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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Sangspruch&amp;diff=5928</id>
		<title>Sangspruch</title>
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		<updated>2011-11-06T20:40:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: /* Gliederung&amp;amp; Ausdifferenzierung des stofflichen Inhalts */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt; &lt;br /&gt;
Neben der Minnelyrik ist der Sangspruch die zweite  Hauptgattung mittelalterlicher Lyrik. Ursprünglich findet man  Sangsprüche hauptsächlich in mittellateinischer, aber auch in  provenzalischer und altfranzösischer Literatur. Im Mittelhochdeutschen  war der Sangspruch kaum vertreten[Ehrismann: S.16]. Er zeichnet sich  durch thematische Heterogenität sowie räsonierenden, belehrenden oder  preisenden Charakter aus.&lt;br /&gt;
Themen im Sangspruch sind Moral- und  Lebenslehre, religiöse Unterweisung, Herrenlob und -tadel sowie die  ungesicherte Existenz der Berufsliteraten[Klein: S.166].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung und Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Sangspruchdichtung zeichnet sich vom 12. bis zur Mitte des 14.  Jahrhunderts durch eine starke Tendenz zur Eigenständigkeit der  Einzelstrophe aus. Jede Strophe kann für sich allein vorgetragen werden  und bildet ein abgeschlossenes Ganzes, wobei es  Ausnahmen gibt, bei  denen Strophen formal und inhaltlich miteinander verknüpft  werden.[Baldzuhn: S.55] „Aber aufs Ganze gesehen ist die  Eigenständigkeit der Einzelstrophen in der Sangspruchdichtung dieser  Zeit weit größer als im Minnesang.&amp;quot; [Baldzuhn: S.55] Die  entscheiden Aussagen werden am Schluss platziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Eigenständigkeit der Einzelstrophe löst sich zur Mitte des 14.  Jahrhunderts allmählich auf. Der Sangspruch entwickelt sich über die  Reformation zum Meistersang. Jener zeichnet sich im Gegensatz zum  Sangspruch durch mehrstrophige Lieder aus. Überlieferte Einzelstrophen  aus älteren Zeiten werden durch neu gedichtete Strophen  ergänzt[Baldzuhn: S.55].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sangspruchdichtung  formuliert moralische und ethische Positionen, die es den adligen  Rezipienten möglich machen, aktuelle und konkrete Ereignisse im Rahmen  tradierter politischer, ständischer und religiöser &#039;&#039;ordo&#039;&#039;- Regeln zu  deuten und zu beurteilen. Dabei verweisen Aktuelles und  Allgemeingültiges stets aufeinander. Eine mit Lob verbundene Bitte um  Lohn, die zunächst an einen konkreten Anlass gebunden ist oder zu sein  scheint, wird im aktuellen Kontext zugleich zum sozialen Appell an die  gesellschaftliche Tugend der &#039;&#039;milte&#039;&#039; und damit Teil des höfischen  Wertediskurses. Sangspruchdichtung zeichnet sich zumeist durch eine  didaktische Tendenz aus, ist Vortragskunst und Rollenlyrik.[Conzelmann: 10.01.2011]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gliederung&amp;amp; Ausdifferenzierung des stofflichen Inhalts==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  thematische Spektrum der Sangspruchdichtung ist vielfältig und schwer zu erfassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Gliederung  desselben. Zentral steht dabei die Frage Walthers, wie man denn [[Reichston (Walther von der Vogelweide, Cormeau Nr. 2)|&#039;&#039;&amp;quot;zer  welte solte leben&amp;quot;&#039;&#039;]], als Fixpunkt der zeitlich- und standesbedingten sowie einer zeitlosen, über die gesellschaftlich-politische Dimension  hinausweisenden Reflexion des kollektiven &#039;&#039;In-der-Welt-Seins&#039;&#039;. Sie spricht sowohl ein adliges Publikum als auch sein höfisches Umfeld an, wobei die Antworten und ihre Darbietungsformen schichtspezifisch differieren.&lt;br /&gt;
Die stoffliche Vielfalt des Sangspruchs ließe sich, so bspw.  Tervooren&amp;lt;ref&amp;gt;H. Tervooren:&#039;&#039;Sangspruchdichtung&#039;&#039;. Hrsg. v. J.B.  Metzler, Stuttgart/Weimar. 1995. S.51 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie folgt  gliedern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Subjektiv engagierte Strophen mit  persönlicher, politisch-sozialer  Problematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es findet sich bspw. Lob und  Tadel für Gönner und das Umfeld des Sängers, Kritik an sozialen,  politischen und kirchlichen Verhältnissen, sowie Ständekritik oder auch  Marienlob bzw. die Lobpreisung Gottes im Allgemeinen. Dabei bildet &amp;quot;der  Sangspruch &#039;&#039;waltherischer Prägung&#039;&#039; und die Strophen, die auf die  persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.  Anm.: Attribut  vom Verfasser hervorgehoben.&amp;lt;/ref&amp;gt; den größten Teil dieser  Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Objektiv gehaltene, lehrhafte Strophen und Lieder mit gleicher Grundthematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche als Lebensweisheit  oder als politisches, theologisches, philosophisches (od. sonstiges) Wissen über die Verhältnisse des Individuums hinausweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um  eine lediglich partielle Beleuchtung der inhaltlichen Vielfalt zu  vermeiden, muss des Weiteren hinsichtlich &#039;&#039;intentionaler Aspekte&#039;&#039; der  Sangspruchdichtung respektive der Zielsetzung des Autors differenziert  werden. Tervooren unterscheidet dabei  drei Intentionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die &#039;&#039;&#039;moralisch-didaktische Intention&#039;&#039;&#039;, die Sangspruch als Lehrdichtung, gerichtet an eine adlige Oberschicht, meint, welche &amp;quot;die Maßstäbe für eine vorbildliche Lebenshaltung und entsprechendes Wissen vermittelt&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-gesellschaftliche Intention&#039;&#039;&#039;, die den Sang als Medium der Selbstdarstellung meint, welche die Wertschätzung dichterischen Schaffens in der Gesellschaft konstituiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-existenzielle Intention&#039;&#039;&#039;; Der Sänger versucht dabei mittels &#039;&#039;Heischestrophen&#039;&#039; den Herrscher zu angemessener Entlohnung zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da persönliche Erfahrungen und Erwartungen von jenen des gesellschaftlichen Kollektivs nicht immer zu trennen sind, kommt es jedoch in der manifesten Ausführung des Sangspruchs oft zu Überschneidungen der Themenspektren, wobei also nicht die Reinform, sondern das &amp;quot;Mischgedicht&amp;quot; (so Tervooren) das Übliche ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecherrollen im Sangspruch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprecherrollen  sind in der Sangspruchdichtung genauso vielfältig und verschieden wie in den anderen lyrischen Gattungen der  mittelalterlichen Literatur. Aufgrund des oft vorhandenen belehrenden Grundtenors ist es jedoch besonders häufig, dass die während der  Aufführung anwesenden Zuhörer auch die eigentlichen Adressaten sind, die teilweise sogar direkt angeredet werden. So stellt beispielsweise  der Beginn des Gedichts [[Ir sult sprechen willekomen (Walther von der Vogelweide, Cormeau Nr. 32)|&amp;quot;Ihr sult sprechen willekommen&amp;quot;]] von Walther von der Vogelweide eine direkte Anrede des Publikums dar und der Sprecher setzt sich noch in der gesamten ersten Strophe mit dem tatsächlich anwesenden Publikum auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Minnesang dagegen ist eher eine Tendenz zu erkennen, die Zuhörer in einer Zeugenrolle zu  belassen, die von außen das Gedicht beobachten.&lt;br /&gt;
Eine Ausnahme, in  der der Sprecher das Publikum direkt anspricht, ist Walthers Minnelied  [[&amp;quot;Under der Linden&amp;quot; (Walther von der Vogelweide , 16)|&amp;quot;Under der linden&amp;quot;]], wo es im letzten Vers der zweiten Strophe heisst: &amp;quot;Seht, wie rôt ist mir der munt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sangspruch bei Spervogel===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Spervogel gilt als der erste große Sangspruchdichter. Die Texte des zweiten großen Sangspruchdichters Herger können inzwischen Spervogel zugeschrieben werden[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
Im Nachlass von Spervogels Sangspruchdichtung lassen sich zwei Töne mit gut 50 Strophen finden. Formal gesehen handelt es sich um unstollige Sechs- bis Siebenzeiler; die Strophen mit Kurzzeilen wechseln sich mit solchen ab, die sowohl  Kurz- als auch Langzeilen aufweisen. Religiosität, Gnomik, Tierfabeln und Probleme des Herrendienstes und Fahrendenschicksals werden bei  Spervogel thematisch behandelt[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sangspruch bei Walther===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bei  [[Biographische Daten (Walther von der Vogelweide)|Walther]] lassen die selben Themen wie auch bei Spervogel finden. Walther ergänzt diese Themen noch durch formale und inhaltliche Neuerungen. In beidem war Walther von der Vogelweide traditionsbildend.&lt;br /&gt;
