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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zinsstreit_mit_Gurmun_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2351</id>
		<title>Zinsstreit mit Gurmun (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2011-01-11T12:12:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Rechtliche Auslegung des Zweikampfes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt den Zinsstreit zwischen [[Gurmun]], dem König von Irland und [[Marke]], in dessen Zuge Tristan [[Morold]] im [[Kampf]] tötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zinsstreit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurmun, Herrscher von Irland und Vater von Isolde befindet sich zu Beginn der Erzählung in einem Streit mit Marke. Gurmun bekam von den Römern die Zusicherung, dass alles, was er gewaltsam unterwerfen könnte, ihm gehöre, solange er den Römern gewisse Abgaben und Vorrechte leistete:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und nam von den maeren,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den gewaltegen Rômaeren&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;urloup unde botschaft,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;swaz er betwünge mit craft,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz er daz z&#039;eigen haete&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch in dâ von taete&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eteslîch reht und êre.&#039;&#039; (5905 - 5911)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und  2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt er mit seinem Heer auch nach Cornwall und England, Marke ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch ein Kind und somit wehrlos. Marke wird unterworfen und ist Gurmun gegenüber Zinspflichtig:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was aber Marke ein kint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als kint ze wer unveste sint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und kam alsô von sîner craft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wart Gurmûne zinshaft.&#039;&#039; (5927 - 5930)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zinsforderung besteht im ersten Jahr in dreihundert Mark in Messing (5947), im zweiten Jahr Silber, im dritten Gold (5949). Ab dem vierten Jahr fordert Gurmun dreisig Kinder (5958 - 5965). Gurmun schickt seinen Schwager Morold, um die Zinsfoderung durchzusetzen, die einzige Befreiung von dem Joch wäre durch einen Zweikampf mit dem übermächtigen Morold oder durch Krieg:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ensolte dirre schande&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nieman anders widerstân,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;es enmüese mit einwîge ergân&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder aber mit lantvehte.&#039;&#039;(5966-5969)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tristan und Morold==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt tritt Tristan in Erscheinung, der das Unrecht gegenüber Marke erkennt und einschreiten möchte. Tristans Argumentation in der Erzählung beruft sich hauptsächlich auf Gott. Er beschuldigt die Adligen in Markes Reich, gottlos zu handeln, wenn sie ihre Kinder ohne Gegenwehr als Tribut an Morold abgeben, um selbst in Freiheit leben zu können:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;jâ suln vetre vür ir kint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wan sî mit in ein leben sint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir leben geben: deist mit gote.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ez ist gâr wider gotes gebote,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sîner kinde vrîheit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der eigenschefte vür leit,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz er sî ze schalken gebe&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er mit vrîheite lebe.&#039;&#039; (6103 - 6110)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan ist davon überzeugt, Gott auf seiner Seite zu haben. Wenn er den Kampf gegen Morold gewinnen kann, so ist das seiner Meinung nach der Wille Gottes. Er lässt sich auch durch Markes versuchte Intervention nicht davon abhalten, in den Kampf zu ziehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sît daz ez danne an dise vrist&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und her ze mir behalten ist,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wil&#039;s danne got geruochen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô wil ich versuochen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob iu got habe ûf geleit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an mir dekeine saelekeit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ob ich selbe iht saelden habe.&amp;quot;&#039;&#039; (6235 - 6241)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin zieht Tristan tatsächlich in den Kampf gegen Morold. Im Zweikampf wird Tristan durch die vergiftete Lanze seines Widersachers verwundet, er sieht seine Niederlage allerdings nicht ein und schafft es letztendlich Morold zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliche Auslegung des Zweikampfes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst steht die Frage im Raum, warum Tristan einen solchen Einsatz zeigt, Markes Reich von der Zinslast zu befreien. Rosemary Norah Combridge zufolge liegt die Begründung darin, &amp;quot;Tristans Anspruch auf das Königtum dichterisch ins Bewußtsein des Lesers einzuprägen&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Combridge, Rosemary N.: Das Recht im &amp;quot;Tristan&amp;quot; Gottfrieds von   Straßburg, 2 Aufl., Münster 1959 (Philologische Studien und Quellen) S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Szene zeigt ein &amp;quot;Zusammentreffen von Recht und Macht:&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wan Môrolt lac billîche tôt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der was niwan an sîner craft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und niht an gote gemuothaft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und vuorte z&#039;allen zîten&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ze allen sînen strîten&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gewalt unde hôhvart,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den er ouch gevellet wart.&#039;&#039; (7224 - 7230)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der breiten Ausmalung der Morold Szene lässt sich die starke moralische Beteiligung Gottfrieds an der Situation erkennen. Tristans ständiger Bezug auf Gott ist kein Zufall: Der Konflikt zwischen Marke und Gurmun ist kein Konflikt auf nationaler Ebene. Eine Schlichtung vor einem Gericht an Markes oder Gurmuns Hof hätte also rechtlich keinen Bestand. Das Einschreiten Tristans als übernationaler Akteur kommt also einem Urteil von außen gleich. Tristan ist lediglich ein Instrument, das eigentliche Urteil wird Tristans eigener Aussage zufolge von Gott gesprochen. Ein Vergleich hierzu wäre Isoldes [[Gottesurteil]] am Ende der Erzählung. Im Unterschied zur Gottesurteilsszene mit Isolde spielt hier allerdings der internationale Konflikt die entscheidende Rolle: &amp;quot;Man könnte also dahin definieren, der Zweikampf sei nicht nur ein Gottesurteil, sondern er finde im eigentlichsten Sinn vor einem Gottesgericht statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Combridge, Rosemary N.: Das Recht im &amp;quot;Tristan&amp;quot; Gottfrieds von    Straßburg, 2 Aufl., Münster 1959 (Philologische Studien und Quellen) S.  52&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zinsstreit_mit_Gurmun_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2350</id>
		<title>Zinsstreit mit Gurmun (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2011-01-11T12:09:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt den Zinsstreit zwischen [[Gurmun]], dem König von Irland und [[Marke]], in dessen Zuge Tristan [[Morold]] im [[Kampf]] tötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zinsstreit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurmun, Herrscher von Irland und Vater von Isolde befindet sich zu Beginn der Erzählung in einem Streit mit Marke. Gurmun bekam von den Römern die Zusicherung, dass alles, was er gewaltsam unterwerfen könnte, ihm gehöre, solange er den Römern gewisse Abgaben und Vorrechte leistete:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und nam von den maeren,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den gewaltegen Rômaeren&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;urloup unde botschaft,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;swaz er betwünge mit craft,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz er daz z&#039;eigen haete&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch in dâ von taete&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eteslîch reht und êre.&#039;&#039; (5905 - 5911)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und  2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt er mit seinem Heer auch nach Cornwall und England, Marke ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch ein Kind und somit wehrlos. Marke wird unterworfen und ist Gurmun gegenüber Zinspflichtig:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was aber Marke ein kint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als kint ze wer unveste sint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und kam alsô von sîner craft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wart Gurmûne zinshaft.&#039;&#039; (5927 - 5930)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zinsforderung besteht im ersten Jahr in dreihundert Mark in Messing (5947), im zweiten Jahr Silber, im dritten Gold (5949). Ab dem vierten Jahr fordert Gurmun dreisig Kinder (5958 - 5965). Gurmun schickt seinen Schwager Morold, um die Zinsfoderung durchzusetzen, die einzige Befreiung von dem Joch wäre durch einen Zweikampf mit dem übermächtigen Morold oder durch Krieg:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ensolte dirre schande&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nieman anders widerstân,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;es enmüese mit einwîge ergân&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder aber mit lantvehte.&#039;&#039;(5966-5969)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tristan und Morold==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt tritt Tristan in Erscheinung, der das Unrecht gegenüber Marke erkennt und einschreiten möchte. Tristans Argumentation in der Erzählung beruft sich hauptsächlich auf Gott. Er beschuldigt die Adligen in Markes Reich, gottlos zu handeln, wenn sie ihre Kinder ohne Gegenwehr als Tribut an Morold abgeben, um selbst in Freiheit leben zu können:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;jâ suln vetre vür ir kint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wan sî mit in ein leben sint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir leben geben: deist mit gote.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ez ist gâr wider gotes gebote,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sîner kinde vrîheit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der eigenschefte vür leit,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz er sî ze schalken gebe&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er mit vrîheite lebe.&#039;&#039; (6103 - 6110)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan ist davon überzeugt, Gott auf seiner Seite zu haben. Wenn er den Kampf gegen Morold gewinnen kann, so ist das seiner Meinung nach der Wille Gottes. Er lässt sich auch durch Markes versuchte Intervention nicht davon abhalten, in den Kampf zu ziehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sît daz ez danne an dise vrist&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und her ze mir behalten ist,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wil&#039;s danne got geruochen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô wil ich versuochen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob iu got habe ûf geleit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an mir dekeine saelekeit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ob ich selbe iht saelden habe.&amp;quot;&#039;&#039; (6235 - 6241)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin zieht Tristan tatsächlich in den Kampf gegen Morold. Im Zweikampf wird Tristan durch die vergiftete Lanze seines Widersachers verwundet, er sieht seine Niederlage allerdings nicht ein und schafft es letztendlich Morold zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliche Auslegung des Zweikampfes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst steht die Frage im Raum, warum Tristan einen solchen Einsatz zeigt, Markes Reich von der Zinslast zu befreien. Rosemary Norah Combridge zufolge liegt die Begründung darin, &amp;quot;Tristans Anspruch auf das Königtum dichterisch ins Bewußtsein des Lesers einzuprägen&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Combridge, Rosemary N.: Das Recht im &amp;quot;Tristan&amp;quot; Gottfrieds von   Straßburg, 2 Aufl., Münster 1959 (Philologische Studien und Quellen) S. 48&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Szene zeigt ein &amp;quot;Zusammentreffen von Recht und Macht:&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;ebd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wan Môrolt lac billîche tôt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der was niwan an sîner craft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und niht an gote gemuothaft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und vuorte z&#039;allen zîten&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ze allen sînen strîten&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gewalt unde hôhvart,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in den er ouch gevellet wart.&#039;&#039; (7224 - 7230)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der breiten Ausmalung der Morold Szene lässt sich die Starke moralische Beteiligung Gottfrieds an der Situation erkennen. Tristans ständiger Bezug auf Gott ist kein Zufall: Der Konflikt zwischen Marke und Gurmun ist kein Konflikt auf nationaler Ebene. Eine Schlichtung vor einem Gericht an Markes oder Gurmuns Hof hätte also rechtlich keinen Bestand. Das Einschreiten Tristans als internationaler Akteur kommt also einem Urteil von außen gleich. Tristan ist lediglich ein Instrument, das eigentliche Urteil wird Tristans eigener Aussage zufolge von Gott gesprochen. Ein Vergleich hierzu wäre Isoldes [[Gottesurteil]] am Ende der Erzählung. Im Unterschied zur Gottesurteilsszene mit Isolde spielt hier allerdings der internationale Konflikt die entscheidende Rolle: &amp;quot;Man könnte also dahin definieren, der Zweikampf sei nicht nur ein Gottesurteil, sondern er finde im eigentlichsten Sinn vor einem Gottesgericht statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Combridge, Rosemary N.: Das Recht im &amp;quot;Tristan&amp;quot; Gottfrieds von    Straßburg, 2 Aufl., Münster 1959 (Philologische Studien und Quellen) S.  52&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2348</id>
		<title>Rache (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2011-01-11T11:45:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt das Rachemotiv in Gottfrieds Tristan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesellschaftliche Stellung der Frau im Bezug auf Rache==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach mittelalterlichem Recht waren Frauen nicht zur Rache berechtigt. Sie besaßen weder Waffen- noch Fehderecht.&amp;lt;ref&amp;gt;Holzhauer, Antje; Rache und Fehde in der mittelhochdeutschen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts; Göppingen; 1997 S. 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Würde eine Frau trotzdem zu einer Waffe greifen und sich Rächen, so verstieße sie gleich gegen zwei höfische Sitten, das führen einer Waffe an sich und die Ausübung der Rachetat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Isoldes Rachepläne gegen Tristan==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kampf gegen Morolt, den Bruder Isoldes, der Königin von Irland, wird Tristan von dessen vergiftetem Schwert verwundet. Nur Isolde kann die Vergiftung heilen. Tristan macht sich als Spielmann verkleidet unter dem falschen Namen Tantris auf den Weg nach Irland. Nachdem er von dem Gift geheilt wurde, beobachtet ihn die jüngere Isolde von Irland beim Baden und entdeckt sein Schwert. Tristans Schwert wurde beim Kampf gegen Morolt beschädigt, ein Splitter davon blieb im Kopf seines Widersachers stecken. Isolde erkennt das Schwert und entlarvt den verkleideten Tristan als Mörder ihres Onkels:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;â&amp;quot; sprach si &amp;quot;saeldelôse Îsôt,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ôwe mir unde wâfen!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer hât diz veige wâfen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von Curnewâle her getragen?&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie wart mîn oeheim mite erslagen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und der in sluoc hiez Tristan.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer gab ez disem spilman?&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der ist doch Tantris genant.&amp;quot;&#039;&#039; (10092 - 10099)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und  2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erkennt Tristans List und findet durch Umstellen der Silben heraus, dass Tantris in Wahrheit Tristan ist. Isolde gerät in Rage und will sich auf der Stelle rächen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;diz swert daz muoz sîn ende wesen!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nu île, rich dîn leit, Îsôt!