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	<title>MediaeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-13T10:06:45Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27310</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T11:09:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039; [Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || 11433-11744Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| n den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27309</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27309"/>
		<updated>2020-06-23T11:05:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039; [Stolte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || 11433-11744Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| n den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27308</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27308"/>
		<updated>2020-06-23T11:04:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank === [Stolte]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || 11433-11744Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| n den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27307</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27307"/>
		<updated>2020-06-23T11:03:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; [Keck 1998]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || 11433-11744Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| n den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27306</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T11:00:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Anmerkungen und Belege */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || 11433-11744Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| n den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27305</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T10:59:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Unterschiede der Trankwirkungen&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eilhart  V. 2335-2501 !! Gottfried V. 11433-11744  !! Prosaroman V.1065-1099&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, kann vier Jahre lang nicht voneinander getrennt sein || 11433-11744Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss „âne sînen danc“ den anderen vor allem anderen lieben || Wer von dem Trank gemeinsam trinkt, muss einander lieben, werden sie getrennt, erkranken sie (ähnlich Eilhart) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| n den ersten vier Jahren ist die Liebe so stark, dass sie erkranken, wenn sie auch nur einen Tag ohneeinander sind → Werden sie eine Woche lang getrennt, sterben sie&lt;br /&gt;
 || Der Trank reinigt Isoldes Herz vom Hass auf Tristan, der ihren Onkel tötete → Keine Wirkungsdauer angegeben&lt;br /&gt;
 || Tranks lässt die „natürliche“ Liebe zueinander wachsen, sodass nach dem Ablauf der Wirkung des Tranks die Liebe so stark ist, dass sie nicht getilgt werden kann&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nach vier Jahren lässt die Wirkung des Trankes nach und längere Trennungen sind möglich, doch die innige Verbundenheit / “Liebe“ bleibt || Brangene sagt, dass der Trank der Tod von Tristan und Isolde sein wird (V. 11709 f) || Nach vier Jahren hört der Trank auf zu wirken, doch die durch ihn entstandene Liebe bleibt bestehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Liebenden sind auch nach dem Abklingen der Wirkung des Liebestranks ihr Leben lang in Liebe verbunden→Lebenswirkung|| Sie zweifeln an der Liebe des anderen (V. 11739) || Trank zwingt für 4 Jahre zur Liebe, danach soll tatsächliche Liebe entstanden sein und so stark, dass man ein Leben lang zusammen bleib&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| „ane dang“- Motiv, unfreiwillig || „ane dang“- Motiv || Erst Zwang, dann freier Wille &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trank als Rechtfertigung des Ehebruchs, der Lügen und des Verrats an Marke  || Trank als Begründung, wandelt Hass Isoldes in Liebe || Trank als Ursache, lässt Liebe wachsen &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;br /&gt;
[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane, in: Karlheinz Stierle (Hg.) Beihefte zu Poetica, München 1998, S. 93-123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Stolte] Stolte, Heinz: Drachenkampf und Liebestrank (Zur Geschichte der tristandichtung), in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Goettingen, S. 250-261.&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27299</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T10:29:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2315 - 2319.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27298</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T10:27:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27297</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T10:25:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2315-2319)&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27296</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27296"/>
		<updated>2020-06-23T10:24:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(V. 2315-2319)&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27295</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27295"/>
		<updated>2020-06-23T10:23:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die kommenden Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;(V. 2315-2319)&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
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* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27293</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27293"/>
		<updated>2020-06-23T10:22:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Do der zag sich besprach,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;vor allem volck er do jach,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;er schlüg nit den serpant,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß sölt haben Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen billich.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;(V. 2315-2319)&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27292</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
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		<updated>2020-06-23T10:17:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So kommt es zum Abschied, aber nicht ohne dass Tristan Isalde seinen Hund überlässt, dem sie  an seiner statt empfundene Liebe zukommen lassen soll. Schweren Herzens bricht Tristrant auf.  Hier kehrt eine entscheidende Wende nicht nur in Hinblick auf den Handlungsrahmen, sondern auch auf die Liebe bezogen. Die wahre Liebe kommt nimmt Gestalt an, denn trotz der räumlichen Trennung von den beiden Liebenden, bleibt bei den kommenden Aventiuren immer die Liebe der Beiden im Hintergrund bestehen. Die Handlungen sind weiterhin von dieser Liebe bestimmt. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bild der Liebe bei Eilhart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde sehen sich das erste Mal, als Tristrant auf der Suche nach Markes auserwählter Braut von einem Sturm nach Irland getrieben wird. Dass die beiden bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben, weiß zu dem Zeitpunkt keiner von beiden (Heilungsfahrt). Nachdem der Drache besiegt und die Vereinbarung getroffen ist, wird der Liebestrank, den Isaldes Mutter der Kammerzofe Brangene anvertraut, vom Erzähler definiert. Die erste Wirkung des Tranks, die genannt wird, ist die Unfähigkeit, voneinander getrennt zu sein, erst dann wird die Liebe erwähnt. Die Dauer des Tranks wird als logischer Widerspruch beschrieben; zwar heißt es, der Trank wirkt vier Jahre, doch heißt es auch, der Trank verbinde zeitlebens miteinander. Als Synonym der Liebe wird die Erfahrung von Verlust aufgeführt, dem Verlust der Entscheidungsfreiheit und dem personellen Bewusstsein. Freie Entscheidungen können von beiden nicht mehr getroffen werden. Auch können die beiden Identitäten (Ritter Markes bzw. Frau Markes und Geliebte/r) nicht vereinbart werden und bleiben bis zum Schluss voneinander getrennt. Die Wiederkehrabenteuer zeigen dies: entweder ist Tristrant ein ehrbarer Ritter oder Isaldes Geliebter, aber nie beides gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Die Tristan-Figuren kämpfen aus einer unterlegenen Position heraus vergebens um Liebe und Glück und müssen ihre Unterfangen listig anstellen, da die Identität des Helden und die Identität des Liebhabers sich nicht vereinbaren lassen.&lt;br /&gt;
Auch Tristrants freiwillig gegebenes Versprechen, im Namen Isaldes jede Herausforderung anzunehmen, ist eine Art Zwang. Zwar könnte er dieses Versprechen brechen, wenn er wollte, doch dient es ihm als Rechtfertigung und Beweis, dass er öffentlich zu seiner Liebe zu Isalde steht. Zudem ist sein Versprechen an die Geliebte auch Ausdruck der Ehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Auswirkungen der Unterschiede auf die Schuldfrage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während bei Eilhart der Trank allein für das verwerfliche Verhalten und die Betrügereien von Tristrant und Isalde verantwortlich gemacht wird (der Erzähler betont dies immer wieder), wird der Trank und seine Wirkung ebenso als Rechtfertigung gesehen, um Tristrant und Isalde von ihren Sünden (Ehebruch, Treuebruch, Betrügereien &amp;amp; Verrat) zu befreien, da nicht sie dies wollen, sondern die Wirkung des Tranks sie zwingt, so zu handeln, um einander sehen zu können. &lt;br /&gt;
Auch bei Gottfried zwingt der Trank die beiden, alles zu tun, um sich sehen zu können. Die Kraft des Trankes wird hier durch seine Fähigkeit, Isaldes Hass gegenüber Tristan in Liebe zu wandeln, unter Beweis gestellt. Der Trank ist Begründung ihrer Liebe.&lt;br /&gt;
Bei dem Prosaroman ist der Liebestrank die Ursache der späteren „natürlichen“ Liebe der beiden. Während der ersten vier Jahre, der Zeit, in welcher der Trank wirkt, ist es erzwungene Liebe, welche das Verhalten bestimmt. Doch nach Ablauf dieser Zeit soll eine wahrhaftige Liebe die beiden aneinanderbinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27290</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27290"/>
		<updated>2020-06-23T10:14:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27289</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27289"/>
		<updated>2020-06-23T10:14:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27288</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27288"/>
		<updated>2020-06-23T10:12:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen= Teilnehmerinnen und Teilnehmer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27287</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27287"/>
		<updated>2020-06-23T10:11:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen= Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27286</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=27286"/>
		<updated>2020-06-23T10:10:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
Der Tristanroman ist einer der bekanntesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur. Zahlreiche Adaptionen und Variationen existieren von ihm. Seine Geschichte ist auch in der Gegenwart weiterhin bekannt und wird immernoch erzählt. Das &amp;quot;Romeo und Julia&amp;quot; des Mittelalters kommt aus dem französischen und wurde von den Autoren Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg ins Deutsche übernommen. Von ihnen stammen die bekanntesten Handschriften des Sagenstoffes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben und Übungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 13.05.20  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie bis zum 13.05. die Verse 2845-6340 und fertigen Sie wieder stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Achten Sie für die bisherige Lektüre auf Textstellen, die für die Themenschwerpunkte (Brautwerbung, Liebeskonzeption usw.) in unserem Seminar einschlägig sein könnten, und sammeln Sie diese mit Versangaben in der unten stehenden Liste.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Nutzen Sie Ihre Notizen der letzten Woche und helfen Sie bei der Überarbeitung des ersten inhaltlichen Blocks. &#039;&#039;&#039;Sprechen Sie sich hier ggf. ab, damit es nicht zur Überschneidung und der Speicherung mehrerer Versionen kommt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 20.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Lesen Sie den letzten Abschnitt von Eilharts Tristrant (V. 6341-9750) und fertigen Sie stichwortartig eine Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsstränge an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Sammeln Sie weitere Textstellen zu Schwerpunktthemen und tragen Sie diese in die unten stehende Liste ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Überarbeiten Sie (&#039;&#039;&#039;alle&#039;&#039;&#039;) die Zusammenfassungen der Verse 1-2844 und 2845-6340! Achten Sie dabei auf folgende Punkte:&lt;br /&gt;
*einheitlicher Gebrauch des Tempus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*sprachliche und inhaltliche Korrektheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*wichtige inhaltliche Ergänzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 27.05.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überarbeiten Sie das letzte Drittel unserer Inhaltsangabe und überlegen Sie sich für den neuen Artikel eine sinnvolle Gliederung (z.B. nach Handlungsabschnitten).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie Verlinkungen zu bestehenden Artikeln in den Fließtext ein (nur bei der ersten Nennung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Achten Sie auf eine einheitliche Kursivierung und Formatierung mittelhochdeutscher Textbelege.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Text von Tomasek zur Stoffgeschichte und achten Sie bei der Lektüre auf folgende Punkte:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Versionen des Tristanromans gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Hinweise zur Verbreitung finden Sie im Text von Tomasek?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie hängen die Texte zusammen, wodurch unterscheiden sie sich?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Was versteht man unter der ‚Estoire‘?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 03.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Artikel aus dem Verfasserlexikon und fertigen Sie einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten informationen zu Autoren, Überlieferung und Werken an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie den Textausschnitt von Schausten (S. 91-121) und prüfen Sie Eilharts Prolog auf inszenierte Mündlichkeit:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie wird Mündlichkeit im Prolog inszeniert?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie ist das Verhältnis von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit (Funktion der Schrift)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 10.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Überprüfen Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche und fügen Sie mit Hilfe Ihrer Notizen ggf. Ergänzungen ein.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Schmid-Cadalbert und Schulz zum Brautwerbungsschema und beantworten Sie folgende Fragen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie läuft die gefährliche Brautwerbung ab?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Von welchem Text wurde das Schema abgeleitet?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Raumstruktur ist typisch für die Brautwerbung?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie den Text von Schmid-Cadalbert mit der Brautwerbung bei Eilhart (ab Schwalbenhaar-Szene):&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wie sind die Handlungsrollen besetzt?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Handlungsfixpunkte gibt es?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gibt es Abweichungen vom Schema?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 17.06.20 ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche (Brautwerbung).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Fügen Sie noch etwas detaillierter den schematischen Ablauf, die Raumstruktur und die Handlungsrollen samt Besetzung im Tristrant hinzu!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte und Ausschnitte von Mikasch-Köthner, Schausten und Strohschneider zur Minnekonzeption.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In welchem Spannungsverhältnis befinden sich Minne und Gesellschaft bzw. Liebe und Herrschaft?&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Welche Konzeptionen von Minne gibt es bei Eilhart?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben bis zum 24.06.20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Überarbeitung und Korrektur&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Korrigieren und überarbeiten Sie die Ergebnissicherung der letzten Woche(n).&lt;br /&gt;
* Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung der Themenbereiche &amp;quot;Liebe und Herrschaft&amp;quot; bzw. &amp;quot;Liebe und Gesellschaft&amp;quot; vor allem die Brüche höfischer Normen sowie die Täuschungen und den Verrat an Marke.&lt;br /&gt;
* Ersetzen Sie die Fußnoten im Artikel durch Literaturverweise ([[Hilfe:HarvardReferences]]).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Vorbereitung der nächsten Woche&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lesen Sie die Texte von Keck und Stolte zum Minnetrank.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vergleichen Sie die Trankwirkungen aus Eilharts Tristrant (V 2335-2501), Gottfrieds Tristan (V. 11433-11744) und dem Prosaroman (1065-1099) und beantworten Sie folgende Fragen:&lt;br /&gt;
* Wie unterscheiden sich die Trankwirkungen voneinander?&lt;br /&gt;
* Wie wirken sich die Unterschiede auf die Schuldfrage aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bearbeitete Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Die Brautwerbung (Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde)]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Zentrale Textstellen und Themen (Proseminar &amp;quot;Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage&amp;quot;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stoffgeschichte == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei wichtigsten Vorgänger von [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds]] [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)| „Tristan“ ]] sind der Roman von Thomas von Britanje und Eilharts [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|  „Tristrant“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1. Der „Tristan“ des Thomas &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fragmentarisch erhaltene Werk, das von Gottfried als Gewährsmann, für seinen Text erwähnten Anglonormannen Thomas von Britanje, entstand etwa zwischen 1160 und 1176. Zwei weitere Dichtungen orientieren sich an seinem Handlungsaufbau, der sich primär auf die „Saga“ konzentriert: Der mittelenglische „Sir Tristrem“ (Ende 13. Jahrhundert), sowie die altnordische „Tristrams-Saga“ (1226) des Mönchs Robert. Die Thomas-Fragmente widmen sich, im Gegensatz zu Gottfried, zum Großteil dem Ende der Handlung. Leider ist ein Zusammenfügen des jeweiligen Stückwerks zur Nachvollziehbarkeit der Thomasschen Handlungsgestalt wenig effektiv, da jede Version des Tristan individuelle Entwicklungslinien aufweist. Lediglich das letzte Viertel erlaubt einen direkten Vergleich, da über längere Abschnitte auf die erhaltenen Thomas-Fragmente zurückgekommen werden kann. Einen auffallenden Unterschied bemerkt Peter Wapnewski bei den etwa 50 Versen des Cambridger Thomas Fragments (Thom. 1-52) aus der zweiten Baumgartenepisode: Der Straßburger Dichter illustriert Gefühle und Haltungen der Figuren und wechselt Nebenfiguren aus. 1995 wird ein neues Thomas-Bruchstück aufgefunden und veröffentlicht: Das Carlisle-Fragment zeigt, dass Gottfrieds Werk länger war, sich an Thomas` Handlungsstrang orientiert, aber dennoch einige Änderungen vornimmt. Aus dem Carlisle-Fragment lässt sich im Vergleich mit Gottfrieds Dichtung ableiten, dass das Brangänegespräch bei Gottfried vorverlegt wird, genau wie bei Eilharts Version. Die Auswertung des Neufundes lässt darauf schließen, dass Thomas eine geraffte Erzählweise bevorzugt, während Gottfrieds Fokus auf erzählerisch ausgearbeiteten inneren und äußeren Hergängen liegt. Weiterhin löst Thomas Datierung der Romanhandlung in die postarthurische Zeit die Zeitgleichheit von Artus- und Tristangeschehen auf, was einen Eingriff in die Konzeption des Tristanromans darstellt. Thomas prägnanteste Änderung im Gegensatz zu seiner Quelle, er beruft sich auf einen Gewährsmann namens Breri, ist die lebenslang anhaltende Kraft des Liebestrankes. Diese Abwandlung wird auch von Gottfried übernommen und kann als eine Aufwertung des Elements der Liebesthematik an sich gesehen werden. Außerdem ist eine inhaltliche Neuerung bei Thomas, die Einfügung der Minnegrotte und des Statuensaals.&lt;br /&gt;
Auf sprachlicher Ebene können in Thomas „Tristan“ mehr Wortspiele und Antithesen beobachtet werden, als z.B. in Eilharts Version. Im Vergleich zu Gottfrieds Text fehlt Thomas allerdings ein qualitativ-musikalischer Klang der Sprache. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2. Der „Tristrant“ Eilharts von Oberg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Carlisle-Fragments erhärtet sich die Annahme, dass Gottfried Eilharts Werk gekannt hat, was unter anderem seine Polemik gegen das Schwalben-Haar-Motiv nahelegt. Von Eilhardus de Oberch, einem Angehörigen einer welfischen Ministerialfamilie aus dem Dorf Oberg, der zwischen 1189 und 1209 urkundlich bezeugt ist, liegen sechs „Tristrant“ Textzeugen vor: Die Gottfried-Handschrift P, drei Fragmente des 12./13. und zwei vollständige Handschriften des 15. Jahrhunderts. Als unter Eilharts Namen komplett erhaltener Roman bietet der Text gute Einsicht in die Handlungsentwicklung eines Tristanromans vor Thomas. Einer der deutlichsten Unterschiede zu Thomas` Dichtung ist die Wirkung des Minnetranks. Bei Eilhart wirkt er vier Jahre lang so intensiv, dass das Paar bei einer Trennung von über einem Tag körperliche und seelische Qualen leidet, danach schwächt sich die Trankwirkung ab (auf früherer Stufe hatte der Trank eine Wirkungsstaffelung). Die schwächere Trankwirkung führt bei Eilhart zum Bereuen ihres Zusammenseins, dass sie in der Ugrim-Episode als Sünde deuten. Durch den Zauber des Trankes sind die beiden Liebenden bei Eilhart von einer Eigenverantwortung befreit, im deutlichen Unterschied zu Gottfrieds Darstellung. Eilharts Roman zeichnet sich weiterhin durch die dominante Darstellung der feudalen Herrschaft und des Heldentums Tristrants aus, der schon im Prolog als Hauptprotagonist vorgestellt wird, wohingegen Gottfried und Thomas den Fokus auf die Minnethematik legen. Interessant ist bei Eilhart die Figur des König Marke, welcher als kräftiger und manchmal zorniger Herrscher charakterisiert wird. Bei Eilhart führt er die Handlung ein und schließt sie am Ende ab. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Zur Entstehung des Tristanromans &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge des Tristan-Stoffes sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Vieles weist darauf hin, dass es vor den von Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg und Thomas von Britanje aufgezeichneten Versionen des Tristan-Stoffes bereits mündlich überlieferte Versionen gibt. Der Vorläufer der Aufzeichnungen ist die sogenannte [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]-Version. In der Estoire-Version waren wohl alle handlungsrelevanten Bestandteile des Tristanromans bereits vorhanden, so z.B.: Tristans Geburt, sein Kampf mit Morolt, der Liebestrank („Minnetrank“), Isoldes und Markes Hochzeitsnacht, Tristans und Isoldes Leben im Wald, etc. Festzustellen sind dabei Unterschiede in der Auswahl der Episoden, welche die drei maßgeblichen Tristan-Autoren gewählt hatten. Die Gattung der Estoire-Version ist indessen nicht mehr eindeutig festzustellen. Die Kombination aus Liebe und Tod spricht für ein Heldenepos, während die Verweise auf Künstlertum und List eher für ein Spielmannsepos sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristanstoff zählt als einer der bedeutendsten Liebesmotive der mittelalterlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo aber liegen – geographisch – die Ursprünge des Tristanromans? Darüber gibt es nach Tomasek zwei Theorien: zum einen wird die Entstehung dieser Geschichte im angelsächsischen Raum (Großbritannien bzw. Irland) vermutet, zum anderen aber im Orient. Bis ins 20. Jh. hinein bestand unter Experten Konsens darüber, dass „Tristan“ von den Britischen Inseln stammt. Darauf weisen die keltischen Namen der Hauptfiguren hin, z.B. Tristan, Brangäne, Marke (bzw. Marcus/March). Es gibt sogar Hinweise auf einen realen König Marcus oder March, welcher seit dem 9. Jh. in bretonischen und walisischen Texten erwähnt wird und im 6. Jh. gelebt haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Tristan“ taucht ebenfalls seit dem 6. Jh. auf den Britischen Inseln auf. Man weiß von einem Grabstein in Cornwall aus dieser Zeit, auf welchem der Name „Drvsta(n)us“ zu lesen ist. Des Weiteren gab es im 8. Jh. den piktischen Namen „Drust“ und im 13. Jh. den kymrischen Namen „Drystan“. Die Ähnlichkeit zu „Tristan“ ist hier bereits sehr deutlich. Nicht nur der Name „Tristan“ ist möglicherweise kymrischen Ursprungs, auch der Name „Isolde“ könnte von dem kymrischen Namen „Essylt“ abgeleitet worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der Handlung weisen auf einen keltischen Ursprung hin, so z.B. die keusche Schlafhaltung von Tristan und Isolde im Wald, die Episode des „kühnen Wassers“, das Motiv des voreiligen Versprechens oder die im Wasser treibenden Späne, welche Parallelen zu irischen Erzählungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es die irischen Erzählgattungen „immram“ (Seefahrt), „tochmarc“ (Werbung) und „aithed“ (Fluchterzählung), welche Tristans Fahrten nach Irland bzw. der Episode im Wald entsprechen. Die irische Erzählung namens „Diarmaid und Grainne“ ist der Tristangeschichte ebenfalls ähnlich. Diese Geschichte handelt von einem Liebespaar, das zunächst nicht zusammen kommt, da das Mädchen Grainne mit einem alten Heerführer verheiratet wird. Parallelen zu „Tristan“ sind außerdem der Liebestrank, die Flucht mit Diarmaid und das Leben der Beiden im Wald. Allerdings wurde die Geschichte von Diarmaid und Grainne zwar erstmals im 10. Jh. erwähnt, die Haupthandschrift aber stammt aus dem 17. Jh., sodass aus heutiger Sicht wohl eher ein Einfluss der Tristangeschichte auf die Geschichte von Diarmaid und Grainne angenommen wird als umgekehrt. Gleichermaßen nimmt man heute an, dass „Tristan“ von anderen europäischen Erzählungen beeinflusst wurde, z.B. von der griechischen Sage des Theseus, was an dem schwarzen bzw. weißen Segel als Rückkehrsignal deutlich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist „Tristan“ nun doch orientalischer Herkunft? Zu dieser Theorie wurde von der Forschung der persische Epos „Wis und Ramin“ aus dem 12. Jh. angeführt. Allerdings ist es mittlerweile erwiesen, dass dieser Epos im Mittelalter im Westen nicht bekannt wurde. Gleich verhält es sich mit der arabischen Geschichte „Kais und Lubna“, welche nie ins Lateinische übersetzt wurde. Diese könnte allerdings am aquitanischen Hof mündlich überliefert worden sein. Es war im 12. Jh. durchaus möglich, arabische Geschichten an westeuropäischen Höfen zu erzählen, da rege Dichterbegegnungen stattgefunden haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tristangeschichte werden viele international bekannte und teilweise vorchristliche Motive wiedergegeben, so z.B. der Drachenkampf, der Brautunterschub, das gefälschte Gottesurteil etc. Sogar biblische Motive finden sich hier, z.B. die sogenannte „Baumgartenszene“, welche an die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erinnert. Für den Tristanstoff typisch sind Episodengedichte, also Gedichte aus separaten Episoden, die ein Handlungselement aus der Estoire-Version erzählen oder neue Episoden einfügen. Als Beispiele seien hier genannt: das „Geißblattlai“ von Marie de France, die Berner und die Oxforder „Folie“, „Donnei des amants“, „Tristan ménestrel“ und [[Tristan als Mönch|„Tristan als Mönch“]], deren Verfasser heute nicht mehr bekannt sind. Diesen Werken ist gemein, dass sie nicht nur den Handlungsverlauf des Tristanromans wiedergeben, sondern auch viele der Motive und Themen aufgreifen. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4. Zur Verbreitung des Tristanromans in Mittelalter und Neuzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Episodengedichte „Geißblattlai“ und die Urfassung der „Folie“ stammen aus Frankreich und zeigen, dass bereits die Basis der grundlegenden Handlung auf der Stufe der Estoire gelegt wurde. Ebenso basiert das Werk „Tristan en prose“ (verfasst um 1230) auf Material aus der Estoire-Stufe. Dieses Werk konnte sich allerdings in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, nicht durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass die Autorin Marie de France (Geißblattlai) von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II gefördert wurde. Auch Eilhart von Oberg war Ministerialer im Dienste der Welfen, welche wiederum durch die Heirat zwischen Heinrich dem Löwen und der Tochter von Heinrich II mit dem englischen Königshaus verwandt waren. In den auf das 12. Jh. folgenden Jahrhunderten breitete sich der Tristanroman in ganz Europa aus. So ist „La Tavola ritonda“, bekannt, das auf dem Werk „Tristan en prose“ basiert und sich von der iberischen Halbinsel bis auf den Balkan ausbreitete. Zur Ausbreitung des Tristanromans trug im 13. Jh. auch die Beziehung des englischen Königshof zum norwegischen König Haakon Haakonarson bei. In Norwegen kannte man die „Tristrams-Saga“, während in Deutschland Gottfried v. Straßburg bzw. Eilhart v. Oberg zur Verbreitung dieses Stoffs beitrugen, vor allem Letzterer, der den Romanhelden „Tristrant“ nannte und in sein Werk auch eine alttschechische Versübertragung mit einfließen ließ, welche wiederum Teile aus Gottfrieds Fassung enthielt. Im 16. Jh. wurden Tristan und Isolde sodann durch den Dichter Hans Sachs in mehreren seiner Meisterlieder weiter bekannt gemacht. [Tomasek 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die deutschsprachige Überlieferung und inszenierte Mündlichkeit bei Eilhart ==&lt;br /&gt;
=== Inszenierte Mündlichkeit ===&lt;br /&gt;
Bei Eilharts Tristangeschichte handelt es sich um die erste, komplettierte Fassung der Dichtung in Europa überhaupt. Da unklar ist, auf welche Form sich der Autor selbst gestützt hat, greift die Forschung immer wieder auf einen Vergleich mit der späteren Tristanfassung Gottfrieds zurück, wobei beiden Fassungen die Begriffe „spielmännisch“ und „höfisch“ zugeordnet wurden. Der Eilhart’schen Fassung ist dies der spielmännisch traditionellen Erzählweise des Autors zu verschulden. Die Schriftlichkeit Eilharts von Oberg steht hierbei der Mündlichkeit in Konzeption und Stil nahe. Die altgermanistische Forschung jedoch, sieht in den beiden Fassungen eine  notwendige Trennung, da Eilharts Fassung die Konnotation „spielmännisch“ zu einem vorhöfischen Epos werden lässt und sie somit in den Schatten Gottfrieds fällt. Dies ist auch der problematischen Mehrdeutigkeit des Begriffs zu verantworten, der zum einen die Erzählweise Eilharts definiert und zum anderen inhaltlichen Bezug durch die vermeintliche Auffassung der Stoffgeschichte des Tristan durch den Autor nimmt. Des Weiteren ist Eilhart mit seiner Fassung viel mehr von der Heldenepik geprägt, er „repräsentiert von der Minneauffassung her eine frühe Stufe höfischer Epik“ (S.93), im Gegensatz zu Gottfried, welcher seine Figuren klug handeln lässt, er somit ein anderes Menschenbild darstellt und selbst eine andere Auffassung der Menschen besitzt. Auch in puncto Erzählstil fällt, im Auge der Forschung, die Fassung des Oberg in den Schatten der des Gottfried. So erzählt Eilhart seinen Tristan in in trivialer Sprache, was sich durch Gottfrieds Version und seiner reflektierten Erzählweise herauskristallisiert. „Somit erweist sich die zunächst durchaus überlegenswerte Zuweisung des Eilhartschen Textes zur Mündlichkeit in dieser Form als äußerst problematisch, weil hier Oralität mit „Simplizität“ […] assoziiert wird“(S.94). Durch diese Aussage wird klarer, dass eine vergleichende Betrachtung der beiden Tristan Fassungen wenig hilfreich ist, da diese den neutralen Blick auf den Text selbst erschwert. Um auf die Bezeichnung „spielmännisch“ zurückzukommen: Auch diese Betitelung des Eilhart’schen Textes erfolgte aus der „höfischen“ Fassung Gottfrieds, welche dem modernen Leser mehr entspricht, als die ältere Version des Eilhart. Eine Abstufung seines Textes erfolgt also aus dem Bewusstsein des Lesers, dem Erkennen der mangelnden Logik der Handlung, welche aus der „Konsequenz der Literalität“ (S.95) [Goody/Watt 1986] (Lese- und Schreibfähigkeit) folgt. Menschen, welche in einer elitären, schriftlichen Gesellschaft aufwachsen, entwickeln ein logisch- empirisches Denken. Durch die Einführung des Schriftlichen fand hier also eine Entwicklung  vom „mythisch“ zum „logisch“ denkenden Menschen statt. &lt;br /&gt;