Der  Sangspruch entwickelt sich unter Walther mehr zu einer persönlichen  Angelegenheit, wo bei Spervogel noch „man“ stand, steht bei Walther  „ich“.   &lt;br /&gt;
Er wagt es zudem, religiöse Themen mit ironischen und sarkastischen Tönen zu versehen.  &lt;br /&gt;
Eine  der größten Innovationen Walthers ist jedoch, dass er das Thema Politik  in die Lyrik einführt. Er nimmt Bezug auf Personen wie Zeitgeschichte  und setzt sich mit dem Zustand der Gesellschaft und der Welt überhaupt auseinander[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin  führt Walther Neuerungen auf formaler Ebene ein. Während die Vorgänger (Spervogel, Herger) jeweils nur in einem Ton einfacher Bauart dichteten, benutzte Walther an die zwanzig Töne für seine Sprüche. Ein Ton wird jeweils für eine bestimmte Reihe von thematisch zueinander  passenden Strophen eingesetzt.[Brunner: S.56 f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Klein] Klein, Dorothea: Mittelalter. Lehrbuch Germanistik, Stuttgart/Weimar 2006.&lt;br /&gt;
*[*Baldzuhn] Baldzuhn, Michael: Vom Sangspruch zum Meisterlied, Band 120. Tübingen 2002.&lt;br /&gt;
*[*Scholz]  Scholz, Manfred Günter: Walther von der Vogelweide. 2.Auflage. 2005.&lt;br /&gt;
*[*Ehrismann]  Ehrismann, Otfrid: Einführung in das Werk Walthers von der Vogelweide. 1.Auflage. 2008.&lt;br /&gt;
*[*Brunner] Brunner, Hahn, Müller, Spechtler: Walther von der Vogelweide. Epoche - Werk - Wirkung. 2.Auflage. München 2009.&lt;br /&gt;
*[*Conzelmann] Aus der Vorlesung &amp;quot;Einführung in die Germanistische Mediävistik&amp;quot;, gehalten im WS 10/11 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. von Jochen Conzelmann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Sangspruch&amp;diff=5927</id>
		<title>Sangspruch</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: /* Gliederung&amp;amp; Ausdifferenzierung des stofflichen Inhalts */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt; &lt;br /&gt;
Neben der Minnelyrik ist der Sangspruch die zweite  Hauptgattung mittelalterlicher Lyrik. Ursprünglich findet man  Sangsprüche hauptsächlich in mittellateinischer, aber auch in  provenzalischer und altfranzösischer Literatur. Im Mittelhochdeutschen  war der Sangspruch kaum vertreten[Ehrismann: S.16]. Er zeichnet sich  durch thematische Heterogenität sowie räsonierenden, belehrenden oder  preisenden Charakter aus.&lt;br /&gt;
Themen im Sangspruch sind Moral- und  Lebenslehre, religiöse Unterweisung, Herrenlob und -tadel sowie die  ungesicherte Existenz der Berufsliteraten[Klein: S.166].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung und Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Sangspruchdichtung zeichnet sich vom 12. bis zur Mitte des 14.  Jahrhunderts durch eine starke Tendenz zur Eigenständigkeit der  Einzelstrophe aus. Jede Strophe kann für sich allein vorgetragen werden  und bildet ein abgeschlossenes Ganzes, wobei es  Ausnahmen gibt, bei  denen Strophen formal und inhaltlich miteinander verknüpft  werden.[Baldzuhn: S.55] „Aber aufs Ganze gesehen ist die  Eigenständigkeit der Einzelstrophen in der Sangspruchdichtung dieser  Zeit weit größer als im Minnesang.&amp;quot; [Baldzuhn: S.55] Die  entscheiden Aussagen werden am Schluss platziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Eigenständigkeit der Einzelstrophe löst sich zur Mitte des 14.  Jahrhunderts allmählich auf. Der Sangspruch entwickelt sich über die  Reformation zum Meistersang. Jener zeichnet sich im Gegensatz zum  Sangspruch durch mehrstrophige Lieder aus. Überlieferte Einzelstrophen  aus älteren Zeiten werden durch neu gedichtete Strophen  ergänzt[Baldzuhn: S.55].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sangspruchdichtung  formuliert moralische und ethische Positionen, die es den adligen  Rezipienten möglich machen, aktuelle und konkrete Ereignisse im Rahmen  tradierter politischer, ständischer und religiöser &#039;&#039;ordo&#039;&#039;- Regeln zu  deuten und zu beurteilen. Dabei verweisen Aktuelles und  Allgemeingültiges stets aufeinander. Eine mit Lob verbundene Bitte um  Lohn, die zunächst an einen konkreten Anlass gebunden ist oder zu sein  scheint, wird im aktuellen Kontext zugleich zum sozialen Appell an die  gesellschaftliche Tugend der &#039;&#039;milte&#039;&#039; und damit Teil des höfischen  Wertediskurses. Sangspruchdichtung zeichnet sich zumeist durch eine  didaktische Tendenz aus, ist Vortragskunst und Rollenlyrik.[Conzelmann: 10.01.2011]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gliederung&amp;amp; Ausdifferenzierung des stofflichen Inhalts==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das  thematische Spektrum der Sangspruchdichtung ist vielfältig und schwer zu erfassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Gliederung  desselben. Zentral steht dabei die Frage Walthers, wie man denn [[Reichston (Walther von der Vogelweide, Cormeau Nr. 2)|&#039;&#039;&amp;quot;zer  welte solte leben&amp;quot;&#039;&#039;]], als Fixpunkt der zeitlich- und standesbedingten sowie einer zeitlosen, über die gesellschaftlich-politische Dimension  hinausweisenden Reflexion des kollektiven &#039;&#039;In-der-Welt-Seins&#039;&#039;. Sie spricht sowohl ein adliges Publikum als auch sein höfisches Umfeld an, wobei die Antworten und ihre Darbietungsformen schichtspezifisch differieren.&lt;br /&gt;
Die stoffliche Vielfalt des Sangspruchs ließe sich, so bspw.  Tervooren&amp;lt;ref&amp;gt;H. Tervooren:&#039;&#039;Sangspruchdichtung&#039;&#039;. Hrsg. v. J.B.  Metzler, Stuttgart/Weimar. 1995. S.51 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie folgt  gliedern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Subjektiv engagierte Strophen mit  persönlicher, politisch-sozialer  Problematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es findet sich bspw. Lob und  Tadel für Gönner und das Umfeld des Sängers, Kritik an sozialen,  politischen und kirchlichen Verhältnissen, sowie Ständekritik oder auch  Marienlob bzw. allgemein die Lobpreisung Gottes. Dabei bildet &amp;quot;der  Sangspruch &#039;&#039;waltherischer Prägung&#039;&#039; und die Strophen, die auf die  persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.  Anm.: Attribut  vom Verfasser hervorgehoben.&amp;lt;/ref&amp;gt; den größten Teil dieser  Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Objektiv gehaltene, lehrhafte  Strophen und Lieder mit gleicher  Grundthematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche als Lebensweisheit  oder als politisches, theologisches, philosophisches (od. sonstiges)  Wissen über die Verhältnisse des Individuums hinausweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um  eine lediglich partielle Beleuchtung der inhaltlichen Vielfalt zu  vermeiden, muss des Weiteren hinsichtlich &#039;&#039;intentionaler Aspekte&#039;&#039; der  Sangspruchdichtung respektive der Zielsetzung des Autors differenziert  werden. Tervooren unterscheidet dabei  drei Intentionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die &#039;&#039;&#039;moralisch-didaktische Intention&#039;&#039;&#039;, die Sangspruch als Lehrdichtung, gerichtet an eine adlige Oberschicht, meint, welche &amp;quot;die Maßstäbe für eine vorbildliche Lebenshaltung und entsprechendes Wissen vermittelt&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-gesellschaftliche Intention&#039;&#039;&#039;, die den Sang als Medium der Selbstdarstellung meint, welche die Wertschätzung dichterischen Schaffens in der Gesellschaft konstituiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-existenzielle Intention&#039;&#039;&#039;; Der Sänger versucht dabei mittels &#039;&#039;Heischestrophen&#039;&#039; den Herrscher zu angemessener Entlohnung zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da persönliche Erfahrungen und Erwartungen, von jenen des gesellschaftlichen Kollektivs nicht immer zu trennen, kommt es jedoch in der manifesten Ausführung des Sangspruchs oft zu Überschneidungen der Themenspektren, wobei also nicht die Reinform, sondern das &amp;quot;Mischgedicht&amp;quot; (so Tervooren) das Übliche ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecherrollen im Sangspruch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprecherrollen  sind in der Sangspruchdichtung genauso vielfältig und verschieden wie in den anderen lyrischen Gattungen der  mittelalterlichen Literatur. Aufgrund des oft vorhandenen belehrenden Grundtenors ist es jedoch besonders häufig, dass die während der  Aufführung anwesenden Zuhörer auch die eigentlichen Adressaten sind, die teilweise sogar direkt angeredet werden. So stellt beispielsweise  der Beginn des Gedichts [[Ir sult sprechen willekomen (Walther von der Vogelweide, Cormeau Nr. 32)|&amp;quot;Ihr sult sprechen willekommen&amp;quot;]] von Walther von der Vogelweide eine direkte Anrede des Publikums dar und der Sprecher setzt sich noch in der gesamten ersten Strophe mit dem tatsächlich anwesenden Publikum auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Minnesang dagegen ist eher eine Tendenz zu erkennen, die Zuhörer in einer Zeugenrolle zu  belassen, die von außen das Gedicht beobachten.&lt;br /&gt;
