711: Ibn ʿAbd al-Ḥakam zur Kollaboration Julians bei der muslimischen Invasion der Iberischen Halbinsel

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Verfasser/in: Daniel G. König

Quelle

Ibn ʿAbd al-Ḥakam, Futūḥ Miṣr wa-aḫbāruhā, ed. Charles Torrey, Kairo: Madbūlī, 1999, p. 205-206, übers. Daniel G. König, Mohamed Qassiti.
وكان المجاز الذي بينه وبين أهل الأندلُس عليه رجل من العجم يقال له يُليانُ صاحب سَبتة وكان على مدينة على المجاز الى الاندلس يقال لها الخَضراءُ والخَضراء ممّا يلى طَنجة وكان يُليان يؤَدّي الطاعة الى لُذريق صاحب الاندلس وكان لذريق يسكن طُلَيطُلة فراسل طارق يُليانَ ولاطفه حتى تَهادَيا وكان يليان قد بعث بابنة له الى لُذريق صاحب الاندلس ليؤَدّبها ويعلّمها فأحبلها فبلغ ذلك يليان فقال لا أرى له عُقوبة ولا مكافأة إلّا أن أُدخِل عليه العرب فبعث الى طارق إنّي مُدخلك الاندلس وطارق يومئذ بتِلِمسين وموسى بن نصير بالقيروان فقال طارق فإني لا أطمأنّ اليك حتى تبعث الىّ برَهينة فبعث اليه بابنتيه ولم يكن له ولد غيرهما فاقرّهما طارق بتلمسين واستوثق منهما ثم خرج طارق الى يليان وهو بسَبتة على المَجاز ففرح به حين قدم عليه وقال له أنا مُدخلك الاندلس وكان فيما بين المجازَين جبل يقال له اليوم جبل طارق فيما بين سَبتة والاندلس فلما أمسى جاءَه يليان بالمراكب فحمله فيها الى ذلك المجاز فأكمن فيه نهاره فلما أمسى ردّ المراكب الى من بقي من اصحابه فحُملوا اليه حتى لم يبق منهم احد ولا يشعر بهم اهل اندلس ولا يظنّون إلّا أن المراكب تختلف بمثل ما كانت تختلف به من منافعهم وكان طارق في آخر فوج ركب فجاز الى اصحابه وتخلّف يليان ومن كان معه من التُجّار بالخضراء ليكون اطيبَ لأنفس اصحابه واهل بلده. Die Passage, die zwischen ihm [dem Eroberer Ṭāriq b. Ziyād] und der Bevölkerung von al-Andalus lag, beherrschte ein Nichtaraber (raǧul min al-ʿaǧam) namens Julian (Yulyān). Er war Herr von Ceuta und stand einer Stadt an der Meerenge zu al-Andalus vor, die Algeciras ([al-ǧazīra] l-ḫaḍrāʾ) heißt. Algeciras folgt direkt auf Tanger. Julian schuldete nun Roderich (Luḏrīq), dem Herrn von al-Andalus, Gehorsam. Roderich residierte in Toledo. Ṭāriq schickte nun eine Botschaft an Julian und zeigte sich besonders freundlich, bis sie Geschenke austauschten. Julian hatte seine Tochter zu Roderich, dem Herrn von al-Andalus, geschickt, um sie erziehen und bilden zu lassen. Dieser schwängerte sie. Julian erfuhr davon und sagte: Ich sehe keine andere Strafe und keine Vergeltung, als dass ich die Araber gegen ihn hereinlasse. Also ließ er Ṭāriq ausrichten: Ich verschaffe Dir Eintritt nach al-Andalus. Ṭāriq war zu dieser Zeit in Tlemcen, während Mūsā b. Nuṣayr in al-Qayrawān war. Ṭāriq sagte: Ich schenke Dir kein Vertrauen, bis Du mir eine Geisel schickst. Also schickte er ihm seine zwei Töchter, denn er hatte außer diesen zwei keinen Nachwuchs. Ṭāriq gab ihnen nun eine Residenz in Tlemcen und ließ sie dort unter Aufsicht stellen (istawṯaqa minhumā). Dann machte sich Ṭāriq zu Julian auf, der gerade in Ceuta an der Meerenge war. Er freute sich, als er ihn erreichte, und er ihm sagte: Ich verschaffe Dir Eintritt nach al-Andalus. Zwischen den beiden Passagen [gemeint sind die zwei Meeresrouten, die die nordafrikanische mit der iberischen Küste verbanden], also zwischen Ceuta und al-Andalus, lag ein Berg, der heute „Berg des Ṭāriq“ (ǧabal Ṭāriq, d.h. Gibraltar) heißt. Als es Abend wurde, kam Julian mit Booten zu ihm und transportierte ihn darin zu jener Passage, wo er sich am Tag versteckte. Als es dann [wieder] Abend wurde, kehrten die Boote zu denjenigen zurück, die zurückgeblieben waren, und auch sie wurden hinüber transportiert, ohne dass auch nur einer übrig blieb. Die Bevölkerung von al-Andalus bemerkte sie nicht und dachte sich nichts anderes dabei, als dass die Boote hin- und herfuhren, wie sie es immer, mit ihren Handelsgütern an Bord, zu tun pflegten. Ṭāriq war nun in der letzten Gruppe, die hinüberfuhr. Er stieß zu seinen Gefährten. Hinterher kamen dann Julian und die Händler, die ihn begleiteten, nach Algeciras, damit er die Gemüter seiner Gefährten und die Bevölkerung seiner Stadt beruhigen könne.

