Das Bild der Frau im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)
Das Bild der Frau im Parzival (Wolfram von Eschenbach, Parzival)
swem herzenlichiu triwe ist bi, | Beispiel |
der Wirt nimmer minne fri, | Beispiel |
mit Freude, etswenn mit riuwe. | Beispiel |
reht minne ist wariu. triuwe. | Beispiel |
Cupido, din strahle | Beispiel |
min misset allem male: | Beispiel |
als tuot des herb Amores Ger | Beispiel |
Beispiel | Beispiel |
Beispiel | Beispiel |
Beispiel | Beispiel |
Beispiel | Beispiel |
Beispiel | Beispiel |
Die Schilderung ehelicher Liebe spielt im Parzival eine große Rolle. Die „richtige Liebe“ beschreibt der Erzähler dabei wie folgt:
532, 1 – 532, 532, 19
Das Frauenbild, das dabei geschildert wird, ist oft durch Treue, aufopfernde Hingabe und große Gefühlsstärke ausgezeichnet, angefangen mit der erschütternden Trauer, die Parzivals Mutter Herzeloyde bei dessen Aufbruch in die Höfische Gesellschaft in den Tod treibt. 128, 13 – 128, 24 Nach dem tragischen Tod ihres Geliebten Schîânatulanders hat sich, wie bereits Herzeloyde, Sîgune in den Wald zurückgezogen, um ein Dasein in Klage um den Verstorbenen zu fristen. 138, 13 – 138, 14 Doch hinter dem strahlenden Bild der höfischen Dame ist auch eine andere Vorstellung greifbar, die der Minderwertigkeit der und ihrer untergeordneten Rolle in der Gesellschaft. Schon in den ersten beiden Büchern wird an der Liebesgeschichte zwischen Belacane und Gahmuret deutlich; wo die Frau als selbstständige Herrscherin auftritt, erweist sie sich meist als unfähig, die Herrschaft so auszuüben, dass ihr Land in Freiden und Ansehen steht. Belacane kann sich gegen militärische Bedrohung nicht verteidigen und wäre verloren, wenn nicht der Held Gahmuret käme, der sie rettet und in den sie sich auch gleich verliebt und heiratet. Ähnlich ist es mit Condwiramurs im vierten Buch. Sobald die Hochzeit gefeiert ist, übernehmen die Männer die Herrschaft über das Land ihrer Frauen, für die Frauen bleibt lediglich die Rolle der demütigen und liebenden Ehefrau ohne eigene Interessen (vgl.: Um ihren geliebten Gahmuret in ihrem Reich zu halten, zögert Belacane nicht einen Moment dessen Religion anzunehmen und sich taufen zu lassen.) Was diese Frauen für die Männer attraktiv macht ist vor allem ihr Besitz. Und weder der Erzähler, noch die handelnden Personen und vermutlich auch nicht die Zuhörer der Geschichte fanden solche Frauendarstellungen, den damaligen Gesellschaftsverhältnisse entsprechend, verwunderlich: „wip sint et immer wip.“