Eine Ausnahme, in  der der Sprecher das Publikum direkt anspricht, ist Walthers Minnelied  [[&amp;quot;Under der Linden&amp;quot; (Walther von der Vogelweide , 16)|&amp;quot;Under der linden&amp;quot;]], wo es im letzten Vers der zweiten Strophe heisst: &amp;quot;Seht, wie rôt ist mir der munt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sangspruch bei Spervogel===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Spervogel gilt als der erste große Sangspruchdichter. Die Texte des zweiten großen Sangspruchdichters Herger können inzwischen Spervogel zugeschrieben werden[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
Im Nachlass von Spervogels Sangspruchdichtung lassen sich zwei Töne mit gut 50 Strophen finden. Formal gesehen handelt es sich um unstollige Sechs- bis Siebenzeiler; die Strophen mit Kurzzeilen wechseln sich mit solchen ab, die sowohl  Kurz- als auch Langzeilen aufweisen. Religiosität, Gnomik, Tierfabeln und Probleme des Herrendienstes und Fahrendenschicksals werden bei  Spervogel thematisch behandelt[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sangspruch bei Walther===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bei  [[Biographische Daten (Walther von der Vogelweide)|Walther]] lassen die selben Themen wie auch bei Spervogel finden. Walther ergänzt diese Themen noch durch formale und inhaltliche Neuerungen. In beidem war Walther von der Vogelweide traditionsbildend.&lt;br /&gt;
Der  Sangspruch entwickelt sich unter Walther mehr zu einer persönlichen  Angelegenheit, wo bei Spervogel noch „man“ stand, steht bei Walther  „ich“.   &lt;br /&gt;
Er wagt es zudem, religiöse Themen mit ironischen und sarkastischen Tönen zu versehen.  &lt;br /&gt;
Eine  der größten Innovationen Walthers ist jedoch, dass er das Thema Politik  in die Lyrik einführt. Er nimmt Bezug auf Personen wie Zeitgeschichte  und setzt sich mit dem Zustand der Gesellschaft und der Welt überhaupt auseinander[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin  führt Walther Neuerungen auf formaler Ebene ein. Während die Vorgänger (Spervogel, Herger) jeweils nur in einem Ton einfacher Bauart dichteten, benutzte Walther an die zwanzig Töne für seine Sprüche. Ein Ton wird jeweils für eine bestimmte Reihe von thematisch zueinander  passenden Strophen eingesetzt.[Brunner: S.56 f.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Klein] Klein, Dorothea: Mittelalter. Lehrbuch Germanistik, Stuttgart/Weimar 2006.&lt;br /&gt;
*[*Baldzuhn] Baldzuhn, Michael: Vom Sangspruch zum Meisterlied, Band 120. Tübingen 2002.&lt;br /&gt;
*[*Scholz]  Scholz, Manfred Günter: Walther von der Vogelweide. 2.Auflage. 2005.&lt;br /&gt;
*[*Ehrismann]  Ehrismann, Otfrid: Einführung in das Werk Walthers von der Vogelweide. 1.Auflage. 2008.&lt;br /&gt;
*[*Brunner] Brunner, Hahn, Müller, Spechtler: Walther von der Vogelweide. Epoche - Werk - Wirkung. 2.Auflage. München 2009.&lt;br /&gt;
*[*Conzelmann] Aus der Vorlesung &amp;quot;Einführung in die Germanistische Mediävistik&amp;quot;, gehalten im WS 10/11 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. von Jochen Conzelmann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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		<title>Sangspruch</title>
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		<updated>2011-07-11T20:15:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt; &lt;br /&gt;
Neben der Minnelyrik ist der Sangspruch die zweite Hauptgattung mittelalterlicher Lyrik. Ursprünglich findet man Sangsprüche hauptsächlich in mittellateinischer, aber auch in provenzalischer und altfranzösischer Literatur. Im Mittelhochdeutschen war der Sangspruch kaum vertreten[Ehrismann: S.16]. Er zeichnet sich durch thematische Heterogenität sowie räsonierenden, belehrenden oder preisenden Charakter aus.&lt;br /&gt;
Themen im Sangspruch sind Moral- und Lebenslehre, religiöse Unterweisung, Herrenlob und -tadel sowie die ungesicherte Existenz der Berufsliteraten[Klein: S.166].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung und Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sangspruchdichtung zeichnet sich vom 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts durch eine starke Tendenz zur Eigenständigkeit der Einzelstrophe aus. Jede Strophe kann für sich allein vorgetragen werden und bildet ein abgeschlossenes Ganzes, wobei es  Ausnahmen gibt, bei denen Strophen formal und inhaltlich miteinander verknüpft werden.[Baldzuhn: S.55] „Aber aufs Ganze gesehen ist die Eigenständigkeit der Einzelstrophen in der Sangspruchdichtung dieser Zeit weit größer als im Minnesang.&amp;quot; (Baldzuhn 2002, S.55) Die entscheiden Aussagen werden am Schluss platziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigenständigkeit der Einzelstrophe löst sich zur Mitte des 14. Jahrhunderts allmählich auf. Der Sangspruch entwickelt sich über die Reformation zum Meistersang. Jener zeichnet sich im Gegensatz zum Sangspruch durch mehrstrophige Lieder aus. Überlieferte Einzelstrophen aus älteren Zeiten werden durch neu gedichtete Strophen ergänzt[Baldzuhn: S.55].  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sangspruch bei Spervogel==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Spervogel gilt als der erste große Sangspruchdichter. Die Texte des zweiten großen Sangspruchdichters Herger können inzwischen Spervogel zugeschrieben werden[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
Im Nachlass von Spervogels Sangspruchdichtung lassen sich zwei Töne mit gut 50 Strophen finden. Formal gesehen handelt es sich um unstollige Sechs- bis Siebenzeiler, die Strophen mit Kurzzeilen wechseln sich mit solchen ab, die sowohl Kurz- als auch Langzeilen aufweisen. Religiosität, Gnomik, Tierfabeln und Probleme des Herrendienstes und Fahrendenschicksals werden bei Spervogel thematisch behandelt[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecherrollen im Sangspruch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sprecherrollen sind in der Sangspruchdichtung selbstverständlich genauso vielfältig und verschieden, wie in den anderen lyrischen Gattungen der mittelalterlichen Literatur. Aufgrund des oft vorhandenen belehrenden Grundtenors, ist es jedoch besonders häufig, dass die während der Aufführung anwesenden Zuhörer, auch die eigentlichen Adressaten sind, die teilweise sogar direkt angeredet werden. So stellt beispielsweise der Beginn des Gedichts &amp;quot;Ihr sult sprechen willekommen&amp;quot; von Walther von der Vogelweide eine direkte Anrede des Publikums dar und der Sprecher setzt sich noch in der gesamten ersten Strophe mit dem tatsächlich anwesenden Publikum auseinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Minnesang dagegen ist eher eine Tendenz zu erkennen, die Zuhörer in einer Zeugenrolle zu belassen, die von außen das Gedicht beobachten.&lt;br /&gt;
Eine Ausnahme, in der der Sprecher das Publikum direkt anspricht ist Walthers Minnelied &amp;quot;Under der linden&amp;quot;, wo es im letzten Vers der zweiten Strophe heisst: &amp;quot;Seht, wie rôt ist mir der munt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sangspruch bei Walther==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bei Walther lassen die selben Themen wie auch bei Spervogel finden. Walther ergänzt diese Themen noch durch formale und inhaltliche Neuerungen. In beidem war Walther von der Vogelweide traditionsbildend.&lt;br /&gt;
Der Sangspruch entwickelt sich unter Walther mehr zu einer persönlichen Angelegenheit, wo bei Spervogel noch „man“ stand, steht bei Walther „ich“.   &lt;br /&gt;
Er wagt es zudem, religiöse Themen mit ironischen und sarkastischen Tönen zu versehen.  &lt;br /&gt;
Eine der größten Innovationen Walthers ist jedoch, dass er das Thema Politik in die Lyrik einführt. Er nimmt Bezug auf Personen wie Zeitgeschichte und setzt sich mit dem Zustand der Gesellschaft und der Welt überhaupt auseinander[Scholz: S.41].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin führte Walther Neuerungen auf formaler Ebene ein. Während die Vorgänger (Spervogel, Herger) jeweils nur in einem Ton einfacher Bauart dichteten, benutzte Walther an die zwanzig Töne für seine Sprüche. Ein Ton wird jeweils für eine bestimmte Reihe von thematisch zueinander passenden Strophen eingesetzt.[Brunner: S.56 f.]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gliederung&amp;amp; Ausdifferenzierung des stofflichen Inhalts==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das thematische Spektrum der Sangspruchdichtung ist vielfältig und schwer zu erfassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Gliederung desselben. Zentral steht dabei die Frage Walthers, wie man denn &#039;&#039;&amp;quot;zer welte solte leben&amp;quot;&#039;&#039;, als Fixpunkt der zeitlich- und standesbedingten, sowie einer zeitlosen, über die gesellschaftlich-politische Dimension hinausweisenden Reflexion des kollektiven &#039;&#039;In-der-Welt-Seins&#039;&#039;. Sie spricht ein adliges Publikum, sowie sein höfische Umfeld an, wobei die Antworten und ihre Darbietungsformen schichtspezifisch differieren.&lt;br /&gt;