Autor/in & Werk

Der 182/798-99 oder 187/802-803 geborene und 257/871 gestorbene Abū l-Qāsim ʿAbd al-Raḥmān b. ʿAbd Allāh b. ʿAbd al-Ḥakam stammte aus einer bekannten Familie, die in und jenseits Ägyptens für ihre intellektuellen Leistungen im Bereich des islamischen Rechts (fiqh) und der prophetischen Traditionsüberlieferung (ḥadīṯ) bekannt war. Der Familie wird neben anderen u. a. die Einführung mālikitischen Rechts in Ägypten sowie die Finanzierung des ersten Aufenthaltes des Rechtsgelehrten al-Šāfiʿī in Ägypten zugeschrieben, der angeblich in ihrem Haus gestorben sein soll. Namensgeber der Familie ist der Großvater des hier besprochenen Autors, der um 171/787-88 verstorbene ʿAbd al-Ḥakam. Sein Sohn ʿAbd Allāh b. ʿAbd al-Ḥakam war Führer der mālikitischen Rechtsschule in Ägypten und Autor mehrerer Werke zum islamischen Recht und der Prophetentradition. In dieselben Fußstapfen traten seine vier Söhne. Ab den 840ern sah sich die Familie mit mehreren Schwierigkeiten konfrontiert: Zunächst geriet der älteste Sohn Muḥammad, auch ein bekannter Gelehrter, in Konflikt mit den von den Abbasidenkalifen geförderten theologischen Leitlinien der so genannten Muʿtazila, indem er sich gegen die Doktrin des erschaffenen Koran stellte. Um 237/851-852 wurde der Familie von Seiten des Abbasidenkalifats unterstellt, die Reichtümer des ägyptischen Gouverneurs al-Ǧarawī unrechtmäßig in Besitz genommen zu haben. Trotz baldiger Entlastung der Familie scheint sie durch diesen Skandal ihren früheren Einfluss in Ägypten verloren zu haben.

Ibn ʿAbd al-Ḥakam ist für seine groß angelegte Geschichte der muslimischen Eroberung Ägyptens, Nordafrikas und der Iberischen Halbinsel bekannt. Der Hauptteil des Werkes besteht aus einer Geschichte Ägyptens, die von legendären Anfängen und unter Berücksichtigung der Kopten bis hin zum Tod des muslimischen Eroberers ʿAmr b. al-ʿĀṣ geführt wird, dann ausführlich auf die muslimische Eroberung Nordafrikas und etwas weniger detailliert auf die Invasion der Iberischen Halbinsel eingeht. Die Geschichte endet mit zwei Appendices, die sich zum einen mit den Richtern Ägyptens bis 246/860, zum anderen mit den Prophetengefährten befassen, die Ägypten betreten und dort Überlieferungen zu den Aussprüchen und Taten des Propheten weitergegeben haben.[1] Ibn ʿAbd al-Ḥakam ist dabei der frühen Form islamischer Geschichtsschreibung verpflichtet, die alle Berichte und Anekdoten durch die namentliche Auflistung von Traditionsüberlieferern (isnād) entweder an Augenzeugen oder an als vertrauenswürdige Autoritäten anbindet und auch Berichtsvarianten mit unterschiedlichen Überlieferungsketten dokumentiert und unkommentiert nebeneinander stehen lässt.[2]

