndikeite pflac, || Reinhart übt sich in seiner List,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| doch ist hevte niht sin tac, || doch ist heute nicht der Tag,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz iz im nach heile mvege ergan. || an dem das Glück auf seiner Seite steht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Womöglich dienen diese ersten Niederschläge dazu, durch Empathie und Mitleid beim Leser Sympathien für den vorerst geschlagenen Reinhart zu wecken[Ruh 1980]. Durch siegreiche Episoden allein wäre Reinhart Fuchs unsympathisch und der Sieg an sich als gewöhnlich dargestellt. Doch durch die initiale Schilderung entrüstender Verluste und der darauffolgenden Darstellung des Siegeszuges werden Niederlage und Sieg in Kontrast zueinander gesetzt. Gerade durch dieses Oppositionsgefüge bekommt der Sieg erst seine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;II Die Katastrophe Isengrins (V. 385-1238)&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Der erste große Erzählteil beginnt mit dem Zweckbündnis zwischen Reinhart und Isengrin. In vier Episoden werden Erfahrungen mit fragilem Vergnügen geschildert.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Szenenreihe vor Isengrins Katastrophe neu.jpeg]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf diese vier Episoden folgt die Katastrophe Isengrins in sieben Szenen. Die Episoden sind in einer Zentralkomposition arrangiert. Die Rahmenszenen 1/2 und 6/7, ebenso 3 und 5 enstsprechen sich. Den Mittelpunkt bildet die Fischweiherszene mit dem bedeutungstragenden Schwanzverlust. Sie verweist zurück auf Szene 1 und voraus auf Szene 7. Damit bilden sie &amp;quot;drei Etappen der körperlichen Schädigung und der moralischen Demontage Isengrins&amp;quot; [Ruh 1980: 22]. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Katastrophe Isengrins neu.jpeg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;III Der Hoftag (V. 1239-2248)&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
So wie das Wolfsdrama ist auch der Hoftag in sieben Szenen gegliedert und besitzt eine Zäsur in der Mitte. Diese Mittelachse beim Hoftag ist nicht so tiefgreifend wie die Szene mit dem Schwanzverlust des Wolfes, besitzt dafür jedoch mehr erzählerische Breite. [Ruh 1980: 26] &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Struktur Hoftag neu.jpeg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die stärkste Klammer bildet die äußerste, denn sie beginnt mit der Aggression Vrevels gegen die Ameisen und endet mit dem Gifttod desselben. Diese beiden Szenen bilden einen geschlossenen Rahmen von Anfangstat und Ergebnis, von Untat und Strafe. Die Szenen 2/3 und 4/5 stehen sich als Antithesen gegenüber, denn sie stellen Reinhart zunächst als Angeklagten dar, dann als Richter und Rächer. Da in den Szenen 1 und 5 bis 7 die Kommentare des Autors stark zunehmen, scheint hier die Suche nach der hauptsächlichen konzeptionellen Aussage sehr sinnvoll. In diesen Szenen wird ein autoritärer, willkürlicher Machthaber bestraft. Naiv hat er sich zum erbarmungslosen Werkzeug des listigen Reinharts missbrauchen lassen, durch den der Gerichtstag zum brutalen Massaker eskaliert. So werden Verbrechen legalisiert, der Angeklagte zum Richter avanciert, die Kläger durch Schändung, Tötung und Verspeisung grausam massakriert. [Ruh 1980:27]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Erzählstruktur nach simultanlogischer Lektüre ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt bezieht sich auf den Text von Bertau [Bertau 1983]. Er untersucht die Literatursituation und die zwischen simultanlogischen und sukzessivlogischen Kategorien schwankende Forschung zur Interpretation des Tierepos. Während die sukzessivlogische Lektüre eher dem alten Fragment &amp;quot;&#039;&#039;Isîngrînes nôt&#039;&#039;&amp;quot; entspricht, bietet sich die spätere Überlieferung &amp;quot;&#039;&#039;vuhs Reinhart&#039;&#039;&amp;quot; eher dazu an, simultanlogisch gelesen zu werden. Im Gegensatz zur sukzessivlogischen Lektüre lösen sich die Situationen bei der simultanlogischen Lektüre aus der zwingenden Folge, jede Episode ist in sich am Ziel. Der Fokus liegt hierbei nicht mehr auf dem Weg des immer größer werdenden Unheils, sondern die Situationen stehen bloß noch räumlich nebeneinander, während sie eine beliebige Auswahl an Taten des Helden darstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bertau geht also statt von einer syntagmatischen Episodenreihung von einer paradigmatischen Episodensammlung aus. &lt;br /&gt;
Die Verkettung der Szenen erfolgt nach einer räumlich-statischen Komposition mit drei Teilen, die zu je 7 Szenen geordnet werden können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Teil A ====&lt;br /&gt;
1. Fuchs und Hahn - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Fuchs und Meise - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fuchs und Rabe - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Bündnis zwischen Fuchs und Wolf&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Fuchs und Wölfin, Minnewerbung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Fuchs, Wolf und Schinken - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Wolf im Klosterkeller - Rache des Fuchses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Teil B ====&lt;br /&gt;
1. Der Wolf in der Falle (Kastration?)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Ehebruch Fuchs und Wölfin&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Der Wolf als Mönch&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Der Fischfang des Wolfes (Verlust des Schwanzes)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Der Wolf im Brunnen (Strafe und Gnade)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Der Fuchs vermeidet die Falle des Schwurs&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Der Fuchs notzüchtigt die Wölfin.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Teil C ====&lt;br /&gt;
1. Der Löwe zerstört die Ameisenburg&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Wolf klagt vor dem Königsgericht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Der hahn klagt vor dem Königsgericht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Dreimaliges Aufgebot des beklagten Fuchses&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Der Fuchs als falscher Arzt lässt die feindlichen Tiere und Kläger durch den König hinschlachten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Der Fuchs belohnt seine Parteigänger&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Der Fuchs vergiftet den Löwen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht um ein ausgewogenes System, das räumlich abbildbar ist. Für jeden der drei Teile entsteht jeweils ein Zentrum:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: Das Bündnis zwischen Fuchs und Wolf&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
B: Das Unglück des Wolfes&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
C: Das Aufgebot zum Königsgericht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil B, das Unglück des Wolfes betreffend, bildet wiederum das Zentrum des Ganzen.&lt;br /&gt;
Zudem müssen Szenen ergänzt bzw. zurechtgerückt werden (B1, C5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von dieser Erzählstruktur kann folgende Interpretation angenommen werden: Ein einzelnes Ereignis wird zum Gleichnis für eine typische im allgemein-menschlichen anzutreffende Situation. Durch jene Darstellung von Taten eines Helden als exemplarische wird der (Anti-)Held selbst zu einer Verkörperung des Bösen.[Bertau 1983]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Deutung ===&lt;br /&gt;
Allgemein ist bei Strukturierungsfragen Vorsicht geboten, wie es auch Bertau formuliert: &amp;quot;Es erscheint überaus methodisch [misslich], nach heutigem Gutdünken Abschnitte unerscheiden zu wollen, weil dabei unversehens der Text mit heutigen Kategorien überformt wird, über die der Interpret dann keine Kontrolle mehr hat&amp;quot; [Bertau 1983]:26. Doch welche Interpretationsmöglichkeiten eröffnet die jeweils vorgeschlagene Erzählstruktur? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn das Tierepos sukzessivlogisch gelesen wird, erscheint die konzeptionelle Aussage politisch motiviert [Schwab 1967] und der Dichter &amp;quot;komponiert auf ein episches Ende hin&amp;quot; [Ruh 1980:29]. Dabei wird auf die elsässischen Verhältnisse angespielt und die antistaufische Haltung [[Heinrich_der_Glîchezâre|Heinrichs]] tritt zutage. So wird im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; beispielsweise Walther von Horburg zitiert (V. 1024-1029), der der staufischen Partei angehörte. Als der [[Isegrin_(Reinhart_Fuchs)|Wolf Isengrin]] von den Mönchen nach seinem Schwanzverlust nur nicht zu Tode geschlagen wird, weil sie ihn nach Bemerken seiner Tonsur verschonen, wird ein Sinnspruch von Walther zitiert (&amp;quot;iz kvmet mir als lichte ze gvte, so iz mir tvt dehein vngemach&amp;quot;, V. 1028f.). Der Spruch besagt, dass ein Unheil auch zum Guten umschlagen kann, etwa im Sinne von &amp;quot;Glück im Unglück&amp;quot;. Eine Zitation Walthers an einer solch blamablen Stelle kann ironisierend und &amp;quot;als blutiger Hohn verstanden werden&amp;quot; [Ruh 1980:28]. Zudem erinnert der Gifttod [[Der_Löwe_Vrevel_(Reinhart_Fuchs)|König Vrevels]] an den durch die antistaufische Strömung propagierten Gifttod des Kaisers Heinrich VI. im Jahre 1197. Dieser Kaiser wurde in erstaunlicher Deckung mit der Figur des Vrevel als Feigling gegenüber den deutschen Fürsten und als Willkürherrscher skizziert [Ruh 1980:28]. All diese antistaufischen Andeutungen stellen den &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; als eine &amp;quot;Warnfabel&amp;quot; [Schwab 1967] dar, in der politische Begebenheiten nicht reine historische Nacherzählungen sind, sondern aktuelle Warnsignale zur gegenwärtigen Situation darstellen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text von Bertau beschäftigt sich ebenfalls mit der historischen Deutung:&lt;br /&gt;
Der elsässische Verfasser „Heinrich“ kritisiere in seinem Werk die Verhältnisse des staufischen Staates, dessen System-Logik und die der höfischen Welt. Im Gegensatz zu Ruh und Schwab sei laut Bertau jene Kritik aber keine konstruktive, denn Heinrich nehme die Welt um sich herum als komplett schwarz wahr.[Bertau 1983]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [*Bertau 1983] Bertau, Karl: &#039;Reinhart Fuchs&#039;. Ästhetische Form als historische Form, in: ders.: Über Literaturgeschichte. Literarischer Kunstcharakter und Geschichte in der höfischen Epik um 1200, München 1983, S. 19-29.&lt;br /&gt;
* [*Ruh 1980] Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Bd. 2: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 13-33.&lt;br /&gt;
* [*Schwab 1967] Schwab, Ute: Zur Datierung und Entstehung des Reinhart Fuchs. Mit einem textikritischen Beitrag von Klaus Düwel, Neapel 1967.&lt;br /&gt;
* Die Versangaben zum RF beziehen sich auf Heinrich der Glîchezâre (1976): Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, Stuttgart: Reclam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Reinhart Fuchs]] [[Kategorie: Tierepik]] [[Kategorie: Inhaltsangabe]] [[Kategorie: Erzählstruktur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=39152</id>
		<title>Inhaltsangabe (Reinhart Fuchs)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=39152"/>
		<updated>2024-06-10T12:16:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel gibt einen Inhaltsüberblick über das Tierepos [[Figurencharakteristik (Reinhart Fuchs)|&#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039;]] (RF) von [[Heinrich_der_Glîchezâre|Heinrich der Glîchenzâre]]. Die Inhaltsangabe ist in einzelne zusammenhängende Abschnitte gegliedert und mit Überschriften versehen worden. Sie bietet dem Leser die Möglichkeit, nach dem Inhalt bestimmter Episoden und bestimmter Versabschnitte zu suchen, um dort Informationen zu den wichtigsten Ereignissen zu bekommen. Schließlich wurden die Episoden bewusst nicht in eine Struktur gebracht, da jede Strukturierung bereits eine Interpretation wäre. Daher werden zwei Perspektiven bezüglich der Erzählstruktur des &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; aufgezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsangabe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Prolog&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Dieses Buch trägt den Titel Reinhart Fuchs. Möge uns Gott unseren Weg erleichtern. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Original: Ditz buch heizet vuchs Reinhart. Got gebezzer vnser vart.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Der beinahe gestohlene Hahn (V. 1-176)&#039;&#039;&#039; ===== &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Übersetzung (V. 1-10)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| UErnemet vremde mere, ||  Hört nun von unbekannten Geschichten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| die sint vil gewere, || sie sind tatsächlich wahr,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| von eime tiere wilde, || von einem sonderbaren Tier,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| da man bi mag bilde || von dem man sich in vielen Angelegenheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nemen vmme manige dinch. || ein Beispiel nehmen kann.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| iz keret allen sinen gerinch || Es richtet sein ganzes Handeln &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| an trigen vnd an chvndikeit, || auf Betrug und Täuschung,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des qvam iz dicke in arbeit. || was ihm oft Schwierigkeiten bereitet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Iz hat vil vnchvste erkant || Es kannte sich mit vielen Untaten aus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vnd ist Reinhart vuchs genant. || und wird Reinhart Fuchs genannt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Herr Lanzelin ist ein wohlhabender Bauer. Seine Frau Rouzela bemängelt, ihre Hühner seien dem [[Figurencharakteristik (Reinhart Fuchs)|Fuchs Reinhart]] schutzlos ausgeliefert, da ein Zaun fehle. Deswegen errichtet der Bauer einen Zaun. Der Hahn Scantecler und Henne Pinte befinden sich in ihrem neu eingezäunten Gehege. Da schleicht sich Reinhart ins Gehege herein. Pinte bemerkt ihn und schreit laut auf. Die Hennen ziehen sich zurück und Scantecler fliegt schutzsuchend auf einen hohen Ast. Nun wendet Reinhart eine List an, indem er Scantecler erzählt, dass Scanteclers Vater seinen Vater immer willkommen geheißen und etwas vorgesungen hätte. Scantecler macht daraufhin leichtsinnig das, was angeblich sein Vater bereits gemacht hat. Dabei packt ihn Reinhart beim Kragen und eilt in Richtung Wald. Lanzelin bemerkt den Raub und eilt hinterher. Scantecler provoziert Reinhart, indem er seine Ehre angreift. Reinhart lässt sich darauf ein, macht dabei das Maul zu weit auf und [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Scantecler entkommt]]. Bevor Lanzelin ankommt, eilt Reinhart davon.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Die Meise (V. 177-216)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Später trifft Reinhart auf eine [[Fuchs und Meise (Reinhart Fuchs)|Meise]]. Sie soll ihm durch Küssen einen Beweis der Treue bringen. Reinharts Ruf eilt ihm voraus, sodass die Meise eine Vorahnung bezüglich Reinharts wahrer Intention hat. Die Meise verspricht, Reinhart drei Küsse zu schenken, dafür solle er die Augen schließen. Als Vertrauenstest wirft ihm die Meise Dreck ins Maul. Reinhart schnappt nach dem Dreck und bestätigt damit den Verdacht der Meise. [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Die Meise entwischt]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Der Rabe und sein Käse (V. 217-312)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Unterdessen ergattert der Rabe Diezelin listig ein Stück Käse. Reinhart begehrt diesen Käse. Er wendet eine List an und sagt, der Rabe möge ihm doch bitte etwas vorsingen, wie es sein Vater schon tat. Während der Rabe singt, beabsichtigt Reinhart, den Raben selbst zu verschlingen. Er lügt, er habe sich morgens verletzt und der Gestank des Käses schade der Wunde. Als der Rabe den Käse fortnimmt, springt Reinhart rasch auf und reißt ihm eine Menge Federn aus. Der [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Rabe kommt gerade noch so davon]]. Reinhart will fliehen, da inzwischen ein Jäger mit eifrigen Hunden hinter ihm her ist. Die Hunde springen Reinhart an und rupfen ihn heftig. Nun ist es höchste Zeit für eine List. Reinhart springt rasch unter einem umgestürzten Baumstamm durch, während die Hunde und der Jäger über das Hindernis hinüber hetzen. Reinhart läuft in den Wald.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Die umgekehrte Falle mit dem Kater (V. 313-384)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart begegnet dem [[Fuchs und Kater (Reinhart Fuchs)|Kater Diepreht]] und sagt, man habe ihm viel von der Schnelligkeit des Katers berichtet, er solle es ihm einmal vorführen. Als der Kater einverstanden ist, weist ihn Reinhart listig in die Richtung einer Wildfalle. Diepreht kennt die Falle jedoch bereits und überspringt sie deshalb gekonnt. Daraufhin leitet er Reinhart an, er solle ihm hinterherlaufen. Als Diepreht erneut die Falle überspringt, bleibt er unmittelbar hinter der Falle wie angewurzelt stehen. Unvorbereitet prallt Reinhart gegen ihn, sodass sein [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|Fuß schließlich in der Falle landet]]. Schon läuft der Jäger zur Falle und auch der Bauer kommt mit einer Axt heran. Reinhart legt überlegt den Kopf über die Falle. Als der Bauer fest mit der Axt zuschlägt, zieht Reinhart den Kopf rechtzeitig weg, sodass die Falle durch den Schlag zerbricht. Reinhart eilt schnell davon. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Reinharts Gesellenbund mit der Wolfsfamilie (V. 385-551)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Als [[Reinhart der Sieger (Reinhart Fuchs)|Reinhart diese Krise überstanden]] hat, stößt er auf den Wolf [[Isegrin (Reinhart Fuchs)|Isengrin]]. Er schlägt ihm vor, sich gegenseitig zu Gefährten zu nehmen. Er meint, er sei klug und sein Gesprächspartner sei stark, sodass sie sich sehr gut ergänzten. Nach familiärem Entscheid wird Reinhart als Vetter in die Familie aufgenommen. Dabei erahnt Isengrin nicht, dass [[Der Minne-Diskurs (Reinhart Fuchs)|Reinhart seine Frau Hersant begehrt]]. &lt;br /&gt;
Eines schönen Tages zieht Isengrin mit seinen Söhnen auf die Jagd los. Währenddessen versucht Reinhart, Hersant den Hof zu machen, doch bekommt er unverzüglich eine Ablehnung. Mit leeren Händen und leerem Magen kommt Isengrin mit seinen Söhnen von der Jagd zurück. Da erblickt Reinhart einen Bauern, der einen Schinken mit sich führt. Unter seinem Kommando versuchen sie nun, den Schinken zu ergattern. Dafür platziert sich Reinhart vor den Bauern und fängt an zu humpeln. Empört schreit der Bauer heftig auf Reinhart ein und wirft dabei den Schinken ins Gras. Reinhart lockt ihn zum Wald hin. Isengrin und seine Familie verschlingen den Schinken im Nu, ohne etwas für Reinhart übrig zu lassen. Wegen ihres Durstes führt sie Reinhart zu einem Weinfass in einem Mönchshof. Als die Anwohner dies bemerken, schlagen sie heftig auf die Wolfsfamilie ein, Reinhart ist unterdessen schon untergetaucht. Schließlich springen die Wölfe über einen Zaun und entkommen. So trennen sich die Wege von Reinhart und den Wölfen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Der Esel Balduin (V. 552-562)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart begegnet dem Esel Balduin. Er macht ihn auf sein Joch aufmerksam, unter dem er steht, und bietet ihm Freiheit an. Schließlich lässt Reinhart den Esel im Stich. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Isengrin liegt im Sterben (V. 563-634)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart lässt Isengrin im Stich, der im Sterben liegt. Als Isengrin sich wehklagend um das Fortbestehen seiner Familie sorgt, kommt Kuonin heran. Amüsiert provoziert Kuonin Isengrin mit der Lüge, seine Frau Hersant hätte ihn mit Reinhart [[Der_Minne-Diskurs_(Reinhart_Fuchs)|betrogen]]. Dies zerstört Isengrin fast vollends. Doch dann erkennt Isengrin diesen persönlichen Angriff und spricht Drohungen aus. Plötzlich erscheint Frau Hersant mit ihren Söhnen. Isengrin erklärt, Reinhart habe ihm das angetan, er solle dafür mit dem Leben büßen. Die Wolfsfamilie leckt dem Verwundeten die Wunden und schon ist er wieder wohlauf.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Fataler Fischfang beim Weiher (V. 635-822)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Reinhart baut aus einer Höhle eine Wohnung und zieht sich dorthin als Mönch zurück. Eines Tages läuft Isengrin hungrig im Wald herum. Der Duft von Reinharts gebratenen Aalen steigt ihm in die Nase und führt ihn zu seinem Haus. Isengrin klopft an. Sie vergeben sich und essen. Reinhart ernennt Isengrin zum Koch des Hauses. Als dieser den Kopf in den Topf hereinstreckt, gießt Reinhart heißes Wasser über ihn. Damit sie mehr Fische holen können, schlägt Reinhart vor, zu einem Weiher zu gehen. Beim Weiher angekommen, bemerken die beiden, dass er zugefroren ist. Reinhart findet einen Eimer und bindet diesen an dem Schwanz seines naiven Mitbruders fest. Dieser soll den Schwanz mit dem Eimer nun in ein Eisloch absenken. Allmählich friert Isengrin der Schwanz am Eis fest, bis er im Morgengrauen vollends festgefroren ist. Als der Tag anbricht, macht sich Reinhart davon. Zufällig kommt ein Ritter auf der Jagd mit seinen Hunden auf Isengrin zu. Als dieser sogenannte Herr Birtin den Wolf erblickt, hetzt er die Hunde auf ihn los. Flott springt er vom Pferd und erhebt das Schwert über Isengrin. Plötzlich rutscht Birtin ungewollt aus und schneidet [[Sexuelle_Gewalt_im_Reinhart_Fuchs|Isengrin den Schwanz]] ab. Dieser eilt rasch davon.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Der Fall in den Brunnen (V. 823-1030)&#039;&#039;&#039; =====        &lt;br /&gt;
Reinhart geht in ein Kloster, da dort viele Hühner gehalten werden. Er kommt zu einem tiefen, weiten Brunnen. Als er hineinblickt, sieht er einen Schatten in dem Brunnen, den er für [[Der_Minne-Diskurs_(Reinhart_Fuchs)|seine Frau]] hält. Da er zu ihr möchte, springt er hinein. Er schwimmt lange umher, bis er einen Stein findet. Kurz darauf kommt Isengrin zu dem Brunnen und sieht ebenfalls einen Schatten, den er für [[Der_Minne-Diskurs_(Reinhart_Fuchs)|seine Frau Hersant]] hält. Vor dieser klagt er über seine Verwundung und Schmach. Nachdem er Reinhart entdeckt, fragt er ihn, was er dort unten mache. Reinhart erzählt, dass sein Körper tot sei und er sich im Himmel befinde. Isengrin, der Reinharts Augen sieht, fragt, was dort unten so funkle. Da antwortet Reinhart, dass es Edelsteine seien und schwärmt, wie schön es an seinem Ort sei. Daher hat Isengrin den Wunsch, ebenso an jenen Ort zu gelangen. An dem Brunnen gibt es zwei Eimer, von denen dann einer hinauf geht, wenn der andere hinabgelassen wird. Dies nutzt Reinhart, der sich in den unteren Eimer gesetzt hat und befiehlt Isengrin, sich in den oberen Eimer zu setzen, was er sofort befolgt. Während Isengrin mit dem Eimer in den Brunnen herabsinkt, gelangt Reinhart nach oben und kommt so frei. &lt;br /&gt;
Ein Mönch, welcher Wasser holen möchte, sieht Isengrin und hält den Wolf für eine Rache Gottes. Die Mönche holen ihn hinauf und erschlagen ihn beinahe. Dem Prior wird bewusst, dass es im Alten Testament einen Wolf gibt, der beschnitten ist, sodass die Mönche ihre Tat bereuen und davonziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Versuchte Schlichtung der Auseinandersetzung zwischen Reinhart und Isengrin (V. 1031-1153)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Isengrin schleppt sich in den Wald und heult, seine Frau Hersant und die beiden Söhne hören dies. Er klagt ihnen sein Leid. Alle weinen und Frau Hersant ist erschüttert, dass ihr Mann keinen Schwanz mehr hat. Der Rache wegen will Isengrin Reinhart auflauern. Der Luchs hört von der Auseinandersetzung seiner beiden Verwandten und bietet an, den Streit zu schlichten. Nach drei Wochen wird ein Gerichtstag festgelegt. Isengrin erscheint mit vielen großen Tieren: Elefant, Wisent, Hinde, Hirsch Randolt, Bär Brun, Wildschwein und der bissige Rüde Herr Reize. Reinhart hingegen kommt mit vielen kleineren Tieren, dem Dachs Krimel, einem Hasen und einem Kaninchen. Mit der Absicht, Reinhart zu überlisten und ihn umzubringen, fordern sie Reize auf, sich totzustellen. Doch Krimel bemerkt dies und warnt Reinhart, dass Reize ihn umbringen wolle. Der Luchs sagt, Reinhart solle bezeugen, Frau Hersant nicht nachgestellt zu haben, was Reinhart sofort tut. Danach deckt Reinhart auf, dass Reize lebt und flieht mit seinen Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;[[Sexuelle Gewalt im Reinhart Fuchs|Die Vergewaltigung]] (V. 1154- 1238)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Isengrin und Frau Hersant, die Reinhart totbeißen will, um ihre Unschuld zu beweisen, verfolgen Reinhart. Da [[Sexuelle Gewalt im Reinhart Fuchs|vergewaltigt]] Reinhart Frau Hersant und flieht darauf in eine Dachshöhle. Isengrin und seine Begleiter sind Zeugen der Vergewaltigung. Er droht Reinhart den Tod an, dann weinen er und seine Familie. Wütend gehen sie weg. Reinhart möchte, dass wenigstens Frau Hersant bleibt, da sie von Rechts wegen seine Hausfrau sein müsse. Isengrin gibt darauf keine Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Der Angriff des Löwen und die Rache des Burgherrn (V. 1239-1330)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Dies alles geschieht unter der Herrschaft des [[Der Löwe Vrevel (Reinhart Fuchs)|Löwen Vrevel]], der in einer Bedrängnis Landfrieden angeordnet hatte. Alle folgen seinen Befehlen. Er ist für alle der erste Herrscher nach Gott. Eines Tages geht er zu einem Ameisenhaufen und verkündet, er sei nun ihr neuer Gebieter. Die Ameisen wollen sich dem Löwen jedoch nicht unterwerfen, sodass ein erbarmungsloser Kampf beginnt, der viele Opfer fordert. Als der Löwe verschwindet, kommt der Burgherr aus dem Wald zurück. Er ist eine sehr tapfere Ameise. Nachdem er sich die Lage hat erklären lassen, macht er sich auf zum Löwen, um sich zu rächen. Da findet er ihn schlafend unter einer Linde und springt ihm mit aller Kraft ins Ohr. Reinhart beobachtet diese Szene. Den Löwen hat dieser Angriff schwer getroffen. Er brüllt laut los, sodass alle Tiere herbeikommen. Der Löwe kommt zu dem Entschluss, dass dies ein Schlag Gottes wäre, da er nicht Gericht gehalten hat. Deswegen befiehlt er sofort einen Hoftag für sechs Wochen.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;[http://mediaewiki.de/w/index.php?title=Der_Hoftag_(Reinhart_Fuchs)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1 Der Hoftag] (V. 1331-1510)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Sehr viele verschiedene Tiere erscheinen am Hof. Der König sitzt auf dem Richterstuhl, Reinhart ist nicht anwesend. Isengrin ist da und sucht sein Recht. Der Bär Brun ist sein Fürsprecher. Er erzählt, wie sich Reinhart an Isengrin schuldig gemacht hat. Da widerspricht Krimel, die Aussagen könnten nur gelogen sein. Der König befiehlt dem Hirsch Randolt, unter Eid sein Urteil abzugeben. Dieser verurteilt Reinhart und verlangt, ihn verhaften und aufhängen zu lassen. Auf Nachfrage des Königs stimmen viele zu, denn sie wollen Reinhart unbedingt bestrafen. Plötzlich spricht das weise Kamel aus Thuschalan eine Gegenrede aus, man müsse den nicht anwesenden Angeklagten dreimal vorladen. Diese Idee wird von vielen unterstützt. Da kommen Scantecler und Pinte mit ihrer noch am selben Tag von Reinhart totgebissenen Tochter und sprechen ihre Klage aus. Da beschließt der König zornig, Reinhart habe unter allen Umständen das Land zu verlassen oder er werde sterben. Der Hase bekommt vor Angst Schüttelfrost. Nachdem die verstorbene Tochter begraben wird, schläft der Hase auf dem Grab ein. Als er aufwacht, ist er von seinem Schüttelfrost geheilt. Das erzählt er dem König und das Huhn wird für heilig erklärt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Der Hofkaplan, Reinhart und der Honig (V. 1511-1604)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Der König befiehlt seinem Hofkaplan Herr Brun, Reinhart zu suchen. Dieser findet ihn vor seiner Höhle und berichtet Reinhart, er sei angeklagt, solle zum König kommen und sich verantworten. Reinhart schlägt vor, erst einmal zu speisen. Er führt den Hofkaplan zu einem Baum voller Honig, bei dem ein Bauer einen Keil in einen Stamm geschlagen hatte. Der Hofkaplan steckt ungeduldig seinen Kopf in den Stamm, da zieht Reinhart den Keil weg und der Stamm klemmt zu. Damit ist der Kaplan gefangen. Reinhart macht sich davon. Da kommt ein Mann vorbei, erblickt den Hofkaplan und fährt schweigend zum Dorf. Dort läutet er in der Kirche die Glocken so heftig, dass alle herbeieilen. Nun erzählt er vom Bären und führt sie zu ihm. Als der Kaplan die Meute hört, stemmt er seine Füße gegen den Stamm und zieht seinen Kopf heraus. Dabei verliert er seine Haare. Er eilt schnell davon.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=====&#039;&#039;&#039;Diepreht wird zu Reinhart geschickt (V. 1607-1797)&#039;&#039;&#039;=====&lt;br /&gt;
Als der König seinen Kaplan so geschändet sieht, fragt er den Biber um sein Urteil. Dieser meint, man solle Reinhart zum Verlust seines Lebens und Besitzes verurteilen. Viele Leute schließen sich dem an. Der Elefant widerspricht, man müsse bis zu dreimal Boten an Reinhart schicken. Da befiehlt der König, Diepreht solle Reinhart aufsuchen. Bei Reinhart angekommen, verkündet Diepreht, der König habe Reinhart befohlen, vor ihn zu treten oder das Land zu verlassen. Daraufhin bietet Reinhart dem Diepreht viele Mäuse in einem angeblich verlassenen Haus an. In diesem Haus wohnt jedoch ein Pfarrer mit seiner Frau. Vor dem Einschlupf hat er eine Schlinge als Falle aufgehängt. Unaufmerksam eilt Diepreht zum Haus und gerät in die Schlinge. Dies bemerken die beiden Bewohner sofort und erwarten den lang verhassten Reinhart in der Falle. Der Pfarrer nimmt ein Messer und eilt zu Diepreht. Die Dunkelheit erschwert ihm die Sicht, sodass er aus Versehen den Strick zerschneidet. Daher kann Diepreht davoneilen. Die Pfarrersfrau beginnt einen schlimmen Streit, denn sie meint, der böse Reinhart sei ihr entwischt.&lt;br /&gt;