Somit sind die Kriterien, auf welche zur Sichtung literarischer Werke zurückgegriffen wird, Resultate einer von Schriftlichkeit geprägten Gesellschaft. Problematisch ist hierbei, dass mediävistische Texte anders zu erfassen sein müssen. Denn diese entstammen einer Zeit, in welcher die Mehrheit der Bevölkerung ohne Schrift gelebt hat (folglich Analphabeten waren). Beschäftigung mit Literatur dieser Zeit muss sich also zwangsläufig auch mit den mündlichen Formen und dem Zusammenspiel beider auseinandersetzen. Schwierig zu erforschen sind hierbei die Formen der Aufführungen eines Textes und der Zeitpunkt, ab welchem die Autoren mit ihren Texten nicht mehr nur bei (Zu-)Hörern, sondern auch privaten Lesern Anklang fanden. Aus den schriftlichen Überlieferungen wird versucht, die Mündlichkeit herauszuarbeiten, die Präsentationsweise „im Kontext der höfischen Gesellschaft“(S.97), welche bis 1200 wohl in Form von Vortragsdichtung erfolgt ist. Wissenschaftler wie Manfred Günther Scholz stellen daher die These auf, dass Werke dieser Zeit nicht nur ausschließlich als lyrische Texte angedacht waren. Denn trotz dem Fakt, dass der Auto sein Publikum als zuhörendes anspricht, sollte ein Text nicht notwendig als Vortragsdichtung gelten. Des Weiteren kritisiert er, innerhalb der Epen den sprechenden Erzähler mit der Person des Autors gleichzusetzen. Diese beiden Charaktere müssen getrennt voneinander angesehen werden. Wenn nämlich dieses Verständnis von Fiktionalität bereits in mittelalterlicher Literatur nachgewiesen werden kann, ergibt sich daraus die Frage, „wo die Ursprünge der modernen Art, Literatur zu rezipieren, zu suchen sind, als grundsätzlich von einem Gegensatz […] mittelalterlicher und neuzeitlicher Literatur auszugehen“(S.98). Somit ist die Literarizität dieser Texte im Laufe der Zeit immer mehr in den Blick der Forschung gerückt, Mündlichkeit und Schriftlichkeit müssen in ihrem Zusammenspiel betrachtet werden (dies gilt somit auch für volkssprachliche Literatur). Der „Übergang von der „mündlich-unmittelbaren Kommunikation“ zu einer „rhetorisch erzeugten Mündlichkeit“[Butzer JAHR] wird auch als „fingierte Mündlichkeit“ bezeichnet. Autoren des Mittelalters verfassten ihre Texte also absichtlich in einer mündlichen Erzählsituation, um den Eindruck wörtlicher Rede zu erschaffen. Somit wird der Sprecher zum fiktiven Erzähler, welcher sich an fiktive Rezipient*Innen wenden kann. Mit dieser Einführung folgt auch eine Trennung von Diskurs und Geschichte, da der Erzähler durch den Diskurs nun eine eigenständige Kommunikationssituation entwickeln kann.[Schausten 1999] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Bedeutung konzeptioneller Mündlichkeit für die literarische Inszenierung der Erzählerfigur ====&lt;br /&gt;
Die Verwendung eines Diskurses ist in der Tristansage zu erkennen, dieser erhält durch die mündliche Überlieferung Funktionen, die sich im schriftlichen fixierten Kontext fixieren. In der Version von Eilhart gibt zum einen die Dissoziation von Erzähler und Publikum und auf der anderen Seite eine Erzählfigur, die der mündlichen Vortragsweise entspricht. Wörter wie „uns“ sind Indikatoren für die Unmittelbarkeit der mündlichen Erzählsituation ist aber im schriftlichen Text die Trennung zwischen Erzähler und Autor.&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen den Modi „geschrieben“ und „gesprochen“, anders ausgedrückt durch „Sprache der Distanz“ und „Sprache der Nähe“. Die „Sprache der Nähe“ oder das „geschriebene“ Wort charakterisiert sich durch Monologe, fehlendem Sprecherwechsel, etc. Während die „Sprache der Nähe“ als angebliche Mündlichkeit in epischen Texten verkörpert.&lt;br /&gt;
Eilharts Erzählfigur ist der „Sprache der Nähe“ zuzuordnen, da er gleichzeitig Publikum und Erzähler suggeriert. Charakteristisch dafür sind, Verben wie „sagen“ oder „sprechen“ oder wenn eine Unterhaltung inszeniert wird. Somit wird die „Sprache der Nähe“ in einem schriftlichen Text verankert. So kann die Mündlichkeit und Schriftlichkeit anhand der erzählerischen Konzeption sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
Eilhart bemüht sich in seiner Dichtung „die Hinweise auf die Verbindungen zwischen Erzähler und Rezpierenden zu erhalten“ (vgl. S. 109). Direkt zu Beginn versucht sich Eilhart schon dieses Konzept einzuführen in dem er schreibt: „ich sage ûch, wolt ir swîgen […]“. Hier ist die fingierte Erzählsituation besonders deutlich, ein Erzähler kann erst beginnen, wenn das Publikum zur Ruhe gekommen ist. Auch deuten weitere Worte daraufhin, z. B. sollen die Leser die Geschichte „vernemen“ und „hôren“ anstatt zu lesen.&lt;br /&gt;
Er bemüht sich außerdem die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder zu steigern, indem er sie wiederholt auffordert, sich das Gesagte zu merken: „diz merkit recht, wen ez ist wâr“ (v. 1385). Auch hier ist wieder die Mündlichkeit des Diskurses zu erkennen.  Eilhart macht viel dafür die mündliche Vortragsweise zu fingieren, damit dies aber auch vollständig funktioniert ist das Gedächtnis des Lesers von großer Bedeutung. Die immer wiederkehrenden Aufforderungen bewirken das Publikum durch das geschriebene zu steuern. Wiederholung wie zum Beispiel „ich sage ûch wêrliche“ oder „nû merkit“ am Anfang eines Verses unterstreichen das. Viele Indikatoren in Eilharts Dichtungen lassen darauf schließen, dass „formelhafte Dichtung [nicht] mündlich komponierst sein mu[ss]“ (vgl. S. 111) . Es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass er sich „am menschlichen Gedächtnis orientiert“                    (vgl. S. 111). Tristan werden im Laufe immer wieder positive Attribute zugeschrieben. Durch die ständige Wiederholung verschiedener Attribute und Eigenschaften der Charaktere, bleibt dem Leser ein solches Bild im Gedächtnis. Der Autor legt dem Leser also sein Bild der Personen fest.&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Ausdrücke sind also eine Redundanz der schriftlichen Erzählung, die die Geschichte über den Handlungsbereich hinaus erzählen. Die verschiedenen Abschnitte wie Geburt, Leben, Liebe und Tod machen das Leben des Helden zum Gegenstand, ohne diese aktiv miteinander zu verbinden. So entsteht eine heute weniger verständliche Methode des Erzählens, nämlich die Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die dadurch enstandene Befremdung kommt also ohne die üblichen Mittel wie absteigenden Erzählverlauf und Höhepunkt aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Erzählung nicht nur typisch war, sondern, sondern sogar die Norm.&lt;br /&gt;
„Somit ist auch der Erzählplan des Textes an dem mündlichen Erzählens orientiert“ (vgl. S. 112). Ein einziges Mal wird die Aneinanderreihung durchbrochen, in Vers 7865.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der inszenierte Körper der Isalde ====&lt;br /&gt;
Die kämpferischen Darfstellungen, genauso wie die Attributen, die den Personen zugeordnet werden, verdeutlichen Eilharts vorhöfische Abstammung und die damit verbundenen „Kultur[en] des weltlichen Adels [stehen im] Mittelpunkt“ (vgl. S. 114). Das ist zu erkennen an den, teilweise „ausführlichen Beschreibungen“ von Kostbarkeiten. Besonders wertvolle Materialien werden hervorgehoben. &lt;br /&gt;
Eilharts Erzählungen sind nicht nur heldenepisch und auf spielmännische Art inszeniert worden, sondern auch ein „Rückgriff auf die Zeichensprache körperlicher Inszenierung in mündlichen Kulturen, auf die Darstellung höfischer Gesellschaft und ihres Ideals“ (vgl. S. 114).&lt;br /&gt;
In laufe der Gesichte kam es zur einer Episode, in der Tristan eine andere Frau ehelich vernachlässigt hat, da Isalde ihm mehr Zuneigung spüren lässt. Das belegte Tristan, indem er meinte, dass Isalde sich besser um seinen Hund, als irgendjemand sonst, kümmert. In diesem Zusammenhang setzt Eilhart, nach seinen vorherigen Bemerkungen, dass das Publikum sich etwas merken sollte, sie diesmal auf das „sehen“ an. Isalde soll so hübsch wie möglich erscheinen. Eilhart möchte, dass die Figuren, und auch  die Leser, bemerken, wie einzigartig Isaldes „höfische Vollkommenheit“ ist. &lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Beschreibung des Jagdzuges, welche vorher schon mehrfach  angesprochen wurde.  Die Inszenierung des Aufzuges übertrifft aber alle Erwartungen. „Der Eindruck höchster Vollkommenheit und höfischer Pracht wird durch den nun einsetzenden zweiten Teil des Zuges erzielt, indem die Damen der Hofgesellschaft im Mittelpunkt stehen.“ (vgl. S. 115). Es wurde darauf geachtet, dass jede der folgenden immer prächtiger gekleidet oder geschmückt wurde als die Vorherigen. Dadurch steigert sich die „höfische Pracht“ (S. 115) immer mehr. Der Höhepunkt bildet Isalde, die schöner ist als je zuvor. Das wird anschließend gekrönt, als Isalde den Hund, den sie von Tristan bekommen hatte, in eine goldene Unterkunft führt und diesen mit einem kostbaren Mantel liebkost. &lt;br /&gt;
Diese Episode zeigt, das Eilharts Erzählung nicht als vorhöfisch zu bezeichenen ist. Sondern vielmehr als die „Darstellung moderner höfischer Adelskultur“, welche „ein zentrales Anliegen dieses Tristnasromans ist“ (vgl. S. 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Büchern und Berichten, Briefen und Boten: Abschließendes zu Besonderheiten der Eilhartschen Tristandichtung&lt;br /&gt;
Eilhart schaffte in seiner Tristandichtung eine Verbindung zwischen den Traditionen des mündlichen Erzählen, sowie die Präsentation der adeligen Körper.&lt;br /&gt;
Zusätzlich weißt er mehrfach auf die Oralität und Literalität seines Werkes, in Abhängigkeit zu seiner Episoden, hin. So wird die Konkurrenz zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zum Thema. Der Autor schafft es bewusst die Darstellung als literarische Technik einzusetzen, um seiner Dichtung Identifikation Möglichkeiten zu einem kunstvoll inszenierten höfischen Gesellschaftsbild darzustellen.[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eilhart von Oberg === &lt;br /&gt;
Verfasser des [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot;]]. Er nennt sich in seinem Werk selbst, deshalb ist gesichert, dass er der Verfasser ist. Er selbst benennt sich &amp;quot;von hobering her eylhart&amp;quot; (S.410). Seine Herkunft ist unklar, vermutlich rheinisches Zentrum, der Generation der Oberge angehörig, was jedoch nicht nachweisbar ist. Belegt ist, dass ein &amp;quot;Eilhardus de Oberch&amp;quot; gelebt hat, von 1189 bis 1209, der dem Ministerialgeschlech in Braunschweig im östlichen Sachsen angehörte. Ob es sich dabei um den Verfasser des Tristan handelt, ist jedoch zweifelhaft. Auch der literaturgeschichtliche Ort des Tristrant bleibt somit unbekannt, da von der ursprünglichen Tristrant-Dichtung nur noch Pergament-Bruchstücke von drei Handschriften erhalten sind (Wagner versuchte diese einst anhand der Sprache der alten Fragmente zu bestimmen). Eine zeitliche Wirkung seiner Tristrant Erzählung ist erst circa ein Jahrhundert später mit dem sogenannten „Tristranteppich“ greifbar, der in der Region um das östliche Deutschland, im heutigen Sachsen auftauchte. &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Vorreiter des Tristrant war die sogenannte Estoire. Auch diese ist nicht vollkommen überliefert, aber inhaltlich zu erschließen. Wichtiges Leitmotiv der Tristrant Erzählung ist die Liebe, geprägt durch die in Frankreich ausgelöste „neue Vorstellung [Ovids], wie sie als wunderhafte Macht den Menschen ohne seinen Willen geradezu wie eine Krankheit überwältigt“ (S.413), welches Oberg im Motiv des Minnetranks umsetzt. Somit haben auch die Schilderung der Gefühle und Gedanken, sowie der Liebesmonolog der Isalde einen modernen Stellenwert innerhalb des Werkes. Hier finden sich jedoch Passagen wieder, welche zum Teil Eins zu Eins dem Liebesmonolog der Lavinia aus Heinrich von Veldekes „Eneit“ zu entnehmen sind. „Wenn Wagner [jedoch] Ort und Zeit von [Obergs] Schaffen richtig bestimmt hat, war der &#039;Tristrant&#039; zu Anfang der siebziger Jahre am Niederrhein verfügbar, sodass Veldeke den [Monolog] der Isalde bei der Ausarbeitung heranziehen konnte“ (S.416). Eilhart hielt sich in seiner Dichtung zwar nicht an Reimschemata, doch folgten seine Assonanzen bestimmten Regeln (Beispiel: überschüssiges n im Auslaut; vokalische Ungleichheiten)-  Motive, welche auch bei Veldeke so auftauchen. Wagner stellte bei einem Vergleich der beiden Werke fest, dass diese Assonanzen im Fortschreiten beider Dichtungen abnehmen (fortschrittlich zeigen sich bei Eilharts Text die ausgedehnten Hemistichien). &amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
Trotz der „trümmerhaften“ Überlieferung der Tristrant Erzählung, genießt sie einen hohen Bekanntheitsgrad und literarische Relevanz. Von Wagner ausgewertete literarische Erwähnungen wurden durch Lichtenstein (S. CXCII—CCIV) zusammengefasst und auf den Zeugniswert der Namen hingewiesen. Dazu kommen die drei Wienhäuser „Tristranteppiche“, wovon der älteste (um 1300) hierbei vermutlich für das Herzogshaus bestimmt war. Der zweite aus der Dorfkirche Emern bei Ülzen im Lüneburger Museum und ein letzter, vermutlich aus Würzburg stammender Teppich, aus dem 14. Jahrhundert. Die Hochphase des Tristan sollte erst im späten Mittelalter erfolgen, als das Stoffliche dem Leser mehr und mehr in den Vordergrund rückte. „Von der Prosaauflösung des Tristan sind bis 1664 vierzehn Drucke nachgewiesen“ (S.417). Ein auf 1539 datierter Wandbehang aus einer Kirche im Erzgebirge fasst dieses Motiv wieder auf. Sie inspirierte Hans Sachs 1551 und 1553 für fünf Meisterlieder und eine Tragedia. [Wolff/Schröder 1980]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe auch: [[Gottfried von Straßburg]]&#039;&#039; [Kuhn 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Leben ====&lt;br /&gt;
Gottfried von Straßburg hält sich Zeit seines Lebens im Hintergrund, genauso wie Informationen zu seiner Person. Einzig bezeichnet er sich als Meister, aus welchem Kontext heraus ist jedoch nicht schlüssig.&lt;br /&gt;
Aus seinen Erzählungen lässt schließen, dass er eine lateinisch-artistische und französische Bildung genossen hat. Genauso sein wissen über das Laienrecht, der höfischen Sachkultur und Musik.&lt;br /&gt;
Sein Stand als Bürger ist leider nicht nachzuweisen. Es wird spekuliert ob er am Bischofshof oder städtischen Verwaltung gearbeitet hat.&lt;br /&gt;
Der Einsiteg seines Tristansroman wird als Widmung angesehen, auch wenn es dafür keine Belge gibt.&lt;br /&gt;
Er starb ohne Tristan beenden zu können, welcher aber von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg fortgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Werke (Datierung/ Echtheit) ====&lt;br /&gt;
Die Datierung seines Versroman ist schwierig, lässt sich aber annähern durch Äußerungen seinerseits. Er nennt zum Beispiel Heinrich von Veldecke und den Minnesänger von Hagenau als verstorben aber Hartmann von Aue, sowie Bligger von Steinach, Walther von der Vogelweide, etc seien noch am Leben gewesen.&lt;br /&gt;
Die wenigen Hinweise verweisen auf die Jahre 1200-1220.&lt;br /&gt;
Der Abbruch nach Vers 19548, vor dem dritten Teil, rief immer wieder Spekulationen herraus, wurde aber von seinen Nachfolgern mit seinem Tod erklärt. Genauso könnte es aber möglich sein, dass ihm die Arbeit zu müßig wurde oder, dass er nach der Trennung des Paares zu gerührt war um fortzufahren. Zwar umfasst er im Prolog schon die ganze Geschichte bis zum Tod , weicht aber schon früher von der Gliederung ab, was auf eine Überarbeitung schließen lassen kann, deren Umfang aber nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlieferung des Tristan. Überlieferungsgeschichte, Textkritik ====&lt;br /&gt;
Die Tristangeschichte ist bis zum Abbruch vollständig. Es sind 11 Handschriften und 16 Fragmente erhalten. Charakteristisch ist, dass  9 Fragmente aus dem 13. Jahrhundert eine vollständige Überlieferung bezeugen. &lt;br /&gt;
Die Handschriften M aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist eine sehr aufwendig gestaltete Ausgabe.&lt;br /&gt;
Obwohl die Überlieferung viel einheitlicher ist, als man vermutet hatte, wurde erst durch den Aufsatz “Die Überlieferungen zu G´s Tristan” die textkritische Arbeit der im wesentlichen noch heute geltenden methodischen Grundsätze gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quellen ====&lt;br /&gt;
Gottfried verfolgt im großen und ganzen die wesentliche Handlungsabfolge des Tristans. Gleichzeitig bringt er so viele komplexe Koordiantennetze von Reflevionen in seinen Text, dass jede Nacherzählung, die seine komplett verfälschen würde. Er slebst hat lange nach der richtigen Fassung gesucht, der er folgen konnte.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lassen sich die Differenzen der Anlagen durch eine spielmännische Fassung und eine höfische Fassung. An manchen Stellen spricht sich Gottfried gegen diese Fassungen aus, die bei Eilhart zu finden sind. Dies setzt aber keine Kenntnis Eilharts voraus, denn diese können auch schon bei Thoman gefunden werden.&lt;br /&gt;
Was Gottfried von Thomas übernommen hat, ist meist nur hypothetisch. Genauso überschneiden sich Thomas Fragmente nur zwei Stellen mit Gottfrieds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Problemansatz und Strukturprogramm ====&lt;br /&gt;
Gottfrieds Tristan besteht aus einem komplexen Koordinatennetz aus Reflexionen. Gottfried schmückt seine Erzählung immer wieder mit Kommentaren, Einwürfen und Exkursen. Dies führt zu einem vielschichtigen Text. Werden die Details separat betrachtet lässt sich auf folgendes schließen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Problemansatz =====&lt;br /&gt;
Gottfried möchte einen Minneroman schreiben und bezieht sich deshalb auf viele seiner deutschen Vorgänger. Er möchte aber einen Kontrast zum üblichen Minneroman bilden. Er bezieht sich damit auf den Problemansatz der Minne. Er setzt die Minne einer zerreißenden Dialektik aus. Diese liebe-leit-Minnegeschichte steigert ihre positive Wirkung vom Prolog bis zur Evangeliums- und Sakrament- Analogie. Diese Leit- Komponente besteht aus der “zwanghaften, ins absolute gesteigerten Liebesbeziehung selbst”, die Gottfried in seiner rationalen Weisheit darstellt, die vom Anfang der Bindung bis letztlich zu Selbstverlust, Elend und Tod führt. Dieses Extrem Bild der Reflexionen bildet den Kern Gottfrieds Erzählung. Weshalb bis heute auch noch keine einheitliche Deutung zustande gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Strukturprogramm =====&lt;br /&gt;
Dem Grundprinzip, welches in allen Fassungen zu finden ist, nämlich die tragische Minne von Tristan und Isolde, die erst im Tod miteinander verbunden sind, folgt auch Gottfried. Doch lassen sich bei Gottfrieds Fassung einige Unterschiede erkennen. So ist denn der erste Teil von staatsrechtlichen Aspekten geprägt im Gegensatz zu Eilharts Märchengestaltung.&lt;br /&gt;
Unterscheiden lässt sich auch noch die Wirkung des Liebestranks, die Bei Gottfried keine Einschränkung hat, im Gegensatz zu anderen Versionen des Tristansromans. Genauso ist Gottfrieds Kommentar zum Gottesurteil heut noch sehr umstritten und stellt sich vor große Deutungsprobleme. Auch wird das Waldleben von ihm positiv dargestellt, in dem das Paar eine paradiesische Einsamkeit genießen kann. Nach Tristans widerstehen der Fremden, und dem treu bleiben gegenüber Isolde, endet Gottfrieds Erzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkungsgeschichte ====&lt;br /&gt;
Gottfried und seine Auswirkungen werden immer wieder erwähnt, unter anderem von Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg. Er versucht seine trotz durch Reflexionen gesteigerte Tristan-Erzählung, doch bewusst zu verschleiern. Die immer fortschreitenden Möglichkeiten, sowie neue Kenntnisse in der Wissenschaft lassen mittlerweile eine fast unabsehbare Möglichkeit von Deutungen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prosaroman ===&lt;br /&gt;
Bis 1664 sind 13 Drucke der Tristan Dichtung als Prosaroman nachweisbar. Eine Prosa Veröffentlichung war nötig, da sich die Gesellschaft der Reimkunst entfernt  hatte. Hier wurde auch der Prolog gestrichen, da langes Hören wie Lesen einer Vorrede nicht mehr üblich war. Der Text wurde dabei inhaltlich nicht verändert, es wurden lediglich Lücken durch lehrhafte Reflexionen gefüllt und durch ein sich selbst reflektierendes „Ich“ ergänzt. Des Weiteren wurden hier poetisch ausschweifende Beschreibungen gekürzt. Durch den Wechsel von der Handschrift zum Druck wurde die lückenhafte Überlieferung komplettiert.[Schmid 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liebe/Minne == &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebe bei Eilhart von Oberg Tristanroman:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Zuhörer wird bereits im Prolog über den groben Umriß der Geschichte aufgeklärt:  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so wil ich so beginnen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; wölt ir nuº schigen still,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß ich úch o˅n all valschait &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;hie künd die rechten wa˅rhait, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; die ich in sinem buºch vand,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie der her Tristrand  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; zuº der welt kam  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und welch wunder er begieng  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er in der welt began  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie der listig man  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die frowen Ysald erwarb  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und wie er dar nach starb,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er durch sie und sie umb in.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;merckent recht den sin, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und laussend úchß dunckent nit ze lang,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann diß ist nuº der anfang  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 32 - 50&amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Tristansage ist unter anderem eine Geschichte die »die existenzielle Liebesgeschichte und feudalgesellschaftlich-institutionalisierter Ehebindung vorführt«[Eilhard von Oberg S. XV]  Es geht um die gesamte Lebensgeschichte des Protagonisten Tristrant, seine Heldentaten und die Liebe zu Isalde bis zu seinem Tod.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Tristrant und Isalde verkörpern das Ideal der damaligen ritterlich-feudalistischen Gesellschaft. Er ein heldenreicher Ritter, ein Königssohn und sie eine wunderschöne Königstochter mit heilenden Kräften. In der gesamten Erzählung wird vor allem durch die zwei adeligen Liebenden, die durch den Minnetrank vier Jahre untrennbar sind, da sonst sie der Tod ereilt, die Struktur der Gesellschaft und Herrschaft veranschaulicht. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte zwischen den beiden Liebenden und König Marke, Tristrants Onkel und nach der Brautwerbung Ehemann von Isalde. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Minne auf der einen Seite und der höfischen Gesellschaft auf der anderen Seite – zwischen der arrangierten Ehe und dem Bündnis von zwei Liebenden. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch alle Ebenen erstreckt sich eine komplexe Geschichte, die Verstrickungen, Verbannung, Verrat, Untreue, Ehebruch, Freundschaft, Verwandtschaft, Intrigen, Liebe, Krieg und dergleichen beinhaltet. Dem Leser wird das gesellschaftliche und herrschaftliche Treiben der damaligen Zeit vor allem durch das Handeln von Tristan und Isalde näher gebracht. So schlüpft Tristrant, um seine Liebe Isalde heimlich zu treffen in die Rolle anderer Gesellschaftsschichten wie die eines Pilgers oder Spielmanns. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Liebe der beiden gibt es vom Erzähler kaum moralische Stellungnahme und er überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden.  Die Liebe, die im ersten Teil noch Auswirkung des Minnetranks gewesen ist (»Die Liebeerscheint als etwas von außen Kommendes als zwanghaft, ja geradezu als der durch seine gesellschaftliche Bindung bedingten &amp;quot;Natur&amp;quot; des Menschen zuwider«) [Mikasch-Koether, S.S. 25] hat auch im zweiten Teil noch bestand, jedoch in anderer Form ([…]demBeweis der Beständigkeit ihrer Liebe, einer Liebedie sich nun an eigenen sittlichen Normen – Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit, Bedingungslosigkeit, Geduld – orientiert.« [Mikasch-Koether, S. 27].  Nachfolgend soll auf das Spannungsverhältnis, das aufgrund dieser Liebe in Gesellschaft und Herrschaft entsteht, näher eingegangen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Gesellschaft ===&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn wird von Eilhard zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert Bildung, Ansehen, Ruhm und Ritterschaft, das Tristrant von Kindesbeinen gelehrt wird, in der Gesellschaft hat.   &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der kund in wol bringen an &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in hoffentlichen dingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; harpffen und singen &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert er wol daß kind.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;weder vor noch sÿd &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ward nie kain kind gelert baß.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; an im er nicht vergaß, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sich zoch zuº eren und zuº lob.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; […] &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er lert in ouch sin milt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; und mit dem schilt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; ritterlichen riten  und wie er in den striten&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; sölt schlachen mit dem schwert. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 140 - 161ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
    Im weiteren Verlauf der Tristansage betont Eilhart von Oberg immer wieder was »ere« ist. Tristrant ist mit allen Attributen ausgestattet, die einen ansehnlichen, ehrenvollen Ritter ausmacht und wird von allen im Lande verehrt.  Im Königreich seines Onkels Marke bewährt er sich entsprechend und genießt großes Wohlwollen und Loyalität seines Onkels, der ihn sogar als Erben in Betracht zieht.  Durch den Neid Tristrant gegenüber übt die Verwandtschaft großen Druck auf König Marke aus, sich zu vermählen und somit einen legitimen Erben zu zeugen.  Als gedachtes aussichtsloses Vorhaben willigt der König Marke der Brautwerbung, unter der Bedingung ein, nur die Frau ehelichen zu wollen, die Trägerin jenen Haares ist, worum sich die Schwalben stritten (Siehe Schwalbenepisode).  Tristrant ist derjenige, der die Braut Isalde findet und tritt als Brautwerbungshelfer in Erscheinung. Dem geht eine Geschichte voraus, die latent zwischen Tristrant und Isalde eine Spannung in der Episode »Tristrants Zerwürfnis mit Isalde« zum Ausdruck kommt.    Erst mit dem Minnetrank und der damit einhergehenden Liebe entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tristrant (mit Isalde) und der Gesellschaft. In verschiedenen Episoden durchlaufen sie Bewährungsproben ihrer Liebe und dem Widerstand zur höfischen Gesellschaft.  Im ersten Teil der Tristansage ist die Liebe ein durch den Minnetrank eingewirkter Zwang, dem sich Isalde und Tristrant nicht entziehen können. Dahingehend haben sie keinen freien Willen mehr. Damit tragen Tristrant und Isalde unter den Auswirkungen des Minnetranks keine Verantwortung für ihr Verhalten, das als moralisch verwerflich zu betrachten wäre. Mit der sofortigen Wirkung des Minnetranks kommt bei Isalde Scham zum Ausdruck (Vgl. V. 2479ff.), was darauf hindeutet, dass das Begehren eine Mannes, der nicht der eigene Ehemann (oder zukünftige Ehemann), nicht standesgemäß ist. Demnach nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen scheint. Die Liebe bereitet ihr auch Schmerz, der immer wieder in Erscheinung tritt:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;  „ÿa ist daß dú minn, &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;dú mich also tuºt besta˅n? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;deß hett ich kainen wa˅n,&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sú tät so we mir. &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;weß engilt ich arme gegen dir,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú mir so we tuºt? &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von ir mir lieb und guºt&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; gar dick vil gesagt ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;ÿa waß ich arme deß gewiss,  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sú guºt und süss wär.&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; nun ist sú mir laider also schwär &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und alß ain essich sur.  &amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2564 - 2575ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürde jemanden zu lieben, mit dem sie nicht vermählt ist und ausserdem den König, ihren Gatten zu hintergehen, wird sie der Liebe wegen, im weiteren Verlauf tragen. Der Kontrast zwischen dem, was gesellschaftlich anerkannt und üblich ist – einerseits die Form der arrangierten Ehe, wo die Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Erbfolge und damit die Sicherung des Königreichs und andererseits der leidenschaftlichen Liebe, die Gefahren auf sich nimmt, tritt besonders mit der Figur der Isalde, die quasi zwischen den Stühlen steht, in Erscheinung.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird sich auch im Verlauf der Geschichte fortsetzen. Denn aufgrund der Minne müssen Tristrant und Isalde viele Hürden auf sich nehmen.  Nachdem Brangene, die Zofe Isaldes und Kurneval, der Knappe Tristrants feststellen, dass statt König Marke und Isalde den Minnetrank, den Isaldes Mutter Brangene mitgab, damit der  König Marke und Isalde diesen gemeinsam verzehren und sich somit die einhergehende wirkende Kraft der Minne zwischen den Eheleuten entfacht, Tristrant und Isalde versehentlich den Minnetrank gemeinsam verzehrt haben, beschließen sie (Brangene und Kurneval) Isalde und Tristrant  treu beizustehen: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Brangenen daß megetlin,  &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„so will ich den lib min ere, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; e ich von sölichem sere &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dise zwaÿ lauß sterben.“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich wolt e vor verderben!“ &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so sprach Kurnewal der guºt.&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt; Vers 2768 - 26773 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Damit haben Tristrant und Isalde zwei Verbündete, die diese Liebe vor König Marke und der Hofgesellschaft geheimhalten.  Bereits nach Ankunft von der Überreise von Irland, der Heimat Isaldes nach Cornvall, beschließen die Liebenden Brangenes Liebe und Freundschaft zu Isalde auf die Probe zu stellen, indem Isalde sie bittet, die Hochzeitsnacht mit Marke ihrer statt zu verbringen, um ihre bereits verlorene Jungfräulichkeit vor dem Gatten zu verbergen. Womit zum Ehebruch auch noch ein weiterer Betrug kommt. An dieser Stelle schaltet sich der Erzähler mit einer moralischen Wertung, die Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Norm aufwirft, ein:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; daß sie den kúng so betröge &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huºrentuºm verzúge. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß legt sú ir fúr, &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb daß sú nicht verlúr &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ir weltlich ere. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Vers 2852 - 2857 ff.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Hier wird deutlich, dass die verlorene Jungfräulichkeit vor der Hochzeitsnacht gleichbedeutend mit Hurerei und Ehrverlust ist.  Isalde und Tristrant, die ihr Ansehen und ihre Ehre nicht verlieren wollen, schrecken nicht davor zurück, Isaldes Zofe für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Womit auch die feudalistische Hierarchie der damaligen Gesellschaft zum Ausdruck kommt.  Ihre Heimlichtuerei währt nicht lange, denn König Marke, der Tristrant gegenüber loyal ergeben ist und intriganten Behauptungen gegen Tristrant seitens Antret, dem Neffen Markes, keinen glauben schenkt, erwischt die Liebenden schließlich in flagranti. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kommt zum Bruch zwischen Tristrant und Marke. Für Marke bedeutet das Verrat und Betrug. Vergeltung ist für ihn der einzige Weg, um sein Ansehen vor sich und der höfischen Gesellschaft zu wahren.  &#039;&#039;»Genauso wie der Verzicht auf ihre Liebe für Tristrant und Isalde den Tod bedeutet hätte, ist nun das Leben der Liebe am Hof Markes für die beiden eine ständige Gefahr für ihr Leben, die schließlich darin gipfelt, daß Marke beide zum Tode verurteilt.«&#039;&#039; [Schausten, S. 58 - 59]  Tristrant gelingt die Flucht, doch Isalde wird im Zorn des Königs an einen Herzog übergeben, der sie mit den Kranken schlafen lassen möchte, damit sie einen besonders grauenvollen Tod erleidet. Die Grausamkeit die hier vermittelt wird, macht deutlich, wie Isalde an Ansehen und Ehre verloren hat. Sie wird behandelt wie eine Dirne, die zum Tode verurteilt ist. Doch Tristrant gelingt es Isalde aus den Fängen des Herzogs zu befreien und mit ihr, abseits jeglicher Zivilisation und Gesellschaft, die folgenden zwei Jahre, bis der Minnetrank seine Wirkung verliert, im Wald zu leben.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es mag so wirken, als ob das Waldleben für die Liebenden ein romantisches Beisammensein darstellt. Aber die Tatsache, dass beide ihren Status des komfortablen adligen Lebens entbehren müssen zeigt auf, das sie für die Liebe einen hohen Preis zahlen müssen.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039; Tristrand und die kúngin &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;und Kurnewal der diener sin  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;littern gro˅ssen hunger. &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; wer in sölichem kummer  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;sölt ain ja˅r liden &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; – ich will der zwaÿ geschwigen –  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;er müßt sin deß todß,  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;wann sie enbissen kaineß brotß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039; metteß noch wineß  &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;noch kainer hand fineß &#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Vers 4757 - 4767&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Während dieser Zeit etablierte Tristrant einen Brauch, der den Beiden das Leben retten sollte. Er lag sein Schwert zu jeder Nacht zwischen ihn und Isalde. (Siehe dazu Liebe und Herrschaft)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Waldleben und dem Nachlassen des Minnetranks kommt bei Eilhard eine Wende der Liebe, die hier ein retardierendes Moment darstellt.  Mit Hilfe des Einsiedler Ugrim, der ihm seine Beichte abnimmt wird in dieser Episode deutlich, dass christlich moralische Werte auch bei Eilhard der Erwähnung bedürfen.  Trsitrant bringt Isalde zurück zu König Marke, um sie ihrem Stand entsprechend in das adlige Leben zurückzuführen und beteuert weiterhin seine Liebe zu ihr, auch dem König gegenüber. Er selbst möchte ebenfalls an den Hof Markes zurückkehren, doch dies wird ihm vom König verwehrt. Tristrant, voller Zorn, würde am liebsten Marke aufgrund der Unnachgiebigkeit des Königs, erschlagen. wahrt die Beherrschung Isalde zuliebe. Marke verbannt seinen Neffen von seinem Königreich. &lt;br /&gt;