Inhalt & Quellenkontext

Die hier zitierte Passage stellt eine von mehreren Beschreibungen der muslimischen Invasion der Iberischen Halbinsel dar, die im Jahre 92/711 von Ṭāriq b. Ziyād, einem wahrscheinlich berberischen Klienten des nordafrikanischen Statthalters Mūsā b. Nuṣayr eingeleitet und in einem zweiten Invasionszug von Mūsā b. Nuṣayr um 715 beendet wurde. Daraufhin wurde die Iberische Halbinsel zunächst kurz von Mūsās Sohn ʿAbd al-ʿAzīz verwaltet, auf den insgesamt zweiundzwanzig Statthalter folgten, die zumindest in der frühen Periode meist von Damaskus, später dann von Nordafrika aus eingesetzt wurden, bis dann im Jahre 756 der Umayyade ʿAbd al-Raḥmān I. in al-Andalus ein eigenständiges Emirat gründete. Es handelt sich nicht um die früheste Beschreibung der muslimischen Invasion der Iberischen Halbinsel: Zeitgenössisch ist nur die auch als Continuatio hispana oder Chronica muzarabica bekannte hispano-lateinische Chronik von 754.[3] Die arabisch-islamische Historiographie setzt insgesamt etwa ein Jahrhundert später mit dem Kitāb al-tārīḫ des Ibn Ḥabīb al-Ilbīrī (gest. 238/853) ein, der auch als erster andalusisch-arabischer Historiograph zu gelten hat. Allerdings bediente sich Ibn Ḥabīb al-Ilbīrī weniger lokaler Informationsquellen als nahöstlicher und v. a. ägyptischer Gewährsmänner, die in den Jahrzehnten nach der muslimischen Invasion Berichte über die Invasionsperiode sammelten, die von Rückkehrern über Nordafrika nach Osten gebracht worden waren, darunter Mūsā b. ʿAlī b. Rabāḥ al-Laḫmī (gest. 163/779), ʿAbd Allāh b. Lahīʿa (gest. 174/791), al-Layṯ b. Saʿd (gest. 175/792) und ʿAbd Allāh b. Wahb (gest. 197/813) sowie Abū ʿUṯmān Saʿīd b. Kaṯīr b. ʿUfayr al-Misṛī (gest. 226/840), der als Autor des frühesten, allerdings verlorenen Werks zur Eroberung von al-Andalus gilt. Solche Gewährsmänner wurden auch von Ibn ʿAbd al-Ḥakam genutzt, der al-Andalus wahrscheinlich selbst nie betreten hatte.[4] Mit Ausnahme von Ibn Ḥabīb und vielleicht der anonymen, und in ihrer Datierung stark umstrittenen Chronik Aḫbār maǧmūʿa[5] stammen bis ins 10. Jahrhundert alle arabisch-islamischen Texte zur muslimischen Invasion aus dem Nahen Osten. Erst im verlorenen Werk "Nachrichten zu den Herrschern von al-Andalus" (Aḫbār mulūk al-Andalus) des Aḥmad b. al-Rāzī entsteht eine eigenständige regionale Geschichtsschreibung, die sich auch mit der westgotischen Periode und der Invasionsperiode befasst. Sie basierte zumindest teilweise auf der Diffusion lateinischer Quellen, die wohl Ende des 9. bzw. Anfang des 10. Jahrhunderts durch die arabische Übersetzung der Historiarum adversus paganos libri septem des spätantiken christlichen Historiographen Orosius (gest. ca. 417) zugänglich gemacht wurden. Am Inhaltsverzeichnis sowie einzelnen Passagen der nur fragmentarisch unter dem Titel Kitāb Hūrūšiyūš erhaltenen Übertragung lässt sich nämlich erkennen, dass diese zusätzliche lateinische Quellen, darunter Isidor von Sevilla, verarbeitet, und außerdem das Geschichtswerk des Orosius auf dieser Grundlage bis in das Jahr 711 fortführt.[6] Das Geschichtswerk des Ibn ʿAbd al-Ḥakam gehört also in die frühe Periode der noch ganz nahöstlich geprägten arabisch-islamischen Geschichtsschreibung zu den neu eroberten Gebieten. Dem Genre nach ist es der so genannten Futūḥ-Literatur zuzuordnen, also einer historiographischen Gattung, die sich mit der arabisch-islamischen Expansion selbst, weniger aber mit der vorislamischen Geschichte oder auch mit den Ereignissen nach der Expansionsperiode beschäftigt und hauptsächlich auf überlieferte Augenzeugenberichte von Eroberern anstatt auf lokales Quellenmaterial aus den Eroberungsgebieten selbst zurückgreift. Es enthält daher relativ wenig Information über das Westgotenreich, fokussiert v. a. auf die Invasion selbst und liefert kaum Informationen zur andalusischen Geschichte nach der Periode der Statthalter. Die von Ibn ʿAbd al-Ḥakam gelieferten Informationen zum Westgotenreich und der Invasionsperiode lassen sich daher schnell zusammenfassen:[7] Er sieht das von den Muslimen eroberte Herrschaftsgebiet unter der Herrschaft eines Königs namens Roderich (Luḏrīq), den er aber – anders als lateinische und andere arabisch-islamische Quellen – nicht als “Goten” identifiziert, sondern als “Herrscher von al-Andalus” (ṣāḥib al-Andalus). Er macht Angaben zur Größe von dessen Herrschaftsgebiet und berichtet von der Entscheidungsschlacht zwischen den Truppen von Ṭāriq b. Ziyād und denjenigen Roderichs, der dabei den Tod fand. Zahlreiche Passagen sind der wertvollen Beute, darunter der angebliche Tisch Salomos, gewidmet. Ferner berichtet der Autor parallel zur Chronik von 754, dass die Tochter Roderichs als Ehefrau des ersten Statthalters ʿAbd al-ʿAzīz diesen überzeugte, die Alleinherrschaft über die Iberische Halbinsel anzustreben, was dessen Ermordung provozierte.[8]