Diepreht lässt die Mäuse zurück und eilt zum Hof des Königs. Er berichtet ihm von Reinharts Tat. Wieder wird der König zornig über Reinhart. Diesmal bittet er den Eber um seine Meinung, was nun richtig sei. Dieser spricht Reinhart Ehre und Besitz ab und fordert das Todesurteil. Isengrin schließt sich dem an. Krimel entgegnet, dass Diepreht unrecht habe und sich auf eine Bestechung eingelassen hätte. Der König schickt Krimel selbst, um Reinhart herbeizuschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Betrug des Königs (V. 1798-2002)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Als Krimel zu Reinhart kommt, berichtet er ihm von den Anschuldigungen und sie speisen gemeinsam. Darauf gehen sie zum Hof des Königs, Reinhart trägt das beste Hofgewand und ist mit einer Arzttasche und Kräutern bepackt. Viele Tiere rufen ihm Beschuldigungen zu. Reinhart tritt auf und bemängelt die Zuchtlosigkeit am Königshof. Er erzählt dem kranken König von Meister Bendin, einem Arzt aus Salerno. Daraufhin behauptet Reinhart, er wolle den König heilen. Dafür sei es die Empfehlung des Arztes, täglich von den mitgebrachten Heilkräutern zu essen. Zudem ließe der Arzt ausrichten, der König solle einem alten Wolf die Haut abziehen und sowohl ein Bärenfell als auch eine Mütze aus Katzenfell besorgen, ansonsten drohe ihm der Tod. Der König lässt den Wolf Isengrin und den Bär Brun kommen und fordert sie auf, ihm ihr Fell zu geben. Brun entgegnet, dass der sogenannte Arzt schon mehr getötet als Leben gerettet habe. Isengrin zeigt ihm seinen Schwanz und warnt den König, er könne genauso geschändet werden. Sie können nicht entfliehen, ihnen wird das Fell abgezogen, ebenso geschah es Diepreth. Reinhart sagt weiter, dass noch ein gekochtes Huhn mit Eberspeck nötig wäre. Also lässt der König Pinte fangen und vom Schinken des Ebers wird ein riesiges Stück herausgeschnitten. Reinhart berichtet, sie bräuchten noch einen Gürtel aus Hirschleder. Dieser stellt ihm der Hirsch, weil er sich nicht traut, Widerstand zu leisten. Reinhart verspricht dem König, dass er ihm helfen könne, wenn er nur auf ihn höre. Der König versichert, dass er dies tun wolle. Schließlich erwarte Meister Bendin laut Reinhart ein Biberfell als Lohn. Dies verspricht der König zu besorgen. Er zieht dem Biber das Fell ab, was viele andere Tiere beobachten. Aufgrund dessen fliehen sie. Nur Krimel, das Kamel von Thuschalan und der Elefant bleiben zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Bad des Königs und weitere Forderungen Reinharts (V. 2003-2162)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Reinhart ordnet dem König ein Bad mit vielen Kräutern an und setzt ihm das Katzenfell auf. Kurze Zeit später ergreift er seine Herzader und behauptet, er sei wieder gesund, weswegen er aus der Badewanne hinaussteigen solle. Er hüllt den König in Isengrins und Bruns Fell und macht ihm heiße Umschläge um sein Haupt. Schon kriecht der Ameisenherr heraus aus seinem Kopf, direkt in das Katzenfell. Reinhart will ihn zuerst töten, er gewährt ihm aber Gnade, als der Ameisenherr ihn besticht. Er bietet ihm an, dass er in seinem Wald mehr als tausend Burgen beherrschen dürfe. Dann essen Reinhart und der König gemeinsam das Huhn, Krimel bekommt den Eberspeck. Beiläufig bittet er den König, dem Elefanten Land zu geben. Dieser bekommt Böhmen. Als er aber dort ankommt und verkündet, dass er nun der neue Herr sei, wird er verprügelt und muss wieder zurückkehren. Des Weiteren bittet Reinhart darum, dass das Kamel in Erstein Äbtissin werden solle. Auch diesen Wunsch erfüllt der König und verleiht ihr das Kloster. Sie wird von den erzürnten Nonnen zu Tode geprügelt, während sie verkündet, dass sie die neue Äbtissin werden solle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;[[Moral und Gewissen (Reinhart Fuchs)|Tod des Königs]] (V. 2163-2248)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Reinhart gibt dem König einen Gifttrank und geht anschließend mit Krimel in den Wald. Dort treffen sie auf Brun, der wütend die Zähne fletscht, nachdem Reinhart ihn provoziert hat. Reinhart lässt ihn zurück und läuft zu seiner Festung. Dem König wird elend, daher möchte er Reinhart sprechen, der nicht mehr da ist. Ihm wird Reinharts Betrug bewusst und bemerkt, dass ihm dies das Leben kostet, und empfindet Reue. Darauf zerfällt er in drei Teile, seine Zunge in neun. Alle weinen und drohen Reinhart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Übersetzung (V. 2238-2249)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| swer sich an den ungetrwen lat,|| Wer sich einem Untreuen anvertraut,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dem wirt iz leit, des muz ich iehen. || dem wird es leid tun, das muss ich sagen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| alsam ist ouch nu mir geschehen. || So ist es auch mir nun widerfahren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| er kerte sich zu der wende,|| Er lehnte sich an die Wand,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do nam der kunic sin ende.|| da starb der König.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sin houbet im en dreu spielt,|| Sein Haupt zerfiel in drei Teile,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in neune sich sin zunge vielt.|| seine Zunge zerteilte sich in neun Teile. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| si weinten alle durch not || Aus Kummer weinten alle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umbe des edelen kuniges tot, || über den Tod des edlen Königs.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sie dreweten alle harte || Alle drohten &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dem guten Reinharte.|| dem guten Reinhart heftig.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ditz si gelogen oder war, || Dies sei ausgedacht oder wahr,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| got gebe uns wunecliche iar!|| Gott gebe uns ein glückliches Jahr!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hie endet ditz mere.|| Hier endet diese Erzählung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &#039;&#039;&#039;Das Ende der Geschichte (V. 2249-2266)&#039;&#039;&#039; =====&lt;br /&gt;
Dann endet die Geschichte, die der Spielmann [[Heinrich der Glîchezâre|Heinrich]] gedichtet hat. Ein anderer hat noch Dinge hinzugefügt und einiges weggelassen. Als letztes folgt die Bitte an Gott, ihm ein frohes Leben zu schenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Struktur: Zwei Perspektiven ==&lt;br /&gt;
=== Die Erzählstruktur nach sukzessivlogischer Lektüre ===&lt;br /&gt;
Bei sukzessivlogischer Lektüre werden die einzelnen Szenen als Teil einer chronologischen Episodenreihung gesehen. Die einzelnen Episoden bauen aufeinander auf und stehen in einer zwingend-kausalen Folge. Es gibt zwei Überlieferungen, in denen die Erzählung des &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; nachgelesen werden kann: eine alte, fragmentarische &amp;quot;um 1200&amp;quot; und eine jüngere, vollständige &amp;quot;um 1320/30&amp;quot; [Bertau 1983:19]. Ein markanter Unterschied zwischen beiden Überlieferungen ist der Titel. Während das alte Fragment die Geschichte von &amp;quot;&#039;&#039;Isîngrînes nôt&#039;&#039;&amp;quot; erzählt, wird die jüngere Parallelüberlieferung mit &amp;quot;&#039;&#039;vuhs Reinhart&#039;&#039;&amp;quot; betitelt. Wenn das Tierepos unter dem Titel &amp;quot;&#039;&#039;Isîngrînes nôt&#039;&#039;&amp;quot; gelesen wird, so ist die aneinandergereihte Episodenfolge sukzessivlogisch entwickelt. Hier wird das Augenmerk auf das Leiden des [[Isegrin_(Reinhart_Fuchs)|Wolfes]] gelegt. Zudem wird mit dem Substantiv &amp;quot;&#039;&#039;nôt&#039;&#039;&amp;quot; auf der &amp;quot;&#039;&#039;Nibelungen nôt&#039;&#039;&amp;quot; angespielt, also die letzten beiden Worte, mit denen das [[Das_Nibelungenlied|&#039;&#039;Nibelungenlied&#039;&#039;]] endet. Wie in jenem Heldenepos kann auch das Tierepos in zwei Hauptteile gegliedert werden, denn im ersten Teil erfährt der [[Isegrin_(Reinhart_Fuchs)|Wolf]] und im zweiten Teil die ganze &amp;quot;tierische Ritterwelt das Unheil&amp;quot;. [Bertau 1983:19]&lt;br /&gt;
Nach der Perspektive einer syntagmatischen Episodenreihung kann der &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; also grob in ein Vorspiel und zwei große Hauptteile gegliedert werden: [Ruh 1980:16]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I [[Reinhart_der_Verlierer_(Reinhart_Fuchs)|Vorspielartige Aventiurenreihe]]&#039;&#039;&#039; (V. 11-384)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II Die Fuchs-Wolf-Auseinandersetzung&#039;&#039;&#039; (V. 385-1238) &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III [[Der_Löwe_Vrevel_(Reinhart_Fuchs)|König Vrevels]] Hoftag&#039;&#039;&#039; (V. 1239-2248)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;I [[Reinhart_der_Verlierer_(Reinhart_Fuchs)|Das Misslingen Reinharts]] (V. 11-384) &#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Im einleitenden Vorspiel jagt Reinhart dreimal erfolglos: 1. den Hahn Scantecler, 2. [[Fuchs_und_Meise_(Reinhart_Fuchs)|die Meise]] und 3. den Raben Diezlin.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Original !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart kvndikeite pflac, || Reinhart übt sich in seiner List,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| doch ist hevte niht sin tac, || doch ist heute nicht der Tag,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz iz im nach heile mvege ergan. || an dem das Glück auf seiner Seite steht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Womöglich dienen diese ersten Niederschläge dazu, durch Empathie und Mitleid beim Leser Sympathien für den vorerst geschlagenen Reinhart zu wecken[Ruh 1980]. Durch siegreiche Episoden allein wäre Reinhart Fuchs unsympathisch und der Sieg an sich als gewöhnlich dargestellt. Doch durch die initiale Schilderung entrüstender Verluste und der darauffolgenden Darstellung des Siegeszuges werden Niederlage und Sieg in Kontrast zueinander gesetzt. Gerade durch dieses Oppositionsgefüge bekommt der Sieg erst seine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;II Die Katastrophe Isengrins (V. 385-1238)&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Der erste große Erzählteil beginnt mit dem Zweckbündnis zwischen Reinhart und Isengrin. In vier Episoden werden Erfahrungen mit fragilem Vergnügen geschildert.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Szenenreihe_vor_Isengrins_Katastrophe.PNG]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf diese vier Episoden folgt die Katastrophe Isengrins in sieben Szenen. Die Episoden sind in einer Zentralkomposition arrangiert. Die Rahmenszenen 1/2 und 6/7, ebenso 3 und 5 enstsprechen sich. Den Mittelpunkt bildet die Fischweiherszene mit dem bedeutungstragenden Schwanzverlust. Sie verweist zurück auf Szene 1 und voraus auf Szene 7. Damit bilden sie &amp;quot;drei Etappen der körperlichen Schädigung und der moralischen Demontage Isengrins&amp;quot; [Ruh 1980: 22]. &amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Katastrophe Isengrins neu.jpeg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;III Der Hoftag (V. 1239-2248)&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
So wie das Wolfsdrama ist auch der Hoftag in sieben Szenen gegliedert und besitzt eine Zäsur in der Mitte. Diese Mittelachse beim Hoftag ist nicht so tiefgreifend wie die Szene mit dem Schwanzverlust des Wolfes, besitzt dafür jedoch mehr erzählerische Breite. [Ruh 1980: 26] &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Struktur Hoftag neu.jpeg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die stärkste Klammer bildet die äußerste, denn sie beginnt mit der Aggression Vrevels gegen die Ameisen und endet mit dem Gifttod desselben. Diese beiden Szenen bilden einen geschlossenen Rahmen von Anfangstat und Ergebnis, von Untat und Strafe. Die Szenen 2/3 und 4/5 stehen sich als Antithesen gegenüber, denn sie stellen Reinhart zunächst als Angeklagten dar, dann als Richter und Rächer. Da in den Szenen 1 und 5 bis 7 die Kommentare des Autors stark zunehmen, scheint hier die Suche nach der hauptsächlichen konzeptionellen Aussage sehr sinnvoll. In diesen Szenen wird ein autoritärer, willkürlicher Machthaber bestraft. Naiv hat er sich zum erbarmungslosen Werkzeug des listigen Reinharts missbrauchen lassen, durch den der Gerichtstag zum brutalen Massaker eskaliert. So werden Verbrechen legalisiert, der Angeklagte zum Richter avanciert, die Kläger durch Schändung, Tötung und Verspeisung grausam massakriert. [Ruh 1980:27]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Erzählstruktur nach simultanlogischer Lektüre ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt bezieht sich auf den Text von Bertau [Bertau 1983]. Er untersucht die Literatursituation und die zwischen simultanlogischen und sukzessivlogischen Kategorien schwankende Forschung zur Interpretation des Tierepos. Während die sukzessivlogische Lektüre eher dem alten Fragment &amp;quot;&#039;&#039;Isîngrînes nôt&#039;&#039;&amp;quot; entspricht, bietet sich die spätere Überlieferung &amp;quot;&#039;&#039;vuhs Reinhart&#039;&#039;&amp;quot; eher dazu an, simultanlogisch gelesen zu werden. Im Gegensatz zur sukzessivlogischen Lektüre lösen sich die Situationen bei der simultanlogischen Lektüre aus der zwingenden Folge, jede Episode ist in sich am Ziel. Der Fokus liegt hierbei nicht mehr auf dem Weg des immer größer werdenden Unheils, sondern die Situationen stehen bloß noch räumlich nebeneinander, während sie eine beliebige Auswahl an Taten des Helden darstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bertau geht also statt von einer syntagmatischen Episodenreihung von einer paradigmatischen Episodensammlung aus. &lt;br /&gt;
Die Verkettung der Szenen erfolgt nach einer räumlich-statischen Komposition mit drei Teilen, die zu je 7 Szenen geordnet werden können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Teil A ====&lt;br /&gt;
1. Fuchs und Hahn - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Fuchs und Meise - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Fuchs und Rabe - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Bündnis zwischen Fuchs und Wolf&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Fuchs und Wölfin, Minnewerbung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Fuchs, Wolf und Schinken - Niederlage Reinharts&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Wolf im Klosterkeller - Rache des Fuchses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Teil B ====&lt;br /&gt;
1. Der Wolf in der Falle (Kastration?)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Ehebruch Fuchs und Wölfin&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Der Wolf als Mönch&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Der Fischfang des Wolfes (Verlust des Schwanzes)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Der Wolf im Brunnen (Strafe und Gnade)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Der Fuchs vermeidet die Falle des Schwurs&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Der Fuchs notzüchtigt die Wölfin.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Teil C ====&lt;br /&gt;
1. Der Löwe zerstört die Ameisenburg&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Wolf klagt vor dem Königsgericht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Der hahn klagt vor dem Königsgericht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Dreimaliges Aufgebot des beklagten Fuchses&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Der Fuchs als falscher Arzt lässt die feindlichen Tiere und Kläger durch den König hinschlachten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Der Fuchs belohnt seine Parteigänger&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Der Fuchs vergiftet den Löwen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht um ein ausgewogenes System, das räumlich abbildbar ist. Für jeden der drei Teile entsteht jeweils ein Zentrum:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: Das Bündnis zwischen Fuchs und Wolf&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
B: Das Unglück des Wolfes&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
C: Das Aufgebot zum Königsgericht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil B, das Unglück des Wolfes betreffend, bildet wiederum das Zentrum des Ganzen.&lt;br /&gt;
Zudem müssen Szenen ergänzt bzw. zurechtgerückt werden (B1, C5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von dieser Erzählstruktur kann folgende Interpretation angenommen werden: Ein einzelnes Ereignis wird zum Gleichnis für eine typische im allgemein-menschlichen anzutreffende Situation. Durch jene Darstellung von Taten eines Helden als exemplarische wird der (Anti-)Held selbst zu einer Verkörperung des Bösen.[Bertau 1983]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Deutung ===&lt;br /&gt;
Allgemein ist bei Strukturierungsfragen Vorsicht geboten, wie es auch Bertau formuliert: &amp;quot;Es erscheint überaus methodisch [misslich], nach heutigem Gutdünken Abschnitte unerscheiden zu wollen, weil dabei unversehens der Text mit heutigen Kategorien überformt wird, über die der Interpret dann keine Kontrolle mehr hat&amp;quot; [Bertau 1983]:26. Doch welche Interpretationsmöglichkeiten eröffnet die jeweils vorgeschlagene Erzählstruktur? &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn das Tierepos sukzessivlogisch gelesen wird, erscheint die konzeptionelle Aussage politisch motiviert [Schwab 1967] und der Dichter &amp;quot;komponiert auf ein episches Ende hin&amp;quot; [Ruh 1980:29]. Dabei wird auf die elsässischen Verhältnisse angespielt und die antistaufische Haltung [[Heinrich_der_Glîchezâre|Heinrichs]] tritt zutage. So wird im &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; beispielsweise Walther von Horburg zitiert (V. 1024-1029), der der staufischen Partei angehörte. Als der [[Isegrin_(Reinhart_Fuchs)|Wolf Isengrin]] von den Mönchen nach seinem Schwanzverlust nur nicht zu Tode geschlagen wird, weil sie ihn nach Bemerken seiner Tonsur verschonen, wird ein Sinnspruch von Walther zitiert (&amp;quot;iz kvmet mir als lichte ze gvte, so iz mir tvt dehein vngemach&amp;quot;, V. 1028f.). Der Spruch besagt, dass ein Unheil auch zum Guten umschlagen kann, etwa im Sinne von &amp;quot;Glück im Unglück&amp;quot;. Eine Zitation Walthers an einer solch blamablen Stelle kann ironisierend und &amp;quot;als blutiger Hohn verstanden werden&amp;quot; [Ruh 1980:28]. Zudem erinnert der Gifttod [[Der_Löwe_Vrevel_(Reinhart_Fuchs)|König Vrevels]] an den durch die antistaufische Strömung propagierten Gifttod des Kaisers Heinrich VI. im Jahre 1197. Dieser Kaiser wurde in erstaunlicher Deckung mit der Figur des Vrevel als Feigling gegenüber den deutschen Fürsten und als Willkürherrscher skizziert [Ruh 1980:28]. All diese antistaufischen Andeutungen stellen den &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; als eine &amp;quot;Warnfabel&amp;quot; [Schwab 1967] dar, in der politische Begebenheiten nicht reine historische Nacherzählungen sind, sondern aktuelle Warnsignale zur gegenwärtigen Situation darstellen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text von Bertau beschäftigt sich ebenfalls mit der historischen Deutung:&lt;br /&gt;
Der elsässische Verfasser „Heinrich“ kritisiere in seinem Werk die Verhältnisse des staufischen Staates, dessen System-Logik und die der höfischen Welt. Im Gegensatz zu Ruh und Schwab sei laut Bertau jene Kritik aber keine konstruktive, denn Heinrich nehme die Welt um sich herum als komplett schwarz wahr.[Bertau 1983]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [*Bertau 1983] Bertau, Karl: &#039;Reinhart Fuchs&#039;. Ästhetische Form als historische Form, in: ders.: Über Literaturgeschichte. Literarischer Kunstcharakter und Geschichte in der höfischen Epik um 1200, München 1983, S. 19-29.&lt;br /&gt;
* [*Ruh 1980] Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Bd. 2: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 13-33.&lt;br /&gt;
* [*Schwab 1967] Schwab, Ute: Zur Datierung und Entstehung des Reinhart Fuchs. Mit einem textikritischen Beitrag von Klaus Düwel, Neapel 1967.&lt;br /&gt;
* Die Versangaben zum RF beziehen sich auf Heinrich der Glîchezâre (1976): Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, Stuttgart: Reclam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Reinhart Fuchs]] [[Kategorie: Tierepik]] [[Kategorie: Inhaltsangabe]] [[Kategorie: Erzählstruktur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Reinharts_Bosheit_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=39151</id>
		<title>Reinharts Bosheit (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2024-06-10T12:14:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Bösartigkeit des Fuchses Reinhart aus dem von &#039;&#039;Heinrich der Glîchezære&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Alle weiteren Versangaben beziehen sich auf: Heinrich der Glîchezâre: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, hg. und übersetzt von Karl-Heinz Göttert, Reclam, Stuttgart 1976.&amp;lt;/ref&amp;gt; verfassten Tierepos. Die verschiedenen Stufen seiner Listen sollen analysiert werden, mit der Absicht, die Entwicklung seiner Bosheit zu dokumentieren. Somit werden sowohl Reinharts Absicht und Bereitwilligkeit, Schaden anzurichten, als auch die Wahrnehmung Reinharts Moral in den Fokus gerückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Hintergründe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fuchs wird bereits im Mittelalter mit Schlauheit, Täuschung und Hinterlistigkeit verbunden und ist ein Symbol der dunklen Künste. Im Vergleich zu heute hatte man im Mittelalter andere Blickwinkel. Somit wurden Füchse nicht nur aus der Perspektive der Naturwissenschaft betrachtet, sondern auch aus der der Heilkunde. Füchse wurden als ein schlechtes Omen angesehen und mit schwarzer Magie und dem Bösen in Bezug gesetzt. Die symbolische Bedeutung des Fuchses hat ihren Ursprung in dem altdeutschen Physiologus, wo der Fuchs als ein ideenreiches aber negativ gestimmtes Tier dargestellt wird. [Müllneritsch 2010: 291ff.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung mit der Heilkunde und magischen Kräften, die im Mittelalter eine große Rolle spielen, zeigen sich auch im &amp;quot;Reinhart Fuchs&amp;quot; an einigen Stellen, wie zum Beispiel am Ende, wieder. Im Zusammenhang mit dem Aberglaube, der Fuchs sei ein Zeichen des Bösen und ein &amp;quot;Hexentier&amp;quot;, was so weit verankert war, dass man die Bezeichnung &amp;quot;Fuchs&amp;quot; mied, bekommt die Stelle an der sich Reinhart als Arzt ausgibt eine tiefgründigere Bedeutung, die man aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts leicht übersieht. Er bringt statt Heilung Verderben mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fuchs hat sich seinen Weg in viele Fabeln gebahnt und wird oft mit denselben bereits erwähnten Merkmalen ausgestattet. &lt;br /&gt;
Trotz der eigentlichen Verwandtschaft zwischen Füchsen und Wölfen, die daher abgeleitet wird, dass beide zu der Familie der &amp;quot;Hundeartigen&amp;quot; gehören, fallen sich diese in Fabeln und anderen Geschichten immer wieder in den Rücken. So scheint es als sei die Geschichte der Wolfsfamilie und Reinhart Schicksal und in Stein gemeißelt. [Müllneritsch 2010: 291ff.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stufen der Listen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte beginnt damit, dass der Fuchs als schlau und listig (&amp;quot;kundigkeit&amp;quot;) dargestellt wird. Bei der Vorstellung des Fuchses wird Reinhart mit &amp;quot;iz&amp;quot;=&amp;quot;es&amp;quot; eingeführt. Damit scheint er zunächst eher mit der tierischen Welt in Verbindung gebracht zu werden. Kurze Zeit später bekommt er aber das Personalpronomen &amp;quot;er&amp;quot;, was ihn personifiziert. Damit wird dem Fuchs ein Charakter zugeteilt. Die Inkonsistenz stellt bei der Art, mit der man an den Text herangehen sollte, ein Problem dar. Man hat die zwei folgenden Möglichkeiten: Entweder man sieht den Fuchs als ein Tier, das kein Bewusstsein besitzt und somit auch keine Moral, wodurch sein Handeln nicht beurteilt oder bewertet werden können, oder man sieht Reinhart als einen Charakter. Wenn man Reinhart als einen Charakter betrachtet, kann sein Handeln analysiert und kommentiert werden. Im Folgenden wird der Schwerpunkt auf Reinhart als Charakter gesetzt, dennoch werden einige Argumente auf sein Dasein als Tier basieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gescheiterte Streiche===&lt;br /&gt;
Am Anfang kann man eine Reihe von Listen sehen, die alle fehlschlagen. Reinhart scheitert dabei, die Hühner und den Raben zu überlisten und seine Jagd ist somit nicht erfolgreich. Jedoch muss man trotz der hinterhältigen Absichten Reinharts anmerken, dass diese auf seine tierischen Instinkte zurückzuführen sind, wenn man sein Verhalten aus der Sicht einer biologischen Tierwelt betrachtet. Reinhart muss schließlich etwas fressen, um zu überleben. In diesen Episoden scheint der Fuchs nicht nur zu handeln, um anderen Schaden zuzufügen, sondern sich auch darauf zu konzentrieren, an Futter zu gelangen. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
| (V. 255-275)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Mittelhochdeutsch !! Übersetzung||Mittelhochdeutsch !!Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Nv horet, wie Reinhart,|| Nun hört, wie Reinhart, |||dines vater trewe waren gvt, || Die Treue deines Vaters war gut,&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| der vngetrewe hovartta,|| der untreue Höfling |||ovch hore ich sagen, daz sippeblvt|| Auch höre ich, dass man sagt, dass Blutsverwandtschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|warb vmb sines neven tot.|| sich um den Tod seines Neffen bemühte.|||von wazzere niht vertirbet.|| von Wasser nicht vertrieben wird.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz tet er doch ane not.|| Das tat er jedoch ohne Grund.|||trvt neve, nv bedenke mich!|| Geliebter Neffe, nun bedanke ich mich!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Er sprach: ,lose, Dizelin,|| Er sagte: Lieber, Dizelin,|||din neve alsvst erstirbet. || Dein Neffe geht auf diese Weise zugrunde.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|hilf mir, trvt neve min!|| Hilf mir, mein geliebter Neffe!|||daz macht dv erwenden harte wol.|| Das lässt dich wohl stark zurückschrecken.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|dir ist leider miner not niht kvnt:||Dir ist meine Verzweiflung leider nicht bekannt:||vom stanke ich grozen kvmmer dol.&#039;|| Der Gestank bereitet mir große Sorgen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ich wart hvete vru wunt;  || ich wurde heute früh verwundet;|||Der rabe zehant hinnider vlovc,|| Der Rabe flog sofort herab,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der kese liet mir ze nahen bi.|| Der Käse liegt mir zu nahe.|||dar in Reinhart betrovc.|| da betrog ihn Reinhart.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er smecket sere, ich vurcht, er si|| Er schmeckt sehr, ich fürchte, er sei|||er wolde im helfen von der not|| Er wollte ihm aus der Not helfen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|mir zv der wunden schedelich.|| schädlich für meine Wunden.|||dvrch trewe, daz was nach sin tot.|| aus Treue, das war später sein Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch fehlt der Methode, mit der Reinhart sich den anderen Tieren nähert, jegliche Empathie. Er schmeichelt den Tieren, um ihr Vertrauen zu erlangen – nur um sie dann zu betrügen. Durch die Personifikation der Tiere scheint das Jagen eine ganz neue Bedeutung zu erlangen. Das Tierepos weist den Tieren Gefühle, Gedanken sowie Eigenschaften (Intelligenz) zu, wodurch das Handeln des Fuchses nicht mehr auf animalische Instinkte zurückgeführt werden kann, sondern impliziert, dass der Fuchs Verstand hat und somit auch ein Gewissen besitzen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinharts Scheitern am Anfang zeigt, dass die anderen Tiere, vor allem die kleineren wie der Hahn, der Rabe und der Kater, sich vor ihm in Acht nehmen und damit rechnen, überlistet zu werden. Diese Vorsicht erschwert Reinhart die Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erster erfolgreicher Streich mit den Wölfen===&lt;br /&gt;
Obwohl Füchse keine Rudeltiere sind, sucht Reinhart sich Verbündete und gelangt zu der Wolfsfamilie. Im Gegensatz zu den &amp;quot;Gegnern&amp;quot;, die Reinhart bis jetzt hatte, sind die Wölfe nicht wachsam und wenn doch, reicht ihnen die Aussage Reinharts, dass sie stärker sind und somit einen Vorteil ihm gegenüber hätten. Das Angebot, mit Reinhart zusammenzuarbeiten, scheint auch verlockend. Die Wölfe sind für Reinhart anfangs nur ein Mittel zum Zweck. Jedoch scheint es vorerst nicht, als würde er sie überlisten wollen, er will sich einfach nur ihrer Kräfte bedienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und tatsächlich läuft der erste Streich, den Reinhart zusammen mit den Wölfen ausführt, erfolgreich: &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|(V. 458-474; V.485-490)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung || Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart hvb sich sa, ||Darauf eilte Reinhart zu einer Stelle,|||e dan der gebvre mochte wider kvmen,|| ehe der Bauer zurückkommen konnte,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|do der gebvr hine solde gan. ||wo der Bauer vorbeikommen musste.|||so hat er den bachen genvmen || hatte er den Schinken weggenommen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|einen vuz begonde er vf han || Er zog einen Fuß an |||vnd hat in schire vressen || und ihn schleunigst verschlungen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|vnde sere hinken, ||und hinkte sehr;|||Y sengrin begonde lachen,|| Isengrin fing an zu lachen:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er liez den rvcke sinken, ||dazu knickte er den Rücken ein,|||Reinhartes wart vergessen.|| An Reinhart dachte keiner.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|recht als er ime were enzwei. ||als sei er ihm zerschlagen.|||(...)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|der gebvre in vaste aneschrei,|| Der Bauer schrie heftig auf ihn ein.|||er sprach: , wol mich des gesellen min! || &amp;quot;Wohl mir bei diesem Gefährten! &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|den bachen warf er vf daz gras,|| Er warf den Schinken ins Gras,|||wi mochte wir baz inbizzen sin? || Wie hätten wir einen hübscheren Bissen finden können?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|nach Reinhartes kel ime gach was.||denn ihm war es nur noch um Reinharts Kehle zu tun;||ich weiz im disez ezzens danch.&#039;||Für diese Mahlzeit ist ihm mein Dank gewiss.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sin colbe was vreislich. ||seine Keule sah entsetzlich aus.|||do weste er niht den nachclanch.|| Er ahnte aber noch nicht das Ende.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart sach vmme sich ||Reinhart blickte sich um|||Reinhart qvam spilinde vnde geil,|| Reinhart näherte sich ganz vergnügt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|vnde zoch in zv dem walde.||| und lockte ihn zum Wald hin.|||er sprach: ,wa ist hin min deil?&#039; ||und meinte: &amp;quot;Wo ist mein Anteil geblieben?&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ysingrin hvb sich balde: ||Isengrin machte sich rasch auf den Weg: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Stelle zeigt nicht nur Reinharts ersten erfolgreichen Streich, sondern womöglich auch den Grund, weshalb er anfängt, seine Listen auf etwas anderes zu konzentrieren als die Jagd. Trotz der Personifikation des Fuchses bleibt Reinhart weiterhin ein Fuchs, futterneidisch und aggressiv. Die Wölfe lassen ihm nichts von der Beute übrig, die er durch seinen Plan und dem Ablenkungsmanöver erbeutet, was Reinhart mehr stört als er vorerst zeigt. Sein ganzes Verhalten nach dieser Szene scheint sich zu verändern und auf Rache abzuzielen. Die Veränderung des Fuchses lässt Reinhart jetzt mehr wie eine Figur wirken als ein Tier. Er plant bewusst den Untergang der Wölfe und fokussiert seinen Hass auf Isengrin. Reinhart scheint noch mehr als zuvor zu bemerken, dass seine Streiche eher auf Kosten anderer erfolgreich sind. Er lernt geduldiger zu sein und zuzuschlagen, wenn es keiner erwartet, ganz im Gegensatz zu seinem Benehmen in der Episode mit dem Raben oder der Meise. In der Wolfsepisode nistet Reinhart sich vorerst bei seinem &amp;quot;Gevatter&amp;quot; ein. Isengrins Naivität trägt zum Teil an dem Fortschreiten von Reinharts hinterlistigem Verhalten bei. Reinhart wird in seinen Steichen, die inzwischen bösartiger Absicht sind, nicht gestoppt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinhart erfährt bei den Wölfen kein Widerstand, da sowohl Hersant, als auch Isengrin sich von der Tatsache ablenken lassen, dass sie dem Fuchs überlegen sind und ihn jederzeit von seinem Handeln abhalten könnten, sollte es ihnen Schaden (&amp;quot;ich bin listic, starc sit ir, ir mochtet gvten trost han zv mir.&amp;quot; vgl. V.397).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Listen werden zu Straftaten===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Reinhart scheint so sehr von der Eigensinnigkeit der Wölfe gekränkt zu sein, dass er weitere Versuche, Nahrung zu finden, unterlässt und sich stattdessen auf die Bestrafung der Wölfe fokussiert. Sein erster Streich scheint noch recht harmlos, da er Isengrin und Hersant dazu überredet, Wein zu klauen, was dazu führt, dass Isengrin anfängt, betrunken zu singen und sich selbst zu verraten. Reinhart ergreift die Flucht und lässt die beiden Wölfe zurück, die von den Menschen geschlagen werden, jedoch entkommen können. Reinharts Rache hört aber nicht auf nachdem er den Wölfen eine Lektion erteilt, sondern steigert sich immer weiter. Isengrin gibt in dieser Instanz nicht dem Fuchs die Schuld und betrachtet ihn weiterhin naiv als Vetter. Dies ändert sich erst als er in eine Falle gelockt wird und ein Gerücht hört, dass Reinhart Hersant bestattet habe. Isengrin ist wütend und vergisst seine Wunden. &lt;br /&gt;
Der Wolf sucht Reinhart in seiner Wut auf, diese verraucht aber bei dem Geruch von gebratenen Aalen. Die Verfressenheit des Wolfes ermöglicht es Reinhart, ihn weiterhin zum Narren zu halten. &lt;br /&gt;