[Schausten 1999]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liebe und Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==  Der Liebestrank: Wirkungsweise, Unterschiede, Funktionen= Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drachenkampf &amp;amp; Liebestrank ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die verschiedenen Rollen des Liebestranks&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Der Liebestrank, welcher in Tristandichtungen einen wichtigen Platz einnimmt, hat unterschiedliche Rollen inne. Bei Gottfried wird seine Einmaligkeit durch die Tiefe der hervorgerufenen Gefühle und seine vorbildliche Kraft und Staete verdeutlicht, während der Trank bei Eilhart als „zauberisches Gift“, welches eine unnatürlich heftige Liebeskrankheit auslöst, dargestellt wird. Der krankhaft übersteigerte Sonderfall der Liebe, wie Eilhart ihn aufzeigt, entschuldigt die Liebe zwischen Tristrant und Isalde. Bei Gottfried dient der Liebestrank als Abschwächung der Betrügereien und soll als besonders typischer Fall, sogar als Lehrbeispiel eines Ideals gelten, dem alle Liebenden nacheifern sollen. &lt;br /&gt;
Sowohl bei Eilhart als auch bei Gottfried ist der Trank der tatsächliche Anlass der Liebe, waren in beiden Versionen die beiden einander vor der Einnahme des Tranks nur höflich zugetan, ohne romantische Absichten zu vermuten. Auch teilen sich beide Versionen die entschuldigende, sittliche Funktion des Tranks, sodass die höfischen, edlen und korrekten Figuren Tristrants und Isaldes keine Konsequenzen bezüglich ihres Ansehens zu befürchten haben.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Markes Eheverzicht &amp;amp; Drachenkampf&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aufgrund des Trank-Motivs haben die zwei Umstände von Eheverzicht und Drachenkampf bei Eilhart und Gottfried ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die unter diesen beiden Umständen implizierte Rechtfertigung und der Rechtsanspruch Tristrants, d.h. das Anrecht auf Isalde, könnten an zwei Szenen bestärkt werden. &lt;br /&gt;
Markes Versprechen, ehelos zu bleiben, um Tristrant als Erben einzusetzen, dient jedoch lediglich als Anlass für die anderen Fürsten in seinem Gefolge, ihren Neid auf Tristrant zu begründen. Und auch der Drachenkampf ist nicht eindeutig: Während Eilharts Tristrant nicht weiß, dass die irische Königstochter die Frau ist, die er für Marke umwerben soll, als er zum Drachenkampf aufbricht, ist ihm dieser Umstand bei Gottfried bewusst. Könnte man bei Eilhart seinen Anspruch auf Isolde durch das Besiegen des Drachen rechtfertigen, funktioniert dies für Gottfried nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stufen der inneren Motivierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Aus dem Text von Stolte lassen sich drei verschiedene innere Motivierungen entnehmen: &lt;br /&gt;
1.Rechtliche Motivierung (älteste)&lt;br /&gt;
Es gibt den Rechtsanspruch auf Isalde durch Eheverzicht und Drachenkampf. Marke verspricht/schwört, ehelos zu bleiben und Tristan als Erben einzusetzen. Würde er sich an diesen Schwur halten, bräuchte er keine Frau und Isalde würde an den Drachenbezwinger (Tristan) gehen. &lt;br /&gt;
2.Dämonisch-mystische Motivierung (Eilhart)&lt;br /&gt;
Der Zaubertrank wird als Gift bezeichnet; durch die unabsichtliche Einnahme und die Wirkung des Tranks sind Tristrant und Isalde nicht für ihr Handeln verantwortlich, sondern einem „bösen“ Zauber erlegen.&lt;br /&gt;
3.Allgemein-menschliche Motivierung (Gottfried)&lt;br /&gt;
Tristant gewinnt Isalde nicht einmal, sondern zweimal für Marke. In der Gandin-Episode muss Tristant sie für Mark zurückgewinnen, nachdem Marke seine Frau gegen ein Harfenspiel eintauschte. Durch sein Handeln verliert Marke jeglichen menschlichen Anspruch an Isolde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:Josie | Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Lili Stadel | Lili Stadel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Juleda.Saliu | Juleda.Saliu]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Louise.schaffert | Louise Schaffert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Anmerkungen und Belege =&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Tomasek 2007] Tomasek: Gottfried von Strassburg. Zur Geschichte des Tristanromans, Stuttgart 2007, S. 249-260.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Goody/Watt 1986] Jack Goody und lan Watt: Konsequenzen der Literalität, in: Jack Goody/lan Watt/Kathleen Gough (Hgg.), Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Frankfurt am Main 1986. S. 63-122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Butzer JAHR] Günter Butzer: Das Gedächtnis, ORT JAHR, S. 158ff.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schausten 1999] Schausten, Monika: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter. Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts, München 1999.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Wolff/Schröder 1980] Wolff, Ludwig/Schröder, Werner: Artikel: Eilhart von Oberg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 2, Berlin 1980, S. 410- 418.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Kuhn 2010] Kuhn, Hugo: Artikel: Gottfried von Straßburg, in: Kurt Ruh (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 3, Berlin/ New York 2010, S. 153-168.&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[*Schmid 2000] Schmid, Elisabeth: Artikel: Tristrant und Isalde (Histori von Tristrant und Ysalden), in: Burghart Wachinger (Hg.), Verfasserlexikon, Bd. 9, Berlin/ New York 2000, Sp. 1065- 1068.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Stoffgeschichte_des_Tristanromans&amp;diff=26758</id>
		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2020-06-10T14:28:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Gottfried von Straßburg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Thomas gilt als der Begründer des Tristanromans, der eine Klerikale sein kann. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt. [Kuhn 1981]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
*[*Kuhn 1981] Kuhn Hugo: Art: Gottfried von Straßburg In: VL. Band.3. 1981, Sp.153-167.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
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		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2020-06-10T14:26:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Gottfried von Straßburg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Thomas gilt als der Begründer des Tristanromans, der eine Klerikale sein kann. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
*[*Kuhn 1981] Kuhn Hugo: Art: Gottfried von Straßburg In: VL. Band.3. 1981, Sp.153-167.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26756</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26756"/>
		<updated>2020-06-10T13:58:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Havelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Havelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Havelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;hie mit will ich weren mich:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der will ich zu° wib begern.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie múgend mich ir nit gewern.&#039;&#039; &amp;quot;&amp;lt;small&amp;gt;(V.1456-1458)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039; tättest du mir nun den selben tod,&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den ich dir hett gedaucht, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder versenck mich sin macht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;all hie in deß mereß grund, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder vergeb mir min súnd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so richt ouch ich.&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3160-3165)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Stoffgeschichte_des_Tristanromans&amp;diff=26755</id>
		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Stoffgeschichte_des_Tristanromans&amp;diff=26755"/>
		<updated>2020-06-10T13:36:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Thomas gilt als der Begründer des Tristanromans, der eine Klerikale sein kann. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
*[*Kuhn 1981] Kuhn Hugo: Art: Gottfried von Straßburg In: VL. Band.3. 1981, Sp.153-167.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
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		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2020-06-10T12:54:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Thomas von England - Tristan */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Thomas gilt als der Begründer des Tristanromans, der eine Klerikale sein kann. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Stoffgeschichte_des_Tristanromans&amp;diff=26751</id>
		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2020-06-10T12:20:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Der Ur-Tristan (Estoire) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
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		<title>Stoffgeschichte des Tristanromans</title>
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		<updated>2020-06-10T11:55:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Thomas von England - Tristan */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Die Bedeutung der Geschichte von Tristan und Isolde für die europäischen Literaturen des Mittelalters ist kaum zu überschätzen.&amp;quot;[Henkel 1990: 77]&lt;br /&gt;
Unter Einfluss einer adligen Führungsschicht, die sich zunehmend an ritterlichen Leitbildern orientiert und Interesse an Literatur zeigt, entsteht im 12.Jahrhundert neben dem &amp;quot;Artus&amp;quot;- auch der &amp;quot;Tristan&amp;quot;-Stoff. Während sich in den Artusgeschichten ein politisches Thema erkennen lässt, haben die Überlieferungen von Tristan und Isolde eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert breitet sich die Tristan-Geschichte in ganz Europa aus und Dichtungen in fast allen Volkssprachen entstehen.[Henkel 1990: ebd.] Im Folgenden wird nun die Entwicklung des Tristanstoffes untersucht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Die Einflüsse&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Am Beginn aller Tristan-Romane steht vermutlich ein Werk: der Ur-Tristan, auch &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. &lt;br /&gt;
Das narrative Kernelement des Werkes ist der zwanghafte Liebeszauber, der die Hauptfigur Tristan gegen die geheiligten Ordnungen von Ehe und Vasallität kämpfen lässt. Die Einzelheiten weisen auf keltische, klassisch-antike und orientalische Quellen hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keltische Elemente==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Helden ist keltischer Herkunft. Bereits seit dem 6. Jahrhundert hat man piktische Belege für einen König &#039;&#039;Drust(an)&#039;&#039; (&#039;&#039;Trist(an)&#039;&#039;), Sohn des &#039;&#039;Talorc&#039;&#039;. Die anderen Namen verteilen sich auf Cornwall, Wales, Irland und Bretagne (die französische Westküste), welche auch den Raum der Erzählung darstellen.[Stein 2001] &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Irische Sage==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallelen gibt es auch zu irischen Sagen, die bis ins 18. Jahrhundert mündlich überliefert wurden, aber auf eine Sage von Diarmaid und Grainne (11. Jahrhundert?) zurückgehen. Grainne, die in Diarmaid verliebt ist, bindet diesen durch einen Liebeszauber an sich und beide fliehen gemeinsam in den Wald. Diarmaid bleibt allerdings seinem Lehnsherrn, dem König Finn, welcher wiederum der Gatte Grainnes ist, treu, indem er Grainne die körperliche Liebe verweigert und mit dem blanken Schwert zwischen den Körpern schläft.[Huber 2000: 16] Man findet hier verwandte Motive mit Gottfrieds &#039;&#039;Tristan&#039;&#039;. Am Ende der irischen Sage werden jedoch die Ehe und Vasallentreue über die Liebe gestellt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Der Ur-Tristan (Estoire)&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Alle Tristan-Romane gehen vermutlich direkt oder indirekt auf ein nicht überliefertes, vermutlich in altfranzösischer Sprache verfasstes Werk zurück: den Ur-Tristan, &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; genannt. Als Beleg für diese Annahme gilt die Erwähnung einer Quelle bei Béroul (V. 1789f.).[Wolf 1989:56] Wahrscheinlich wurde das Werk um 1158 am Hofe Alienors von Auqitanien und Heinrichs II. verfasst, möglicherweise aber auch in England.[Buschinger/Spiewok 1993: VII]. Als Autor kommt ein gewisser Li Kièvres aus Nordfrankreich infrage.[Schröder/Wolf 1980: 413]. Denkbar wäre jedoch auch, dass es sich bei der &#039;&#039;Estoire&#039;&#039; nicht um ein, sondern um eine Gruppe von Werken handelt.[Wehrli 1997:257]   &lt;br /&gt;
Vom Ur-Tristan können vermutlich folgende Werke unmittelbar abgeleitet werden: In französischer Sprache erhalten sind die Romane Bérouls und Thomas&#039; von England, ein Prosaroman sowie Episodengedichte (die sog. &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;), in deutscher Sprache der Versroman &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; Eilharts von Oberg.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch vergleichende Gegenüberstellung dieser fünf Versionen lässt sich die Handlung des ursprünglichen Tristan in etwa rekonstruieren.[Wehrli 1997:ebd]&amp;lt;ref&amp;gt;Derartige Rekonstruktionen finden sich etwa bei [Golther  1907:37-75] und [Wehrli 1997: 257ff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Grafik_Tristanversionen.JPG|450px|right|thumb|Übersicht über die Bearbeitungen des Tristan-Stoffes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Tristan Versionen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
Die Versromane werden von der Forschung meist in zwei Grundtypen differenziert: Auf der einen Seite Béroul und Eilhart, auf der anderen Thomas und der ihm folgende Gottfried. Während sich die Sprache bei Ersteren in Konzeption, Stil und Sprache der Mündlichkeit näher steht, sind die Romane Thomas&#039; und Gottfrieds rhetorisch ausgefeilter und insgesamt kunstvoller verschriftlicht. Auch inhaltlich unterscheiden sich beide Typen.[Wolf 1989:56ff.]&lt;br /&gt;
Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg versuchen sprachlich an Gottfried anzuknüpfen, folgen inhaltlich aber Eilhart. Im Weiteren werden sie daher der Grafik folgend der Gruppe Béroul/Eilhart zugeordnet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der Versionen mit Gottfrieds Tristan siehe [[Vergleich der Tristanversionen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Thomas/Gottfried==&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Thomas von England - Tristan===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; des Thomas von England ist in anglonormannischer Sprache und vermutlich zwischen 1155 und 1170 geschrieben. Diese Fassung dient  Gottfried von Straßburg als Vorlage, der er sich auch anschließt. Leider sind nur wenige Bruchstücke davon erhalten (die Entdeckungs- und Abschiedsszene und Tristans Monolog nach der Heirat mit Isolde Weißhand). Aber dank der Bearbeitung der Thomas Dichtung, die für den norwegischen König Haakon Haakonson von einem Mönch namens Robert 1226 angefertigt wurde, lässt sich die Fassung als &amp;quot;Tristrams-Sage&amp;quot; rekonstruieren. [Huber 2000: 20]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried von Straßburg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Tristan&#039;&#039; [[Gottfried von Straßburg|Gottfrieds von Straßburg]] geht vermutlich nicht direkt auf den Ur-Tristan zurück, sondern richtet sich eher nach der späteren Version Thomas&#039; von England. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried verfasst seine Geschichte um 1210, aber sie bleibt unvollendet. Der Autor bricht den Roman an einer Stelle ab, an der Tristan sich innerlich von der Geliebten entfernt und der anderen Isolde zuwendet. Der von Gottfried gekannte Schluss der Liebesgeschichte mit der Heirat mit Isolde Weißhand und der weiteren Handlungsentwicklung bis zum Ende wurde von ihm nicht mehr bearbeitet. Der Roman wurde noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts von zwei Fortsetzern, [[Ulrich von Türheim]] und [[Tristan-Fortsetzung (Heinrich von Freiberg) |Heinrich von Freiberg]], ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Fragment von Carlisle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Fragment von Carlisle&#039;&#039; wurde 1995 entdeckt und bedeutete eine Sensation. Die zwei Doppelblätter enthalten die Beschreibung der Folgen des Minnetranks bis zum Brautunterschub Brangänes in der Hochzeitsnacht Isoldes mit Marke aus der Fassung Thomas&#039;. Die aufgefundene Handschrift unterstützt die Rekonstruktion der Tristangeschichte einerseits und hilft auch die Erzähltechnik und Vorlagentreue der altnordischen Prosa zu untersuchen. [Huber 2000: 21]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das niederfränkische Tristanfragment===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das niederfränkische Tristanfragment wird von der Forschung überwiegend als Fortsetzung Gottfrieds mit Rückführung auf Thomas gesehen. Möglicher-, aber unwahrscheinlicherweise, könnte es sich bei dem Fragment aber auch um eine selbständige Bearbeitung des Tristanstoffes handeln.&lt;br /&gt;
Für Weiteres siehe: [[Das niederfränkische Tristan-Fragment|Hauptartikel]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gottfried-Fortsetzung von Ulrich von Türheim===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortsetzung von Ulrich von Türheim ist in sechs erhaltenen und einer verschollenen Handschrift(en) überliefert. Die Geschichte wird in 3730 Versen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich folgt Ulrich Eilhart. Er berichtet von Tristans Hochzeit und Tristans und Kaedins Besuch in Cornwall. Das Besuchabenteuer wird bei Ulrich zu einem, das alle Elemente enthält, zusammengezogen. Beim Todesbericht folgt Ulrich Eilhart wieder genauer. Am Schluss lässt er Marke nach Bretagne kommen, die beiden Särge abholen und in Cornwall in einem neu gegründeten Kloster beisetzen. Dort ereignet sich auch das Pflanzenwunder. [Stein 2001: 217]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Béroul/Eilhart==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Béroul===&lt;br /&gt;
Von Bérouls Roman ist nur eine fragmentarische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, der Text selber stammt vermutlich aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[Keck 1998:48] Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.[Keck 1998: ebd.] Der erhaltene Text berichtet von einigen Listepisoden an Markes Hof, der Flucht in den  Wald und der Rückgabe Isoldes an ihren Mann. Der letzte Teil des Textes thematisiert Tristans Rache an seinen Verrätern. Da einzelne Episoden teilweise stark ausgeprägte Eigenarten aufweisen, wurde die Existenz mehrerer Verfasser in Erwägung gezogen.[Wolf 1989:57f.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde===&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberg entwarf die erste deutsche Version des Tristanstoffes. Er hatte vermutlich die französische Fassung vor Augen (Ur-Tristan), auf die er sich beruft. [Huber 2000: 17] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist außerdem der einzige vollständig erhaltene Tristantext aus der frühen Zeit. Für Weiteres siehe:[[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde|Hauptartikel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tristan-Stoff, der seinen Helden um die verbotene Liebe kämpfen lässt, war im Mittelalter sehr populär und wurde in unterschiedlichen Versionen bearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde wurde auch im Spätmittelalter immer wieder aufgegriffen und neu erzählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Anmerkungen&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=&#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039;=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt; &lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]  Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger  2004] Buschinger, Danielle: Einleitung zu Eilhart von Oberberg:  Tristrant und Isalde. Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche  Studien 4),IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Golther] Golther, Wolfgang: Tristan und Isolde in den Dichtungen des Mittelalters und der neuen Zeit. Leipzig 1907.&lt;br /&gt;
*[*Henkel 1990]Henkel, Gerhard: Die Geschichte Tristan und Isolde im deutschen Mittelalter. In: Bungert, Hans (Hrsg):  Hauptwerke der Literatur. Vortragsreihe der Universität Regensburg. Regensburg 1990 (Schriftenreihe der Universität Regensburg 17), S. 71-96.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000] Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan Berlin 2000.&lt;br /&gt;
*[*Keck 1998] Keck, Anna: Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen   Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas‘ und   Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica, 22).&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: Eilhart von Olberg. In: VL. Bd. 2 (1980), SP- 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Stein 2001] Stein, Peter K.: Tristan-Studien, hg. von Ingrid Bennewitz, Stuttgart/Leipzig, 2001.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1997] Wehrli, Max: Geschichte der deutschen Literatur im  Mittelalter. Von den Anfängen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde, Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entstehungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde&amp;diff=26749</id>
		<title>Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde</title>
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		<updated>2020-06-10T11:23:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Themen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hört man &amp;quot;Tristan&amp;quot; so denkt man sofort an [[Gottfried von Straßburg]]. Doch schon vor Gottfrieds Roman gab es die Geschichte von Tristan in deutscher Sprache. Einige Jahre vor Gottfried schrieb ein gewisser Eilhart von Oberg &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und beeinflusst damit viele Autoren der folgenden Jahrhunderte. Heute wird das Werk trotz seiner Bedeutung viel weniger beachtet als Gottfrieds &amp;quot;[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Tristan]]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der Autor=&lt;br /&gt;
Über die Herkunft Eilharts von Oberg sind nur bruchstückhafte Informationen überliefert. Die Urkunden erwähnen einen &#039;&#039;Eilhardus de Oberch&#039;&#039;, welcher zwischen 1189 und 1209 in dem Dorf Oberg bei Braunschweig gelebt haben soll[Tomasek 2007]. Vermutlich war er ein klerikal gebildeter Beamter am Hofe Heinrichs des Löwen, der im 12. Jahrhundert ein literarisches Zentrum Mitteleuropas war. Einen Überblick über die älteren Forschungsdiskussionen bietet [Bumke 1979].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Überlieferung&amp;lt;ref&amp;gt;Nach [Buschinger 2004: X].&amp;lt;/ref&amp;gt;=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist das einzige überlieferte Werk Eilharts&#039;.&lt;br /&gt;
Aus dem 13. und frühen 13. Jahrhundert existieren drei Fragmente: Fragment Rd aus Donaueschingen, das Stargarder Fragment (ST) sowie das Magdeburger Fragment (M). Aus Kärnten stammt ein viertes, wohl im späten 13. Jahrhundert entstandenes Fragment (SP).&lt;br /&gt;
Die vollständige Fassung wird in zwei Handschriften aus dem 15. Jahrhundert überliefert, die jedoch voneinander abweichen:&amp;lt;ref&amp;gt; Zu den Unterschieden und der Problematik beim Übertragen siehe [Buschinger 2004: XIff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;  Handschrift H aus Heidelberg und Handschrift D aus Dresden. Der dritte Teil der Geschichte ist in der Berliner Handschrift B enthalten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Einflüsse=&lt;br /&gt;
Quelle für Eilhart, welcher er sachlich wahrscheinlich sehr stark folgte, war vermutlich die &amp;quot;[[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]&amp;quot;.[Schröder/Wolf 1980: 413] Für die Estoire-Version hingegen kommen zum einen natürlich Einflüsse aus dem [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Keltische_Elemente|keltischen]] bzw. angelsächsischen Raum in Betracht. Ein Anhaltspunkt dafür sind die keltischen Namen der Hauptfiguren (Tristrant, Brangäne, Marke, Isolde). Die ebenfalls kursierende Theorie, die Handlung gründe sich letztendlich auf orientalische Epen, ist nicht belegt [Tomasek 2007: 268 ff]. Vielmehr gründet die von Eilhart aufgezeichnete Version vermutlich auf eine französische Versdichtung. Mehrere Episoden des Tristan-Stoffes tauchen z.B. in französischen Episodengedichten auf. Die bekannteste Verfasserin solcher Episodengedichte ist die vom französischen Königshof geforderte Dichterin Marie de France, welche in ihren Werken bereits ein Rückkehrabenteuer schildert, das dem bei Tristan sehr ähnlich ist. Darüber hinaus weiß man von dem anonymen Werk &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;, für welches mehrere Versionen existieren [Tomasek 2007].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Inhalt=&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in den Inhalt des Werkes gegeben werden. Er richtet sich nach Handschrift D. Für eine aktuelle (Stand:2020) und detailliertere Inhaltsangabe siehe [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|hier]].&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vorrede&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorrede wendet sich Eilhart an seine Leser. Zunächst bittet er nicht nur um die Aufmerksamkeit des Publikums, sondern auch keine Vorurteile zu hegen oder zu schnelle Urteile zu fällen. Der Leser soll sich auf die Geschichte einlassen und alle &#039;&#039;&amp;quot;boßhait&amp;quot;&#039;&#039; (V. 18) von sich streifen. Außerdem betont er, wie stillschweigend seine Leserschaft die Geschichte aufnehmen solle- der Erzähler will nicht gestört werden und wer kein Vergnügen dabei verspürt, &#039;&#039;&amp;quot;ist an tugend blind&amp;quot;&#039;&#039; (V. 26).&lt;br /&gt;
Erst nachdem er mehrfach betont hat, wie sehr sich die Leser darauf einlassen sollten, kündigt der Erzähler an, die &#039;&#039;&amp;quot;rechte warhait&amp;quot; &#039;&#039;(V.36) über Tristrant zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Tristrants Geburt und Erziehung, sowie seiner Fahrt an den Hof Markes und seinen Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke, König von Cornwall, sucht in seinem Krieg gegen den König von Schottland und Iberne Verbündete. Riwalin von Lohnois liebt Markes Schwester Blancheflur. Um ihre Liebe zu gewinnen, unterstützt er Marke und ist erfolgreich. Blancheflur gibt sich Riwalin hin und beschließt, ihm nach Lohnois zu folgen. Während der Überfahrt zum Festland setzen die Wehen der bereits Schwangeren ein und sie stirbt nach langem Kampf. Aus dem Leib der Toten schneiden Helfer einen lebenden Jungen. Er erhält den Namen Tristrant und wird von da an von einer Amme großgezogen. Später wird Kurneval der Erzieher und bringt Tristrant alle Regeln des höfischen Lebens bei. Als Jungendlicher begibt sich Tristrant auf eine Bildungsreise und kommt dabei in das Land Markes. Er bittet seine Begleiter, nichts von seiner Herkunft zu offenbaren. Unerkannt wird er daraufhin von Marke am Hofe aufgenommen und dem Truchseß Tinas von Litan empfohlen.  &lt;br /&gt;
Kurz nach Tristrants Ankunft kommt Morolt, ein Verwandter des irischen Königs nach Cornwall. Er fordert von Marke Tribut und ist bereit, seinen Anspruch im Zweikampf zu verteidigen.  &lt;br /&gt;
Als alle heimischen Adligen sich zieren, lässt Tristrant sich zum Ritter schlagen und stellt sich Morolt. Als Kampfesort wird eine Insel bestimmt. Im Gefecht wird Tristrant von Morolts vergifteter Lanze verletzt. Doch Tristrant gelingt es, Morolt so zu verwunden, dass er auf der Heimfahrt nach Irland stirbt. Dabei bleibt ein Splitter von Tristrants Schwert in Morolts Schädel stecken. Aus Vergeltung befiehlt der irische König daraufhin, jeden, der aus Cornwall nach Irland kommt, zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrants Fahrten nach Irland&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Wunde fällt Tristrant in tiefe Leiden. Als eine Rettung unmöglich scheint und die stinkende Wunde eine immer schlimmere Belastung für die Leute darstellt, setzt Tristrant  Kurneval als seinen Erben ein und lässt sich dann mit Schwert und Harfe auf das Meer hinaustreiben, um dort zu sterben. Durch einen Sturm wird das Boot an die Küste Irlands getrieben. Tristrant wird entdeckt und zum König gebracht, dem er sich als Spielmann und Kaufmann namens Pro vorstellt. Der König veranlasst daraufhin seine Tochter Isalde, Tristrant zu heilen. Während seiner Genesung bekommt Tristrant Isalde nie zu Gesicht. Als er gesund ist, dankt Tristrant den Iren und hilft, eine Hungersnot zu überstehen. Er fährt nach England, um dort Korn zu kaufen, das er auf Schiffen nach Irland sendet. Tristrant selbst kehrt nach Cornwall zurück, wo er von Marke voller Freude in Empfang genommen wird. Aus Zuneigung erklärt sich Marke bereit, auf eine Heirat verzichten zu wollen und Tristrant als seinen alleinigen Erben einsetzen zu wollen. Die Folgen dieser Entscheidung sind Missgunst und Hass des Hofes auf Tristrant.  &lt;br /&gt;
Als der Druck auf Marke, eine Frau zu heiraten, immer stärker wird, nimmt dieser ein blondes Frauenhaar in die Hand und erklärt, nur die Frau heiraten zu wollen, der dieses Haar gehört. Verwandte des Königs machen daraufhin Tristrant für diese Ausrede verantwortlich und so verlangt dieser, sich selbst auf die Suche nach der Frau machen zu können. Er bekommt ein gute Ausrüstung, ein Schiff und viele Begleiter, mit denen er ziellos in See sticht. Und wieder wirft ein Sturm das Schiff an die Küste Irlands. Den Marschall, den der wütende König von Irland schickt, um die gesamte Schiffbesatzung köpfen zu lassen, besticht Tristrant mit einem goldenen Becher.   &lt;br /&gt;
Er erklärt, Tantris zu heißen und Führer einer englischen Handelsflotte zu sein, die Irland mit Nahrung versorgen solle.  &lt;br /&gt;