Die stoffliche Vielfalt des Sangspruchs ließe sich, so bspw. Tervooren&amp;lt;ref&amp;gt;H. Tervooren:&#039;&#039;Sangspruchdichtung&#039;&#039;. Hrsg. v. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar. 1995. S.51 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie folgt gliedern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Subjektiv engagierte Strophen mit persönlicher, politisch-sozialer Problematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es findet sich bspw. Lob und Tadel für Gönner und das Umfeld des Sängers, Kritik an sozialen, politischen und kirchlichen Verhältnissen, sowie Ständekritik oder auch Marienlob bzw. allgemein die Lobpreisung Gottes. Dabei bildet &amp;quot;der Sangspruch &#039;&#039;waltherischer Prägung&#039;&#039; und die Strophen, die auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.  Anm.: Attribut vom Verfasser hervorgehoben.&amp;lt;/ref&amp;gt; den größten Teil dieser Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II.&#039;&#039;&#039; &amp;quot;Objektiv gehaltene, lehrhafte Strophen und Lieder mit gleicher Grundthematik&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche als Lebensweisheit oder als politisches, theologisches, philosophisches (od. sonstiges) Wissen, über die Verhältnisse des Individuums hinausweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine lediglich partielle Beleuchtung der inhaltlichen Vielfalt zu vermeiden, muss desweiteren hinsichtlich &#039;&#039;intentionaler Aspekte&#039;&#039; der Sangspruchdichtung respektive der Zielsetzung des Autors differenziert werden. Tervooren unterscheidet dabei  drei Intentionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die &#039;&#039;&#039;moralisch-didaktische Intention&#039;&#039;&#039;, die Sangspruch als Lehrdichtung, gerichtet an eine adlige Oberschicht, meint, welche &amp;quot;die Maßstäbe für eine vorbildliche Lebenshaltung und entsprechendes Wissen vermittelt&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-gesellschaftliche Intention&#039;&#039;&#039;, die den Sang als Medium der Selbstdarstellung meint, welche die Wertschätzung dichterischen Schaffens in der Gesellschaft konstituiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Die &#039;&#039;&#039;persönlich-existenzielle Intention&#039;&#039;&#039;; Der Sänger versucht dabei mittels &#039;&#039;Heischesptrophen&#039;&#039; den Herrscher zu angemessener Entlohnung zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da persönliche Erfahrungen und Erwartungen, von jenen des gesellschaftlichen Kollektivs nicht immer zu trennen sind, kommt es jedoch in der manifesten Ausführung des Sangspruchs oft zu Überschneidungen der Themenspektren, wobei also nicht die Reinform, sondern das &amp;quot;Mischgedicht&amp;quot; (so Tervooren) das übliche ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Klein] Klein, Dorothea: Mittelalter. Lehrbuch Germanistik, Stuttgart/Weimar 2006&lt;br /&gt;
*[*Baldzuhn] Baldzuhn, Michael: Vom Sangspruch zum Meisterlied, Band 120. Tübingen 2002&lt;br /&gt;
*[*Scholz]  Scholz, Manfred Günter: Walther von der Vogelweide. 2.Auflage. 2005&lt;br /&gt;
*[*Ehrismann]  Ehrismann, Otfrid: Einführung in das Werk Walthers von der Vogelweide. 1.Auflage. 2008&lt;br /&gt;
*[*Brunner] Brunner, Hahn, Müller, Spechtler: Walther von der Vogelweide. Epoche - Werk - Wirkung. 2.Auflage. München 2009&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5617</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5617"/>
		<updated>2011-05-22T17:59:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Walther von der Vogelweide&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;  &#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;-&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;  &#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne&amp;quot;&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Der Primärtext ist zitiert nach: Walther von der Vogelweide: Leich, Lieder, Sangsprüche. 14., völlig neubearb. Aufl. der Ausg. Karl Lachmanns mit Beiträgen von Thomas Bein und Horst Brunner, hg. con Christoph Cormeau, Berlin/New York 1996.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zur weiteren Vertiefung, bzw. Interpretation:&amp;lt;/small&amp;gt; [[&amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Saget mir ieman, waz ist minne?&lt;br /&gt;
:weiz ich des ein teil, sô west ich es gerne mê.&lt;br /&gt;
:der sich baz denne ich versinne,&lt;br /&gt;
:der berihte mich, durch waz sie tuot sô wê.&lt;br /&gt;
:Minne ist minne, tuot sie wol;&lt;br /&gt;
:tuot sie wê, sô heizet sie niht rehte minne.&lt;br /&gt;
:sus enweiz ich, wie sie denne heizen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ob ich rehte râten kunne, &lt;br /&gt;
:waz die minne sî, sô sprechet denne jâ.&lt;br /&gt;
:minne ist zweier herzen wunne:&lt;br /&gt;
:teilent sie gelîche, sô ist die minne dâ.&lt;br /&gt;
:Sol sie aber ungeteilet sîn, &lt;br /&gt;
:sône kan sie ein herze aleine niht enthalden.&lt;br /&gt;
:owê, woltestû mir helfen, vrouwe mîn!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vrouwe, ich trage ein teil zuo swære,&lt;br /&gt;
:wellest dû mir helfen, sô hilf an der zît.&lt;br /&gt;
:sî aber ich dir gar unmaere,&lt;br /&gt;
:daz sprich endeclîche, sô lâz ich den strît&lt;br /&gt;
:Und bin von dir ein ledic man.&lt;br /&gt;
:dû solt aber einez rehte wizzen, &amp;lt;&#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;&amp;gt;,&lt;br /&gt;
:daz dich lützel ieman baz geloben kan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich wil alsô singen immer,&lt;br /&gt;
:daz sie danne sprechen: &amp;gt;erne sanc nie baz&amp;lt;.&lt;br /&gt;
:desne gedankestû mir nimmer!&lt;br /&gt;
:daz verwîz ich dir alrêst, sô denne daz.&lt;br /&gt;
:Weistû, wie sie wünschen dir?&lt;br /&gt;
:&amp;gt;daz sie sælic sî, durch die man uns sus singet!&amp;lt;&lt;br /&gt;
:sich, vrouwe, den gemeinen wunsch hâstû ouch von mir!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kan mîn vrouwe süeze siuren?&lt;br /&gt;
:wænet sie, daz ich ir liep gebe umbe leit?&lt;br /&gt;
:solt ich sie dar umbe tiuren, &lt;br /&gt;
:daz sie sich kêre an mîn unwerdekeit?&lt;br /&gt;
:Sô kunde ich unrehte sprechen.&lt;br /&gt;
:wê, waz rede ich ôrlôser und ougen âne?&lt;br /&gt;
:swen die minne blendet, wie mac der gesehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44.&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?                              &lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie aber weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie sonst heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Minne sei, so stimmt mir zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist ist die Freude zweier Herzen:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Ist sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht aufrecht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Herrin, ich trage die Last von Zweien,&lt;br /&gt;
:wenn du mir helfen willst, so hilf mir bald.&lt;br /&gt;
:Bin ich dir aber völlig gleichgültig,&lt;br /&gt;
:sprich es rasch, so lasse ich ab von meinem Kampfe.&lt;br /&gt;
:Und bin frei von dir.&lt;br /&gt;
:Eines sollst du aber wahrhaft wissen, Herrin,&lt;br /&gt;
:Niemand kann dich jemals besser loben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich werde so immer singen, &lt;br /&gt;
:dass sie sagen werden: &amp;quot;Er sang nie besser!&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Worauf du mir niemals Dank erwidern wirst!&lt;br /&gt;
:Zurecht werfe ich dir dies vor, und so auch das Folgende.&lt;br /&gt;
:Weißt du, was sie dir wünschen?&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gesegnet sei jene, derentwegen man uns so vorsingt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Siehe, Herrin, den gemeinen Wunsch verdankst du mir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kann meine Herrin Süßes verbittern?&lt;br /&gt;
:Glaubt sie, dass ich ihr Freude schenke, um Leid zu empfangen?&lt;br /&gt;
:Sollte ich sie darum höher schätzen, &lt;br /&gt;
:dafür dass sie sich meiner Wenigkeit zuwendet?&lt;br /&gt;
:Dann besäße ich keinen Verstand.&lt;br /&gt;
:O weh, was rede ich Tauber und Blinder?&lt;br /&gt;