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gelît er von dem swerte tôt,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ mite er dînen oeheim sluoc,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô ist der râche genuoc!&#039;&#039;(10138 - 10142)&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan versucht sie davon abzuhalten, ihn zu erschlagen. Er spricht auf ihre gesellschaftliche Stellung als Frau an:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;nein süeziu juncfrouwe, nein!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch gotes willen, waz tuot ir&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gedenket iuwers namen an mir.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir sît ein vrouwe unde ein maget.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;swâ man den mort von iu gesaget,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ ist die wunneclîche Îsôt&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;iemer an den êren tôt&amp;quot;&#039;&#039;(10154 - 10160)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan geht darauf ein, dass sie durch diese Tat auf immer ihre Ehre verlöre. Als nächstes Betritt Isoldes Mutter die Szene und versucht ihre Tochter umzustimmen. Auch sie appelliert zunächst an Isoldes Benehmen, das einer Dame nicht geziemt (&#039;&#039;&amp;quot;sint diz schoene vrouwen site?&amp;quot;&#039;&#039; (10170)). Es entwickelt sich ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter. Isolde ist weiterhin der Überzeugung, dass Tristan für den Mord an Morolt bezahlen muss. Die Mutter bedauert zwar, dass sie Tristan nicht früher erkannt hat, weist aber darauf hin, dass eine Rache unmöglich ist, da sie Tristan ihr Wort gegeben hat, ihn unter ihren Schutz zu Stellen. Eine Durchführung der Rache käme einem Doppelten Ehrverlust gleich: Zum einen durch das unsittliche Verhalten Isoldes als Frau, zum Anderen durch die Verletzung des Gastrechtes.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Nein tohter&amp;quot; sprach diu muoter dô&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ez enstât nû leider niht alsô,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz wir uns mügen gerechen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wir enwellen danne brechen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;unser triuwe und unser êre.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;engâhe niht ze sêre.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er ist in mîner huote&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit lîbe und mit guote&#039;&#039; (10207 - 10214)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst lässt sich Isolde auch nicht von der Verpflichtung durch die &#039;&#039;huote&#039;&#039; abschrecken und will weiterhin ihren Plan verfolgen und Tristan mit der Waffe erschlagen, mit der ihr Onkel getötet wurde. Gottfried schildert Isoldes inneren Konflikt zwischen Rachegedanken und ihrer Weiblichkeit. Letztendlich siegt Isoldes Weiblichkeit und sie ist nicht fähig den Mord zu begehen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die schoene warf daz swert dernider&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und nam ez aber iesâ wider.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sine wiste in ir muote&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;unter übel un under guote,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ze wederem si solte:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;si wolte und enwolte;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;si wolte tuon unde lân.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sus lie der zwîvel umbe gân,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;biz doch diu süeze wîpheit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an dem zorne sige gestreit,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô daz der tôtvînt genas&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und Môrolt ungerochen was.&#039;&#039; (10269 - 10280)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tristans Rache an Morgan==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2347</id>
		<title>Rache (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2347"/>
		<updated>2011-01-11T11:44:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt das Rachemotiv in Gottfrieds Tristan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesellschaftliche Stellung der Frau im Bezug auf Rache==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach mittelalterlichem Recht waren Frauen nicht zur Rache berechtigt. Sie besaßen weder Waffen- noch Fehderecht.&amp;lt;ref&amp;gt;Holzhauer, Antje; Rache und Fehde in der mittelhochdeutschen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts; Göppingen; 1997 S. 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Würde eine Frau trotzdem zu einer Waffe greifen und sich Rächen, so verstieße sie gleich gegen zwei höfische Sitten, das führen einer Waffe an sich und die Ausübung der Rachetat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Isoldes Rachepläne gegen Tristan==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kampf gegen Morolt, den Bruder Isoldes, der Königin von Irland, wird Tristan von dessen vergiftetem Schwert verwundet. Nur Isolde kann die Vergiftung heilen. Tristan macht sich als Spielmann verkleidet unter dem falschen Namen Tantris auf den Weg nach Irland. Nachdem er von dem Gift geheilt wurde, beobachtet ihn die jüngere Isolde von Irland beim Baden und entdeckt sein Schwert. Tristans Schwert wurde beim Kampf gegen Morolt beschädigt, ein Splitter davon blieb im Kopf seines Widersachers stecken. Isolde erkennt das Schwert und entlarvt den verkleideten Tristan als Mörder ihres Onkels:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;â&amp;quot; sprach si &amp;quot;saeldelôse Îsôt,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ôwe mir unde wâfen!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer hât diz veige wâfen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von Curnewâle her getragen?&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie wart mîn oeheim mite erslagen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und der in sluoc hiez Tristan.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer gab ez disem spilman?&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der ist doch Tantris genant.&amp;quot;&#039;&#039; (10092 - 10099)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erkennt Tristans List und findet durch Umstellen der Silben heraus, dass Tantris in Wahrheit Tristan ist. Isolde gerät in Rage und will sich auf der Stelle rächen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;diz swert daz muoz sîn ende wesen!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nu île, rich dîn leit, Îsôt!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gelît er von dem swerte tôt,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ mite er dînen oeheim sluoc,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô ist der râche genuoc!&#039;&#039;(10138 - 10142)&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan versucht sie davon abzuhalten, ihn zu erschlagen. Er spricht auf ihre gesellschaftliche Stellung als Frau an:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;nein süeziu juncfrouwe, nein!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch gotes willen, waz tuot ir&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gedenket iuwers namen an mir.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;ir sît ein vrouwe unde ein maget.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;swâ man den mort von iu gesaget,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ ist die wunneclîche Îsôt&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;iemer an den êren tôt&amp;quot;&#039;&#039;(10154 - 10160)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan geht darauf ein, dass sie durch diese Tat auf immer ihre Ehre verlöre. Als nächstes Betritt Isoldes Mutter die Szene und versucht ihre Tochter umzustimmen. Auch sie appelliert zunächst an Isoldes Benehmen, das einer Dame nicht geziemt (&#039;&#039;&amp;quot;sint diz schoene vrouwen site?&amp;quot;&#039;&#039; (10170)). Es entwickelt sich ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter. Isolde ist weiterhin der Überzeugung, dass Tristan für den Mord an Morolt bezahlen muss. Die Mutter bedauert zwar, dass sie Tristan nicht früher erkannt hat, weist aber darauf hin, dass eine Rache unmöglich ist, da sie Tristan ihr Wort gegeben hat, ihn unter ihren Schutz zu Stellen. Eine Durchführung der Rache käme einem Doppelten Ehrverlust gleich: Zum einen durch das unsittliche Verhalten Isoldes als Frau, zum Anderen durch die Verletzung des Gastrechtes.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Nein tohter&amp;quot; sprach diu muoter dô&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ez enstât nû leider niht alsô,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz wir uns mügen gerechen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;wir enwellen danne brechen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;unser triuwe und unser êre.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;engâhe niht ze sêre.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er ist in mîner huote&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit lîbe und mit guote&#039;&#039; (10207 - 10214)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst lässt sich Isolde auch nicht von der Verpflichtung durch die &#039;&#039;huote&#039;&#039; abschrecken und will weiterhin ihren Plan verfolgen und Tristan mit der Waffe erschlagen, mit der ihr Onkel getötet wurde. Gottfried schildert Isoldes inneren Konflikt zwischen Rachegedanken und ihrer Weiblichkeit. Letztendlich siegt Isoldes Weiblichkeit und sie ist nicht fähig den Mord zu begehen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die schoene warf daz swert dernider&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und nam ez aber iesâ wider.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sine wiste in ir muote&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;unter übel un under guote,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ze wederem si solte:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;si wolte und enwolte;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;si wolte tuon unde lân.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sus lie der zwîvel umbe gân,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;biz doch diu süeze wîpheit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an dem zorne sige gestreit,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô daz der tôtvînt genas&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und Môrolt ungerochen was.&#039;&#039; (10269 - 10280)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tristans Rache an Morgan==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und  2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zinsstreit_mit_Gurmun_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2346</id>
		<title>Zinsstreit mit Gurmun (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zinsstreit_mit_Gurmun_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2346"/>
		<updated>2011-01-11T11:37:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt den Zinsstreit zwischen [[Gurmun]], dem König von Irland und [[Marke]], in dessen Zuge Tristan [[Morold]] im [[Kampf]] tötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zinsstreit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurmun, Herrscher von Irland und Vater von Isolde befindet sich zu Beginn der Erzählung in einem Streit mit Marke. Gurmun bekam von den Römern die Zusicherung, dass alles, was er gewaltsam unterwerfen könnte, ihm gehöre, solange er den Römern gewisse Abgaben und Vorrechte leistete:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und nam von den maeren,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den gewaltegen Rômaeren&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;urloup unde botschaft,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;swaz er betwünge mit craft,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz er daz z&#039;eigen haete&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ouch in dâ von taete&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;eteslîch reht und êre.&#039;&#039; (5905 - 5911)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt er mit seinem Heer auch nach Cornwall und England, Marke ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch ein Kind und somit wehrlos. Marke wird unterworfen und ist Gurmun gegenüber Zinspflichtig:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was aber Marke ein kint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als kint ze wer unveste sint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und kam alsô von sîner craft&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wart Gurmûne zinshaft.&#039;&#039; (5927 - 5930)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zinsforderung besteht im ersten Jahr in dreihundert Mark in Messing (5947), im zweiten Jahr Silber, im dritten Gold (5949). Ab dem vierten Jahr fordert Gurmun dreisig Kinder (5958 - 5965). Gurmun schickt seinen Schwager Morold, um die Zinsfoderung durchzusetzen, die einzige Befreiung von dem Joch wäre durch einen Zweikampf mit dem übermächtigen Morold oder durch Krieg:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ensolte dirre schande&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nieman anders widerstân,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;es enmüese mit einwîge ergân&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder aber mit lantvehte.&#039;&#039;(5966-5969)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tristan und Morold==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt tritt Tristan in Erscheinung, der das Unrecht gegenüber Marke erkennt und einschreiten möchte. Tristans Argumentation in der Erzählung beruft sich hauptsächlich auf Gott. Er beschuldigt die Adligen in Markes Reich, gottlos zu handeln, wenn sie ihre Kinder ohne Gegenwehr als Tribut an Morold abgeben, um selbst in Freiheit leben zu können:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;jâ suln vetre vür ir kint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wan sî mit in ein leben sint,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir leben geben: deist mit gote.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ez ist gâr wider gotes gebote,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der sîner kinde vrîheit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der eigenschefte vür leit,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz er sî ze schalken gebe&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er mit vrîheite lebe.&#039;&#039; (6103 - 6110)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan ist davon überzeugt, Gott auf seiner Seite zu haben. Wenn er den Kampf gegen Morold gewinnen kann, so ist das seiner Meinung nach der Wille Gottes. Er lässt sich auch durch Markes versuchte Intervention nicht davon abhalten, in den Kampf zu ziehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;sît daz ez danne an dise vrist&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und her ze mir behalten ist,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wil&#039;s danne got geruochen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô wil ich versuochen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob iu got habe ûf geleit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an mir dekeine saelekeit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und ob ich selbe iht saelden habe.&amp;quot;&#039;&#039; (6235 - 6241)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin zieht Tristan tatsächlich in den Kampf gegen Morold. Im Zweikampf wird Tristan durch die vergiftete Lanze seines Widersachers verwundet, er sieht seine Niederlage allerdings nicht ein und schafft es letztendlich Morold zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliche Auslegung des Zweikampfes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zinsstreit_mit_Gurmun_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2336</id>
		<title>Zinsstreit mit Gurmun (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Zinsstreit_mit_Gurmun_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2336"/>
		<updated>2011-01-11T10:05:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: Die Seite wurde neu angelegt: „Dieser Artikel behandelt den Zinsstreit zwischen Gurmun, dem König von Irland und Marke, in dessen Zuge Tristan Morold im Kampf tötet.  ==Der Zinsstreit==  …“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt den Zinsstreit zwischen Gurmun, dem König von Irland und Marke, in dessen Zuge Tristan [[Morold]] im Kampf tötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zinsstreit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tristan und Morold==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliche Grundlagen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangabend==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2170</id>
		<title>Rache (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=2170"/>