Während Tristrant und seine Begleiter auf die Reaktion des Königs warten, hört Tristrant, dass das Land seit längerem von einem Drachen heimgesucht und verwüstet werde. Der Bezwinger des Drachen, so hatte hat der König versprochen, werde seine Tochter Isalde bekommen. Tristrant sucht den Drachen daraufhin und bezwingt ihn. Als Beweis seines Sieges schneidet er dem Tier seine Zunge heraus und schiebt sie unter seine Rüstung. Dann fällt er erschöpft und benebelt durch den giftigen Geruch der Zunge in Ohnmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf findet der Truchseß des irischen Königs den Drachen. Er gibt sich selbst als Bezwinger aus und verlangt als Preis Isalde. Diese glaubt jedoch nicht, dass der als feige bekannte Truchseß wirklich der Drachenbesieger ist. Sie verlangt vom Vater einen Aufschub der Heirat und findet Tristrant, der sich als wahrer Drachenbezwinger herausstellt. Als sie ihn gesundpflegt entdeckt sie an seinem Schwert die Scharte, deren Splitter im Kopf Morolts steckte und den sie aufbewahrt hatte. Sie will Tristrant ihrem Vater verraten, doch Brangene erinnert sie an die Bedeutung Tristrants für die Abweisung des Truchseß&#039;. Anstatt nun Tristrant zu verraten, erklärt sie ihrem Vater den echten Drachentöter gefunden zu haben. Mithilfe der Zunge des Drachen wird im folgenden Gerichtsverfahren die Behauptung Isoldes bewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Liebestrank, Brangene und Tristrants und Isoldes Kampf um die Liebe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant glaubt, für eine Heirat zu jung zu sein, wirbt er beim irischen König für Marke. Die Werbung wird angenommen und man beschließt, möglichst bald nach Cornwall zu reisen. Vor der Abreise übergibt die Mutter Isaldes der Hofdame Brangene einen [[Minnetrank (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Liebestrank]]. Wer den Trank zu sich nimmt, ist vier Jahre in Liebeszwang miteinander verbunden. Sollten die Liebenden in dieser Zeit eine Woche lang nicht zusammen sein, müssen sie sterben. Die Mutter beauftragt Brangene dafür zu sorgen, dass Isalde und Marke den Trank vor der Hochzeitsnacht zu sich nehmen. Doch während der Reise nehmen Tristrant und Isalde versehentlich von dem Trank etwas zu sich und beginnen gegen ihren Willen, sich zu lieben. Beide leiden stark und erkennen die Ursache dafür nicht. Dann entdeckt Brangene die Ursache und schafft es, unterstützt von Kurneval, die Liebenden zusammenzubringen, die dann bis zum Ende der Fahrt ihr Glück genießen könne. Isalde verliert in dieser Zeit ihre Jungfernschaft und muss deshalb für die Hochzeitsnacht einen Weg finden, Marke zu betrügen. Sie bittet die mittlerweile wegen ihrer Unachtsamkeit vom schlechten Gewissen geplagte Brangene, sich in der Nacht vor ihr in das Bett Markes zu begeben und mit ihm zu schlafen. Nach langem Zögern erklärt sich Brangene dazu bereit und Isalde und Tristrant können eine schöne Nacht genießen. Die Liebesbeziehung der beiden bleibt über ein Jahr lang ergiebig und unbemerkt. Isalde macht jedoch zunehmend zu schaffen, dass es mit Brangene eine Mitwisserin der Liebe gibt. Sie beschließt, Brangene zu ermorden, doch die beiden damit beauftragten Ritter bekommen Mitleid mit der Hofdame. Sie verschonen Brangene, diese kommt zum Hof zurück und versöhnt sich mit Isalde. Auch Tristrant hat Probleme. Seine Neider, vor allem Markes Neffe Antret, machen Marke so argwöhnisch, dass er nach einer Umarmung Tristrants mit Isalde Tristrant in großer Wut vom Hofe weist. Sofort setzen bei den beiden starke Liebesqualen ein, die durch die von Brangene arrangierten Treffen unter der Linde des Baumgartens gelindert werden. Marke argwöhnt auch hier und steigt mithilfe eines Zwerges auf die Linde, um die Liebenden in flagranti zu erwischen. Doch Tristrant erkennt in der Quelle im Mondschein den Schatten Markes und warnt Isalde heimlich. Die Beiden eröffnen daraufhin ein Wortgefecht, in welchem Isalde große Wut auf Tristrant vorspielt und dieser seinerseits davon spricht, sich bald aus Cornwall verabschieden zu wollen.   &lt;br /&gt;
Daraufhin schenkt Marke Tristrant wieder volles Vertrauen und schimpft über seine neidischen Höflinge. &lt;br /&gt;
Doch der Zwerg erlangt bald wieder die Gunst des Königs und bringt diesen dazu, Tristrant und Isalde ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen. So gibt Marke vor, Tristrant auf eine siebentägige Reise zu schicken, in der Annahme, Tristrant würde in der Nacht vorher sicherlich zu Isalde kommen. Um Tristrant zu entlarven, streut der Zwerg Mehl in den Zwischenraum der Betten und legt sich selbst unter das Bett. Vor die Türen stellen sich weitere Personen, um auf ein Zeichen des Zwerges hin Tristrant zu überwältigen. Tristrant entdeckt zwar das Mehl, doch er springt zu Isalde hinüber. Dabei bricht seine Wunde auf, er berührt den Boden und ist verraten. Marke verurteilt Tristrant zum Tod durch Rädern, Isalde zum Tod durch Verbrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verurteilung, Flucht und Waldleben&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Nachdem Tinas sich erfolglos bei Marke für Tristrant eingesetzt hat, befreit er seinen Freund, indem er ihm die Fesseln zerschneidet und Tristrant so die Möglichkeit gibt, seinen Bewachern zu entkommen. Mit dem vor der Burg wartenden Kurneval reitet Tristrant zu dem Platz, an welchem Isalde verbrannt werden soll. Die mit Zweigen getarnten Gefährten bekommen mit, wie der von Zorn über die Flucht Tristrants erfüllte Marke Isalde einem aussätzigen Herzog übergibt, der zuvor versprochen hatte, sie allen seinen Kranken zu übergeben und ihr so ein schmähliches Ende zu bereiten. Tristrant und Kurvenal töten jedoch den Herzog und befreien Isalde. Als Marke das erfährt, befiehlt er, Tristrants Jagdhund Utant aufzuhängen. Der damit beauftragte Knappe bekommt jedoch Mitleid mit dem Hund und lässt das Tier frei. Es folgt den Flüchtigen, sodass diese eine Zeit lang glauben, Marke verfolge sie. Als klar wird, dass es nur ein Hund ist, sind alle beruhigt und gelangen immer tiefer in den Wald. Dort bauen sie bald aus Ästen und Laub eine Hütte, in der sie zwei entbehrungsreiche, aber von Liebe erfüllte Jahre verbringen. Trotz aller Idylle ist Tristrant immer vorsichtig und legt jede Nacht ein Schwert zwischen sich und Isalde. Als ein Jäger Markes zufällig das Lager entdeckt und es seinem Herren zeigt, ist dieser sehr gerührt. Er tut den Beiden nichts, vertauscht Tristrants Schwert gegen das seine und legt einen Handschuh auf Isalde. Als die Liebenden das Zeichen am Morgen sehen, wissen sie, dass sie entdeckt worden sind und reiten tiefer in den Wald. Sie gelangen zum Klausner Ugrim, dem Beichtvater von Marke. Auch Tristrant will bei ihm beichten, doch seiner Forderung, sich von Isalde zu trennen, kann Tristrant nicht nachkommen, da der Liebestrank immer noch wirkt. Ugrim vermittelt daraufhin zwischen Marke und Isalde, es kommt zur Aussöhnung zwischen Gatte und Gattin. Tristrant wird jedoch von Marke aus seinem Reich verbannt, er lässt nur seinen Hund für Isalde zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant bei König Artus, das erste Wiederkehrabenteuer und der Besuch bei König Havelin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Tristrant besucht kurz König Ganoje und begibt sich dann an den Hof von König Artus. Dort vollbringt er viele Heldentaten. Er trifft zudem Walwan, der in der folgenden Zeit sein Freund wird und Tristrant helfen will, Isalde wiederzusehen. Vorher schwört Tristrant, einer im Namen seiner Herrin ausgesprochenen Beschwörung jederzeit zu folgen. Dann organisiert Walwan einen Jagdausflug der Artusritter und zögert diesen solange hinaus, dass die Männer bei König Marke übernachten müssen. Dieser traut den Rittern nicht und stellt Wolffallen auf, an denen sich Tristrant, als er zu Isalde will, verletzt und stark zu bluten beginnt. Um ihn zu schützen, schneiden sich daraufhin alle anderen Ritter auch an ihren Klingen, mit der Unterstützung von König Artus. &lt;br /&gt;
Bald darauf verlässt Tristrant den Hof von Artus und kommt in das Land des Königs Havelin. Dieser befindet sich im Krieg mit seinem Dienstmann Riol, weil er ihm die Hand seiner Tochter verweigert hat. Tristrant bietet seine Hilfe an und besiegt Riol im Zweikampf. Der Krieg endet in großem Ruhm für Havelin. In dieser Zeit lernt Tristrant in Havelins Sohn Kehenis einen neuen Freund kennen und trifft auch die Tochter Havelins, Isalde. Dann schlägt Kehenis seinem Freund vor, Isalde zu heiraten. Tristrant stimmt zu, wirbt um Isalde II und heiratet sie. In Erinnerung an seine Geliebte vollzieht Tristrant die Ehe jedoch nicht und Isalde bleibt ein ganzes Jahr unberührt.&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites und drittes Wiederkehrabenteurer und Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem Ausflug erfährt Kehenis, dass seine Schwester immer noch unberührt ist und will deshalb Tristrant ermorden. In einem Wortgefecht erzählt dieser Kehenis daraufhin von Isalde, lobt ihre außergewöhnliche Schönheit und schlägt vor, Kehenis Isalde zu zeigen.  &lt;br /&gt;
Zusammen gelangen sie zu Tinas von Litan, der Isalde bittet, Marke auf einen Jagdausflug zu schicken und alleine am Hof zurückzubleiben. So gelangen beide zu Isalde, deren Schönheit Kehenis blendet und ihn besänftigt. Auch hat sich dieser in eine Freundin Isaldes, Gymele verliebt, die ihn während der Nacht betrügt, indem sie ihm ein Kissen unter den Kopf schiebt, das jeden der sich darauf legt sofort in tiefen Schlaf fallen lässt. Tristrant und Isalde verbringen indessen eine lange Liebesnacht.&lt;br /&gt;
An nächsten Tag zieht Kehenis verspottet und beschämt ab. Unterdessen treffen Kurneval und Tristrants Knappen zufällig auf Pleherin, einen Gefolgsmann Markes. Dieser glaubt, Tristrant zu erkennen und verfolgt die Truppe. Außer einem Pferd kann er den Flüchtenden jedoch nichts abnehmen. Er berichtet Isalde von der Feigheit Tristrants, die sich deshalb so schämt, dass sie ihn, als er sich rechtfertigen will, vom Hofe prügeln lässt. Das wiederum erzürnt Tristrant, er kehrt nach Hause zurück, macht Isalde II endgültig zu seiner Frau und nimmt sich auf den Rat Kurnevals hin vor, Isalde mindestens ein Jahr lang zu meiden. Diese bereut sehr schnell ihr Verhalten und will Tristrant zur Vergebung bringen, der sich damit einverstanden erklärt, jedoch erst nach einem Jahr.  &lt;br /&gt;
Nach Ablauf dieser Zeit begeben sich Tristrant und Kurvenal als Priester verkleidet nach Cornwall und durch Vermittlung Tinas kommt es zur Wiedervereinigung Tristrants und Isaldes vor dem Dornbusch.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag trifft Tristrant zufällig auf ein Lager Markes, wird erkannt und von einem Freund durch Schwören auf den Namen der Königin dazu gezwungen, an den Kampfspielen teilzunehmen. Bei diesen ist er wie immer allen überlegen, doch dann zerreißt sein graues Gewand. Seine roten Kleider werden sichtbar und er wird erkannt. Durch schnelle Reaktion gelingt es Tristrant jedoch zu entkommen.  &lt;br /&gt;
Währenddessen erinnert sich die vom eifersüchtigen Gatten Nampetenis gefangen gehaltene schöne Gariole an ihre Jugendliebe Kehenis, der in Abwesenheit Nampetenis&#039; zu ihr reitet und Liebeserfüllung erbittet. Um das zu schaffen, stellt Gariole Wachsabdrücke ihrer Schlüssel her, mithilfe derer Tristrant Nachschlüssel erstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes und fünftes Wiederkehrabenteuer sowie zweite Begegnung Kehenis&#039; und Garioles&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Vater stirbt, doch Tristrant will in Karahes bleiben und die Regentschaft seines väterlichen Landes Kurneval übertragen. Vorher drängt es ihn jedoch, ein letztes Mal Isalde zu sehen. Als Spielmänner verkleidet gehen Kurneval und Tristrant nach Cornwall. Durch abermalige Vermittlung Tinas gelingt eine Vereinigung Tristrants und Isaldes im Baumgarten. Der Zwerg Antret entdeckt die Liebenden und Tristrant muss ohne Waffen fliehen. Um ihn zu fangen, lässt Marke alle Wege sperren, doch durch eine List Isaldes schafft es Tristrant, das Land zu verlassen. Nachdem er dann zwei Jahre im väterlichen Reich verbracht und Kurneval zum Regenten gemacht hat, wird Tristrant ein weiteres Mal in einen Krieg mit dem alten Gegner Karahes, Riol von Nates, verwickelt. Auch diesmal siegt er, wird jedoch durch einen Steinwurf so stark verwundet, dass sich sein Aussehen völlig verändert. So ergibt sich für ihn die Möglichkeit wieder nach Cornwall zu seiner Geliebten zu reisen. Als Spielmann verkleidet täuscht er alle Höflinge und verbringt mit Isalde drei Wochen voller Liebe. Wieder werden sie jedoch entdeckt, wieder gelingt es Tristrant, unverletzt zu entkommen und nach Karahes zurückzukehren.&lt;br /&gt;
Von dort begibt sich Tristrant mit Kehenis zu Gariole und ermöglicht den beiden die Erfüllung ihrer Liebe. Nampetenis entdeckt, als er wieder in seiner Burg ist, Anzeichen, dass sich Tristrant und Kehenis bei Gariole aufgehalten haben. Eingeschüchtert gesteht seine Gattin ihre Taten und Nampetenis nimmt die Verfolgung der beiden auf. Er holt sie ein und es entwickelt sich ein Kampf, in dessen Verlauf Kehenis getötet und Tristrant von zwei vergifteten Speeren getroffen wird. In der Annahme, er sei tot, lässt ihn Nampetenis auf dem Schlachtfeld liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tod der Liebenden Tristrant und Isalde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Trotz seiner Verletzung schafft es Tristrant nach Karahes zurückzukehren und seinen Freund Kehenis zu bestatten. Die Verletzung setzt ihm stark zu und er erkennt, dass allein Isalde helfen kann. Ein Bote wird zu ihr geschickt, um sie um Hilfe zu bieten. Um den Daheimgebliebenen möglichst schnell Klarheit zu verschaffen wird vereinbart, im Falle eines Erfolgs des Boten weiße, im Falle einer Ablehnung schwarze Segel aufzuziehen.&lt;br /&gt;
Als Isalde die Nachricht von Tristrants Zustand erhält, macht sie sich sofort auf die Reise. Aus Eifersucht betrügt Isalde II Tristrant und sagt ihm, die Segel wären schwarz. Daraufhin stirbt Tristrant. Isalde wird von Todesgeläut begrüßt, begibt sich sofort in die Kirche, in welcher der Leichnam Tristrants aufbewahrt ist, legt sich auf ihn und stirbt ebenfalls. Der seiner Gattin gefolgte Marke erfährt in Karahes zum ersten Mal von dem Liebestrank. Daraufhin verzeiht er beiden, lässt sie in einem Grab bestatten und pflanzt einen Wein- und einen Rebstock. Beide Pflanzen wachsen so, dass sie sich unlösbar aneinander binden. Sie sind Zeichen für die unsterbliche Liebe Tristrants und Isaldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sprache=&lt;br /&gt;
Dass Eilharts Roman in der Frühphase mitteldeutscher Literatur entstanden ist, zeigt seine Sprache. So wirkt die ganze Erzählung und insbesondere die Verse altertümlich.[Wehrli 1980:257] Auch wenn sich durchaus literarische Stilmittel, etwa Stichomythien und Hemistichomythien finden, ist die [[Sprache (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Sprache etwa im Gegensatz zum &amp;quot;Tristan&amp;quot; von Gottfried von Straßburg]] mündlich konzeptioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Ausführungen bei [Wolf 1989: 57f.] und [Schausten 1999: 118ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gefühle werden offen zum Ausdruck gebracht und es finden sich viele Übertreibungen und Derbheiten in Eilharts Text.[Schröder/Wolf 1980]&lt;br /&gt;
Eine sehr detaillierte Untersuchung zur Sprache liefert Gierach.[Gierach 1908]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Themen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1.Heldentum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]]  und  [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Thomas/Gottfried|Der Tristan des Thomas]] legt Eilhart von Oberg viel Wert auf die Darstellung des mannhaften Rittertums und stellt Tristrant in ein Reihe mit den Helden der germanischen Epik, Dietrich von Bern und Hildebrand.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: [Mikasch-Köthner 1991:40] &amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei benutzt er typische Formulierungen, die sich auch in anderen Werken des 13. Jahrhunderts wiederfinden, etwa dem &amp;quot;[[Rolandslied]]&amp;quot; oder der &amp;quot;[[Kaiserchronik]]&amp;quot;. So werden der Zweikampf zwischen Tristrant und Morolt als härtester Zweikampf der je ausgefochten wurde, die Schlacht von Karahes als härteste Feldschlacht, die je eine Menschenmenge sah, beschrieben. Neben der klassischen Intention solcher Darstellungen (Zeigen des Idealbildes eines Menschen für adliges Publikum) kann es auch sein, dass der Autor durch die Betonung der heroischen Tapferkeit und des Heldentums seinen als großen Heerführer bekannten Auftraggeber Heinrich den Löwen huldigen wollte.[Buschinger 2004: XVI]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2.Der Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank bestimmt die Konzeption von &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und teilt das Werk in zwei Hälften.[Tomasek 2007: 265]&lt;br /&gt;
Das liegt daran, dass Eilhart die Wirkung das Trankes im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]] anders beschreibt. Nach der Einnahme sind die beiden vier Jahre lang so stark miteinander verbunden, dass sie keinen Tag ohne den anderen verbringen können. Im Falle eine Trennung würden sie krank werden und sterben. In dieser Phase des Romans bestimmen die unbesonnene Liebe und die blinde Leidenschaft alle Handlungen Tristrants und Isaldes. Im zweiten Teil, der mit der Waldlebenepisode beginnt, sind die vier Jahre vorüber. Die Wirkung des Trankes bleibt bestehen, allerdings lässt sie nach. Tristrant und Isalde sind fähig, ihre Liebe kritisch zu betrachten, bereuen sie und trennen sich.[Tomasek 2007: 266] Später kann Tristrant sogar wieder heiraten. Da der Trank jedoch weiter wirkt, leben beide nicht glücklich und es kommt zu dem tragischen Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3.Verhältnis Liebe/Tod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eilhart stellt die Liebe als etwas Verbindendes, Glückliches dar, was im Falle des Zusammenseins der Liebenden Leiden lindert. Im Falle der Trennung entstehen jedoch Leiden und innerhalb der ersten vier Jahre nach der Einnahme des Liebestranks ist die Liebe sogar tödlich.&lt;br /&gt;
Es kann daher gesagt werden, dass der große Konflikt der Figuren bei Eilhart ist, entweder der Liebe nachzugeben oder den Tod zu finden. Dadurch kann man auch sagen, dass die Liebe der Untergang ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit und Bedeutung=&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung hat Eilharts Roman nun? Ganz unbestreitbar war Eilhart derjenige, der als erster den Tristanstoff in Deutschland verbreitet hat.[Buschinger/Spiewok 1993: XV]. Zwar hatte er wohl wenig Einfluss auf Gottfrieds &amp;quot;Tristan und Isalde&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; [[Gottfried von Straßburg|Gottfried]] orientierte sich vermutlich stark an Thomas von England. Siehe dazu auch den Artikel [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings war er Vorlage für den weiter verbreiteten, Ende des 15. Jahrhunderts entstandenen Prosaroman &#039;&#039;Tristant und Isalde&#039;&#039;, für die Gottfried Fortsetzungen von [[Fortsetzung von Ulrich von Türheim|Ulrich von Türheim]] und [[Fortsetzung Heinrich von Freiberg|Heinrich von Freiberg]] und für den sogenannten tschechischen &#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;[Huber 2000:18].&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberberg &amp;quot;bietet den vergleichsweise besten Einblick in den Handlungsverlauf eines Tristanromans in der vor-thomaschen Stufe&amp;quot;.[Tomasek 2007: 261]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Siehe auch =&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Anmerkungen=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literatur=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Backes 2002]Backes, Martin: &#039;&#039;Aus der Feder eines Klerikers? Ein neuer Vorschlag zu Eilharts Tristrant,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Literaturwissenschaftliches Jahrbuch im Auftrage der Görres-Gesellschaft 43,&#039;&#039; Berlin 2002, S. 373-380. &lt;br /&gt;
*[*Bumke 1979]Bumke, Joachim: &#039;&#039;Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150 - 1300,&#039;&#039; München 1979.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von  Oberberg:  Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger 2004] Buschinger, Danielle: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von Oberberg: Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche Studien 4), IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Gierach 1908]Gierach, Erich: &#039;&#039;Zur Sprache von Eilharts Tristrant : Lautlehre,  Formenlehre und Wortschatz nach den Reimen; Mit einem Anhang zur literarischen Stellung Eilharts;## Prag 1908.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000]Huber, Christoph: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg: Tristan,&#039;&#039; Berlin 2000. &lt;br /&gt;
*[*Mertens 1987] Mertens, Volker: &#039;&#039;Eilhart, der  Herzog und der  Truchsess. Der Tristrant am Welfenhof,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Tristan et Iseut, mythe européen et mondial. Actes du  colloque  des 10, 11 et 12 janvier 1986,&#039;&#039; hg von Danielle Buschinger, Göppingen 1986 (Göppinger  Arbeiten zur  Germanistik 474), S. 262-281.&lt;br /&gt;
*[*Mikasch-Köthner 1991] Mikasch-Köthner, Dagmar: &#039;&#039;Zur Konzeption der Tristanminne bei Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 1991. (Helfant-Studien 7) &lt;br /&gt;
*[*Schausten 1999]Schausten, Monika: &#039;&#039;Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter: Untersuchungen zu den d eutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und  13. Jahrhunderts,&#039;&#039; München 1999.&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: &#039;&#039;Eilhart von Olberg,&#039;&#039; in: VL. Bd. 2 (1980), Sp. 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Tomasek 2007] Tomasek, Thomas: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1980]Wehrli, Max: &#039;&#039;Geschichte der deutschen Literatur vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts,&#039;&#039; Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: &#039;&#039;Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde,&#039;&#039; Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde&amp;diff=26748</id>
		<title>Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde</title>
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		<updated>2020-06-10T11:22:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Themen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hört man &amp;quot;Tristan&amp;quot; so denkt man sofort an [[Gottfried von Straßburg]]. Doch schon vor Gottfrieds Roman gab es die Geschichte von Tristan in deutscher Sprache. Einige Jahre vor Gottfried schrieb ein gewisser Eilhart von Oberg &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und beeinflusst damit viele Autoren der folgenden Jahrhunderte. Heute wird das Werk trotz seiner Bedeutung viel weniger beachtet als Gottfrieds &amp;quot;[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Tristan]]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der Autor=&lt;br /&gt;
Über die Herkunft Eilharts von Oberg sind nur bruchstückhafte Informationen überliefert. Die Urkunden erwähnen einen &#039;&#039;Eilhardus de Oberch&#039;&#039;, welcher zwischen 1189 und 1209 in dem Dorf Oberg bei Braunschweig gelebt haben soll[Tomasek 2007]. Vermutlich war er ein klerikal gebildeter Beamter am Hofe Heinrichs des Löwen, der im 12. Jahrhundert ein literarisches Zentrum Mitteleuropas war. Einen Überblick über die älteren Forschungsdiskussionen bietet [Bumke 1979].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Überlieferung&amp;lt;ref&amp;gt;Nach [Buschinger 2004: X].&amp;lt;/ref&amp;gt;=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist das einzige überlieferte Werk Eilharts&#039;.&lt;br /&gt;
Aus dem 13. und frühen 13. Jahrhundert existieren drei Fragmente: Fragment Rd aus Donaueschingen, das Stargarder Fragment (ST) sowie das Magdeburger Fragment (M). Aus Kärnten stammt ein viertes, wohl im späten 13. Jahrhundert entstandenes Fragment (SP).&lt;br /&gt;
Die vollständige Fassung wird in zwei Handschriften aus dem 15. Jahrhundert überliefert, die jedoch voneinander abweichen:&amp;lt;ref&amp;gt; Zu den Unterschieden und der Problematik beim Übertragen siehe [Buschinger 2004: XIff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;  Handschrift H aus Heidelberg und Handschrift D aus Dresden. Der dritte Teil der Geschichte ist in der Berliner Handschrift B enthalten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Einflüsse=&lt;br /&gt;
Quelle für Eilhart, welcher er sachlich wahrscheinlich sehr stark folgte, war vermutlich die &amp;quot;[[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]&amp;quot;.[Schröder/Wolf 1980: 413] Für die Estoire-Version hingegen kommen zum einen natürlich Einflüsse aus dem [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Keltische_Elemente|keltischen]] bzw. angelsächsischen Raum in Betracht. Ein Anhaltspunkt dafür sind die keltischen Namen der Hauptfiguren (Tristrant, Brangäne, Marke, Isolde). Die ebenfalls kursierende Theorie, die Handlung gründe sich letztendlich auf orientalische Epen, ist nicht belegt [Tomasek 2007: 268 ff]. Vielmehr gründet die von Eilhart aufgezeichnete Version vermutlich auf eine französische Versdichtung. Mehrere Episoden des Tristan-Stoffes tauchen z.B. in französischen Episodengedichten auf. Die bekannteste Verfasserin solcher Episodengedichte ist die vom französischen Königshof geforderte Dichterin Marie de France, welche in ihren Werken bereits ein Rückkehrabenteuer schildert, das dem bei Tristan sehr ähnlich ist. Darüber hinaus weiß man von dem anonymen Werk &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;, für welches mehrere Versionen existieren [Tomasek 2007].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Inhalt=&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in den Inhalt des Werkes gegeben werden. Er richtet sich nach Handschrift D. Für eine aktuelle (Stand:2020) und detailliertere Inhaltsangabe siehe [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|hier]].&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vorrede&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorrede wendet sich Eilhart an seine Leser. Zunächst bittet er nicht nur um die Aufmerksamkeit des Publikums, sondern auch keine Vorurteile zu hegen oder zu schnelle Urteile zu fällen. Der Leser soll sich auf die Geschichte einlassen und alle &#039;&#039;&amp;quot;boßhait&amp;quot;&#039;&#039; (V. 18) von sich streifen. Außerdem betont er, wie stillschweigend seine Leserschaft die Geschichte aufnehmen solle- der Erzähler will nicht gestört werden und wer kein Vergnügen dabei verspürt, &#039;&#039;&amp;quot;ist an tugend blind&amp;quot;&#039;&#039; (V. 26).&lt;br /&gt;
Erst nachdem er mehrfach betont hat, wie sehr sich die Leser darauf einlassen sollten, kündigt der Erzähler an, die &#039;&#039;&amp;quot;rechte warhait&amp;quot; &#039;&#039;(V.36) über Tristrant zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Tristrants Geburt und Erziehung, sowie seiner Fahrt an den Hof Markes und seinen Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke, König von Cornwall, sucht in seinem Krieg gegen den König von Schottland und Iberne Verbündete. Riwalin von Lohnois liebt Markes Schwester Blancheflur. Um ihre Liebe zu gewinnen, unterstützt er Marke und ist erfolgreich. Blancheflur gibt sich Riwalin hin und beschließt, ihm nach Lohnois zu folgen. Während der Überfahrt zum Festland setzen die Wehen der bereits Schwangeren ein und sie stirbt nach langem Kampf. Aus dem Leib der Toten schneiden Helfer einen lebenden Jungen. Er erhält den Namen Tristrant und wird von da an von einer Amme großgezogen. Später wird Kurneval der Erzieher und bringt Tristrant alle Regeln des höfischen Lebens bei. Als Jungendlicher begibt sich Tristrant auf eine Bildungsreise und kommt dabei in das Land Markes. Er bittet seine Begleiter, nichts von seiner Herkunft zu offenbaren. Unerkannt wird er daraufhin von Marke am Hofe aufgenommen und dem Truchseß Tinas von Litan empfohlen.  &lt;br /&gt;
Kurz nach Tristrants Ankunft kommt Morolt, ein Verwandter des irischen Königs nach Cornwall. Er fordert von Marke Tribut und ist bereit, seinen Anspruch im Zweikampf zu verteidigen.  &lt;br /&gt;
Als alle heimischen Adligen sich zieren, lässt Tristrant sich zum Ritter schlagen und stellt sich Morolt. Als Kampfesort wird eine Insel bestimmt. Im Gefecht wird Tristrant von Morolts vergifteter Lanze verletzt. Doch Tristrant gelingt es, Morolt so zu verwunden, dass er auf der Heimfahrt nach Irland stirbt. Dabei bleibt ein Splitter von Tristrants Schwert in Morolts Schädel stecken. Aus Vergeltung befiehlt der irische König daraufhin, jeden, der aus Cornwall nach Irland kommt, zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrants Fahrten nach Irland&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Wunde fällt Tristrant in tiefe Leiden. Als eine Rettung unmöglich scheint und die stinkende Wunde eine immer schlimmere Belastung für die Leute darstellt, setzt Tristrant  Kurneval als seinen Erben ein und lässt sich dann mit Schwert und Harfe auf das Meer hinaustreiben, um dort zu sterben. Durch einen Sturm wird das Boot an die Küste Irlands getrieben. Tristrant wird entdeckt und zum König gebracht, dem er sich als Spielmann und Kaufmann namens Pro vorstellt. Der König veranlasst daraufhin seine Tochter Isalde, Tristrant zu heilen. Während seiner Genesung bekommt Tristrant Isalde nie zu Gesicht. Als er gesund ist, dankt Tristrant den Iren und hilft, eine Hungersnot zu überstehen. Er fährt nach England, um dort Korn zu kaufen, das er auf Schiffen nach Irland sendet. Tristrant selbst kehrt nach Cornwall zurück, wo er von Marke voller Freude in Empfang genommen wird. Aus Zuneigung erklärt sich Marke bereit, auf eine Heirat verzichten zu wollen und Tristrant als seinen alleinigen Erben einsetzen zu wollen. Die Folgen dieser Entscheidung sind Missgunst und Hass des Hofes auf Tristrant.  &lt;br /&gt;
Als der Druck auf Marke, eine Frau zu heiraten, immer stärker wird, nimmt dieser ein blondes Frauenhaar in die Hand und erklärt, nur die Frau heiraten zu wollen, der dieses Haar gehört. Verwandte des Königs machen daraufhin Tristrant für diese Ausrede verantwortlich und so verlangt dieser, sich selbst auf die Suche nach der Frau machen zu können. Er bekommt ein gute Ausrüstung, ein Schiff und viele Begleiter, mit denen er ziellos in See sticht. Und wieder wirft ein Sturm das Schiff an die Küste Irlands. Den Marschall, den der wütende König von Irland schickt, um die gesamte Schiffbesatzung köpfen zu lassen, besticht Tristrant mit einem goldenen Becher.   &lt;br /&gt;
Er erklärt, Tantris zu heißen und Führer einer englischen Handelsflotte zu sein, die Irland mit Nahrung versorgen solle.  &lt;br /&gt;
Während Tristrant und seine Begleiter auf die Reaktion des Königs warten, hört Tristrant, dass das Land seit längerem von einem Drachen heimgesucht und verwüstet werde. Der Bezwinger des Drachen, so hatte hat der König versprochen, werde seine Tochter Isalde bekommen. Tristrant sucht den Drachen daraufhin und bezwingt ihn. Als Beweis seines Sieges schneidet er dem Tier seine Zunge heraus und schiebt sie unter seine Rüstung. Dann fällt er erschöpft und benebelt durch den giftigen Geruch der Zunge in Ohnmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf findet der Truchseß des irischen Königs den Drachen. Er gibt sich selbst als Bezwinger aus und verlangt als Preis Isalde. Diese glaubt jedoch nicht, dass der als feige bekannte Truchseß wirklich der Drachenbesieger ist. Sie verlangt vom Vater einen Aufschub der Heirat und findet Tristrant, der sich als wahrer Drachenbezwinger herausstellt. Als sie ihn gesundpflegt entdeckt sie an seinem Schwert die Scharte, deren Splitter im Kopf Morolts steckte und den sie aufbewahrt hatte. Sie will Tristrant ihrem Vater verraten, doch Brangene erinnert sie an die Bedeutung Tristrants für die Abweisung des Truchseß&#039;. Anstatt nun Tristrant zu verraten, erklärt sie ihrem Vater den echten Drachentöter gefunden zu haben. Mithilfe der Zunge des Drachen wird im folgenden Gerichtsverfahren die Behauptung Isoldes bewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Liebestrank, Brangene und Tristrants und Isoldes Kampf um die Liebe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant glaubt, für eine Heirat zu jung zu sein, wirbt er beim irischen König für Marke. Die Werbung wird angenommen und man beschließt, möglichst bald nach Cornwall zu reisen. Vor der Abreise übergibt die Mutter Isaldes der Hofdame Brangene einen [[Minnetrank (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Liebestrank]]. Wer den Trank zu sich nimmt, ist vier Jahre in Liebeszwang miteinander verbunden. Sollten die Liebenden in dieser Zeit eine Woche lang nicht zusammen sein, müssen sie sterben. Die Mutter beauftragt Brangene dafür zu sorgen, dass Isalde und Marke den Trank vor der Hochzeitsnacht zu sich nehmen. Doch während der Reise nehmen Tristrant und Isalde versehentlich von dem Trank etwas zu sich und beginnen gegen ihren Willen, sich zu lieben. Beide leiden stark und erkennen die Ursache dafür nicht. Dann entdeckt Brangene die Ursache und schafft es, unterstützt von Kurneval, die Liebenden zusammenzubringen, die dann bis zum Ende der Fahrt ihr Glück genießen könne. Isalde verliert in dieser Zeit ihre Jungfernschaft und muss deshalb für die Hochzeitsnacht einen Weg finden, Marke zu betrügen. Sie bittet die mittlerweile wegen ihrer Unachtsamkeit vom schlechten Gewissen geplagte Brangene, sich in der Nacht vor ihr in das Bett Markes zu begeben und mit ihm zu schlafen. Nach langem Zögern erklärt sich Brangene dazu bereit und Isalde und Tristrant können eine schöne Nacht genießen. Die Liebesbeziehung der beiden bleibt über ein Jahr lang ergiebig und unbemerkt. Isalde macht jedoch zunehmend zu schaffen, dass es mit Brangene eine Mitwisserin der Liebe gibt. Sie beschließt, Brangene zu ermorden, doch die beiden damit beauftragten Ritter bekommen Mitleid mit der Hofdame. Sie verschonen Brangene, diese kommt zum Hof zurück und versöhnt sich mit Isalde. Auch Tristrant hat Probleme. Seine Neider, vor allem Markes Neffe Antret, machen Marke so argwöhnisch, dass er nach einer Umarmung Tristrants mit Isalde Tristrant in großer Wut vom Hofe weist. Sofort setzen bei den beiden starke Liebesqualen ein, die durch die von Brangene arrangierten Treffen unter der Linde des Baumgartens gelindert werden. Marke argwöhnt auch hier und steigt mithilfe eines Zwerges auf die Linde, um die Liebenden in flagranti zu erwischen. Doch Tristrant erkennt in der Quelle im Mondschein den Schatten Markes und warnt Isalde heimlich. Die Beiden eröffnen daraufhin ein Wortgefecht, in welchem Isalde große Wut auf Tristrant vorspielt und dieser seinerseits davon spricht, sich bald aus Cornwall verabschieden zu wollen.   &lt;br /&gt;