Reinhart wird von Streich zu Streich rücksichtsloser. Seine Absicht, es den Wölfen heimzuzahlen, dass sie ihm nichts übriggelassen haben, wendet sich der Erniedrigung und Vernichtung Isengrins zu. Nicht nur inhaltlich ist die Auseinandersetzung zwischen dem Fuchs und dem Wolf der Höhepunkt des ersten von zwei Hauptteilen, sondern auch für die Struktur des Textes. Die sieben Episoden, in denen sich Fuchs und Wolf immer wieder gegenübertreten sind in einer Zentralkomposition zueinander gesetzt, deren Mitte die Interaktion am Fischweiher bildet. [Ruth 1980: 22] Die drei Episoden in der Mitte der Komposition beinhalten Reinharts Veränderung zu einem Charakter, der aktiv böse ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist die Tonsur des Wolfes, bei der Reinhart den Wolf nicht nur fürs Leben kennzeichnet, indem er ihm das Kopffell und die Haut verbrüht, sondern ihm zusätzlich quälende Schmerzen zufügt, die an Folter grenzen und die er dem Wolf gegenüber als notwendig rechtfertigt. Diese Aktion kann weder auf seine tierischen Instinkte zurückgeführt werden, noch anders als mit dem Drang zur Rache erklärt werden. Reinhart scheint in dieser Szene jeden Skrupel zu verlieren. Diese Skrupellosigkeit wird intensiver als Reinhart den Wolf hinterlistig dazu überredet, seinen Schwanz in das frierende Wasser baumeln zu lassen, um zu fischen. Damit überlässt Reinhart den Wolf seinem Schicksal, was zufälligerweise das Leben des Wolfes schont. Reinharts Intention ist eine viel grausamere. Er will den Wolf sterben sehen, egal ob an Hunger oder dem Jäger. Reinhart – als intelligente Figur – weiß, was es für den Wolf bedeuten würde, festgefroren zu sein. Die Brunnenszene beinhaltet so etwas wie Karma, Reinhart wird von der Wasseroberfläche überlistet und springt in den Brunnen. Jedoch schafft er es auch wieder raus, indem er den bereits zerschundenen Isengrin erneut überlistet und ihn dazu bringt, den Platz mit ihm zu tauschen, sodass der Wolf im Brunnen festsitzt und später von den Mönchen fast zu Tode geprügelt wird, jedoch ironischerweise erneut überlebt, wegen den Entstellungen, die Reinhart ihm zugefügt hat. Reinharts Streiche, die nie als harmlos aufgetreten sind, können in diesen Episoden nicht mit dem Argument der Futtersuche gerechtfertigt werden. Die Auslöschung eines Wolfes ist kein natürliches Verhalten eines Fuchses.&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot(2) neu.jpeg|mini|Yisegrins Kathastrophen in 7 Szenen &amp;lt;ref&amp;gt;Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Bd. 2: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S.22.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Nochmal schauen wie man das Bild größer machen kann)]]&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhartis drivwe warin laz,||Von Treue konnte bei Reinhart keine Rede sein;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er gefror ie baz unde baz.||immer mehr fror jener ein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,Dirre eimir swerit&#039;, sprach lsingrin.|| &amp;quot;Der Eimer wird mir zu schwer&amp;quot;, klagte Isengrin.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,da han ich gezellit drin||&amp;quot;Ich habe schon dreißig Aale darin gezählt&amp;quot;,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|drizic ale&#039;, sprach Reinhart,|| antwortete Reinhart,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,diz wirtein nuzze vart;||&amp;quot;das Unternehmen wird sehr erfolgreich;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|kunnint ir stille gestan,||wenn Ihr Euch nur ruhig verhaltet,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|zehinzic wellint drin gan.&#039;||werden hundert hineingehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Alsez do begunde dagen,||Als es nun Tag wurde,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart sprach: ||meinte Reinhart: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,ich wil ivch mere sagin:||&amp;quot;Ich kann nur sagen:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ich furhte, wir unsir giticheit||wir müssen unsere Gier&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|uil sere engeltin; mir ist leit,||- fürchte ich-sehr büßen; es macht mir Sorge, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz so uil uisce drinne ist;||dass so viele Fische im Eimer sind;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ich neweiz der zuo neheinen list.||denn jetzt ist meine Kunst am Ende:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ir mugint sie niht uz erhebin.||Ihr dürftet sie kaum herausheben können;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sehint, ob ir sie mugint irwegin.&#039;||seht zu, ob Ihr sie auch nur ein wenig fortbewegen könnt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|lsingrin geriet zucken,||Isengrin begann zu ziehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz is begunde drucken||aber das Eis hielt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|den zagel, er muoze da stan.||seinen Schwanz fest, so dass er bleiben musste.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart sprach: ,ich wil gan||Reinhart sagte: &amp;quot;Ich werde mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|nah unsirn bruoderin darhaim:||zu unseren Mitbrüdern nach Hause aufmachen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|dirre gewin wirt niht clein.&#039;||denn dieser Erfolg ist wahrlich nicht gering.&amp;quot; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Der dag begunde uf gan,||Da wurde es vollends Tag,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart huob sich dannan.||und Reinhart machte sich davon.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allem, was Reinhart den Wölfen antut und endlich vor Gericht geführt wird, flieht er in einen Dachsbau – gefolgt von Hersant, Isengrins Gattin, die stecken bleibt und somit Reinhart ausgeliefert ist, der sie vor allen Anwesenden erniedrigt. Reinharts Verhalten Isengrin und seiner Gefährtin gegenüber wird von Episode zu Episode unkontrollierter und gewalttätiger.(vgl. [[Gewalt und Herrschaft (Reinhart Fuchs)]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do gewan si schire schande genuc: || Nachdem sie sicher genug Schande erlitten hatte:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sine mochte hin noch her, || Sie steckte fest und konnte weder rein noch raus,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart nam des gvten war, || Reinhart nahm sein Glück wahr,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zv eime andern loche er vz spranc, || und sprang zu einem anderen Loch wieder raus,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vf sine gevateren tet er einen wanc. || seinem Gevatter/Freund fügte er (seelischen) Schaden zu.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isengrine ein herzen leit geschach: || Isengrin tat das Herz weh:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| er gebrvtete si, daz erz an sach. || Er vergewaltigte sie, so dass er es mit ansehen musste.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart sprach: ,villibe vrvndin, || Reinhart sagte: ,Sehr geliebte Freundin,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir schvlt talent mit mir sin. || Ihr werdet heute den ganzen Tag mit mir sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| izn weiz niman, ob got wil, || Es weiß keiner, ob Gott will,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dvrch ewer ere ich iz gerne verhil.&#039;|| (aber) ich verheimliche es gerne um Eurer Ehre willen.&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vern Hersante schande was niht deine, || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| si beiz vor zorne in die steine,|| sie biss vor Wut in die Steine,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ir kraft konde ir nicht gefrvmen. || ihre Kraft konnte ihr nicht helfen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinhart entkommt auch diesmal trotz seiner offenkundigen Straftat und lässt unbekümmert die entehrte Wölfin liegen. Konnte man seine Taten bis jetzt noch rechtfertigen, so geht an dieser Stelle die Möglichkeit, den Fuchs zu entschuldigen, verloren. Die Bosheit des Fuchses ist nicht mehr nur auf seine Gier und auf seinen Egoismus zurückzuführen, die in der Tierwelt in gewisser Weise zum Überlebensinstinkt dazuzugehören scheinen, sondern beruhen auf der puren Absicht des Fuchses, andere Beteiligte zu verletzen und ihnen Schaden zuzufügen. Diese Absicht ist in einigen seiner vorherigen &amp;quot;Listen&amp;quot; oder besser gesagt &amp;quot;Straftaten&amp;quot; (vgl.[[Täter und Opfer (Reinhart Fuchs)]] ) enthalten, kann aber ab der Vergewaltigung deutlich als solche gesehen werden. Seine Rache, die durch das Merkmal eines Fuchses futterneidisch zu sein erklärt werden kann, verliert den Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte versuchen, mit Fortpflanzungsinstinkten zu argumentieren, jedoch können sich Wölfe und Füchse nicht paaren, außerdem scheint Reinhart sich seiner Aktionen bewusst zu sein. Sein Handeln zielt nicht nur auf das Vergnügen mit Hersant ab, sondern dient zusätzlich der emotionalen Verletzung von Isengrin, der das Ganze mit ansehen muss, nachdem er sowohl sein Schwanz als auch sein Genital verloren hat und somit seinen Status als Mann und Beschützer seiner Familie. [Mecklenburg 2017:77]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rachezug außer Kontrolle==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man nur kurz annimmt, dass Rache an sich nicht schon als böse gesehen werden kann und somit Reinharts Aktionen damit erklärt werden können, stößt man dennoch auf ein Problem. Nimmt man sein Futterneid als Auslöser seiner Rache, kann man zumindest den Teil seiner Rache verstehen, in dem er Isengrin und seine Frau erniedrigt und durch die Schläge der Mönche bestraft. Warum also hört Reinhart nach dieser Strafe nicht auf? Isengrin will sich seinerseits rächen &amp;quot;daz lant ime an daz lebin gan!&amp;quot; (V. 616) und Reinhart weiß davon &amp;quot;Reinhart zoch sich zov vestin. er uorhte vremide gesti&amp;quot; (V. 635 f.). Reinhart gerät in eine Situation, in der er verfolgt wird. Füchse sind schlaue Tiere und stellen sich oft tot oder flüchten, wenn sie in Gefahr sind. Reinhart dagegen nimmt es mit Isengrin auf. Alleine die Bereitwilligkeit Reinharts den Wolf anzugreifen, vor allem auf einer geistigen Ebene durch Listen, zeigt, dass Reinhart ein Bewusstsein hat und dieses Bewusstsein lässt seine bösen Absichten zu. Solange diese Absichten an die Wölfe gerichtet sind, fallen sie noch unter die Rache und können trotz der Grausamkeit zumindest nachvollzogen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle sollte etwas, das Reinhart selbst zu Scantecler gesagt hat angeführt werden: &amp;quot;er ist tvmb, sam mir got, der mit sdtaden ridtit, daz man im gespridtit, oder swer danne ist claffens vol, so er von redtte swigen sol.&amp;quot;;  Übersetzung: &amp;quot;Bei Gott, dumm ist, wer zu seinem eigenen Schaden Rache übt, wenn man über ihn herzieht, oder wer dann loskläfft, wenn er besser schweigen würde.&amp;quot; (vgl. V. 162-166). Reinhart scheint also der Ansicht zu sein, dass Rache einen selbst in eine Position bringen kann, die ungünstig ist. Er ist der Meinung, dass es dumm wäre, sich zu rächen, wenn man sich damit selbst schadet. Dennoch beginnen seine Rachezüge. Entweder Reinhart ist so sehr von seiner Fresssucht geblendet, dass er nicht mehr rational denken kann, oder aber er ist so sicher und selbstbewusst, dass er es schaffen kann, ohne selbst in Gefahr zu geraten, dass er es dennoch tut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Rache gerät jedoch außer Kontrolle als sich die anderen Tiere, die Reinhart bis jetzt überlistet hat, den Wölfen anschließen und alle beschließen, dass [[Der Hoftag (Reinhart Fuchs)]] einberufen werden muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinhart könnte fliehen. Er hat drei Tage, in denen er jeweils besucht wird, um vor Gericht gebeten zu werden. Egal ob aus Trotz, Sturheit, Arroganz oder Hass, Reinhart beschließt zu bleiben und alle zu vernichten, die sich gegen ihn verschwören. Er schafft eine Situation, in der der Löwe – der &amp;quot;König der Tiere&amp;quot; – von ihm abhängig ist und nutzt dessen Macht (vgl. [[Gewalt und Herrschaft (Reinhart Fuchs) ]]) über die Tiere aus. Er lässt seine Gegner häuten und umbringen, bevor er den König selbst umbringt. Der Löwe wird von dem Fuchs vergiftet, was den Glauben der Menschen im Mittelalter widerspiegelt, der Fuchs sei mit Heilkunde und bösen Kräften in Verbindung zu bringen.[Müllneritsch 2010: 296-297] Reinhart zeigt in keiner Weise Reue oder Mitgefühl und fordert lediglich Krimel, den Einzigen den Reinhart als Familie anerkennt, auf, mit ihm von der Mordszene zu fliehen und verspottet im Gehen noch eines seiner Opfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bösartigkeit ==&lt;br /&gt;
Sieht man den Fuchs am Anfang der Geschichte eher als ein Tier, das für sein Überleben sorgt, so sind seine Listen, trotz der Absicht seine Gegner umzubringen, eine Methode der Jagd. Reinhart besitzt das Recht zur Selbsterhaltung. Dieses Naturrecht kann gewisse Straftaten, die Reinhart aus einer humanen Sicht am Anfang begehen würde, wenn seine Listen erfolgreich wären, entschuldigen. Der Fuchs ist ein karnivores Tier und kann sich nicht von Pflanzen ernähren, weshalb das versuchte Erlegen von Scantecler und Pinte, der Meise und Diezelin nachvollzogen und gerechtfertigt werden kann. [Hübner 2016:87ff.] Die Jagdart mit der Reinhart arbeitet, nämlich seinen Gegnern schmeicheln und ihr Vertrauen gewinnen, ist zwar eine überaus bewusste Methode, die mit der menschlichen Art zu betrügen in Bezug gesetzt werden kann, aber dennoch eine Jagdmethode. Somit wäre Reinhart zumindest nicht von Grund auf böse, sondern muss seine Bosheit im Laufe der Geschichte akkumuliert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte man Reinhart hingegen von Anfang an als eine Figur oder einen Charakter sehen, welche(r) ein Bewusstsein besitzt und somit auch ein Gewissen besitzen sollte, kann man seine Taten auch als geplante Hinterhalte und Morde sehen, die nicht nur der Ernährung dienen, sondern Reinhart Spaß machen, was Reinhart jedoch von Beginn an als eine krankhafte Persönlichkeit identifizieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal ob man nun seine Taten als absichtlich böse oder gerechtfertigt aber negativ sieht, man kann eine deutliche Veränderung, sowohl in der Struktur als auch im Verlauf der Geschichte, beobachten. Während das Handeln des Fuchses am Anfang noch als simultanlogisch beschrieben werden könnte, ändert sich etwas nach der Begegnung mit den Wölfen. Reinhart wird plötzlich von einer Motivation geleitet. Diese Motivation ist die Rache, die er an den Wölfen nehmen will. Durch diese Änderung wird das Verhalten von Reinhart zu einem sukzessivlogischen Verhalten.[Bertau 1983:19ff.] Er konzentriert seine destruktiven Listen auf die Wölfe bis diese keine Gegner mehr darstellen. Zu diesem Zeitpunkt hat Reinhart schon jegliche tierische Instinkte, die seine Aktionen erklären und rechtfertigen würden, abgelegt. Er handelt auf diese Weise nicht mehr um sich zu ernähren, fortzupflanzen oder es den Wölfen heimzuzahlen, sondern er will allen zeigen, dass sie sich nicht mit ihm anlegen sollten. Die Situation, in der sich Reinhart befindet, scheint am Ende hoffnungslos für ihn. Die Tatsache, dass er nicht flieht sondern stattdessen den König persönlich betrügt (&amp;quot;,daz ich Reinharten ie gesach,  owe er hat mirgiftgegeben ane schulde: ich hat ime niht getan.&amp;quot;) macht ihn nicht nur seiner entfernten Verwandtschaft (Hundeartigen) gegenüber, sondern auch allen Tieren gegenüber, zum Verräter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reinhart: Moral-Wahrnehmung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man sich Reinharts [[Moral und Gewissen (Reinhart Fuchs)]] anschaut, kann man sehen, dass diese Begriffe zumindest aus einer menschlichen Standardperspektive nicht in Reinharts Wesen gefunden werden können. Seine Moral und sein Gewissen hindern ihn an keiner seiner Listen. Wenn man nach Hübner argumentiert, kann man sagen, dass Reinhart in seinem Handeln erfolgreich ist, da man in einer amoralischen Welt amoralisch handeln muss, um zu überleben. Und wie zuvor erwähnt, hat Reinhart wie alle anderen Tiere ein Recht zur Selbsterhaltung.[Hübner 2016:81ff.] Es stellt sich die Frage, ob sein Handeln, trotz der schlauen amoralischen Art, vernunftbedingt und gerechtfertigt ist und Reinhart somit sympathisch oder zumindest nicht antipathisch wirkt. Die Frage der Sympathie kann auf mehrere Arten beantwortet werden, da sich bestimmt Argumente für und gegen Reinhart als eine sympathische Figur finden lassen (z.B.: Reinhart verletzt viele Tiere oder Reinhart ist schlau und man feiert seinen Erfolg). Jedoch ist die Frage der Vernunft und der Rechtfertigung zumindest etwas objektiver zu betrachten. Wie bereits oft erwähnt, gibt es ein Wendepunkt in dem ersten Hauptteil nach der Begegnung mit den Wölfen. Ab dieser Stelle werden Reinharts Entscheidungen immer irrationaler und können nicht mehr so interpretiert werden, dass der Fuchs gezwungen ist, so zu agieren. Es dient nicht der Selbsterhaltung, dass er Isengrin foltert, Hersant vergewaltigt, Tiere häuten und umbringen lässt, oder am Ende den Löwenkönig vergiftet. Diese Aktionen sind nicht mit Vernunft zu erklären, sondern zeugen von einer Besessenheit, andere zu vernichten. Seine &amp;quot;Streiche&amp;quot; sind keine Streiche oder eine Jagdmethode, sondern Straftaten. Man sieht an keinem Punkt in der Geschichte, dass Reinhart über sein Handeln zweifelnd nachdenkt, was zwar nicht gegen ein Bewusstsein spricht, sehr wohl aber gegen ein Gewissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fazit ==&lt;br /&gt;
Schlussendlich kann gesagt werden, dass Reinharts Boshaftigkeit, egal ob bereits von Anfang an vorhanden oder ab einem bestimmten Zeitpunkt erworben, in verschiedenen Stufen auftritt, so wie seine &amp;quot;Listen&amp;quot;. Gegen Ende sind diese immer willkürlicher und scheinen grundloser, aber nicht ungeplant, als würde Reinhart es amüsant finden, dass er so mit anderen umgehen kann ohne dafür bestraft zu werden (&amp;quot;saget, edeler schribere, was di hvt ze swere, daz ich si vech niht sehe tragen? ich wil evch werliehe sagen: mich dvnket an den sinnen min, svlt ir zv winter imannes vorspreche sin,der mvez ev einen bellitz lihen,&amp;quot; vgl. 2005 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bosheit manifestiert sich nicht nur in seinen Taten, sondern auch in der immer spöttischer werdenden Art, in der er redet. Am Anfang schmeichelt er den anderen Tieren, scheint sich beinahe unterzuordnen, um ihre Achtsamkeit zu schwächen (&amp;quot;ich horte gerne din singen&amp;quot; vgl. V. 236). Später erlangt er das Vertrauen des Wolfes erneut, indem er sich von ihm entfernt und vorgibt beleidigt zu sein. Somit überlässt er es Isengrin, nach Versöhnung zu streben, wodurch er den Wolf erneut in eine Falle lockt (&amp;quot;,wan gan ir von der ture?&amp;quot; vgl. V. 655). Am Ende ist die Ironie, mit der Reinhart anderen Tieren gegenübertritt, kaum zu übersehen (&amp;quot;kvnic, was sol dirre doz? ich bin in mangen hof kvmen, daz ich seiden han vernvmen  solche vngezogenheit. des war, iz ist mir vur evh leit.&amp;quot; vgl. V.1866 ff.). Das alles weist darauf hin, dass Reinhart sich im laufe der Geschichte verändert und diese Veränderung eindeutig einer Moral- und Gewissenlosigkeit entgegenstrebt, die ihn als boshaft darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Müllneritsch 2010] Müllneritsch, Helga: Die Darstellung des Fuchses in der mittelalterlichen Dichtung, Graz, S. 289-306&lt;br /&gt;
*[*Ruth 1980] Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Bd. 2: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25)&lt;br /&gt;
*[*Mecklenburg 2017] Mecklenburg Michael: mir ist lait, daz der man min / ane zagel muz wesen (V. 1058f.). Zur Überlagerung von Animalität, Geschlecht und Emotion in Heinrichs Reinhart Fuchs, in: Abenteuerliche ‚Überkreuzungen‘. Vormoderne intersektional, hg. von Susanne Schul, Mareike Böth und Michael Mecklenburg, Göttingen 2017 (Aventiuren 12)&lt;br /&gt;
*[*Hübner 2016] Hübner, Gert: Schläue und Urteil. Handlungswissen im ‚Reinhart Fuchs‘, in: Techniken der Sympathiesteuerung in Erzähltexten der Vormoderne. Potentiale und Probleme, hg. von Friedrich M. Dimpel und Hans Rudolf Velten, Heidelberg 2016&lt;br /&gt;
*[*Bertau 1983] Bertau, Karl: &#039;Reinhart Fuchs&#039;. Ästhetische Form als historische Form, in: ders.: Über Literaturgeschichte. Literarischer Kunstcharakter und Geschichte in der höfischen Epik um 1200, München 1983&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Ist_reinhart_b%C3%B6se&amp;diff=39150</id>
		<title>Ist reinhart böse</title>
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		<updated>2024-06-10T12:14:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ist Reinhart Böse?/ &#039;&#039;&#039;Die Bösartigkeit von Reinhart Fuchs.&#039;&#039;&#039;/ Reinharts Bösartigkeit/Bosheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Bösartigkeit des Fuchses Reinhart aus dem von &#039;&#039;Heinrich der Glîchezære&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich der Glîchezâre: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, hg. und übersetzt von Karl-Heinz Göttert, Reclam, Stuttgart 1976.&amp;lt;/ref&amp;gt; verfassten Tierepos. Die verschiedenen Stufen seiner Listen sollen analysiert werden, mit Absicht die Entwicklung seiner Bosheit zu dokumentieren. Somit werden sowohl Reinheits Absicht und Bereitwilligkeit Schaden anzurichten, als auch Reinheits eigene Wahrnehmung seiner Moral im Fokus liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
== Stufen der Listen ==&lt;br /&gt;
(mehr Fälle aufführen in chronologischer Reihenfolge aber auch darauf achtend wie sich die Bosheit etwickelt) &lt;br /&gt;
===Gescheiterte Streiche===&lt;br /&gt;
===Erfolgreiche Streiche===&lt;br /&gt;
===Listen zusammen mit den Wölfen===&lt;br /&gt;
===Listen werden zu Straftaten===&lt;br /&gt;
[[Datei:Screenshot(2) neu.jpeg|mini|Yisegrins Kathastrophen in 7 Szenen &amp;lt;ref&amp;gt;Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Bd. 2: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S.22.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Nochmal schauen wie man das Bild größer machen kann)]]&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|Reinhartis drivwe warin laz,||Von Treue konnte bei Reinhart keine Rede sein;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|er gefror ie baz unde baz.||immer mehr fror jener ein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,Dirre eimir swerit&#039;, sprach lsingrin.|| &amp;quot;Der Eimer wird mir zu schwer&amp;quot;, klagte Isengrin.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,da han ich gezellit drin||&amp;quot;Ich habe schon dreißig Aale darin gezählt&amp;quot;,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|drizic ale&#039;, sprach Reinhart,|| antwortete Reinhart,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,diz wirtein nuzze vart;||&amp;quot;das Unternehmen wird sehr erfolgreich;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|kunnint ir stille gestan,||wenn Ihr Euch nur ruhig verhaltet,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|zehinzic wellint drin gan.&#039;||werden hundert hineingehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Alsez do begunde dagen,||Als es nun Tag wurde,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart sprach: ||meinte Reinhart: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|,ich wil ivch mere sagin:||&amp;quot;Ich kann nur sagen:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ich furhte, wir unsir giticheit||wir müssen unsere Gier&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|uil sere engeltin; mir ist leit,||- fürchte ich-sehr büßen; es macht mir Sorge, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz so uil uisce drinne ist;||daß so viele Fische im Eimer sind;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ich neweiz der zuo neheinen list.||denn jetzt ist meine Kunst am Ende:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ir mugint sie niht uz erhebin.||Ihr dürftet sie kaum herausheben können;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|sehint, ob ir sie mugint irwegin.&#039;||seht zu, ob Ihr sie auch nur ein wenig fortbewegen könnt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|lsingrin geriet zucken,||Isengrin begann zu ziehen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|daz is begunde drucken||aber das Eis hielt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|den zagel, er muoze da stan.||seinen Schwanz fest, so daß er bleiben mußte.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart sprach: ,ich wil gan||Reinhart sagte: &amp;quot;Ich werde mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|nah unsirn bruoderin darhaim:||zu unsern Mitbrüdern nadl Hause aufmachen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|dirre gewin wirt niht clein.&#039;||denn dieser Erfolg ist wahrlich nicht gering.&amp;quot; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Der dag begunde uf gan,||Da wurde es vollends Tag,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Reinhart huob sich dannan.||und Reinhart machte sich davon.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allem was Reinhart den Wölfen angetan hat und endlich vor Gericht geführt wird, flieht er sich in einem Dachsbau gefolgt von Hersante, Isegrins Gattin, die stecken bleibt und somit Reinhart ausgeliefert ist, der sie vor allen Anwesenden erniedrigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do gewan si schire schande genuc: || Nachdem sie sicher genug Schande erlitten hatte:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| sine mochte hin noch her, || Sie steckte fest und konnte weder rein noch raus,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart nam des gvten war, || Reinhart nahm sein Glück wahr,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zv eime andern loche er vz spranc, || und sprang zu einem anderen Loch wieder raus,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vf sine gevateren tet er einen wanc. || seinem Gevater/Freund fügte er (seelischen) Schaden zu.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isengrine ein herzen leit geschach: || Isegrin tat das Herz weh:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| er gebrvtete si, daz erz an sach. || Er vergewaltigte sie, so dass er es mit ansehen musste.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart sprach: ,villibe vrvndin, || Reinhart sagte: ,Sehr geliebte Freundin,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir schvlt talent mit mir sin. || Ihr werdet heute den ganzen Tag mit mir sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| izn weiz niman, ob got wil, || Es weiß keiner, ob Gott will,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dvrch ewer ere ich iz gerne verhil.&#039;|| (aber) ich verheimliche es gerne um Eurer Ehre willen.&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vern Hersante schande was niht deine, || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| si beiz vor zorne in die steine,|| sie biss vor Wut in die Steine,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|ir kraft konde ir nicht gefrvmen. || ihre Kraft konnte ihr nicht helfen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinhart entkommt auch diesmal, trotz seiner offenkundigen Straftat, und lässt unbekümmert die entehrte Wölfin liegen. Konnte man seine Taten bis jetzt noch rechtfertigen, so geht an dieser Stelle die Möglichkeit den Fuchs zu entschuldigen verloren. Die Bosheit des Fuchses ist nicht mehr nur auf seine Gier und auf sein Egoismus zurück zu führen, sondern beruhen auf die pure Absicht des Fuchses andere beteiligte zu verletzen und ihnen Schaden zu zu fügen. Diese Absicht ist in einigen seiner vorherigen &amp;quot;Listen&amp;quot; oder besser gesagt &amp;quot;Straftaten&amp;quot; enthalten, kann aber ab der Vergewaltigung deutlich als solche gesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bösartigkeit ==&lt;br /&gt;
== Reinharts Moral-Wahrnehmung ==&lt;br /&gt;
== Schluss ==&lt;br /&gt;
==Literaturverzeichnis==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rivalit%C3%A4ten_(Reinhart_Fuchs)&amp;diff=39149</id>
		<title>Rivalitäten (Reinhart Fuchs)</title>
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		<updated>2024-06-10T12:13:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Artikel thematisiert das Thema der &#039;&#039;&#039;Rivalitäten&#039;&#039;&#039; in dem von Heinrich dem Glîchezaren veröffentlichten Tierepos &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Alle weiteren Versangaben beziehen sich auf: Heinrich der Glîchezâre: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, Hg. Karl-Heinz Göttert, Reclam, Stuttgart 1976.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Thema befasst sich nicht nur mit den Rivalen des Protagonisten Reinhart Fuchs, sondern bezieht sich auf alle Figuren der Erzählung und stellt somit eine zentrale Thematik dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor man sich mit der Thematik der Rivalitäten intensiver auseinandersetzt, sollte zuerst der Begriff genauer erläutert werden. Im Duden lautet die wörtliche Übersetzung „Kampf um den Vorrang“ [Dudenredaktion 2009]. Aber auch Synonyme wie Gegnerschaft, Konkurrenz und Nebenbuhlerschaft [Dudenredaktion 2020] werden zur Begriffserklärung verwendet. Rivalitäten, beziehungsweise Rivalität, bedeutet also, dass zwei oder mehrere Lebewesen miteinander konkurrieren und versuchen, den jeweils anderen zu entmachten oder zu übertrumpfen. Dabei kann der Grund von Rivalitäten unterschiedlicher Ursache sein. Darauf wird jedoch später noch genauer eingegangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Motivationen und Hintergründe der Rivalitäten in &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder treffen in dem Tierepos &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; Rivalen aufeinander, die ihre Konflikte oft mit [[Gewalt und Herrschaft (Reinhart Fuchs)|Gewalt]] ausüben. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, da das &amp;quot;Mittelalter ein grundsätzlich durch Gewalt bestimmtes Zeitalter&amp;quot; [Dietl 2010:41] war. Um zu verstehen, weshalb diese Rivalitäten entstehen, muss man sich erst einmal genauer mit dem Tierepos auseinandersetzen. Bei genauer Betrachtung der Ereignisse zwischen Reinhart und seinen Rivalen wird offenkundig, dass der Hunger meist Auslöser der Konflikte ist (vgl.[Ruh 1980:17]). So zeigt sich beispielsweise bereits am Anfang des Tierepos, dass Reinhart durch den Hunger getrieben in den Hühnerhof eindringt und durch eine List versucht, Scantecler und Pinte zu ergreifen (vgl. RF, V. 41 ff.). Später am Hoftag klagen die beiden den Fuchs an und fordern eine gerechte Strafe für den Verlust ihrer Tochter (vgl. RF, V. 1458-1480). Auch in Bezug auf das Verhältnis zwischen dem Wolf und dem Fuchs ist der Hunger der Grund für die Rivalität. Anfangs bilden [[Der Fuchs und die Wölfe (Reinhart Fuchs)|Isengrin]] und Reinhart eine Partnerschaft (vgl. RF, V. 385-401). Als die beiden jedoch einen Schinken entdecken und den Bauern überlisten, um das Essen zu erbeuten, bleibt Reinhart nicht viel davon übrig, wodurch er sich betrogen fühlt (vgl. RF, V. 477-483). Es folgen eine Reihe von Intrigen des Fuchses und aus den ehemaligen Partnern werden Rivalen, die miteinander konkurrieren. Auch die Hoftagsszene ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Hunger oftmals ein Hintergrund für Rivalität ist. So werden Diepreht und der Bär von Reinhart in eine Falle gelockt und aufgrund ihres Hungers und ihrer Gier schikaniert (vgl. RF, V. 1540ff., 1687ff.). Die Anwesenden [[Der Hoftag (Reinhart Fuchs)|des Hoftags]] sind von Reinharts Gerissenheit schockiert und fordern eine gerechte Strafe. Der Hunger führt bei all den genannten Beispielen zu einem Konflikt und aus dem Konflikt entsteht Rivalität. Reinhart provoziert und konkurriert aus Hunger und auch, weil es ein Teil seines Wesens ist. Dabei sind &amp;quot;die &#039;Kämpfe&#039;,[...], auch keine ritterlichen Kämpfe um die Ehre, sondern es geht um Leben und Tod, um Fressen und Gefressenwerden.&amp;quot; [Dietl 2010:47]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer Hunger gibt es noch weitere Motive in dem Tierepos, die als Gründe für Rivalitäten gelten. So ist auch die Rache ein weiteres Motiv, welches oft mit Gier einhergeht. Reinhart schädigt dem Wolf Isengrin mehrmals aus Rache für seinen bestohlenen Anteil des Schinkens. So begehrt er anfangs Hersant wirklich, jedoch [[Sexuelle Gewalt im Reinhart Fuchs|missbraucht]] er sie später sexuell aus Rache für Isengrins Versuch, Reinhart zu hintergehen (vgl.[Huebner 2016:92]). Der Hunger ist, wie bereits erwähnt, ein Konfliktauslöser, allerdings ist die Gier auch ein nennenswerter Grund, da die Tiere auch ohne Hunger Essen begehren. So kann man sagen, dass der Bär Brun und [[Fuchs und Kater (Reinhart Fuchs)|der Kater Diepreht]] auch teilweise selbst schuld an ihrem Schicksal waren, da die Gier sie getrieben hat. Reinhart rächt sich an ihnen, da sie zuvor nach seinem Leben trachteten (vgl.