		<updated>2011-01-10T14:31:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt das Rachemotiv in Gottfrieds Tristan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesellschaftliche Stellung der Frau im Bezug auf Rache==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach mittelalterlichem Recht waren Frauen nicht zur Rache berechtigt. Sie besaßen weder Waffen- noch Fehderecht.(26)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Würde eine Frau trotzdem zu einer Waffe greifen und sich Rächen, so verstieße sie gleich gegen zwei höfische Sitten, das führen einer Waffe an sich und die Ausübung der Rachetat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Isoldes Rachepläne gegen Tristan==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kampf gegen Morolt, den Bruder Isoldes, der Königin von Irland, wird Tristan von dessen vergiftetem Schwert verwundet. Nur Isolde kann die Vergiftung heilen. Tristan macht sich als Spielmann verkleidet unter dem falschen Namen Tantris auf den Weg nach Irland. Nachdem er von dem Gift geheilt wurde, beobachtet ihn die jüngere Isolde von Irland beim Baden und entdeckt sein Schwert. Tristans Schwert wurde beim Kampf gegen Morolt beschädigt, ein Splitter davon blieb im Kopf seines Widersachers stecken. Isolde erkennt das Schwert und entlarvt den verkleideten Tristan als Mörder ihres Onkels:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;â&amp;quot; sprach si &amp;quot;saeldelôse Îsôt,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ôwe mir unde wâfen!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer hât diz veige wâfen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von Curnewâle her getragen?&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie wart mîn oeheim mite erslagen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und der in sluoc hiez Tristan.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wer gab ez disem spilman?&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der ist doch Tantris genant.&amp;quot;&#039;&#039; (10092 - 10099)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erkennt Tristans List und findet durch Umstellen der Silben heraus, dass Tantris in Wahrheit Tristan ist. Isolde gerät in Rage und will sich auf der Stelle rächen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;diz swert daz muoz sîn ende wesen!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nu île, rich dîn leit, Îsôt!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gelît er von dem swerte tôt,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ mite er dînen oeheim sluoc,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô ist der râche genuoc!&#039;&#039;(10138 - 10142)&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan versucht sie davon abzuhalten, ihn zu erschlagen. Er spricht auf ihre gesellschaftliche Stellung als Frau an:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;nein süeziu juncfrouwe, nein!&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch gotes willen, waz tuot ir&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gedenket iuwers namen an mir.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir sît ein vrouwe unde ein maget.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;swâ man den mort von iu gesaget,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ ist die wunneclîche Îsôt&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;iemer an den êren tôt&amp;quot;&#039;&#039;(10154 - 10160)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan geht darauf ein, dass sie durch diese Tat auf immer ihre Ehre verlöre. Als nächstes Betritt Isoldes Mutter die Szene und versucht ihre Tochter umzustimmen. Auch sie appelliert zunächst an Isoldes Benehmen, das einer Dame nicht geziemt (&#039;&#039;&amp;quot;sint diz schoene vrouwen site?&amp;quot;&#039;&#039; (10170)). Es entwickelt sich ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter. Isolde ist weiterhin der Überzeugung, dass Tristan für den Mord an Morolt bezahlen muss. Die Mutter bedauert zwar, dass sie Tristan nicht früher erkannt hat, weist aber darauf hin, dass eine Rache unmöglich ist, da sie Tristan ihr Wort gegeben hat, ihn unter ihren Schutz zu Stellen. Eine Durchführung der Rache käme einem Doppelten Ehrverlust gleich: Zum einen durch das unsittliche Verhalten Isoldes als Frau, zum Anderen durch die Verletzung des Gastrechtes.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Nein tohter&amp;quot; sprach diu muoter dô&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ez enstât nû leider niht alsô,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz wir uns mügen gerechen,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wir enwellen danne brechen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;unser triuwe und unser êre.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;engâhe niht ze sêre.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er ist in mîner huote&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit lîbe und mit guote&#039;&#039; (10207 - 10214)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zunächst lässt sich Isolde auch nicht von der Verpflichtung durch die &#039;&#039;huote&#039;&#039; abschrecken und will weiterhin ihren Plan verfolgen und Tristan mit der Waffe erschlagen, mit der ihr Onkel getötet wurde. Gottfried schildert Isoldes inneren Konflikt zwischen Rachegedanken und ihrer Weiblichkeit. Letztendlich siegt Isoldes Weiblichkeit und sie ist nicht fähig den Mord zu begehen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die schoene warf daz swert dernider&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und nam ez aber iesâ wider.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sine wiste in ir muote&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;unter übel un under guote,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ze wederem si solte:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;si wolte und enwolte;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;si wolte tuon unde lân.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sus lie der zwîvel umbe gân,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;biz doch diu süeze wîpheit&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;an dem zorne sige gestreit,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sô daz der tôtvînt genas&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und Môrolt ungerochen was.&#039;&#039; (10269 - 10280)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturangaben==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und  2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Holzhauer, Antje; Rache und Fehde in der mittelhochdeutschen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts; Göppingen; 1997&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1304</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1304"/>
		<updated>2010-11-30T10:17:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Metaphorik der Jagd im Tristan */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfrieds von Straßburg Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale.&amp;lt;ref&amp;gt;Jagd und Höfische Kultur im Mittelalter; Werner Rösener (Hrsg.); Göttingen; 1997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhardt Krause; Die Jagd als Lebensform und höfisches &#039;spil&#039;; Stuttgart; 1996&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird. Tristan zeigt seine Jagdkunst und gewinnt die Sympathie des Hofes und die Zuneigung des Königs: &#039;&#039;als was der guote Tristan sider/ ein lieber hoveman under in./ künec unde gesinde haeten in/ in guoter gesellschaft&#039;&#039; (V.3486-3489).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend, als sich Tristan heimlich wegschleicht, um Isolde zu Treffen wird der Traum des Truchsessen [[Marjodo]] beschrieben. Darin sieht er einen Eber, der aus dem Wald an den Hof kommt und in das königliche Schloss stürmt. Er rennt zu Markes Gemächern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz sîn bette solte sîn,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz tewarf er hin unde her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;mit sînem schûme solget er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz bette und al die bettewât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;diu küneges bette bestât.&#039;&#039; (T 13529 - 13534)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Jagdbeute Eber ist hier eindeutig sexuell konnotiert und sowohl dem Leser, als auch Marjodo wird schnell klar, dass es sich dabei wohl um Tristan selbst handelt. Der Truchsess macht folgt Tristans Spuren im Schnee und beobachtet die Liebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause; 1996; zitiert Karl Meuli; Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1303</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1303"/>
		<updated>2010-11-30T10:17:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Metaphorik der Jagd im Tristan */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfrieds von Straßburg Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale.&amp;lt;ref&amp;gt;Jagd und Höfische Kultur im Mittelalter; Werner Rösener (Hrsg.); Göttingen; 1997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhardt Krause; Die Jagd als Lebensform und höfisches &#039;spil&#039;; Stuttgart; 1996&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird. Tristan zeigt seine Jagdkunst und gewinnt die Sympathie des Hofes und die Zuneigung des Königs: &#039;&#039;als was der guote Tristan sider/ ein lieber hoveman under in./ künec unde gesinde haeten in/ in guoter gesellschaft&#039;&#039; (V.3486-3489).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend, als sich Tristan heimlich wegschleicht, um Isolde zu Treffen wird der Traum des Truchsessen [[Marjodo]] beschrieben. Darin sieht er einen Eber, der aus dem Wald an den Hof kommt und in das königliche Schloss stürmt. Er rennt zu Markes Gemächern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz sîn bette solte sîn,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz tewarf er hin unde her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;mit sînem schûme solget er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz bette und al die bettewât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;diu küneges bette bestât.&#039;&#039; (T 13529 - 13534)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Jagdbeute Eber ist hier eindeutig sexuell konnotiert und sowohl dem Leser, als auch Marjodo wird schnell klar, dass es sich dabei wohl um Tristan selbst handelt. Der Truchsess macht folgt Tristans Spuren im Schnee und beobachtet die Liebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause; 1996; zitiert Karl Meuli; Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1302</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-30T10:14:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfrieds von Straßburg Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale.&amp;lt;ref&amp;gt;Jagd und Höfische Kultur im Mittelalter; Werner Rösener (Hrsg.); Göttingen; 1997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhardt Krause; Die Jagd als Lebensform und höfisches &#039;spil&#039;; Stuttgart; 1996&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird. Tristan zeigt seine Jagdkunst und gewinnt die Sympathie des Hofes und die Zuneigung des Königs: &#039;&#039;als was der guote Tristan sider/ ein lieber hoveman under in./ künec unde gesinde haeten in/ in guoter gesellschaft&#039;&#039; (V.3486-3489).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend, als sich Tristan heimlich wegschleicht, um Isolde zu Treffen wird der Traum des Truchsessen [[Marjodo]] beschrieben. Darin sieht er einen Eber, der aus dem Wald an den Hof kommt und in das königliche Schloss stürmt. Er rennt zu Markes Gemächern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz sîn bette solte sîn,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz tewarf er hin unde her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;mit sînem schûme solget er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz bette und al die bettewât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;diu küneges bette bestât.&#039;&#039; (T 13529 - 13534)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Jagdbeute Eber ist hier eindeutig sexuell konnotiert und sowohl dem Leser, als auch Marjodo wird schnell klar, dass es sich dabei wohl um Tristan selbst handelt. Der Truchsess macht folgt Tristans Spuren im Schnee und beobachtet die Liebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause; 1996; zitiert Karl Meuli; Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Minnegrotte_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1244</id>
		<title>Minnegrotte (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Minnegrotte_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1244"/>
		<updated>2010-11-29T23:02:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Wie leben Tristan und Isolde in der Minnegrotte? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;  &lt;br /&gt;
==Was ist die Minnegrotte?==&lt;br /&gt;
Es handelt sich bei der Minnegrotte um eine Höhle in einem Berg, die der Liebe geweiht wurde. (&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol&#039;&#039; (S. 408)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minnegrotte wird mit folgenden Begriffen benannt: &#039;&#039;ein hol&#039;&#039; (S. 408); eine Höhle, &#039;&#039;der minnenden hol&#039;&#039; (S. 408); die Liebesgrotte, &#039;&#039;fossiure&#039;&#039; (S. 408); Grotte, &#039;&#039;wilde[n] clûse&#039;&#039; (S. 414); wilde Klause, &#039;&#039;der Minnen hûs&#039;&#039; (S. 426); das Haus der Liebe, &#039;&#039;die fossiure werltlîcher âventiure&#039;&#039; (S. 430); die Höhle weltlichen Glücks, &#039;&#039;clûse&#039;&#039; (S. 438); Zuflucht oder &#039;&#039;stein&#039;&#039; (S. 448). &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Tomasek spricht im Zusammenhang mit der Minnegrotte von „Exil“ und „allegorische[m] Lehrgebäude“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eins&amp;quot;&amp;gt;[Tomas Tomasek: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007, S. 160.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine „Grottenallegorese“, Tomasek schreibt, die  Grottendeutung nutze „die architektonischen Gegebenheiten des Gebäudes,  um den Funktionswert einzelner Tugenden innerhalb des Ganzen anzugeben.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;zwei&amp;quot;&amp;gt;[Tomas Tomasek: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007, S. 157.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapitel XXVII ist mit &amp;quot;Die Minnegrotte&amp;quot; überschrieben und umfasst die Verse 16679 bis 17274.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wo befindet sich die Minnegrotte?==&lt;br /&gt;
Die Minnegrotte liegt zwei Tagesreisen zu Pferd  von Markes Burg Tintajol entfernt. (Tristan, Isolde und Kurvenal &#039;&#039;reiten&#039;&#039; vom Hof: &#039;&#039;sus riten si dan von hove si driu&#039;&#039; (S.404) / &#039;&#039;Sus kêrten sî driu under in / allez gegen der wilde hin / über walt und über heide / vil nâch zwô tageweide.&#039;&#039; (S.408)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie befindet sich in der Wildnis, die auch als Einöde beschrieben wird (&#039;&#039;in dirre wüste&#039;&#039; (S. 414)). Im Umkreis von einer Tagesreise befindet sich keine Zivilisation. Zur Grotte selbst gibt es keinen angelegten Weg. (&#039;&#039;von disem berge und disem hol / sô was ein tageweide wol / velse âne gevilde / und wüeste und wilde. / dar enwas dekein gelegenheit / an wegen noch stîgen hin geleit.&#039;&#039; (S. 412)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Berg, in dem sich die Grotte befindet, stehen Bäume, etwas abseits befindet sich eine Ebene, wo sich eine Quelle befindet. Bei der Quelle stehen drei Linden. Die Ebene ist bedeckt von leuchtenden Blumen und Gras. (&#039;&#039;aber umbe und umbe hin ze tal / dâ stuonden boume âne zal / [...] / und einhalp was ein pleine, / dâ vlôz ein fonteine / [...] / dâ stuonden ouch drî linden obe / [...] / liehte bluomen, grüene gras, / mit den diu pleine erliuhtet was&#039;&#039; (S. 410)).&lt;br /&gt;
Auch oberhalb der Tür zur Minnegrotte befinden sich drei Linden (&#039;&#039;und ûzen stuonden obe der tür / esterîcher linden drî [...]&#039;&#039; (S. 410)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wie kommt es, dass Tristan und Isolde sich in der Minnegrotte aufhalten?==&lt;br /&gt;
Tristan und Isolde werden von Markes Hof verbannt. Die beiden beauftragen Kurvenal, bei Hof zu erzählen, dass sie beide nach Irland gefahren seien, um ihre Unschuld öffentlich zu beweisen. (siehe S. 413). Stattdessen begeben sie sich aber in die Minnegrotte. &lt;br /&gt;
Tristan ist derjenige, der die Minnegrotte bereits kennt und Isolde dorthin führt (&#039;&#039;Tristan enkêrte dar în, / er und sîn trûtgesellîn&#039;&#039; (S. 412). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wie sieht die Minnegrotte aus?==&lt;br /&gt;
Der Eingang zur Grotte ist mit einer Tür aus Erz verschlossen (&#039;&#039;daz was mit êre bespart&#039;&#039; (S. 408) / &#039;&#039;dâ gienc ein tür êrîniu vür.&#039;&#039; (S. 410)). Durch diese Tür kann laut Erzähler nur eintreten, wer aus Liebe in die Minnegrotte geht, das Erz verhindert, dass sich jemand gewaltvoll Zugang verschaffen kann. (&#039;&#039;durch daz ist dâ der Minnen tor, / diu êrîne tür vor, / die nieman kann gewinnen, / ern gewinne sî mit minnen. / ouch ist sie durch daz êrîn, / daz kein gerüste müge gesîn / [...] / dâ mite man sî verscherten müge.&#039;&#039; (S. 426)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Innenseite der Tür sind zwei Riegel angebracht, sowie ein Schnappschloss, das von einer außen liegenden Klinge geöffnet und geschlossen werden kann. (&#039;&#039;Innen an der êrînen tür / dâ giengen zwêne rigele vür. / ein valle was ouch innen / [...] / die meisterte ein heftelîn, / daz gie von ûzen dar în / und leite sî dar unde dan.&#039;&#039; (S. 425)).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Grotte selbst ist „rund, weit, hoch und steil. / schneeweiß, überall eben und glatt [...]“ (S. 409). Der Boden ist aus grünem Marmor. Oben befinden sich drei kleine Fenster, durch die Sonnenlicht in die Grotte fällt. (&#039;&#039;dâ wâren cleiniu vensterlîn, / durch daz lieht gehouwen în&#039;&#039; (S. 410)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte der Grotte befindet sich ein erhöhtes Bett, das aus Kristall geschnitten ist. Ringsum befinden sich eingravierte Buchstaben, die zeigen, dass das Bett der Liebesgöttin geweiht ist. (&#039;&#039;ein bette in mitten inne was / geniten schône und reine / ûz cristallînem steine / hôch unde wît, wol ûf erhaben, / alumbe ergraben mit buochstaben, / und seiten ouch die maere, / daz ez bemeinet waere / der gottinne Minne.&#039;&#039; (S. 410)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlussstein des Gewölbes ist kronenförmig, mit Schmiedearbeit verziert und mit Edelsteinen ausgelegt (&#039;&#039;oben ûf dem slôze ein crône, / diu was vil harte schône / mit gsmîde gezieret, / mit gimmen wol gewieret [...]&#039;&#039; (S. 408/410)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wie erklärt der Erzähler die Bedeutung der Minnegrotte?==&lt;br /&gt;