Daraufhin schenkt Marke Tristrant wieder volles Vertrauen und schimpft über seine neidischen Höflinge. &lt;br /&gt;
Doch der Zwerg erlangt bald wieder die Gunst des Königs und bringt diesen dazu, Tristrant und Isalde ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen. So gibt Marke vor, Tristrant auf eine siebentägige Reise zu schicken, in der Annahme, Tristrant würde in der Nacht vorher sicherlich zu Isalde kommen. Um Tristrant zu entlarven, streut der Zwerg Mehl in den Zwischenraum der Betten und legt sich selbst unter das Bett. Vor die Türen stellen sich weitere Personen, um auf ein Zeichen des Zwerges hin Tristrant zu überwältigen. Tristrant entdeckt zwar das Mehl, doch er springt zu Isalde hinüber. Dabei bricht seine Wunde auf, er berührt den Boden und ist verraten. Marke verurteilt Tristrant zum Tod durch Rädern, Isalde zum Tod durch Verbrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verurteilung, Flucht und Waldleben&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Nachdem Tinas sich erfolglos bei Marke für Tristrant eingesetzt hat, befreit er seinen Freund, indem er ihm die Fesseln zerschneidet und Tristrant so die Möglichkeit gibt, seinen Bewachern zu entkommen. Mit dem vor der Burg wartenden Kurneval reitet Tristrant zu dem Platz, an welchem Isalde verbrannt werden soll. Die mit Zweigen getarnten Gefährten bekommen mit, wie der von Zorn über die Flucht Tristrants erfüllte Marke Isalde einem aussätzigen Herzog übergibt, der zuvor versprochen hatte, sie allen seinen Kranken zu übergeben und ihr so ein schmähliches Ende zu bereiten. Tristrant und Kurvenal töten jedoch den Herzog und befreien Isalde. Als Marke das erfährt, befiehlt er, Tristrants Jagdhund Utant aufzuhängen. Der damit beauftragte Knappe bekommt jedoch Mitleid mit dem Hund und lässt das Tier frei. Es folgt den Flüchtigen, sodass diese eine Zeit lang glauben, Marke verfolge sie. Als klar wird, dass es nur ein Hund ist, sind alle beruhigt und gelangen immer tiefer in den Wald. Dort bauen sie bald aus Ästen und Laub eine Hütte, in der sie zwei entbehrungsreiche, aber von Liebe erfüllte Jahre verbringen. Trotz aller Idylle ist Tristrant immer vorsichtig und legt jede Nacht ein Schwert zwischen sich und Isalde. Als ein Jäger Markes zufällig das Lager entdeckt und es seinem Herren zeigt, ist dieser sehr gerührt. Er tut den Beiden nichts, vertauscht Tristrants Schwert gegen das seine und legt einen Handschuh auf Isalde. Als die Liebenden das Zeichen am Morgen sehen, wissen sie, dass sie entdeckt worden sind und reiten tiefer in den Wald. Sie gelangen zum Klausner Ugrim, dem Beichtvater von Marke. Auch Tristrant will bei ihm beichten, doch seiner Forderung, sich von Isalde zu trennen, kann Tristrant nicht nachkommen, da der Liebestrank immer noch wirkt. Ugrim vermittelt daraufhin zwischen Marke und Isalde, es kommt zur Aussöhnung zwischen Gatte und Gattin. Tristrant wird jedoch von Marke aus seinem Reich verbannt, er lässt nur seinen Hund für Isalde zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant bei König Artus, das erste Wiederkehrabenteuer und der Besuch bei König Havelin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Tristrant besucht kurz König Ganoje und begibt sich dann an den Hof von König Artus. Dort vollbringt er viele Heldentaten. Er trifft zudem Walwan, der in der folgenden Zeit sein Freund wird und Tristrant helfen will, Isalde wiederzusehen. Vorher schwört Tristrant, einer im Namen seiner Herrin ausgesprochenen Beschwörung jederzeit zu folgen. Dann organisiert Walwan einen Jagdausflug der Artusritter und zögert diesen solange hinaus, dass die Männer bei König Marke übernachten müssen. Dieser traut den Rittern nicht und stellt Wolffallen auf, an denen sich Tristrant, als er zu Isalde will, verletzt und stark zu bluten beginnt. Um ihn zu schützen, schneiden sich daraufhin alle anderen Ritter auch an ihren Klingen, mit der Unterstützung von König Artus. &lt;br /&gt;
Bald darauf verlässt Tristrant den Hof von Artus und kommt in das Land des Königs Havelin. Dieser befindet sich im Krieg mit seinem Dienstmann Riol, weil er ihm die Hand seiner Tochter verweigert hat. Tristrant bietet seine Hilfe an und besiegt Riol im Zweikampf. Der Krieg endet in großem Ruhm für Havelin. In dieser Zeit lernt Tristrant in Havelins Sohn Kehenis einen neuen Freund kennen und trifft auch die Tochter Havelins, Isalde. Dann schlägt Kehenis seinem Freund vor, Isalde zu heiraten. Tristrant stimmt zu, wirbt um Isalde II und heiratet sie. In Erinnerung an seine Geliebte vollzieht Tristrant die Ehe jedoch nicht und Isalde bleibt ein ganzes Jahr unberührt.&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites und drittes Wiederkehrabenteurer und Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem Ausflug erfährt Kehenis, dass seine Schwester immer noch unberührt ist und will deshalb Tristrant ermorden. In einem Wortgefecht erzählt dieser Kehenis daraufhin von Isalde, lobt ihre außergewöhnliche Schönheit und schlägt vor, Kehenis Isalde zu zeigen.  &lt;br /&gt;
Zusammen gelangen sie zu Tinas von Litan, der Isalde bittet, Marke auf einen Jagdausflug zu schicken und alleine am Hof zurückzubleiben. So gelangen beide zu Isalde, deren Schönheit Kehenis blendet und ihn besänftigt. Auch hat sich dieser in eine Freundin Isaldes, Gymele verliebt, die ihn während der Nacht betrügt, indem sie ihm ein Kissen unter den Kopf schiebt, das jeden der sich darauf legt sofort in tiefen Schlaf fallen lässt. Tristrant und Isalde verbringen indessen eine lange Liebesnacht.&lt;br /&gt;
An nächsten Tag zieht Kehenis verspottet und beschämt ab. Unterdessen treffen Kurneval und Tristrants Knappen zufällig auf Pleherin, einen Gefolgsmann Markes. Dieser glaubt, Tristrant zu erkennen und verfolgt die Truppe. Außer einem Pferd kann er den Flüchtenden jedoch nichts abnehmen. Er berichtet Isalde von der Feigheit Tristrants, die sich deshalb so schämt, dass sie ihn, als er sich rechtfertigen will, vom Hofe prügeln lässt. Das wiederum erzürnt Tristrant, er kehrt nach Hause zurück, macht Isalde II endgültig zu seiner Frau und nimmt sich auf den Rat Kurnevals hin vor, Isalde mindestens ein Jahr lang zu meiden. Diese bereut sehr schnell ihr Verhalten und will Tristrant zur Vergebung bringen, der sich damit einverstanden erklärt, jedoch erst nach einem Jahr.  &lt;br /&gt;
Nach Ablauf dieser Zeit begeben sich Tristrant und Kurvenal als Priester verkleidet nach Cornwall und durch Vermittlung Tinas kommt es zur Wiedervereinigung Tristrants und Isaldes vor dem Dornbusch.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag trifft Tristrant zufällig auf ein Lager Markes, wird erkannt und von einem Freund durch Schwören auf den Namen der Königin dazu gezwungen, an den Kampfspielen teilzunehmen. Bei diesen ist er wie immer allen überlegen, doch dann zerreißt sein graues Gewand. Seine roten Kleider werden sichtbar und er wird erkannt. Durch schnelle Reaktion gelingt es Tristrant jedoch zu entkommen.  &lt;br /&gt;
Währenddessen erinnert sich die vom eifersüchtigen Gatten Nampetenis gefangen gehaltene schöne Gariole an ihre Jugendliebe Kehenis, der in Abwesenheit Nampetenis&#039; zu ihr reitet und Liebeserfüllung erbittet. Um das zu schaffen, stellt Gariole Wachsabdrücke ihrer Schlüssel her, mithilfe derer Tristrant Nachschlüssel erstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes und fünftes Wiederkehrabenteuer sowie zweite Begegnung Kehenis&#039; und Garioles&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Vater stirbt, doch Tristrant will in Karahes bleiben und die Regentschaft seines väterlichen Landes Kurneval übertragen. Vorher drängt es ihn jedoch, ein letztes Mal Isalde zu sehen. Als Spielmänner verkleidet gehen Kurneval und Tristrant nach Cornwall. Durch abermalige Vermittlung Tinas gelingt eine Vereinigung Tristrants und Isaldes im Baumgarten. Der Zwerg Antret entdeckt die Liebenden und Tristrant muss ohne Waffen fliehen. Um ihn zu fangen, lässt Marke alle Wege sperren, doch durch eine List Isaldes schafft es Tristrant, das Land zu verlassen. Nachdem er dann zwei Jahre im väterlichen Reich verbracht und Kurneval zum Regenten gemacht hat, wird Tristrant ein weiteres Mal in einen Krieg mit dem alten Gegner Karahes, Riol von Nates, verwickelt. Auch diesmal siegt er, wird jedoch durch einen Steinwurf so stark verwundet, dass sich sein Aussehen völlig verändert. So ergibt sich für ihn die Möglichkeit wieder nach Cornwall zu seiner Geliebten zu reisen. Als Spielmann verkleidet täuscht er alle Höflinge und verbringt mit Isalde drei Wochen voller Liebe. Wieder werden sie jedoch entdeckt, wieder gelingt es Tristrant, unverletzt zu entkommen und nach Karahes zurückzukehren.&lt;br /&gt;
Von dort begibt sich Tristrant mit Kehenis zu Gariole und ermöglicht den beiden die Erfüllung ihrer Liebe. Nampetenis entdeckt, als er wieder in seiner Burg ist, Anzeichen, dass sich Tristrant und Kehenis bei Gariole aufgehalten haben. Eingeschüchtert gesteht seine Gattin ihre Taten und Nampetenis nimmt die Verfolgung der beiden auf. Er holt sie ein und es entwickelt sich ein Kampf, in dessen Verlauf Kehenis getötet und Tristrant von zwei vergifteten Speeren getroffen wird. In der Annahme, er sei tot, lässt ihn Nampetenis auf dem Schlachtfeld liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tod der Liebenden Tristrant und Isalde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Trotz seiner Verletzung schafft es Tristrant nach Karahes zurückzukehren und seinen Freund Kehenis zu bestatten. Die Verletzung setzt ihm stark zu und er erkennt, dass allein Isalde helfen kann. Ein Bote wird zu ihr geschickt, um sie um Hilfe zu bieten. Um den Daheimgebliebenen möglichst schnell Klarheit zu verschaffen wird vereinbart, im Falle eines Erfolgs des Boten weiße, im Falle einer Ablehnung schwarze Segel aufzuziehen.&lt;br /&gt;
Als Isalde die Nachricht von Tristrants Zustand erhält, macht sie sich sofort auf die Reise. Aus Eifersucht betrügt Isalde II Tristrant und sagt ihm, die Segel wären schwarz. Daraufhin stirbt Tristrant. Isalde wird von Todesgeläut begrüßt, begibt sich sofort in die Kirche, in welcher der Leichnam Tristrants aufbewahrt ist, legt sich auf ihn und stirbt ebenfalls. Der seiner Gattin gefolgte Marke erfährt in Karahes zum ersten Mal von dem Liebestrank. Daraufhin verzeiht er beiden, lässt sie in einem Grab bestatten und pflanzt einen Wein- und einen Rebstock. Beide Pflanzen wachsen so, dass sie sich unlösbar aneinander binden. Sie sind Zeichen für die unsterbliche Liebe Tristrants und Isaldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sprache=&lt;br /&gt;
Dass Eilharts Roman in der Frühphase mitteldeutscher Literatur entstanden ist, zeigt seine Sprache. So wirkt die ganze Erzählung und insbesondere die Verse altertümlich.[Wehrli 1980:257] Auch wenn sich durchaus literarische Stilmittel, etwa Stichomythien und Hemistichomythien finden, ist die [[Sprache (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Sprache etwa im Gegensatz zum &amp;quot;Tristan&amp;quot; von Gottfried von Straßburg]] mündlich konzeptioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Ausführungen bei [Wolf 1989: 57f.] und [Schausten 1999: 118ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gefühle werden offen zum Ausdruck gebracht und es finden sich viele Übertreibungen und Derbheiten in Eilharts Text.[Schröder/Wolf 1980]&lt;br /&gt;
Eine sehr detaillierte Untersuchung zur Sprache liefert Gierach.[Gierach 1908]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Themen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1.Heldentum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]]  und  [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Thomas/Gottfried|Der Tristan des Thomas]] legt Eilhart von Oberg viel Wert auf die Darstellung des mannhaften Rittertums und stellt Tristrant in ein Reihe mit den Helden der germanischen Epik, Dietrich von Bern und Hildebrand.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: [Mikasch-Köthner 1991:40] &amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei benutzt er typische Formulierungen, die sich auch in anderen Werken des 13. Jahrhunderts wiederfinden, etwa dem &amp;quot;[[Rolandslied]]&amp;quot; oder der &amp;quot;[[Kaiserchronik]]&amp;quot;. So werden der Zweikampf zwischen Tristrant und Morolt als härtester Zweikampf der je ausgefochten wurde, die Schlacht von Karahes als härteste Feldschlacht, die je eine Menschenmenge sah, beschrieben. Neben der klassischen Intention solcher Darstellungen (Zeigen des Idealbildes eines Menschen für adliges Publikum) kann es auch sein, dass der Autor durch die Betonung der heroischen Tapferkeit und des Heldentums seinen als großen Heerführer bekannten Auftraggeber Heinrich den Löwen huldigen wollte.[Buschinger 2004: XVI]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2.Der Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Der Liebestrank bestimmt die Konzeption von &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und teilt das Werk in zwei Hälften.[Tomasek 2007: 265]&lt;br /&gt;
Das liegt daran, dass Eilhart die Wirkung das Trankes im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]] anders beschreibt. Nach der Einnahme sind die beiden vier Jahre lang so stark miteinander verbunden, dass sie keinen Tag ohne den anderen verbringen können. Im Falle eine Trennung würden sie krank werden und sterben. In dieser Phase des Romans bestimmen die unbesonnene Liebe und die blinde Leidenschaft alle Handlungen Tristrants und Isaldes. Im zweiten Teil, der mit der Waldlebenepisode beginnt, sind die vier Jahre vorüber. Die Wirkung des Trankes bleibt bestehen, allerdings lässt sie nach. Tristrant und Isalde sind fähig, ihre Liebe kritisch zu betrachten, bereuen sie und trennen sich.[Tomasek 2007: 266] Später kann Tristrant sogar wieder heiraten. Da der Trank jedoch weiter wirkt, leben beide nicht glücklich und es kommt zu dem tragischen Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3.Verhältnis Liebe/Tod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eilhart stellt die Liebe als etwas Verbindendes, Glückliches dar, was im Falle des Zusammenseins der Liebenden Leiden lindert. Im Falle der Trennung entstehen jedoch Leiden und innerhalb der ersten vier Jahre nach der Einnahme des Liebestranks ist die Liebe sogar tödlich.&lt;br /&gt;
Es kann daher gesagt werden, dass der große Konflikt der Figuren bei Eilhart ist, entweder der Liebe nachzugeben oder den Tod zu finden. Dadurch kann man auch sagen, dass die Liebe der Untergang ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit und Bedeutung=&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung hat Eilharts Roman nun? Ganz unbestreitbar war Eilhart derjenige, der als erster den Tristanstoff in Deutschland verbreitet hat.[Buschinger/Spiewok 1993: XV]. Zwar hatte er wohl wenig Einfluss auf Gottfrieds &amp;quot;Tristan und Isalde&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; [[Gottfried von Straßburg|Gottfried]] orientierte sich vermutlich stark an Thomas von England. Siehe dazu auch den Artikel [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings war er Vorlage für den weiter verbreiteten, Ende des 15. Jahrhunderts entstandenen Prosaroman &#039;&#039;Tristant und Isalde&#039;&#039;, für die Gottfried Fortsetzungen von [[Fortsetzung von Ulrich von Türheim|Ulrich von Türheim]] und [[Fortsetzung Heinrich von Freiberg|Heinrich von Freiberg]] und für den sogenannten tschechischen &#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;[Huber 2000:18].&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberberg &amp;quot;bietet den vergleichsweise besten Einblick in den Handlungsverlauf eines Tristanromans in der vor-thomaschen Stufe&amp;quot;.[Tomasek 2007: 261]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Siehe auch =&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Anmerkungen=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literatur=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Backes 2002]Backes, Martin: &#039;&#039;Aus der Feder eines Klerikers? Ein neuer Vorschlag zu Eilharts Tristrant,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Literaturwissenschaftliches Jahrbuch im Auftrage der Görres-Gesellschaft 43,&#039;&#039; Berlin 2002, S. 373-380. &lt;br /&gt;
*[*Bumke 1979]Bumke, Joachim: &#039;&#039;Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150 - 1300,&#039;&#039; München 1979.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von  Oberberg:  Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger 2004] Buschinger, Danielle: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von Oberberg: Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche Studien 4), IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Gierach 1908]Gierach, Erich: &#039;&#039;Zur Sprache von Eilharts Tristrant : Lautlehre,  Formenlehre und Wortschatz nach den Reimen; Mit einem Anhang zur literarischen Stellung Eilharts;## Prag 1908.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000]Huber, Christoph: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg: Tristan,&#039;&#039; Berlin 2000. &lt;br /&gt;
*[*Mertens 1987] Mertens, Volker: &#039;&#039;Eilhart, der  Herzog und der  Truchsess. Der Tristrant am Welfenhof,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Tristan et Iseut, mythe européen et mondial. Actes du  colloque  des 10, 11 et 12 janvier 1986,&#039;&#039; hg von Danielle Buschinger, Göppingen 1986 (Göppinger  Arbeiten zur  Germanistik 474), S. 262-281.&lt;br /&gt;
*[*Mikasch-Köthner 1991] Mikasch-Köthner, Dagmar: &#039;&#039;Zur Konzeption der Tristanminne bei Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 1991. (Helfant-Studien 7) &lt;br /&gt;
*[*Schausten 1999]Schausten, Monika: &#039;&#039;Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter: Untersuchungen zu den d eutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und  13. Jahrhunderts,&#039;&#039; München 1999.&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: &#039;&#039;Eilhart von Olberg,&#039;&#039; in: VL. Bd. 2 (1980), Sp. 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Tomasek 2007] Tomasek, Thomas: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1980]Wehrli, Max: &#039;&#039;Geschichte der deutschen Literatur vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts,&#039;&#039; Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: &#039;&#039;Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde,&#039;&#039; Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde&amp;diff=26747</id>
		<title>Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde</title>
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		<updated>2020-06-10T11:20:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Themen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hört man &amp;quot;Tristan&amp;quot; so denkt man sofort an [[Gottfried von Straßburg]]. Doch schon vor Gottfrieds Roman gab es die Geschichte von Tristan in deutscher Sprache. Einige Jahre vor Gottfried schrieb ein gewisser Eilhart von Oberg &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und beeinflusst damit viele Autoren der folgenden Jahrhunderte. Heute wird das Werk trotz seiner Bedeutung viel weniger beachtet als Gottfrieds &amp;quot;[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Tristan]]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der Autor=&lt;br /&gt;
Über die Herkunft Eilharts von Oberg sind nur bruchstückhafte Informationen überliefert. Die Urkunden erwähnen einen &#039;&#039;Eilhardus de Oberch&#039;&#039;, welcher zwischen 1189 und 1209 in dem Dorf Oberg bei Braunschweig gelebt haben soll[Tomasek 2007]. Vermutlich war er ein klerikal gebildeter Beamter am Hofe Heinrichs des Löwen, der im 12. Jahrhundert ein literarisches Zentrum Mitteleuropas war. Einen Überblick über die älteren Forschungsdiskussionen bietet [Bumke 1979].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Überlieferung&amp;lt;ref&amp;gt;Nach [Buschinger 2004: X].&amp;lt;/ref&amp;gt;=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist das einzige überlieferte Werk Eilharts&#039;.&lt;br /&gt;
Aus dem 13. und frühen 13. Jahrhundert existieren drei Fragmente: Fragment Rd aus Donaueschingen, das Stargarder Fragment (ST) sowie das Magdeburger Fragment (M). Aus Kärnten stammt ein viertes, wohl im späten 13. Jahrhundert entstandenes Fragment (SP).&lt;br /&gt;
Die vollständige Fassung wird in zwei Handschriften aus dem 15. Jahrhundert überliefert, die jedoch voneinander abweichen:&amp;lt;ref&amp;gt; Zu den Unterschieden und der Problematik beim Übertragen siehe [Buschinger 2004: XIff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;  Handschrift H aus Heidelberg und Handschrift D aus Dresden. Der dritte Teil der Geschichte ist in der Berliner Handschrift B enthalten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Einflüsse=&lt;br /&gt;
Quelle für Eilhart, welcher er sachlich wahrscheinlich sehr stark folgte, war vermutlich die &amp;quot;[[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]&amp;quot;.[Schröder/Wolf 1980: 413] Für die Estoire-Version hingegen kommen zum einen natürlich Einflüsse aus dem [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Keltische_Elemente|keltischen]] bzw. angelsächsischen Raum in Betracht. Ein Anhaltspunkt dafür sind die keltischen Namen der Hauptfiguren (Tristrant, Brangäne, Marke, Isolde). Die ebenfalls kursierende Theorie, die Handlung gründe sich letztendlich auf orientalische Epen, ist nicht belegt [Tomasek 2007: 268 ff]. Vielmehr gründet die von Eilhart aufgezeichnete Version vermutlich auf eine französische Versdichtung. Mehrere Episoden des Tristan-Stoffes tauchen z.B. in französischen Episodengedichten auf. Die bekannteste Verfasserin solcher Episodengedichte ist die vom französischen Königshof geforderte Dichterin Marie de France, welche in ihren Werken bereits ein Rückkehrabenteuer schildert, das dem bei Tristan sehr ähnlich ist. Darüber hinaus weiß man von dem anonymen Werk &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;, für welches mehrere Versionen existieren [Tomasek 2007].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Inhalt=&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in den Inhalt des Werkes gegeben werden. Er richtet sich nach Handschrift D. Für eine aktuelle (Stand:2020) und detailliertere Inhaltsangabe siehe [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|hier]].&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vorrede&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorrede wendet sich Eilhart an seine Leser. Zunächst bittet er nicht nur um die Aufmerksamkeit des Publikums, sondern auch keine Vorurteile zu hegen oder zu schnelle Urteile zu fällen. Der Leser soll sich auf die Geschichte einlassen und alle &#039;&#039;&amp;quot;boßhait&amp;quot;&#039;&#039; (V. 18) von sich streifen. Außerdem betont er, wie stillschweigend seine Leserschaft die Geschichte aufnehmen solle- der Erzähler will nicht gestört werden und wer kein Vergnügen dabei verspürt, &#039;&#039;&amp;quot;ist an tugend blind&amp;quot;&#039;&#039; (V. 26).&lt;br /&gt;
Erst nachdem er mehrfach betont hat, wie sehr sich die Leser darauf einlassen sollten, kündigt der Erzähler an, die &#039;&#039;&amp;quot;rechte warhait&amp;quot; &#039;&#039;(V.36) über Tristrant zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Tristrants Geburt und Erziehung, sowie seiner Fahrt an den Hof Markes und seinen Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke, König von Cornwall, sucht in seinem Krieg gegen den König von Schottland und Iberne Verbündete. Riwalin von Lohnois liebt Markes Schwester Blancheflur. Um ihre Liebe zu gewinnen, unterstützt er Marke und ist erfolgreich. Blancheflur gibt sich Riwalin hin und beschließt, ihm nach Lohnois zu folgen. Während der Überfahrt zum Festland setzen die Wehen der bereits Schwangeren ein und sie stirbt nach langem Kampf. Aus dem Leib der Toten schneiden Helfer einen lebenden Jungen. Er erhält den Namen Tristrant und wird von da an von einer Amme großgezogen. Später wird Kurneval der Erzieher und bringt Tristrant alle Regeln des höfischen Lebens bei. Als Jungendlicher begibt sich Tristrant auf eine Bildungsreise und kommt dabei in das Land Markes. Er bittet seine Begleiter, nichts von seiner Herkunft zu offenbaren. Unerkannt wird er daraufhin von Marke am Hofe aufgenommen und dem Truchseß Tinas von Litan empfohlen.  &lt;br /&gt;
Kurz nach Tristrants Ankunft kommt Morolt, ein Verwandter des irischen Königs nach Cornwall. Er fordert von Marke Tribut und ist bereit, seinen Anspruch im Zweikampf zu verteidigen.  &lt;br /&gt;
Als alle heimischen Adligen sich zieren, lässt Tristrant sich zum Ritter schlagen und stellt sich Morolt. Als Kampfesort wird eine Insel bestimmt. Im Gefecht wird Tristrant von Morolts vergifteter Lanze verletzt. Doch Tristrant gelingt es, Morolt so zu verwunden, dass er auf der Heimfahrt nach Irland stirbt. Dabei bleibt ein Splitter von Tristrants Schwert in Morolts Schädel stecken. Aus Vergeltung befiehlt der irische König daraufhin, jeden, der aus Cornwall nach Irland kommt, zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrants Fahrten nach Irland&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Wunde fällt Tristrant in tiefe Leiden. Als eine Rettung unmöglich scheint und die stinkende Wunde eine immer schlimmere Belastung für die Leute darstellt, setzt Tristrant  Kurneval als seinen Erben ein und lässt sich dann mit Schwert und Harfe auf das Meer hinaustreiben, um dort zu sterben. Durch einen Sturm wird das Boot an die Küste Irlands getrieben. Tristrant wird entdeckt und zum König gebracht, dem er sich als Spielmann und Kaufmann namens Pro vorstellt. Der König veranlasst daraufhin seine Tochter Isalde, Tristrant zu heilen. Während seiner Genesung bekommt Tristrant Isalde nie zu Gesicht. Als er gesund ist, dankt Tristrant den Iren und hilft, eine Hungersnot zu überstehen. Er fährt nach England, um dort Korn zu kaufen, das er auf Schiffen nach Irland sendet. Tristrant selbst kehrt nach Cornwall zurück, wo er von Marke voller Freude in Empfang genommen wird. Aus Zuneigung erklärt sich Marke bereit, auf eine Heirat verzichten zu wollen und Tristrant als seinen alleinigen Erben einsetzen zu wollen. Die Folgen dieser Entscheidung sind Missgunst und Hass des Hofes auf Tristrant.  &lt;br /&gt;
Als der Druck auf Marke, eine Frau zu heiraten, immer stärker wird, nimmt dieser ein blondes Frauenhaar in die Hand und erklärt, nur die Frau heiraten zu wollen, der dieses Haar gehört. Verwandte des Königs machen daraufhin Tristrant für diese Ausrede verantwortlich und so verlangt dieser, sich selbst auf die Suche nach der Frau machen zu können. Er bekommt ein gute Ausrüstung, ein Schiff und viele Begleiter, mit denen er ziellos in See sticht. Und wieder wirft ein Sturm das Schiff an die Küste Irlands. Den Marschall, den der wütende König von Irland schickt, um die gesamte Schiffbesatzung köpfen zu lassen, besticht Tristrant mit einem goldenen Becher.   &lt;br /&gt;
Er erklärt, Tantris zu heißen und Führer einer englischen Handelsflotte zu sein, die Irland mit Nahrung versorgen solle.  &lt;br /&gt;
Während Tristrant und seine Begleiter auf die Reaktion des Königs warten, hört Tristrant, dass das Land seit längerem von einem Drachen heimgesucht und verwüstet werde. Der Bezwinger des Drachen, so hatte hat der König versprochen, werde seine Tochter Isalde bekommen. Tristrant sucht den Drachen daraufhin und bezwingt ihn. Als Beweis seines Sieges schneidet er dem Tier seine Zunge heraus und schiebt sie unter seine Rüstung. Dann fällt er erschöpft und benebelt durch den giftigen Geruch der Zunge in Ohnmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf findet der Truchseß des irischen Königs den Drachen. Er gibt sich selbst als Bezwinger aus und verlangt als Preis Isalde. Diese glaubt jedoch nicht, dass der als feige bekannte Truchseß wirklich der Drachenbesieger ist. Sie verlangt vom Vater einen Aufschub der Heirat und findet Tristrant, der sich als wahrer Drachenbezwinger herausstellt. Als sie ihn gesundpflegt entdeckt sie an seinem Schwert die Scharte, deren Splitter im Kopf Morolts steckte und den sie aufbewahrt hatte. Sie will Tristrant ihrem Vater verraten, doch Brangene erinnert sie an die Bedeutung Tristrants für die Abweisung des Truchseß&#039;. Anstatt nun Tristrant zu verraten, erklärt sie ihrem Vater den echten Drachentöter gefunden zu haben. Mithilfe der Zunge des Drachen wird im folgenden Gerichtsverfahren die Behauptung Isoldes bewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Liebestrank, Brangene und Tristrants und Isoldes Kampf um die Liebe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant glaubt, für eine Heirat zu jung zu sein, wirbt er beim irischen König für Marke. Die Werbung wird angenommen und man beschließt, möglichst bald nach Cornwall zu reisen. Vor der Abreise übergibt die Mutter Isaldes der Hofdame Brangene einen [[Minnetrank (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Liebestrank]]. Wer den Trank zu sich nimmt, ist vier Jahre in Liebeszwang miteinander verbunden. Sollten die Liebenden in dieser Zeit eine Woche lang nicht zusammen sein, müssen sie sterben. Die Mutter beauftragt Brangene dafür zu sorgen, dass Isalde und Marke den Trank vor der Hochzeitsnacht zu sich nehmen. Doch während der Reise nehmen Tristrant und Isalde versehentlich von dem Trank etwas zu sich und beginnen gegen ihren Willen, sich zu lieben. Beide leiden stark und erkennen die Ursache dafür nicht. Dann entdeckt Brangene die Ursache und schafft es, unterstützt von Kurneval, die Liebenden zusammenzubringen, die dann bis zum Ende der Fahrt ihr Glück genießen könne. Isalde verliert in dieser Zeit ihre Jungfernschaft und muss deshalb für die Hochzeitsnacht einen Weg finden, Marke zu betrügen. Sie bittet die mittlerweile wegen ihrer Unachtsamkeit vom schlechten Gewissen geplagte Brangene, sich in der Nacht vor ihr in das Bett Markes zu begeben und mit ihm zu schlafen. Nach langem Zögern erklärt sich Brangene dazu bereit und Isalde und Tristrant können eine schöne Nacht genießen. Die Liebesbeziehung der beiden bleibt über ein Jahr lang ergiebig und unbemerkt. Isalde macht jedoch zunehmend zu schaffen, dass es mit Brangene eine Mitwisserin der Liebe gibt. Sie beschließt, Brangene zu ermorden, doch die beiden damit beauftragten Ritter bekommen Mitleid mit der Hofdame. Sie verschonen Brangene, diese kommt zum Hof zurück und versöhnt sich mit Isalde. Auch Tristrant hat Probleme. Seine Neider, vor allem Markes Neffe Antret, machen Marke so argwöhnisch, dass er nach einer Umarmung Tristrants mit Isalde Tristrant in großer Wut vom Hofe weist. Sofort setzen bei den beiden starke Liebesqualen ein, die durch die von Brangene arrangierten Treffen unter der Linde des Baumgartens gelindert werden. Marke argwöhnt auch hier und steigt mithilfe eines Zwerges auf die Linde, um die Liebenden in flagranti zu erwischen. Doch Tristrant erkennt in der Quelle im Mondschein den Schatten Markes und warnt Isalde heimlich. Die Beiden eröffnen daraufhin ein Wortgefecht, in welchem Isalde große Wut auf Tristrant vorspielt und dieser seinerseits davon spricht, sich bald aus Cornwall verabschieden zu wollen.   &lt;br /&gt;
Daraufhin schenkt Marke Tristrant wieder volles Vertrauen und schimpft über seine neidischen Höflinge. &lt;br /&gt;