[Huebner 2016:93]). So stellen Hunger, Rache und Gier ein Zusammenspiel dar, das Konflikte und Rivalitäten zur Folge hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Löwe hingegen handelt aus Machtgründen. So beansprucht [[Der Löwe Vrevel (Reinhart Fuchs)|der König Vrevel]] die Herrschaft über das Ameisenvolk, welches jene Forderung zurückweist, woraufhin er ihre Burg zerstört (vgl. RF, V. 1252-1266). Der Ameisenburgherr bestraft den König folgendermaßen und erzeugt starke Schmerzen, indem er durch Vrevels Ohr in dessen Gehirn kriecht (vgl. RF, V. 1300f.). Hier zeigt sich das Machtmotiv als Ursache für die Rivalität zwischen dem König und dem Ameisenvolk. Der König missbraucht seine Macht jedoch nicht nur gegenüber dem Ameisenvolk, er nutzt sie auch für sein Eigenwohl und tötet dafür seine eigenen Vasallen. Durch diesen &amp;quot;rücksichtslosen Machtgebrauch&amp;quot; [Bertau 1983:20] verliert er viele seiner Anhänger, wodurch sein Schicksal allein in den Händen seines Rivalen Reinhart liegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Rivalitäten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Reinhart und Isengrin ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Erste Begegnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einordnung in den Handlungsstrang:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Reinhart der Verlierer (Reinhart Fuchs)|den Niederlagen]] gegen Pinte und Scantecler, der Meise, dem Raben und dem Kater Diepreht, zieht Reinhart hungrig durch den Wald und trifft auf den Wolf Isengrin. Er bemerkt schnell die Naivität des Wolfes und nutzt die Chance zu seinem eigenen Vorteil.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&amp;quot;RF, V. 385-401&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Do Reinhart die not uberwant, || Nachdem Reinhart die Notlage überstanden hatte,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vil schire er den wolf Ysengrin vant.  || traf er geradewegs den Wolf Isengrin an.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| do er in von erst ane sach,|| Als dieser ihr erstmals erblickte,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nu vernemet, wie er do sprach:|| hört, wie er dann sagte:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ,got gebe euch, herre, guten tac.|| &amp;quot;Gott grüße Euch, Herr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| swaz ir gebietet unde ich mac || Was auch immer ihr verlangt und ich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| euch gedinen unde der vrowen min, || Euch und meiner Dame leisten kann,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des sult ir beide gewis sin.|| dessen könnt ihr euch sicher sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin durch warnen her zu eu kumen,|| Ich bin gekommen, um Euch zu warnen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wan ich han wol vernumen,|| weil ich wohl bemerkt habe,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz euch hazzet manic man.|| dass euch viele Menschen hassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wolt ir mich zu gesellen han?|| Wollt ihr mich als Partner haben?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich bin listic, starc sit ir,|| Ich bin schlau, ihr seid stark,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ir mochtet guten trost han zu mir.|| ihr könnt mir sicher vertrauen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vor ewere kraft unde von minen listen|| Von eurer Stärke und meiner Klugheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| konde sich niht gevristen, || könnte uns nichts aufhalten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich konde eine burc wol zebrechen.&#039;, || ich könnte gewiss eine Burg zerstören.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachfolgende Handlung der Szene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinhart nutzt die Gelegenheit und schließt eine Partnerschaft mit Isengrin, da dieser ihm bei der Jagd behilflich sein kann und er nicht länger hungrig jagen möchte. Die beiden gehen auf eine Jagd und bei der Reinhart den Bauern ablenkt, während Isengrin den Schinken klaut. Als Reinhart wieder zurückkehrt, ist von dem Schinken nicht mehr viel übrig und er fühlt sich hintergangen. (vgl. RF, V. 385-483) Daraufhin folgen einige Szenen, in denen Reinhart den Wolf hintergeht und schikaniert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der Szene&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Szene ist von besonderer Wichtigkeit, da sie den Beginn der Fuchs-Wolf-Auseinandersetzung darstellt. Diese Auseinandersetzung ist einer der beiden großen Hauptteile des Tierepos und somit von großer Bedeutung. Auch können aus dieser Szene bereits nachfolgende Komplikationen prognostiziert werden, da die Partnerschaft nicht auf ehrlicher Basis, sondern mit Hintergedanken gegründet wurde. Reinhart hatte nie die Absicht, ein ebenbürtiger Partner zu sein, da er sich schon früh seiner mentalen Überlegenheit bewusst ist (vgl.[Huebner 2016:87]). Er nutzt die Größe und Stärke des Wolfes zu seinen eigenen Gunsten und lässt Isengrin im Glauben, sie seien gleichgestellte Partner. Die Freundschaft der beiden ist bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da es den beiden um &amp;quot;verschiedene Elementarbedürfnisse&amp;quot; [Bertau 1983:20] geht. So wirbt Reinhart kurz nach ihrer ersten Begegnung ungeniert um dessen Frau. Diese Szene ist also der Ausgangspunkt für die Rivalität zwischen dem Fuchs und dem Wolf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Veränderung von Partnerschaft zu Rivalen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die vorangegangene Szene zeigte, schließen Isengrin und Reinhart ein Bündnis. Da die beiden jedoch unterschiedliche Absichten verfolgen, wird dem Leser bereits bei ihrer ersten Begegnung das Gefühl vermittelt, dass dieses Bündnis scheitern wird. Auch stellen die intellektuelle Überlegenheit und &amp;quot;die situativen Bestandteile schlauen Handelns&amp;quot; [Huebner 2016:86] einen wichtigen Faktor für die Veränderung der Beziehung zwischen den beiden dar. Als der Fuchs und der Wolf gemeinsam auf die Jagd gehen, erbeuten sie einen großen Schinken, der jedoch nicht mit Reinhart geteilt wird. Dies hat zur Folge, dass Reinhart eine Reihe von Machenschaften an Isengrin und seiner Familie verübt. So verspricht Reinhart der Wolfsfamilie &#039;guten Trunk&#039; [Ruh 1980:19] aus dem Klosterkeller (vgl. RF, V. 505f.). Daraufhin wird die gesamte Familie von Klosterknechten verprügelt. Hier wird bereits deutlich, dass die &#039;triuwe&#039;, die sie sich geschworen hatten, nicht mehr vorhanden ist (vgl.[Ruh 1980:19]). Reinhart hintergeht Isengrin auch weitere Male, sodass dieser nicht nur seinen Kopf verbrüht, in einen Brunnen stürzt und von Mönchen verprügelt wird, sondern auch seinen Schwanz verliert. Diese gewaltvollen Handlungen führt Reinhart allerdings selten selbst aus. Meist lockt er Isengrin in menschlichen Territorien in eine Falle und die Menschen üben anschließend die Gewalt an dem Wolf aus (vgl.[Dietl 2010:50]). Nachdem Kounin Isengrin von dem angeblichen Ehebruch Hersants mit Reinhart erzählte, wendet er sich zwar traurig an seine Frau, glaubt ihrer Verneinung der Tat jedoch (vgl. RF, V. 586-631). Je öfters Isengrin von Reinhart hintergangen wird, desto schwächer, aber auch wütender wird er. Obwohl er sich der &#039;kundikeit&#039; (RF V. 364) Reinharts bewusst ist, gibt er sich nichtsdestotrotz oft seinen Trieben und seiner Gier hin. Als Reinhart bei einer Verfolgungsjagd Hersant sexuell missbraucht, ist Isengrin der Qualen leid. &amp;quot;Es ist nicht der Ehebruchsverdacht, sondern der vollendete Treuebruch, der die Fehde auslöst&amp;quot; [Ruh 1980:30]. Der Wolf nutzt die Ankündigung des Hoftags, um seinen Rivalen unter der Gunst des Königs endgültig zu stoppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Brunnenszene ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einordung in den Handlungsstrang:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon nach dem ersten Aufeinandertreffen von Reinhart und Isengrin wird deutlich, dass der Fuchs dem Wolf überlegen ist. Durch Wortgewandtheit und mit Überzeugungskraft gelingt es ihm, den Wolf mehrmals zu hintergehen. Die vorliegende Textstelle zeigt erneut ein Szenario, in dem Isengrin aufgrund von Reinharts List in einem Brunnen gefangen ist und den Menschen zum Opfer fällt. In seiner bedrängten Lage realisiert er erneut die Korruptheit des Fuchses und gesteht sich die Niederlage ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&amp;quot;RF, V. 983-995&amp;quot;)&lt;br /&gt;
          &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung  &lt;br /&gt;
|-                                                                  &lt;br /&gt;
| si zugen die churben umme,     || Eifrig drehten sie die Kurbel,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isengrin, der tumme,      || und schon war Isengrin, der Dummkopf,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| der wart schire uf gezogen.     || oben. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in hatte Reinhart betrogen.     || Reinhart hatte ihn schlimm hinters Licht geführt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| der priol hat in nach erslagen,     || Um ein Haar hätte der Prior ihn erschlagen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz muste Isengrin vertragen.     || soviel musste Isengrin aushalten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart tet im mangen wanc,     || Reinhart hatte ihm gegenüber schon viele Winkelzüge unternommen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz ist war, wa was sin gedanc,     || wahrhaftig, wo blieb nur sein Verstand,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz er sich so dicke trigen lie?     || dass er sich so oft betrügen ließ?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| die werlt stent noch alsus hie,     || Aber so geht es immer in der Welt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz manic man mit valscheit     || dass viele mit List und Tücke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| uberwant sin arbeit      || besser vorankommen &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| baz danne einer, der der trewen pflac.     || als jemand, der es mit der Treue hält.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachfolgende Handlung der Szene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein paar Mönche den Wolf im Brunnen entdecken, ziehen sie ihn hinauf und wollen ihn für seine Listen bestrafen. Aufgrund seiner Verstümmelung kommt er davon und nimmt sich vor, sich an Reinhart zu rächen, da dieser ihn nun mehrmals schikanierte und ihn vor seiner Familie schwach wirken lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der Szene&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Szene stellt die wachsende Rivalität zwischen dem Fuchs und dem Wolf dar. Bisher war der Wolf oft noch gutgläubig und auch sehr naiv, sodass er mehrmals von Reinhart hintergangen wurde. Doch dieser Vorfall führt dazu, dass Isengrin dem Fuchs auf den Fersen ist und ihn für seine Machenschaften bestrafen möchte. Die Provozierung Reinharts hat also zur Folge, dass Isengrin nun nicht mehr ein passives Opfer der Fuchs-Wolf-Auseinandersetzung ist, sondern aktiv handelt und versucht, etwas gegen Reinhart zu unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Reinhart und die Angehörigen des Hoftags ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Aufbau Hoftag====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hoftag spielt eine wichtige Rolle in &#039;&#039;Reinhart Fuchs&#039;&#039; und trägt auch zur Konfliktsteigerung zwischen den Tieren bei. Somit bildet der Hoftag den zweiten Teil des Tierepos und gliedert sich in sieben Teile. Zu Beginn wird die Ameisenuntat des König Vrevels geschildert, welche eine beträchtliche Bedeutung für das Thema der Rivalitäten in Reinhart Fuchs hat. Anschließend wird Reinhart von Isengrin denunziert und folgendermaßen angeklagt. Ebenfalls schildern Scantecler und seine Frau Pinte ihren Verlust aufgrund [[Reinharts Bosheit (Reinhart Fuchs)|Reinharts Bosheit]] und List im dritten Teil und fordern [[Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit (Reinhart Fuchs)|Gerechtigkeit]]. König Vrevel erkennt den Verlust seiner Autorität und verurteilt Reinhart, was jedoch von dem Elefanten unterbunden wird, da das Gesetz drei Vorladungen fordert. Im vierten Teil folgt das dreifache Aufgebot Reinharts, welches viele Verletzte zur Folge hat. Als Reinhart letztlich doch am Hoftag erscheint, bekennt er sich als Arzt und schafft es auf diese Weise, den König zu manipulieren. Er gewinnt die Oberhand und handelt nach seinem Wohlwollen. Der sechste der sieben Teile schildert die Belohnung des Elefanten und der Olbente. Der Schluss endet mit der Vergiftung Vrevels durch Reinhart.  &lt;br /&gt;
[[Datei:Hoftag Struktur neu.jpeg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anklage Reinharts&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits im Aufbau erwähnt wurde, wird Reinhart von den Angehörigen des Hoftags angeklagt. Isengrin, der mehrmals von dem Fuchs hintergangen wurde, muss aufgrund von Reinharts Listen mit einigen Verstümmelungen leben. Jedoch leidet er nicht nur an [[Gewalt und Herrschaft (Reinhart Fuchs)|physischen Verletzungen]], sondern muss auch mit der Schande und Qual leben, dass seine Frau Hersant von Reinhart vergewaltigt wurde. Auch Scantecler und seine Frau Pinte fordern eine gerechte Bestrafung Reinharts, da er sie des Öfteren jagte und ihm letztlich ihre Tochter zum Opfer fiel (vgl. RF, V. 1458-1473). Die Anklage stellt eine wichtige Szene dar, da hier nicht mehr nur die Rivalität zwischen Reinhart und Isengrin im Zentrum steht, sondern alle Anwesenden des Hoftags der Bestrafung des Fuchses zustimmen und folgendermaßen Reinhart ein Rivale für alle Anwesenden ist. Denn bereits zu Beginn des Tierepos interagiert Reinhart in einer vorspielartigen Aventiurenreihe mit mehreren Tieren und versucht mit Überzeugungskraft und List diese Tiere in eine Falle zu locken (vgl.[Neudeck 2016:12]). Auffällig ist dabei, dass Reinhart versucht, trotz Verwandtschaftsbeziehungen zu einigen [[Täter und Opfer (Reinhart Fuchs)|seiner Opfer]], seinen Hunger zu stillen (vgl.[Dietl 2010:47]). Da Reinhart den meisten seiner Begegnungen nur mit hinterlistigen oder feindlichen Absichten begegnet, ist es nicht sonderlich überraschend, dass die Anwesenden des Hoftags der Forderung des Königs zustimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Wachsende Feindlichkeit gegenüber Reinhart ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar stimmen fast alle Angehörigen des Hoftags der Todesstrafe Reinharts zu, doch der Elefant betont die Relevanz der Einhaltung der Gesetze (vgl. RF, V. 1635-1641). Dies hat zur Folge, dass der Kaplan sein Fell auf dem Kopf verliert und Diepreht nur knapp dem Tod entkommt. Nicht nur das Volk, sondern auch König Vrevel entwickelt eine immer stärker werdende Abneigung gegenüber Reinhart und fordert dessen Tod, da dieser seine Autorität untergräbt. Hier ist bereits die Komparation der Rivalität zwischen den Tieren und Reinhart zu erkennen. Nachdem Reinhart dreimal vorgeladen wurde, erscheint er am Hoftag. Jedoch wurde er von dem Dachs Krimel gewarnt und weiß geschickt sein Urteil abzuwenden. Im Aufzug eines Arztes erscheint er am Hoftag und behauptet, er könne die Qualen des Königs heilen (vgl. RF, V. 1821-1885). Trotz seiner physischen Unterlegenheit weiß Reinhart sich nicht nur gegen Isengrin, sondern auch gegen den König zu wehren, mit &amp;quot;der Macht der Rechtfertigung&amp;quot; [Neudeck 2016:12]. Die anderen Tiere widersprechen Reinhart, der König hingegen glaubt ihm, da er hauptsächlich auf sein Eigenwohl fokussiert ist. Da Reinhart nun die Oberhand gewonnen hat, kann er durch seine neu erworbene Macht seine Gegner systematisch beseitigen, folgendermaßen wird der Angeklagte &amp;quot;zum Richter und Schinder&amp;quot; [Ruh 1980:25]. So schafft er es auch, durch einen einfachen Trick seinen Rivalen Isengrin zu schädigen, da der König laut ihm das Fell eines alten Wolfes für seine Genesung  benötige. Das Gleiche gilt auch für den Bären Brun und den Kater Diepreht. Reinhart behauptet, dass man noch ein Bärenfell und eine Mütze aus Katzenfell brauche, damit die Schmerzen auch verschwinden (vgl. RF, V. 1896f.). Der Fuchs kann so erneut diejenigen überlisten, die ihn vorgeladen haben. Die Anwesenden werden immer unruhiger und versuchen, den König wieder zur Vernunft zu bringen, jedoch interessiert sich der &amp;quot;tyrannisch-willkürliche Vrevel&amp;quot; [Ruh 1980:23] nur für sich selbst. Scantecler, der Reinhart ebenfalls anklagte, muss nun auch noch den Verlust seiner Frau Pinte erleiden. Ferner wird auch der Hirsch Randolt ein Opfer Reinharts. Je mehr Tiere geopfert oder gehäutet werden, umso größer wird der Hass auf Reinhart. Aber auch immer mehr Anwesende hinterfragen die Kompetenz und das Urteilvermögen des Königs. Da die Opfergabe kein Ende nimmt und Reinhart all seine Rivalen ausschalten möchte (vgl. [[Der Hoftag (Reinhart Fuchs)|Der Hoftag]]), fliehen alle bis auf Krimel und das Kamel (vgl. RF., V. 1992-1998). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Der Löwe Vrevel und der Ameisenburgherr ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Konfliktursache ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Löwe Vrevel ernennt sich selbst als Gebieter des Ameisenvolks. Das Volk möchte sich jedoch nicht dem egoistischen Löwen unterwerfen und weist diese Forderung zurück. Dies hat zur Folge, dass Vrevel ihre Festung zerstört und dabei auch viele Opfer in Kauf nimmt (vgl. RF, V. 1252-1269). Der Ameisenburgherr rächt sich an Vrevel für diese Untat und kriecht ihm ins Ohr und weiter ins Gehirn. Daraufhin erleidet König Vrevel unerträgliche Schmerzen. Ihm ist jedoch nicht bewusst, dass der Grund für sein Leiden der Ameisenburgherr ist (vgl. RF., V. 1299-1307).&lt;br /&gt;
Da die beiden Herrscher unterschiedliche Werte und Ansichten vertreten, wird aus einem Konflikt eine Rivalität, die auch viele Konsequenzen nach sich zieht. Der Löwe Vrevel möchte über das Ameisenvolk herrschen, da er der Meinung ist, dass es ihm zusteht und er ein Recht darauf hat. Er strebt danach, der Herrscher über das gesamte Land und alle Tiere zu sein. In diesem Sinne unterscheidet er sich bereits deutlich von dem Ameisenburgherr. Denn jenem geht es nicht um die Macht, sondern um das Wohlwollen seines Volkes, weswegen er sich in ihrem Sinne an Vrevel rächt, möge es auch sein Leben kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Konfliktsteigerung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Vrevel sieht seine Schmerzen als Strafe für den längst anfälligen Hoftag, sodass er diesen einberuft. Die Hoftagsszene zeigte bereits, welches Ausmaß die Ansammlung durch Vrevels Leiden nimmt. Da Reinhart die Ursache für die Schmerzen des Königs kennt, kann er ihn leicht manipulieren, weil ihm die rücksichtslose Art des Löwen bewusst ist (vgl. RF., V. 1302-1305). Reinhart nutzt die Rivalität zwischen Vrevel und dem Ameisenburgherr aus, um seine Absichten zu verfolgen. Obwohl der Ameisenburgherr von der Gewalttätigkeit des Königs weiß und bereits selbst viele Verluste erlitt, stoppt er die Opferung der Tiere nicht und rächt sich weiterhin. Die anfangs ehrenhafte Tat des Burgherrn zeigt sich nun als eigensinnige Rache. Zwar hat er seinem Volk versprochen, sich an Vrevel zu rächen, jedoch verursacht diese Rache weit größere Schäden, die nicht nur Vrevel betreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Bestechungsszene ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einordnung in den Handlungsstrang:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ameisenherr bereitet dem Löwen Vrevel durchgängig Schmerzen, nachdem er in sein Ohr gelangte. Reinhart, der diese Szene beobachtete, weiß die Schmerzen des Königs zu behandeln, nutzt jedoch sein Wissen, um seinem Rivalen zu schaden. Erst nachdem er dies erfolgreich meistert, wendet er Hitze an, damit der Ameisenherr gezwungen ist, wieder aus dem Ohr zu kriechen. Reinhart stellt ihn zur Rede und fordert dessen Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&amp;quot;RF, V. 2053-2066&amp;quot;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| der ameyze zu Reinharte sprach: || Der Ameisenherr gab Reinhart zur Antwort: &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;iz tet mir not, wen er mir zubrach || &amp;quot;Ich musste es tun, denn er hat meine&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| eine gute burck, der kunic her.|| vortreffliche Burg zerstört, dieser stolze König.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| da geschah mir an michel ser, || Das bedeutete für mich einen großen Verlust,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz ich nimmer mag verclagen: || den ich nie genug beklagen kann.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| miner mage lag da vil erslagen, || Viele Verwandte lagen tot da,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dar umme han ich ditz getan. || und darum habe ich so gehandelt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| wilt du mich genesen lan, || Wenn du mich leben lässt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich laze dich in diesem walde min || kannst du in diesem meinem Wald&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| uber tusent burge gewaltic sin.&#039; || über mehr als tausend Burgen herrschen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reinhart da gute sune vant, || Reinhart fand damit eine gute Sühne&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| den gevangen liez er zehant. || und entließ den Gefangenen auf der Stelle.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des wart der ameyze harte vro, || Darüber freute sich der Ameisenherr sehr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zu walde hub er sich do. || und enteilte in den Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachfolgende Handlung der Szene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Reinharts Anordnungen werden der Elefant und das Kamel belohnt, jedoch initiierte Reinhart dies mit falschen Intentionen. Folglich werden die beiden stattdessen verwundet oder &amp;quot;auf den Tod geprügelt&amp;quot; (RF, V. 2151). Letztens vergiftet er den Löwen Vrevel und damit endet auch der Tierepos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der Szene&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Szene nutzt Reinhart die Rivalität des Löwen und des Ameisenherrn zu seinem eigenen Vorteil. Obwohl der Ameisenherr seinem Volk geschworen hat, sich an Vrevel zu rächen, auch wenn dies sein Tod bedeuten würde, tauscht er hier die Unabhängigkeit seines Volkes für sein Leben ein. Viele Beispiele zeigten bereits, dass die Tiere oft aus Gier, Rache oder Hunger handeln und auch hier zeigt sich der Ameisenherr als [[Egoismus (Reinhart Fuchs)|egoistisch]], da es um Leben oder Tod geht. Für sein Leben nimmt er es nun in Kauf, dass ein anderer über die Burgen herrschen wird, obwohl der Großteil seines Volkes sich dafür geopfert hat, dass sie sich nicht dem König Vrevel unterwerfen müssen. &lt;br /&gt;
Diese Szene ist auch ein Ausgangspunkt für das weitere Vorgehen von Reinhart. So nutzt er die Bestechung des Ameisenherrn und geht gegen seine weiteren Rivalen vor, die er geschickt überlistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Konsequenzen der Rivalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je mehr und je länger Reinhart und Isengrin miteinander rivalisieren, desto schlimmer werden auch die Folgen. Reinharts Provokationen nehmen mit der Zeit auch mehr an Gewalt an, so führen anfängliche Verbrennungen und Prügel zu der Verstümmelung Isengrins und dem sexuellen Missbrauch dessen Frau (vgl. [[Täter und Opfer (Reinhart Fuchs)|Täter und Opfer]]). Als Rache nutzt Isengrin am Hoftag die Gunst des Königs und klagt Reinhart an. Reinhart hingegen lässt sich nicht unterdrücken und kann durch Argumentation die Oberhand gewinnen (vgl.[Neudeck 2016:20]). Ihm gelingt es erneut, Isengrin öffentlich zu schikanieren und lässt ihm vor allen anderen das Fell abziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits erwähnt, missbraucht König Vrevel seine Macht gegenüber dem Ameisenvolk und seinen Vasallen, weshalb einige Konflikte entstehen (vgl. [[Gewalt und Herrschaft (Reinhart Fuchs)|Gewalt und Herrschaft]]). Aus dem Machtstreben des Löwen resultieren einige Konsequenzen. So legt auch Otto Neudeck dar, &amp;quot;dass mit der lähmenden Krankheit des Löwen nicht nur eine Krise für seine Herrschaft, sondern für das ganze Herrschaftsgefüge verbunden ist – eine Krise, die Rivalität, aber auch Solidarität unter den Vasallen evoziert.&amp;quot; [Neudeck 2016:15] So opfert der König seine eigenen Vasallen für seine Gesundheit. Reinhart ist dabei der Drahtzieher der ganzen Geschichte, da er den König von seinen Fähigkeiten als Arzt überzeugt und somit die Oberhand gewinnt (vgl. V. 1875f.). So gelingt es ihm beispielsweise, sich an Diepreht, Brun oder Scantecler zu rächen, die er als seine Rivalen ansah. &amp;quot;Er liefert nicht nur all seine Gegner ans Messer, die ihm zuvor beim König, aber auch schon früher nach dem Leben getrachtet haben, sondern er zerstört auch nachhaltig die politische Ordnung der Tiergesellschaft&amp;quot; [Neudeck 2016:22]. Somit hat die Rivalität zwischen Reinhart und seinen Opfern nicht nur dessen Tod, sondern auch den Sturz der Monarchie zur Folge. Die Rivalitäten im Reinhart Fuchs haben folgendermaßen nicht nur körperliche Auswirkungen, sondern auch Auswirkungen auf politischer Ebene. Damit lassen sich auch Deutungen bezüglich der politischen Haltung des Dichters zu seiner Zeit machen (vgl.[Neudeck 2016:22]). Da König Vrevel Reinharts Tod forderte, wird auch er von Reinhart hintergangen. Der Fuchs hatte nie die Absicht, den König zu heilen, da er die prekäre Herrschaft Vrevels erkennt und ihn dementsprechend am Ende selbst vergiftet (vgl. V. 2174).  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Bertau 1983] Bertau, Karl: &#039;Reinhart Fuchs&#039;. Ästhetische Form als historische Form, in: ders.: Über Literaturgeschichte. Literarischer Kunstcharakter und Geschichte in der höfischen Epik um 1200, München 1983.&lt;br /&gt;
*[*Dietl 2010] Dietl, Cora: ‚Violentia‘ und ‚potestas‘. Ein füchsischer Blick auf ritterliche Tugend und gerechte Herrschaft im ‚Reinhart Fuchs‘, in: Dichtung und Didaxe. Lehrhaftes Sprechen in der deutschen Literatur des Mittelalters, hg. von Henrike Lähnemann und Sandra Linden, Berlin 2010.&lt;br /&gt;
*[*Huebner 2016] Hübner, Gert: Schläue und Urteil. Handlungswissen im ‚Reinhart Fuchs‘, in: Techniken der Sympathiesteuerung in Erzähltexten der Vormoderne. Potentiale und Probleme, hg. von Friedrich M. Dimpel und Hans Rudolf Velten, Heidelberg 2016.&lt;br /&gt;
*[*Neudeck 2016] Neudeck, Otto: Der Fuchs und seine Opfer: Prekäre Herrschaft im Zeichen von Macht und Gewalt. Die Fabel vom kranken Löwen und seiner Heilung in hochmittelalterlicher Tierepik, in: Reflexion des politischen in der europäischen Tierepik, München 2016.&lt;br /&gt;
*[*Ruh 1980] Ruh, Kurt: Reinhart Fuchs. Eine antihöfische Kontrafraktur, 1980.&lt;br /&gt;
*[*Dudenredaktion 2009] Dudenredaktion (2009): Duden - Die deutsche Rechtschreibung (25. Aufl., S. 907). Mannheim, Deutschland: Bibliographisches Institut.&lt;br /&gt;
*[*Dudenredaktion 2020] https://www.duden.de/rechtschreibung/Rivalitaet (zuletzt abgerufen am 05.01.20)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Autobiografische_Elemente_(Ulrich_von_Liechtenstein,_Frauendienst)&amp;diff=39148</id>
		<title>Autobiografische Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)</title>
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		<updated>2024-06-10T12:11:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ulrich  von Liechtenstein (ca. 1205/1208-26.01.1275), dessen Existenz  historisch belegt ist, erzählt im  &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; aus der  Ich-Perspektive von seinem Leben als Ritter und  [[Das Konzept des Frauendienstes|Minnesuchender]].&amp;lt;ref&amp;gt; [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Inhaltsangabe]] des &#039;&#039;Frauendienstes&#039;&#039; &amp;lt;/ref&amp;gt;  Erstmals wird diese Einheit von Autor und Erzähler von  der ersten von  Ulrich verehrten und namenslos bleibenden Dame geäußert: &amp;quot;deswar ich  pin des harte vro, daz her Ulrich ist ritter hie warden  [...] ich meine  den von Liehtenstein.&amp;quot; (FD 44,5-8) &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt; Spechtler, Franz Viktor (Hg.): Ulrich von Liechtenstein. Frauendienst, Göppingen 1987. Wann immer der mittelhochdeutsche Text zitiert wird, wird diese Ausgabe benutzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zwar enthält der &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; zahlreiche [[Fiktionale Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|fiktionale Elemente]], Einiges ist aber historisch belegt und dem tatsächlichen Leben Ulrichs von Liechtenstein entnommen. &lt;br /&gt;
= Kurzer Forschungsüberblick =&lt;br /&gt;
Von der Forschung wurde der &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; bis etwa in die siebziger Jahre vor allem auf seinen historischen Wahrheitsgehalt hin untersucht, was bedeutet, dass reale von fiktiven Begebenheiten unterschieden werden sollten.[Chinca 2010: 306/307] Die aktuellere Forschung hingegen ist dazu übergegangen, eher die Gesamtaussage des Werks vor dem Hintergrund seines literarischen Wertes zu betrachten.[Chinca 2010: 308f.] Auch hierbei spielt aber der Einsatz von Fiktionalität und historischer Realität immer noch eine wichtige Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. hierzu die Forschung von Franz Viktor Spechtler, die in Auszügen in der Forschungsliteratur angeführt wird. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach den Definitionen von &amp;quot;Autobiografie&amp;quot; und &amp;quot;Autofiktion&amp;quot; wird das Leben des historischen Ulrichs nachgezeichnet, um einen Anhaltspunkt dafür zu bekommen, welche Elemente daraus zu welchem literarischen Zweck in den &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; übernommen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Autobiografie und Autofiktion =&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Autobiografie leitet sich von drei griechischstämmigen Wörtern ab. &#039;&#039;Auto&#039;&#039; bedeutet, dass ein menschliches Selbst spricht, das sein Leben (&#039;&#039;bios&#039;&#039;) niederschreibt (&#039;&#039;graphein&#039;&#039;).[Gasser 2012:16] Zentral ist dabei also, dass ein real existenter Mensch an einem Punkt seines Lebens zurückblickt und über seine eigene Vergangenheit schreibt. Der Autor muss folglich gezwungenermaßen identisch sein mit dem erzählenden und erlebenden Ich. Allerdings wird es auch bei größten Mühen niemals gelingen, vollständig objektiv und realitätsgetreu über die eigene Vergangenheit zu schreiben, da das menschliche Gedächtnis Eindrücke immer subjektiv verarbeitet, einzelne Details vergisst oder im Laufe der Zeit anders bewertet. Aus diesen Gründen stellt sich die Frage, ob es die Gattung der Autobiografie überhaupt als solche geben kann, oder ob nicht in jeder Autobiografie fiktionale Elemente zu finden sind.[Gasser 2012: 22] Andererseits ist anzunehmen, dass jeder individuelle Autor auch ganz individuelle Literatur verfasst, folglich steckt immer auch der Autor mehr oder weniger deutlich mit in seinem Werk, woraus sich im Umkehrschluss die Frage stellt, ob nicht &amp;quot;alles Schreiben autobiografisch&amp;quot; ist.[Gasser 2012:22] Aus dieser Definition ergibt sich, dass es weder rein autobiografische noch rein autofiktionale Werke geben kann. Vielmehr sind diese beiden Begriffe graduell. Bevor nun näher auf die autobiografischen Aspekte in Ulrichs von Liechtenstein &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; eingegangen wird, muss noch erwähnt werden, dass die hier angeführten Definitionen zwar wichtig sind, um Begrifflichkeiten zu haben, um über die im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; auftretenden Elemente zu sprechen. Allerdings sind Autobiografie und Autofiktion überaus moderne Gattungsbegriffe, was im Hinterkopf behalten werden sollte, wenn diese nun auf mittelalterliche Literatur angewendet werden.[Gasser 2012:16]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Historisch-biografische Elemente =&lt;br /&gt;