Der Erzähler weist der Gestaltung der Höhle eine Bedeutung zu (&#039;&#039;ir enlât iu daz entsliezen, / durch welher slahte meine / diu fossiure in dem steine / betihtet waere, als si was.&#039;&#039; (S. 420/422)):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Rundung innen bedeutet die Einfachheit der Liebe.“ (S. 423).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Weite bezeichnet die Kraft der Liebe, / denn ihre Kraft ist unbegrenzt.“ (S. 423).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Höhe steht für die Hochstimmung des Gemüts, / das sich in die Wolken emporhebt.“ (S 423).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Wand war weiß, glatt und eben. / Das ist das Wesen der Lauterkeit. / Ihre ganz und gar weiße Helligkeit / darf nicht durch Farben getrübt werden.“ (S. 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der marmorne Fußboden gleicht der Beständigkeit / in seiner ewig grünen Festigkeit.“ (S. 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[...] das Bett / der kristallenen Liebe / trug seinen Namen zu Recht. / [...] Die Liebe soll ja auch kristallklar, / durchsichtig und ganz lauter sein.“ (S. 425).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es für das Schnappschloss keinen Schlüssel gibt, begründet der Erzähler so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„und ich will euch sagen, warum. / Da war kein Schloß, / denn was für Vorrichtungen man auch an der Tür / (ich meine außerhalb) / zum Öffnen oder Schließen anbringt, / es bedeutet doch alles Falschheit. / Denn wenn einer das Tor der Liebe durchschreitet, / ohne daß man ihn von innen einläßt, / dann gilt das nicht also Liebe, / sondern ist es Falschheit und Gewalt.“ (S. 425-427).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei Riegel an der Innenseite der Tür, von deinen einer aus Zedernholz, der andere aus Elfenbein ist, legt der Erzähler so aus:&lt;br /&gt;
„Der Zedernsiegel / bedeutet in der Liebe / die Weisheit und den Verstand, / das aus Elfenbein / Keuschheit und Reinheit. /  [...] / mit diesen makellosen Riegeln / ist das Haus der Liebe geschützt / und der Falschheit und Gewalt versperrt.“ (S. 427).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klinke aus Zinn und das Schloss aus Gold legt der Erzähler so aus:&lt;br /&gt;
„Das Zinn versinnbildlicht das ständige Streben / nach dem Geheimnis der Liebe. / Das Gold bezeichnet die Erfüllung. / [...] / Jeder kann sein Streben nach seinem Willen gestalten, / [...] / ohne große Mühe, so wie Zinn.“ (S. 429).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erzählerauslegung zu Fenstern und Abgelegenheit der Höhle kommt noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wie erklärt die Forschung die Bedeutung der Minnegrotte?==  &lt;br /&gt;
Gottfrieds Allegorese nutzt laut Tomasek „Verfahren geistlicher Hermeneutik, um einem diesseitigen Wertesystem würdevollen Ausdruck zu verleihen.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;drei&amp;quot;&amp;gt;[Tomas Tomasek: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007, S. 158.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tomasek weist außerdem auf das Innen und Außen der Grotte hin und weist ihm jeweils eine Bedeutung zu: „Tugenden, welche die Binnenbeziehung unter Liebenden betreffen, [...], finden sich im Inneren der Grotte angesiedelt, während die Anerkennung [...] im Bild des Sonnenlichtes gefasst ist, das von außen durch die Grottenfenster einstrahlt [...].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;zwei&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich des Bettes meint Tomasek, im Kristallbett werde von einigen Foschern „eine Anspielung auf das Bett Salomons aus dem biblischen Hohelied vermutet“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fünf&amp;quot;&amp;gt;[Tomas Tomasek: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007, S. 156.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wie leben Tristan und Isolde in der Minnegrotte?==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wilhelm_Peters_Schloss_Schwerin_Isolde_Tristan.jpg|200px|thumb|left|Kupferstich nach Wilhelm Peters&#039; Wandgemälde &lt;br /&gt;
Isolde vereint sich wieder mit Tristan im Sagenzimmer, Das Schloss zu Schwerin / bearb. von A. Stüler, E.Prosch und H. Willebrand, Berlin, 1866-1869, Tafel XXXVII]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer Tristan und Isolde befindet sich niemand sonst in der Minnegrotte (&#039;&#039;[...] in der wüeste als eine / und âne liute [...]&#039;&#039; (S. 416)). Allerdings hat Tristan einen Jagdhund namens Hüdan mit zur Grotte gebracht. (&#039;&#039;dâ zuo sô haete er ime erkorn / ûz sînen bracken einen / [...] / und was der Hiudan genant.&#039;&#039; (S.402-404)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan und Isolde geht es während ihrer Zeit in der Minnegrotte ausgesprochen gut:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was man sich nur ausdenken / und für ein herrliches Leben halten konnte / überall in der Welt, / das alles hatten sie dort bei sich. [...] sie hatten alles / wovon Glücklichsein abhängt.“ (S. 419).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Sie hatten, was sie brauchten, / und sie waren, wo sie sein wollten.“ (S. 421).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Sie taten nur das, wozu ihr Herz sie trieb.“ (S. 439).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan und Isolde spazieren morgens zur Wiese, sie spazieren dort auf und ab und hören auf das Vogelgezwitscher. Anschließend begeben sie sich zur Quelle und hören dem Plätschern zu. Wenn die Sonne zu steigen beginnt, gehen sie zu den Lindenbäumen, um sich Abkühlung zu verschaffen. Unter den Linden sitzen die beiden aneinandergeschmiegt und erzählen sich Geschichten von sehnsüchtiger Liebe derer, die aus Liebe gestorbenen waren. (S. 437).&lt;br /&gt;
Außerdem musizieren sie in der Minnegrotte: Sie spielen Harfe und singen Lieder über die Liebe (&#039;&#039;si harpheten, si sungen / leiche unde noten der minne.&#039;&#039; (S. 438)).&lt;br /&gt;
Von Zeit zu Zeit gehen Tristan und Isolde auf [[Jagd]] mit ihrem Hund Hüdan, allerdings nicht wegen der Jagdbeute, sondern nur zum Vergnügen. (&#039;&#039;si riten under stunden, / sô sie des geluste [...] / niht durch dekeinen den bejac, / [...] / niuwan durch die kurzen zît&#039;&#039; S. 440).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum verlassen Tristan und Isolde die Minnegrotte?==&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Tomasek meint, die Tatsache, dass Marke Tristan und Isolde aus der Minnegrotte zurück an den Hof lädt, erscheine „sinnlos“, da die Beziehung von Tristan und Isolde „nicht ohne Zutun Markes schrittweise zum öffentlichen Skandal“ werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skandal&amp;quot;&amp;gt;[Tomas Tomasek: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007, S. 104.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tomasek behauptet, Tristan und Isolde würden sich bei „erster sich bietender Gelegenheit“ aus der Minnegrotte zurückziehen, sie würden „die Anerkennung menschlicher Gesellschaft“ vermissen, da die beiden im einfallenden Tageslicht, nur Sonnenschein erkennen würden, nicht aber die im Exkurs beschriebene &#039;&#039;ere&#039;&#039;, die dem Licht zukomme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ehre&amp;quot;&amp;gt;[Tomas Tomasek: Gottfried von Straßburg, Stuttgart 2007, S. 160.]&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Besteht eine Verbindung zur Außenwelt?==&lt;br /&gt;
Tristan und Isolde beauftragen Kurvenal, alle zwanzig Tage zur Minnegrotte zu kommen und sie mit Neuigkeiten zu versorgen, die ihr Gemüt erleichtern sollen. (&#039;&#039;und ie dar wider kaeme / mit sô getânen maeren, / diu rât ze muote baeren, / ie z’einem mâle in zweinzec tagen.&#039;&#039; (S. 414). Kurvenal führt den Befehl aus (&#039;&#039;er leiste, daz man ime gebôt&#039;&#039; (S. 414)).&lt;br /&gt;
Außerdem soll Kurvenal Tristan und Isolde sofort mitteilen, falls er von einem Anschlag, den Marke plane, hören sollte. (&#039;&#039;und ervüere ouch, waz der maere / umbe Markes willen waere. / ob er dekeinen argen rât / dekeinen argen rât / [...] / ûf ir leben leite, / daz er in iesâ seite.&#039;&#039; (S 414)).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Wie ist die Minnegrotte entstanden, wer hat sie angelegt?==&lt;br /&gt;
Der Erzähler behauptet, die Grotte sie in einer Zeit in den Berg gehauen worden, als Riesen in dem Gebiet herrschten. (&#039;&#039;daz selbe hol was wîlent ê / under der heidnischen ê / vor Corinêis jâren, / dô risen dâ wâren, / gehouwen in den wilden berc.&#039;&#039; (S. 408)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erzähler berichtet, dass es mehrere Grotten in der Art der Minnegrotte gäbe. Wann immer eine passende Grotte gefunden worden sei, sei sie der Liebe geweiht worden. Nachdem eine Grotte der Liebe geweiht worden sei, heiße sie la fossiure a la gent amant; Liebesgrotte. (&#039;&#039;und swâ der einez vunden wart, / [...] / und was der Minnen benant: / la fossiure a la gent amant&#039;&#039; (S. 408). &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Woher kennt Tristan die Höhle?==&lt;br /&gt;
Tristan hat die Höhle einmal während der Jagd durch Zufall gefunden (&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol / in einem wilden berge ein hol, / daz haete er z’einen stunden / von âventiure vunden. / dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039; (S. 408)).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Kommt demnächst noch:==&lt;br /&gt;
Interessantes aus der Sekundärliteratur!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan und Isolde ernähren sich nur von ihrer Liebe, auf echte Nahrung verzichten sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beschreibung, wie einer von Markes Jägern die Grotte findet, Tristan und Isolde ein Entdecktwerden befürchten und ein Schwert zwischen sich legen und schlafen, als sie Marke tatsächlich entdeckt und durch das Schwert endgültig von seinen Zweifeln befreit wird und Tristan und Isolde die Minnegrotte verlassen.&lt;br /&gt;
*Erzählerauslegung zu Fenstern und Abgelegenheit der Höhle kommt noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sekundärliteratur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Richard_Wagners_%22Tristan_und_Isolde%22&amp;diff=1243</id>
		<title>Richard Wagners &quot;Tristan und Isolde&quot;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Richard_Wagners_%22Tristan_und_Isolde%22&amp;diff=1243"/>
		<updated>2010-11-29T23:01:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Zweiter Akt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Richard Wagners (22. Mai 1813 - 13. Februar 1883) romantische Oper &amp;quot;Tristan und Isolde&amp;quot; geht auf Gottfried von Straßburgs historische Vorlage zurück. &lt;br /&gt;
==Entstehungegeschichte==&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Inhaltsangabe&amp;lt;ref&amp;gt;Zitationen in diesem Kapitel aus: Wagner, Richard; Voss, Egon (Hrsg.); Tristan und Isolde; Textbuch mit Varianten der Partitur; Reclam; Stuttgart; 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erster Akt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan und Isolde fahren auf einem Schiff aus Irland (Isoldes Heimat) nach Kornwall, wo sie Marke, Tristans Onkel, zum Mann nehmen soll. An Bord befinden sich neben Seemännern Kurwenal, Tristans Diener, und Brangäne, Isoldes Zofe.&lt;br /&gt;
Zunächst trägt Isolde Brangäne auf, Tristan zu ihr zu schicken. Was Isolde genau mit Tristan bereden mag, erfährt man zu diesem Zeitpunkt nicht. Kurwenal weist Brangänes Anliegen aber an Tristans Stelle grob zurück, indem er ihr unterstellt, dass Isolde Tristan deswegen sprechen wolle, weil sie ihn und nicht Marke ehelichen will.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
:Wer Kornwalls Kron‘&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
:und Englands Erb‘&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:an Irlands Maid (Isolde) vermacht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der kann der Magd nicht eigen sein,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:die selbst dem Ohm er schenkt. (V. 194-199)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss hier davon ausgehen, dass sich „vermacht“ hier auf Tristan bezieht, nicht auf Marke, weil ersterer um Isolde geworben hat. Genau genommen vermacht nämlich Marke durch die Eheschließung Kornwall und England Isolde.&lt;br /&gt;
Zu Isolde zurückgekehrt, berichtet Brangäne von den Schmähungen Kurwenals, worauf sich Isolde bei Brangäne entschuldigt, dass sie an ihrer Stelle die Schmach erfahren musste. Zudem erklärt Isolde, worin diese Schmach gegründet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Erfuhrst du meine Schmach,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:nun höre, was sie mir schuf. (V. 244-245)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolde errettete eins einen verwundeten Jüngling namens Tantris vor dem Tod, indem sie ihn gesund pflegte. Tantris erkannte sie aber nicht sofort als denjenigen, der Morold ermordete und für dessen Mord sie Rache schwor - Morold wurde von Tristan ermordet. Schließlich erkennt Isolde Tristan doch noch an seinem Schwert, dem ein Splitter fehlt, den sie aus dem Kopf des Erschlagenen bergen konnte. Es ergab sich darauffolgend wohl eine Gelegenheit, in der Isolde die Möglichkeit gehabt hätte Tristan zu erschlagen, das Schwert aber fallen ließ. („das Schwert - daß ließ ich fallen:“ V. 286) Anscheinend entließ Isolde Tantris eine gewisse Zeit vom Hof, nachdem „er   schwur mit tausend Eiden [ihr] ew‘gen Dank und Treu“ (V. 297 f.), bevor sie ihn, als er zurückkam, um um sie in Markes Namen zu werben, als Tristan erkannte. Die Chronologie in Wagners Text ist nicht eindeutig. Fest steht nur, dass Isoldes Wut dreierlei Schuld auf Tristan projiziert.&lt;br /&gt;
Erstens wirft sie ihm den Mord an Morold vor. Zweitens nimmt sie ihm die Täuschung übel, als er sich für Tantris ausgab, um Isolde hinters Licht zu führen und sie so dazu bewegen konnte, ihn zu heilen. Der dritten Punkt, welcher gleichwohl am schwersten wiegt, ist, dass Tristan eidbrüchig wurde, als er zurückkam, um in Markes Namen um ihre Hand anzuhalten. Er schwor ihr „ew‘gen Dank und Treue“, handelt aber hier nicht in ihrem, sondern in Markes Sinne. Was sicherlich im dritten Punkt mitschwingt ist, dass Isolde „Irlands Erbin“ (V. 307) sich „für Kornwalls müden König“ (V. 309) zudem zu schade ist. &lt;br /&gt;
Mit den emphatischen Ausrufen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Fluch dir, Verruchter!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Fluch deinem Haupt!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Rache, Tod!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Tod uns beiden! (V. 259-263)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schließt Isolde ihren Monolog. Ihre Schmach, ihre verlorene Ehre beschließt sie durch einen Doppelmord an Tristan und sich selbst zu sühnen. Brangäne teilt Isoldes Meinung über Marke nicht. Sie verteidigt Tristans Vorgehen, indem sie Marke erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Von edler Art&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und mildem Mut,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wer gliche dem Mann&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:an Macht und Glanz? (V. 389-392)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolde entgegnet ihr, dass sie es nicht ertragen wird, ohne vorangehenden Minnedienst Gattin Markes zu sein. Sie befürchtet sogar nicht von ihm geliebt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Ungeminnt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den hehrsten Mann&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
:stets mir nah zu sehen, -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wie könnt‘ ich die Qual bestehen. (V. 397-400)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bringt Brangäne den Liebestrank ins Spiel, mit dem sie Isoldes Befürchtungen zerstreuen will. Der Trank soll im schlimmsten Falle Marke an Isolde binden. Zu diesem Zwecke gab Isoldes Mutter Brangäne den Trank auf die Reise mit.&lt;br /&gt;
Isolde lässt Brangäne nun den Schrein holen, indem der Trank aufbewahrt ist. Brangäne holt den Trank heraus und zeigt Isolde die Flasche. „Den hehrsten Trank, ich halt‘ ihn hier.“ (V. 435 f.)&lt;br /&gt;
Isolde meint es aber besser zu wissen: Was Brangäne in den Händen hält, ist der Trank mit dem Isolde den Doppelmord vollziehen will - der „Todestrank“ (V. 441). Isolde hat das Fläschchen entsprechend markiert. „Du irrst, ich kenn ihn besser; ein starkes Zeichen schnitt ich ein: -“ (V. 437-439). &lt;br /&gt;
Es werden erste Rufe von außerhalb laut, dass Land in Sicht ist. Kurwenal betritt die Kajüte der Frauen und will Isolde abholen, um sie für die Ankunft in Kornwall und das Treffen mit Marke auf Deck zu holen.&lt;br /&gt;
Isolde weigert sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Sollt‘ ich zur Seit‘ ihm gehen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:vor König Marke zu stehen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:nicht möcht‘ es nach Zucht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und Fug geschehn,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:empfing‘ ich Sühne&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:nicht zuvor&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:für ungesühnte Schuld:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:drum such‘ er meine Huld. (V. 467-474)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isolde möchte nicht eher mit Tristan vor Marke treten, bevor Tristan sich nicht bei ihr für seine Vergehen entschuldigt hat. Kurwenal soll ihn zu ihr bringen, damit er dies tue. Kurwenal gibt nach anfänglichem Widerwillen nach und verlässt des Raum, um Tristan zu holen.&lt;br /&gt;