Doch der Zwerg erlangt bald wieder die Gunst des Königs und bringt diesen dazu, Tristrant und Isalde ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen. So gibt Marke vor, Tristrant auf eine siebentägige Reise zu schicken, in der Annahme, Tristrant würde in der Nacht vorher sicherlich zu Isalde kommen. Um Tristrant zu entlarven, streut der Zwerg Mehl in den Zwischenraum der Betten und legt sich selbst unter das Bett. Vor die Türen stellen sich weitere Personen, um auf ein Zeichen des Zwerges hin Tristrant zu überwältigen. Tristrant entdeckt zwar das Mehl, doch er springt zu Isalde hinüber. Dabei bricht seine Wunde auf, er berührt den Boden und ist verraten. Marke verurteilt Tristrant zum Tod durch Rädern, Isalde zum Tod durch Verbrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verurteilung, Flucht und Waldleben&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Nachdem Tinas sich erfolglos bei Marke für Tristrant eingesetzt hat, befreit er seinen Freund, indem er ihm die Fesseln zerschneidet und Tristrant so die Möglichkeit gibt, seinen Bewachern zu entkommen. Mit dem vor der Burg wartenden Kurneval reitet Tristrant zu dem Platz, an welchem Isalde verbrannt werden soll. Die mit Zweigen getarnten Gefährten bekommen mit, wie der von Zorn über die Flucht Tristrants erfüllte Marke Isalde einem aussätzigen Herzog übergibt, der zuvor versprochen hatte, sie allen seinen Kranken zu übergeben und ihr so ein schmähliches Ende zu bereiten. Tristrant und Kurvenal töten jedoch den Herzog und befreien Isalde. Als Marke das erfährt, befiehlt er, Tristrants Jagdhund Utant aufzuhängen. Der damit beauftragte Knappe bekommt jedoch Mitleid mit dem Hund und lässt das Tier frei. Es folgt den Flüchtigen, sodass diese eine Zeit lang glauben, Marke verfolge sie. Als klar wird, dass es nur ein Hund ist, sind alle beruhigt und gelangen immer tiefer in den Wald. Dort bauen sie bald aus Ästen und Laub eine Hütte, in der sie zwei entbehrungsreiche, aber von Liebe erfüllte Jahre verbringen. Trotz aller Idylle ist Tristrant immer vorsichtig und legt jede Nacht ein Schwert zwischen sich und Isalde. Als ein Jäger Markes zufällig das Lager entdeckt und es seinem Herren zeigt, ist dieser sehr gerührt. Er tut den Beiden nichts, vertauscht Tristrants Schwert gegen das seine und legt einen Handschuh auf Isalde. Als die Liebenden das Zeichen am Morgen sehen, wissen sie, dass sie entdeckt worden sind und reiten tiefer in den Wald. Sie gelangen zum Klausner Ugrim, dem Beichtvater von Marke. Auch Tristrant will bei ihm beichten, doch seiner Forderung, sich von Isalde zu trennen, kann Tristrant nicht nachkommen, da der Liebestrank immer noch wirkt. Ugrim vermittelt daraufhin zwischen Marke und Isalde, es kommt zur Aussöhnung zwischen Gatte und Gattin. Tristrant wird jedoch von Marke aus seinem Reich verbannt, er lässt nur seinen Hund für Isalde zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant bei König Artus, das erste Wiederkehrabenteuer und der Besuch bei König Havelin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Tristrant besucht kurz König Ganoje und begibt sich dann an den Hof von König Artus. Dort vollbringt er viele Heldentaten. Er trifft zudem Walwan, der in der folgenden Zeit sein Freund wird und Tristrant helfen will, Isalde wiederzusehen. Vorher schwört Tristrant, einer im Namen seiner Herrin ausgesprochenen Beschwörung jederzeit zu folgen. Dann organisiert Walwan einen Jagdausflug der Artusritter und zögert diesen solange hinaus, dass die Männer bei König Marke übernachten müssen. Dieser traut den Rittern nicht und stellt Wolffallen auf, an denen sich Tristrant, als er zu Isalde will, verletzt und stark zu bluten beginnt. Um ihn zu schützen, schneiden sich daraufhin alle anderen Ritter auch an ihren Klingen, mit der Unterstützung von König Artus. &lt;br /&gt;
Bald darauf verlässt Tristrant den Hof von Artus und kommt in das Land des Königs Havelin. Dieser befindet sich im Krieg mit seinem Dienstmann Riol, weil er ihm die Hand seiner Tochter verweigert hat. Tristrant bietet seine Hilfe an und besiegt Riol im Zweikampf. Der Krieg endet in großem Ruhm für Havelin. In dieser Zeit lernt Tristrant in Havelins Sohn Kehenis einen neuen Freund kennen und trifft auch die Tochter Havelins, Isalde. Dann schlägt Kehenis seinem Freund vor, Isalde zu heiraten. Tristrant stimmt zu, wirbt um Isalde II und heiratet sie. In Erinnerung an seine Geliebte vollzieht Tristrant die Ehe jedoch nicht und Isalde bleibt ein ganzes Jahr unberührt.&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites und drittes Wiederkehrabenteurer und Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem Ausflug erfährt Kehenis, dass seine Schwester immer noch unberührt ist und will deshalb Tristrant ermorden. In einem Wortgefecht erzählt dieser Kehenis daraufhin von Isalde, lobt ihre außergewöhnliche Schönheit und schlägt vor, Kehenis Isalde zu zeigen.  &lt;br /&gt;
Zusammen gelangen sie zu Tinas von Litan, der Isalde bittet, Marke auf einen Jagdausflug zu schicken und alleine am Hof zurückzubleiben. So gelangen beide zu Isalde, deren Schönheit Kehenis blendet und ihn besänftigt. Auch hat sich dieser in eine Freundin Isaldes, Gymele verliebt, die ihn während der Nacht betrügt, indem sie ihm ein Kissen unter den Kopf schiebt, das jeden der sich darauf legt sofort in tiefen Schlaf fallen lässt. Tristrant und Isalde verbringen indessen eine lange Liebesnacht.&lt;br /&gt;
An nächsten Tag zieht Kehenis verspottet und beschämt ab. Unterdessen treffen Kurneval und Tristrants Knappen zufällig auf Pleherin, einen Gefolgsmann Markes. Dieser glaubt, Tristrant zu erkennen und verfolgt die Truppe. Außer einem Pferd kann er den Flüchtenden jedoch nichts abnehmen. Er berichtet Isalde von der Feigheit Tristrants, die sich deshalb so schämt, dass sie ihn, als er sich rechtfertigen will, vom Hofe prügeln lässt. Das wiederum erzürnt Tristrant, er kehrt nach Hause zurück, macht Isalde II endgültig zu seiner Frau und nimmt sich auf den Rat Kurnevals hin vor, Isalde mindestens ein Jahr lang zu meiden. Diese bereut sehr schnell ihr Verhalten und will Tristrant zur Vergebung bringen, der sich damit einverstanden erklärt, jedoch erst nach einem Jahr.  &lt;br /&gt;
Nach Ablauf dieser Zeit begeben sich Tristrant und Kurvenal als Priester verkleidet nach Cornwall und durch Vermittlung Tinas kommt es zur Wiedervereinigung Tristrants und Isaldes vor dem Dornbusch.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag trifft Tristrant zufällig auf ein Lager Markes, wird erkannt und von einem Freund durch Schwören auf den Namen der Königin dazu gezwungen, an den Kampfspielen teilzunehmen. Bei diesen ist er wie immer allen überlegen, doch dann zerreißt sein graues Gewand. Seine roten Kleider werden sichtbar und er wird erkannt. Durch schnelle Reaktion gelingt es Tristrant jedoch zu entkommen.  &lt;br /&gt;
Währenddessen erinnert sich die vom eifersüchtigen Gatten Nampetenis gefangen gehaltene schöne Gariole an ihre Jugendliebe Kehenis, der in Abwesenheit Nampetenis&#039; zu ihr reitet und Liebeserfüllung erbittet. Um das zu schaffen, stellt Gariole Wachsabdrücke ihrer Schlüssel her, mithilfe derer Tristrant Nachschlüssel erstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes und fünftes Wiederkehrabenteuer sowie zweite Begegnung Kehenis&#039; und Garioles&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Vater stirbt, doch Tristrant will in Karahes bleiben und die Regentschaft seines väterlichen Landes Kurneval übertragen. Vorher drängt es ihn jedoch, ein letztes Mal Isalde zu sehen. Als Spielmänner verkleidet gehen Kurneval und Tristrant nach Cornwall. Durch abermalige Vermittlung Tinas gelingt eine Vereinigung Tristrants und Isaldes im Baumgarten. Der Zwerg Antret entdeckt die Liebenden und Tristrant muss ohne Waffen fliehen. Um ihn zu fangen, lässt Marke alle Wege sperren, doch durch eine List Isaldes schafft es Tristrant, das Land zu verlassen. Nachdem er dann zwei Jahre im väterlichen Reich verbracht und Kurneval zum Regenten gemacht hat, wird Tristrant ein weiteres Mal in einen Krieg mit dem alten Gegner Karahes, Riol von Nates, verwickelt. Auch diesmal siegt er, wird jedoch durch einen Steinwurf so stark verwundet, dass sich sein Aussehen völlig verändert. So ergibt sich für ihn die Möglichkeit wieder nach Cornwall zu seiner Geliebten zu reisen. Als Spielmann verkleidet täuscht er alle Höflinge und verbringt mit Isalde drei Wochen voller Liebe. Wieder werden sie jedoch entdeckt, wieder gelingt es Tristrant, unverletzt zu entkommen und nach Karahes zurückzukehren.&lt;br /&gt;
Von dort begibt sich Tristrant mit Kehenis zu Gariole und ermöglicht den beiden die Erfüllung ihrer Liebe. Nampetenis entdeckt, als er wieder in seiner Burg ist, Anzeichen, dass sich Tristrant und Kehenis bei Gariole aufgehalten haben. Eingeschüchtert gesteht seine Gattin ihre Taten und Nampetenis nimmt die Verfolgung der beiden auf. Er holt sie ein und es entwickelt sich ein Kampf, in dessen Verlauf Kehenis getötet und Tristrant von zwei vergifteten Speeren getroffen wird. In der Annahme, er sei tot, lässt ihn Nampetenis auf dem Schlachtfeld liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tod der Liebenden Tristrant und Isalde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Trotz seiner Verletzung schafft es Tristrant nach Karahes zurückzukehren und seinen Freund Kehenis zu bestatten. Die Verletzung setzt ihm stark zu und er erkennt, dass allein Isalde helfen kann. Ein Bote wird zu ihr geschickt, um sie um Hilfe zu bieten. Um den Daheimgebliebenen möglichst schnell Klarheit zu verschaffen wird vereinbart, im Falle eines Erfolgs des Boten weiße, im Falle einer Ablehnung schwarze Segel aufzuziehen.&lt;br /&gt;
Als Isalde die Nachricht von Tristrants Zustand erhält, macht sie sich sofort auf die Reise. Aus Eifersucht betrügt Isalde II Tristrant und sagt ihm, die Segel wären schwarz. Daraufhin stirbt Tristrant. Isalde wird von Todesgeläut begrüßt, begibt sich sofort in die Kirche, in welcher der Leichnam Tristrants aufbewahrt ist, legt sich auf ihn und stirbt ebenfalls. Der seiner Gattin gefolgte Marke erfährt in Karahes zum ersten Mal von dem Liebestrank. Daraufhin verzeiht er beiden, lässt sie in einem Grab bestatten und pflanzt einen Wein- und einen Rebstock. Beide Pflanzen wachsen so, dass sie sich unlösbar aneinander binden. Sie sind Zeichen für die unsterbliche Liebe Tristrants und Isaldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sprache=&lt;br /&gt;
Dass Eilharts Roman in der Frühphase mitteldeutscher Literatur entstanden ist, zeigt seine Sprache. So wirkt die ganze Erzählung und insbesondere die Verse altertümlich.[Wehrli 1980:257] Auch wenn sich durchaus literarische Stilmittel, etwa Stichomythien und Hemistichomythien finden, ist die [[Sprache (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Sprache etwa im Gegensatz zum &amp;quot;Tristan&amp;quot; von Gottfried von Straßburg]] mündlich konzeptioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Ausführungen bei [Wolf 1989: 57f.] und [Schausten 1999: 118ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gefühle werden offen zum Ausdruck gebracht und es finden sich viele Übertreibungen und Derbheiten in Eilharts Text.[Schröder/Wolf 1980]&lt;br /&gt;
Eine sehr detaillierte Untersuchung zur Sprache liefert Gierach.[Gierach 1908]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Themen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1.Heldentum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]]  und  [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Thomas/Gottfried_Elemente|Der Tristan des Thomas]] legt Eilhart von Oberg viel Wert auf die Darstellung des mannhaften Rittertums und stellt Tristrant in ein Reihe mit den Helden der germanischen Epik, Dietrich von Bern und Hildebrand.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: [Mikasch-Köthner 1991:40] &amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei benutzt er typische Formulierungen, die sich auch in anderen Werken des 13. Jahrhunderts wiederfinden, etwa dem &amp;quot;[[Rolandslied]]&amp;quot; oder der &amp;quot;[[Kaiserchronik]]&amp;quot;. So werden der Zweikampf zwischen Tristrant und Morolt als härtester Zweikampf der je ausgefochten wurde, die Schlacht von Karahes als härteste Feldschlacht, die je eine Menschenmenge sah, beschrieben. Neben der klassischen Intention solcher Darstellungen (Zeigen des Idealbildes eines Menschen für adliges Publikum) kann es auch sein, dass der Autor durch die Betonung der heroischen Tapferkeit und des Heldentums seinen als großen Heerführer bekannten Auftraggeber Heinrich den Löwen huldigen wollte.[Buschinger 2004: XVI]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2.Der Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Der Liebestrank bestimmt die Konzeption von &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und teilt das Werk in zwei Hälften.[Tomasek 2007: 265]&lt;br /&gt;
Das liegt daran, dass Eilhart die Wirkung das Trankes im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]] anders beschreibt. Nach der Einnahme sind die beiden vier Jahre lang so stark miteinander verbunden, dass sie keinen Tag ohne den anderen verbringen können. Im Falle eine Trennung würden sie krank werden und sterben. In dieser Phase des Romans bestimmen die unbesonnene Liebe und die blinde Leidenschaft alle Handlungen Tristrants und Isaldes. Im zweiten Teil, der mit der Waldlebenepisode beginnt, sind die vier Jahre vorüber. Die Wirkung des Trankes bleibt bestehen, allerdings lässt sie nach. Tristrant und Isalde sind fähig, ihre Liebe kritisch zu betrachten, bereuen sie und trennen sich.[Tomasek 2007: 266] Später kann Tristrant sogar wieder heiraten. Da der Trank jedoch weiter wirkt, leben beide nicht glücklich und es kommt zu dem tragischen Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3.Verhältnis Liebe/Tod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eilhart stellt die Liebe als etwas Verbindendes, Glückliches dar, was im Falle des Zusammenseins der Liebenden Leiden lindert. Im Falle der Trennung entstehen jedoch Leiden und innerhalb der ersten vier Jahre nach der Einnahme des Liebestranks ist die Liebe sogar tödlich.&lt;br /&gt;
Es kann daher gesagt werden, dass der große Konflikt der Figuren bei Eilhart ist, entweder der Liebe nachzugeben oder den Tod zu finden. Dadurch kann man auch sagen, dass die Liebe der Untergang ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit und Bedeutung=&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung hat Eilharts Roman nun? Ganz unbestreitbar war Eilhart derjenige, der als erster den Tristanstoff in Deutschland verbreitet hat.[Buschinger/Spiewok 1993: XV]. Zwar hatte er wohl wenig Einfluss auf Gottfrieds &amp;quot;Tristan und Isalde&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; [[Gottfried von Straßburg|Gottfried]] orientierte sich vermutlich stark an Thomas von England. Siehe dazu auch den Artikel [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings war er Vorlage für den weiter verbreiteten, Ende des 15. Jahrhunderts entstandenen Prosaroman &#039;&#039;Tristant und Isalde&#039;&#039;, für die Gottfried Fortsetzungen von [[Fortsetzung von Ulrich von Türheim|Ulrich von Türheim]] und [[Fortsetzung Heinrich von Freiberg|Heinrich von Freiberg]] und für den sogenannten tschechischen &#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;[Huber 2000:18].&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberberg &amp;quot;bietet den vergleichsweise besten Einblick in den Handlungsverlauf eines Tristanromans in der vor-thomaschen Stufe&amp;quot;.[Tomasek 2007: 261]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Siehe auch =&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Anmerkungen=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literatur=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Backes 2002]Backes, Martin: &#039;&#039;Aus der Feder eines Klerikers? Ein neuer Vorschlag zu Eilharts Tristrant,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Literaturwissenschaftliches Jahrbuch im Auftrage der Görres-Gesellschaft 43,&#039;&#039; Berlin 2002, S. 373-380. &lt;br /&gt;
*[*Bumke 1979]Bumke, Joachim: &#039;&#039;Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150 - 1300,&#039;&#039; München 1979.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von  Oberberg:  Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger 2004] Buschinger, Danielle: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von Oberberg: Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche Studien 4), IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Gierach 1908]Gierach, Erich: &#039;&#039;Zur Sprache von Eilharts Tristrant : Lautlehre,  Formenlehre und Wortschatz nach den Reimen; Mit einem Anhang zur literarischen Stellung Eilharts;## Prag 1908.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000]Huber, Christoph: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg: Tristan,&#039;&#039; Berlin 2000. &lt;br /&gt;
*[*Mertens 1987] Mertens, Volker: &#039;&#039;Eilhart, der  Herzog und der  Truchsess. Der Tristrant am Welfenhof,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Tristan et Iseut, mythe européen et mondial. Actes du  colloque  des 10, 11 et 12 janvier 1986,&#039;&#039; hg von Danielle Buschinger, Göppingen 1986 (Göppinger  Arbeiten zur  Germanistik 474), S. 262-281.&lt;br /&gt;
*[*Mikasch-Köthner 1991] Mikasch-Köthner, Dagmar: &#039;&#039;Zur Konzeption der Tristanminne bei Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 1991. (Helfant-Studien 7) &lt;br /&gt;
*[*Schausten 1999]Schausten, Monika: &#039;&#039;Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter: Untersuchungen zu den d eutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und  13. Jahrhunderts,&#039;&#039; München 1999.&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: &#039;&#039;Eilhart von Olberg,&#039;&#039; in: VL. Bd. 2 (1980), Sp. 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Tomasek 2007] Tomasek, Thomas: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1980]Wehrli, Max: &#039;&#039;Geschichte der deutschen Literatur vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts,&#039;&#039; Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: &#039;&#039;Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde,&#039;&#039; Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
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		<title>Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde</title>
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		<updated>2020-06-10T11:08:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Themen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hört man &amp;quot;Tristan&amp;quot; so denkt man sofort an [[Gottfried von Straßburg]]. Doch schon vor Gottfrieds Roman gab es die Geschichte von Tristan in deutscher Sprache. Einige Jahre vor Gottfried schrieb ein gewisser Eilhart von Oberg &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und beeinflusst damit viele Autoren der folgenden Jahrhunderte. Heute wird das Werk trotz seiner Bedeutung viel weniger beachtet als Gottfrieds &amp;quot;[[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Tristan]]&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der Autor=&lt;br /&gt;
Über die Herkunft Eilharts von Oberg sind nur bruchstückhafte Informationen überliefert. Die Urkunden erwähnen einen &#039;&#039;Eilhardus de Oberch&#039;&#039;, welcher zwischen 1189 und 1209 in dem Dorf Oberg bei Braunschweig gelebt haben soll[Tomasek 2007]. Vermutlich war er ein klerikal gebildeter Beamter am Hofe Heinrichs des Löwen, der im 12. Jahrhundert ein literarisches Zentrum Mitteleuropas war. Einen Überblick über die älteren Forschungsdiskussionen bietet [Bumke 1979].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Überlieferung&amp;lt;ref&amp;gt;Nach [Buschinger 2004: X].&amp;lt;/ref&amp;gt;=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; ist das einzige überlieferte Werk Eilharts&#039;.&lt;br /&gt;
Aus dem 13. und frühen 13. Jahrhundert existieren drei Fragmente: Fragment Rd aus Donaueschingen, das Stargarder Fragment (ST) sowie das Magdeburger Fragment (M). Aus Kärnten stammt ein viertes, wohl im späten 13. Jahrhundert entstandenes Fragment (SP).&lt;br /&gt;
Die vollständige Fassung wird in zwei Handschriften aus dem 15. Jahrhundert überliefert, die jedoch voneinander abweichen:&amp;lt;ref&amp;gt; Zu den Unterschieden und der Problematik beim Übertragen siehe [Buschinger 2004: XIff.].&amp;lt;/ref&amp;gt;  Handschrift H aus Heidelberg und Handschrift D aus Dresden. Der dritte Teil der Geschichte ist in der Berliner Handschrift B enthalten.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Einflüsse=&lt;br /&gt;
Quelle für Eilhart, welcher er sachlich wahrscheinlich sehr stark folgte, war vermutlich die &amp;quot;[[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Der_Ur-Tristan_.28Estoire.29|Estoire]]&amp;quot;.[Schröder/Wolf 1980: 413] Für die Estoire-Version hingegen kommen zum einen natürlich Einflüsse aus dem [[Stoffgeschichte_des_Tristanromans#Keltische_Elemente|keltischen]] bzw. angelsächsischen Raum in Betracht. Ein Anhaltspunkt dafür sind die keltischen Namen der Hauptfiguren (Tristrant, Brangäne, Marke, Isolde). Die ebenfalls kursierende Theorie, die Handlung gründe sich letztendlich auf orientalische Epen, ist nicht belegt [Tomasek 2007: 268 ff]. Vielmehr gründet die von Eilhart aufgezeichnete Version vermutlich auf eine französische Versdichtung. Mehrere Episoden des Tristan-Stoffes tauchen z.B. in französischen Episodengedichten auf. Die bekannteste Verfasserin solcher Episodengedichte ist die vom französischen Königshof geforderte Dichterin Marie de France, welche in ihren Werken bereits ein Rückkehrabenteuer schildert, das dem bei Tristan sehr ähnlich ist. Darüber hinaus weiß man von dem anonymen Werk &amp;quot;Folie Tristan&amp;quot;, für welches mehrere Versionen existieren [Tomasek 2007].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Inhalt=&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in den Inhalt des Werkes gegeben werden. Er richtet sich nach Handschrift D. Für eine aktuelle (Stand:2020) und detailliertere Inhaltsangabe siehe [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)|hier]].&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vorrede&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorrede wendet sich Eilhart an seine Leser. Zunächst bittet er nicht nur um die Aufmerksamkeit des Publikums, sondern auch keine Vorurteile zu hegen oder zu schnelle Urteile zu fällen. Der Leser soll sich auf die Geschichte einlassen und alle &#039;&#039;&amp;quot;boßhait&amp;quot;&#039;&#039; (V. 18) von sich streifen. Außerdem betont er, wie stillschweigend seine Leserschaft die Geschichte aufnehmen solle- der Erzähler will nicht gestört werden und wer kein Vergnügen dabei verspürt, &#039;&#039;&amp;quot;ist an tugend blind&amp;quot;&#039;&#039; (V. 26).&lt;br /&gt;
Erst nachdem er mehrfach betont hat, wie sehr sich die Leser darauf einlassen sollten, kündigt der Erzähler an, die &#039;&#039;&amp;quot;rechte warhait&amp;quot; &#039;&#039;(V.36) über Tristrant zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von Tristrants Geburt und Erziehung, sowie seiner Fahrt an den Hof Markes und seinen Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marke, König von Cornwall, sucht in seinem Krieg gegen den König von Schottland und Iberne Verbündete. Riwalin von Lohnois liebt Markes Schwester Blancheflur. Um ihre Liebe zu gewinnen, unterstützt er Marke und ist erfolgreich. Blancheflur gibt sich Riwalin hin und beschließt, ihm nach Lohnois zu folgen. Während der Überfahrt zum Festland setzen die Wehen der bereits Schwangeren ein und sie stirbt nach langem Kampf. Aus dem Leib der Toten schneiden Helfer einen lebenden Jungen. Er erhält den Namen Tristrant und wird von da an von einer Amme großgezogen. Später wird Kurneval der Erzieher und bringt Tristrant alle Regeln des höfischen Lebens bei. Als Jungendlicher begibt sich Tristrant auf eine Bildungsreise und kommt dabei in das Land Markes. Er bittet seine Begleiter, nichts von seiner Herkunft zu offenbaren. Unerkannt wird er daraufhin von Marke am Hofe aufgenommen und dem Truchseß Tinas von Litan empfohlen.  &lt;br /&gt;
Kurz nach Tristrants Ankunft kommt Morolt, ein Verwandter des irischen Königs nach Cornwall. Er fordert von Marke Tribut und ist bereit, seinen Anspruch im Zweikampf zu verteidigen.  &lt;br /&gt;
Als alle heimischen Adligen sich zieren, lässt Tristrant sich zum Ritter schlagen und stellt sich Morolt. Als Kampfesort wird eine Insel bestimmt. Im Gefecht wird Tristrant von Morolts vergifteter Lanze verletzt. Doch Tristrant gelingt es, Morolt so zu verwunden, dass er auf der Heimfahrt nach Irland stirbt. Dabei bleibt ein Splitter von Tristrants Schwert in Morolts Schädel stecken. Aus Vergeltung befiehlt der irische König daraufhin, jeden, der aus Cornwall nach Irland kommt, zu töten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrants Fahrten nach Irland&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Wunde fällt Tristrant in tiefe Leiden. Als eine Rettung unmöglich scheint und die stinkende Wunde eine immer schlimmere Belastung für die Leute darstellt, setzt Tristrant  Kurneval als seinen Erben ein und lässt sich dann mit Schwert und Harfe auf das Meer hinaustreiben, um dort zu sterben. Durch einen Sturm wird das Boot an die Küste Irlands getrieben. Tristrant wird entdeckt und zum König gebracht, dem er sich als Spielmann und Kaufmann namens Pro vorstellt. Der König veranlasst daraufhin seine Tochter Isalde, Tristrant zu heilen. Während seiner Genesung bekommt Tristrant Isalde nie zu Gesicht. Als er gesund ist, dankt Tristrant den Iren und hilft, eine Hungersnot zu überstehen. Er fährt nach England, um dort Korn zu kaufen, das er auf Schiffen nach Irland sendet. Tristrant selbst kehrt nach Cornwall zurück, wo er von Marke voller Freude in Empfang genommen wird. Aus Zuneigung erklärt sich Marke bereit, auf eine Heirat verzichten zu wollen und Tristrant als seinen alleinigen Erben einsetzen zu wollen. Die Folgen dieser Entscheidung sind Missgunst und Hass des Hofes auf Tristrant.  &lt;br /&gt;
Als der Druck auf Marke, eine Frau zu heiraten, immer stärker wird, nimmt dieser ein blondes Frauenhaar in die Hand und erklärt, nur die Frau heiraten zu wollen, der dieses Haar gehört. Verwandte des Königs machen daraufhin Tristrant für diese Ausrede verantwortlich und so verlangt dieser, sich selbst auf die Suche nach der Frau machen zu können. Er bekommt ein gute Ausrüstung, ein Schiff und viele Begleiter, mit denen er ziellos in See sticht. Und wieder wirft ein Sturm das Schiff an die Küste Irlands. Den Marschall, den der wütende König von Irland schickt, um die gesamte Schiffbesatzung köpfen zu lassen, besticht Tristrant mit einem goldenen Becher.   &lt;br /&gt;
Er erklärt, Tantris zu heißen und Führer einer englischen Handelsflotte zu sein, die Irland mit Nahrung versorgen solle.  &lt;br /&gt;
Während Tristrant und seine Begleiter auf die Reaktion des Königs warten, hört Tristrant, dass das Land seit längerem von einem Drachen heimgesucht und verwüstet werde. Der Bezwinger des Drachen, so hatte hat der König versprochen, werde seine Tochter Isalde bekommen. Tristrant sucht den Drachen daraufhin und bezwingt ihn. Als Beweis seines Sieges schneidet er dem Tier seine Zunge heraus und schiebt sie unter seine Rüstung. Dann fällt er erschöpft und benebelt durch den giftigen Geruch der Zunge in Ohnmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf findet der Truchseß des irischen Königs den Drachen. Er gibt sich selbst als Bezwinger aus und verlangt als Preis Isalde. Diese glaubt jedoch nicht, dass der als feige bekannte Truchseß wirklich der Drachenbesieger ist. Sie verlangt vom Vater einen Aufschub der Heirat und findet Tristrant, der sich als wahrer Drachenbezwinger herausstellt. Als sie ihn gesundpflegt entdeckt sie an seinem Schwert die Scharte, deren Splitter im Kopf Morolts steckte und den sie aufbewahrt hatte. Sie will Tristrant ihrem Vater verraten, doch Brangene erinnert sie an die Bedeutung Tristrants für die Abweisung des Truchseß&#039;. Anstatt nun Tristrant zu verraten, erklärt sie ihrem Vater den echten Drachentöter gefunden zu haben. Mithilfe der Zunge des Drachen wird im folgenden Gerichtsverfahren die Behauptung Isoldes bewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Liebestrank, Brangene und Tristrants und Isoldes Kampf um die Liebe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant glaubt, für eine Heirat zu jung zu sein, wirbt er beim irischen König für Marke. Die Werbung wird angenommen und man beschließt, möglichst bald nach Cornwall zu reisen. Vor der Abreise übergibt die Mutter Isaldes der Hofdame Brangene einen [[Minnetrank (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Liebestrank]]. Wer den Trank zu sich nimmt, ist vier Jahre in Liebeszwang miteinander verbunden. Sollten die Liebenden in dieser Zeit eine Woche lang nicht zusammen sein, müssen sie sterben. Die Mutter beauftragt Brangene dafür zu sorgen, dass Isalde und Marke den Trank vor der Hochzeitsnacht zu sich nehmen. Doch während der Reise nehmen Tristrant und Isalde versehentlich von dem Trank etwas zu sich und beginnen gegen ihren Willen, sich zu lieben. Beide leiden stark und erkennen die Ursache dafür nicht. Dann entdeckt Brangene die Ursache und schafft es, unterstützt von Kurneval, die Liebenden zusammenzubringen, die dann bis zum Ende der Fahrt ihr Glück genießen könne. Isalde verliert in dieser Zeit ihre Jungfernschaft und muss deshalb für die Hochzeitsnacht einen Weg finden, Marke zu betrügen. Sie bittet die mittlerweile wegen ihrer Unachtsamkeit vom schlechten Gewissen geplagte Brangene, sich in der Nacht vor ihr in das Bett Markes zu begeben und mit ihm zu schlafen. Nach langem Zögern erklärt sich Brangene dazu bereit und Isalde und Tristrant können eine schöne Nacht genießen. Die Liebesbeziehung der beiden bleibt über ein Jahr lang ergiebig und unbemerkt. Isalde macht jedoch zunehmend zu schaffen, dass es mit Brangene eine Mitwisserin der Liebe gibt. Sie beschließt, Brangene zu ermorden, doch die beiden damit beauftragten Ritter bekommen Mitleid mit der Hofdame. Sie verschonen Brangene, diese kommt zum Hof zurück und versöhnt sich mit Isalde. Auch Tristrant hat Probleme. Seine Neider, vor allem Markes Neffe Antret, machen Marke so argwöhnisch, dass er nach einer Umarmung Tristrants mit Isalde Tristrant in großer Wut vom Hofe weist. Sofort setzen bei den beiden starke Liebesqualen ein, die durch die von Brangene arrangierten Treffen unter der Linde des Baumgartens gelindert werden. Marke argwöhnt auch hier und steigt mithilfe eines Zwerges auf die Linde, um die Liebenden in flagranti zu erwischen. Doch Tristrant erkennt in der Quelle im Mondschein den Schatten Markes und warnt Isalde heimlich. Die Beiden eröffnen daraufhin ein Wortgefecht, in welchem Isalde große Wut auf Tristrant vorspielt und dieser seinerseits davon spricht, sich bald aus Cornwall verabschieden zu wollen.   &lt;br /&gt;
Daraufhin schenkt Marke Tristrant wieder volles Vertrauen und schimpft über seine neidischen Höflinge. &lt;br /&gt;
Doch der Zwerg erlangt bald wieder die Gunst des Königs und bringt diesen dazu, Tristrant und Isalde ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen. So gibt Marke vor, Tristrant auf eine siebentägige Reise zu schicken, in der Annahme, Tristrant würde in der Nacht vorher sicherlich zu Isalde kommen. Um Tristrant zu entlarven, streut der Zwerg Mehl in den Zwischenraum der Betten und legt sich selbst unter das Bett. Vor die Türen stellen sich weitere Personen, um auf ein Zeichen des Zwerges hin Tristrant zu überwältigen. Tristrant entdeckt zwar das Mehl, doch er springt zu Isalde hinüber. Dabei bricht seine Wunde auf, er berührt den Boden und ist verraten. Marke verurteilt Tristrant zum Tod durch Rädern, Isalde zum Tod durch Verbrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verurteilung, Flucht und Waldleben&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Nachdem Tinas sich erfolglos bei Marke für Tristrant eingesetzt hat, befreit er seinen Freund, indem er ihm die Fesseln zerschneidet und Tristrant so die Möglichkeit gibt, seinen Bewachern zu entkommen. Mit dem vor der Burg wartenden Kurneval reitet Tristrant zu dem Platz, an welchem Isalde verbrannt werden soll. Die mit Zweigen getarnten Gefährten bekommen mit, wie der von Zorn über die Flucht Tristrants erfüllte Marke Isalde einem aussätzigen Herzog übergibt, der zuvor versprochen hatte, sie allen seinen Kranken zu übergeben und ihr so ein schmähliches Ende zu bereiten. Tristrant und Kurvenal töten jedoch den Herzog und befreien Isalde. Als Marke das erfährt, befiehlt er, Tristrants Jagdhund Utant aufzuhängen. Der damit beauftragte Knappe bekommt jedoch Mitleid mit dem Hund und lässt das Tier frei. Es folgt den Flüchtigen, sodass diese eine Zeit lang glauben, Marke verfolge sie. Als klar wird, dass es nur ein Hund ist, sind alle beruhigt und gelangen immer tiefer in den Wald. Dort bauen sie bald aus Ästen und Laub eine Hütte, in der sie zwei entbehrungsreiche, aber von Liebe erfüllte Jahre verbringen. Trotz aller Idylle ist Tristrant immer vorsichtig und legt jede Nacht ein Schwert zwischen sich und Isalde. Als ein Jäger Markes zufällig das Lager entdeckt und es seinem Herren zeigt, ist dieser sehr gerührt. Er tut den Beiden nichts, vertauscht Tristrants Schwert gegen das seine und legt einen Handschuh auf Isalde. Als die Liebenden das Zeichen am Morgen sehen, wissen sie, dass sie entdeckt worden sind und reiten tiefer in den Wald. Sie gelangen zum Klausner Ugrim, dem Beichtvater von Marke. Auch Tristrant will bei ihm beichten, doch seiner Forderung, sich von Isalde zu trennen, kann Tristrant nicht nachkommen, da der Liebestrank immer noch wirkt. Ugrim vermittelt daraufhin zwischen Marke und Isalde, es kommt zur Aussöhnung zwischen Gatte und Gattin. Tristrant wird jedoch von Marke aus seinem Reich verbannt, er lässt nur seinen Hund für Isalde zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant bei König Artus, das erste Wiederkehrabenteuer und der Besuch bei König Havelin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Tristrant besucht kurz König Ganoje und begibt sich dann an den Hof von König Artus. Dort vollbringt er viele Heldentaten. Er trifft zudem Walwan, der in der folgenden Zeit sein Freund wird und Tristrant helfen will, Isalde wiederzusehen. Vorher schwört Tristrant, einer im Namen seiner Herrin ausgesprochenen Beschwörung jederzeit zu folgen. Dann organisiert Walwan einen Jagdausflug der Artusritter und zögert diesen solange hinaus, dass die Männer bei König Marke übernachten müssen. Dieser traut den Rittern nicht und stellt Wolffallen auf, an denen sich Tristrant, als er zu Isalde will, verletzt und stark zu bluten beginnt. Um ihn zu schützen, schneiden sich daraufhin alle anderen Ritter auch an ihren Klingen, mit der Unterstützung von König Artus. &lt;br /&gt;