== Die historische Person &#039;&#039;Ulrich von Liechtenstein&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Ulrich von Liechtenstein wurde etwa zwischen 1205 und 1208 geboren.&amp;lt;ref&amp;gt; Davon geht zumindest Dopsch aus, Spechtler setzt einen größeren Zeitraum von etwa 1200 bis 1210 für die Geburt Ulrichs an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vater Dietmar III. und seine Mutter Gertrud hatten noch vier weitere Kinder: Otto, Dietmar IV. von Offenburg, Hedwig und eine namentlich unbekannte Schwester.[Dopsch 1999: 100/101] Sein Bruder Dietmar wird auch im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; erwähnt, so zum Beispiel beim Turnier in Friesach, wo Ulrich den &amp;quot;bruoder min [...] Dietmar von Liehtenstein&amp;quot; (FD 181,3/5) trifft. Auch der Vater spielt eine Rolle. Sein Tod wird als Grund für die Heimreise des jungen Ulrichs nach Liechtenstein angeführt. (FD 35,5-36,4) Dietmar III. starb 1218,[Dopsch 1999: 100/101] was, vorausgesetzt, die historischen Daten sind richtig,&amp;lt;ref&amp;gt; Ulrichs Geburtsjahr ist nicht eindeutig zu bestimmen, da es in keiner heute bekannten Urkunde belegt ist. Dopsch geht von einer Geburt zwischen 1205 und 1208 aus, Spechtler aber beispielsweise hat für das Geburtsjahr einen größeren Zeitrahmen von 1200-1210 bestimmt.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht ganz mit Ulrichs Version im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; übereinstimmt. Demnach war er vor dem Tod seines Vaters sowohl im Dienst der Dame und &amp;quot;wuohs in daz zwelfte jar&amp;quot; (FD 12,2) als auch anschließend noch im Dienst des Markgrafen Heinrich von Österreich, bei dem er vier Jahre verbrachte (FD 35,3-4). So gesehen müsste der literarische Ulrich mindestens sechzehn Jahre alt gewesen sein, laut den historischen Daten von Dopsch kann er bis zum Tod des Vaters aber maximal das Alter von dreizehn erreicht haben.&lt;br /&gt;
=== Familie und Geschlecht der von Liechtenstein ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der literarische Ulrich hat eine Ehefrau, die zwar im Verhältnis zu den verehrten Damen stark in den Hintergrund der Erzählung tritt, aber immerhin zweimal angeführt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mittelhochdeutscher Text !! !! Neuhochdeutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;von danne stal ich mich zehant&amp;lt;br /&amp;gt; und reit mit freuden da ich vant&amp;lt;br /&amp;gt; die herzenlieben chonen min:&amp;lt;br /&amp;gt; diu chunde mir lieber niht gesin&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt; (FD 707, 5-8) || || &amp;quot;Ich stahl mich von dem Hause fort&amp;lt;br /&amp;gt; und ritt mit Freuden zu dem Ort,&amp;lt;br /&amp;gt; wo ich die Allerliebste fand,&amp;lt;br /&amp;gt; die Ehegattin, die ich lieb.&amp;quot;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Ausschnitt Stammbaum neu.jpeg|links|mini|200x200px|Ausschnitt Stammbaum]]&lt;br /&gt;
Auch bei der Gefangen- bzw. Geiselnahme des literarischen Ulrichs wird die Ehefrau als &amp;quot;chone min&amp;quot; (FD 1712, 7) erwähnt. Nur wenige Verse weiter kommt die Sprache auf &amp;quot;mine chinden&amp;quot; (FD 1714, 5), wobei ein Kind als &amp;quot;sun&amp;quot; (FD 1714, 7) bezeichnet wird, während Anzahl und Geschlecht der weiteren unbekannt bleiben. Die Ehefrau und die Kinder Ulrichs sind durch Urkunden historisch belegt. Mit seiner Frau Perchta von Weissenstein hatte Ulrich von Liechtenstein vier Kinder: die beiden Söhne Ulrich II. und Otto II. sowie zwei Töchter Diemut und Perchta, die wiederum alle verheiratet waren und von denen zumindest Otto II. auch selbst zahlreiche Kinder hatte.[Dopsch 1999:100/101]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Allein in Süddeutschland, Mähren und Österreich gab es im 13. Jahrhundert sieben Burgen mit dem Namen Liechtenstein, weshalb der steirische Ulrich von Liechtenstein hin und wieder mit den gleichnamigen österreichischen Adligen verwechselt wurde.[Dopsch 1999:57/58] So gehört der ebenfalls im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; erwähnte Heinrich von Liechtenstein (FD 1664/1668) nicht Ulrichs, sondern der österreichischen Familie an.[Dopsch 1999: 57] &amp;lt;ref&amp;gt; Da Ulrichs Sohn Otto II. später mit Diemut von Liechtenstein-Nikolsburg in die österreichische Linie der Liechtensteiner einheiratete, erschwert dies zusätzlich das Auseinanderhalten beider Familien.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ulrichs von Liechtenstein Vorfahren stammen ursprünglich von den Edelfreien von Traisen und Feistritz ab. 1140 stellte Dietmar von Reidling, ein Vorfahre Ulrichs, bei Judenburg die Burg Liechtenstein fertig und verlegte den Familiensitz dorthin.[Dopsch 1999: 71] Etwa im Jahre 1250 baute Ulrich von Liechtenstein dann die Frauenburg, die in der Nähe von Judenburg lag.[Dopsch 1999: 72]&lt;br /&gt;
Allgemein hatte der steirische Adel im 13. Jahrhundert eine mächtige Stellung inne.[Spechtler 2006.1: 268] Zudem befand sich die Region in einer kulturellen Blüte und so gab es einige steirische Adlige vor und nach Ulrich, die ebenfalls als Minnesänger tätig waren, auch wenn keiner von ihnen die Bekanntheit Ulrichs erlangte.[Dopsch 1999: 51-54]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ulrich als Ministerialer ===&lt;br /&gt;
Ministeriale  definierten sich ganz allgemein gesagt dadurch, dass sie in einem  Dienstverhältnis zu ihrem Herren standen und folglich von diesem mehr  oder weniger abhängig waren. Die gesellschaftliche Position und das  Ansehen der Ministerialen war abhängig von ihren Ämtern und den damit  verbundenen Aufgaben.[Herchert 2010: 34] Auch einige Freie, unter ihnen die Liechtensteiner,[Spechtler 2006.3: 303] traten in den  Ministerialiendienst ein, um von materiellen Vorteilen, wie zum  Beispiel Dienstlehen, zu profitieren.[Herchert 2010: 35]  Im 13. Jahrhundert bildete sich in der Steiermark ein &amp;quot;Herrenstand&amp;quot; bestehend  aus freien Adligen und unfreien Ministerialen, in dem sich soziale  Unterschiede zwischen beiden Gruppen weitgehend aufhoben und dem auch die Liechtensteiner angehörten.[Spechtler 2006.3: 302] Bereits mit dem Georgenberger Vertrag von 1186 erhielten die steirischen  Ministerialen gegenüber dem Landesherren Vorrechte, die sie zum einflussreichsten Ministerialenstand im deutsch-österreichischen Raum machten.[Spechtler 2006.3: 303] Ulrich von Liechtenstein diente zum Beispiel Herzog Friedrich II., der Herr über Österreich und auch über die Steiermark war.[Hübner 2008: 84] Über eine reine Diensttätigkeit hinaus hatte Ulrich damit sicherlich auch einen nicht zu unterschätzenden politischen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berufliche Tätigkeiten Ulrichs ===&lt;br /&gt;
Urkunden sind äußerst wichtige Quellen für das Mittelalter. Im Fall Ulrichs von Liechtenstein helfen sie, herauszufinden, welche Tätigkeiten er wann ausübte und historisch zu beurteilen, welche Stellung er damit innerhalb des steirischen Adels einnahm. So wie die meisten mittelalterlichen Urkunden berichten auch die über Ulrich von Rechtsgeschäften, die er entweder bezeugt oder in denen er als Aussteller auftritt. Die erste Amtsbezeichnung Ulrichs lautet &amp;quot;Schiedsrichter&amp;quot; und stammt von 1232.[Spechtler 1999: 442] Etwa dreißig Jahre später, 1263, wird Ulrich noch einmal ganz ähnlich als &amp;quot;erster Schiedsmann&amp;quot; betitelt.[Spechtler 1999: 466] Schiedsmann und Schiedsrichter waren im mittelalterlichen Schiedsgerichtsverfahren von Bedeutung. Schiedsmänner hatten die Aufgabe, eine gütliche Einigung beider Parteien anzuleiten, während Schiedsrichter und ihre Beisitzer Entscheidungen fällen durften.[Schiedsgerichtsverfahren 1977-99] Ulrich war folglich bereits mit Mitte/Ende zwanzig (je nachdem von welchem Geburtsdatum man ausgeht) juristisch tätig. &lt;br /&gt;
1245 wird Ulrich in einer Urkunde dann als &#039;&#039;Ulricus de Lichtensteine dapifer Stirie&#039;&#039; (Ulrich von Liechtenstein, Truchseß der Steiermark) geführt.[Spechtler 1999: 446] Ein Truchseß war im Mittelalter am fürstlichen oder königlichen Hof tätig und hatte im 12. und 13. Jahrhundert auch politischen Einfluss.[Kreiker &amp;quot;Truchseß&amp;quot;] Dies spiegelt auch der Inhalt der Urkunde wider: Ulrich soll im Auftrag Herzog Friedrichs II. den Bischof von Gurk zu militärischer Unterstützung überreden.[Spechtler 1999: 446] Das zeigt deutlich Ulrichs politische Tätigkeit und darüberhinaus auch das Vertrauen, das der Herzog, mit dem er wohl in einer guten Verbindung stand, ihm entgegenbrachte. Laut den Urkunden setzt sich Ulrichs Karriere 1267 weiter fort. In Graz ernennt König Ottokar von Böhmen Ulrich zum steirischen Marschall und verfügt, dass illegal entfremdete Güter wieder zurück an den steirischen Marschall zu gehen haben.[Spechtler 1999: 468] Als Marschall hatte Ulrich ein Hofamt inne, das ihn für die Sicherheit und Gesundheit des Königs verantwortlich machte. Zudem hatte er Aufsicht über den königlichen Hof zu führen und sein Amt war auch mit rechtssprechenden Tätigkeiten verbunden.[Kreiker &amp;quot;Marschall&amp;quot;] Diese juristisch-politische Tätigkeit führte Ulrich wohl bis zu seinem Tod fort, wobei er laut Urkunden seit 1272 auch noch die Funktion eines Landrichters inne hatte.[Spechtler 1999: 476]&lt;br /&gt;
Damit hatte er eine Position erreicht, die es ihm erlaubte, bei Gerichtsverhandlungen sogar den Landesherren vertreten zu dürfen.[Spechtler 2006.1: 268] Alles in allem verfolgte Ulrich von Liechtenstein eine politische Karriere und hatte gute Verbindungen zu den Mächtigen seiner Zeit. Der &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; allerdings verschweigt diesen Aspekt aus Ulrichs Leben völlig. Zwar wird durch die Nennung und Charakterisierung zahlreicher, zum Teil hochrangiger, Adliger deutlich, dass Ulrich sich in der höheren Gesellschaft auskennt, aber die Sprache kommt nie auf seine berufliche Tätigkeit. Ulrich von Liechtenstein beschreibt und definiert sich selbst nur über seine Tätigkeit als treuer und ergebener Minnediener. Dabei hatte die historische Person außerhalb seines Dichterlebens noch viele weitere Facetten. Allein aus diesem Grund kann der &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; unmöglich als Autobiografie im modernen Sinne betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
=== Die Hochzeit (Ulrichs Schwertleite)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Strophe !! Mittelhochdeutscher Text !! Neuhochdeutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 39 || Do fuor ich turniren knehtes wis&amp;lt;br /&amp;gt; durch lernen und durch knehtes pris&amp;lt;br /&amp;gt; allenthalben reht driu jar&amp;lt;br /&amp;gt; da wart ich ritter, daz ist war&amp;lt;br /&amp;gt; ze Wiene ze einer hochzit&amp;lt;br /&amp;gt; daz ich da vor noch immer sit&amp;lt;br /&amp;gt; so schoene hochzit nie gesach;&amp;lt;br /&amp;gt; da was von dringen ungemach.&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;  || Ich fuhr turnieren nach der Art&amp;lt;br /&amp;gt; des Knappen, der noch lernt und dient&amp;lt;br /&amp;gt; für Lob, drei Jahre tat ich das;&amp;lt;br /&amp;gt; dann wurd&#039; ich Ritter (das ist wahr)&amp;lt;br /&amp;gt; in Wien auf einer Hochzeit dort,&amp;lt;br /&amp;gt; ich hab davor und nachher nicht&amp;lt;br /&amp;gt; eine solche Hochzeit je geseh&#039;n,&amp;lt;br /&amp;gt; so viele Leute drängten sich.&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 40 || Der fürst Liupolt uz Oesterich&amp;lt;br /&amp;gt; gap da sin tohter minneclich&amp;lt;br /&amp;gt; von Sahsen einem fürsten wert,&amp;lt;br /&amp;gt; der het ir ze einer konen begert.&amp;lt;br /&amp;gt; diu hochzit wart so schoene da,&amp;lt;br /&amp;gt; daz (ich) sit niender anderswa&amp;lt;br /&amp;gt; so schoene hochzit hab gesehen;&amp;lt;br /&amp;gt; des muoz ich von der warheit jehen.&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;  || Fürst Leopold von Österreich&amp;lt;br /&amp;gt; gab seine liebe Tochter hier&amp;lt;br /&amp;gt; von Sachsen diesem edlen Fürst,&amp;lt;br /&amp;gt; der wollte sie zu seiner Frau.&amp;lt;br /&amp;gt; Die Hochzeit war so herrlich schön,&amp;lt;br /&amp;gt; daß ich seitdem nie anderswo&amp;lt;br /&amp;gt; ein solches Fest je hab geseh&#039;n;&amp;lt;br /&amp;gt; das sag ich euch, die Wahrheit ist&#039;s.&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eines der beiden datierbaren Ereignisse des Frauendienstes ist die Hochzeit der Tochter Herzog Leopolds VI. mit Albrecht von Sachsen, die 1222 in Wien stattfand.[Dopsch 1999: 77] Ulrich verbindet dieses historische Ereignis mit seinem Eintritt in den Ritterstand, für den es aber keine historischen Anhaltspunkte gibt. So wird in der Forschung auch angezweifelt, ob der historische Ulrich tatsächlich 1222 in Wien zum Ritter geschlagen wurde.[Krenn 1999: 113]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Tod Herzog Friedrichs II. ===&lt;br /&gt;
Am 15. Juni 1246 starb der letzte Babenberger Herzog Friedrich II. in der Schlacht an der Leitha, in der die Österreicher gegen den ungarischen König kämpften.[Spechtler 2006.2:253] Zwar siegten die Österreicher doch der Verlust des Landesherren und die darauffolgende Herrschaft der Ungarn bzw. ab 1260 die Regierungszeit des böhmischen Königs Ottokar brachten politische Wirren für die Region mit sich.[Spechtler 2006.3: 301] Zudem verliert Ulrich von Liechtenstein damit seinen Dienstherren.[Hübner 2008: 84] Er spricht diese Ereignisse und die folgende schwere Zeit im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; an, allerdings nutzt er sie eher für eine allgemeine Zeitklage[Spechtler 2006.3: 301] und weniger um genaue historische Ereignisse oder Abläufe darzustellen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Strophe !! Mittelhochdeutscher Text !! Neuhochdeutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1677 || Got müeze sin pflegen: er ist nu tot.&amp;lt;br /&amp;gt; sich huop nach im vil groziu not&amp;lt;br /&amp;gt; ze Stire und ouch ze Oesterrich.&amp;lt;br /&amp;gt; da wart maniger arm, der e was rich.&amp;lt;br /&amp;gt; für war ich iu daz sagen wil:&amp;lt;br /&amp;gt; nach im geschach unbildes vil,&amp;lt;br /&amp;gt; man roubt diu lant naht und tac,&amp;lt;br /&amp;gt; da von vil dörfer wüeste lac.&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;  || Der Herr behüt&#039; ihn, er ist tot.&amp;lt;br /&amp;gt; Danach begann die große Not&amp;lt;br /&amp;gt; zu Steier und in Österreich.&amp;lt;br /&amp;gt; Die Reichen wurden bald sehr arm.&amp;lt;br /&amp;gt; Ich sage euch die Wahrheit hier:&amp;lt;br /&amp;gt; Nach ihm geschah viel Unheil noch,&amp;lt;br /&amp;gt; man raubte im Lande Nacht und Tag&amp;lt;br /&amp;gt; und viele Dörfer war&#039;n zerstört.&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Persönlichkeiten ===&lt;br /&gt;
Die wesentlichen Protagonisten des &#039;&#039;Frauendienstes&#039;&#039;, allen voran die beiden verehrten Damen, aber auch einige Botenfiguren, bleiben anonym. Im Kontrast dazu steht die Nennung zahlreicher Namen von beispielsweise Turnierteilnehmern, die sogar oftmals durch Informationen zu ihrer Herkunft und einer Einschätzung ihrer ritterlichen Leistung ergänzt werden. Im gesamten Roman werden 176 Namen historischer Persönlichkeiten genannt und ein Großteil von ihnen konnte inzwischen tatsächlich identifiziert werden.[Krenn 1999:106]&amp;lt;ref&amp;gt; Eine genaue Auflistung der genannten und der historisch identifizierten Namen ist zu finden bei Krenn 1999, S. 121-129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um die Verwendung von historischen Persönlichkeiten im Roman genauer betrachten zu können, wird im Folgenden exemplarisch auf die &amp;quot;Anwesenheitsliste&amp;quot; des Friesacher Turniers (FD 188-198) eingegangen. Einen historischen Beleg für ein Turnier in Friesach gibt es nicht, ebensowenig eindeutige Anhaltspunkte für eine Vermittlung Leopolds von Österreich im Streit zwischen Heinrich IV. von Istrien und dem Herzog von Kärnten, was im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; als Anlass für das Turnier beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt; Es gab aber wohl tatsächlich einen Streit zwischen Heinrich von Istrien und dem Herzog von Kärnten.[Krenn 1999: 118]&amp;lt;/ref&amp;gt; (FD 177-79) Der Autor Ulrich von Liechtenstein fügt in die Vorrede zum Turnier 46  Namen ein. 22 dieser Personen sind allein durch das gemeinsame Auftreten  mit Ulrich in mindestens einer der 94 Urkunden belegt.[Krenn 1999:  125f.] Das heißt einmal, dass diese Personen definitiv existiert haben,  zum anderen aber auch, dass Ulrich sie persönlich kannte. Unter Einbezug anderer Urkunden können bis auf fünf genannte Personen alle Teilnehmer des Friesacher Turniers historisch belegt werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Dies wurde durch Abgleich der im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; angeführten Namen mit der Liste Krenns herausgefunden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lediglich Leutold von Peggau, der namenslose Domvogt von Regensburg, Gundaker von Starkenberg, Ulrich von Stainz und Otto von Schönkirchen können nicht zweifelsfrei als real existierende Personen betrachtet werden. Allerdings ist zu beachten, dass Ulrich diese &amp;quot;Namenslisten&amp;quot; für sein höfisches Publikum führte. Hier frei erfundene Namen vorzutragen würde vermutlich den Sinn der Namensnennungen verfehlen, denn die zeitgenössischen Rezipienten sollten die betreffenden Personen (er)kennen, um Ulrichs Erzählung plastischer auffassen zu können bzw. um seinen Ausführungen über Ritterlichkeit und Ansehen der Betroffenen folgen zu können. Wie anhand des Friesacher Turniers exemplarisch gezeigt wurde, werden im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; historische Personen in einen fiktionalen Kontext gesetzt. Ein Grund hierfür kann, wie bereits erwähnt, die Unterhaltung des zeitgenössischen Publikums sein. Darüberhinaus erwecken die zahlreichen belegbaren Personen zumindest (und ausschließlich) auf den ersten Blick den Eindruck eines gut recherchierten Werks, das einen Wahrheitsanspruch erhebt. Eventuell wollte der Autor Ulrich damit auch den &amp;quot;Wahrheitsgehalt&amp;quot; seiner Aussagen über die Minne und den Minnedienst unterstreichen. Dass hingegen die &amp;quot;Personen der engeren Minnediensthandlung anonym bleiben&amp;quot;[Spechtler 2006.3: 299] spricht für die [[Fiktionale Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Fiktionalität ]] der eigentlichen Romanhandlung, &amp;quot;weil es sich eben um die epische Darstellung eines dem spätmittelalterlichen Publikum bekannten literarischen Musters handelt, das ja, für sich genommen, nichts mit der Darstellung historischer Wirklichkeit zu tun hat.&amp;quot;[Spechtler 2006.3: 299]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Fazit =&lt;br /&gt;
Wie in diesem Artikel dargelegt wurde, gibt es nachweisbare historische und biografische Fakten, die Eingang in den &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; gefunden haben. Allerdings überwiegen gerade im Rahmen der eigentlichen Romanhandlung (beispielsweise Fahrten und alle Minnediensthandlungen) eindeutig die [[Fiktionale Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|fiktionalen Elemente]]. Fest steht eigentlich nur, dass Ulrich von Liechtenstein als historische Person gelebt hat und dass ein Teil seiner Familiengeschichte sowie historische Weggefährten und einzelne Ereignisse (z. B. der Tod Herzog Friedrichs) im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; wiederzufinden sind. Die wesentlichen Aspekte seines Lebens, nämlich sein gesamtes politisches Wirken, sind nicht in seinen Roman eingeflossen. Alle nachweisbaren Bestandteile des Frauendienstes beziehen sich eher auf Randereignisse und tragen kaum etwas zum Fortschreiten der Handlung bei. Unter Miteinbezug des Artikels über [[Fiktionale Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|fiktionale Elemente ]] im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; kann somit eindeutig nachgewiesen werden, dass Ulrichs von Liechtenstein Werk mit Sicherheit nicht die Merkmale einer Autobiografie erfüllt, sondern ein fiktionaler Roman ist, in den reale Einzelereignisse und historische Personen eingebunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Primärtext =&lt;br /&gt;
* Spechtler, Franz Viktor (Hg.): Ulrich von Liechtenstein. Frauendienst, Göppingen 1987. (Mittelhochdeutscher Text)&lt;br /&gt;
* Liechtenstein, Ulrich von: Frauendienst, übers. v. Franz Viktor Spechtler, Klagenfurt/Celovec 2000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Textnachweise =&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Chinca 2010]Chinca, Mark: Der Frauendienst zwischen Fiktivität und Fiktionalität. Probleme und Perspektiven der Forschung, in: Linden, Sandra/Young, Christopher: Ulrich von Liechtenstein.  Leben-Zeit-Werk-Forschung, Berlin/New York 2010, S. 305-323.&lt;br /&gt;
*[*Dopsch 1999]Dopsch, Heinz: Zwischen Dichtung und Politik. Herkunft und Umfeld Ulrichs von Liechtenstein, in: Spechtler, Franz Viktor/Maier, Barbara (Hgg.): Ich - Ulrich von Liechtenstein. Literatur und Politik im Mittelalter, Klagenfurt 1999, S. 49-104.&lt;br /&gt;
*[*Gasser 2012]Gasser, Peter: Autobiografie und Autofiktion. Einige begriffskritische  Bemerkungen, in: Pellin,Elio/Weber, Ulrich: &amp;quot;...all diese fingierten, notierten, in meinem Kopf ungefähr wieder zusammengesetzten Ichs&amp;quot;. Autobiographie und Autofiktion, Göttingen 2012.&lt;br /&gt;
*[*Herchert 2010] Herchert, Gaby: Einführung in den Minnesang, Darmstadt 2010.&lt;br /&gt;
*[*Hübner 2008]Hübner, Gert: Minnesang im 13. Jahrhundert. Eine Einführung, Tübingen 2008. &lt;br /&gt;
*[*Kreiker &amp;quot;Marschall&amp;quot;]Kreiker, S.: &#039;Marschall&#039;, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6, Sp. 324-325.&lt;br /&gt;
*[*Kreiker &amp;quot;Truchseß&amp;quot;]Kreiker, S.: &#039;Truchseß&#039;, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, Sp. 1069-1070.&lt;br /&gt;
*[*Krenn 1999]Krenn, Gerald: Historische Figuren und/oder Helden der  Dichtung? Untersuchungen zu den Personen im Roman &amp;quot;Frauendienst&amp;quot;, in:  Spechtler, Franz Viktor/Maier, Barbara  (Hgg.): Ich - Ulrich von  Liechtenstein. Literatur und Politik im Mittelalter, Klagenfurt 1999, S.  105-132.&lt;br /&gt;
*[*Schiedsgerichtsverfahren 1977-99]o.A.:Schiedsgerichtsverfahren, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 4, Sp. 1332.&lt;br /&gt;
*[*Spechtler 1999]Spechtler, Franz Viktor: Die Urkunden Regesten zu Ulrich von Liechtenstein, in: Spechtler, Franz Viktor/Maier, Barbara (Hgg.): Ich - Ulrich von Liechtenstein. Literatur und Politik im  Mittelalter, Klagenfurt 1999, S. 441-493.&lt;br /&gt;
*[*Spechtler 2006.1]Spechtler, Franz  Viktor: Ulrich von  Liechtenstein. Urkunden und  Zeugnisse zur Biographie  des Autors des  ersten Ich-Romans in deutscher  Sprache, in: Auer-Müller, Michaela/Müller, Ulrich/Schmidt, Siegrid  (Hgg.): Gesammelte Abhandlungen zur deutschen Literatur des  Mittelalters, Göppingen 2006, S. 265-272.&lt;br /&gt;
*[*Spechtler 2006.2]Spechtler, Franz  Viktor: Probleme um Ulrich von Liechtenstein.  Bemerkungen zu  historischen Grundlagen, Untersuchungsaspekten und   Deutungsversuchen, in: Auer-Müller, Michaela/Müller, Ulrich/Schmidt,  Siegrid (Hgg.):  Gesammelte Abhandlungen zur deutschen Literatur des   Mittelalters,  Göppingen 2006, S. 253-264.&lt;br /&gt;
*[*Spechtler 2006.3]Spechtler, Franz  Viktor: Ulrich von Liechtenstein. Literarische Themen und Formen um die Mitte des 13. Jahrhunderts in der Steiermark, in: Auer-Müller, Michaela/Müller, Ulrich/Schmidt, Siegrid (Hgg.): Gesammelte Abhandlungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, Göppingen 2006, S. 297-325.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ulrich von Liechtenstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauendienst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Autobiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: historische Person]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: historische Ereignisse]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<title>Körperlichkeit (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)</title>
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		<updated>2024-06-10T12:08:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:237r.jpg|250px|thumb|right|Ulrich von Liechtenstein (Codex Manesse)]]&lt;br /&gt;
Profilierungen des Körpers spielen im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]] von Ulrich von Liechtenstein eine nicht geringe Rolle: &amp;quot;Ulrichs&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; Im Folgenden soll das Protagonisten-Ich Ulrich von Liechtenstein im Vergleich zum historischen Autor-Ich in Anführungszeichen gesetzt werden, um eine bessere Unterscheidung zu ermöglichen. &amp;lt;/ref&amp;gt; Körper ist immer wieder aufs Neue blockiert oder deformiert und wird so zu einem, wie Christian Kiening es ausdrückt, &#039;textualisierten Körper&#039;.[Kiening 1998:223] Dieser fungiert als Zeichen eines unbedingten Minnedienstes und übermittelt sowohl Botschaften als auch Treuebeweise.[Kiening 1998:223] Wichtig für die Charakterisierung von Körperlichkeit im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]] sind aber auch diejenigen Szenen, in denen es um nur scheinbare, indirekte Körperlichkeit geht, wie beispielsweise in der Waschwasserszene oder beim Versenden des [[Genres: Büchlein (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Büchleins]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beziehung von historischem Körper und Protagonisten-Ich==&lt;br /&gt;
Der [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]] von Ulrich von Liechtenstein, welcher ein steirischer Ministerialer&amp;lt;ref&amp;gt; Ulrich von Liechtenstein gehörte einem einflussreichen Ministerialengeschlecht an; Ministerialer (laut Duden): Angehöriger des Dienstadels im Mittelalter, Angehöriger eines Ministeriums. &amp;lt;/ref&amp;gt;, Truchsess&amp;lt;ref&amp;gt; Truchsess (laut Duden): (im Mittelalter) Vorsteher der Hofverwaltung, der u. a. mit der Aufsicht über die Tafel beauftragt war &amp;lt;/ref&amp;gt; und Landrichter war, gilt in der Forschung als eine der ersten Ich-Erzählungen in deutscher Sprache.[Kiening 1998: 214f.] Sowohl [[Autobiografische Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|autobiografische]] als auch [[Fiktionale Elemente (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|fiktionale]] Elemente sind in diesem Werk vorhanden. Die, für autobiographisches Schreiben konstitutive, Nicht-Fiktionalität ist allerdings zweifelhaft: Das hier artikulierte Ich entspricht offensichtlich nicht dem, was wir aus neuzeitlichen Autobiographien kennen. Zwar trägt das Protagonisten-Ich den Namen &amp;quot;Ulrich von Liechtenstein&amp;quot;; selbst nennt er sich allerdings nie so und zudem teilt er nur vereinzelte Elemente der historischen Konstellation mit dem steirischen Ministerialen Ulrich von Liechtenstein. Das Protagonisten-Ich &amp;quot;Ulrich von Liechtenstein&amp;quot; steht also offensichtlich in einer Verweisbeziehung zu der historischen Person, die außerhalb des Textes steht.[Kiening 1998:214f.] Diese Beziehung dürfte, so Kiening weiter, ihren Reiz aus der Spannung von Übereinstimmungen und Differenzen bezogen haben. Doch diese Spannung sei kaum rekonstruierbar, da literarische und außerliterarische Biographie sich nur punktuell berühren. Ob an dem historischen, also dem tatsächlich vorhandenen, Körper des Autors wirklich eine Hasenscharte wegoperiert wurde oder gar das [[Die Fingerepisode (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Fehlen eines Fingers]] zu verzeichnen war, bleibt offen.[Kiening 1998: 215]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==&amp;quot;Ulrichs&amp;quot; Körper==&lt;br /&gt;
Zu den prägnantesten Szenen, in denen &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; Körper Mittelpunkt der Handlung ist, zählen zum einen die Mundoperation, die das Ich vornehmen lässt und zu deren Folgen eine geschwollene Lippe, die stinkende grüne Salbe und der Ekel vor der Nahrungsaufnahme gehören. Das [[Die Fingerepisode (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Abhacken eines Fingers]], der im Turnier verletzt worden war und der der Dame unter anderem als Beweis unbedingter Ergebenheit geschickt wird, der Aufenthalt unter Aussätzigen und die Einnahme eines Krautes, das Symptome der Leprakrankheit hervorruft, dienen ebenfalls dem Wunsch, der Dame nahezukommen. Folglich ist der körperliche Leidenswille &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; ein Ausdruck seiner Dienstbereitschaft der Dame gegenüber. &lt;br /&gt;
Die komischen und parodistischen Elemente dieser Szenen sind komplexer Bestandteil der Inszenierungen des Autor-Ichs, welches, so Kiening, Präsenz erzeuge und sich gleichzeitig distanziere. Das Ich &amp;quot;Ulrich&amp;quot; betreibt eine Art &amp;quot;Modellierung des Leibes&amp;quot;[Schmid 1988:195f.] sowie eine &amp;quot;Differenzierung von Identität durch die Zeichnung des eigenen Leibes&amp;quot;.[Schmid 1988:195f.] Dies ermöglicht es ihm, sich von anderen abzusetzen; die körperlichen Extravaganzen bezeichnet Kiening deshalb als Strategien: Der Körper des Ichs im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]] bildet nun nicht mehr nur eine konkrete Hülle des Abstrakten, als welche die Körper dem Rezipienten normalerweise im höfischen Roman begegnen. Er steht als ein unhöfischer und exaltierter&amp;lt;ref&amp;gt; exaltiert (laut Duden): künstlich übersteigert, überspannt &amp;lt;/ref&amp;gt; Körper in einer Art Spannungsverhältnis zu den höfischen und disziplinierten. [Kiening 1998:220] &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; Körper hat damit als eine entscheidende Funktion die Generierung von Identität innerhalb der innerliterarischen Welt. Eingriffe und Verletzungen werden zu einem Alleinstellungsmerkmal des &amp;quot;Ichs&amp;quot; und weisen ihm eine spezifische Identität zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Indirekte Körperlichkeit im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]]==&lt;br /&gt;
Unter dem Aspekt der Körperlichkeit besitzt &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; Minnegeschichte ihren Ausgangspunkt in einer Adoleszenzerfahrung, die aus gleichzeitiger Nähe und Unberührbarkeit besteht. In diesem Übergangsstadium zwischen Kindheit und Erwachsensein wird &amp;quot;Ulrich&amp;quot; durch verschiedene Situationen, die im Zusammenhang mit der &#039;&#039;vrowe&#039;&#039; stehen, geprägt. Kiening formuliert in diesem Absatz sehr treffend &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; Situation: Er sagt, dass das Ich die Zeit zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr als &#039;&#039;kneht der frowe&#039;&#039; verbringt.[Kiening 1998:220] Doch &amp;quot;Ulrich&amp;quot; muss sich, aufgrund des Hierarchieverhältnisses, das ihn der Dame unterordnet, mit Formen der mittelbaren Berührung begnügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Blumen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Animation_klein.gif|500px|thumb|right|Indirekte Körperlichkeit über Blumen]]&lt;br /&gt;
Als &amp;quot;imaginatives Relais&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; Ein Relais ist ein, vereinfacht gesehen, durch elektrischen Strom betriebener Schalter, der über einen Stromkreis aktiviert wird und über Kontakte funktioniert.&amp;lt;/ref&amp;gt;[Kiening 1998:220] zwischen zwei Körpern bringt &amp;quot;Ulrich&amp;quot; seiner Damen zu Beginn seines Minnedienstes Blumen: Die Blumen fungieren als Schalter, welcher dann für eine (indirekte) Berührung der Kontakte (zwischen Ulrich und der &#039;&#039;frowe&#039;&#039;) sorgt und somit gleichzeitig für indirekte Körperlichkeit. Denn die Tatsache, dass seine &#039;&#039;vrowe&#039;&#039; die Blumen berührt, nachdem er sie berührt hat, empfindet &amp;quot;Ulrich&amp;quot; als Verbindung zwischen den beiden Körpern. Die Blumen erfahren also eine Art Aufladung mit Körperlichkeit. &lt;br /&gt;
::{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mittelhochdeutscher Text&#039;&#039;&#039; [FD:24]|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt; || &#039;&#039;&#039;Neuhochdeutsche Übersetzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eines ofte mir geschach:|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt; || Bei ihr geschah mir eines oft:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| swenne ich ihr schoener pluomen brach|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| Wenn ich die schönen Blumen brach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| des sumers, so daz solde sin,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| im Sommer, wie es sich gehört,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| die truog ich sa der vrowen min.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| da bracht&#039; ich sie der Herrin mein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| nam si die in ir wize hant,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| Nahm sie sie in die weiße Hand,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| so wart mir freuden vil bekant;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| dann freute ich mich ungemein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ich gedaht: da du si griffest an,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| und dachte: Wo du sie gefaßt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| da han ich in alsam getan.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| da hab ich es auch so getan.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Waschwasserszene===&lt;br /&gt;