Kontextualisierung, Analyse, Interpretation

In der hier zitierten Passage geht es allerdings um eine von Ibn ʿAbd al-Ḥakam erstmals gelieferte Erklärung für den durchschlagenden Erfolg der muslimischen Invasion. Ibn Ḥabīb hatte in seinem Geschichtswerk die legendenhaft anmutende Anekdote dokumentiert, Roderich habe gegen den Willen von Volk und Klerus in Toledo ein mit Siegeln verschlossenes Haus geöffnet. Dabei sei er auf eine Tafel gestoßen, die dem Öffner dieses Hauses das baldige Ende seiner Herrschaft durch eine arabische Invasion vorausgesagt haben soll. Diese “Begründung” der Invasion wird auch von Ibn ʿAbd al-Ḥakam gegeben.[9] Dem gibt Ibn ʿAbd al-Ḥakam aber noch eine weitere, weniger legendenhafte Begründung bei, nämlich den Racheakt des westgotischen Statthalters von Ceuta, Julian. Zur Identität dieser Person ist in der Forschung schon viel spekuliert worden.[10] Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass die arabisch-islamischen Quellen zu Julian unterschiedliche Angaben zu dessen Stellung im Westgotenreich machen: Bei Ibn ʿAbd al-Ḥakam handelt es sich um den lokalen Herrscher von Ceuta und Algeciras, bei Ibn Ḫaldūn (gest. 808/1406) wiederum um den Herrn von Tanger und Sohn des vorletzten Westgotenkönigs Witiza (regn. ca. 701-710), dessen Söhne durch die Usurpation Roderichs entmachtet worden waren.[11] Unklar ist letztlich auch, ob das späte Westgotenreich tatsächlich einen Herrschaftsanspruch auf nordafrikanische Städte wie Ceuta oder Tanger erhob, also tatsächlich ein königlicher Statthalter über die Meerenge von Gibraltar wachte. Vielleicht inspiriert von arabisch-islamischen Quellen, die Julian als Rūmī, also als Byzantiner bezeichnen[12], haben manche Forscher daher auf die Angabe der Chronik von 754 verwiesen, ein gewisser, aus Nordafrika stammender nobilissimus uir urbanus – also entweder ein römisch oder byzantinisch geprägter Nordafrikaner namens “Urbanus” oder ein nordafrikanischer “Städter” (urbanus) – habe den Eroberer Mūsā b. Nuṣayr durch die Iberische Halbinsel geführt.[13] Einige arabisch-islamische Quellen wie etwa die geographische Enzyklopädie des al-Ḥimyarī (7.-8./13.-14. Jh.) wiederum schmückten die Konfrontation zwischen Julian, dem Vater der von Roderich geschändeten Tochter, und dem letzten Westgotenkönig sehr stark aus[14] und gaben damit vielleicht den Anstoß zur weiteren legendenhaften Verbrämung dieser Geschichte, die ihren Niederschlag in zahlreichen kastilischen Quellen der post-islamischen Periode bis hin zu modernen Musicals fand.