Indessen verabschiedet sich Isolde von Brangäne - ein Abschied auf Dauer. Isolde ist gewillt mit Tristan zusammen den Todestrank zu trinken. Das gemeinsame Trinken, so wird sie Tristan sagen, wird ihn entsühnen. Entsetzt will Brangäne Isolde noch von ihrem Vorhaben abbringen, als Isolde ihr entgegnet, dass ihre Mutter von vornherein den Todestrank mit auf die Reise gab, dass er dafür verwendet werde, als „Gegen-Gift: für tiefstes Weh, für höchstes Leid“ (V. 527-530) zu fungieren.&lt;br /&gt;
Tristan tritt ein. Isolde hält ihm offen vor, dass es Mord an Morold war, welchen er verübte und dass  diese „Blut-Schuld“ (V. 573) noch gesühnt werden müsse.&lt;br /&gt;
:Isolde:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Blut-Schuld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:schwebt zwischen uns.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Tristan:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die ward gesühnt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Isolde:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Nicht zwischen uns.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Tristan:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Im offenen Feld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:vor allem Volk&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ward Ur-Fehde geschworen. (V. 573-579)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tristan sieht die Schuld folglich bereits als abgeleistet an, da Morold im Duell auf Leben und Tod starb, folglich kein Mord statt fand. Isolde offenbart ihm darauf, dass sie Rache für Morolds Tod schwor, weil sich kein Mann fand, der es an ihrer Stelle geschworen hätte. &lt;br /&gt;
:Da er gefallen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:fiel meine Ehr‘;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:in des Herzens Schwere&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:schwur ich den Eid,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:würd‘ ein Mann den Mord nicht sühnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wollt ich Magd mich dess‘ erkühnen.- (V. 606-611)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tristan ist Isoldes Verhalten und ihr Bestehen auf Rache für Morolds Tod unverständlich, bis sie ihm erzählt, dass Morold ihr Verlobter war.&lt;br /&gt;
:Angelobt war er mir,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der hehre Irenheld; (V. 602 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf für den Rezipienten wird nun Isoldes Grimm verständlicher.&lt;br /&gt;
Isolde bietet Tristan nun an, anstatt ihn zu töten, was sie Marke verhasst machen würde, einfach auf Freundschaft, auf Sühne zu trinken und den Zwist so beizulegen.&lt;br /&gt;
:was würde König&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:Marke sagen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:erschlüg‘ ich ihm&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den besten Knecht, (V. 630-633)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
:das Schwert - da ließ ich‘s sinken.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Nun laß uns Sühne trinken.  (V. 652 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Währenddessen legt das Schiff am Hafen an. Tristan äußert düster:&lt;br /&gt;
:fass‘ ich was sie verschwieg,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:verschwieg‘ ich was sie nicht faßt. (V. 664 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daraus lässt sich schließen, dass Tristan vermutet, dass es sich nicht um gewöhnlichen Wein handelt. Auch sein folgender Monolog lässt den Verdacht zu. Er verhöhnt Isolde, zählt auf welche Schmach er ihr zugefügt hat und bezweifelt, dass ein einfaches Miteinander-Trinken das alles aus der Welt schaffen könnte. Auch ein Nachäffen lässt sich vermuten, denn Tristan zitiert hier eine imaginäre Äußerung Isoldes. Folgendes Zitat muss zudem mit leisem Hohn (Regieanweisung S. 36) gelesen werden:&lt;br /&gt;
:So guter Gaben&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:holden Dank&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:schuf mir ein süßer&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Sühne-Trank:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den bot mir ihre Huld,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:zu büßen alle Schuld.“ (V. 695-700)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Indessen hat Brangäne Isolde den bereiteten Trank gereicht.&lt;br /&gt;
Tristan sagt anschließend ganz offen, dass er in der Flüssigkeit Zauberkräfte vermutet, entreißt Isolde den Becher und trinkt trotzig daraus, sich ganz bewusst, dass der Trank ihn töten kann.&lt;br /&gt;
:Wohl kenn‘ ich Irlands&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:Königin,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und ihre Künste Wunderkraft:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den Balsam nützt‘ ich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den sie bot;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den Becher nehm‘ ich nun,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:daß ganz ich heut genese!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Und achte auch&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:des Sühne-Eids,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den ich zum Dank dir sage. -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Tristans Ehre -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:höchste Treu‘:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Tristans Elend -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:kühnster Trotz. (V. 706-720)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Isolde sieht sich um ihren Tod betrogen, entreißt Tristan wiederum den Becher und trinkt auch.&lt;br /&gt;
Kaum ausgetrunken erblicken sich die beiden und erbrennen in Liebe zueinander. Sie vergessen alles um sich herum und sind sich der Konsequenz nicht bewusst. Nur Brangäne erkennt die Lage.&lt;br /&gt;
Mittlerweile sind sind schon Dockarbeiter an Bord gekommen, um die Fracht zu löschen. Das xxx VonBordGehen kommt immer näher, die Zeit wird knapp und die Gefahr gesehen zu werden umso akuter. &lt;br /&gt;
Als Tristan und Isolde verstehen, dass sie den Liebestrank und nicht den Todestrank zu sich genommen haben, also noch am Leben sind, ist bereits die Brücke ausgelegt und die Zeit sich Marke zu stellen gekommen. Unklar bleibt, ob Brangäne den vermeintlichen Todestrank reichte und sich Isolde geirrt hat, oder ob Brangäne den Liebestrank doch noch fand (o.ä.) und es sich somit um zwei Tränke handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Zweiter Akt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brangäne und Isolde befinden sich im Garten vor Isoldes Gemach. Isolde ist voll gespannter Vorfreude bis Marke endlich mit seiner Jagdgesellschaft aufgebrochen ist und die Jagdhörner verklungen sind, was sie zum Anlass nehmen will, ihr Licht zu löschen. Dies wiederum ist das Zeichen für Tristan, dass Isolde ungestört ist und er ohne Gefahr zu ihr kommen kann. Doch Brangäne warnt Isolde davor, nicht vor Liebe blind für alle Gefahr zu werden.&lt;br /&gt;
:Der deiner harrt -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:o hör mein Warnen! -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dess‘ harren Späher zur Nacht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Weil du erblindet,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wähnst du den Blick&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der Welt erblödet für euch? - (V. 830-835)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zudem traut Brangäne Melot, ein Freund Tristans und Höfling, nicht, der sowohl die List der [[Jagd]], also die Abwesenheit Markes, erdacht und iniziiert hat, sondern auch die, mit dem Löschen des Lichtes.&lt;br /&gt;
:Tückisch lauschend&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:treff‘ ich ihn oft:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der heimlich euch umgarnt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:vor Melot seid gewarnt. (V. 854-857)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
:Von Tristan zu Marke&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ist Melots Weg;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dort sät er üble Saat. (V. 866-868)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich löscht Isolde das Licht und gibt Tristan so das verabredete Zeichen. Bald kommt Tristan und die beiden schwören sich ihre Liebe.&lt;br /&gt;
:Mein und dein!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Immer ein!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Ewig, ewig ein! (V. 1003-1005)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch anscheinend stehen immer noch offene Fragen zwischen Tristan und Isolde. So fragt Isolde Tristan warum er sie, wo er doch immer ihre Gunst gehabt hätte, Marke gegeben hat und sie somit betrog.&lt;br /&gt;
:War sie nicht dein,&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:die dich erkor,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:was log der böse&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Tag dir vor,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:daß, die für dich beschieden,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:die Traute du verrietest? (V. 1079-1084)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tristan gibt an, dass er nur seine Ehre und Ruhm im Kopf gehabt habe, dass ihn der Glanz dessen blind gemacht habe für Isolde. So fuhr er also zurück nach Irland, Isolde für Marke zu gewinnen und seine eigene Ehre zu vermehren, bzw. seinen Ruhm gegenüber den Neidern und Missgünstigen in Kornwall zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
:der Mißgunst, die mir Ehren&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und Ruhm begann zu schweren,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:denen bot ich Trotz,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und treu beschloß,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:um Ehr‘ und Ruhm zu wahren,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:nach Irland ich zu fahren. (V. 1123-1128)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Isolde gesteht nun die Mordabsicht auf dem Schiff:&lt;br /&gt;
:mit mir - dich im Verein&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
wollt‘ ich dem Tode weihn. (V. 1162 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was er aber schon wusste:&lt;br /&gt;
:In deiner Hand&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den süßen Tod,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:als ich ihn erkannt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den sie mir bot; (V. 1164-1167)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So räumen sich die Liebenden nach und nach alle Unklarheiten aus dem Weg und gehen ganz in ihrer Liebe auf - bis die Falle Melots zuschnappt und Marke früher, im Morgengrauen von der Jagd heimkehrt und die beiden in flagranti beim Liebesduett (wörtlich gemeint) erwischt. Marke ist bestürzt über die Entdeckung, es scheint, dass er Melot nicht bedingungslos geglaubt hat.&lt;br /&gt;
:Mir - dies?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Dies -, Tristan, -mir? - (V. 1493 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Desweiteren versteht er nicht, wie Tristan ihn nach all dem Guten, was zwischen ihnen war, derartig betrügen und entehren konnte. Zumal er nur auf Anraten Tristans erneut heiratete, weil er seine erste Frau so liebte und kinderlos, wie er ist, Tristan als Erben einsetzen wollte.&lt;br /&gt;
:Dünkte zu wenig&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:dich sein Dank,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:daß was du erworben,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Ruhm und Reich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:er zu Erb‘ und Eigen dir gab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Dem kinderlos einst&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:schwand sein Weib,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:so liebt‘ er dich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:daß nie aufs Neu‘&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sich Marke wollt‘ vermählen. (V. 1517-1526)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marke ist also keinesfalls Unmensch, oder bösartig - im Gegensatz zu Melot, der aus Machtgier, seinen Freund ans Messer liefert.&lt;br /&gt;
Tristan kann nur kurz antworten auf die Verzweiflung Markes: „O König, das - kann ich dir nicht sagen;“ (V. 1599 f.).&lt;br /&gt;
Schließlich entsteht ein Kampf, worin Tristan von Melot schwer verwundet wird, aber nicht getötet - Marke lässt Melot Tristan nicht töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Dritter Akt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristan liegt schwer verwundet in der Ruine der Burg Karneol, die einst Tristans Vätern gehörte; wir befinden uns in Tristans Heimat. Kurwenal hat ihn wohl aus dem Garten gerettet und ihn per Schiff an den Schauplatz gebracht, wo er jetzt Wache hält und auf ein Schiff wartet, auf dem sich Isolde befinden soll, nach der er durch einen Diener schicken lies. Ein Hirte im Hintergrund gibt Kurwenal ständig Informationen darüber, ob ein Schiff naht.&lt;br /&gt;
Tristan ist schwach und desorientiert, so dass Kurwenal ihm die gesamte Lage erklären muss. Kurwenal versucht Tristan aufzumuntern.&lt;br /&gt;
:im echten Land,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:im Heimat-Land,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:auf eigner Weid‘ und Wonne,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:im Schein der alten Sonne,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:darin von Tod und Wunden&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:du selig sollst gesunden. (V. 1737-1742)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Tristan kann dies „gesunden“ nicht beruhigen:&lt;br /&gt;
:Dünkt dich das, -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ich weiß es anders,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:doch kann ich‘s dir nicht sagen. (V. 1743-1745)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der weitere Szenenverlauf ist recht simpel. Kurwenal wird immer ungeduldiger, während Tristans Kräfte zusehends schwinden. Dabei fällt Tristan immer mehr in ein Delirium, er singt im Wahn von Erlebtem und von seiner Liebe zu Isolde.&lt;br /&gt;
Schließlich wird ein Schiff sichtbar, dessen Flagge gute Nachricht verheißt.&lt;br /&gt;
:Tristan:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Die Flagge? Die Flagge?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Kurwenal:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Der Freude Flagge&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:am Wimpel lustig und hell. (V. 2085-20879)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dass Tristan von nach der Flagge fragt, lässt darauf schließen, dass es gängig war, entsprechende Flaggen zu hissen um positive oder negative Nachrichten anzudeuten. Hier naht aber „der Freude Flagge.“ Isolde ist an Bord, gekommen um Tristan zu heilen.&lt;br /&gt;
Tristan schickt Kurwenal zum Hafen, damit er Isolde den Hügel zur Burg hinaufträgt, um sie vor dem beschwerlichen Weg zu bewahren. Tristan bleibt allein zurück, kämpft sich auf die Beine und schwankt dorthin, wo Isolde auftauchen wird.&lt;br /&gt;
Als Isolde naht, werden ihre Rufe nach Tristan laut; kaum angekommen fällt Tristan ihr tot in die Arme. Alle Versuche ihn zu retten sind vergebens. Und Isolde klagt darüber, dass Tristan nicht auf sie gewartet hat, damit sie zusammen sterben können.&lt;br /&gt;
:Nicht an der Wunde,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:an der Wunde stirb mir nicht!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Uns beide vereint&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:erlösche das Lebenslicht! - (V. 2195-2198)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Plötzlich naht ein zweites Schiff. Marke ist mit Melot und Brangäne Isolde nachgereist. Kurwenal und seine Gefolgschaft versuchen den Eingang zur Burg zu barrikadieren, doch die Feinde durchbrechen den Widerstand, wobei Melot von Kurwenal tödlich verwundet wird und Tristan um Verzeihung bittend stirbt.&lt;br /&gt;
:Wehe mir! - Tristan! (V. 2250)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Zweikampf gegen Marke unterliegt Kurwenal - auch er stirbt. Die Kämpfe sind beendet.&lt;br /&gt;
Marke wird dem toten Tristan gewahr und trauert um ihn; er hat ihm schon für seine Vergehen verziehen!&lt;br /&gt;
:Tot denn alles!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Alles tot?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Mein Held! Mein Tristan!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Trautester Freund!&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:Auch heute noch&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mußt du den Freund verraten?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Heut, wo er kommt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dir höchste Treu‘ zu bewähren?(V. 2276-2283)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brangäne erklärt im Folgenden Isolde Markes Sinneswandel. Brangäne hatte in Abwesenheit Tristans und Isoldes Marke alles über den Zaubertrank erzählt und somit dem Liebespaar die Schuld genommen.&lt;br /&gt;
:Ihre blinde Schuld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:hat sie gesühnt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:als du verschwunden,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:schnell fand sie den König:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:des Trankes Geheimnis&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:erfuhr er kaum&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:als mit sorgender Eil‘&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:in See er stach,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dich zu erreichen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dir zu entsagen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dir zu entsagen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dich zuzuführen dem Freund. (V. 2293-2303)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nachdem Isolde von Marke verziehen wurde besingt sie ihren toten Geliebten.&lt;br /&gt;