Der Keim der ambivalenten ersten Minnebeziehung, so Kiening, scheint in dieser Szene, in der Sehnsucht nach dem Körper des anderen, gelegt zu sein. &amp;quot;Ulrich&amp;quot; trinkt das Handwaschwasser der &#039;&#039;vrowe&#039;&#039; und partizipiert damit mittelbar am begehrten Körper der Dame. Er inkorporiert&amp;lt;ref&amp;gt;inkorporieren (laut Duden): med. in den Körper eindringen lassen, angliedern&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Ersatzmittel, ein Substitut des anderen Körpers - dies stillt seine Liebessehnsucht immerhin für den Moment.[Kiening 1998:221] &lt;br /&gt;
Diese Episode stellt Ulrich von Liechtenstein in Vers 25 dar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mittelhochdeutscher Text&#039;&#039;&#039; [FD:25]|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| &#039;&#039;&#039;Neuhochdeutsche Übersetzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Min vreude war vil ofte groz,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| Die Freude war oft riesengroß,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| swenne ich kom, da man wazer goz|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| wenn ich hinkam und man da goß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| der herzen lieben vrowen min|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| der herzenliebsten Herrin mein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| uf ir vil wizen hendelin.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| das Wasser auf die weißen Händ&#039;.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz wazer, da mit si sich twuoc,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| Das Wasser, mit dem sie sich wusch,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| verholn ich daz von danne truoc,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| das trug ich heimlich von ihr weg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| vor liebe ich ez gar uz tranc;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| und trank es dann vor Liebe aus;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| da von so wart min truren cranc.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| das weckte meine Sehnsucht recht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand dieser Szene wird wiederum die untergeordnete Stellung &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; deutlich. Das Waschwasser ist ein Abfallprodukt, das dadurch entsteht, dass die Dame sich reinigt. Doch selbst der Schmutz, der einmal an ihr war, ist &amp;quot;Ulrich&amp;quot; so wertvoll, dass er damit versucht, sein Liebesverlangen zu stillen. Denn eine unmittelbarere Nähe zur Verehrten ist ihm nicht vergönnt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Büchlein und der Finger===&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ulrich&amp;quot; verwendet nicht nur seinen Körper als Einsatz im Minnedienst, sondern auch (teils sogar in ähnlicher Weise) [[Genres: Lied (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Lieder]], [[Genres: Brief (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Briefe]] und [[Genres: Büchlein (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Büchlein]]. Im ersten Büchlein, das &amp;quot;Ulrich&amp;quot; der Dame übersendet, kommt es sowohl zu einem Wechsel der Stimmen des Ichs und des personifizierten Büchleins als auch zu einer Überlagerung zwischen Körper und Text.[Kiening 1998:223] Das Büchlein wird einerseits als menschlicher Körper vorgestellt, der fürchtet, auf Märtyrerart auf dem Rost verbrannt, zerschnitten und viergeteilt zu werden.[FD:1. Büchlein, 122-131] Andererseits aber wird es als Text präsentiert, mit der Furcht davor, in einer verschlossenen Schublade zu verkümmern.[FD:1. Büchlein, 132-144] Das Büchlein fungiert als materielle &amp;quot;Übermittlungsinstanz von nicht materialisierbaren Begierden&amp;quot;.[Kiening 1998:225] Es wird mit körperlicher Präsenz aufgeladen und gleichzeitig auch mit einem, auf den anderen Körper gerichteten, Verlangen. Einen weiteren Versuch, Nähe zur Dame herzustellen, unternimmt auch das zweite, von &amp;quot;Ulrich&amp;quot; versendete, Büchlein. In diesem Fall handelt es sich aber nicht nur um einen Text, der die Aufgabe hat, den Körper präsent zu machen, sondern um einen Teil des Körpers selbst. Ausgangspunkt hierfür ist die [[Die Fingerepisode (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Fingerepisode]], in der die Verletzung eines Fingers der rechten Hand während des Brixener Turniers beschrieben wird. Nachdem sich die Heilung als schwierig gestaltet, lässt &amp;quot;Ulrich&amp;quot; durch seinen [[Der Bote - höfische Freundschaft oder Macht? (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Boten]] der &#039;&#039;vrowe&#039;&#039; mitteilen, er habe in ihrem Dienst einen Finger verloren. Nachdem diese aber erfährt, dass der Finger nicht verloren, sondern nur verkümmert ist, bezichtigt sie &amp;quot;Ulrich&amp;quot; der Lüge. Daraufhin lässt sich &amp;quot;Ulrich&amp;quot; den verletzten Finger abschlagen und übersendet ihn der Dame mit einem Büchlein, beide eingekleidet in kostbaren Samt. Der Finger dient dabei als Verschluss des Büchleins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mittelhochdeutscher Text&#039;&#039;&#039; [FD: 444-445]|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt; || &#039;&#039;&#039;Neuhochdeutsche Übersetzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;quot;Ich volge dirs gern, sit ich ez kan.&amp;quot;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt; || &amp;quot;Ich folg&#039; dir gern, wenn ich es kann.&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zehant ich tihten do began|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| Sofort fing ich zu dichten an&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein vil gefüege büechlin;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| und schrieb ein nettes Büchlein ihr;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bi dem samt ich den vinger min|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| mit dem sandt&#039; ich den Finger hin&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hin da diu rine, süeze was.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| wo diese Schöne, Edle war.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| in einem samet als ein gras|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| In eine Seide so grün wie Gras&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| want man das büechel an der stat,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| ward dieses Büchlein eingemacht,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ein goltsmit ich mir würken bat|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| ein Goldschmied macht mir sogleich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt; || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zwei britelin von gold alda,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| zwei Brettlein ganz aus reinem Gold,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dar in bant man daz büechel sa;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| in die man dieses Büchlein band;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz diu sperre solde sin;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| als eine Schließe machte er&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daz was also zwei hendelin|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| zwei kleine Hände auch aus Gold,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| gemachet harte lobelich;|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| er formte sie ganz wunderbar;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| den vinger dar in meisterlich|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| der Finger ward hineingelegt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| machte wir sa an der stat,|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| der bot mich urloubes bat.|| &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#FFFFFF&amp;quot;&amp;gt; __________ &amp;lt;/span&amp;gt;|| der Bote nahm den Abschied dann.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Text des Büchleins verdeutlicht nun einerseits die &amp;quot;Zeichenhaftigkeit des Körperteils&amp;quot;[Kiening 1998:225f.], das die absolute Ergebenheit des Minnedieners bezeugen soll. Der Text aber versucht andererseits auch, bei der Dame ein schmerzvolles Empfinden des Verlustes zu erzeugen. Diese Amputation hat somit sowohl den Charakter der Wiedergutmachung der Lüge &amp;lt;ref&amp;gt; Kiening weist auf Renate Hausners Auffassung hin, dass das Abhacken eines Fingers der Schwurhand als Strafe für Meineid galt und Ulrichs Amputation (als Folge der Lüge gegenüber der Dame) rechtssymbolischen Charakter hat. &amp;lt;/ref&amp;gt; als auch des Opfers, da sie &amp;quot;eine Sakralisierung des vom Körper (ab)getrennten Stückes&amp;quot;[Kiening 1998:226] ermöglicht. Der Finger wird nun zu einem &amp;quot;Moment ständiger Präsenz&amp;quot;[Kiening 1998:226], da die Dame verspricht, den Finger in einer Lade als beständiges Zeichen der Erinnerung aufzubewahren. Damit gelingt es mit der Kombination aus Körperlichkeit und Schriftlichkeit die Dame zu erreichen. Der Finger als Schließe des Büchleins kann somit auch das Herz der Dame öffnen.[Kellermann 2010:231]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aussatzepisode==&lt;br /&gt;
Nachdem &amp;quot;Ulrich&amp;quot; das Wohlwollen seiner &#039;&#039;vrowe&#039;&#039; durch die [[Venus- und Artusfahrt im Frauendienst (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Venusfahrt]] erlangt hat, ist dennoch kein ausgeglichenes Verhältnis zur Minneherrin in Sicht. Erst mit dem elften Lied [FD:1100] erlangt Ulrich schließlich die erneute Zuneigung seiner Umworbenen, sie lädt ihn ein und stellt ein Treffen in Aussicht. Doch das Treffen steht unter keinem guten Vorzeichen und schon zu Beginn zeichnet sich ab, was die Episode hauptsächlich kennzeichnen wird: &amp;quot;körperliches Leid, Verlust und Furcht, ja Todesangst.&amp;quot;[Ackermann 2009:165] Die Minneherrin fordert von &amp;quot;Ulrich&amp;quot; den Aufenthalt unter den Aussätzigen, was die &amp;quot;Sinnlosigkeit ihrer Dienstansprüche&amp;quot;[Ackermann 2009:166] nochmals unterstreicht. Die Aussatzepisode und ihre Dimensionen stehen, so Ackermann, in einem radikalen Kontrast zum Anfang der Minnebeziehung: Während &amp;quot;Ulrich&amp;quot; zu Beginn des Minnedienstes (als Kind) Bilder des Beginns, Aufbruchs und der Verehrung für die Dame und ihren Körper aufrief (man denke an die Blumen, die Ulrich für seine Dame pflückt), finden sich im Gegensatz dazu am Ende des Dienstes Zeichen des Unreinen, des Verfalls, abgebildet am kranken Körper des Aussätzigen.[Ackermann 2009:266] Die Entwicklung des Minnedienstes und der Körper &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; (und dessen Versehrung) korrespondieren also in gewisser Weise. Ohne selbst am Aussatz zu erkranken, muss &amp;quot;Ulrich&amp;quot; &amp;quot;von Ekel geplagt seinen Körper den Körpern der Kranken anpassen&amp;quot;.[Ackermann 2009:266] Ackermann lässt dabei außer Acht, dass von Beginn an, die &amp;quot;Gaben&amp;quot; der Dame an &amp;quot;Ulrich&amp;quot; (z. B. das Waschwasser) ein unreines Abfallprodukt darstellen. Natürlich stellt die Forderung, sich unter Aussätzige zu begeben eine andere Ebene der Unreinheit dar, aber sie ist vielmehr eine Steigerung und kein radikaler Kontrast zu den anfänglichen Elementen der Körperlichkeit. Und diese Steigerung setzt sich auch nach der Aussatzepisode weiter fort. In der [[Die Urinepisode (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|Urinepisode]], die in direktem Zusammenhang zur Aussatzepisode steht, wird die Erniedrigung für &amp;quot;Ulrich&amp;quot; verstärkt. Zwar handelt es sich in dieser Episode nicht um eine &amp;quot;Gabe&amp;quot; der Dame, aber auf ihr Geheiß hin versteckt sich &amp;quot;Ulrich&amp;quot; nachts im Burggraben und wird von den Exkrementen eines anderen beschmutzt.[FD:1189] Im nachfolgenden Handlungsablauf geht die Erniedrigung sogar noch weiter. &amp;quot;Ulrich&amp;quot; muss seine Verkleidung (die Bettlerkleider) ablegen, ist also nackt, was im Mittelalter mit dem Verlust von Identität gleichzustellen ist. (Vgl. hierzu die [[Die Urinepisode (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)| Urinepisode]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Körperlichkeit in Form von Sexualität==&lt;br /&gt;
Die Artikulationsmöglichkeiten von Begehren und Sexualität sind im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]] aufgrund der Gattung stark limitiert. Doch durch &amp;quot;metaphorische Übercodierungen im Bereich des Liedkorpus, aber auch der Turnierdarstellung, ritualisierte Keuschheit auf der Ebene der Narration und die beinahe unverhüllte Schilderung sexueller Phantasien in einigen Lieden&amp;quot;[Sieber 2010] können diese durchbrochen werden. Auch Gert Hübner schreibt, dass ein wesentlicher Grund für die existierende Freude (&#039;&#039;vreude&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Die Betonung der &#039;&#039;vreude&#039;&#039;-Emotion gilt als eine Novität des lyrischen OEvres Ulrichs von Liechtenstein.[Eming 2010:193]&amp;lt;/ref&amp;gt;) im [[Inhaltsangabe &amp;quot;Frauendienst&amp;quot; (Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst)|&#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;]] auf der &amp;quot;erfüllten, wenn auch phantasierten Sexualität&amp;quot;[Hübner 1999: 334] basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreislauf neu.jpeg|links|mini|250x250px|Kreislauf-Charakter von Blumen und Waschwasser]]&lt;br /&gt;
Die Szenen, in denen &amp;quot;Ulrich&amp;quot; seiner Dame Blumen überreicht und ihr Waschwasser trinkt, zeugen von einem Kreislauf-Charakter. &amp;quot;Ulrich&amp;quot; gibt seiner &#039;&#039;vrowe&#039;&#039; Blumen; als Gegenleistung &amp;quot;erhält&amp;quot; er ihr Waschwasser. Allerdings verschlechtert sich der Wert des Objekts, der zwischen den beiden Körpern wandert metonymisch. Benutztes Waschwasser ist kaum eine akzeptable Gegenleistung für ein Blumengeschenk. Der ganze (erste) Minnedienst hat zum Ziel, die Nähe der Körper (wieder)herzustellen, welche durch den Kreislauf von Blumen und Waschwasser kurzzeitig vorhanden war. Doch der Versuch der Vereinigung mit dem begehrten Körper der Dame scheitert immer wieder, da der andere Körper stets nur in Substitutionen zugänglich wird.&lt;br /&gt;
Dennoch orientiert sich &amp;quot;Ulrichs&amp;quot; Körper, genau wie die räumlichen Bewegungen seines Ichs, hin zur Dame und wird von ihr terminiert. Sein Körper ist ein fast durchgängig fremdbestimmter, denn er ist hier nur ein Objekt, welches sich dem Willen und der Begierde fügen muss. Es wird zu einem Zeichen für die Unbedingtheit und Standhaftigkeit des Ichs - von diesen Eigenschaften berichtet man dann der Dame. Das Ich wird also tatsächlich zu einem Leibeigenen der Dame, denn sein Körper besitzt nur eine Existenzberechtigung, insoweit er der Dame gefällt.[Kiening 1998:222]  &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Primärliteratur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*FD] Spechtler, Franz Viktor (Hg.): Ulrich von Liechtenstein. Frauendienst, Göppingen, 1987 (Mittelhochdeutscher Text)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Liechtenstein, Ulrich von: Frauendienst, übers. v. Franz Viktor Spechtler, Klagenfurt/Celovec, 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise aus der Forschungsliteratur==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*[*Ackermann 2009] Ackermann, Christiane: Im Spannungsfeld von  Ich und Körper. Subjektivität im &#039;&#039;Parzival&#039;&#039; Wolframs von Eschenbach und im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; Ulrichs von Liechtenstein, Köln/Weimar/Wien, 2009.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*[*Eming 2010] Eming, Jutta: Gattungsmischung und Selbstbezüglichkeit. Die Dialoglieder in Ulrichs von Liechtenstein &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039;, in: Münkler, Marina (Hg.): Aspekte einer Sprache der Liebe. Formen des Dialogischen im Minnesang, Berlin, 2010, S. 185-207.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Hübner 1999] Hübner, Gert: &amp;quot;Gerne ich von dem selben spraech...&amp;quot;. Leibhaftiges in den Liedern Ulrichs. In: Spechtler, F.Viktor, Maier, B. (Hg.): Ich - Ulrich von Liechtenstein. Literatur und Politik im Mittelalter, Klagenfurt, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Kellermann 2010]Kellermann, Karina: Ulrichs von Liechtenstein Frauendienst als mediales  Labor, in: Linden, Sandra/Young, Christopher (Hgg.): Ulrich von  Liechtenstein. Leben - Zeit - Werk - Forschung, Berlin/New York 2010, S.  207-260. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Kiening 1998] Kiening, Christian: Der Autor als &#039;Leibeigener&#039; der Dame - oder des Textes? Das Erzählsubjekt und sein Körper im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; Ulrichs von Liechtenstein, in: Andersen, Elizabeth (Hg.): Autor und Autorschaft im Mittelalter, Tübingen, 1998, S.211-238.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Schmid 1988] Schmid, Elisabeth: Verstellung und Entstellung im &#039;&#039;Frauendienst&#039;&#039; Ulrichs von Liechtenstein, in: Ebenbauer, Alfred; Knapp, Fritz Peter; Schwob, Anton (Hg.): Die mittelalterliche Literatur in der Steiermark (Jahrbuch für Internationale Germanistik), Bern u.a., 1988, S.181-198.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Sieber 2010] Sieber, Andrea: Gender. Paradoxe Geschlechterkonstruktion bei Ulrich von Liechtenstein, in: Linden, Sandra; Young, Christopher(Hg): Ulrich von Lichtenstein. Leben – Zeit – Werk – Forschung. Berlin / New York, 2010, S.261-304.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ulrich von Liechtenstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Frauendienst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Minnesang]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ich-Erzählung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Körperlichkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_vierfache_Schriftsinn_in_Dantes_%22Vita_Nova%22_(Dante_Alighieri,_Vita_Nova)&amp;diff=39146</id>
		<title>Der vierfache Schriftsinn in Dantes &quot;Vita Nova&quot; (Dante Alighieri, Vita Nova)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Der_vierfache_Schriftsinn_in_Dantes_%22Vita_Nova%22_(Dante_Alighieri,_Vita_Nova)&amp;diff=39146"/>
		<updated>2024-06-10T12:06:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dante  Alighieri schreibt in seinem &#039;&#039;Convivio&#039;&#039;, &amp;quot;daß man die  Schriften  höchstens in vier Sinnen verstehen kann und auslegen  muß.&amp;quot;[Convivio 1996: 9]&amp;lt;ref&amp;gt;Der Einfachheit halber wird beim &#039;&#039;Convivio&#039;&#039; auf das italienische Original verzichtet. Diese finden sich für Interessierte ebenfalls in der Ausgabe Ricklins: Das italienische Original befindet sich auf den Seiten mit gerader Seitenzahl, die deutsche Übersetzung auf den ungeraden Seiten.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Diese allegorische Sichtweise soll im Folgenden  an Dantes  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; untersucht werden. Dazu sollen die vier Sinne  zunächst  kurz charakterisiert werden und anschließend mit den Ebenen  der Liebe  aus der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; in Verbindung gebracht werden. Anhand  dessen  soll versucht werden, die Funktion der einzelnen Figuren genauer  zu  erläutern. Schließlich gibt es neben der realen&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint  ist genauer die Realität in der fiktiv erzählten Welt.&amp;lt;/ref&amp;gt;  irdischen Beatrice  noch diverse &amp;quot;Schutzschilddamen&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Diese  Bezeichnung ist nach Klemp[Klemp 1984] übernommen. Er bezeichnet die  &amp;quot;Schutzschilddamen ursprünglich als &amp;quot;screen-ladies&amp;quot;[Klemp 1984: 186].&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine geheimnisvolle, bleiche Frau  gegen Ende der  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; und im letzten Kapitel noch die Erscheinung  der bereits  verstorbenen Beatrice.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Dantes &amp;quot;vier Sinne&amp;quot;=&lt;br /&gt;
Dante teilt den vierfachen Schriftsinn folgendermaßen ein:&lt;br /&gt;
# Der &#039;&#039;&#039;buchstäbliche Sinn&#039;&#039;&#039;: &amp;quot;[Dieser] reicht nicht über den Buchstaben der erfundenen Worte hinaus&amp;quot;[Convivio 1996: 9]. Dieser Sinn beinhaltet zunächst also die direkte Wahrnehmung, die Erzählung an sich, das Verständnis der Worte. Dieser Sinn ist elementar für die weiteren.&lt;br /&gt;
# Der  &#039;&#039;&#039;allegorische Sinn&#039;&#039;&#039;: &amp;quot;[Dieser] versteckt sich unter dem Mantel  dieser Erzählung, und er ist eine unter einer schönen Lüge verborgene  Wahrheit&amp;quot;[Convivio 1996: 9]. Dieser Sinn liegt unter der literalen  Erzählung verborgen und muss extrahiert werden. Die wahre Bedeutung des  Wortes, wobei Wort auch als längere Sequenz wie Satz oder Text verstanden werden kann, liegt verborgen unter einer &amp;quot;schönen Lüge&amp;quot;. Die  Beschreibung Dantes ist hochinteressant: Der allegorische Deckmantel verbirgt erstens die Wahrheit, ist zweitens eine Lüge, die drittens  schön ist. Auf diese Aspekte wird später noch genauer eingegangen.&lt;br /&gt;
# Der &#039;&#039;&#039;moralische Sinn&#039;&#039;&#039;: &amp;quot;[Diesen] müssen die Lektoren in den Schriften zu ihrem eigenen und zum Nutzen ihrer Schüler aufmerksam aufzuspüren versuchen&amp;quot;[Convivio 1996: 9 und 11 (S. 10 ist italienisch)]. Auch dieser Sinn scheint versteckt hinter den eigentlichen Worten zu stehen. Anders jedoch als die allegorische &amp;quot;Lüge&amp;quot;, erwähnt Dante explizit, dass dieser dritte Sinn einen Nutzen hat. Diesen Aspekt erwähnt er beim allegorischen Sinn nicht. &lt;br /&gt;
# Der &#039;&#039;&#039;anagogische Sinn&#039;&#039;&#039;: &amp;quot;[Dieser] ist dann gegeben,  wenn man eine Schrift geistig auslegt, die, [obgleich] sie auch im  (buchstäblichen Sinn) wahr ist, durch die bezeichneten Dinge die   erhabenen Dinge der ewigen Herrlichkeit bezeichnet&amp;quot;[Convivio 1996: 11].   Auch in diesem Fall spielt die Auslegung von Worten eine entscheidene   Rolle, denn die Auslegung soll unter einem geistigen Aspekt erfolgen.   Man kann daher schließen, dass die Auslegung des letzten Sinns sich   sowohl auf eine göttliche Ebene, als auch damit verbunden auf eine ewige   bzw. unendliche Ebene bezieht. Dante charakterisiert diese Auslegung   mit &amp;quot;Herrlichkeit&amp;quot;. An dieser Stelle ist es schwierig zu sagen, ob Dante   mit diesem Ausdruck nur Gott meint und sich damit vor allem auf   biblische Darstellungen bezieht, oder ob man den Begriff der   Herrlichkeit auch auf andere Bereiche des vor allem ewigen Lebens  ausweiten darf. Da von  &amp;quot;erhabenen Dinge[n] der ewigen Herrlichkeit&amp;quot; die  Rede ist, soll die  Auslegung nicht nur Gott im religiös-christlichen  Sinn bedeuten, sondern  aufgrund des allumfassenden Charakters auch auf  die Unendlichkeit des ewigen Lebens referieren, die nicht zwangsläufig  mit den Vorstellungen der christlichen Kirche konform sein müssen,  sondern auch eigene, subjektive Vorstellungen beinhalten können.&lt;br /&gt;
[[Datei:Allegorie neu.jpeg|mini|200x200px|Dantes Modell der &amp;quot;Allgeorie&amp;quot; mit den wichtigsten Eigenschaften]]&lt;br /&gt;
Diese   vier Sinne lassen sich unter dem Begriff der &amp;quot;Allegorie&amp;quot;  zusammenfassen.  Dabei darf dieser Allegorie-Begriff nicht gleichgesetzt  werden mit dem  unter Nummer zwei angegebenen. Deshalb soll zwischen  dem allegorischen  Sinn, der sich lediglich auf die beschriebenen  Charakteristika  seinerselbst bezieht, und der &amp;quot;Allegorie&amp;quot; unterschieden  werden.  Letztere  fasst alle vier Sinne zusammen und wird zur besseren   Hervorhebung durch die Anführungszeichen gekennzeichnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dante schreibt weiter:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Und   beim Aufweisen dieses [Sinnes] [gemeint ist der anagogische] muß der   buchstäbliche [Sinn] immer vorangehen als jener, in dessen Aussage die   anderen eingeschlossen sind, und ohne welchen es unmöglich und  unvernünftig wäre, die anderen, besonders den allegorischen,   anzugehen.&amp;quot;[Convivio 1996: 11]&lt;br /&gt;
Der buchstäbliche Sinn ist also  Ausgangspunkt für die anderen drei Sinne, bei denen sich unter dem   eigentlichen Wort eine weitere Aussage befindet, die ihrem Sinn   entsprechend gekennzeichnet sind. Dieser Zusammenhang ist im rechten  Schaubild grafisch dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ebenen der Liebe in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ebenen der Liebe neu.jpeg|mini|200x200px|Ebenen der Liebe in Dantes &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Figuren der Liebe neu.jpeg|mini|199x199px|Die Figuren der Liebe in Dantes &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Dante   selbst ist Autor des &#039;&#039;Convivios&#039;&#039;. Das bedeutet, dass diese fast  schon  auf einer Metaebene beschriebenen philosophischen Ansätze von dem   gleichen Autor stammen, der auch die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; verfasst hat.   Zwischen den beiden Werken liegen zwar einige Jahre (&#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; um   1293 und &#039;&#039;Convivio&#039;&#039; um 1306)[Elwert 1980: 97; 108] und die &#039;&#039;Vita   Nova&#039;&#039; wird als Dantes Jugendwerk[Friedrich 1964: 92] bezeichnet,  dennoch  ist es interessant zu untersuchen, inwieweit der vierfache  Schriftsinn  in seinem Jugendwerk bereits auftaucht. Parallel zu  Klemp[Klemp 1984]  soll diese Untersuchung zunächst anhand einer  inhaltlichen  Zusammenfassung der Ebenen beginnen. Klemp stellt vier  Ebenen der Liebe fest, die irdische, simulierte, philosophische und  göttliche Liebe. Des Weiteren ermittelt Klemp, dass diese vier Ebenen  ohne einen weiteren Zusammenhang &amp;quot;extraneous or confusing&amp;quot;[Klemp 1984:  186] wirken, außer, man verbinde sie mit den &amp;quot;book&#039;s four central  women&amp;quot;[Klemp 1984: 186]. Diese identifiziet er als die reale Beatrice,  die Schutzschilddamen, Filosofia und die göttliche Beatrice[Klemp 1984:  186]&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp zählt die vier zentralen Damen leider in einer  falschen Reihenfolge auf: &amp;quot;the screen-ladies, the mortal Beatrice,  Filosofia, and the spiritual Beatrice.&amp;quot; (S. 186). Wie in diesem Artikel  gezeigt werden soll, beginnt die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; unmittelbar mit der  realen Beatrice und damit verbunden mit der irdischen Liebe. Klemp nimmt  nicht eindeutig zur Frage, welche Reihenfolge nun tatsächlich in der  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; dargestellt ist, Stellung. Er beginnt mit den  &amp;quot;screen-ladies&amp;quot; und der daraus folgenden Vision, ignoriert aber, dass  bereits vorher der Gruß sowohl real (in der fiktiven dargestellten Welt)  als auch irdisch stattgefunden hat und die &amp;quot;screen-ladies&amp;quot; aus der  Vision folgen. Er bezeichnet die Reihenfolge daher als &amp;quot;erratically&amp;quot;  (186) und identifiziert die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; als eine Art Konstrukt, denn  &amp;quot;Dante indicates that [...] he must first mislead us in order to help us  discover the truth, and this explains much of his revisionism.&amp;quot; (186)  Der Frage, ob die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; ein konstruierter Text ist oder nicht,  soll in diesem Artikel keine weitere Beachtung finden, da auch die  Beantwortung dieser Frage nicht ohne sorgfältige Überlegungen und  Begründungen ablaufen kann. Daher wird in diesem Artikel eine andere,  inhaltlich orientierte Reihenfolge der Damen gewählt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In  den Schaubildern rechts sind die Ebenen der Liebe und die Figuren der  Liebe bereits graphisch dargestellt und zwar in der Reihenfolge, wie sie  in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; auftauchen, geordnet von unten nach oben. Die  Pfeile verdeutlichen Intensität und Dauer der Liebesebenen. Die Farbe  steht für die Intensität, je dunkler, umso intensiver ist die Liebe in  der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; dargestellt. Desto heller der Pfeil wird, umso weniger  intensiv ist die Liebe. Die verschwommene Pfeilspitze auf Höhe der  vierten Ebene verdeutlicht bereits die Ungewissheit, die mit der  göttlichen Beatrice verbunden ist. Die Dauer der Liebe, ausgehend von  der Erzählzeit in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;, wird durch die Form verdeutlicht:  Je breiter der Pfeil, umso länger wird die Liebe beschrieben. Auch in  diesem Fall lässt sich, wie gezeigt werden soll, nichts eindeutiges zur  vierten Ebene, der göttlichen Liebe, sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die irdische Liebe==&lt;br /&gt;