[15] Die Frage, ob Julian und seine Tochter als historische Persönlichkeiten existierten und welche Rolle sie, falls existent, in der muslimischen Invasion der Iberischen Halbinsel spielten, lässt sich also nicht abschließend klären. Die Geschichte aber als reinen Topos abzutun, verbietet sich deswegen, weil sie als eine mögliche Variante von zahlreich dokumentierten Kollaborationsakten sowohl in lateinisch-christlichen als auch arabisch-islamischen Quellen plausibel erscheint.[16] Wenn auch nicht auszuschließen ist, dass es sich bei dieser Verknüpfung von Invasionsbegründung, verletzter weiblicher Ehre und männlichem Racheakt um ein literarisches Motiv handeln könnte, das in einer Variante auch für die muslimische Eroberung Siziliens dokumentiert ist[17], so gibt es dennoch keinen deutlichen Beweis dafür, dass es sich hier nur um eine literarische Konstruktion ohne jeglichen historischen Anhaltspunkt handelt. In jedem Falle ist die hier gelieferte Erklärung für das Gelingen der muslimischen Invasion neben andere zu stellen, wie sie etwa in den Akten des 17. Konzils von Toledo (694) impliziert oder im Geschichtswerk des Ibn al-Qūṭiyya (gest. 367/977) genannt werden.[18]

Editionen & Übersetzungen

Ibn ʿAbd al-Ḥakam, Futūḥ Miṣr wa-aḫbāruhā, ed. Charles Torrey, New Haven: Yale University Press, 1922, Neudruck Kairo: Madbūlī, 1999.

Ibn ʿAbd-el-Hakem, History of the Conquest of Spain, übers. John Harris Jones, Göttingen: Dieterich / London: Williams & Norgate, 1858.

Ibn ʿAbd al-Ḥakam, Conquête de l’Afrique du Nord et de l’Espagne. Texte arabe et traduction française avec une introduction, des notes et trois index, 2e ed., revue et augmentée par Albert Gateau, Alger:Carbonel, 1947.

Ibn ʿAbd al-Ḥakam, The History of the Conquest of Egypt. Partial Translation of Ibn ʿAbd al-Ḥakam’s Futūḥ Miṣr and an Analysis of this Translation, übers. Yasmin Hilloowala, Diss., University of Arizona, 1998.

Zitierte & weiterführende Literatur

Chalmeta, Pedro: Invasión e islamización. La sumisión de Hispania y la formación de al-Andalus, Jaén: Universidad de Jaén, 2003.

Clarke, Nicola: The Muslim Conquest of Iberia: Medieval Arabic Narratives, London: Routledge, 2012.

Claude, Dietrich: Untersuchungen zum Untergang des Westgotenreiches (711‒725), in: Historisches Jahrbuch 108 (1988), S. 329–58.

Codera, Francisco: El llamado Conde Don Julián, in: Francisco Codera, Estudios críticos de historia árabe española VII, Zaragoza: Instituto de Estudios Árabes, 1903, S. 45–94.

Collins, Roger: The Arab Conquest of Spain 710–797, Oxford: Wiley-Blackwell, 1989.