:Mild und leise&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wie er lächelt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wie das Auge&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:hold er öffnet:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sehr ihr, Freunde,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:säht ihr‘s nicht?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Immer lichter&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wie er leuchtet,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wie er minnig&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:immer mächt‘ger,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Stern-umstrahlet&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:hoch sich hebt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:seht ihr, Freunde,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:säh‘t ihr‘s nicht?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Wie das Herz ihm&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mutig schwillt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:voll und hehr&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:im Busen quillt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wie den Lippen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wonnig mild&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:süßer Atem&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sanft entweht: -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Freunde, seht -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:fühlt und seht ihr‘s nicht? -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Höre ich nur&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:diese Weise,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:die so wunder-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:voll und leise,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Wonne klagend&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:alles sagend,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mild versöhnend&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:aus ihm tönend,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:auf sich schwingt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:in mich dringt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:hold erhallend&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:um mich klingt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Heller schallend,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mich umwallend,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sind es Wellen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sanfter Lüfte?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Sind es Wogen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wonniger Düfte?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Wie sie schwellen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mich umrauschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:soll ich atmen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:soll ich lauschen?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Soll ich schlürfen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:untertauchen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:süß in Düften&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mich verhauchen?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:In des Wonnemeeres&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wogendem Schwall,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:in der Duft-Wellen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:tönendem Schall,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:in des Welt-Atems&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wehendem All -&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:ertrinken -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:versinken -&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:unbewußt -&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:höchste Lust! (V. 2322-2381)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Isolde sinkt kraftlos in Brangänes Arme. Der Vorhang fällt während der letzten Fermate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Abweichungen von der Vorlage&amp;lt;ref&amp;gt;mhd. Zitationen dieses Kapitels beziehen sich auf: Gottfried von Straßburg; Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart; 2007. Alle übrigen siehe unter Fußnote 1&amp;lt;/ref&amp;gt;===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Vorgeschichte====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Besonderheit des Wagner‘schen Tristan-Stoffes ist, dass die Handlung erst dort einsetzt, wo Tristan Isolde bereits für Marke gewonnen hat und sich mit ihr auf der Seereise nach Kornwall befindet. Tristans Jugend wird überhaupt nicht erzählt, seine Eltern nur wenig beschrieben.&lt;br /&gt;
Man erfährt mehr oder weniger konkret nur von den jüngsten Ereignissen. Isolde schildert in ihrem Rachemonolog des ersten Aktes der Oper (V. 242-362) die Pflege des verwundeten Tantris, von dessen Abwesenheit vom irischen Hof nach seiner Genesung, der Rückkehr Tantris‘ und davon, wie Isolde ihn als Tristan erkennt, der Morold getötet hat. Auch dass sie ihn nicht umbringt, obwohl sie es geschwören hat Rache zu nehmen für  Morolds Tod, bedauert sie. Desweiteren erfährt man von der bevorstehenden Hochzeit mit Marke und dass Tristan nur nach Irland zurückkam, um für Marke um Isolde zu werben.&lt;br /&gt;
Im letzten Akt erfahren wir von Kurwenal, der den verwundeten Tristan auf eine Burg gebracht hat, dass ebendiese Burg Tristans Heimat ist - Kareol. Im Original „Kanoel“ (V. 1643, 1647). Dass Tristan aus Parmenien stammt erfahren wir nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Tristans Eltern und Geburt====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Wagner werden Tristans Eltern nicht namentlich erwähnt; lediglich Tristans Geburt wird im zweiten Akt beschrieben. Tristan spricht hier darüber, dass ihm durch die Entdeckung der Affäre mit Isolde der Tod bevorsteht.&lt;br /&gt;
:Dem Land, das Tristan meint,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der Sonne Licht nicht scheint:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:es ist das dunkel&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:mächt‘ge Land,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:daraus die Mutter&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:einst mich sandt‘&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:als, den im Tode&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sie empfangen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:im Tode sie ließ&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:zum Licht gelangen. (V. 1604-1614)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus der Empfängnis im Tode lässt sich schließen, dass Riwalin, Tristans Vater (bei Gottfried) nach der Zeugung Tristans, oder währenddessen, verschieden sein muss. Bei Gottfried findet die Zeugung Tristans auf dem Krankenlager Riwalins statt, wo er anschließend durch Gottes Hilfe wieder genest.&lt;br /&gt;
:dar nâch sô was vil harte unlanc,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:unz daz ir beider wille ergienc&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und daz vil süeze wîp enpfienc&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ein kint von sînem lîbe.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ouch was er von dem wîbe&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und von der minne vil nâch tôt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:wan daz im got half ûz der nôt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sône kunde er niemer sîn genesen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sus genas er, wan ez solte wesen. (V. 1322-1330)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was wiederum Gottfrieds Vorlage entspricht ist, dass Blanscheflur (Tristans Mutter) bei der Geburt stirbt und Tristan so „im Tode [...] zum Licht gelangen“ ließ.&lt;br /&gt;
:si want sich unde brach îr lîp&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sus unde sô, her unde dar&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:und treip daz an, sî gebar&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ein sünelîn mit maneger nôt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:seht, daz genas und lac si tôt. (V. 1746-1750)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Morold====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner erhebt in seinem Libretto Morold zum Verlobten Isoldes:&lt;br /&gt;
:Angelobt war er mir,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der hehre Irenheld; (V. 602 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei Gottfried ist Morold nichts mehr als Isoldes Onkel.&lt;br /&gt;
:diu künegîn sîn swester,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der leit was aber noch vester,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ir jâmer unde ir clagenôt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:sî unde ir tohter Îsôt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:die quelten manege wîs ir lîp. (V. 7165-7169)&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bei Gottfried reicht diese Verwandschaftsbeziehung als dramaturgisches Mittel; Wagner braucht aber ein stärkeres Zeichen, um Isoldes Gram rechtfertigen zu können. (mehr dazu s.a. Dramaturgische Besonderheiten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Der Trank====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Fassungen wird Brangäne von Isoldes Mutter ein Liebestrank auf die Reise mitgegeben, der die Liebe Markes zu Isolde sichern soll, um so Isolde mögliche Schmach zu ersparen. Bei Wagner ist Isolde aber über die Existenz des Trankes informiert und sie ist überzeugt davon, dass sich im Fläschchen, das Brangäne ihr zeigt und den Liebestrank vermutet, ein Todestrank enthalten ist. &lt;br /&gt;
:Isolde:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Du irrst, ich kenn‘ ihn besser;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ein starkes Zeichen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:schnitt ich ein: -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der Trank ist‘s, der mir frommt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Brangäne:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Der Todestrank! (V. 436-441)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Isolde selbst hat das Fläschchen markiert, nachdem ihr die Mutter den Trank gegeben hat.&lt;br /&gt;
Isolde muss also schon vor der Abreise von ihrer Mutter auch über die Absicht des Tranks informiert worden sein - nicht jedoch darüber, was es für ein Trank ist! Brangäne und - wie man später feststellen wird - auch Isoldes Mutter sehen in der Liebe die Lösung für bevorstehende Schmach. Isolde jedoch sieht die Entsühnung im Tod. Zwei Weltanschauungen klaffen hier auseinander.&lt;br /&gt;
Isolde sagt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Für Weh und Wunden&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:gab sie Balsam;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:für böse Gifte&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Gegen-Gift:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:für tiefstes Weh,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:für höchstes Leid -&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:gab sie den Todes-Trank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Der Tod nun sag‘ ihr Dank! (V. 523-530)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klar ist, dass Isolde den Plan ihrer Mutter falsch interpretiert. Anstatt dem Tod wartet die Liebe auf sie. Isoldes Mutter muss wiederum Brangäne aufgeklärt haben darüber, dass es sich um einen Liebestrank handelt, denn Brangäne erklärt Isolde, die befürchtet, dass Marke sie nicht lieben wird und ihr Ehrverlust bevorsteht:&lt;br /&gt;
:Doch, der dir erkoren,&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
:wär‘ er so kalt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:zög‘ ihn von dir&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ein Zauber ab,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:den bösen wüßt‘ ich&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:bald zu binden;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ihn bannte der Minne Macht. (V. 408-414)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brangäne spricht also vom Einsatz des Liebestranks.&lt;br /&gt;
Es gibt nun zwei Ansätze, warum Isolde den Todestrank überhaupt für notwendig und vorhanden hält: Entweder sie hat den Doppelmord an sich und Tristan schon lange geplant (sie will sich an Tristan rächen und sich gleichzeitig für den Mord an ihm durch ihren eigenen Tod entsühnen; näheres im Kapitel Inhalt), oder sie nahm den Trank mit, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein und ihn schlimmsten Fall, also in dem Fall des Ehrverlusts, anzuwenden. Isolde sieht darin Sterben; ihre Mutter den Zwang der Liebe.&lt;br /&gt;
Brangäne bleibt nichts anderes übrig, als Isolde zu glauben, dass es sich um einen Todestrank handelt, schließlich ist Isolde die Alchemistin.&lt;br /&gt;
Das Isolde nun den Doppelmord vollziehen will ist bei Wagner natürlich neu und somit den Trank ganz bewusst nutzt. Nicht jedoch das Motiv des Sühnetrinkens. Bei Gottfried handelt es sich beim Einsatz des Tranks allerdings um ein versehen, denn Isolde ist sich der Existenz des Trankes nicht bewusst. Dieser ist nur Teil des Notfallplans Brangänes und Isoldes Mutter, falls Marke Isolde nicht lieben sollte. Auch ist bei Gottfried nie von einem Todestrank die Rede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Kurwenal und Brangäne====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gottfried ist Kurwenal Tristans Lehrer und Erzieher, welcher ihm im kompletten Roman zur Seite steht. Wagner lässt zwar auf eine freundschaftliche Nähe schließen, konkretisiert in seinem Libretto aber nicht, in welchem Verhältnis Tristan und Kurwenal konkret stehen. &lt;br /&gt;
Ebenso ist Brangäne uneindeutig angesiedelt. Ja, sie ist Vertraute Isoldes, eine Zofe vielleicht oder sogar ihre Amme. Genau lässt sich das nicht sagen. Jedenfalls wird das verwandschaftliche Verhältnis das Gottfried einführt nicht immanent. Dort ist Brangäne die Nichte der Königin, also der Mutter Isoldes. Folglich ist Brangäne die Cousine Isoldes.&lt;br /&gt;
:„sich, warte“ sprach diu künegîn&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„waz ist diz oder waz mag diz sîn?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Brangaene, höfschiu niftel, sprich!“ (V. 9419-9421)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Melot und Marjodo====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Wagner entfällt die Figur des Marjodo, jedoch nicht seine Funktion. Marjodo und Melot scheinen ein und die selbe Person zu sein. Wo Marjodo bei Gottfried die Funktion des Freundes Tristans anheim fällt, desjenigen, der das Verhältnis zwischen Tristan und Isolde zuerst entdeckt und der dann Markes Verdacht erweckt, kommen alle diese Funktionen bei Wagner Melot zu. Bei Gottfried stellt Melot „nur“ die zweite Instanz dar und wird als bösartiger Zwerg erst dann relevant, als Marjodos und Markes Listen erfolglos bleiben und Melots finstere Schläue notwendig wird.&lt;br /&gt;
Melot ist bei Wagner also Tristans vermeintlich bester Freund an Markes Hofe, der ihn aber an Marke verrät und somit entscheidende dramaturgische Funktion im zweiten Akt inne hat.&lt;br /&gt;
Brangäne, die Melot durchschaut, bleibt nichts anders übrig als die vor Liebe blinde Isolde zu warnen und machtlos Melots Intrigen zuzuschauen.&lt;br /&gt;
:Tückisch lauschend&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:treff‘ ich ihn oft:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:der heimlich euch umgarnt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:vor Melot seid gewarnt. (V. 854-857)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
:Von Tristan zu Marke&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:ist Melots Weg;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:dort sät er üble Saat. (V. 866-868)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Isolde glaubt Brangäne nicht: „Ist er nicht Tristans treuster Freund?“ (V. 860 f.)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====List und Entdeckung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Melot stellt zudem ein Bindeglied zwischen Liebenden und Feinden dar. Das besondere daran ist, dass er Tristan und Isolde falsch rät und somit eine aktivere Rolle spielt als bei Gottfried: Melot erdenkt sich mehrere Listen, die in ihrem Zusammenhang das Schicksal des Paares entscheiden. Isolde empfiehlt er als Zeichen dafür, dass Tristan sie gefahrlos besuchen könne, einfach nachts das Licht zu löschen. Nun fädelt er eine Jagdgesellschaft ein. Tristan und Isolde sagt er, dass er Marke und den Hofstaat auf eine längere Jagd geschickt hat, damit sie ungestört seien. Doch der Schein trügt. Melot handelt im Sinne Markes und kaum ist das Licht gelöscht stehen Marke und Melot in Isoldes Garten und erwischen das Paar in Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
Bei Gottfried sind alle Listen Markes und dessen Berater sehr einseitig. Es werden Fallen gelegt, aufgelauert, versucht mit Worten und Fangfragen die Liebenden zu überführen. Einen destruktiven Berater Tristans oder Isoldes gibt es nicht. Bei Gottfried lässt sich das Liebespaar ausschließlich von Kurwenal und Brangäne beraten, welche treu ergeben sind und in alle Geheimnisse der Liebschaft eingeweiht - auch in den Zusammenhang mit dem Trank.&lt;br /&gt;