Die   erste und offensichtlichste Ebene der Liebe ist die Beschreibung der   Liebe zur irdischen Beatrice. Diese Beschreibung beginnt in Kapitel 2.  &amp;quot;Dante&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Im Folgenden muss zwischen Dante als Autor (keine   typologische Kennzeichnung) und &amp;quot;Dante&amp;quot; als Figur und Erzähler in der   &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; (gekennzeichnet durch Anführungsstriche) unterschieden   werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;  beschreibt Beatrice als &amp;quot;la gloriosa donna de la   mia mente&amp;quot; (VN, 2)&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert wird nach dem unter der   Primärliteratur aufgeführten Ausgabe mit der Sigle &#039;&#039;VN&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;   Außerdem erkennt &amp;quot;Dante&amp;quot;, dass er verliebt sei: &amp;quot;D&#039;allora innanzi dico  che Amore segnoreggiò la mia anima [...]&amp;quot; (VN, 2)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Von Stund  an, sage ich, herrschte Amor über meine Seele [...]&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;. In  Kapitel 3 wird &amp;quot;Dante&amp;quot; schließlich  zum ersten Mal von Beatrice gegrüßt.  Überwältigt von dieser Erfahrung  verbirgt sich &amp;quot;Dante&amp;quot; &amp;quot;a lo solingo  luogo d&#039;una mia  camera&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;in die Einsamkeit eines meiner  Zimmer&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;  (VN, 3). Dort möchte er nachdenken, versank dabei  in einen sanften  Schlummer und seine erste Vision überkam ihm, in der  ihm sein &amp;quot;dominus&amp;quot; (VN, 3)  erschien. Dieser hält in der einen Hand die  schlafende, leicht  eingekleidete Beatrice und in der anderen Hand sein  Herz. Der Geist  bringt die Gestalt dazu, &amp;quot;Dantes&amp;quot; Herz zu essen und die  beiden schweben  gen Himmel. &amp;quot;Dante&amp;quot; selbst versteht diese Vision  nicht. Er verfasst  daraufhin ein Sonett und schickt dies an &amp;quot;tutti li  fedeli  d&#039;Amore&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;alle Getreuen Amors&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN, 3) mit  der  Hoffnung auf Antwort und Erklärung. Doch &amp;quot;Dante&amp;quot; wird enttäuscht:  &amp;quot;Lo verace guidico del detto sogno non fue veduro allora per alcuno, ma  ora è manifestissimo a li più semplici.&amp;quot; (VN, 3)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Die wahre  Deutung des besagten Traumes wurde damals von niemanden erkannt, aber  jetzt ist sie auch den Einfältigsten klar.&amp;quot; Interessant ist, dass Dante  nicht genauer erwähnt, was diese Vision zu bedeuten hat. Das liegt  daran, &amp;quot;daß diese erste Vision den ganzen Inhalt der Dichtung symbolisch  enthält&amp;quot;[Federn 1928: 74]: Die Liebe, die &amp;quot;Dante&amp;quot; für Beatrice  empfindet, die Liebe, die Beatrice hinnehmen muss und den frühen Tod  Beatrices[Federn 1928: 74]. Hieraus lässt sich demnach schließen, dass  Dante zu diesem Zeitpunkt bereits klar gewesen sein muss, was im  Folgenden noch passieren wird. Es lässt sich hier also eine zeitliche  wie auch psychische, im Sinne von gebildete, Distanz zwischen dem  erlebenden &amp;quot;Dante&amp;quot; und dem verfassenden Dante erkennen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Ebene der irdischen Liebe ist unmittelbar mit der Figur der realen  Beatrice verbunden. Die irdische Realität wird  sichtbar durch die  Divergenz der dargestellten Welt und der Träume und Visionen, die   &amp;quot;Dante&amp;quot; widerfahren. Durch die Beschreibung der Orte, zum Beispiel der   Straße in Kapitel 3 oder der Kirche in Kapitel 5, kann sich der Leser   den Handlungsort imaginär vorstellen. Die von &amp;quot;Dante&amp;quot; empirisch   wahrnehmbar beschriebenen Instanzen werden somit auch für den Leser   greifbar. Anschließend wechselt &amp;quot;Dante&amp;quot; mittels des beschriebenen   Traums in eine imaginative, unechte Welt, die der Leser durch den   Gegensatz ebenfalls als solche wahrnimmt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Irdische   wird nicht nur durch die Beschreibung der Handlungsorte verdeutlicht,   sondern auch durch die Beschreibung der Kleidung der Beatrice. Bei der   ersten Begegnung erscheint ihm Beatrice &amp;quot;vestita di nobilissimo colore,   untile e ouesto, saguigno, cinta e ornata a la guisa che a la sua   giovanissima etade si convenia.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;bekleidet von der edelsten   Farbe, die demütig und vornehm blutrot, umgürtet und geschmückt in der   Art und Weise, wie es ihrem kindlichen Alter geziemte.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN,   2). Beim Gruß in Kapitel 3 ist Beatrice &amp;quot;vestita di colore   bianchissimo&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;in reinsets Weiß gekleidet&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN, 3)   und in der Vision ist sie &amp;quot;nuda, salvo che involta mi parea in uno   drappo sagnuigno leggeramente&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;nackt, nur daß sie leicht   eingehüllt schien in ein blutrotes Tuch&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN, 3). Wichtig an  dieser Stelle ist die  identitätsstiftende Kleidung&amp;lt;ref&amp;gt;Auch wenn  die Farben ebenso interessant zur Interpretatation dienen  würden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, denn Kleidung symbolisiert im narrativen  Prozess  Identität[Kraß 2006: 23]. Kraß ist der Auffassung, dass  Identität  &amp;quot;nicht als essentielle Gegebenheit aufgefaßt [wird], die in  den Texten  beschrieben wurde, sondern als Produkt und Effekt eines  narrativen  Prozesses.&amp;quot;[Kraß 2006: 23]. Kleidung schaffe demnach vor  allem soziale  Identität. Die Frage, auf die an dieser Stelle nicht  genauer eingegangen  wird, ist, wie stark die Identität Beatrices durch die  Kleidung in der  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; &amp;quot;produziert&amp;quot; wird. Die soziale Identität  kommt vor allem  auch durch den sozialen Raum zustande, denn Beatrice  befindet sich die  meiste Zeit in Gesellschaft mit anderen Damen, zum  Beispiel &amp;quot;inmitten  zweier edler Frauen&amp;quot; in Kapitel 3. Durch die  Abgrenzung zu den anderen  Damen entsteht weiterhin der Eindruck, dass  Beatrice etwas besonderes  sei und somit eine eigene Identität hat. An  dieser Stelle kann deshalb  festgehalten werden, dass die irdische  Beatrice durch einen narrativen  Prozess Identität zugeschrieben bekommt  und damit als &amp;quot;real&amp;quot;, wenn auch  fiktiv, betrachtet werden kann. Außerdem  besteht ein unmittelbarer  Zusammenhang zwischen der Ebene der irdischen  Liebe mit der Figur der  irdischen, realen Beatrice.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die simulierte Liebe==&lt;br /&gt;
Diese   Form der Liebe ist Folge der ersten Vision. &amp;quot;Dante&amp;quot;, der  diese Vision  damals nicht verstand, reagiert verwirrt, gar verstört. Zwar  erkennen  die Leute, dass mit &amp;quot;Dante&amp;quot; etwas nicht stimmt, doch keiner  weiß  weshalb. &amp;quot;Dante&amp;quot; selbst antwortet auch nicht direkt auf Nachfragen,   sondern verschleiert die Wahrheit seines Gefühlszustandes:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ed io, accorgendomi del malvagio domandare che mi faceano, per la volontade d&#039;Amore, lo quale mi commandava secondo lo consiglio de la ragione, rispondea loro che Amore era quelli che cosi m&#039;avea governato. (VN, 4) || || Und ich, der ich das bösartige Fragen, das sie an mich richteten, bemerkte, antwortete nach dem Willen Amors, der mir gemäß dem Rat der Vernunft gebot, es wäre Amor derjenige, der mich derart zugerichtet hätte.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Verschleierung bzw.   Verheimlichung hat ihren Höhepunkt schließlich in der Kirchenszene (VN,   5). &amp;quot;Dante&amp;quot; erblickt auf gerader Linie zwischen ihm und Beatrice eine   andere edle Dame: &amp;quot;e nel mezzo di lei e di me per la retta sedea una   gentile donna di molto piacevole aspetto&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;und mitten zwischen   ihr [Beatrice] und mir  [&amp;quot;Dante&amp;quot;], auf gerader Linie, saß eine edle   Frau von äußerst gefälligem Aussehen&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN, 5). &amp;quot;Dante&amp;quot;   schaut zu diesem Zeitpunkt eigentlich Beatrice an, doch aufgrund dieser   zufälligen Fügung denken die übrigen Leute, die Liebe &amp;quot;Dantes&amp;quot; würde   sich auf die Dame in der Mitte beziehen. Keiner erkennt eine Verbindung   mit Beatrice. &amp;quot;Dante&amp;quot; beschließt daher, sich diese Dame als  &amp;quot;Vorwand&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Übersetzung ist in der Ausgabe des   Manesse-Verlages zu finden (S. 11). In der dtv-Ausgabe lautet die   Übersetzung: &amp;quot;einem die Wahrheit verbergenden Schirm&amp;quot; (&amp;quot;schermo de la   veritade&amp;quot;) (VN, 5).&amp;lt;/ref&amp;gt; zu nehmen. Er schreibt im Folgenden  Lieder für Beatrice unter dem  Deckmantel, diese seien für die  Schutzschilddame gedacht. &amp;quot;Dante&amp;quot; spielt im Folgenden also eine falsche  Liebe vor, unter der sich  eine wahre Liebe, nämlich die zur irdischen  Beatrice, befindet. Daher  ist von einer &amp;quot;simulierten Liebe&amp;quot; die  Rede.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in der &#039;&#039;Serventese&#039;&#039; in Kapitel 6 verbirgt  sich der Name Beatrices an [[Die Zahl &amp;quot;9&amp;quot; (Dante Alighieri, Vita  nova)|neunter Stelle]] unter den 60 schönsten Damen der Stadt, unter  denen auch die &amp;quot;gentile donna&amp;quot; ist (vgl. VN, 6). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es  ist aber nicht nur diese eine &amp;quot;gentile donna&amp;quot;, die sich Dante als  Vorwand nimmt. Denn als diese in eine andere Stadt zieht (VN, 7),  beschließt &amp;quot;Dante&amp;quot; zunächst  ein Klagelied für sie zu schreiben, damit  niemand skeptisch  werden würde: &amp;quot;E pensando che se de la sua partita io  non parlasse alquanto dolotosamente, le persone sarebbero accorte più  tosto de lo mio nascondere, [...]&amp;quot; (VN, 7)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Und weil ich  bedachte, daß, wenn ich von ihrer Abreise nicht mit einigm Schmerz  spräche, die Leute alsbald mein Verstecken entdeckt haben würden,  [...]&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach  dem Tod einer jungen Dame (VN, 8), beschließt  &amp;quot;Dante&amp;quot; in die Gegend zu  reisen, in der sich die &amp;quot;gentile donna&amp;quot; nun  befindet. Doch unterwegs  erscheint ihm ein Geist, verkleidet als  Pilgrim, der &amp;quot;Dante&amp;quot; den Rat  gibt, sich eine neue Dame als Vorwand zu  suchen (vgl. VN, 9). Doch diese  neue simulierte Liebe hat Folgen.  Beatrice, ebenso wie die anderen  Leute der Stadt, vernehmen den Wechsel  der Damen von &amp;quot;Dante&amp;quot; und  verweigern ihm daraufhin ihren Gruß (VN, 10).  &amp;quot;Dante&amp;quot; verfällt in einen  Zustand der schmerzhaften Traurigkeit, zieht  sich in die Einsamkeit (in  seine Kammer) zurück und weint und klagt  (VN, 12). In dieser Kammer  erscheint &amp;quot;Dante&amp;quot; erneut Amor im Traum, der  ihm die Situation erklärt und ihm  rät, Beatrice &amp;quot;certe parole per rima&amp;quot;  (VN, 12) zu dichten, um ihr so die  Wahrheit über seinen Gefühlszustand  mitzuteilen, woraufhin Dante die  Ballada &amp;quot;Ballata, i&#039;voi&amp;quot;  dichtet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die simulierte Liebe  bezieht sich zwar auf  zwei, wenn man die  Serventese aus Kapitel 6 nicht  beachtet, weitere  Damen, dennoch bleiben  diese über die Handlung hinweg  identitätslos.  Man erfährt weder den  Namen, noch sonst ein Detail;  ausgenommen die  Existenz. Diese lässt sich aber nur auf die erste &amp;quot;donna gentile&amp;quot;  beziehen, die zweite trifft &amp;quot;Dante&amp;quot;  nämlich gar nicht explizit in der  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;. Da die Lieder, die &amp;quot;Dante&amp;quot;  verfasst, eigentlich für   Beatrice gedacht sind und nur zum Schein einer anderen gelten, nimmt im Schaubild sowohl Intensität als auch Dauer ab.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die  Phase der  simulierten Liebe endet mit der erneuten Vision Amors.  &amp;quot;Dante&amp;quot; versteckt seine Liebe  zu Beatrice nicht mehr hinter anderen  Damen. Er ist aber auch noch nicht  in der Lage, seine Gefühle zu  verstehen. Von Kapitel 13 bis 21 stellt  &amp;quot;Dante&amp;quot; sich und seinen  Freunden vermehrt die Frage, was eigentlich Liebe sei. Für ihn ist  dieser Zustand noch nicht greifbar. Er  verfällt häufig in Verwirrung,  in einen Zwiespalt zwischen Vernunft und  Liebe (vgl. v.a. VN, 15),  ebenso wie in einen Zwiespalt der Vermittlung  der Liebe: Auf der einen  Seite seinen persönlichen Schmerz in einem  Klagelied zu verfassen, auf  der anderen Seite ohne sich selbst in den  Vordergrund zu stellen, seine  Herrin zu loben (vgl. VN, 18). Nach einer  erneuten Vision Amors  beschließt Dante Folgendes:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| E però propuosi di prendere par matera de lo mio parlare sempre mai quello che fosse loda di questa gentilissima; e pensando milto a ciò, parearni avere impresa troppo alta matera quanto a me, si che non ardia di cominciare; e cosi dimorai alquanti di con disiderio di dire e con paura di cominciare. (VN, 18) || || Und darum nahm ich mir vor, zum Gegenstand meiner Rede immerdar nur das zu wählen, was Lobpreis jener Holdseligen wäre; und als ich eingehend darüber nachdachte, schien mir, ich hätte mir einen zu hohen Gegenstand vorgenommen, so daß ich nicht anzufangen wagte. Und so verweilte ich einige Tage, voll Sehnsucht zu reden und voller Furcht zu beginnen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die philosophische Liebe==&lt;br /&gt;
Dante   befindet sich in einem  Zustand der Verwirrung und des Zwiespalts. Er   hat den Drang zu  schreiben, seiner Liebe somit Ausdruck zu verleihen,   gleichzeitig aber  auch Furcht zu beginnen. Nach dem Tod von Beatrices   Vater (VN, 22)  bekommt er aufgrund einer Krankheit Wahnvorstellungen   vom Tode  Beatrices. Dieser Traum ist &amp;quot;si orte la errone fantasia, che   mi mostrò  questa donna morta [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;so machtvoll war die   trügerische  Einbildung, daß sie mir die Herrin als Tote vorführte   [...]&amp;lt;/ref&amp;gt;  (VN, 23). Im Fieberwahn ruft &amp;quot;Dante&amp;quot; in der fiktiven   Realität daher oft  den Namen Beatrices aus. Als er zu sich kommt,   erschrickt &amp;quot;Dante&amp;quot; selbst  darüber, den Namen seiner Geliebten verraten   zu haben, was zu &amp;quot;Dantes&amp;quot; Glück niemand verstanden hat. Diese Sequenz   zeigt, dass Beatrice zu diesem Zeitpunkt immer  noch eine geheime Liebe   ist.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Folgenden fügt Dante  ein Kapitel in die  &#039;&#039;Vita  Nova&#039;&#039; ein, in dem er ausgiebig seine  Definition der &amp;quot;Liebe&amp;quot;  erläutert.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Stelle wirkt wie eine inhaltliche Zäsur. Man  erkennt Dante als Autor der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;, der sich nicht mit den  inhaltlichen Aspekten beschäftigt, sondern über die Art und Weise seines  Schreibens reflektiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Diese Erläuterung mündet beinahe   schon in eine Art Rechtfertigung, warum  er Amor als die personifizierte   Liebe einsetzt. Er begründet sein Tun mit Verweisen auf antike Autoren  wie  Vergil, Lucan, Horaz oder Ovid (vgl. VN,  25). Er bekennt am  Schluss des Kapitels:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| E per questo puete essere manifesto a chi dubita il alcuna parte di questo mio libello. E acciò che non ne pigli alcuna baldanza persona grossa, dico che né li poete parlavano cosi sanza ragione, né quelli che rimano deono parlare cosi non avendo alcuno ragionamento in loro di quello che dicono; però che grande vergogna sarebbe a colui che rimasse cose sotto vesta di figura o di colore rettorico, e poscia, domandato, non spaerre denudare le sue parole da cotale vesta, in guisa che avessero verace intendimento. E questo mio primo amico e io sapemo bene di quelli  che cosi rimano stoltamente. (VN, 25) || || Damit sich aber kein Stümper aufgrund des Gesagten Dreistigkeiten herausnehme, sage ich, daß weder die Poeten so ohne Bedeutung daherredeten, noch jene, die in Reimen dichten, so reden sollten, wenn sie nicht eine bestimmte Bedeutung dessen, was sie sagen, im Sinne haben; wäre es doch eine großem Schande für den, der unter dem Gewande einer Redefigur oder eines rhetorischen Schmucks in Reimen dichtete, und, wenn er dann gefragt würde, seine Worte von solchem Gewande nicht zu entblößen wüßte, auf die Art und Weise, daß ihr wahrhaftiger Sinn erkenntlich würde. Denn der erste unter meinen Freunden und ich, wir wissen recht gut von solchen, die derart dümmlich reimen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die   Rechtfertigung, die Dante in Kapitel 25 durchführt, verdeutlicht stark   die Philosophie Dantes. Auch zeigt das angefügt Zitat, welch hohen  Stellenwert das allegorische Schreiben im &#039;&#039;dolce stil novo&#039;&#039; hat.   Allegorisches Schreiben ist, wie im ersten Abschnitt bereits erläutert,   das Verdecken einer Wahrheit durch eine schöne Lüge. Nicht nur die  Liebe  zu Beatrice wird indirekt erläutert, sondern auch der Tod   Beatrices in Kapitel 28 bleibt hinter den Worten   versteckt&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Indirektheit soll nicht als Allegorie   aufgefasst werden. Die &amp;quot;Konstruktion&amp;quot; des Todes Beatrices ist dennoch   interessant. Warum erklärt Dante zwei Kapitel vorher, was unter   allegorischem Schreiben zu verstehen sei, und erwähnt den Tod Beatrices   schließlich unter dem Deckmantel des gerechten Herrn? Eine interessante   Hypothese, auf die an dieser Stelle leider nicht intensiver  eingegangen  werden kann.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [...] quando lo segnore de la guistizia chiamose questa gentilissima a gloriare di quella regina benedetta virgo Maqria, lo cui nome fue in grandissima reverenzia ne le parole di questa Beatrice beata. (VN, 28) || || [...] als der Herr der Gerechtigkeit jene Holdselige einberief unter das Zeichen jener Königin der gebenedeiten Jungfrau Maria, deren Name in den Worten jener seligen Beseligerin [Beatrice] immer mit der tiefsten Ehrerbietung genannt worden war.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanterweise   kann man an dieser Stelle wieder die Distanz zwischen erzählendem und  erzähltem Ich erkennen: Dante (!) erklärt, dass er nichts über den Tod   Beatrices schreiben kann, weil das nicht zu seinem &amp;quot;presente   proposito&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;gegenwärtigem Vorhaben&amp;quot;, was wohl das unter   Kapitel 1 erläuterte Motto &#039;&#039;Incipit vita noa&#039;&#039; sein muss. Siehe dazu  auch [[Das Verhältnis von Prosa und Lyrik (Dante Alighieri, Vita  Nova)]].&amp;lt;/ref&amp;gt;  (VN, 23). &amp;quot;Dante&amp;quot; (!) versinkt in Trauer und  Schmerz, klagt und fühlt sich so, als sei seine Seele zerstört (vgl. VN,  32), während Dante  als Autor ohne solche Gefühle, beinahe schon unter  Verwendung der  &#039;&#039;ratio&#039;&#039; den Tod Beatrices an dem Zahlenmuster der  [[Die Zahl &amp;quot;9&amp;quot; (Dante Alighieri, Vita nova)|9]] herleitet und   interpretiert. Außerdem spricht in Kapitel 31 erneut die Erzählerinstanz   in einer gewissen Art und Weise das Publikum direkt an, indem diese   Instanz sich rechtfertigt, warum es sowohl die Volkssprache, als auch   lateinische Ausdrücke in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; verwendet. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein   Jahr vergeht nun in der erzählten Welt, in der &amp;quot;Dante&amp;quot; weiterhin   bestürzt über den Tod seiner Herrin ist. Doch mehr und mehr nimmt   &amp;quot;Dante&amp;quot; eine Frau wahr, die ihn voller Mitleid anschaut (VN, 35).   &amp;quot;Dante&amp;quot; stellt schließlich fest, dass, aufgrund der edlen und lieblich   anzusehenden Frau, auch Mitleid Teil der edelsten Liebe sein muss (vgl.   VN, 35). Das Mitleid hatte er vorher noch abgelehnt (vgl. VN, 13). Es   ist also deutlich eine Veränderung &amp;quot;Dantes&amp;quot; zu erkennen, die sich auf   seine Sichtweise von Emotionen bezieht. Aufgrund dieser neuen Dame denkt   &amp;quot;Dante&amp;quot; oftmals an seine Herrin Beatrice:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Avvenne poi che là ovunque questa donna mi vedea, si si facea d&#039;una vista pietosa e d&#039;un colore pallido quasi come d&#039;amore; onde molte fiate min ricordaa de la mia nobilissima donna, che di simile colore si mostrava tuttavia. (VN, 36) || || Es geschah nun, daß, wo immer diese Frau mich erblickte, sie einen mitleidvollen Ausdruck annahm und so bleiche Farbe, beinahe wie aus Liebe, weswegen ich micht oftmals meiner edelsten Herrin erinnerte, welche sich immer mit einer ähnlichen Farbe gezeigt hatte.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Dante&amp;quot; denkt von nun an oft an  diese Frau. Sie könne seiner Meinung nach von der Liebe geschickt  worden  sein, um ihn zu trösten (vgl. VN, 38). Deshalb verfasst &amp;quot;Dante&amp;quot;  ein  Sonett (&amp;quot;Gentil pensero&amp;quot;, VN, 38) für die Dame. Dieses Sonett ist  für  diese neue Form der Liebe, die philospohische, von großer  Bedeutung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! !! !! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1 || || Gentil pensero che parla di vui || || Ein holder Gedanke, der von euch spricht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || sen vene a dimorar meco sovente, || || kommt oft, bei mir zu weilen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || e ragiona d&#039;amor si dolcemente, || || und spricht so süß von Liebe,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || che face consentir lo core in lui. || || daß er das Herz dazu bewegt, ihm zuzustimmen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 || || L&#039;anima dice al cor: »Chi è costui, || || Die Seele spricht zum Herzen: » Wer ist dies,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || che vene a consolar la nostra mente, || || der da kommt, um unsern Geist zu trösten,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || ed è la sua vertù tanto possente, || || und ist denn seine Kraft so mächtig,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || ch&#039;altro penser non lascia star con nui?« || || daß er keinen anderen Gedanken bei uns zuläßt?«&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || Ei le risponde: »Oi anima pensosa, || || Es erwidert ihr: »O kummervolle Seele,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 10 || || questi è uno spiritel novo d&#039;amore, || || dies ist ein neues Geisterchen der Liebe,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || che reca innanzi me li suoi desiri; || || welches mir seine Wünsche vorträgt,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || e la sua vita, e tutto &#039;l suo valore, || || und sein Leben sowie all sein Vermögen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || mosse de li occhi di quella pietosa || || entsprang den Augen jener Mitleidvollen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  || || che si turbava de&#039; nostri martiri.« || || die Bestürzung zeigt über unsre Qualen.«&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die   Teilung zwischen &amp;quot;Herz&amp;quot; und &amp;quot;Seele&amp;quot; wird in diesem Sonett deutlich.  Das  Herz stellt das Begehren dar, wohingegen die Seele für die Vernunft   steht (vgl. VN, 38). Die personifizierten &amp;quot;Sinne&amp;quot; führen ein Gespräch und zeigen  sich  nicht gegensätzlich&amp;lt;ref&amp;gt;Das Herz begehrt, aber die Vernunft  hält den  Menschen zurück&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern einheitlich: &amp;quot;che face  [=pensero (Vernunft)]  consentir lo core in lui&amp;quot; (Z. 4). Nach  aristotelischen Grundlagen ist  die Seele an sich aufgeteilt in Wille,  Ratio, Hoffnung und Emotionen&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles erörtert dies in seiner philosophischen Schrift über die Seele. Er nennt es ein Gemisch, eine Harmonie[Theiler 1973: 16] bzw. ein Gemisch[Theiler 1973:62] aus den Wahrnehmungen und Empfindungen des Menschen. Vor allem aus dem dritten Buch[Theiler 1973: 49-70] und den zugehörigen Erläuterungen lassen sich die vier Bestandteile herauskristallisieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während Ratio die Vernunft ist und der  Seele in dem Sonett zugeordnet  werden kann, stellen Wille, Hoffnung und  Emotion Teile des Begehrens,  also des Herzens dar. Die Einheitlichkeit  der Seele wird durch das  Sonett hervorgehoben. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch  dieses innere Gespräch  erkennt &amp;quot;Dante&amp;quot; schließlich in Kapitel 39 seine  Liebe zu Beatrice  wieder. Ihm erscheint in einer inneren Vision Beatrice in dem blutroten Gewand, in dem er sie zum ersten Mal gesehen  hat (vgl. VN, 39).  Er bezeichnet die Zuneigung, die er für die bleiche  Dame empfindet,  zwar als &amp;quot;desalerio [a pentere]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Begehren  zu  bereuen&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN, 39), dennoch hat er durch sie wieder zu   Beatrice gefunden. Da es sich um einen reflexiven Erkenntisprozess   handelt, soll nach Klemp diese neue Dame mit &amp;quot;Filosofia&amp;quot;[Klemp 1984:  185] bezeichnet werden. Auch auf dieser Ebene besteht eine direkte   Verbindung zwischen der Liebesebene, der Philosophie, die als   Vermittlung zwischen der simulierten und der anagogischen Ebene  gilt[Klemp 1984: 191]&amp;lt;ref&amp;gt;Klemps ursprüngliche Bezeichnung lautet  &amp;quot;intermediary&amp;quot;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und der Liebesfigur, die die Philosophie   verkörpert, Filosofia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die göttliche Liebe==&lt;br /&gt;
Diese   Ebene beruht auf den Erfahrungen, die &amp;quot;Dante&amp;quot; vorher gemacht hat.  Dennoch erreicht &amp;quot;Dante&amp;quot; diese Ebene der Liebe in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;  nicht, denn in den letzten Kapiteln (41 und 42) reicht er nicht an die  göttliche Beatrice heran. Er erkennt zwar, dass  er über Gott zu seiner  Geliebten gelangt, gibt aber auch seine Versuche,  so über sie zu  schreiben, wie es ihr gebühre, auf:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Appresso questo sonetto apparve a me una mirabile visione, ne la quale io vidi cose che mi fecero proporre di non dire più di cuesta benedetta infino a tanto che io potesse più degnamente trattare di lei. E di venire a ciò io studio quanto posso, si com&#039;ella sae veracemente. Si che, si piacere sarà di olui a cui tutte le cose vivono, che la mia vita duri per alquanti anni, io spero di dicer di lei quello che mai non fue detto d&#039;alcuna. E poi piaccia a colui che è sire de la cortesia, che la mia anima se ne possa gire a vedere la gloria de la sua donna, cioè di quella benedetta Beatrice, la quale glorisamente mira ne la faccia di colui &#039;&#039;qui est per omnia secule benedictus&#039;&#039;. (VN, 42) || || Nach diesem Sonett erschien mir eine wunderbare Vision, in der ich Dinge sah, die mich den Vorsatz fassen ließen, nichts mehr über diese Gebenedeite zu sagen, bis ich würdiger von ihr zu handeln in der Lage wäre. Und um dahin zu gelangen, mühe ich mich, so sehr ich kann, wie sie wahrhaftig weiß. So daß ich, wenn es nach dem Gefallen Dessen, durch den alle Dinge leben, sein sollte, daß mein Leben noch ein paar Jahre andauert, hoffe, von ihr zu sagen, was von keiner je zuvor gesagt worden. Und dann möge es Dem, der der Herr der Höflichkeit ist, gefallen, daß meine Seele sich  aufmachen dürfen die Herrlichkeit ihrer Herrin zu schauen, nämlich jener gebenedeiten Beatrice, die verklärt ins Angesicht Dessen schaut, &#039;&#039;qui est per omnia secula benedictus&#039;&#039; [der gepriesen ist in alle Ewigkeit].&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im vorigen Kapitel 41 erreicht  &amp;quot;Dante&amp;quot; am stärksten die göttliche Beatrice. Sein  [[Vermittlungsinstanzen in &amp;quot;Vita Nova&amp;quot; (Dante Alighieri, Vita  Nova)|Seufzer]] gelangt zu &amp;quot;[...] una donna, che riceve onore, / e luce  si, che per lo suo splendore / lo peregrino spirito la mira.&amp;quot; (VN, 41,  V. 6ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;[...] eine Frau, die Ehrerbietung empfängt / und  solches Licht, daß durch ihr Leuchten / der pilgernde Geist sie  schaut.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch im Gegensatz zu seinem Seufzer versteht  &amp;quot;Dante&amp;quot; die berichtenden Worte nicht. Erst als der Seufzer Beatrice beim  Namen nennt, sie dadurch individualisiert wird, kann &amp;quot;Dante&amp;quot; ihn  verstehen. Und genau da liegt das Problem, denn die Wahrnehmung der  transzendenten Liebe soll gerade nicht über Individualisierung erfolgen.  Es muss über Worte laufen, die zu schreiben Dante noch nicht in der  Lage ist. Daher gibt er auch am Ende das Schreiben auf:&lt;br /&gt;
:We are  not given a description of the &amp;quot;mirabile visione.&amp;quot; We are simply told  that the mind cannot grasp it nor words yet tell of it. This is the  jouney of the poetic imagination, the conviction of poetry&#039;s absolute  privilege to be the profound means of exploring the world of the dead  and bring them back t life. The &#039;&#039;Vita Nuova&#039;&#039; begins by resuscitating  the images of memory, as if memory were the path to essences, ans ends  with a visionary venture into the future. The future, earlier, was at  one with death; now it is the project to write.[Mazzotta 2003:  103.]&amp;lt;ref&amp;gt;Mit &amp;quot;the project to write&amp;quot; in der Zukunft meint Mazzotta  bestimmt, da er sich auf das letzte Kapitel bezieht, &amp;quot;Dantes&amp;quot; erwähnte  Bemühungen (vgl. VN, 42). Da &amp;quot;Dante&amp;quot; nicht sagt, wie genau seine  Bemühungen aussehen werden, ist das Schreiben eine reine, schlüssige  Interpretation Mazzottas, wenn auch das Schreiben nicht unbedingt das  einzige sein muss, was &amp;quot;Dante&amp;quot; auf dem Weg zur transzendenten  Wahrnehmung der Liebe behilflich sein kann. Siehe dazu auch [[Die &amp;quot;Vita  Nova&amp;quot; als Prosimetrum (Dante Alighieri, Vita Nova)]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br  /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; bricht mit diesem letzten Kapitel abrupt  ab - und damit bleibt auch die Frage, ob ´&amp;quot;Dante&amp;quot; Beatrice auf der  anagogischen  Ebene lieben kann, ungeklärt. Zwar wird deutlich, dass  &amp;quot;Dante&amp;quot; nun die  Erkenntnis hat, dass die anagogische Liebe zu Beatrice  einzig über Gott  geschaffen werden kann (vgl. VN, 42), dennoch kommt es  auch in den letzten  Kapiteln weder zu einer Begegnung, noch zu einer  größeren  Auseinandersetzung mit dieser neuen Form der Liebe:&lt;br /&gt;
:In  the openness of the &#039;&#039;Vita Nuova&#039;s&#039;&#039; end, he [&amp;quot;Dante&amp;quot;] also gives up the  thought of the poet who passively waits for inspiration, and promises,  on the contrary, to strive and study in order to write.[Mazzotta 2003:  103]&amp;lt;ref&amp;gt;Auch hier interpretiert Mazzotta wieder das Schreiben in  &amp;quot;Dantes&amp;quot; erwähnten Bemühungen, s. ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es  kann folglich weder dafür Stellung genommen werden, dass &amp;quot;Dante&amp;quot; die  letzte Ebene nicht erreicht hat, aber auch nicht dafür, dass er sie erreicht  hätte. &amp;quot;Dante&amp;quot; befindet sich am Ende der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; auf einer Ebene  zwischen der philosophischen und der anagogischen. Er sieht die  göttliche Beatrice indirekt hinter dem Leuchten und ihrem Namen[Klemp 1984: 192] - also noch empirisch wahrnehmbar, ähnlich wie die Pilger,  &amp;quot;[who] cannot see the real Christ, so they turn to an image. [...]  [T]hey must approach the highest love indirectly.&amp;quot;[Klemp 1984: 192]. Von  daher wird letztere in den folgenden Unterschungen keine weitere  Beachtung mehr gewidmet. Die philosophische Ebene ist die höchste, die  &amp;quot;Dante&amp;quot; in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; vollständig erreicht. Verdeutlicht wird  dies in den Schaubildern anhand der Fragezeichen, der andersfarbigen  Unterlegung  und der Verschwimmung der Pfeilspitze auf Höhe der vierten Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Äquivalenz auf inhaltlicher Ebene==&lt;br /&gt;
[[Datei:Figuren und Ebenen der Liebe zus. neu.jpeg|links|mini|200x200px|Die Zusammenführung beider Kategorien]]&lt;br /&gt;
Es   lassen sich aus dem vorherigen Abschnitt nun vier Ebenen der Liebe  feststellen. Diese Ebenen sind unmittelbar mit den Figuren der Liebe   verbunden. So steht die irdische Liebe in Verbindung mit der realen   Beatrice, die simulierte Liebe in Verbindung mit den Schutzschilddamen,  die philosophische Liebe in Verbindung mit der  bleichen Dame, die von  Klemp als &amp;quot;Filosofia&amp;quot; bezeichnet wird und die  göttliche Liebe in  Verbindung mit der verstorbenen, vergöttlichten  Beatrice, wobei diese  in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; nicht erreicht, sondern nur angedeutet wird. Diese  Verbindungen werden im linken Schaubild dargstellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im  Folgenden soll nun die Verbindung der ersten drei Ebenen zwischen der  &amp;quot;Allegorie&amp;quot; Dantes und der &#039;&#039;Vita  Nova&#039;&#039; hergestellt und untersucht  werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Funktion der Ebenen der Liebe, der Figuren und der &amp;quot;Allegorie&amp;quot;=&lt;br /&gt;
[[Datei:Modell Klemp neu.jpeg|mini|300x300px|Zusammenführung aller Ebenen nach Klemp (1984). Gilt aus Ausgangsmodell.]]&lt;br /&gt;
Dante   selbst fordert für die Auslegung eines Textes den vierfachen, oben   beschriebenen Schriftsinn. Dieser unterteilt sich in die buchstäbliche,   allegorische, moralische und anagogische Ebene. Außerdem konnte bereits   eine weitere vierfache Abstufung in Dantes &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;   herausgearbeitet werden: Die Ebenen der Liebe unterteilen sich in die   irdische, simulierte, philosophische und göttliche Liebe, die   unmittelbar mit den Figuren der Liebe, der realen Beatrice, den   Schutzschilddamen, Filosofia und der göttlichen Beatrice verbunden   sind. Klemp merkt bereits an, dass Dante &amp;quot;a revisionist author [ist]   whose later works reinterpret earlier ones.&amp;quot;[Klemp 1984: 185] Er benennt   schließlich Dantes &#039;&#039;Convivio&#039;&#039; als dieses Werk. Aufgrund dieser   Tatsache ist es wohl kaum dem Zufall geschuldet, dass sich in der &#039;&#039;Vita   Nova&#039;&#039; der vierfache Schriftsinn wiederfindet. Es soll nunmehr der   Zusammenhang der einzelnen Ebenen erläutert und gegebenenfalls Probleme   aufgezeigt werden. Das Schaubild rechts verdeutlicht die Verbindung   der vier Ebenen der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; mit der &amp;quot;Allegorie&amp;quot; Dantes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die buchstäbliche Ebene: Ausgangspunkt für die Liebe?==&lt;br /&gt;