Collins, Roger: Visigothic Spain 409-711, Malden: Wiley-Blackwell, 2004.

Dhanūn Ṭāha, ʿAbdulwāḥid: The Muslim Conquest and Settlement of North Africa and Spain, London: Routledge, 1989.

Dozy, Reinhart: Le comte Julien, in: Reinhart Dozy, Recherches sur l’histoire et la littérature de l'Espagne pendant le Moyen âge, Leiden: Brill, 1881, vol. 1, S. 57–9.

Drayson, Elisabeth: The King and the Whore: King Roderick and La Cava, New York: Palgrave MacMillan, 2007.

Filios, Denise K.: Legends of the Fall: Conde Julian in Medieval Arabic and Hispano-Latin Historiography, in: Medieval Encounters 15 (2009), pp. 375–90.

Gozalbes Cravioto, Enrique: El Comes Iulianus (Conde Julian de Ceuta), entre la historia y la literatura, in: Al Qantir 11 (2011), pp. 3–34.

Hernández Juberías, Julia: La península imaginaria. Mitos y leyendas sobre al-Andalus, Madrid: CSIC, 1996.

James, David: The History of Early Al-Andalus. The Akhbār majmuʿa, New York: Routledge, 2012.

König, Daniel G.: Arabic-Islamic Views of the Latin West. Tracing the Emergence of Medieval Europe, Oxford: OUP, 2015.

Machado, Oswaldo: Los nombres del llamado Conde Don Julian, in: Cuadernos de Historia del Islam 3 (1945), S. 106–116.

Manzano Moreno, Eduardo: Conquistadores, emires y califas. Los Omeyas y la formación de al-Andalus, Barcelona: Crítica, 2011.

Martinez Carrasco, Carlos: El último patricio romano de Spania. Una relectura de la figura del “conde don Julian”, unveröffentlichter Vortrag (2014), URL: http://www.academia.edu/7516539/El_ultimo_patricio_romano_de_Spania._Una_relectura_de_la_figura_del_conde_don_Julian, Zugriff 09.01.2019.

Robinson, Chase F.: Islamic Historiography, Cambridge: CUP, 2003.

Rosenthal, Franz: Ibn ʿAbd al-Ḥakam, in: Encyclopaedia of Islam 2, vol. 3, Leiden: Brill, 1986, S. 674-675.

Schoeler, Gregor: The Genesis of Literature in Islam: From the Aural to the Read, Edinburgh: Edinburgh University Press, 2009.

Thompson, Edward A.: The Goths in Spain, Oxford 1969.

Zitierempfehlung

Daniel G. König, "711: Ibn ʿAbd al-Ḥakam zur Kollaboration Julians bei der muslimischen Invasion der Iberischen Halbinsel", in: Transmediterrane Geschichte. Kommentierte Quellenanthologie, ed. Daniel G. König, Theresa Jäckh, URL: https://wiki.uni-konstanz.de/transmed-de/index.php/711:_Ibn_%CA%BFAbd_al-%E1%B8%A4akam_zur_Kollaboration_Julians_bei_der_muslimischen_Invasion_der_Iberischen_Halbinsel. Letzte Änderung: 21.01.2020, Zugriff: 25.05.2020.

Schlagworte

Iberische Halbinsel, Invasion, Westgoten, Roderich, Frauen, Gender, Kollaboration