:Wen auch immer die Minne blendet, wie vermag der zu sehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5616</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5616"/>
		<updated>2011-05-22T17:50:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelalters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge der Handschrift O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neue Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem literarischem Œuvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das Sänger- Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des Lied- Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche kritisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das Lied- Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwischen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden, übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 429.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen in der Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; und die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese Fragen auf der Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen; zugleich  müssten sie auf der dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind (bspw. die vom lyr. Ich verlangte Dankbarkeit, die moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; oder gar Minne nicht als Minne zu akzeptieren, insofern sie schmerzt).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitikkeit, S. 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5615</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5615"/>
		<updated>2011-05-22T17:49:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelalters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge der Handschrift O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039;bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neue Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem literarischem Œuvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das Sänger- Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des Lied- Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche kritisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das Lied- Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwischen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden, übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 429.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen in der Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; und die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese Fragen auf der Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen; zugleich  müssten sie auf der dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind (bspw. die vom lyr. Ich verlangte Dankbarkeit, die moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; oder gar Minne nicht als Minne zu akzeptieren, insofern sie schmerzt).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitikkeit, S. 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;→&#039;&#039;&#039;Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5613</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
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		<updated>2011-05-22T17:45:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelalters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge der Handschrift O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039;bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neue Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem literarischem Œuvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das Sänger- Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des Lied- Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche kritisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das Lied- Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwischen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden, übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 429.&amp;lt;/ref&amp;gt;, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen in der Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; und die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese Fragen auf der Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen; zugleich  müssten sie auf der dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;-&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind (bspw. die vom lyr. Ich verlangte Dankbarkeit, die moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; oder gar Minne nicht als Minne zu akzeptieren, insofern sie schmerzt).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitigkeit, S. 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, Gegenseitikkeit, S. 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5548</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5548"/>
		<updated>2011-05-15T17:24:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelaters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz, erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne, durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neuen Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem literarischem Œvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich, sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln, zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das lyr. Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als dass das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des lyr. Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche kritisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das lyr. Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwischen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden, übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen in der Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; und die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V, untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese Fragen auf der &#039;&#039;Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen&#039;&#039;; zugleich  müssten sie auf der &#039;&#039;dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint&#039;&#039; werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind (bspw. die vom lyr. Ich verlangte Dankbarkeit, die moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; oder gar Minne nicht als Minne zu akzeptieren, insofern sie schmerzt).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5547</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
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		<updated>2011-05-15T17:22:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelaters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz, erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne, durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neuen Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem literarischem Œvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich, sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln, zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das lyr. Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als dass das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des lyr. Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche kritisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das lyr. Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwischen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden, übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen in der Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; und die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V, untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese Fragen auf der &#039;&#039;Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen&#039;&#039;; zugleich  müssten sie auf der &#039;&#039;dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint&#039;&#039; werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind. (Bspw. die vom lyr. Ich verlangte Dankbarkeit, die moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; oder gar Minne nicht als Minne zu akzeptieren, insofern sie schmerzt)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5546</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5546"/>
		<updated>2011-05-15T15:31:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Walther von der Vogelweide&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;  &#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;-&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;  &#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne&amp;quot;&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Der Primärtext ist zitiert nach: Walther von der Vogelweide: Leich, Lieder, Sangsprüche. 14., völlig neubearb. Aufl. der Ausg. Karl Lachmanns mit Beiträgen von Thomas Bein und Horst Brunner, hg. con Christoph Cormeau, Berlin/New York 1996.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zur weiteren Vertiefung, bzw. Interpretation:&amp;lt;/small&amp;gt; [[&amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Saget mir ieman, waz ist minne?&lt;br /&gt;