Bald darauf verlässt Tristrant den Hof von Artus und kommt in das Land des Königs Havelin. Dieser befindet sich im Krieg mit seinem Dienstmann Riol, weil er ihm die Hand seiner Tochter verweigert hat. Tristrant bietet seine Hilfe an und besiegt Riol im Zweikampf. Der Krieg endet in großem Ruhm für Havelin. In dieser Zeit lernt Tristrant in Havelins Sohn Kehenis einen neuen Freund kennen und trifft auch die Tochter Havelins, Isalde. Dann schlägt Kehenis seinem Freund vor, Isalde zu heiraten. Tristrant stimmt zu, wirbt um Isalde II und heiratet sie. In Erinnerung an seine Geliebte vollzieht Tristrant die Ehe jedoch nicht und Isalde bleibt ein ganzes Jahr unberührt.&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites und drittes Wiederkehrabenteurer und Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem Ausflug erfährt Kehenis, dass seine Schwester immer noch unberührt ist und will deshalb Tristrant ermorden. In einem Wortgefecht erzählt dieser Kehenis daraufhin von Isalde, lobt ihre außergewöhnliche Schönheit und schlägt vor, Kehenis Isalde zu zeigen.  &lt;br /&gt;
Zusammen gelangen sie zu Tinas von Litan, der Isalde bittet, Marke auf einen Jagdausflug zu schicken und alleine am Hof zurückzubleiben. So gelangen beide zu Isalde, deren Schönheit Kehenis blendet und ihn besänftigt. Auch hat sich dieser in eine Freundin Isaldes, Gymele verliebt, die ihn während der Nacht betrügt, indem sie ihm ein Kissen unter den Kopf schiebt, das jeden der sich darauf legt sofort in tiefen Schlaf fallen lässt. Tristrant und Isalde verbringen indessen eine lange Liebesnacht.&lt;br /&gt;
An nächsten Tag zieht Kehenis verspottet und beschämt ab. Unterdessen treffen Kurneval und Tristrants Knappen zufällig auf Pleherin, einen Gefolgsmann Markes. Dieser glaubt, Tristrant zu erkennen und verfolgt die Truppe. Außer einem Pferd kann er den Flüchtenden jedoch nichts abnehmen. Er berichtet Isalde von der Feigheit Tristrants, die sich deshalb so schämt, dass sie ihn, als er sich rechtfertigen will, vom Hofe prügeln lässt. Das wiederum erzürnt Tristrant, er kehrt nach Hause zurück, macht Isalde II endgültig zu seiner Frau und nimmt sich auf den Rat Kurnevals hin vor, Isalde mindestens ein Jahr lang zu meiden. Diese bereut sehr schnell ihr Verhalten und will Tristrant zur Vergebung bringen, der sich damit einverstanden erklärt, jedoch erst nach einem Jahr.  &lt;br /&gt;
Nach Ablauf dieser Zeit begeben sich Tristrant und Kurvenal als Priester verkleidet nach Cornwall und durch Vermittlung Tinas kommt es zur Wiedervereinigung Tristrants und Isaldes vor dem Dornbusch.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag trifft Tristrant zufällig auf ein Lager Markes, wird erkannt und von einem Freund durch Schwören auf den Namen der Königin dazu gezwungen, an den Kampfspielen teilzunehmen. Bei diesen ist er wie immer allen überlegen, doch dann zerreißt sein graues Gewand. Seine roten Kleider werden sichtbar und er wird erkannt. Durch schnelle Reaktion gelingt es Tristrant jedoch zu entkommen.  &lt;br /&gt;
Währenddessen erinnert sich die vom eifersüchtigen Gatten Nampetenis gefangen gehaltene schöne Gariole an ihre Jugendliebe Kehenis, der in Abwesenheit Nampetenis&#039; zu ihr reitet und Liebeserfüllung erbittet. Um das zu schaffen, stellt Gariole Wachsabdrücke ihrer Schlüssel her, mithilfe derer Tristrant Nachschlüssel erstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes und fünftes Wiederkehrabenteuer sowie zweite Begegnung Kehenis&#039; und Garioles&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Vater stirbt, doch Tristrant will in Karahes bleiben und die Regentschaft seines väterlichen Landes Kurneval übertragen. Vorher drängt es ihn jedoch, ein letztes Mal Isalde zu sehen. Als Spielmänner verkleidet gehen Kurneval und Tristrant nach Cornwall. Durch abermalige Vermittlung Tinas gelingt eine Vereinigung Tristrants und Isaldes im Baumgarten. Der Zwerg Antret entdeckt die Liebenden und Tristrant muss ohne Waffen fliehen. Um ihn zu fangen, lässt Marke alle Wege sperren, doch durch eine List Isaldes schafft es Tristrant, das Land zu verlassen. Nachdem er dann zwei Jahre im väterlichen Reich verbracht und Kurneval zum Regenten gemacht hat, wird Tristrant ein weiteres Mal in einen Krieg mit dem alten Gegner Karahes, Riol von Nates, verwickelt. Auch diesmal siegt er, wird jedoch durch einen Steinwurf so stark verwundet, dass sich sein Aussehen völlig verändert. So ergibt sich für ihn die Möglichkeit wieder nach Cornwall zu seiner Geliebten zu reisen. Als Spielmann verkleidet täuscht er alle Höflinge und verbringt mit Isalde drei Wochen voller Liebe. Wieder werden sie jedoch entdeckt, wieder gelingt es Tristrant, unverletzt zu entkommen und nach Karahes zurückzukehren.&lt;br /&gt;
Von dort begibt sich Tristrant mit Kehenis zu Gariole und ermöglicht den beiden die Erfüllung ihrer Liebe. Nampetenis entdeckt, als er wieder in seiner Burg ist, Anzeichen, dass sich Tristrant und Kehenis bei Gariole aufgehalten haben. Eingeschüchtert gesteht seine Gattin ihre Taten und Nampetenis nimmt die Verfolgung der beiden auf. Er holt sie ein und es entwickelt sich ein Kampf, in dessen Verlauf Kehenis getötet und Tristrant von zwei vergifteten Speeren getroffen wird. In der Annahme, er sei tot, lässt ihn Nampetenis auf dem Schlachtfeld liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tod der Liebenden Tristrant und Isalde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Trotz seiner Verletzung schafft es Tristrant nach Karahes zurückzukehren und seinen Freund Kehenis zu bestatten. Die Verletzung setzt ihm stark zu und er erkennt, dass allein Isalde helfen kann. Ein Bote wird zu ihr geschickt, um sie um Hilfe zu bieten. Um den Daheimgebliebenen möglichst schnell Klarheit zu verschaffen wird vereinbart, im Falle eines Erfolgs des Boten weiße, im Falle einer Ablehnung schwarze Segel aufzuziehen.&lt;br /&gt;
Als Isalde die Nachricht von Tristrants Zustand erhält, macht sie sich sofort auf die Reise. Aus Eifersucht betrügt Isalde II Tristrant und sagt ihm, die Segel wären schwarz. Daraufhin stirbt Tristrant. Isalde wird von Todesgeläut begrüßt, begibt sich sofort in die Kirche, in welcher der Leichnam Tristrants aufbewahrt ist, legt sich auf ihn und stirbt ebenfalls. Der seiner Gattin gefolgte Marke erfährt in Karahes zum ersten Mal von dem Liebestrank. Daraufhin verzeiht er beiden, lässt sie in einem Grab bestatten und pflanzt einen Wein- und einen Rebstock. Beide Pflanzen wachsen so, dass sie sich unlösbar aneinander binden. Sie sind Zeichen für die unsterbliche Liebe Tristrants und Isaldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sprache=&lt;br /&gt;
Dass Eilharts Roman in der Frühphase mitteldeutscher Literatur entstanden ist, zeigt seine Sprache. So wirkt die ganze Erzählung und insbesondere die Verse altertümlich.[Wehrli 1980:257] Auch wenn sich durchaus literarische Stilmittel, etwa Stichomythien und Hemistichomythien finden, ist die [[Sprache (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Sprache etwa im Gegensatz zum &amp;quot;Tristan&amp;quot; von Gottfried von Straßburg]] mündlich konzeptioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Ausführungen bei [Wolf 1989: 57f.] und [Schausten 1999: 118ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gefühle werden offen zum Ausdruck gebracht und es finden sich viele Übertreibungen und Derbheiten in Eilharts Text.[Schröder/Wolf 1980]&lt;br /&gt;
Eine sehr detaillierte Untersuchung zur Sprache liefert Gierach.[Gierach 1908]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Themen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1.Heldentum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]]  und [[ Der Tristan des Thomas ]] legt Eilhart von Oberg viel Wert auf die Darstellung des mannhaften Rittertums und stellt Tristrant in ein Reihe mit den Helden der germanischen Epik, Dietrich von Bern und Hildebrand.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl.: [Mikasch-Köthner 1991:40] &amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei benutzt er typische Formulierungen, die sich auch in anderen Werken des 13. Jahrhunderts wiederfinden, etwa dem &amp;quot;[[Rolandslied]]&amp;quot; oder der &amp;quot;[[Kaiserchronik]]&amp;quot;. So werden der Zweikampf zwischen Tristrant und Morolt als härtester Zweikampf der je ausgefochten wurde, die Schlacht von Karahes als härteste Feldschlacht, die je eine Menschenmenge sah, beschrieben. Neben der klassischen Intention solcher Darstellungen (Zeigen des Idealbildes eines Menschen für adliges Publikum) kann es auch sein, dass der Autor durch die Betonung der heroischen Tapferkeit und des Heldentums seinen als großen Heerführer bekannten Auftraggeber Heinrich den Löwen huldigen wollte.[Buschinger 2004: XVI]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2.Der Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebestrank bestimmt die Konzeption von &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; und teilt das Werk in zwei Hälften.[Tomasek 2007: 265]&lt;br /&gt;
Das liegt daran, dass Eilhart die Wirkung das Trankes im Gegensatz zu [[Gottfried von Straßburg]] anders beschreibt. Nach der Einnahme sind die beiden vier Jahre lang so stark miteinander verbunden, dass sie keinen Tag ohne den anderen verbringen können. Im Falle eine Trennung würden sie krank werden und sterben. In dieser Phase des Romans bestimmen die unbesonnene Liebe und die blinde Leidenschaft alle Handlungen Tristrants und Isaldes. Im zweiten Teil, der mit der Waldlebenepisode beginnt, sind die vier Jahre vorüber. Die Wirkung des Trankes bleibt bestehen, allerdings lässt sie nach. Tristrant und Isalde sind fähig, ihre Liebe kritisch zu betrachten, bereuen sie und trennen sich.[Tomasek 2007: 266] Später kann Tristrant sogar wieder heiraten. Da der Trank jedoch weiter wirkt, leben beide nicht glücklich und es kommt zu dem tragischen Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3.Verhältnis Liebe/Tod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eilhart stellt die Liebe als etwas Verbindendes, Glückliches dar, was im Falle des Zusammenseins der Liebenden Leiden lindert. Im Falle der Trennung entstehen jedoch Leiden und innerhalb der ersten vier Jahre nach der Einnahme des Liebestranks ist die Liebe sogar tödlich.&lt;br /&gt;
Es kann daher gesagt werden, dass der große Konflikt der Figuren bei Eilhart ist, entweder der Liebe nachzugeben oder den Tod zu finden. Dadurch kann man auch sagen, dass die Liebe der Untergang ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Fazit und Bedeutung=&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung hat Eilharts Roman nun? Ganz unbestreitbar war Eilhart derjenige, der als erster den Tristanstoff in Deutschland verbreitet hat.[Buschinger/Spiewok 1993: XV]. Zwar hatte er wohl wenig Einfluss auf Gottfrieds &amp;quot;Tristan und Isalde&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt; [[Gottfried von Straßburg|Gottfried]] orientierte sich vermutlich stark an Thomas von England. Siehe dazu auch den Artikel [[Stoffgeschichte des Tristanromans]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings war er Vorlage für den weiter verbreiteten, Ende des 15. Jahrhunderts entstandenen Prosaroman &#039;&#039;Tristant und Isalde&#039;&#039;, für die Gottfried Fortsetzungen von [[Fortsetzung von Ulrich von Türheim|Ulrich von Türheim]] und [[Fortsetzung Heinrich von Freiberg|Heinrich von Freiberg]] und für den sogenannten tschechischen &#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;[Huber 2000:18].&lt;br /&gt;
Eilhart von Oberberg &amp;quot;bietet den vergleichsweise besten Einblick in den Handlungsverlauf eines Tristanromans in der vor-thomaschen Stufe&amp;quot;.[Tomasek 2007: 261]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Siehe auch =&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; (Eilhart von Oberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Anmerkungen=&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literatur=&lt;br /&gt;
&amp;lt;HarvardReferences /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[*Backes 2002]Backes, Martin: &#039;&#039;Aus der Feder eines Klerikers? Ein neuer Vorschlag zu Eilharts Tristrant,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Literaturwissenschaftliches Jahrbuch im Auftrage der Görres-Gesellschaft 43,&#039;&#039; Berlin 2002, S. 373-380. &lt;br /&gt;
*[*Bumke 1979]Bumke, Joachim: &#039;&#039;Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150 - 1300,&#039;&#039; München 1979.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger/Spiewok 1993]Buschinger, Danielle/ Spiewok, Wolfgang: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von  Oberberg:  Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Greifswald 1993, VII-XXIII.&lt;br /&gt;
*[*Buschinger 2004] Buschinger, Danielle: &#039;&#039;Einleitung zu Eilhart von Oberberg: Tristrant und Isalde,&#039;&#039; Berlin 2004  (Berliner sprachwissenschaftliche Studien 4), IX-XXX.&lt;br /&gt;
*[*Gierach 1908]Gierach, Erich: &#039;&#039;Zur Sprache von Eilharts Tristrant : Lautlehre,  Formenlehre und Wortschatz nach den Reimen; Mit einem Anhang zur literarischen Stellung Eilharts;## Prag 1908.&lt;br /&gt;
*[*Huber 2000]Huber, Christoph: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg: Tristan,&#039;&#039; Berlin 2000. &lt;br /&gt;
*[*Mertens 1987] Mertens, Volker: &#039;&#039;Eilhart, der  Herzog und der  Truchsess. Der Tristrant am Welfenhof,&#039;&#039; in: &#039;&#039;Tristan et Iseut, mythe européen et mondial. Actes du  colloque  des 10, 11 et 12 janvier 1986,&#039;&#039; hg von Danielle Buschinger, Göppingen 1986 (Göppinger  Arbeiten zur  Germanistik 474), S. 262-281.&lt;br /&gt;
*[*Mikasch-Köthner 1991] Mikasch-Köthner, Dagmar: &#039;&#039;Zur Konzeption der Tristanminne bei Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 1991. (Helfant-Studien 7) &lt;br /&gt;
*[*Schausten 1999]Schausten, Monika: &#039;&#039;Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter: Untersuchungen zu den d eutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und  13. Jahrhunderts,&#039;&#039; München 1999.&lt;br /&gt;
*[*Schröder/Wolf 1980]Schröder Werner/ Wolf Ludwig: Art.: &#039;&#039;Eilhart von Olberg,&#039;&#039; in: VL. Bd. 2 (1980), Sp. 410-418.&lt;br /&gt;
*[*Tomasek 2007] Tomasek, Thomas: &#039;&#039;Gottfried von Straßburg,&#039;&#039; Stuttgart 2007.&lt;br /&gt;
*[*Wehrli 1980]Wehrli, Max: &#039;&#039;Geschichte der deutschen Literatur vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts,&#039;&#039; Stuttgart 1980.&lt;br /&gt;
*[*Wolf 1989] Wolf, Alois: &#039;&#039;Gottfried von Strassburg und die Mythe von Tristan und Isolde,&#039;&#039; Darmstadt 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26745</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26745"/>
		<updated>2020-06-10T10:46:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039; tättest du mir nun den selben tod,&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den ich dir hett gedaucht, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder versenck mich sin macht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;all hie in deß mereß grund, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder vergeb mir min súnd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so richt ouch ich.&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3160-3165)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26744</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26744"/>
		<updated>2020-06-10T08:57:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039; tättest du mir nun den selben tod,&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den ich dir hett gedaucht, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder versenck mich sin macht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;all hie in deß mereß grund, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder vergeb mir min súnd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so richt ouch ich.&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3036-3041)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26743</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26743"/>
		<updated>2020-06-10T08:56:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039; tättest du mir nun den selben tod,&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den ich dir hett gedaucht, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;oder versenck mich sin macht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;all hie in deß mereß grund, &#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;oder vergeb mir min súnd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar umb so richt ouch ich.&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3036-3041)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26741</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26741"/>
		<updated>2020-06-10T08:48:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimte.&lt;br /&gt;
&#039;&#039; tättest du mir nun den selben tod,&#039;&#039;&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;den ich dir hett gedaucht, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;oder versenck mich sin macht.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;all hie in deß mereß grund, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;oder vergab mir min sind, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;dar umb so recht auch ich.&amp;quot;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3036-3041)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26740</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26740"/>
		<updated>2020-06-10T08:44:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Kursiver Text&#039;&#039;tättest du mir nun den selben tod,&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;den ich dir hett gedaucht, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;oder versenck mich sin macht.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;all hie in deß mereß grund, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;oder vergab mir min sind, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;dar umb so recht auch ich.&amp;quot;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3036-3041)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26739</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26739"/>
		<updated>2020-06-10T08:43:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;quot;tättest du mir nun den selben tod,&amp;quot;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;den ich dir hett gedaucht, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;oder versenck mich sin macht.&amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;all hie in deß mereß grund, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;oder vergab mir min sind, &amp;quot; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;dar umb so recht auch ich.&amp;quot;&amp;quot;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 3036-3041)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26737</id>
		<title>Inhaltsangabe &quot;Tristrant und Isalde&quot; (Eilhart von Oberg)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Inhaltsangabe_%22Tristrant_und_Isalde%22_(Eilhart_von_Oberg)&amp;diff=26737"/>
		<updated>2020-06-10T08:19:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Übersicht der wichtigsten Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039; - Ritter und Held &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039; - Tochter des irischen Königs, Ehefrau von König Marke, erfahrene Heilerin &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; - König von Cornwall, Ehemann von Isalde&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Riwalin von Lohnois&#039;&#039;&#039; - Tristrants Vater &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039; - König Markes Schwester, Tristrants Mutter, gestorben bei der Geburt Tristrants &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039; - Erzieher Tristrants, später Tristrants Knappe, dann Stellvertreter in Tristrants Königreich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039; - Schwager des irischen Königs, wird von Tristrant getötet &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; - Hofdame und Vertraute von Isalde &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Artus&#039;&#039;&#039; - Freund des König Marke, nimmt Tristrant nach dessen Verbannung von König Markes Hof auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Harvelin&#039;&#039;&#039; - Tristrant kommt auch ihm zu Hilfe, später Schwiegervater von Tristrant &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis&#039;&#039;&#039; - Sohn des König Harvelin, später Schwager von Tristrant&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ugrim&#039;&#039;&#039; - ein Eremit, Beichtvater König Markes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde II&#039;&#039;&#039; - Tochter des König Harvelin, später Tristrants Ehefrau &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nampetenis&#039;&#039;&#039; - Edelmann und Jäger, Ehemann von Gariole, verwundet Tristrant tödlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vereinfachter Stammbaum Tristrant und Isalde (Eilhart von Oberg).jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants Geburt, Kampf mit Morolt, Schwalbenepisode und Werbungsfahrt bis zum Minnetrank ==&lt;br /&gt;
In den ersten Versen [[Eilhart_von_Oberg_-_Tristrant_und_Isalde#Der_Autor|Eilharts von Oberg]] &amp;quot;Tristrant und Isalde&amp;quot; richtet sich der Erzähler an das Publikum und bittet dieses um Ruhe, da er jetzt die unverfälschte Geschichte Tristrants erzählen möchte.[Buschinger 1993]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wölt ir nu schwigen still, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann eß ist min will&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 33 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text beginnt mit einem Rückblick auf &#039;&#039;&#039;Tristrants Geburt&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;König Marke&#039;&#039;&#039; aus Cornwall führte einen Krieg gegen einen König, der über Schottland und Iberne regierte. Zur Hilfe kam auch &#039;&#039;&#039;König Riwalin&#039;&#039;&#039; aus dem Reich Lohnois. Dieser hörte, was dem König widerfuhr und diente nun in seinem Heer. Das alles tat er, um die Schwester des Königs Marke für sich zu gewinnen. Sie hieß &#039;&#039;&#039;Blancheflur&#039;&#039;&#039;, verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Nachdem der Krieg endete, flohen die beiden auf ein Schiff und sie bekam, während sie auf See waren, die Wehen. Sie starb bei der Geburt, aber das Kind überlebte und bekam den Namen &#039;&#039;&#039;Tristrant&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt die Erzählung dem chronologischen Leben des Titelhelden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung und erste Reisen bis zum Kampf mit Morolt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Riwalin gibt das Kind in Obhut einer Amme. Diese zieht ihn so lange auf, bis er alt genug ist, alleine reiten zu können. Er bekommt von seinem Vater einen Knappen namens &#039;&#039;&#039;Kurneval&#039;&#039;&#039;, der ihn in höfischen Fähigkeiten unterrichten soll. Dadurch wächst er mit den besten Manieren auf und wird so lange unterrichtet, bis er ein starker Mann ist, der Leid und Prüfungen meistern kann. Die erste Prüfung besteht darin, seinen Vater zu bitten, in fremde Länder reisen zu dürfen, da er jetzt bereit sei. Der König willigt ein und gibt ihm Knappen und Grafen mit auf seine Reise. Mit einem Schiff fahren sie nach Cornwall, König Markes Reich. Bei der Ankunft, bittet Tristrant sein Gefolge, nicht zu verraten, woher sie kommen und von wem er abstammt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich gan niemant hie, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der min geschlecht wúste.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 298 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Zusammentreffen mit dem König, von dem sie alle freundlich empfangen werden, bietet Tristrant ihm seine Dienste am Hofe an.&lt;br /&gt;
Der Schwager des irischen Königs, der gefürchtete Edelmann &#039;&#039;&#039;Morolt&#039;&#039;&#039;, entschließt sich, den von König Marke eigentlich schuldigen Landestribut an den &#039;&#039;&#039;König von Irland&#039;&#039;&#039; einzufordern und fährt mit einem Heer aus kampfbereiten Männern auf einem Schiff nach Cornwall. Angekommen verlangt er den Tribut von König Marke oder den Kampf gegen einen adligen Helden, um seine Stärke zu beweisen. Wenn der andere gewinnen sollte, erlässt er König Marke den Tribut. Wenn nicht, will er ihn vom Thron stoßen und die Menschen des Landes ausnehmen. Als Tristrant das hört, bietet er sich sofort als Kämpfer an. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ist daß in niemant bestaut, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so will ich mit im vechten&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V. 484 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der König zögert, zieht seine Vertrauten zu Rat und entscheidet sich dann schließlich für ihn. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß will ich an aint hail lon!&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach do der herr Trÿstrand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;ich beste in all zu hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich will úwer kämpffer sin.&amp;quot; &#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt;(V 599 ff.)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant offenbart dem König nun, wer er wirklich ist. Dieser zögert dadurch noch mehr, da er nun weiß, dass Tristrant sein Neffe ist. Doch letzterer ist entschlossen für den König zu kämpfen. &lt;br /&gt;
Morolt verwundet Tristrant mit einem vergifteten Schwert, doch das hält jenen nicht auf, diesen zu bezwingen. Morolt stirbt auf der Heimfahrt nach Irland, mit einem Splitter von Tristrants Schwert in seinem Kopf. Aus Rache befiehlt der König Irlands jeden zu töten, der an sein Ufer gelangt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant zieht mit seiner Wunde nach Irland und wird von Isalde versorgt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant ist nach dem Kampf in schlechter Verfassung. Seine Wunde verströmt einen derart schlechten Geruch, dass ihn jeder meidet und er auf seinen Tod wartet. Er will aufs Meer fahren, um dort einsam zu sterben. Er sagt zu seinem Knappen Kurneval, dieser solle ein Jahr lang auf ihn warten. Wenn er nicht zurück kommt, soll sein Vater ihn als Erben einsetzen. Tristrant wird voller Trauer auf das offene Meer gelassen und der Wind treibt ihn an das Ufer von Irland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort findet man ihn und der König bittet seine Tochter &#039;&#039;&#039;Isalde&#039;&#039;&#039;, den Findling gesund zu pflegen. Isalde nimmt sich seiner an, indem sie ihm die für seine Wunden nötige Pflege zukommen lässt, ohne ihm selbst zu begegnen. Nachdem Tristrant wieder gesund ist, bricht in Irland eine Hungersnot aus. Er fährt, nach Bitten des Königs, nach England, um dort Nahrung zu besorgen. Dies wird bewilligt und voller Sehnsucht kehrt Tristrant in seine Heimat zurück. Alle freuen sich und Tristrant wird von König Marke als Sohn angenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schwalbenepisode und Tristrants Brautwerbung für König Marke - Isalde und Tristrant trinken versehentlich den Liebestrank&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;→ Siehe dazu: [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Die_Brautwerbung|Hauptartikel zu Brautwerbung]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Marke soll nun endlich eine Edeldame heiraten. Als Schwalben in seinem Thronsaal ein blondes langes Haar zu Boden werfen, kommt er zu dem Entschluss, dass er nur die Dame heiratet, der das lange Haar gehört (&#039;&#039;Schwalbenepisode, V. 1419- 1458&#039;&#039;). Tristrant macht sich ziellos auf die Suche nach dieser Frau und kommt durch Zufall wieder nach Irland. Dem König missfällt, dass ein fremdes Schiff an seinem Ufer anlegt und schickt seinen Marschall, um die Besatzung zu töten. Doch Tristrant besticht diesen und gibt sich als Engländer aus, der mit Nahrung kommt. Tristrant erfährt, dass das Land von einem Drachen heimgesucht wird und dass der Bezwinger des Tieres die Königstochter zur Frau bekommt. Tristrant tötet den Drachen und schneidet ihm als Beweis die Zunge raus. Doch er wird ohnmächtig. Der Truchseß des Königs, welcher Tristrant nach dem Kampf mit dem Drachen sucht, um ihn zu töten und den Sieg über den Drachen einzustreichen, findet den ohnmächtigen Tristrant jedoch nicht und glaubt, er sei seinen Wunden erlegen. Der Truchseß kehrt zurück zum König und behauptet, dass er selbst den Drachen getötet habe. &lt;br /&gt;
Isalde glaubt das nicht und lässt den wahren Drachentöter suchen. Sie findet Tristrant und sie erkennt an seinem Schwert, dass er der Mörder ihres Oheims ist. Sie will Rache, wird aber zurückgehalten. &lt;br /&gt;
Tristrant sagt, er sei zu jung zum Heiraten und schlägt König Marke als Ehegatten für Isalde vor. Der König willigt ein und die Königin gibt Isaldes Kammerzofe &#039;&#039;&#039;Brangene&#039;&#039;&#039; einen [[Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020#Der_Minnetrank|Minnetrank]], den Isalde mit Marke in der Hochzeitsnacht trinken soll. Dieser Liebestrank führt zu vierjährigem Liebeszwang und dem Tod, falls sie eine Woche voneinander getrennt werden.&lt;br /&gt;
Tristrant und Isalde trinken auf der Schifffahrt nach Cornwall versehentlich von dem Trank und verlieben sich gegen ihren Willen ineinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rückkehr nach Cornwall, Zerwürfnisse und Waldleben bis zum Nachlassen des Minnetranks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;List an König Marke mit Hilfe von Brangene&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor der Ankunft in Cornwall überlegen Isalde und Tristrant, wie sie ihre ungewollte und verbotene Liebe vor dem König verstecken können. Dabei geht es vor allem darum, dass der König nicht bemerken soll, dass Isalde nicht als Jungfrau in die Ehe eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;der lischt ward dar umb erdaucht,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß sie den kúng so betröge&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und im ir huorentuom verzúge.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 2852-2854)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also versucht Isalde ihre Kammerzofe Brangene davon zu überzeugen, ihr bei der Durchführung einer List zu helfen. Diese besteht darin, dass sich in der ersten Nacht Brangene anstelle von Isalde neben Marke legt und somit ihre Jungfräulichkeit für Isalde hingibt. Brangene willigt ein, vor allem deshalb, weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Tristrant und Isalde den Liebestrank getrunken haben, da sie ihn besser hätte verstecken sollen. So wird die List mit Hilfe von Tristrant durchgeführt und König Marke mit Brangene getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isalde und Brangenes Zerwürfnis und erneute Versöhnung - Tristrants Verbannung vom Hof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch danach überkommen Isalde Zweifel, ob Brangene dieses Geheimnis für sich behalten kann und sie stellt zwei besitzlose Ritter ein, ihre Kammerzofe umzubringen. Aber die erbärmliche Worte von Brangene erweckten das Mitgefühl des Ritters, so kann sie sich jedoch aus der Situation retten und flieht. Einer der Ritter berichtet Isalde dennoch vom scheinbaren Tod Brangenes und als die Königin daraufhin Reue zeigt, bekennt er, dass sie Brangene am Leben ließen. Brangene kehrt an den Hof zurück und die Königin erkennt das Opfer, das Brangene erbracht hat. Die beiden Frauen versöhnen sich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen fällt Tristrant in die Missgunst dreier Herzöge und vier Grafen, die ihm seinen Ruhm neiden. Diese wollen ihn aus der Gunst des Königs verdrängen. Der Anführer dieser Gruppe ist Antret, Tristrants Cousin. Die Männer bringen die Klage vor den König, dass Tristrant dessen Frau lieben würde. König Marke glaubt ihnen nicht – bis er Tristrant und Isalde in einer eindeutigen Situation vorfindet. Tristrant wird daraufhin des Hofes verwiesen und beide Liebenden werden schwer krank, da es der Liebestrank ihnen unmöglich macht, sich nicht zu sehen. Um die Krankheit zu überwinden, treffen sie sich nun nachts im Baumgarten Isaldes, während Tristrant bei Tag noch immer den Kranken mimt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Intrigen Antrets und geplante Bestrafung Tristrants durch Rädern - Rettung Isaldes und Flucht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrants Widersacher suchen indessen Hilfe bei einem Zwerg, der die Wahrheit in den Sternen lesen kann und ihnen verrät, dass Tristrant und Isalde sich noch immer treffen. Dieser Zwerg wird als bösartig, als Gehilfe des Teufels und teilweise als Satan selbst beschrieben. Mit dessen Hilfe stellt der König Tristrant und Isalde zwei Mal auf die Probe. Während die Liebenden die erste Probe bestehen, weil Tristrant den Schatten des Königs erkennt und Isalde rechtzeitig warnen kann, verraten sie sich beim zweiten Mal. Hier streut der böse Zwerg Mehl zwischen die Betten der Liebenden. Beim Versuch Tristrants in das Bett der Geliebten zu gelangen, überwindet er zwar durch einen Sprung das Mehl, doch reißt eine alte Wunde auf und bedeckt Isalde mit seinem Blut, wodurch ihr Zusammensein nicht zu leugnen ist (V. 4070ff). &lt;br /&gt;