Dante   nennt den &amp;quot;buchstäblichen Sinn&amp;quot; als Ausgangspunkt für die anderen drei   Ebenen. Diese Ebene, die nur die Wörter an sich betrachtet, gilt als   obligatorische Basis. Äquivalent zur &#039;&#039;Vita  Nova&#039;&#039; hätten wir eine  Verbindung mit der irdischen Liebe und der realen Beatrice. Diese  Verbindung wäre Ausgangspunkt für die anderen drei Ebenen. Mit anderen  Worten: Die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; braucht die irdische  Liebe zur irdischen  Beatrice um ...&lt;br /&gt;
# ... zur Ebene der simulierten Liebe zu gelangen;&lt;br /&gt;
# ... zur Ebene der philosophischen Liebe zu gelangen;&lt;br /&gt;
# ... zur Ebene der göttlichen Liebe zu gelangen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Modifiziertes Modell neu.jpeg|links|mini|200x200px|Nach Klemp (1984)]]&lt;br /&gt;
Dem   Ausgangsmodell zufolge gehen die Pfeile zu den nächsten Ebenen aber  nur von dieser buchstäblichen Ebene aus. Bedeutet dies, dass der  Liebende, in  diesem Fall &amp;quot;Dante&amp;quot;, jedesmal von eine höheren zur  buchstäblichen Ebene zurückkehren muss um dann neu aufzusteigen? Dieser  Prozess ist höchst  komplex. Klemp schlägt den Übergang der Ebenen in  Form von  konzentrischen Kreisen vor:&lt;br /&gt;
: No, we have instead  learned that the  pattern of the women in Dante’s life, like the pattern  of fourfold  allegorical interpretation, is arranged in concentric  circles. Since the  women offer different kind of love – simulated,  earthly, philosophical,  and divine – one layer of love leads to the  next only when they are  placed in their proper order.[Klemp 1984: 187]&lt;br /&gt;
Klemp  benutzt ein modifiziertes Modell entspreched der Abbildung links. Die  einzelnen Übergänge von einer höheren Ebene aus wären so auch möglich  und die buchstäbliche Ebene (grau  unterlegt) bildet immer noch die  Basis. Nur die äquivalenten Verbindungen wären so schlecht darstellbar.  Das Ausgangsmodell wird daher weiter beibehalten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie  werden nun  die Übergänge in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; dargestellt? Die  Erzählung beginnt  tatsächlich mit der irdischen Liebe zur realen  Beatrice. Aus ihr,  genauer aus dem irdischen Gruß der realen Beatrice,  folgt die Vision aus  der wiederum die simulierte Liebe &amp;quot;Dantes&amp;quot; folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die allegorische Ebene: Verbergen der Liebe durch eine &amp;quot;schöne Lüge&amp;quot;?==&lt;br /&gt;
Den   Eigenschaften der Allegorie zufolge müsste sich die Wahrheit nun unter   einer &amp;quot;schönen Lüge&amp;quot;[Convivio 1996: 9] verbergen. Die Wahrheit ist in   der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; &amp;quot;Dantes&amp;quot; Liebe zu Beatrice. Die schöne Lüge ist die   &amp;quot;gentile donna di molto piacevole aspetto&amp;quot; (VN, 5). Die Schutzschilddame  kann folglich als &amp;quot;schön&amp;quot; bezeichnet werden. Das  Verbergen der  Wahrheit durch die schöne Lüge wird auch erfüllt: &amp;quot;Dante&amp;quot;  widmet der  &amp;quot;gentile donna&amp;quot; zwar einige Lieder, veröffentlicht diese aber  nicht in  der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;, außer &amp;quot;salvo che alcuna cosa ne scriverò  che pare  sia loda di lei [Beatrice]&amp;quot; (VN, 5)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;bis auf einige,  welche  ich davon niederschreiben werde, da sie offensichtlich ihr  [Beatrice]  zum Lobe sind.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch die &#039;&#039;Serventes&#039;&#039; (VN, 6)  verbirgt  den Namen der Beatrice unter den 60 ausgewählten Namen der &amp;quot;le  più  belle donne de la cittade&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;der schönsten Frauen der   Stadt&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; (VN, 6). Das Konzept des Verbergens der Wahrheit   unter einer schönen Lüge findet sich auch in diesem Beispiel wieder.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die zweite Schutzschilddame hingegen wird kaum  thematisiert. Der Leser  erfährt nur, dass &amp;quot;Dante&amp;quot; von Amor auf sie  verwiesen wird und  schließlich, dass nach kurzer Zeit, in der &amp;quot;Dante&amp;quot;  sich ihr offenbart  hat, die Leute anfingen, unschicklich bzw.  unhöflich darüber zu reden  (vgl. VN, 10). Dennoch ist diese zweite Dame  wichtig, denn durch sie  verweigert Beatrice nun &amp;quot;Dante&amp;quot; ihren Gruß.  Amor gestattet ihm daraufhin wieder, Beatrice seine Liebe in Reimen zu  offenbaren, ohne sich  künftig der simulierten Liebe zu bedienen. &amp;lt;br  /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Funktion der Schutzschilddamen liegt also  offensichtlich darin, die Wahrheit zu verbergen. Die Wahrheit ist die  Liebe &amp;quot;Dantes&amp;quot; zu Beatrice. Außerdem sollen sie &amp;quot;Dante&amp;quot; durch das  Verbergen schützen, denn durch dezente, beinahe schon  pseudocharakteristische Beschreibungen, dienen sie als Schutzschild vor  Beatrice. Deutlich wird das anhand des Grußes (VN, 3). Die Macht des  Grußes, bzw. der Liebe Beatrices wirkte so mächtig auf &amp;quot;Dante&amp;quot;, dass  dieser sich zurückziehen musste. Erst als Beatrice ihm den Gruß aus  Reaktion auf die Schutzschilddamen verweigert, kann &amp;quot;Dante&amp;quot; sich ihr  wieder offenbaren.&lt;br /&gt;
Es stellt sich nun eine wichtige Frage: Kehrt  &amp;quot;Dante&amp;quot; zurück zur  buchstäblichen Ebene oder springt er bereits auf die  philosophische Ebene?  &amp;quot;Dante&amp;quot; wird im Folgenden bereits mit quälenden  Gedanken über den wahren  Sinn von Liebe gequält, findet aber auch über  seine Freunde keine  Antworten auf seine neuen Fragen. Er benötigt erst  Filosofia um Antworten zu finden. Diese erscheint aber  erst kurz vor  Ende der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;, lange Zeit nach Beatrices Tod.  Letztere ist zum  Zeitpunkt der Schutzschilddamen aber noch am Leben  und &amp;quot;Dante&amp;quot;, auch  wenn unsicher und zögernd, verfasst für seine Geliebte  immer noch  Sonette, z. B. in Kapitel 14 nach der Hochzeitsszene: &amp;quot;[...] e propuosile  di dire desiderando che venissero per aventura ne la sue audienza.&amp;quot;  (VN, 14)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;[...] und ich beschloß, sie zu dichten, im Wunsch,  sie möchten durch Zufall ihr zu Gehör kommen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde  bereits erwähnt, dass &amp;quot;Dante&amp;quot; sich wünscht, für Beatrice zu  schreiben,  sich aber gleichzeitig auch fürchtet, zu beginnen. Es ist  daher  sicherlich schwierig, dieses Level von &amp;quot;Dantes&amp;quot; Entwicklung genau  einer  Ebene des Modells zuzuordnen. Die Furcht, sich an die reale  Beatrice,  an seine irdische Liebe zu wenden, beruht auf dem &amp;quot;Noch-nicht-Wissen&amp;quot;,  was Liebe ist. Dieses Wissen bekommt er durch  Filosofia erst  vermittelt. Der Übergang zur philosophischen Ebene liegt  also zwischen  der buchstäblichen und der moralischen Ebene, welche nicht die   allegorische ist. Da die allegorische Ebene verlassen wurde und &amp;quot;Dante&amp;quot;   sich auf einer Zwischenebene befindet, soll im Folgenden dafür plädiert   werden, dass diese Ebene mehr mit der buchstäblichen Ebene verbunden  ist, als  mit der höheren, der moralischen. Dies geht auch dadurch  hervor, dass der  Wunsch zu schreiben besteht und &amp;quot;Dante&amp;quot; ebenfalls  Sonette verfasst&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. in  Kapitel 14 das Sonett &amp;quot;Con  l&#039;altre&amp;quot;.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammengefasst  läss sich also  sagen, dass &amp;quot;Dante&amp;quot; die buchstäbliche Ebene zugunsten der   allegorischen Ebene verlassen hat. Nach der simulierten Liebe kehrt er   nun zur buchstäblichen, zur irdischen Liebe zur realen Beatrice zurück.  Aus  den Erfahrungen hat &amp;quot;Dante&amp;quot; dennoch Fragen entwickelt, die ihn im   Folgenden beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die moralische Ebene: Entwicklungsprozess, der zur Erkenntnis über die wahre Liebe wird?==&lt;br /&gt;
Nach   seiner Rückkehr zur buchstäblichen Ebene befindet sich &amp;quot;Dante&amp;quot; nun in  einem  Zustand der Verwirrung. Er weiß nicht, was wahre Liebe ist und  wie sich  diese äußert. Auch seine Freunde können ihm bei diesen Fragen  nicht  helfen. Des Weiteren wird &amp;quot;Dante&amp;quot; nun mit dem Tod konfrontiert: Zunächst verstirbt Beatrices Vater, anschließend sieht &amp;quot;Dante&amp;quot; in   Wahnvorstellungen die tote Beatrice. Er erkennt, dass sowohl sie als   auch er sterblich sind und in Kapitel 28 schließlich scheidet auch die   irdische Beatrice von dieser Welt. Dante versucht zunächst den Tod   Beatrices rational über die Zahl Neun zu erläutern (VN, 29), versinkt in   den folgenden Kapiteln dennoch in Trauer und ist überwältigt von   seinem Schmerz. Interessant sind die Kapitel 32 und 33. Hier wird   &amp;quot;Dante&amp;quot; von einem Verwandten Beatrices darum gebeten, ein Sonett für   eine kürzlich verstorbene Frau zu dichten. &amp;quot;Dante&amp;quot; willigt ein und   versucht zunächst, dieses Sonett nach dem Muster der allegorischen Ebene   zu dichten: &lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Onde poi, pensando a cio, propuosi die fare uno sonetto, nel quale mi lamentasse alquanto, e di darlo a questo mio amico, acciò che paresse che per lui l&#039;avessi fatto; e dissi allora questo sonetto, che comincia: &#039;&#039;Venite a intender li sospiri miei&#039;&#039;. [...] / Poi che detto ei questo sonetto, pensandomi chi questi era a cui lo intenda dare quasi come per lui fatto, vidi che povero mi parea lo servigio e nudo a cosi distretta persona di questa gtloriosa. E però, anzi ch&#039;io li dessi questo soprascritto sonetto, si dissi due stanzie d&#039;una canzone, l&#039;una per costui veracemente, e l&#039;altra per me, avvegna che paia l&#039;una e altra per una persona detta. a chi non guarda sottilmente, ma chi sottilmente le mira vede bene che diverse persone parlano, acciò che l&#039;una non chiama  sua donna costei, e l&#039;altra sì, come appare manifestamente. Questa canzone e questo soprascritto sonetto li diedi, dicendo io lui che solo fatto l&#039;avea. (VN, 32f.) || || Als ich später hierüber nachdachte, nahm ich mir vor, ein Sonett zu schreiben, in welchem ich einige Klage zum Ausdruck brächte, und es diesem Freund von mir zu geben, damit es scheine, ich hätte es für ihn gemacht; und ich dichtete also dieses Sonett, das beginnt: &#039;&#039;Venite a intender li sospiri miei&#039;&#039;. [...] / Nachdem ich dieses Sonett gedichtet hatte und darüber nachdachte, wer derjenige war, dem ich es zu geben beabsichtigte, als wäre es für ihn gemacht, fand ich, daß mir der Dienst doch ärmlich und nackt erschien für eine Person, die jener Glorreichen so nahe verwandt war. Und bevor ich ihm das obenstehende Sonett übergab, verfaßte ich zwei Strophen einer Kanzone, die eine wirklich für ihn, die andere für mich, wenn auch demjenigen, der nicht genau hinsieht, die eine wie die andere im Namen ein und derselben Person gesagt scheinen; wer sie jedoch genau betrachtet, erkennt ohne weiteres, daß verschiedene Menschen sprechen, da nämlich der erstere die Frau darin nicht seine Herrin nennt, der andere aber wohl, wie sich unverkennbar zeigt. Diese Kanzone und das obenstehende Sonett gab ich ihm und sagte, daß ich beide für ihn allein verfaßt hätte.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Dante&amp;quot; nimmt sich zunächst   vor, ein Sonett zu schreiben, dass seine eigenen Empfindungen ausdrückt   und es schließlich unter dem Deckmantel der Lüge weiterzugeben. Doch er   erkennt ziemlich schnell, dass ein solches Schreiben &amp;quot;servigio e nudo&amp;quot;   (VN, 33) sei. Für ihn existiert die allegorische Wahrheit hinter den  Worten nicht  mehr. Beatrice, die irdische, reale Wahrheit, ist tot,  daher braucht  &amp;quot;Dante&amp;quot; seine Liebe auch nicht mehr allegorisch zu  verbergen. Aus den  beiden Kanzonenstrophen geht schließlich hervor,  dass er sich zu  diesem Zeitpunkt immer noch in einer Übergangsphase  befindet und die  moralische Ebene noch nicht erreicht hat:&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Italienisch !! !! Deutsche Übersetzung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [...]&amp;lt;br /&amp;gt; veder la donna ond&#039;io vo sì dolente,&amp;lt;br /&amp;gt; tanto dolore intorno &#039;l cor m&#039;assembra (VN, 33, V. 3f.)&amp;lt;br /&amp;gt;[...]&amp;lt;br /&amp;gt; perché &#039;l picere de la sua bieltate,&amp;lt;br /&amp;gt; partendo sé da la nostra veduta,&amp;lt;br /&amp;gt; divenne spirital bellezza grande,&amp;lt;br /&amp;gt; che per lo cielo spande&amp;lt;br /&amp;gt; luce d&#039;amor, che li angeli saluta,&amp;lt;br /&amp;gt; e lo intelletto loro alto, sottile&amp;lt;br /&amp;gt; face maravigliar, si v&#039;è gentile. (VN, 33, V. 20ff.) || || [...]&amp;lt;br /&amp;gt; daß ich nie mehr die Frau erblicken soll&amp;lt;br /&amp;gt; derentwegen ich so traurig bin (VN, 33, V. 2f.)&amp;lt;br  /&amp;gt;[...]&amp;lt;br /&amp;gt; dieweil der Liebreiz ihrer Schönheit,&amp;lt;br /&amp;gt;  als er sich unserem Blick entzog,&amp;lt;br /&amp;gt; zu großatiger geistiger Schönheit wurde,&amp;lt;br /&amp;gt; welche im Himmel ein Licht der Liebe&amp;lt;br /&amp;gt; verbreitet, das die Engel grüßt,&amp;lt;br /&amp;gt; und deren hohen, feinen Intellekt&amp;lt;br /&amp;gt; zum Staunen bringt, so edel ist sie dort.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klemp beschreibt diesen Übergang folgendermaßen:&lt;br /&gt;
:Although   the lover does not comprehend the spiritual significance of the eyes, a   theme to be explored in the &#039;&#039;Convivio&#039;&#039; and &#039;&#039;Commedia&#039;&#039;,Beatrice is   associated with heavenly beings throughout the &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;. [...] He   lacks an awareness of the corresponding levelsof allegory, the moral  und  anagogical senses, even though outside sources remind him of  Beatrice&#039;s  connections with the spiritual world.[Klemp 1984: 189f.]&lt;br /&gt;
In  der  Kanzone wird dieser Aspekt deutlich: &amp;quot;Dante&amp;quot; erkennt zwar, wie  Klemp  bemerkt, eine himmlische Ebene der Beatrice bzw. seiner Liebe,  ist aber  unfähig, diese zu verstehen. Die Schönheit Beatrices ist  verschwunden, seitdem die reale Beatrice aus dem Leben geschieden ist -  rein  physikalisch kann er weder die reale, noch die göttliche Beatrice  sehen. Diese Entwicklung, das göttliche Licht kosmologisch wahrnehmen zu  können[Friedrich 1964: 61], soll nun durch Filosofia geschehen.&amp;lt;br  /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie erscheint  ihm in Kapitel 35 und lässt &amp;quot;Dante&amp;quot; eine  innere Auseinandersetzung mit  Herz, Verstand und den Sinnen (vor allem den Augen) führen. Die Folge ist, dass ihm in Kapitel 39 eine Vision über  Beatrice im Traum kommt und er  von diesem Punkt an mit ganzem Herzen an  seine Herrin denkt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach  Dantes &amp;quot;Allegorie&amp;quot; müsste  es sich hierbei nun um den moralischen Sinn  handeln, derjenige Sinn,  der einen Nutzen zufolge hat. Dieser Sinn  sollte nach dem Modell  äquivalent zur Ebene der philosophischen Liebe  und zur damit  verbundenen Figur der Filosofia sein. Eine moralische  Auslegung von  Textpassagen ist natürlich generell subjektiv. Neben  allgemeingültigen  moralischen Regeln gibt es auch Normen, die von Mensch  zu Mensch  unterschiedlich stark gewichtet werden können. Der moralische  Nutzen  der Filosofia muss daher genau auf &amp;quot;Dante&amp;quot; angerechnet werden  und nicht  auf Dante als Autor. Klemp unterscheidet zu Beginn seiner  Abhandlung  zwar auch in Dante &amp;quot;as a lover [&amp;quot;Dante&amp;quot;] and as a writer  [Dante]&amp;quot;[Klemp 1984: 186; Anmerkungen v.V.], er differenziert die beiden  aber  nicht&amp;lt;ref&amp;gt;Genauer heißt es bei Klemp: &amp;quot;Dante indicates that,  as a  lover and as a writer, he must [...]&amp;quot; [Klemp 1984: 186]. Es hat  bei  Klemp vielmehr den Anschein, als würde er zwar diese Unterscheidung   kennen, sie im Folgenden aber missachten. Für Klemp ist die &#039;&#039;Vita   Nova&#039;&#039; ein gestellter, konstruierter Text, in dem sich ein Autor selbst   darstellt. Aber genau an diesem Punkt liegt das Problem: Woher weiß   Klemp, was er nicht erwähnt, dass &amp;quot;Dante&amp;quot; tatsächlich auch Dante ist?   Einen Autor mit seiner Hauptfigur gleichzusetzen ist nicht  unproblematisch. Auch die restliche Forschung verweigert diesen Schritt:  &amp;quot;Aber es ist das imaginäre Ich, das allein in solchem Dichten sprechen  darf; mit dem empirischen Dante hat es wenig zu tun.&amp;quot;[Friedrich 1964:  95]. Siehe hierzu auch [LINK]. In diesem Artikel soll daher die   Unterscheidung in &amp;quot;Dante&amp;quot; und Dante beibehalten werden. Sollten Thesen   Klemps, die den Sachverhalt nicht differenziert betrachten, Probleme bei   der Interpretation verursachen, wird explizit darauf   verwiesen.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Worin liegt nun dieser Nutzen,  den &amp;quot;Dante&amp;quot; aus der philosophischen Liebe zieht? Zum einen ist es der  Erkenntnisprozess an sich, der &amp;quot;Dante&amp;quot; nützt. Die Konfrontation  mit dem Tod zeigt ihm zunächst, dass alles Leben auf der Welt sterblich  ist. An diesem Punkt bleibt &amp;quot;Dante&amp;quot; schließlich stehen; er kann den  nächsten Schritt nicht von alleine gehen bzw. verstehen. Dazu benötigt  er die Hilfe von Filosofia, die als Mittlerin dient und ihn zu seiner  Erkenntnis über die Unsterblichkeit nach dem Tode führt. Dante denkt ab  dem Treffen mit der bleichen Dame intensiver an Beatrice. Im letzten  Kapitel zeigt sich ein weiterer Erkenntnisschritt: &amp;quot;Dante&amp;quot; weiß, dass es  ihm in seiner gegenwärtigen Situation nicht möglich ist, Beatrice gebührend  zu huldigen. All diese Erkenntnisprozesse lassen &amp;quot;Dante&amp;quot; sich  weiterentwickeln, um im letzten Schritt schließlich die anagogische  Liebe zu verstehen. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Ebene der philosophischen  Liebe ist demnach stark mit der Figur der Filosofia verbunden und  zusätzlich äquivalent zum moralischen Sinn. &amp;quot;Dante&amp;quot; zieht einen Nutzen  aus der Bekanntschaft mit der Dame, die die Philosophie verkörpert. Der  Nutzen ist zunächst einmal - auf der inhaltlichen Ebene - wichtig für  die Figur &amp;quot;Dante&amp;quot;. Wir durchlaufen seinen Entwicklungsprozess in der  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;. Natürlich beeinflusst der Nutzen auch Dante als Autor,  der offenbar zeitlich später als seine Erlebnisse die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;  verfasst hat [Wehle 1986: 16f]. Dennoch besteht weiterhin die Frage, ob  der Autor Dante wirklich die Figur &amp;quot;Dante&amp;quot; ist. Die Gleichsetzung ist in  dieser Hinsicht bereits schwierig nachzuvollziehen, da die &#039;&#039;Vita  Nova&#039;&#039; streng genommen gar nicht vollendet ist. Dante setzt drei seiner  geforderten Sinne in Verbindung mit der Entwicklung &amp;quot;Dantes&amp;quot; in der  Erzählung, doch den letzten, entscheidenden Bezug lässt er offen: den  anagogischen. Gerade dieser ist signifikant für den &#039;&#039;dolce stil  novo&#039;&#039;[Friedrich 1964: 59]. Daher kann an dieser Stelle auch nicht  eindeutig geklärt werden, wie &amp;quot;Dante&amp;quot; von der philosophischen auf die  anagogische Ebene übergeht. Kehrt &amp;quot;Dante&amp;quot; nach der moralischen Eingebung  zurück zur buchstäblichen, um dann zur anagogischen überzugehen, oder  tut er dies direkt? Dadurch, dass &amp;quot;Dante&amp;quot; erst einmal nichts zu Beatrice  schreiben möchte, ist die Beantwortung dieser Frage theoretisch gar  nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit=&lt;br /&gt;
Der vierfache Schriftsinn,  den Dante in seinem &#039;&#039;Convivio&#039;&#039; fordert, ist teilweise in der &#039;&#039;Vita  Nova&#039;&#039; von ihm umgesetzt. Der buchstäbliche Sinn findet sich im  Zusamenhang mit der irdischen Beatrice und der damit verbundenen Liebe  wieder, der allegorische Sinn wird durch die Funktion der  Schutzschilddamen dargestellt, ebenso wie die moralische Liebe durch  Filosofia am Ende der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; verkörpert wird. Der anagogische  Sinn kommt in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; noch nicht vor. Höchstens wird dieser in  den letzten Kapiteln durch eine erneute Vision und durch die  Verweigerung &amp;quot;Dantes&amp;quot; über Beatrice zu schreiben, bevor er dazu besser  imstande sei, angedeutet. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; um Dantes Jugendwerk. Unabhängig davon, ob die erzählten  Gegebenheiten tatsächlich so stattgefunden haben, endet die Erzählung  vorzeitig beim Erreichen der moralischen Ebene. Mark Musa bezeichnet die  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; als &amp;quot;an unfinished book&amp;quot;[Musa 1973: 167f]. Klemp zitiert  in seinem Fazit am Ende ebenfalls Mark Musa, der da schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Of   course, the &#039;&#039;Vita nuova&#039;&#039; offers more than a picture of the misguided   love: there is also the glory of Beatrice, and the slowly-increasing   ability of the lover to understand it - who must confess at the end,   however, that he has not truly understood it.[Musa 1973: 171]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf  der Stufe der Erkenntnis, dem moralischen Sinn, hat &amp;quot;Dante&amp;quot; erkannt,  dass er in seinen jungen Jahren noch nicht in der Lage sei, gebührend  über die göttliche Liebe zu Beatrice schreiben zu können. Auf dieser  Ebene endet die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;. Eine Fortsetzung, d. h. auch die  vollständige Verwendung des vierfachen Schriftsinns findet sich  schließlich in Dantes wohl bekanntestem Werk, der &#039;&#039;Divina Commedia&#039;&#039;  wieder. Da es sich der Forschung zufolge in der &#039;&#039;Divina Commedia&#039;&#039; um  die gleiche Beatrice wie in der &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; handelt[Friedrich 1964:  97], kann von einer Fortsetzung gesprochen werden. Natürlich ist die  &#039;&#039;Divina Commedia&#039;&#039; nicht nur der letzte Schritt, der in der &#039;&#039;Vita  Nova&#039;&#039; fehlt, sie ist verglichen mit dem Jugendwerk noch reicher an der  differenzierenden Struktur des vierfachen Schriftsinns.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die  &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039; ist in diesem Sinn vielmehr die dafür notwendige  Vorstufe. Anders als Klemp beschreibt Auerbach, dass die &#039;&#039;Vita Nova&#039;&#039;  bereits eine &amp;quot;stufenweise Enthüllung der realen Wahrheit, des wahrhaft  Gedachten und des wahrhaft Seienden [sei] - nichts Gemischtes,  Zwitterhaftes, Konstruiertes, sondern die reale, sinnlich-vernünftige  Synthesis der Vollkommenheit [=der Göttlichkeit]&amp;quot;[Auerbach 1969: 78f].  Genau dies sei der &amp;quot;Dantesche[] Wirklichkeitsbegriff, seine eigentliche  Knospe&amp;quot;[Auerbach 1969: 79] und aus dieser Knospe kann sich letztlich die  Blüte seines Gesamtwerks, die &#039;&#039;Divina Commedia&#039;&#039; entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literaturangaben=&lt;br /&gt;
==Primärliteratur==&lt;br /&gt;
Zitierte Literatur:&lt;br /&gt;
*Alighieri,   Dante (1988): &#039;&#039;Vita Nova - Das Neue Leben. Übersetzt und kommentiert  von Anna Coseriu und Ulrike Kunkel&#039;&#039;, München: dtv.&lt;br /&gt;
Weitere genutzte Ausgabe:&lt;br /&gt;
* Alighieri, Dante (o.A.): &#039;&#039;Das neue Leben. Vita Nova. Aus dem Italienischen übersetzt von Hannelise Hinderberger&#039;&#039;, Zürich: Manesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nachweise aus der Forschungsliteratur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[*Auerbach 1969] Auerbach, Erich (1969): &#039;&#039;Dante als Dichter der irdischen Welt&#039;&#039;. Berlin: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*[*Convivio 1996] Alighieri, Dante (1996): &#039;&#039;Das Gastmahl. Zweites Buch,  übersetzt und kommentiert von Thomas Ricklin (Italienisch-Deutsch)&#039;&#039;,  Hamburg: Felix Meiner.&lt;br /&gt;
*[*Elwert 1980]: Elwert, Wilhelm Theodor (1980): &#039;&#039;Die italienische Literatur des  Mittelalters. Dante, Petrarca, Boccaccio&#039;&#039;, München: Francke.&lt;br /&gt;
*[*Federn 1928]: Federn, Karl (1928): &amp;quot;Zur ersten Vision der Vita Nuova&amp;quot;. In:  Schneider, Friedrich (Hrsg.): &#039;&#039;Deutsches Dante-Jahrbuch. Zehnter  Band&#039;&#039;, Weimar: Hermann Böhlhaus, 71-75.&lt;br /&gt;
*[*Friedrich 1964]: Friedrich, Hugo (1964): &#039;&#039;Epochen der italienischen Lyrik&#039;&#039;. Frankfurt a.M.: Vittorio Klostermann.&lt;br /&gt;
*[*Klemp 1984] Klemp, Paul J. (1984): &amp;quot;The women in the middle. Layers of love  in Dante’s Vita Nuova&amp;quot;, in: &#039;&#039;Italica&#039;&#039; 61. O.A., 185-194.&lt;br /&gt;
*[*Kraß 2006] Kraß, Andreas (2006): &#039;&#039;Geschriebene Kleider. Höfische Identität  als literarisches Spiel&#039;&#039;, Tübingen/Basel: Francke.&lt;br /&gt;
*[*Mazzotta 2003] Mazzotta, Giuseppe (2003): &amp;quot;The Language of Poetry in the &#039;&#039;Vita  Nuova&#039;&#039;&amp;quot;. In: Lansing, Richard (Hrsg.): &#039;&#039;Dante. The Critical Complex&#039;&#039;,   New York / London: Routledge, 93-104.&lt;br /&gt;
*[*Musa 1973] Musa, Mark  (1973): &#039;&#039;Dante&#039;s &#039;&#039;Vita Nuova&#039;&#039;. A Translation and an Essay&#039;&#039;,  Bloomington &amp;amp; London: Indiana University Press.&lt;br /&gt;
*[*Theiler 1973] Theiler, Willy (übersetzt &amp;lt;sup&amp;gt;4&amp;lt;/sup&amp;gt;1973): &#039;&#039;Aristoteles. Über die Seele&#039;&#039;, Berlin: Akademieverlag.&lt;br /&gt;
*[*Wehle 1986] Wehle, Winfried (1986): &#039;&#039;Dichtung über Dichtung. Dantes &#039;Vita  Nova&#039;: die Aufhebung des Minnesangs im Epos&#039;&#039;, München: Wilhelm Fink.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anmerkungen===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vita nova]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dante Alighieri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allegorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seele]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Lizenz ==&lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Ovidius_Metamorphosis_-_George_Sandy&#039;s_1632_edition.jpg&amp;lt;nowiki/&amp;gt;{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verwendet unter dem Aspekt der Attribution: Rico Heil&lt;br /&gt;
, gefunden bei: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:David_von_Michelangelo.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lizenz== &lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/3.0/de}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:David_with_the_Head_of_Goliath-Caravaggio_(c.1606-7).jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<updated>2024-06-10T10:37:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Folio 9 recto of the Aberdeen Bestiary, the Panther&lt;br /&gt;
12th century Aberdeen University Library Scotland, UK; CC 2.0 by the University of Aberdeen, https://www.abdn.ac.uk/collections/documents/Collections%20Digitisation%20Policy%20V4.pdf&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Folio 9 recto of the Aberdeen Bestiary, the Panther&lt;br /&gt;
12th century Aberdeen University Library Scotland, UK; CC 2.0 by https://www.abdn.ac.uk/collections/documents/Collections%20Digitisation%20Policy%20V4.pdf&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by/2.0/de}}&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:King_Arthur_and_the_Knights_of_the_Round_Table.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tafelrunde.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:12th-century_painters_-_On_Whales,_folio_from_a_Bestiary_-_WGA15746.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cleric-Knight-Workman.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Datei:Ebsdorfer_Weltkarte.jpg&amp;diff=39098</id>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ebstorfer-stich2.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<title>Datei:128px-Albrecht Dürer 047.jpg</title>
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		<updated>2024-05-27T10:41:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Beschreibung== &lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Albrecht_D%C3%BCrer_047.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<updated>2024-05-27T10:40:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;gemeinfrei nach: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Lehnseid.png&amp;amp;filetimestamp=20100830234747&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Datei:438px-Lehnseid.png&amp;diff=39095</id>
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		<updated>2024-05-27T10:38:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Lehnseid - Holzschnitt aus Ulrich Tengler&#039;s &amp;quot;Leihenspiegel&amp;quot; Augsburg 1512&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gemeinfrei nach: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lehnseid.png&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
{{Bild-frei}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Datei:Autorbild_Wolfram_von_Eschenbach_Codex_Manesse.jpg&amp;diff=39094</id>
		<title>Datei:Autorbild Wolfram von Eschenbach Codex Manesse.jpg</title>
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		<updated>2024-05-27T10:36:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Autorbild Wolframs von Eschenbach im Codex Manesse (UB Heidelberg, cpg 848, fol. 149v / URL: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848/0294)&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/3.0/de}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<updated>2024-05-14T11:48:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Katastrophe Isengrins in Versen, dargestellt nach: Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Band II: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Datei:Struktur_Hoftag_neu.jpeg&amp;diff=39091</id>
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		<updated>2024-05-14T11:48:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Katastrophe Isengrins in Versen, dargestellt nach: Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Band II: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<updated>2024-05-14T11:47:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Katastrophe Isengrins in Versen, dargestellt nach: Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Band II: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0}}&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2024-05-14T11:47:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Katastrophe Isengrins in Versen, dargestellt nach: Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Band II: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>SemtikDL</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Katastrophe Isengrins in Versen, dargestellt nach: Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters. Band II: &#039;Reinhart Fuchs&#039;, &#039;Lanzelet&#039;, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg, Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik 25), S. 22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0}}&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Modell der Allegorie; inhaltlich orientiert an Klemp, Paul J. (1984): &amp;quot;The women in the middle. Layers of love in Dante’s Vita Nuova&amp;quot;, in: &#039;&#039;Italica&#039;&#039; 61. O.A., 185-194.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<updated>2024-05-14T11:40:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SemtikDL: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Modell der Allegorie; inhaltlich orientiert an Klemp, Paul J. (1984): &amp;quot;The women in the middle. Layers of love in Dante’s Vita Nuova&amp;quot;, in: &#039;&#039;Italica&#039;&#039; 61. O.A., 185-194.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Modell der Allegorie; inhaltlich orientiert an Klemp, Paul J. (1984): &amp;quot;The women in the middle. Layers of love in Dante’s Vita Nuova&amp;quot;, in: &#039;&#039;Italica&#039;&#039; 61. O.A., 185-194.&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Modell der Allegorie; inhaltlich orientiert an Klemp, Paul J. (1984): &amp;quot;The women in the middle. Layers of love in Dante’s Vita Nuova&amp;quot;, in: &#039;&#039;Italica&#039;&#039; 61. O.A., 185-194.&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Modell der Allegorie; inhaltlich orientiert an Klemp, Paul J. (1984): &amp;quot;The women in the middle. Layers of love in Dante’s Vita Nuova&amp;quot;, in: &#039;&#039;Italica&#039;&#039; 61. O.A., 185-194.&lt;br /&gt;
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