:weiz ich des ein teil, sô west ich es gerne mê.&lt;br /&gt;
:der sich baz denne ich versinne,&lt;br /&gt;
:der berihte mich, durch waz sie tuot sô wê.&lt;br /&gt;
:Minne ist minne, tuot sie wol;&lt;br /&gt;
:tuot sie wê, sô heizet sie niht rehte minne.&lt;br /&gt;
:sus enweiz ich, wie sie denne heizen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ob ich rehte râten kunne, &lt;br /&gt;
:waz die minne sî, sô sprechet denne jâ.&lt;br /&gt;
:minne ist zweier herzen wunne:&lt;br /&gt;
:teilent sie gelîche, sô ist die minne dâ.&lt;br /&gt;
:Sol sie aber ungeteilet sîn, &lt;br /&gt;
:sône kan sie ein herze aleine niht enthalden.&lt;br /&gt;
:owê, woltestû mir helfen, vrouwe mîn!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vrouwe, ich trage ein teil zuo swære,&lt;br /&gt;
:wellest dû mir helfen, sô hilf an der zît.&lt;br /&gt;
:sî aber ich dir gar unmaere,&lt;br /&gt;
:daz sprich endeclîche, sô lâz ich den strît&lt;br /&gt;
:Und bin von dir ein ledic man.&lt;br /&gt;
:dû solt aber einez rehte wizzen, &amp;lt;&#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;&amp;gt;,&lt;br /&gt;
:daz dich lützel ieman baz geloben kan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich wil alsô singen immer,&lt;br /&gt;
:daz sie danne sprechen: &amp;gt;erne sanc nie baz&amp;lt;.&lt;br /&gt;
:desne gedankestû mir nimmer!&lt;br /&gt;
:daz verwîz ich dir alrêst, sô denne daz.&lt;br /&gt;
:Weistû, wie sie wünschen dir?&lt;br /&gt;
:&amp;gt;daz sie sælic sî, durch die man uns sus singet!&amp;lt;&lt;br /&gt;
:sich, vrouwe, den gemeinen wunsch hâstû ouch von mir!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kan mîn vrouwe süeze siuren?&lt;br /&gt;
:wænet sie, daz ich ir liep gebe umbe leit?&lt;br /&gt;
:solt ich sie dar umbe tiuren, &lt;br /&gt;
:daz sie sich kêre an mîn unwerdekeit?&lt;br /&gt;
:Sô kunde ich unrehte sprechen.&lt;br /&gt;
:wê, waz rede ich ôrlôser und ougen âne?&lt;br /&gt;
:swen die minne blendet, wie mac der gesehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44.&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?                              &lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Herrin, ich trage daran zu schwer,&lt;br /&gt;
:willst du mir helfen, so hilf mir bald.&lt;br /&gt;
:Bin ich dir aber völlig gleichgültig,&lt;br /&gt;
:sprich es rasch, so lasse ich ab von meinem Streben.&lt;br /&gt;
:Und bin frei von dir.&lt;br /&gt;
:Eines sollst du aber wahrhaft wissen, Herrin,&lt;br /&gt;
:Niemand kann dich jemals besser würdigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich werde ebenso immer singen, &lt;br /&gt;
:dass sie sagen werden: &amp;quot;Er sang nie besser!&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Worauf du mir niemals Dank erwidern wirst!&lt;br /&gt;
:Zurecht werfe ich dir dies vor.&lt;br /&gt;
:Weißt du, was sie dir wünschen?&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gesegnet sei jene, derentwillen man uns so vorsingt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Siehe, Herrin, den gemeinen Wunsch verdankst du mir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kann meine Herrin Süßes verbittern?&lt;br /&gt;
:Glaubt sie, dass ich ihr Freude schenke, um Leid zu empfangen?&lt;br /&gt;
:Sollte ich sie darum höher schätzen, &lt;br /&gt;
:da sie sich geringschätzig von mir abkehrt?&lt;br /&gt;
:Dann besäße ich keinen Verstand.&lt;br /&gt;
:O weh, was rede ich Tauber und Blinder?&lt;br /&gt;
:Wen auch immer die Minne blendet, wie vermag der zu sehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5545</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5545"/>
		<updated>2011-05-15T15:26:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelaters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz, erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne, durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neuen Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem lyrischem Œvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich, sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln, zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das lyr. Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als dass das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, um der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des lyr. Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche ktitisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das lyr. Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwichen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen auf die Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; bzw. die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V, untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese fragen auf der &#039;&#039;Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen&#039;&#039;; zugleich  müssten sie auf der &#039;&#039;dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint&#039;&#039; werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind. (Dankbarkeit? Moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;? Minne nicht als Minne, wenn sie schmerzt?)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die Dame zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5544</id>
		<title>&quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&quot; (nach Ralf-Henning Steinmetz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Gegenseitigkeit_als_Argument_in_Walthers_Minnesang%22_(nach_Ralf-Henning_Steinmetz)&amp;diff=5544"/>
		<updated>2011-05-15T15:10:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: Die Seite wurde neu angelegt: „Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelaters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Wa…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Trotz starker Veränderung des Bildes, welches die deutsche Philologie des Mittelaters von Walthers Neuerungen im Minnesang entwirft, ist die Vorstellung, dass Walther als erster in programmatischer Weise die Forderung nach &#039;&#039;Gegenseitigkeit in der Minne&#039;&#039; eingeführt habe, geblieben. Als zentraler Textbeleg gilt dabei das Lied &#039;&#039;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;, in welchem Walther, so bspw. Scholz, &amp;quot;[e]inen radikalen Schritt zur Umwertung des Wesens der Minne vollzieht&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Scholz [Anm.1], S.103.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird stichpunktartig jenes vermeintlich &#039;&#039;radikale&#039;&#039; Postulat der &#039;&#039;Gegenseitigkeit im Minnesang&#039;&#039; anhand des Aufsatzes &amp;quot;Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz bezieht sich dabei auf die Textausgabe &#039;&#039;Cormeaus&#039;&#039;, bzw die Strophenfolge O mit EF (I -V).&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;/ref&amp;gt; von Steinmetz, erörtert bzw. aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Lied wurde zunächst als Teil der Reinmarfehde gelesen, was das interpretatorische Ziel schon vorgab:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;traditionelles Modell der hohen Minne&#039;&#039;   vs.   &#039;&#039;emanzipierte Vorstellung der gegenseitigen Minne (Überwindung der hohen Minne, durch eine neue Vorstellung)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;bzw. Wie greift Walther das durch Reinmars Lieder repräsentierte trad. Modell der hohen Minne an? Was ist seine neuen Vortstellung der Minne?&lt;br /&gt;
* Inzwischen jedoch, so Steinmetz, haben sich drei Voraussetzungen für diese Ansicht als unhaltbar erwiesen:&lt;br /&gt;
:- Reinmar wird nicht mehr nur auf das Ertragen und Zelebrieren des Leids reduziert, sondern wird als Dichter mit weitem lyrischem Œvre akzeptiert (u.a. erotische Lyrik).&lt;br /&gt;
:- Die Lesart der Auseinandersetzung zw. Reinmar und Walther ist in der modernen Rezeption nüchterner, wobei auch die Funktion, Walthers Lyrik inhaltlich, sowie chronologisch daran zu strukturieren, verloren geht.&lt;br /&gt;
:- Die höfische Liebe gilt heute als &#039;&#039;&#039;kohärentes Konzept&#039;&#039;&#039;, von dem je nach Textgattung und Wirkungsabsicht verschiedene    Teilvorstellungen thematisiert werden können. (!)&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die verschiedenen Gattungen nehmen nur unterschiedliche Ausschnitte aus dem Verlauf der erotischen Beziehungen in den Blick&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Zitiert nach: Steinmetz, Ralf- Henning: Gegenseitigkeit als Argument in Walthers Minnesang, ZfdA 132 (2003), S 425- 442, S. 427. Im Folgenden als &#039;&#039;Steinmetz&#039;&#039; wiedergegeben.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die &#039;&#039;Werbephase&#039;&#039; folgt also die &#039;&#039;Liebeserfüllung&#039;&#039;. Beide Phasen beschreiben jedoch den Verlauf ein und derselben Liebesbeziehung aus verschiedenen Blickpunkten, weisen also keine grundsätzlich verschiedenen Auffassungen von Minne auf!&lt;br /&gt;