Diese Art von ambivalenter Haltung ist neu bei Wagner. Sobald nämlich Marjodo (bei Gottfried)seinen Freund Tristan entdeckt hat, ist die Freundschaft dahin, es findet überhaupt kein Austausch mehr statt; weder freundschaftlicher noch verräterischer Art.&lt;br /&gt;
Eine weitere Besonderheit bei Wagner: Es gibt eine einzige List, die das Verhältnis des Liebespaares entlarvt - auf Anhieb, in flagranti. Es bleibt kein Zweifel offen. Gottfried spinnt List um List, jede raffinierter als die vorhergehende. Und alle bleiben sie erfolglos oder lassen Zweifel zu, weil Isolde und Brangäne (Tristan spielt hierbei eine untergeordnete Rolle) klug genug sind, um Marke und die seinen zu täuschen und es immer wieder schaffen - mit mehr oder weniger großem Aufwand - sich aus der Affäre zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Das Ende====&lt;br /&gt;
====Die Flagge====&lt;br /&gt;
==Das Libretto==&lt;br /&gt;
==Dramaturgische Besonderheiten==&lt;br /&gt;
===Figuren===&lt;br /&gt;
====Isolde====&lt;br /&gt;
====Tristan====&lt;br /&gt;
===Orte===&lt;br /&gt;
==Musikästhetischer Ansatz==&lt;br /&gt;
===Die Romantik===&lt;br /&gt;
===Wirkungsästhetische Motive===&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Sprache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1242</id>
		<title>Sprache (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Sprache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1242"/>
		<updated>2010-11-29T23:01:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Französisch als Sprache des Hofes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==ûzen - innen== &lt;br /&gt;
In seinem Literaturexkurs preist [[Gottfried  von Straßburg]] auch Hartmann von Aue, den wohl mit bekanntesten  mittelhochdeutschen Autoren.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Hartmann der Ouwaere,&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;âhî, wie der diu maere&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;beide ûzen unde innen&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mit worten und mit sinnen&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;durchverwet und durchzieret!&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wie er mit rede figieret&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;der âventiure meine!&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wie lûter und wie reine&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sîniu cristallînen wortelîn&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;beidiu sint und iemer müezen sîn!&#039;&#039; (V. 4621-4230)&lt;br /&gt;
Gottfried  lobt Hartmann also wegen seiner im sinne der Verständlichkeit  kristallklaren Worte. Vorbildhaft färbt und verziert er seine Texte  sprachlich.&amp;lt;ref&amp;gt;So ist Hartmann dieser Textstelle nach ein &amp;quot;[..]  Meister der &#039;&#039;elocutio&#039;&#039;, der seine Geschichten mit Hilfe der &#039;&#039;colores  rhetorici&#039;&#039; »koloriert« &#039;&#039;(durchverwet)&#039;&#039; und »dekoriert«  &#039;&#039;(durchzieret)&#039;&#039;.&amp;quot; Zitiert nach: Hilkert Weddige: Einführung in die germanistische  Mediävistik. München &amp;lt;sup&amp;gt;7&amp;lt;/sup&amp;gt;2008. S.209.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Doch verweist Gottfried mit dieser Lobpreisung Hartmanns nicht nur auf  dessen Sprachgebrauch, sondern führt auch den Gegensatz von &#039;&#039;ûzen&#039;&#039; und &#039;&#039;innen&#039;&#039; vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichsam mit &#039;&#039;ûzen&#039;&#039; und &#039;&#039;innen&#039;&#039;  werden hier &#039;&#039;worte&#039;&#039; und &#039;&#039;sinne&#039;&#039; sowie &#039;&#039;rede&#039;&#039; und &#039;&#039;meine&#039;&#039;  paarweise gegenübergestellt, also die formale, sprachliche Ebene der  semantisch-sinneseindrücklichen Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Weddige 2008: S.209.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Antithesen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chiasmen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Paronomasien (Wortspiele)==&lt;br /&gt;
Auch Parononmasien finden sich an zahlreichen Stellen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vor allem im [[Der Prolog in Gottfrieds Tristan|Prolog]], vgl. dazu: [Schöne 1973: 152ff.]. Sammlungen finden sich etwa in [Batts 1971: 92ff.] und [Scharschuch 1938: 23ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Häufung einzelner oder mehrerer Wörter und dem sprachlichen &amp;quot;Umkreisen&amp;quot; dieser dienen sie dazu, die Aufmerksamkeit des Rezipieten zu schärfen und auf die oft unmittelbar folgenden Handlungsebenen oder  Exkurse zu lenken.[Tomasek 2007: 228]&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Am Ende der Beschreibung  von [[Riwalin|Riwalins]] Jugend sind  in neun Versen neun Mal Wörter des Wortstammes &amp;quot;&#039;&#039;leben&#039;&#039;&amp;quot; zu finden. Die Häufung und das Spiel, gerade in Vers 305 mit der eindringlichen dreimaligen Wiederholung von &#039;&#039;lebete&#039;&#039;, unterstreichen den inhaltlichen Wendepunkt der Stelle: Nach sorgloser Jugend fängt nun Riwalins &#039;&#039;leben ze lebene&#039;&#039; (305) an.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vers 303ff.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;er nam vür sich niht sorgen war,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wan &#039;&#039;&#039;lebete&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;lebete&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;lebete&#039;&#039;&#039; êt dar.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dô sîn &#039;&#039;&#039;leben&#039;&#039;&#039; ze &#039;&#039;&#039;lebene&#039;&#039;&#039; vienc,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;ûf alse der tagesterne gienc&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und lachende in die werlde sach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dô wânde er, des doch niene geschach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;daz er iemer alsô solte &#039;&#039;&#039;leben&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;  &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und in der &#039;&#039;&#039;lebenden&#039;&#039;&#039; süeze sweben.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;nein, sînes &#039;&#039;&#039;lebenes&#039;&#039;&#039; begin &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;der gie mit kurzem &#039;&#039;&#039;lebene&#039;&#039;&#039; hin;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufallende ist, dass auch das Ende der Ereignisse um Riwalin, welches gleichzeitig den Beginn der Tristanhandlung bildet, von einem Wortspiel mit &amp;quot;leben&amp;quot; gekennzeichnet ist. Nach dem Tod Riwalins uns [[Blanscheflur|Blanscheflurs]] handelt verweifelte [[Rual li Foitenant|Rual]] wie ein &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vronne&#039;&#039; (1871):&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 1872ff.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;die wîle und er daz &#039;&#039;&#039;leben&#039;&#039;&#039; hât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sô sol er mit den &#039;&#039;&#039;lebenden leben,&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;im selben trôst ze &#039;&#039;&#039;lebene&#039;&#039;&#039; geben.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kurze Leben Riwaldins ist vorbei, doch da Rual beschließt, mit den &#039;&#039;lebenden [zu] leben&#039;&#039; (1873) ist &#039;&#039;leben&#039;&#039; Tristans gesichert. Beide Stellen bestehen also eigentlich aus einem Wortspiel und bilden eine so Art Ramen um die &amp;quot;Riwalin-Handlung&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Französisch als Sprache des Hofes==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Tristan wird an mehreren Stellen die Fremdsprache Französisch verwendet. Allgemein fällt dabei auf, dass es sich immer um einen einfachen Wortschatz handelt und falls nicht, eine Übersetzung hinzugefügt wird, z.B. . Es lassen sich verschiedene Arten und Situationen der Verwendung unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt diverse Namensepitheta die auf französisch sind, z.B. . Begriffe aus kulturellen Bereichen der französischen Literatur sind auch oft französisch, sie werden also als Fremdwörter verwendet. Das gilt vor allem für die [[Jagd]]szene, in der Tristan den Bewohnern Cornwalls die französische Art und Weise einen Hirsch zu zerlegen lehrt und dabei glaich auch die französischen Fachbegriffe &#039;&#039;enbesten&#039;&#039; [2813], &#039;&#039;furkîe&#039;&#039;[2926] und &#039;&#039;curîe&#039;&#039; [2961]. Auch im Bereich der Musik werden französische Fremdworte für französische Dichtungsarten verwendet, z.B. &#039;&#039;pasturêle&#039;&#039;, &#039;&#039;schanzûne&#039;&#039;, &#039;&#039;refloit&#039;&#039; oder &#039;&#039;folate&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Desweiteren finden Begrüßungen oder Segenswünsche oft mit französischen Worten statt. So wird Tristan in Cornwall von den Pilgern mit: &amp;quot;deû sal, bêâs amîs!&amp;quot; [2681] begrüßt und Tristan antwortet mit &amp;quot;dê benîe/ si sainte companîe!&amp;quot; [2685/2686]. Ähnliche Verwendungen lassen sich auch in vielen ähnlichen Szenen finden, zum Beispiel bei der Ankunft Tristans bei Marke oder der Begrüßung Ruals am Markehof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lässt sich also sagen, dass das Französische in diesen Fällen als Fremdsprache gebraucht wird um das Aufeinendertreffen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen zu symbolisieren. Durch die französischen Fachbegriffe wird die französische Herkunft der kulturellen Errungenschaften aufgezeigt. Außerdem konnte Gottfried von Straßburg schlecht sämtliche im Ausland spielenden Szenen in Fremdsprachen erzählen, deshalb steht das Französische hier stellvertretend für alle nicht deutschen Sprachen, die Tristan beherrscht, unabhängig davon, ob sie in Irland, England oder Cornwall spielen. Diese Fremdsprachenverwendung ist auch unabhängig vom Stand der Angesprochenen denn sowohl mit den Pilgern als auch mit dem König wird Französisch gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber noch weitere Situationen in denen das Französiche verwendet wird, obwohl hier keine Personen aus verschiedenen Kulturkreisen aufeinander Treffen. So sind Lobpreise oder Totenklagen auf Französisch, zum Beispiel als Tristan am Hofe Markes hochgelobt wird mit dem Lied &amp;quot;Tristan, Tristan li Parmenois/ cum est bêâs et cum cûrtois!&amp;quot; [3363/3364]. Ein weiteres Beispiel ist der Lobgesang mit dem Isolde in Cornwall empfangen wird: &amp;quot;Îsôt, Îsôt la blunde/ marveil de tû le munde.&amp;quot; [12559/12560]. Ein Beispiel für Totenklagen ist der Trauerruf um Morgan: &amp;quot;â noster sires, il est mort!&amp;quot; [3484]. Auch in Kampfszenen wird das Französische verwendet sowohl bei Ausdrücken als auch bei Kampfrufen. Im Kampf gegen Morgan ist die Rede von &amp;quot;michel crôieren&amp;quot; der &amp;quot;massenîe&amp;quot;: &amp;quot;schevelier Parmenîe!/Parmenîe schevalier!&amp;quot; [5574-5577] und am Ende kommt es zur &amp;quot;schunfentiure&amp;quot; [5609]. Französisch kann auch als Bekräftigung einer Aussage gebraucht werden, so zum Beispiel wird dem Erstaunen über Tristans Namen am Hofe Markes von einem Anwesenden mit dem Ausruf: &amp;quot;dêus adjût&amp;quot; [3137] Ausdruck verliehen. Als Tristan zur Jagd ausgeschickt wird, auch am Hofe Markes, antwortet er: &amp;quot;â bon eure [...]/ daz lât alsô sîn.&amp;quot; [3202/3203] und dann: &amp;quot;allez avant!&amp;quot; [3205]. In der Badeszene bittet Tristan Isolde nicht einfach um Gnade, sondern ruft auf Französisch aus &amp;quot;merzî, bêle Îsôt!&amp;quot; [10202].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In all diesen Beispielen greift die Erklärung, dass Französische symbolisiere die Fremdsprache nicht, weil die Personen genauso gut deutsch sprechen könnten. Viel mehr wird hier die Wichtigkeit der Szenen durch das Französische hervorgehoben, da dieser Registerwechsel den Leser aufmerken lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Beobachtung ist noch zu machen, und zwar wird das Französische auch in den beiden Szenen des Liebesgeständnisses verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verstechnik==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Gottfried hat die Verse des Tristan größtenteils stichisch und als Paarreim (aabb) verfasst. Hebung und Senkung wechseln sich in der Regel ab, der Rhythmus ist teilweise jambisch, teilweise trochäisch. Das gleichmäßige System wird jedoch durch verschiedene Elemente immer wieder unterbrochen. So lassen sich, wie zum Beispiel in Vers 618 („jene ander tanzen schouwen“)&amp;lt;ref&amp;gt;Der Auftakt wird deutlich in der Tristan-Ausgabe von Reinhold Beckstein, Vers 616: „jene ánder tanzen schouwen“&amp;lt;/ref&amp;gt;, zweisilbige Auftakte finden, der trochäische Vers konvertiert zu einem jambischen.[Scharschuch 1938: 49]&lt;br /&gt;
Insbesondere in der ersten Hälfte schiebt Gottfried außerdem vierzeilige Strophen ein,[Scharschuch 1938: 48] die den Fortgang der Handlung unterbrechen und Weisheiten und Ansichten des Autors ausdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel 1 (Vers 1751ff):&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;O&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;wê der ougenweide,&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dâ man nâch leidem leide&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mit leiderem leide&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;siht leider ougenweide!&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
Beispiel 2 (Vers 1865ff):&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;S&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;ich treit der werlde sache&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;vil ofte z&#039;ungemache&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und aber von ungemache&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;wider ze guoter sache.&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
Die eingeschobenen Strophen sind in der Regel jambisch (unbetont – betont) und drei- oder viermal gehoben [Scharschuch 1938: 49], weisen jedoch ebenfalls Unregelmäßigkeiten auf (siehe Beispiel 2, Vers 1867). Sie sind im umarmenden Reim (abba) oder, insbesondere im [[Der Prolog in Gottfrieds Tristan|Prolog]], im Kreuzreim (abab) verfasst.&lt;br /&gt;
Neben Endreimen greift Gottfried auch auf Innenreime und Reimspiele zurück: „haeten si beide ir weide./si weideten beide“ (Vers 10999f) bzw. „und zwivelte si ouch beide./dem gebeidetem leide (13765f).[Scharschuch 1938:50]. An diesen Beispielen zeigt sich auch, dass Gottfried häufig auf das Stilmittel der Reimbrechung zurückgreift. Reim und Satz entsprechen einander nicht unbedingt, was syntaktisch zusammen gehört, muss kein Reimpaar bilden. Zwischen Kapitel XI und XII ist die Brechung sogar kapitelübergreifend. [Scharschuch 1938: 51].  &lt;br /&gt;
Scharschuch beurteilt die Unregelmäßigkeiten durchaus positiv, denn sie würden einen farb- und kunstlosen Stil verhindern. [Scharschuch 1938: 49]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Primärliteratur==&lt;br /&gt;
* Gottfried von Straßburg: Tristan. Nach  dem Text v. Friedrich Ranke neu hg., ins Neuhochdeutsche übers., mit e.  Stellenkommentar u. e. Nachw. v. Rüdiger Krohn. Bd. 1–3 Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sekundärliteratur==&lt;br /&gt;
&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Huber, Christoph: Wort-Ding-Entsprechungen. Zur Sprach- und Stiltheorie Gottfrieds von Straßburg, in: Befund und Deutung. Festschrift Hans Fromm, hg. von Klaus Grubmüller, Tübingen 1979, S.268-308.&lt;br /&gt;
*[*Scharschuch 1938] Scharschuch, Heinz: Gottfried von Straßburg. Stilmittel - Stilästhetik. Berlin 1938.&lt;br /&gt;
*[*Schöne 1973] Schöne, Albrecht: Zu Gottfrieds Tristan-Prolog (1955).  In: Gottfried von Straßburg. Hrsg. Von Alois Wolf. Darmstadt 1973 (Wege  der Forschung, 320), S. 147 -181.&lt;br /&gt;
*[*Tomasek 2007] Tomasek, Thomas: Gottfried von Straßburg. Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
* Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische  Mediävistik. München &amp;lt;sup&amp;gt;7&amp;lt;/sup&amp;gt;2008.&lt;br /&gt;
* Zotz, Nicola: Sprache des Hofes - Sprache der Liebe. Französisch als  Distanzsprache im &amp;quot;Tristan&amp;quot;, in: Der &amp;quot;Tristan&amp;quot; Gottfrieds von Straßburg.  Hrsg. Christoph Huber u. Victor Millet, Tübingen 2002, S.117-129.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Morgan_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1241</id>
		<title>Morgan (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Morgan_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1241"/>
		<updated>2010-11-29T23:00:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Tristans Rache */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Morgan&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;meergeboren&amp;quot; [Krohn 2008: 40]) ist in [[Gottfried von Straßburg|Gottfried von Straßburgs]] &#039;Tristan&#039; die Figur eines bretonischen Herzogs, der sich mit den Regenten des Landes [[Parmenien|Parmenien]] (zunächst [[Riwalin]], später Tristan) in einem beständigen Machtkampf befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Riwalin und Morgan==&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Morgan und [[Riwalin]] ist ausschlaggebend für Tristans [[Rache]] an Morgan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lehnsverhältnis===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Riwalin und Morgan befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis, das sich aus der Übergabe eines Landes von Morgan an [[Riwalin]] ergibt:&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und haete ein sunderes lant&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;von eines Britûnes hant&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;und solte dem sîn untertân:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;der selbe hiez li duc Morgân. (Verse 331-334)&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riwalin steht somit unter der Lehnsherrschaft von Morgan, was bedeutet, dass er ihm Treue und Gefolgschaft schuldig ist. [Weddige 2006: 162ff] Morgan hat demnach mehr Macht und mehr Einfluss als Riwalin, der ihm dienen muss. Nach der geltenden Ordnung im deutschen Lehnsrecht im Mittelalter könnte Morgan, unter Berücksichtigung der Stellung von Riwalin und [[Rual li Foitenant|Rual]], im dritten Heerschild eingeordnet werden. [Combridge 1964: 15 bis 19] Er befindet sich somit eine Stufe über dem Heerschild, der den üblichen Herzögen zukommt. Dies verdeutlicht noch einmal seine besondere Verfügungsgewalt, die er als Herzog ausübt. Ob Morgan selbst einem weiteren Lehnsherren untersteht, wie es üblicherweise sein müsste, geht aus der Erzählung Gottfrieds nicht hervor. [Combridge 1964: 17]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Riwalins Auflehnung gegen das Lehnsverhältnis===&lt;br /&gt;