  1. Ibn ʿAbd al-Ḥakam, Futūḥ Miṣr, ed. Torrey (Introduction), S. 1-2; Rosenthal, Ibn ʿAbd al-Ḥakam, in: EI 2, vol. 3, S. 674-675.
  2. Vgl. hierzu Schoeler, Genesis; Robinson, Islamic Historiography, S. 84-88, 97-98.
  3. Vgl. 731: Die Chronica muzarabica zur Ehe des Berbers Munnuz mit der Tochter von Eudo, dux von Aquitanien.
  4. König, Arabic-Islamic Views, S. 155-156.
  5. Zur Datierungsdiskussion siehe James, History of Early Al-Andalus, S. 3–42
  6. König, Arabic-Islamic Views, S. 158-162.
  7. Ibn ʿAbd al-Ḥakam, Futūḥ Miṣr, ed. Torrey, S. 205-206, 208-209, 211-213. Vgl. König, Arabic-Islamic Views, S. 155-156.
  8. In der Chronik von 754 heiratet ʿAbd al-ʿAzīz allerdings Roderichs Ehefrau namens Egilona, vgl. Continuatio hispana, ed. Theodor Mommsen (MGH Auct. Ant., 11), Berlin: Weidmann, 1894, § 79, S. 356; bzw. Chronica muzarabica, ed. Juan Gil (Corpus Scriptorum Muzarabicorum 1), Madrid: CSIC, 1973, § 51, S. 35-36.
  9. Ibn Ḥabīb, Kitāb al-tārīḫ, ed. Jorge Aguadé, Madrid: CSIC, § 403-404, S. 140; Ibn ʿAbd al-Ḥakam, Futūḥ Miṣr, ed. Torrey, S. 206.
  10. Dozy, Comte, S. 57–59; Codera, Conde, S. 45–94; Machado, Nombres, S. 106–16; Hernández Juberías, Peninsula, S. 165–93; Filios, Legends, S. 375–390; Gozalbes Cravioto, Comes, S. 3–34; Martínez Carrasco, Patricio. Vgl. auch Claude, Untersuchungen, S. 332–334; Dhanūn Ṭāha, Conquest, S. 84–109; Collins, Conquest, S. 31–36, 52–65; Chalmeta, Invasión, S. 112–157.
  11. Ibn Ḫaldūn, Tārīḫ, ed. Suhayl Zakkār and Ḫalīl Šaḥāda, Beirut: Dār al-fikr, 2000, Bd. 2, S. 282-283. Zu weiteren Erwähnungen Julians in arabischen Quellen vgl. König, Arabic-Islamic Views, S. 47 FN 143, 155-156, 171, 175-181.
  12. Vgl. etwa Fath al-Andalus, ed./trans. Luis Molina, Madrid: CSIC, 1984, cap. I,4, S. 12; Ibn al-Ḫatị̄b, Al-Iḥāṭa fī aḫbār Ġarnāṭa, ed. Muḥammad ʿAbd Allāh ʿInān, 4 Bde., Kairo: Maktaba al-Ḫānǧī, 1973–1977, Bd. 1, S. 100. Zu berücksichtigen ist, dass spätere andalusisch-arabische Quellen den ursprünglich für die Römer/Byzantiner genutzten arabischen Begriff Rūmī als Äquivalent für "Christen" benutzten, vgl. König, Arabic-Islamic Views, S. 183.
  13. Continuatio Hispana, ed. Mommsen (MGH AA 11), § 77, S. 355; Chronica muzarabica, ed. Gil, § 49, p. 35. Es ist dabei aufgrund unterschiedlicher Manuskriptvarianten nicht klar, ob es sich um einen hochgestellten Mann namens “Urbanus” oder um einen hochgestellten Städter (uir illustris urbanus) handelte. Vgl. Thompson, Goths, S. 250–251; Collins, Conquest, S. 36; Hernández Juberías, Península, S. 163–194; Martínez Carrasco, Patricio.
  14. Al-Ḥimyarī, Kitāb al-Rawḍ al-miʿṭār fī ḫabar al-aqṭār, ed. Iḥsān ʿAbbās, Beirut: Maktabat Lubnān, 1984, lemma „al-Andalus“, S. 34.
  15. Zur Rezeptionsgeschichte vgl. Drayson, King and the Whore.
  16. Zu solchen Kollaborationsakten vgl. König, Arabic-Islamic Views, S. 40, 43, 45, 47, 74, 76, 156. Siehe auch 694: Der Vorwurf jüdischer Kollaboration in den Akten des 17. Konzils von Toledo sowie 711-745: Ibn al-Qūṭiyya zur Kooperation seiner westgotischen Vorfahren mit den muslimischen Eroberern.
  17. Vgl. 827: Das Chronicon Salernitanum über die Eroberung Siziliens durch die Muslime.
  18. Siehe 694: Der Vorwurf jüdischer Kollaboration in den Akten des 17. Konzils von Toledo sowie 711-745: Ibn al-Qūṭiyya zur Kooperation seiner westgotischen Vorfahren mit den muslimischen Eroberern.