:Der &#039;&#039;&#039;zentrale Punkt&#039;&#039;&#039; ist dabei, das Walthers Innovation nicht das Modell der gegenseitigen Liebe, sondern das &#039;&#039;argumentative Vorgreifen&#039;&#039; in der Werbephase, auf die erstrebte Phase der erwiderten Liebe betrifft.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es wird also versucht, das Ziel jedes Werbeliedes &#039;&#039;im&#039;&#039; Werbelied zu erreichen, was eine vollkommen neue Strategie darstellt.&lt;br /&gt;
* Jene Innovation respektive spielerische Umgehung der in der Werbungsphase situationsbedingten Regeln, zeigt sich auch im auffallenden &#039;&#039;&#039;Perspektivwechsel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
:- Das lyr. Ich zeigt sich als Minnesänger, was insofern wichtig ist, als dass das argumentative Postulat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Da das Postulat &#039;&#039;argumentativ&#039;&#039; eingesetzt wird, um der erstrebten Liebeserfüllung wegen, kann es nicht als Selbstzweck, bzw. direkte Aussage Walthers verstanden werden.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; der ,Gegenseitigkeit&#039; durch &#039;&#039;ihn&#039;&#039; repräsentiert wird und nicht einer programmatischen Aussage Walthers gleichkommt. Gemeint sind dabei Strophe I+II, welche eine reflexive Annäherung des lyr. Ichs an die Minnethematik in der Rolle des &#039;&#039;Liebenden&#039;&#039; zeigen.&lt;br /&gt;
:Das Gleiche gilt für die zweite Hälfte des Liedes, welche ktitisch auf die Rolle der Frau im ,hohen Sang&#039; referiert. Das lyr. Ich  nimmt dabei die Rolle des &#039;&#039;Sängers&#039;&#039; ein, wobei auch die Strophen III-V ein Teil der Argumentation des Minnesängers sind, mit dem rollengemäßen Ziel, die &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039; zu gewinnen.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Es zeigt sich also ein offensichtlicher Bruch bzw. Perspektivwechsel zwichen den &#039;&#039;scheinbar objektiv wirkenden Spruchstrophen&#039;&#039; (I+II) und den &#039;&#039;subjektiver wirkenden übrigen Strophen&#039;&#039; (III-V).&lt;br /&gt;
* Begreift man Walthers Lied als nur in der Durchführung etwas ungewöhnliches Werbelied, so muss nicht mehr von mehreren Textebenen ausgegangen werden&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;So bspw. Wenske und Knape, die eine Variation der Bedeutung der einzelnen Strophen feststellen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern kann &#039;&#039;&#039;das Lied als Spiel der gattungsbedingten Verpflichtungen auf die Werbephase&#039;&#039;&#039; verstanden werden.&lt;br /&gt;
:Die &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; bzw. die Häufung der &#039;&#039;rhetorischen Fragen&#039;&#039; in Strophe V, untermauern dabei die These der &#039;&#039;Doppelbödigkeit&#039;&#039;. Das Spiel mit den Konventionen der Gattung wird offensichtlich, an den scheinbar eindeutigen Antworten auf jene Fragen. &amp;quot;So wären diese fragen auf der &#039;&#039;Ebene der topischen Darstellung der Werbephase selbstverständlich zu bejahen&#039;&#039;; zugleich  müssten sie auf der &#039;&#039;dargestellten Ebene aus einer moralischen Perspektive ebenso selbstverständlich verneint&#039;&#039; werden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 437.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Diese Ballung an rhet. Fragen bildet zugleich auch den Höhepunkt der Wirkungsästhetik des Liedes; der Minnesänger zieht alle Register seiner Rolle.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Darstellung des Sängers reichlich überspitzt, pointiert ist&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz nennt dies den &amp;quot;Witz&amp;quot;.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;, da im Rahmen der höfischen Werbekanzone die Argumente nicht als ernstgemeint zu begreifen sind. (Dankbarkeit? Moralische Verantwortung der &#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;? Minne nicht als Minne, wenn sie schmerzt?)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Diese Vorstellungen sind für einen Sangspruchdichter nicht revolutionär, sondern reichlich naiv&amp;lt;/small&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039; Der Widerruf bzw. oben genannte &#039;&#039;Revocatio&#039;&#039; erfolgt in letzter Minute (vgl. Str. V, Vers 6+7). &amp;quot;Die zu starken Töne entpuppen sich als das, was sie sind: ein geistreiches Spiel mit den Konventionen der Gattung, eine witzige Variation der Werbekanzone&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 434.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmetz untermauert seine These, indem er auf die Strophenfolge der verschiedenen Fassungen verweist. Die Sangspruchstrophen bzw. das Postulat der Gegenseitigkeit, stehen dabei in einem jeweils &#039;&#039;anderen&#039;&#039; argumentativen Kontext, was die Gesamtinterpretation stark variieren lässt, die Strophen also nicht isoliert betrachtet werden oder gar als unbedingte Aussage Walthers verstanden werden können.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Vielmehr sind die Liebesdefinitionen argumentativer Natur, mit dem Ziel, die Dame zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da nun keine bestimmte Strophenanordnung auf Walther zurückgeführt werden kann, lässt er sich auch keineswegs sicher als literarischer Revolutionär, hinsichtlich der Gegenseitigkeit der Liebe, bezeichnen. Seine Neuerungen gehören &amp;quot;unter eine andere Rubrik, nämlich unter die Innovationen Walthers in der argumentativen und motivischen Gestaltung der Werbekanzone&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Steinmetz, 441.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;--&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Walthers &#039;&#039;Innovation&#039;&#039; ist die &#039;&#039;Kombination&#039;&#039; zweier Momente: die lehrhafte Aussageweise der Sangspruchdichtung wird argumentativ in die Äußerungen eines Ichs eingebunden, das in der Rolle des Minnesängers um eine Frau wirbt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Oben stehende Ausführungen erheben nur bedingt Anspruch auf Vollständigkeit. Verbesserungen und inhaltliche Ergänzung, an geeigneter Stelle, sind ausdrücklich erwünscht.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5543</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5543"/>
		<updated>2011-05-12T15:57:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Walther von der Vogelweide&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;  &#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;-&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;  &#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne&amp;quot;&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Der Primärtext ist zitiert nach: Walther von der Vogelweide: Leich, Lieder, Sangsprüche. 14., völlig neubearb. Aufl. der Ausg. Karl Lachmanns mit Beiträgen von Thomas Bein und Horst Brunner, hg. con Christoph Cormeau, Berlin/New York 1996.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Saget mir ieman, waz ist minne?&lt;br /&gt;
:weiz ich des ein teil, sô west ich es gerne mê.&lt;br /&gt;
:der sich baz denne ich versinne,&lt;br /&gt;
:der berihte mich, durch waz sie tuot sô wê.&lt;br /&gt;
:Minne ist minne, tuot sie wol;&lt;br /&gt;
:tuot sie wê, sô heizet sie niht rehte minne.&lt;br /&gt;
:sus enweiz ich, wie sie denne heizen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ob ich rehte râten kunne, &lt;br /&gt;
:waz die minne sî, sô sprechet denne jâ.&lt;br /&gt;
:minne ist zweier herzen wunne:&lt;br /&gt;
:teilent sie gelîche, sô ist die minne dâ.&lt;br /&gt;
:Sol sie aber ungeteilet sîn, &lt;br /&gt;
:sône kan sie ein herze aleine niht enthalden.&lt;br /&gt;
:owê, woltestû mir helfen, vrouwe mîn!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vrouwe, ich trage ein teil zuo swære,&lt;br /&gt;
:wellest dû mir helfen, sô hilf an der zît.&lt;br /&gt;
:sî aber ich dir gar unmaere,&lt;br /&gt;
:daz sprich endeclîche, sô lâz ich den strît&lt;br /&gt;
:Und bin von dir ein ledic man.&lt;br /&gt;
:dû solt aber einez rehte wizzen, &amp;lt;&#039;&#039;vrouwe&#039;&#039;&amp;gt;,&lt;br /&gt;
:daz dich lützel ieman baz geloben kan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich wil alsô singen immer,&lt;br /&gt;
:daz sie danne sprechen: &amp;gt;erne sanc nie baz&amp;lt;.&lt;br /&gt;
:desne gedankestû mir nimmer!&lt;br /&gt;
:daz verwîz ich dir alrêst, sô denne daz.&lt;br /&gt;
:Weistû, wie sie wünschen dir?&lt;br /&gt;
:&amp;gt;daz sie sælic sî, durch die man uns sus singet!&amp;lt;&lt;br /&gt;