Hier hat der Trank erneut seine Wirkung entfaltet und Tristrant und Isalde konnten nicht anders als sich zu sehen, auch wenn sie sich der Gefahr des Auffliegens bewusst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;doch hab wir wol vernomen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß eß von dem tranck kam&#039;&#039;.  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er waß sunst ain wÿser man:&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;er het eß wol gelaussen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;die grouß unmaussen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;lert in deß tranckß craft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4058-4064)&#039;&#039; &amp;lt;/small&amp;gt;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König ist erbost angesichts des erneuten Betrugs und will den Tod der beiden. Antret schlägt als Strafe das Rad für Tristrant und den Scheiterhaufen für Isalde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um über das Schicksal der beiden zu bestimmen, sitzt der König zu Gericht. Voller Zorn verhängt er die von Antret vorgeschlagenen drakonischen Strafen. Keiner seiner Gefolgsleute wagt es, ihm zu widersprechen. Nur der Truchseß Tinas, der weiterhin an die Ehre Tristrants glaubt, will den König von seinem Urteil abbringen, jedoch ohne Erfolg. Enttäuscht reitet dieser daraufhin davon und trifft dabei auf Tristrant, der gerade von einer Gruppe Soldaten geleitet auf dem Weg zu seiner Hinrichtung ist. Um Tristrants Würde zu wahren, schneidet ihm Tinas die Handfesseln durch. Die Soldaten akzeptieren dies und gewähren Tristrant den Wunsch, in einer Kapelle auf dem Weg ein letztes Gebet zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen gelingt ihm die Flucht aus dem Gotteshaus, wobei er auf seinen treuen Kurneval trifft. Dieser fordert Tristrant auf zu fliehen, doch Tristrant will die Königin um jeden Preis retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;so will ich den lib min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;nÿmer bringen von hinnen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sol dú kúnginne&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;werden gemartret mit nout.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 4354-4357)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald König Marke von Tristrants Flucht erfährt, lässt er nach ihm suchen, doch ohne Erfolg. Nun will er seine ganze Wut an Isalde auslassen. Ein Herzog schlägt anstelle einer Verbrennung vor, die Königin mit einer Gruppe von Aussätzigen und Leprakranken mitzuschicken, die sie nach ihrem Willen behandeln dürfen, so dass sie dahinsiechen wird. Der König willigt ein und schickt die Königin sogleich mit den Erkrankten mit. Doch diese kommen nicht weit, da sie von Tristrant und Kurneval überfallen werden. Sie retten Isalde und bringen alle Männer um. Nur einer überlebt und überbringt dem König die Nachricht des Geschehens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Waldleben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin lässt der König nach den Flüchtigen suchen, doch ohne Erfolg. Denn die Gruppe – Tristrant, Isalde und Kurneval – haben sich im tiefen Wald versteckt, wo sie über mehrere Jahre unentdeckt leben. Dort führen sie ein entbehrungsreiches Leben, das jedoch dadurch erträglich ist, dass die Liebenden vereint sind.. Eines Tages jedoch werden sie vom Jägermeister des Königs entdeckt, welcher Marke dann zu ihnen führt. Dieser findet Tristrant und Isalde schlafend vor, mit einem Schwert zwischen den beiden. Dies hat Tristrant dorthin gelegt, um sich jederzeit verteidigen zu können. Marke deutet das Schwert jedoch so, dass Tristrant seine Frau nur sehr gerne mag, sie jedoch nicht (körperlich) liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do schwuor er, daß Tristrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;sie zuo wib gwunne nie,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann daß er so hold waß ÿe&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;und liebt sie so die rainen zart.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5080-5083)&#039; &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so verschont er sie; er wechselt jedoch das Schwert Tristrants gegen sein eigenes aus und legt seine Handschuhe auf Isalde. Als dies von den beiden am Morgen bemerkt wird, entschließen sie sich, weiter zu ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kraft des Liebestrankes lässt nach und Tristrant verlässt das Land Markes&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen sind vier Jahre vergangen, seit Tristrant und Isalde den Trank zu sich genommen haben und seine Wirkung lässt langsam nach. So ist es den beiden Liebenden nun möglich, sich voneinander zu trennen. Da ihnen das Leben im Wald mühselig wird, beschließen sie, sich an den König zu wenden. Um diesen erreichen zu können, wenden sie sich an Ugrim, Markes Beichtvater. Dieser übermittelt dem König, dass Tristrant ihm seine Frau zurück geben möchte. Da sich Marke sicher ist, dass sich Tristrant und Isalde nie liebten, willigt er ein. Er nimmt Isalde zurück, doch verweigert Tristrant seine Gunst. Tristrant verlässt daraufhin das Königreich Markes und zieht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artushof und Sieg für König Havelin bis zur Scheinvermählung mit Isalde II ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant am Artushof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kurneval an seiner Seite kommt er in die Bretagne, wo er ein Gesell des Herrn Walwan wird und schnell den Ruf eines heldenhaften Ritters erhält. Eines Tages trifft Tristrant bei einem Ausritt auf Delekors, einem ebenfalls ausgezeichneten Ritter, der noch nie besiegt wurde. Tristrant jedoch stößt ihn vom Pferd, wobei er jedoch unerkannt bleibt. König Artus lässt deshalb nach dem Helden, der diese Tat vollbracht hat, suchen. König Artus und Herr Walwan sind sich sicher, dass die Tat nur von einem Ritter wie Tristrant begangen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do ward her Walwon&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dem kúng deß in ain&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;eß hett Trÿstrand geton allein.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5318-5320) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Walwan stellt daraufhin Tristrant zur Rede, welcher die Tat erst bekennt, als Herr Walwan ihn auf den Namen Isaldes schwören lässt. Zum Dank für das Geständnis will Herr Walwan nun ein Treffen für Isalde und Tristrant arrangieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Tristrant sein &#039;&#039;&#039;erstes Wiederkehrabenteuer&#039;&#039;&#039; erlebt. Durch eine List von Herrn Walwan wird König Artus gezwungen, nach einer Jagd über Nacht Zuflucht bei König Marke zu suchen. Tristrant und Isalde verbringen deshalb die Nacht im gleichen Saal. Isalde auf der einen Seite beim König (wenn auch nicht in seinem Bett) und Tristrant auf der anderen Seite bei den Leuten von König Artus. Da Marke weiß, dass Tristrant bei den Leuten von Artus dabei ist, stellt er ihm eine Falle mit einem scharfen Wolfseisen, an welchem er sich verletzen würde, wenn er sich zu Isalde schleichen wollte. Und genau so geschieht es. Damit Tristrants Tat nicht auffällt, willigen Artus&#039; Leute ein, ihm zu helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;oder wir müssen all kiesen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit im den bittern toud&#039;&#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;ald wir helffen im uß novt&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 5592-5594) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So zetteln die Gefolgsleute Artus&#039; einen gestellten Tumult an, wobei sie sich alle Schnittwunden zuziehen, so dass die Wunde Tristrants nicht mehr auffällt. Danach kann der Held die Nacht dann doch noch mit Isalde verbringen. Nach diesem Abenteuer zieht Tristrant mit Kurneval von der Bretagne aus weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant im Dienst des König Havelin und Sieg über Graf Riol&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant findet sich nach einigen Tagen in einem kargen und abgebrannten Land wieder, dessen Geschichte er von einem Priester erzählt bekommt. Graf Riol, ein Vasall des hier herrschenden Königs Havelin, hat um die Hand von dessen Tochter angehalten. Da ihm der König die Hochzeit verweigerte, weil der Graf sich unter dem Stand der Tochter, die übrigens auch Isalde heißt (nennen wir sie ab hier Isalde II), befindet. Dies schürte die Wut des Grafen, woraufhin er mit anderen Vasallen das Land niederbrannte und mit ihnen die Burg in Kahares belagerte, wohin sich der König mit seinem Sohn Kehenis und der Tochter zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tristrant von dieser Ungerechtigkeit hört, reitet er zum König Havelin und bietet ihm an, sich in seinen Dienst zu stellen. Erst als dessen Sohn Kehenis Tristrant für würdig befindet, willigt der König ein. Im Einzelkampf gegen den Graf Riol besiegt Tristrant diesen, woraufhin die Vasallen die Burg in Kahares stürmen wollen. Havelin setzt sein ganzes Vertrauen auf Tristrant und lässt diesen einen Schlachtplan entwerfen, um die Burg und den König zu verteidigen. Mithilfe von Kehenis und zwei Neffen des Königs, die jeweils ein großes Heer mitbringen, bekämpfen sie die Vasallen und erringen den Sieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do der strit end nam,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß daß orlög alleß kam&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem kúng zuo grovssen eren&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6319-6321) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Scheinbare Heirat von Tristrant und Isalde II / Das kühne Wasser&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis möchte, dass Tristrant am Hofe des König Havelin verbleibt und schlägt eine Heirat zwischen Isalde II und Tristrant vor. Tristrant möchte vor der Werbung allerdings bereits der Zustimmung des Königs gewiss sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wie nun ob eß im recht lieb ist&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und er dir sie gäb.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„ich näm sie, ob ich deß entschäb“,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprach der herr Trystrand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6364-6367) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alsdann beginnen auch die Vorbereitungen für die Heirat, doch diese wird von Tristrant insgeheim erstmal nicht komplett vollzogen und Isalde II bleibt unberührt. Die Tat Tristrants fliegt jedoch bei einem Spazierritt auf. Als Wasser an Isaldes Knie unter ihre Kleidung spritzt, reagiert sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;wasser, du bist fremd,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß dir müß misselingen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß du ye getorstest springen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;so verr under min gewand,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;da hin nie ainß ritterß hand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;getorst komen noch kam.&amp;quot;&#039;&#039;  &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6392-6397) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ihr Bruder Kehenis wird aufmerksam und wundert sich, dass Tristrant Isalde II noch nicht überall berührt hätte. In diesem Zuge stellt sich heraus, dass die Ehe nach einem Jahr noch immer nicht vollzogen war und Kehenis schürt einen Verdacht. Er unterstellt Tristrant, dass seine enge Bindung zum Hof nur vorgetäuscht wäre, um irgendwann wieder weiterzuziehen und die Familie mit Schmach und Schande zu überziehen. Mit dem Wohlwollen des Königs sollte Rache geübt werden, doch Kehenis wollte alles in bester Form erledigen und informiert Tristrant über sein Ansinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich will dir widersagen:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ich mag nicht me getragen&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit dir gesellschaft.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6445-6447) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant reagiert überrascht und lässt sich von Kehenis dessen Sorgen erklären. Daraufhin versichert er ihm, dass er nie daran dachte, Isalde II zu verlassen. Der Grund für seine Zurückhaltung sei viel mehr, dass Isalde II sich selbst ihm nie geöffnet hätte. Vor allem weil er um die viel stärkere Liebe von Isalde I wusste, welche die Liebe zu ihm (während seiner Abwesenheit) an seinem Hund kundtat. Um diese Umstände zu bestätigen, machen sich Tristrant und Kehenis auf den Weg nach Litan. Dort werden sie von Tinas empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweites Wiederkehrabenteuer und Zerwürfnis mit Isalde I ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zweites Wiederkehrabenteuer - Tristrant beweist Kehenis Isaldes I Liebe zu ihm&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant möchte, dass die Königin ihren Gemahl zu einer prunkvollen Jagd überzeugt, bei der sie all ihre Pracht entfalten soll. Er beteuert, nur das könne ihn retten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ich mag nit genesen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su wöll denn min gnad haben.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6532f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tinas verspricht, diese Botschaft der Königin zu überbringen und Tristrant gibt ihm einen Ring als Erkennungszeichen.&lt;br /&gt;
Während eines Brettspiels zeigt Tinas der Königin unauffällig den Ring, wonach er ihr alles berichtet. Die Königin beginnt mit eifrigen Vorbereitungen für die prachtvolle Jagd, um Tristrant zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;ouch berait sich du kungin&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;mit grossem vliß dar zuo.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6640f.) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das große und beeindruckende Gefolge vorbeizieht (Köche, Jäger, Garderoben, Reliquienschreine, ...), verstecken sich Tristrant und Kehenis in einem Dornbusch. Kehenis ist zunehmend beeindruckter und gesteht beim Anblick der Senfte, in welcher der Hund Tristrants getragen wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;du wurdest selber nie so&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;gefürt von der swester min.“&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dar nach unlag kam ain schin,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der im do so luchte.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6750-6753) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Kehenis auch noch sieht, wie sehr die Königin den Hund liebkost, gesteht er ein weiteres Mal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;min lieber gesell,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du solt diner truw fry sin:&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;du wurdest von der swester min&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nie so wol gehalten.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 6834-6838) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem sie scheinbar mit den Vögeln des Waldes spricht, lässt Isolde I Tristrant wissen, dass er zu ihr kommen kann. Den König schickt sie unter falschen Behauptungen weg. Kehenis scheitert mit seinen Liebesbemühungen bei Gymele. Während Tristrant die Nacht bei Isalde I verbringt, darf Kehenis aber auf Geheiß der Königin nochmal zu Gymele. Letztere hat allerdings ein Zauberkissen von der Königin bekommen, welches ihn die ganze Nacht in tiefen Schlaf versetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zerwürfnis Tristrants und Isaldes I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden bahnt sich ein Zerwürfnis mit Isalde I an. Tristrants Knappen werden von Pleherin im Wald überrascht und dieser glaubt, Tristrant zu sehen. Deswegen beschwört er ihn im Namen der König zum Anhalten, doch der vermeintliche Tristrant hält nicht. Von diesem angeblichen Vergehen berichtet Pleherin umgehend der Königin, die zornig wird und Tristrant dieser verachtenswerten Tat beschuldigt. Tristrant beteuert allerdings seine Unschuld, doch die Königin glaubt ihm nicht. Selbst in der Kleidung eines Aussätzigen kann Tristrant die Gunst der Königin nicht wiedererlangen, die ihn hinauswerfen und verprügeln lässt und ihn dabei nur auslacht. Kurneval ist entsetzt über das Handeln der Königin gegenüber seinem Herrn und verlangt das Versprechen seines Herrn, sich ein Jahr lang nicht vor der Herrscherin sehen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß gelopt im der held san&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;in truwen in sin hand.&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;do verkouß ouch Trystrand&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;den zorn gen Keheniß in lieb.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7305-7309) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Folge des Zorns auf die Königin entschließt er sich, die Ehe mit Kehenis Schwester wirklich zu vollziehen und ist mit ihr glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isaldes I Klage und drittes Wiederkehrabenteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Isaldes I Klage über das Fernbleiben Tristrants&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einiger Zeit beginnt die Königin zu klagen, dass Tristrant sie nicht mehr besucht. Ihre eigene Schuld an den Umständen wird ihr von Perenis bekräftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;er tuot uch gar recht,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann ir an den guotten knecht&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;habt gar ubel getan,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß ir in liessint schlachen,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wann er waß unschuldig.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7329-7333) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Knappe Piloise erhält den Auftrag, eine mündliche Nachricht an Tristrant zu überbringen und die Königin trägt aus Reue ein Hemd aus Pferdehaaren. Tristrant lässt sich jedoch nicht leicht überzeugen, obwohl die Königin seine Gnade ersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;su mag nicht wider dich vechten,&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will din gnad nicht geruchen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;su will gnad suochen.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;daß recht ist ir zu schwär gar.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ob su eß dir enbietten dar&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 7503-7507) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Tristrant die Arbeit des Boten lobenswert findet, lässt er sich schlussendlich doch überzeugen. Zugleich möchte er sich aber auch an die einjährige Abmachung mit Kurneval halten und erst nach Ablauf der Frist bei der Königin auftauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Drittes Wiederkehrabenteuer - Pilger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurneval und Tristrant verkleiden sich wieder und verstecken sich als Pilger hinter demselben Dornbusch wie bei der vorherigen heimlichen Begegnung. Während die Königin sich mit Tristrant alleine unterhalten möchte, bleibt Antret in ihrer Nähe. Erst als sich im Jagdgetümmel das Pferd der Königin losreißt, eilt er diesem hinterher und eine geheime Unterhaltung wird möglich. Isalde I und Tristrant sind wieder vereint und nach einem weiteren Treffen ist der Schmerz vergessen. Mittlerweile ist Brangene gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Versen 7857-7876 vollzieht sich ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Hörerpublikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Abreise wird Tristrant im Namen der Königin zur Teilnahme an Kampfspielen aufgefordert. Er kann also nicht ablehnen. Trotz dessen, dass seine Verkleidung zerreißt, kann er noch einmal mit dem Leben davonkommen und auch noch Eindruck hinterlassen. Der König lässt ihn zwar suchen, doch da ist Tristrant bereits auf dem Rückweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel spielt sich die &#039;&#039;&#039;Geschichte von Kehenis und Gariole&#039;&#039;&#039; weiter ab. Es wird eine Liebeskonzeption vorgestellt, die einen Mann nicht dazu befähigt, seine Frau von der Liebe zu einem anderen Mann zwanghaft abzuhalten. Sofern die Frau einen anderen Mann wirklich liebt, wird sie zu diesem gehen. Das Ansehen des ersten Mannes kann durchaus Schaden nehmen, wenn er in diesem Zusammenhang leichtfertige Aufgaben der Bewachung seiner Frau übernimmt. Diese Überwachung vollzieht allerdings Nampetenis gegenüber Gariole. Es stellt sich heraus, dass Kehenis und Gariole sich nach ihren ersten Treffen versprachen, bei einem Wiedersehen sich gegenseitig näher zu kommen. Dieses erneute Treffen ist aber aufgrund der strengen Überwachung vorerst unmöglich. Als Kehenis zur Burg des Nampetenis reitet, trifft er die Edeldame auf dem Mauergang vor und macht sich Gedanken, wie er zu ihr gelangen kann.&lt;br /&gt;
Tristrant schlägt vor, die Schlüssel zur Burg in Wachs abzudrücken und so Zweitschlüssel herzustellen. Kehenis verfolgt diesen Plan, doch findet er keinen Schmied, der ihm die Kopien erstellen kann oder möchte. Nur Tristrant kennt einen womöglich gewillten Schmied, welcher zunächst aber auch eine ablehnende Haltung einnimmt. Der Schmied möchte nämlich nicht an einem Diebstahl beteiligt sein. Nachdem er aber einen guten Lohn in Aussicht gestellt bekommt, stimmt er dem Plan ebenfalls zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Viertes Wiederkehrabenteuer bis zu Tristrants Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Viertes Wiederkehrabenteuer - Spielmann&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant erreicht die Nachricht über den Tod seines Vaters und somit über sein Erbe. Der Erbe möchte Kurneval als Herrscher einsetzen, doch dieser ist lediglich an einem Lehen und der Vertretung Tristrants interessiert.  &lt;br /&gt;
In Spielmannskleidung versucht Tristrant die Königin zu treffen. Nach einem Treffen werden Kurneval und Tristrant jedoch von Antret verfolgt, können aber in einem Boot fliehen. Antrets Speer verfehlt sein Ziel und dient den Fliehenden sogar als Staken. Antret berichtet dem König von Tristrants Treffen mit der Königin und dieser zieht los, um ihn zu suchen. Das gesamte Land wird abgeriegelt und alle suchen Tristrant. Tinas nimmt ihn und Kurneval (zum Schutz) gefangen und versorgt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin sorgt sich um Tristrant und teilt ihre Sorgen zwei fahrenden Männern mit. Anschließend entwirft sie einen Plan:&lt;br /&gt;
Die zwei Männer sollen sich als Diener Tristrants ausgeben und sich widerstandslos gefangen nehmen lassen. Bei ihren Aussagen gegenüber Antret sollen die zwei Männer die Geschichte der Flucht Tristrants und Kurnevals mit dem Boot erzählen. &lt;br /&gt;
Der Plan der Königin geht auf und Antret glaubt die Aussagen der vermeintlichen Diener. Folglich lässt der König alle Sperren wieder aufheben und Tinas verhilft Tristrant zur Abreise. Der Held zieht mit seinen Soldaten in sein Erbreich. Dort vergibt er Lehen und verweilt über zwei Jahre. Nach dieser Zeit wird Kurneval sein Stellvertreter und Tristrant kehrt nach Karahes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant wird schwer verwundet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karahes befindet sich nach Tristrants Abwesenheit am Rande einer Katastrophe. Die Schwiegereltern sind verstorben und es herrscht Krieg. Tristrant möchte Rache für Kehenis und wird dabei am Kopf verwundet. Er fällt in Ohnmacht, scheint tot und schwebt in Lebensgefahr. Der Unfall und die Behandlung verändern seine Gestalt.&lt;br /&gt;
Seinem Neffen erzählt der Verunglückte, dass er gerne die Königin wieder treffen möchte, denkt aber, dass das unmöglich sei. Der Neffe erwidert aber, dass gerade durch seine Veränderung nach der Verwundung der Held es durchaus wagen könne, sich am Hof des Königs unentdeckt blicken zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünftes Wiederkehrabenteuer und Tristrants tödliche Verwundung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fünftes Wiederkehrabenteuer - Narr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tristrant folgt diesem Rat und zieht als Narr verkleidet über das Meer zur Königin. Als Belohnung für seine Künste erhält er sogar ein Stück Käse, welches er für die Königin aufhebt. In Tintajol verhält sich Tristrant weiterhin wie ein Narr und wird auch so behandelt. Er inszeniert ein närrisches Gespräch mit dem König, wie es sich wohl nur ein Narr erlauben kann, und provoziert mit eloquenten Aussagen den Hofstaat. Am Ende pointiert er das Kunststück zum Vergnügen aller mit dem Angebot, den Käse mit der Königin zu teilen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;do begunden sie alle lachen,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;durch die selben sachen&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;sprachen sie, eß wär ain tor gewisslich.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9103-9106) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt sich Tristrant der Königin zu erkennen und diese sorgt dafür, dass er bestens versorgt wird. Mit der Zeit lauern ihnen aber Leute auf und sie müssen sich vorsorglich trennen. Jedoch traut sich niemand, den Narren hinterlistig zu fangen oder zu überwältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kehenis versucht Gariole zu retten - Tristrants tödliche Verwundung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kehenis hat nun die Zweitschlüssel und reitet mit ihnen zu Gariole. Während sich die zwei vergnügen, nimmt Tristrant an Wurfspielen teil. Proleptisch wird eingeschoben, dass diese Spiele ihm zum Verhängnis werden. Nampetenis bemerkt nämlich, dass jemand unerlaubt in der Burg war und die Zielgenauigkeit seiner Pfeile enttarnt Tristrant. Kehenis und Tristrant werden verfolgt, doch ihre Pferde sind (aufgrund einer Jagd) am Ende. Im folgenden Kampf stirbt Kehenis und Tristrant wird tödlich verwundet. Nampetenis ist sich der schlechten Auswirkungen seiner Tat zügig bewusst und bereut sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tristrants und Isaldes I Tod ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tristrant lässt Isalde I rufen - Liebestod&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen bessert sich Tristrants Zustand nicht. Er schickt Boten zur Königin, weil er glaubt, dass sie ihn retten könne (wie schon früher). In seiner Bitte beschwört er die von ihm für sie erbrachte Liebesmühe. Sofern die Königin seinem Ruf folgt, soll das Schiff ein weißes Segel führen- bei einer Ablehnung hingegen ein schwarzes. &lt;br /&gt;
Die Königin zieht ohne Rücksicht auf ihre königliche Würde zu Tristrant und alles verläuft nach Plan, das heißt das Segel ist weiß. Aus  unerklärten Gründen sagt Isalde II Tristrant allerdings, dass das Segel nicht weiß, sondern schwarz sei. Unter Eindruck dieser Worte stirbt Tristrant unverzüglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;im krackten all sin gelyder.&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;also der herlich wygand&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;starb do all zehand.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9614-9616) &amp;lt;/small&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Isalde I geht nach ihrer Ankunft sofort zum Leichnam Tristrants und stirbt an seiner Seite ebenfalls. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende der Erzählung wird noch ein Bezug zum Dichter gesponnen, welcher die Richtigkeit des Erzählten versichern soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;von Baumberg Segenhart&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;haut diß buoch gedichtet&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;und unß wol berichtet,&#039;&#039;  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie Tristrant starb&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9672-9675) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird verkündet, dass alle Liebesmühe zwischen Isalde I und Tristrant auf das Wirken des Liebestranks zurückzuführen sei. Diese Aussage rehabilitiert schlussendlich auch das Verhältnis zu König Marke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;daß macht deß tranckß krafft so.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;small&amp;gt; (V. 9747) &amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendete Edition==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Alle Versangaben nach:&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;harvardreferences /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[*Buschinger 1993]Eilhart von Oberg. Tristrant und Isalde, hg. von Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok, Greifswald 1993. (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde#Inhalt|Eilhart von Oberg - Tristrant und Isalde]]&lt;br /&gt;
* [[Inhaltsangabe &amp;quot;Tristan&amp;quot; (Gottfried von Straßburg, Tristan)|Inhaltsangabe Tristan (Gottfried von Straßburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristanversion]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie: Tristrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Inhaltsangabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Eilhart von Oberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25413</id>
		<title>Seminar:Proseminar Die mittelhochdeutschen Bearbeitungen der Tristansage SoSe 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Seminar:Proseminar_Die_mittelhochdeutschen_Bearbeitungen_der_Tristansage_SoSe_2020&amp;diff=25413"/>
		<updated>2020-04-29T14:35:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: /* Teilnehmerinnen und Teilnehmer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= Eilhart von Oberg: Tristrant und Isalde =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmerinnen und Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Phil S | Phil S]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Krystian Podworny | Krystian Podworny]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Laura Kienzle | Laura Kienzle]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer:ZimmerLaura | Laura Zimmer]]&lt;br /&gt;
*[[http://mediaewiki.de/wiki/Benutzer:Josie|Josefine Keßling ]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Jennifer.holzkamm | Jennifer.holzkamm]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Nurcan | Nurcan Dursun]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Ida.heindel | Ida Heindel]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:R_Henze|Robert Henze]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:DanielBallmann | Daniel Ballmann]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:LauraGansner | Laura Gansner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Anna Mölkner | Anna Mölkner]]&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Zijing Chen | Zijing Chen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
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		<id>https://wiki.uni-konstanz.de/mediaewiki/index.php?title=Benutzer:Zijing_Chen&amp;diff=25412</id>
		<title>Benutzer:Zijing Chen</title>
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		<updated>2020-04-29T14:30:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zijing Chen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Übung&#039;&#039;&#039;  29.04.2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übersetzung &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| kúng bat mavg und man, || Der König befahl seinen Verwandten und Vasallen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| daß ir kainer nicht ließ, ||  dass alle Anordnungen Tristans&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| was in Trÿstrand hieß. ||  strikt befolgen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| er sprach, er wer von im belogen ||  Er ließ sie alle wissen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| von etlichen hertzogen, ||  dieser sei von etlichen Herzögen verleumdet worden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| die ich wol gene&#039;&#039;nn&#039;&#039;en kan. ||   &amp;quot;ich könnte sie namhaft machen,&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| die sullent eß &#039;&#039;i&#039;&#039;mmer han || und ihnen wird es an meinem Hof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| dester erger wider mich. ||   in Zukunft etwas böse ergehen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
(V.3884-3891)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkung ==&lt;br /&gt;
Alle Versangaben nach Oberg, Eilhart von: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993.&lt;br /&gt;
=== Literaturverzeichnis ===&lt;br /&gt;
Oberg, Eilhart von: Tristrant und Isalde, in: Danielle Buschinger und Wolfgang Spiewok (Hgg.), Greifswalder Beiträge zum Mittelalter 27, Greifswald 1993.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zijing Chen</name></author>
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