Drei Jahre nach seiner Schwertleite zum Ritter beginnt Riwalin einen [[Kampf|Krieg]] mit Morgan. Der Erzähler gibt an dieser Stelle an, nichts über die Motive Riwalins zu wissen. Es bleibt unklar, ob Morgan ihn zu diesem Schritt reizt und Riwalin aus Not handelt, oder ob der Angriff aus &#039;&#039;&amp;quot;übermuot&amp;quot;&#039;&#039; (Vers 342) erfolgt.&lt;br /&gt;
Riwalin greift Morgan jedoch &amp;quot;als einen schuldegen man&amp;quot; an (Vers 346), also in der Art und Weise, als ob Morgan den Kampf durch eine Verletzung des Lehnsverhältnnisses provoziert hätte. Der Verlauf des Angriffs wird vom Erzähler zunächst als äußerst erfolgreich für Riwalin beschrieben. Morgans Burgen und Städte werden eingenommen, außerdem werden Güter und Geld so stark vermehrt, dass das Heer vergrößert werden kann. Jedoch setzt sich Morgan standhaft zur Wehr, bekommt ebenfalls Städte und Burgen unter seine Gewalt und beraubt sie. Das Kräfteverhältnis scheint zunächst ausgeglichen, dennoch ist Morgan Riwalin unterlegen [Hollandt 1966: 16]. Morgan lenkt schließlich zu Verhandlungen ein und für die Zeit von einem Jahr wird Frieden vereinbart. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Morgan hebt den Waffenstillstand auf===&lt;br /&gt;
Während sich Riwalin an [[Marke|Markes]] Hof in Tintajol befindet, fällt Morgan in sein Reich ein und der Krieg wird wieder aufgenommen. Riwalin kehrt deshalb zurück nach [[Parmenien|Parmenien]] und will sein Land aus Morgans Bedrängnis befreien. Für den Kampf setzen die Parmenier ihre ganze Streitmacht ein und es kommt zu einem heftigen Gefecht. Dieses Mal behält jedoch Morgan die Oberhand, sodass &amp;quot;der vil clagebaere erslagen&amp;quot; (Vers 1677) wird. Riwalins Tod ändert jedoch nichts an der Bedrohung durch Morgan, der Krieg wird weiter fortgeführt. Da [[Rual li Foitenant]] keine Chance mehr auf eine Verteidigung sieht, ergibt er sich schließlich seinem &amp;quot;tôtvînt&amp;quot; (Vers 1845). In welche Hände das Lehen nach Riwalins Tod fällt, bleibt im Text ungeklärt. Den üblichen Lehnsregelungen zufolge müsste es zurück an Morgan gehen. [Combridge 1964: 28]. Offen bleibt auch, ob Morgan die Waffenruhe frühzeitig beendet hat, oder ob die Frist bereits abgelaufen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Morgan und Tristan==&lt;br /&gt;
Die von Morgan ausgehende Bedrohung ist für Tristan bereits bei seiner Geburt von Bedeutung. Aus Angst vor Morgan gibt [[Rual li Foitenant|Rual]] den Erben von [[Riwalin]] als seinen eigenen Sohn aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tristans Rache===&lt;br /&gt;
Als Tristan im Jugendalter von seinem wahren Vater und dessen Tod erfährt, lässt ihm der Gedanke an Morgan keine Ruhe. Er kehrt nach Parmenien zurück, berät sich mit seinen Vasallen und fährt mit seinem Gefolge nach Britannien, wo er Morgan während einer [[Jagd]] antrifft. Morgan begrüßt den Fremden sehr höflich und Tristan bittet ihn um die Rückgabe des Lehens. Als der Herzog von der Herkunft Tristans erfährt, schlägt seine Gastfreundschaft um. Er beleidigt Tristan mit der Behauptung, er sei unehelich geboren worden und könne das Erbe deshalb nicht antreten. Als Morgan auch nach Tristans Beteuerung, die Abstammung beweisen zu können, nicht einlenkt, tötet Tristan Morgan. Das Lehen fällt Tristan zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beurteilung der Rache===&lt;br /&gt;
Ob Tristans Rache gerechtfertig ist oder nicht, ist umstritten. Rechtlich gesehen ist die Rache nicht zulässig, da Riwalin in einem Krieg zwischen ebenbürtigen Gegnern getötet wird und nicht einer Gewalttat zum Opfer fällt. [Combridge 1964: 25, 26]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle Morgans innerhalb der Erzählung==&lt;br /&gt;
Morgan nimmt ab dem Zeitpunkt von [[Riwalin|Riwalins]] Angriff die Rolle eines beständigen Feindes ein. Im Zusammenhang mit Morgan ist immer wieder die Rede von Feindseligkeit, Kummer und Schmerz. So veranlasst die Angst vor einem Angriff Rual schließlich dazu, Tristan als seinen Sohn auszugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Primärliteratur===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg: Tristan. Hrsg. von Rüdiger Krohn. Stuttgart 1993 (Universalbibliothek 4471, 4472).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sekundärliteratur===&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [*Combridge 1964] Combridge, Rosemary Norah: Das Recht im Tristan Gottfrieds von Strassburg. Berlin 1964².&lt;br /&gt;
* [*Hollandt 1966] Hollandt, Gisela: Die Hauptgestalten in GottfriedsTristan. Berlin 1966.&lt;br /&gt;
* [*Krohn 2008] Gottfried von Straßburg: Tristan.Band 3. Kommentar. Hrsg. von Rüdiger Krohn. Stuttgart 2008.&lt;br /&gt;
* [*Weddige 2006] Weddige, Hilkert: Einführung indie Germanistische Mediävistik. München 2006.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1240</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-29T22:55:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfrieds von Straßburg Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale.&amp;lt;ref&amp;gt;Jagd und Höfische Kultur im Mittelalter; Werner Rösener (Hrsg.); Göttingen; 1997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhardt Krause; Die Jagd als Lebensform und höfischens &#039;spil&#039;; Stuttgart; 1996&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird.&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend, als sich Tristan heimlich wegschleicht, um Isolde zu Treffen wird der Traum des Truchsessen [[Marjodo]] beschrieben. Darin sieht er einen Eber, der aus dem Wald an den Hof kommt und in das königliche Schloss stürmt. Er rennt zu Markes Gemächern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz sîn bette solte sîn,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz tewarf er hin unde her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;mit sînem schûme solget er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz bette und al die bettewât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;diu küneges bette bestât.&#039;&#039; (T 13529 - 13534)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Jagdbeute Eber ist hier eindeutig sexuell konnotiert und sowohl dem Leser, als auch Marjodo wird schnell klar, dass es sich dabei wohl um Tristan selbst handelt. Der Truchsess macht folgt Tristans Spuren im Schnee und beobachtet die Liebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause; 1996; zitiert Karl Meuli; Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1233</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-29T22:47:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfrieds von Straßburg Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale. Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur. So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird.&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend, als sich Tristan heimlich wegschleicht, um Isolde zu Treffen wird der Traum des Truchsessen [[Marjodo]] beschrieben. Darin sieht er einen Eber, der aus dem Wald an den Hof kommt und in das königliche Schloss stürmt. Er rennt zu Markes Gemächern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz sîn bette solte sîn,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz tewarf er hin unde her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;mit sînem schûme solget er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz bette und al die bettewât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;diu küneges bette bestât.&#039;&#039; (T 13529 - 13534)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Jagdbeute Eber ist hier eindeutig sexuell konnotiert und sowohl dem Leser, als auch Marjodo wird schnell klar, dass es sich dabei wohl um Tristan selbst handelt. Der Truchsess macht folgt Tristans Spuren im Schnee und beobachtet die Liebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause, 1996 zitiert Karl Meuli, Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart;  2007&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burkhardt Krause; Die Jagd als Lebensform und höfischens &#039;spil&#039;; Stuttgart; 1996&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jagd und Höfische Kultur im Mittelalter; Werner Rösener (Hrsg.); Göttingen; 1997&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1232</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1232"/>
		<updated>2010-11-29T22:46:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfrieds von Straßburg Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale. Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur. So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird.&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dem Abend, als sich Tristan heimlich wegschleicht, um Isolde zu Treffen wird der Traum des Truchsessen [[Marjodo]] beschrieben. Darin sieht er einen Eber, der aus dem Wald an den Hof kommt und in das königliche Schloss stürmt. Er rennt zu Markes Gemächern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz sîn bette solte sîn,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz tewarf er hin unde her.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;mit sînem schûme solget er&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;daz bette und al die bettewât,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;diu küneges bette bestât.&#039;&#039; (T 13529 - 13534)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische Jagdbeute Eber ist hier eindeutig sexuell konnotiert und sowohl dem Leser, als auch Marjodo wird schnell klar, dass es sich dabei wohl um Tristan selbst handelt. Der Truchsess macht folgt Tristans Spuren im Schnee und beobachtet die Liebenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause, 1996 zitiert Karl Meuli, Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg;  Ranke, Friedrich (Übers.); Tristan, Band 1 und 2; Reclam; Stuttgart;  2007&lt;br /&gt;
Burkhardt Krause; Die Jagd als Lebensform und höfischens &#039;spil&#039;; Stuttgart; 1996&lt;br /&gt;
Jagd und Höfische Kultur im Mittelalter; Werner Rösener (Hrsg.); Göttingen; 1997&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=1223</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-29T22:25:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Drachenkampf */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfried von Straßburgs Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale. Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur. So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird.&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen, geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &#039;&amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot;&#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause, 1996 zitiert Karl Meuli, Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
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		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-29T22:24:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: /* Metaphorik der Jagd im Tristan */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfried von Straßburgs Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale. Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur. So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird.&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während ihres Aufenthaltes in der Minnegrotte taucht das Jagdmotiv wieder auf. Zum Zeitvertreib gehen Tristan und [[Isolde]] auf die Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem vertriben si manegen tac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niht durch dekeinen den bejac,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der san dolhen dingen lît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;niuwan durch die kurzen zît,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die man hie mite haben sol.&#039;&#039; (T 17261 - 17265)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fernab der höfischen Gesellschaft wird der Jagd wieder ihre Ursprüngliche Metaphorik zuteil, Unterhaltungskultur, die für etwas Funktionierendes steht. Gottfried von Straßburg spielt hier mit dem Motiv und rechtfertigt damit die Beziehung zwischen Tristan und Isolde. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch auch ihrer Entdeckung durch Marke geht wieder eine Jagdszene voraus. Der trauernde Marke macht geht auf die Jagd und verfolgt einen Hirsch, der zunächst allerdings entkommt. Die Jäger folgen der Fährte und entdecken die Liebesgrotte. Daraufhin begeben sich alle zurück an den Hof, Tristan und Isolde trennen sich.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Betrachtet man die Gesamte Handlung, so wird sie von Jagdszenen umrahmt. Tristans Ankunft am Hof und sein Abschied werden jeweils von einem Jagdausflug begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause, 1996 zitiert Karl Meuli, Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
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		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-29T19:42:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel behandelt die Verwendung des Jagdmotives in Gottfried von Straßburgs Tristan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung des Jagdmotives in der mittelalterlichen Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Jagd ist ein in der mittelalterlichen Literatur häufig wiederkehrendes Thema. Im Mittelpunkt der Darstellung steht zumeist die Jagd als Teil höfischer Gesellschaftsrituale. Die Jagd fungiert in der Regel als Handlungsgerüst im Rahmen der feudalen Unterhaltungskultur. So wird Siegfried im Nibelungenlied während der Jagd hinterhältig ermordet und steht somit sinnbildlich für den Niedergang der höfischen Gesellschaft im weiteren Handlungsverlauf. Im Eneasroman Heinrichs von Veldeke werden Eneas und Dido während eines Unwetters von der Jagdgesellschaft getrennt und schlafen im Folgenden miteinander. Das führt zu Problemen, da Dido eigentlich schon einem anderen Mann versprochen ist. Auch hier zeigt sich, dass mit einer reibungslos ablaufenden Jagd ein Funktionieren der Gesellschaft zusammenhängt und erst durch die Trennung von der Jagdgesellschaft wird das unhöfische Verhalten der Protagonisten möglich gemacht.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metaphorik der Jagd im Tristan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders, als in den meisten anderen mittelalterlichen Werken zieht sich das Motiv der Jagd im Tristan durch den gesamten Roman. Wie ein Leitmotiv umrahmen verschiedene Jagdszenarien wichtige Schritte im Handlungsverlauf. &lt;br /&gt;
Bereits die Einführung [[Tristan]]s in die Hofgesellschaft [[Marke]]s geschieht während einer Treibjagd auf einen Hirsch. Tristans Jagdkünste sind denen von Markes Jägern überlegen, wie durch seine Demonstration des [[Entbästens]] des Hirsches gezeigt wird.&lt;br /&gt;
Auch die [[Minnegrotte]] gegen Ende der Handlung steht ganz im Zeichen der Jagd, sie wurde von Tristan während der Jagd entdeckt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dâ wiste Tristan lange ê wol&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in einem wilden berge ein hol,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daz haete er z&#039;einen stunden&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von âventiure vunden.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dô was er dâ geriten jagen&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und haete in sîn wec dar getragen&#039;&#039; (T 16683 - 16688)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marjodos Traum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drachenkampf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kampf mit dem Drachen schneidet Tristan auf Raten [[Brangäne]]s dem Drachen die Zunge heraus. Die Tatsache, dass er damit den Beweis für die Tötung bringt und nicht etwa der Truchsess mit dem Kopf des Drachen geht auf einen alten Jagdbrauch zurück. In der griechischen Mythologie erschlug der Held Alkathoos einen Löwen, der das Land bedrohte. Nachdem der Löwe besiegt war gaben viele Andere an, den Löwen erlegt zu haben, doch &amp;quot;Alkathos zog die dem Untier ausgeschnittene Zunge aus seinem Reisesack und strafte so die Schelme Lügen (...).&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Burkardt Krause, 1996 zitiert Karl Meuli, Griechische Opferbräuche &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=736</id>
		<title>Jagd (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Jagd_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=736"/>
		<updated>2010-11-23T16:24:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: Die Seite wurde neu angelegt: „More to come.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;More to come.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Rache_(Gottfried_von_Stra%C3%9Fburg,_Tristan)&amp;diff=735</id>
		<title>Rache (Gottfried von Straßburg, Tristan)</title>
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		<updated>2010-11-23T16:24:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stefan H: Die Seite wurde neu angelegt: „More to come.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;More to come.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stefan H</name></author>
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