:sich, vrouwe, den gemeinen wunsch hâstû ouch von mir!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kan mîn vrouwe süeze siuren?&lt;br /&gt;
:wænet sie, daz ich ir liep gebe umbe leit?&lt;br /&gt;
:solt ich sie dar umbe tiuren, &lt;br /&gt;
:daz sie sich kêre an mîn unwerdekeit?&lt;br /&gt;
:Sô kunde ich unrehte sprechen.&lt;br /&gt;
:wê, waz rede ich ôrlôser und ougen âne?&lt;br /&gt;
:swen die minne blendet, wie mac der gesehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44.&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?                              &lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Herrin, ich trage daran zu schwer,&lt;br /&gt;
:willst du mir helfen, so hilf mir bald.&lt;br /&gt;
:Bin ich dir aber völlig gleichgültig,&lt;br /&gt;
:sprich es rasch, so lasse ich ab von meinem Streben.&lt;br /&gt;
:Und bin frei von dir.&lt;br /&gt;
:Eines sollst du aber wahrhaft wissen, Herrin,&lt;br /&gt;
:Niemand kann dich jemals besser würdigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich werde ebenso immer singen, &lt;br /&gt;
:dass sie sagen werden: &amp;quot;Er sang nie besser!&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Worauf du mir niemals Dank erwidern wirst!&lt;br /&gt;
:Zurecht werfe ich dir dies vor.&lt;br /&gt;
:Weißt du, was sie dir wünschen?&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gesegnet sei jene, derentwillen man uns so vorsingt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Siehe, Herrin, den gemeinen Wunsch verdankst du mir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kann meine Herrin Süßes verbittern?&lt;br /&gt;
:Glaubt sie, dass ich ihr Freude schenke, um Leid zu empfangen?&lt;br /&gt;
:Sollte ich sie darum höher schätzen, &lt;br /&gt;
:da sie sich geringschätzig von mir abkehrt?&lt;br /&gt;
:Dann besäße ich keinen Verstand.&lt;br /&gt;
:O weh, was rede ich Tauber und Blinder?&lt;br /&gt;
:Wen auch immer die Minne blendet, wie vermag der zu sehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5542</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5542"/>
		<updated>2011-05-11T20:48:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Herrin, ich trage daran zu schwer,&lt;br /&gt;
:willst du mir helfen, so hilf mir bald.&lt;br /&gt;
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:sprich es rasch, so lasse ich ab von meinem Streben.&lt;br /&gt;
:Und bin frei von dir.&lt;br /&gt;
:Eines sollst du aber wahrhaft wissen, Herrin,&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich werde ebenso immer singen, &lt;br /&gt;
:dass sie sagen werden: &amp;quot;Er sang nie besser!&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Worauf du mir niemals Dank erwidern wirst!&lt;br /&gt;
:Zurecht werfe ich dir dies vor.&lt;br /&gt;
:Weißt du, was sie dir wünschen?&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gesegnet sei jene, derentwillen man uns so vorsingt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Siehe, Herrin, den gemeinen Wunsch verdankst du mir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kann meine Herrin Süßes verbittern?&lt;br /&gt;
:Glaubt sie, dass ich ihr Freude schenke, um Leid zu empfangen?&lt;br /&gt;
:Sollte ich sie darum höher schätzen, &lt;br /&gt;
:da sie sich geringschätzig von mir abkehrt?&lt;br /&gt;
:Dann besäße ich keinen Verstand.&lt;br /&gt;
:O weh, was rede ich Tauber und Blinder?&lt;br /&gt;
:Wen auch immer die Minne blendet, wie vermag der zu sehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5541</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
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		<updated>2011-05-11T19:10:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;III&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Herrin, ich trage daran zu schwer,&lt;br /&gt;
:willst du mir helfen, so hilf mir bald.&lt;br /&gt;
:Bin ich dir aber völlig gleichgültig,&lt;br /&gt;
:sprich es rasch, so lasse ich ab von meinem Streben.&lt;br /&gt;
:Und bin frei von dir.&lt;br /&gt;
:Eines sollst du aber wahrhaft wissen, Herrin,&lt;br /&gt;
:Niemand kann dich jemals besser würdigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;IV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Ich werde ebenso immer singen, &lt;br /&gt;
:dass sie sagen werden: &amp;quot;Er sang nie besser!&amp;quot;.&lt;br /&gt;
:Worauf du mir niemals Dank erwidern wirst!&lt;br /&gt;
:Zurecht werfe ich dir dies vor.&lt;br /&gt;
:Weißt du, was sie dir wünschen?&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Gesegnet seine jene, derentwillen man uns so vorsingt!&amp;quot;&lt;br /&gt;
:Siehe, Herrin, den gemeinen Wunsch verdankst du mir auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Kann meine Herrin Süßes verbittern?&lt;br /&gt;
:Glaubt sie, dass ich ihr Freude schenke, um Leid zu empfangen?&lt;br /&gt;
:Sollte ich sie darum höher schätzen, &lt;br /&gt;
:da sie sich geringschätzig von mir abkehrt?&lt;br /&gt;
:Dann besäße ich keinen Verstand.&lt;br /&gt;
:O weh, was rede ich Tauber und Blinder?&lt;br /&gt;
:Wen auch immer die Minne blendet, wie vermag der zu sehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5540</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5540"/>
		<updated>2011-05-10T17:06:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5539</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5539"/>
		<updated>2011-05-10T17:05:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übersetzt nach &#039;&#039;Cormeau, 44&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 1. &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
 2. &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Saget_mit_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5538</id>
		<title>Saget mit ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
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		<updated>2011-05-10T17:00:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: hat „Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)“ nach „&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)“ verschoben: Flüchtigkeitsfehler im Titel&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5537"/>
		<updated>2011-05-10T17:00:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: hat „Saget mit ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)“ nach „&amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot; (Walther von der Vogelweide, 44)“ verschoben: Flüchtigkeitsfehler im Titel&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 1. &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5536</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
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		<updated>2011-05-10T16:55:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 1. &amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=%22Saget_mir_ieman,_waz_ist_minne%3F%22_(Walther_von_der_Vogelweide,_44)&amp;diff=5535</id>
		<title>&quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&quot; (Walther von der Vogelweide, 44)</title>
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		<updated>2011-05-10T16:41:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Simon: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;big&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/big&amp;gt;   &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;I&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;   :Kann mir jemand sagen, was Minne ist? :Verstehe ich auch et…“&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Ein Übersetzungsvorschlag zu Walthers &amp;quot;Saget mir ieman, waz ist minne?&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
:Kann mir jemand sagen, was Minne ist?&lt;br /&gt;
:Verstehe ich auch etwas davon, so wüsste ich gerne mehr.&lt;br /&gt;
:Wer sich besser als ich darauf versteht,&lt;br /&gt;
:der möge mich belehren, weswegen sie so schmerzt.&lt;br /&gt;
:Minne ist Minne, wenn sie gut tut;&lt;br /&gt;
:tut sie weh, so heißt sie zu unrecht Minne.&lt;br /&gt;
:So aber weiß ich nicht, wie sie daher heißen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;II&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Wenn ich es vermag, richtig zu raten,&lt;br /&gt;
:was die Liebe sei, stimmt mir sodann zu. (ruft sodann &amp;quot;Jâ&amp;quot;) ²&lt;br /&gt;
:Minne ist zweier Herzen Wonne:&lt;br /&gt;
:teilt man sie gleichermaßen, so ist die Minne da.&lt;br /&gt;
:Sollte sie aber ungeteilt sein,&lt;br /&gt;
:so kann sie ein Herz alleine nicht erhalten.&lt;br /&gt;
:Weh mir! Meine Herrin, würdest du mir doch helfen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
² &amp;lt;small&amp;gt;Die mittelalterliche Aufführungspraxis der Performanz, bzw. der oftmals interaktiven Einbeziehung der Rezipienten, lässt eine     textnahe     Übersetzung an dieser Stelle plausibel erscheinen.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Simon</name></author>
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